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Test: Nektar GXP88, MIDI-Keyboard mit 88 Tasten

88 Tasten - und volle DAW-Kontrolle?

6. September 2023
nektar gxp88 test

Nektar GXP88, MIDI-Keyboard mit 88 Tasten

Wer sein Tonstudio oder Live-Setup mit einem 88-Tasten-Controllerkeyboard erweitern möchte, hat bei Weitem nicht solch eine große Auswahl wie im Bereich der 49- oder 61-Tasten-Keyboards. Das zeigt auch unsere aktuelle Marktübersicht der 88-Tasten-Controller. Vor allem, wenn das Keyboard auch ein paar MIDI-Features mit sich bringen soll, wird die sprichwörtliche Qual der Wahl zu einem überschaubaren Blick auf ein paar wenige infrage kommende Produkte. Ob das Nektar GXP88 mit in die engere Wahl genommen werden sollte und für wen sich das Keyboard anbietet, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

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Was ist das Nektar GXP88?

Beim Nektar GXP88 handelt es sich um einen MIDI-Controller mit 88 anschlagsdynamischen sowie halbgewichteten Tasten für den Einsatz im Tonstudio oder auf der Live-Bühne, beispielsweise als Einspielkeyboard mit Extra-Funktionen (dazu später mehr) oder zum Ansteuern und Spielen von Software-Instrumenten oder MIDI-Hardware.

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Mit den Maßen 134,5 x 23,0 x 8,0 cm benötigt das GXP88 aufgrund seiner 88 Tasten natürlich vergleichsweise viel Platz. Das Gewicht liegt mit 8,2 kg aber im unteren Bereich, so dass sich das Keyboard gut transportieren lässt. Optisch ist das Keyboard fast komplett in Schwarz gehalten, lediglich die Unterseite ist grau. Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Das aus Kunststoff gefertigte Gehäuse besteht aus zwei miteinander verschraubten Teilen und ist sauber gefertigt.

Welche Bedienelemente bietet das GXP88 Controller-Keyboard?

Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass man mit dem Nektar GXP88 deutlich mehr anstellen kann, als das reine Einspielen von Noten in die DAW.

Linkerhand der Tastatur hat Nektar ein Bedienfeld mit Pitchbend- und Modulationsrad, Oktavierungs- und Transpositionstasten, Transportsektion mit Loop, Stop, Play, Record, Vorward, Backward, Click und Shift und Drehregler untergebracht. Durch Drücken der Shift-Taste werden die Zweitfunktionen der Taster aktiviert. Dann lässt sich bei der passenden Einbindung in die DAW damit auch zwischen Spuren oder Patches wechseln sowie weitere Funktionen fernsteuern. Hinzu gesellen sich oberhalb der Tastatur zahlreiche farbig beleuchtete Taster. Deren Funktion werde ich im Praxisteil näher beleuchten. Die Bedienelemente machen allesamt einen guten und langlebigen Eindruck.

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Wie lässt sich das Nektar GXP88 MIDI-Keyboard spielen?

Die Tastatur des Nektar GXP88 ist leicht gewichtet, d. h. all zu viel Kraftaufwand ist beim Spielen auf der Tastatur nicht notwendig. Schön ist, dass die Tastatur mit Aftertouch ausgestattet ist, was bei Weitem keine Selbstverständlichkeit ist – schon gar nicht in dieser Preisklasse. Ein weiteres Lob gebührt dem GXP88 aufgrund der guten Spielbarkeit der Tasten. Nach kurzer Eingewöhnungszeit konnte ich bereits ein gutes Spielgefühl für die Tastatur entwickeln. Dabei bleiben die sonst oft störenden Klappergeräusche weitestgehend aus – sehr schön.

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Was gehört zum Lieferumfang des Controller-Keyboards?

Damit vor allem Einsteiger nach dem Kauf des Keyboards direkt loslegen können, legt Nektar seinem GXP88 ein schönes Software-Paket bei. So befindet sich im Karton des GXP88 neben einer gedruckten Bedienungsanleitung und einem USB-Kabel eine Download-Karte mit der Bitte zur Registrierung auf der Nektar Website. Hat man dies mit Hilfe der Seriennummer des Keyboards hinter sich gebracht, gelangt man an das Software-Paket. Steinbergs Cubase LE samt Software-Synthesizer Retrologue 2 gehört genauso dazu wie die Digital Audio Workstation Bitwig 8-Track.

