Die besten USB-/MIDI-Controllerkeyboards mit 88 Tasten

15. Mai 2019

Masterkeyboards mit 88 Tasten

USB-/MIDI-Controllerkeyboards mit 88 Tasten

USB-/MIDI-Controllerkeyboards mit 88 Tasten

Wenn wir bei AMAZONA.de über USB-/MIDI-Controllerkeyboards berichten, dreht sich in der Regel alles um die Masterkeyboards, die 49 oder 61 Tasten besitzen. Vor einiger Zeit haben wir euch im Artikel „Controllerkeyboards mit 25 Tasten“ bereits die kleineren Pendants vorgestellt, doch wie sieht es aktuell mit den 88-Tasten Keyboards aus? Welche Modelle gibt es, was macht sie aus und für wen sind sie geeignet? All das erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Grundsätzlich gelten für USB-/MIDI-Controllerkeyboards mit 88 Tasten natürlich die gleichen Kriterien wie bei den kleineren Versionen auch. Die Ausstattungsmerkmale unterscheiden sich oft sehr stark voneinander, auch die Qualität von Tastatur, Fader, Potis und weiteren Bedienelementen fällt unterschiedlich gut aus.

Vor dem Kauf sollte man sich zunächst darüber im Klaren sein, was man benötigt. Hört sich einfach an, fördert bei vielen Einsteigern aber erstmal ein großes Fragezeichen zu Tage. Werden wirklich 88 Tasten benötigt? Denn die folgenden Modelle beanspruchen allesamt deutlich mehr Platz als die kleineren 25, 49 und 61 Tasten Keyboards. Der Sprung von 61 auf 88 Tasten ist platztechnisch nicht ganz unerheblich. Ist die Tastaturgröße geklärt, geht es an die Art und Anzahl der Bedienelemente. Reicht alleine die Tastatur aus für das gewünschte Einsatzgebiet oder soll mit dem MIDI-Keyboard möglichst viel gesteuert werden? DAW, Software Instrumente, Hardware und Plugins – was darf und soll es sein? Hier die aktuellen Modelle in der Übersicht:

Arturia Keylab 88

Fast vier Jahre ist das größte Modell der Keylab-Controllerkeyboards nun erhältlich. Wie eine Vielzahl von 88-Tasten Keyboards ist das Keylab 88 mit einer Fatar TP/100 Tastatur ausgestattet. Diese zeichnet sich vor allem durch ein geringes Gewicht aus und kam u. a. auch in den nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlichen Acuna-Keyboards von Studiologic zum Einsatz. Unter dem Namen Studiologic vertreibt Fatar seine eigenen USB-/MIDI-Controllerkeyboards, diese findet ihr weiter unten im Artikel.

arturia keylab 88

Arturia Keylab 88

Die Tastatur des Arturia Keylab 88 bietet eine sehr gute Kombination aus transportablem Gewicht und guter Spielbarkeit. Der Anschlag ist sehr gut, die Verarbeitung hervorragend, einzig alleine die Tastaturgeräusche sind bei der TP/100 etwas störend und im Vergleich zu anderen Keyboards deutlich wahrnehmbar. Anschlussseitig bietet das Keylab 88 sowohl USB- als auch MIDI-Ports, dazu lassen sich zwei Pedale und sogar ein Breath-Controller anschließen.

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Foto des Arturia Keylab 88

Wie auch die kleineren Keylab-Modelle bietet die 88-Tasten Version mehrere Bedienelemente, die für die Steuerung von DAW, Software oder MIDI-Hardware heran ezogen werden können. 16 anschlagsdynamische Pads, zehn Drehregler und neun Fader, Pitchbend- und Modulationsrad komplettieren das Keyboard.

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Arturia Keylab 88 in Aktion

Eine Besonderheit bietet das Keylab 88 dahingehend, dass es mit der Analog Lab Software ausgeliefert wird und hinsichtlich der Steuerung auch darauf abgestimmt ist. So erhält man mit dem Keylab auch gleich 5.000 Software-Sounds.

Hier findet ihr den Test des Arturia Keylab 88.