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Eine Besonderheit beim Einsatz von Nektar Controller-Keyboards sind die vom Hersteller erstellten Mappings für alle gängigen DAWs. Im Normalfall muss ein MIDI-Keyboard ja erst an die DAW angelernt werden, d. h. auf welchem Fader und welchem Drehregler liegt die Lautstärke der DAW-Spuren/Tracks und wo der Effekt-Send? Zwar greifen einige Hersteller auf das Mackie HUI-Protokoll zurück, aber hierüber sind lediglich die Basisfunktionen gemappt. Nektar geht einen anderen Weg und programmiert für seine Controller eigens Mappings mit den wichtigsten Funktionen.

Für den Nutzer bedeutet das: zunächst die gewünschte DAW samt Betriebssystem im User-Portal von Nektar auswählen, das Setup herunterladen und installieren. Beim nächsten Start sind die DAW und der Controller dann fertig eingerichtet, die lästige MIDI-Learn-Programmierung entfällt damit!

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Natürlich muss man in diesem Fall darauf setzen, dass Nektar die eigene DAW unterstützt. Vor dem Kauf sollte man also einen kurzen Blick auf die Nektar Website werfen. Dort werden aktuell die folgenden DAWs als kompatibel angegeben:

  • Bitwig
  • Cubase
  • Digital Performer
  • GarageBand
  • Logic
  • Nuendo
  • Reaper
  • Reason
  • Sonar
  • Studio One

Mit welchen Anschlüssen ist das Nektar GXP88 ausgestattet?

Das 88-Tasten-Controller-Keyboard bietet zunächst einmal die obligatorische USB-Anbindung in Form eines USB-B-Anschlusses. Hinzu gesellt sich ein MIDI-DIN-Ausgang, was vor allem für diejenigen interessant ist, die das Nektar GXP88 in Verbindung mit MIDI-Hardware-Klangerzeugern nutzen möchten. Zwei Pedale (Expression und Footswitch) lassen sich am Keyboard betreiben. Abgerundet wird die Rückseite des Keyboards mit einem Kensington-Lock, einem Power-on/off-Schalter sowie einer Netzteilbuchse. Ein externes Netzteil wird (bei USB-Betrieb) nicht benötigt, entsprechend gehört dieses auch nicht zum Lieferumfang des Keyboards dazu.

Einsatz des Keyboards in der Praxis

Während des Tests gab es bei der Installation und der Inbetriebnahme keinerlei Probleme. Sowohl bei Anschluss und Nutzung als reiner Keyboard-Controller (ohne die o. g. Nektar Mappings) als auch nach der Installation der DAW-Mappings für Cubase und Studio One konnte das GXP88 sofort und ohne weiteres Zutun eingesetzt werden – so wie man sich das wünscht!

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Bei Einsatz als reiner Keyboard-Controller muss man die gewünschten MIDI-Control-Change-Befehle für die Taster, den Drehregler, Pitchbend- und Modulationsrad sowie die 14 RGB-Taster oberhalb der Tastatur selbst zuweisen. Hat man das hinter sich gebracht und alle Bedienelemente mit MIDI-CCs „versorgt“, lässt sich schon allerhand damit steuern – auch wenn das Keyboard über keinerlei Fader verfügt und nur ein Drehregler sein Eigen nennt.

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Nektar GXP88: Note-Repeat

Mit der Note-Repeat-Funktion bietet das GXP88 zwar keinen klassischen Arpeggiator, dafür aber eine Art „Rhythmus-Generator“. Mit Notenwerten von 1/4 bis 1/64 lassen sich gedrückte Akkorde bzw. Töne auf Knopfdruck wiederholen und entweder gleichbleibend mit der identischen Anschlagsstärke oder mit Hilfe von Aftertouch/dem Modulationsrad verändert wiederholt wiedergeben. Die Wiederholungen lassen sich dazu über Accent, Interval und Swing weiter beeinflussen und den Wiederholungen somit etwas Leben einhauchen.

Nektar Nektarine und das GXP88 MIDI-Keyboard

Nachdem Nektar seine hauseigene Host-Software Nektarine vor einiger Zeit auf Version 2.5 gebracht hat, ist diese in Verbindung mit den Nektar Controllern eine schöne und interessante Erweiterung. Innerhalb von Nektarine lassen sich Plug-ins im im VST-, VST3- und AU-Format hosten, die Software selbst kann entweder standalone oder wiederum als VST-, VST3-, AU- und AAX-Plug-in in einer DAW geladen werden.

nektarine 2.5 test

Es ist möglich, bis zu 16 Software-Instrumente zu hosten, parallel zu nutzen und beispielsweise mehrere zusammen als Multi-Instrument einzusetzen. Insert- sowie globale Effekte gehören natürlich ebenfalls dazu, so dass man für den Live-Betrieb komplexe Setups erstellen, speichern und auf der Bühne einsetzen kann. Vom Keyboard aus lässt sich dann zwischen Sound-Patches umschalten, so dass man bei fleißiger Vorab-Programmierung für einen Auftritt gut gerüstet ist.

Ob man das jetzt im Tonstudio benötigt, sei dahin gestellt, für Live-Keyboarder aber sicherlich eine interessante Möglichkeit, abseits von Main-Stage-Software auf die Bühne zu bringen.

Und durch diesen „Umweg“ lassen sich sogar AU-Instrumente/Effekte in DAWs einsetzen, die AU-Plug-ins ansonsten nicht akzeptieren!

Alternativen zum Nektar GXP88

Schaut man sich die aktuellen Modelle der 88-Tasten-Keyboard Controller an, so fällt schnell auf, dass die Auswahl deutlich kleiner ist als bei den klassischen Controllern mit 49 oder 61 Tasten. Dies zeigt auch unsere aktuelle Marktübersicht

Als Alternative zum GXP88 bietet sich zunächst der Bruder aus eigenem Hause an, das LX88+. Dies ist konzeptionell etwas anders aufgebaut, mehr dazu erfahrt ihr hier. Auch interessant und ähnlich kompakt wie das GXP88 ist M-Audios Keystation 88, ein Klassiker, den M-Audio bereits seit vielen Jahren anbietet und im Abstand von einigen Jahren immer wieder neu aufgelegt.

Hier unser Testfazit zur Keystation 88:

„Das Update auf die dritte Version der Keystation 88 bietet nicht viel Neues. Die Tastatur wurde überarbeitet, ist aber weiterhin recht einfach gestaltet, viel Gefühl und Dynamik bekommt man hiermit leider nicht in sein eigenes Spiel. Optisch hat M-Audio dem Keyboard ein neues Aussehen spendiert und gegenüber der MK2-Version bietet die aktuelle Variante nun einen Kensington Lock.

Abgesehen davon präsentiert sich das MIDI-Keyboard kompakt und leichtgewichtig und bietet sich daher sowohl für den Einsatz im Studio, beispielsweise als Einspielkeyboard für die DAW oder zum Ansteuern von MIDI-Hardware als auch für die Bühne an.

Im Gegensatz zu vielen anderen Controllerkeyboards fokussiert sich die Keystation auf einige wenige Funktionen. Ausufernde Controllerfahrten, das Spielen über Drumpads etc. sind hiermit nicht möglich, aber oft reicht das ja bereits.

Wer auf der Suche nach einem einfachen Keyboard mit 88 Tasten ist, sollte sich die Keystation 88 MK3 somit einmal näher anschauen. MK2-Besitzer werden aufgrund der wenigen Neuerungen aber definitiv nicht aufs aktuelle Modell wechseln.“

Zu guter letzt möchte ich noch das Launchkey 88 erwähnen, ein mit aktuellen Features ausgestatteter Controller mit dem vollen Tastaturumfang von 88 Tasten. Hier unser Test dazu. Hier vorab das Fazit zum Keyboard:

„Mit der 88er Version des Launchkey erweitert Novation die potenzielle Kundschaft, denen die bisherigen Modelle mit 25 bis 61 Tasten einen zu kleinen Tastaturumfang boten. Gerade beim Arbeiten mit (Orchester-) Sample-Librarys oder als Masterkeyboard auf der Bühne ergeben 88 Tasten durchaus Sinn.