Doepfer LMK2, LMK4 und PK88

Fast schon Urgesteine der MIDI-Masterkeyboards sind die Modelle LMK2+ und LMK4+ von Doepfer. Dieter Doepfer und sein Team sind ja eigentlich weniger für Masterkeyboards bekannt, doch die LMK-Modelle und das später hinzugekommene PK88 sind weit verbreitet und werden u. a. von einer Vielzahl von Filmmusikkomponisten genutzt. Gerne bauen diese die Tastatur fest in die Studiotische ein, durch die kompakten Maße der Doepfer Keyboards scheinen diese dafür perfekt geeignet. Auch bei Live-Keyboardern sind die LMK-Keyboards geschätzt, denn man bekommt sie fertig in ein Case eingebaut.

doepfer lmk2

Doepfer LMK2+

Als Tastatur kommt hier wieder eine vom italienischen Spezialisten Fatar zum Einsatz. Sowohl PK88 als auch die beiden LMK2+/4+ Modelle besitzen eine TP/40GH Tastatur, allerdings ist diese ausschließlich bei den LMKs mit Aftertouch ausgestattet. Ansonsten ist das LMK4+ etwas großzügiger ausgestattet, bietet beispielsweise einen zweiten MIDI-Ausgang und drei anstatt zwei Pedalanschlüsse.

Hinsichtlich der Steuerung von anderen Geräten, sei es im Studio-Setup oder auf der Bühne, bieten die Doepfer Keyboards lediglich eine rudimentäre Ausstattung. Pitchbend- und Modulationsrad sind vorhanden, das LMK4+ bietet dazu noch zwei Fader.

doepfer pk88

Doepfer PK88

Icon iKeyboard 8X

Auch wenn der Hersteller Icon kein Unbekannter ist, denkt man beim Namen Icon nicht unweigerlich an Controllerkeyboards, sondern eher an DAW-Controller wie den QCon Pro G2.

Doch die unterschiedlichen Keyboards der iKeyboard-Serie konnten in unserem Test auf ganzer Linie überzeugen und bieten ein enorm gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. So ist das iKeyboard beispielsweise in fünf Varianten erhältlich, vom kleinen 3X bis hin zum immer noch kompakten 8X.

icon ikeyboard 8x

Flach wie eine Flunder – das iKeyboard 8X

Die 88 Tasten des 8X sind allesamt leicht gewichtet und anschlagsdynamisch. Die Gewichtung fällt leicht aus und wäre für Konzertpianisten sicherlich nicht das Richtige, aber der klassische Home-Producer wird hiermit sicherlich glücklich. Denn neben der guten Verarbeitung überzeugen die Tasten mit einer schnellen Rückfederung in ihre Ausgangsposition. Dabei klappert nichts oder federt gar nach. Ebenfalls kann die Tastatur des iCon iKeyboard 8X mit sehr geringen Anschlagsgeräuschen überzeugen, da haben wir in Tests schon deutlich Lauteres erlebt. Allerdings muss man bei den iKeyboards auf Aftertouch verzichten und das reduzierte Design ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

icon ikeyboard 8x

Das Bedienfeld des Icon iKeyboard 8X

Back to the basics: So könnte man die sonstige Ausstattung des iKeyboard 8X umschreiben. Ein MIDI-Out, zwei Pedalanschlüsse, USB-Port und Power-on/off, Touch-Strip, eine Handvoll Bedienelemente für die DAW und klein ausfallende Pitchbend- und Modulationsräder, so schaut es beim 8X aus.

Kawai VPC1

Der totale Gegensatz zum Icon iKeyboard 8X ist das Kawai VPC1. Kawai kennt man von seinen Flügeln, Klavieren, Digital- und Stagepianos, ausreichend Erfahrung in der Entwicklung und im Bau von hochwertigen Tastaturen sollte also vorhanden sein. Trotz dieser Erfahrung war das Erscheinen des VPC1 eine kleine Überraschung, denn einen reinen MIDI-Controller zu entwickeln, schien zunächst so gar nicht in den Kundenkreis von Kawai zu passen.

Doch vor allem die Pianisten unter den Musikern/Produzenten und auch Hobby-Musiker, die ihre Piano-Sounds nicht aus einem Digitalpiano holen, sollten damit angesprochen werden, denn gegenüber vielen anderen Keyboardcontrollern denen der Stempel Hammermechanik aufgedrückt wird, bietet das VPC1 tatsächlich eine schwergewichtete Tastatur, die einen entsprechenden Kraftaufwand beim Spielen erfordert.

kawai vpc1

Über einen Software-Editor lässt sich das VPC1 an diverse Software Instrumente individuell anpassen

Der Fokus des VPC1-Controllers liegt entsprechend auch nicht auf ausufernden Steuerungsmöglichkeiten für Software und DAW, sondern auf der Vermittlung eines möglichst originalgetreuen klavierähnlichen Spielgefühls. Denn auch Software-Lösungen wie Pianoteq oder die Synthogy Ivory Pianos können nur mit detailliertem Ausdruck gespielt werden, wenn man die richtigen Tasten unter den Fingern hat. In diesem Hinblick ist der VPC1 im Übrigen derzeit alleine auf weiter Flur, kein anderer MIDI-Controller bietet solch eine Tastatur.

kawai vpc1

Edler Aufbau des Kawai VPC1

Vor allem die erwähnte Kombination aus echtem Hardware-Controller und Software Piano scheint in der heutigen Zeit für „waschechte“ Pianisten eine gute Kombination zu sein. Hierdurch ergeben sich dazu weitreichende Möglichkeiten der Klanggestaltung, denn nutzt man beispielsweise Pianoteq mit seiner auf Physical-Modeling beruhenden Klangerzeugung, kann man aus der Software einiges herauskitzeln, was mit herkömmlichen Flügeln/Klavieren nur schwer bzw. gar nicht möglich ist. Das VPC1 bietet hierfür auch für tastaturtechnisch anspruchsvolle Pianisten und Keyboarder eine sehr gute Hardware-Alternative. Hier findet ihr den Test zum Kawai VPC1.

M-Audio Hammer 88

Gegenüber dem gleich folgenden zweiten Produkt aus dem Hause M-Audio ist das Hammer 88 Keyboard relativ unbekannt. Beim Hammer 88 handelt es sich um einen reinen USB-/MIDI-Controller mit vollumfänglicher 88er Tastatur. Diese ist als Hammermechanik-Tastatur ausgelegt, aber bei Weitem nicht so schwer gewichtet wie beim Kawai VPC1.

m-audio hammer 88

M-Audio Hammer 88

Das Hammer 88 bietet USB- und MIDI-Ausgang sowie die wichtigsten Spielhilfen (Pitchbend, Modulationsrad, Lautstärkeregler). Drei Pedale lassen sich daran betreiben, Strom kann über den USB-Port bezogen werden. Der Lieferumfang des M-Audio Hammer 88 ist vor allem für Anfänger nicht zu unterschätzen, denn neben mehreren Software-Instrumenten bekommt man auch Ableton Live Lite und Pro Tools First noch oben drauf.

 

m-audio Hammer 88

M-Audio Keystation 88 MK2

Ein echter Klassiker in der Geschichte der Controllerkeyboards ist die Keystation. Kaum jemand wird dieses Keyboard nicht kennen, denn M-Audio bzw. Midiman (so hieß die Firma in ihren Anfangstagen) war einer der ersten Hersteller, die diese Sparte von Produkten mitbegründete. Die Keystation gibt es in den Größen 32, 49, 61 und 88 Tasten, wobei lediglich die 88-Tasten Version noch auf dem Stand der zweiten Generation ist, die anderen Modelle sind seit Herbst 2018 bereits in der dritten Generation erhältlich.

m-audio keystation 88 mk2

Kompakt wie eh und je: M-Audio Keystation 88

Ähnlich wie beim Icon iKeyboard steht bei der Keystation 88 die Reduktion auf das Wesentliche im Vordergrund. 88 leichtgewichtete Tasten, Pitchbend- und Modulationsrad, Lautstärkeregler, Oktavierungs- und Cursortasten sowie eine kleine Transportsektion – mehr Bedienelemente bietet die M-Audio Keystation 88 MK2 nicht. Weitergehende Einstellungen lassen sich allerdings per Function-Taste festlegen.