Die Tastatur ist für meinen Geschmack etwas zu leichtgängig, hier muss aber jeder selbst ausprobieren, wie er mit dem Anschlagsverhalten des Launchkey 88 klarkommt. Ansonsten ist die Ausstattung des Keyboardcontrollers sehr gut. Drehregler, Pads, Fader, diverse Extras wie Arpeggiagtor, Skalen- und Akkord-Modus, Transportkontrolle und MIDI-Capture-Funktion – es ist im Prinzip alles da, was man für den Einsatz im Tonstudio oder auf der Bühne benötigt.“

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Fazit

Mit dem GXP88 hat Nektar ein gutes MIDI-Keyboard im Programm, das mit 88 Tasten den vollen Tastaturumfang bietet. Die Tastatur lässt sich sehr gut spielen und ist lobenswerterweise mit Aftertouch ausgestattet. Dank der vielfältigen Funktionen und der für Nektar tyischen Einbindung in die gängigsten Digital Audio Workstations ist das Einsatzgebiet des GXP88 sehr groß. Zum Lieferumfang gehört ein großes Software-Paket, das auch die hauseigene Host-Software Nektarine umfasst, die vor allem für Live-Keyboarder interessant ist.

Insgesamt ein gutes Keyboard, das mit 259,- Euro auch nicht zu teuer ist!

Plus

  • gut spielbare Tastatur mit Aftertouch
  • DAW-Einbindung
  • Nektarine als Host-Software

Preis

  • 259,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    herw RED

    „Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass man mit dem Nektar GXP88 deutlich mehr anstellen kann, als das reine Einspielen von Noten in die DAW.”
    Während des Lesens und mit der Autorenwertung im Kopf, schien mir die Wertung zu hoch, denn es werden Selbstverständlichkeiten (DAW-Unterstützung für Standard-MIDI-Signale, Transport-Befehle) angeführt.
    Allerdings entstand bei mir dabei doch auch ein deutlich höherer Preis im Kopf, wenn man die lange Liste der beschriebenen Features liest (begleitende Software Nektarine). Als ich dann aber beim Artikelschluss 259€ las (ich überlese Reklame beim Lesen unwillkürlich), musste ich meinen virtuellen Hut ziehen. Das hatte ich nicht erwartet.
    Da ich durch die vielen Testartikel von Felix mittlerweile dessen Urteil zum Spielgefühl für die Tastatur gut einschätzen kann, erscheint mir Wertung „gut” durchaus berechtigt. Natürlich könnte man bei diesem Preis auch höher gehen, doch das hinterließe den Eindruck, dass alle Wünsche für Jahrzehnte erfüllt würden. Das ist nicht der Fall (zum Beispiel polyphoner Aftertouch), aber dann ist man schon in einem deutlich höheren Preisniveau.
    @Tobi ein schöner und ehrlicher Testbericht für Einsteiger in die 88-Tastenwelt.

    • Profilbild
      mort76

      @herw „Allerdings entstand bei mir dabei doch auch ein deutlich höherer Preis im Kopf, wenn man die lange Liste der beschriebenen Features liest (begleitende Software Nektarine).“

      Diese Software ist ja bei den meisten Nektar-MIDI-Keyboards dabei…die hat sich längst amortisiert. Nektarine ist aber wirklich ungemein praktisch…

  2. Profilbild
    bluebell AHU

    Fehlendes Aftertouch war lange Zeit ein Manko der Nektar-Tastaturen, daher hab ich auch keine mehr. Schön, dass sie nachgebessert haben.

  3. Profilbild
    ukm

    Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass man bei geringem Gewicht und Preis eine ordentliche Tastatur bekommen kann.
    Meist mangelt es am Repetierverhalten, der mechanischen Stabilität und Langlebigkeit. Das AT eingebaut wurde, finge ich auch gut.

  4. Profilbild
    Tai AHU 3

    Preis/Leistung stimmt ganz klar. Auch ich finde es gut, dass der vor 30, 40 Jahren noch selbstverständliche Aftertouch gaaanz langsam zurückkommt. @herw Poly AT kann ich fordern, werde es aber zu diesem Preis nicht bekommen. Ok, stimmt nicht ganz, mein Seaboard Block hat es, sind aber nur knapp 2 Oktaven.😄
    Nee, die sind auf dem richtigen Weg, wer da noch mehr will, muss zu den gewichteten Tastaturen gehen.

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