Oft reicht das ja auch aus, vor allem wenn man das Controllerkeyboard als reine Einspielmöglichkeit für die DAW oder zur Ansteuerung von MIDI-Hardware wie Synthesizer, Expander etc. nutzt. Der Rest wird oftmals ohnehin innerhalb des Computers bzw. am angesteuerten Instrument geregelt und gesteuert, da reicht die Keystation 88 in vielen Fällen aus. Für das zweite Szenario, also das Ansteuern von MIDI-Hardware, ist natürlich wichtig, dass das Controllerkeyboard über MIDI-DIN-Buchsen verfügt. In der Pre-USB-Zeit besaß jedes Controllerkeyboard solche MIDI-Ports, heutzutage werden sie zu Gunsten von USB-Ports oftmals eingespart. DAW-User juckt das nicht, alle anderen schon. Glücklicherweise verfügt die Keystation 88 über beides, lässt sich also sowohl über USB als auch über MIDI-Kabel mit anderer Hardware verbinden.

m-audio keystation 88 mk2

Die Keystation 88 mit geringer Höhe

Native Instrumente Komplete S88 MK2

Nachdem im Herbst 2017 die zweite Generation der Komplete Keyboards (49 und 61 Tasten) von Native Instruments auf den Markt kam, hat es für die 88er Version etwas länger gedauert. Dessen Test findet ihr hier. Wer viel mit den Librarys der Berliner Firma Native Instruments arbeitet, wird in den Komplete Keyboards eine echte Bereicherung finden.

native instruments komplete s88 mk2

Als eigenständige Keyboardcontroller sind sie allerdings nur bedingt zu gebrauchen, der Fokus liegt klar auf der besseren Bedienbarkeit und Steuerung der hauseigenen Software Instrumente und Effekte bzw. allen NKS-kompatiblen Produkten. Nutzt man diese oft, hält das Komplete S88 MK2 einige sehr interessante Features bereit. So lassen sich mit Hilfe des Light Guide, eine LED-Lichtleiste oberhalb der Tastatur, Keyswitches und andere Software-spezifische Tasten kenntlich machen. Das Suchen nach der richtigen Taste zum Umschalten von Programmen oder Artikulationen entfällt damit. Dies wirkt sich positiv auf den Workflow aus.

native instruments komplete s88 mk2

Der LED-Light Guide oberhalb der Tastatur zeigt diverse Parameter an, dazu informieren die beiden Displays weitreichend über geladene Sounds und deren Parameter

Auch beim S88 Mk2 kommt der italienische Tastaturspezialist Fatar wieder zum Zuge und versorgt das Native Keyboard mit sehr guten Tasten. Das Spielgefühl ist hervorragend, so dass man auch als Pianist hier eine gute Kombination findet, die für Pianos, egal ob akustische oder elektrische, aber auch andere Instrumente gut funktioniert.

native instruments komplete s88 mk2

Touchstrip und Spielhilfen des Native Instruments Komplete S88 Mk2

Die ganzen Zusatzfunktionen der Native Instruments Komplete S-Keyboards bekommt man natürlich nicht umsonst. Im Vergleich zu einem Doepfer ist es dann aber doch günstig, lohnt sich aber tatsächlich nur für „Heavy NI-User“ bzw. Einsteiger die ein 88-Tasten Keyboard ihr Eigen nennen möchten und darauf abgestimmte Software-Instrumente benötigen. Zum Einstieg in die Welt von Native Instruments bekommen Käufer nämlich Komplete 12 Select mit hinzu. Für Besitzer mehrerer NI-Librarys hält sich der Mehrwert sicherlich in Grenzen, für Einsteiger bzw. Käufer immerhin ein Bonus von bis zu 199,- Euro. So viel würde das Select-Paket nämlich einzeln kosten.

Zum Test des Native Instruments Komplete S88 MK2 geht es hier.

Nektar Impact LX88+

Die Firma Nektar stellt seit vielen Jahren Controllerkeyboards her und hat mit dem LX88+ auch ein 88-Tasten Keyboard im Programm. Die Ausstattungsmerkmale gleichen denen der kleineren 49er und 61er Versionen. Deren Test findet ihr hier.

nektar impact lx88+

Über neun 30 mm Fader, neun Buttons und jeweils acht Encoder und Pads verfügt das Keyboard. Alle Elemente sind frei mit MIDI-Control-Change-Befehlen belegbar und das Controllerkeyboard profitiert von der guten DAW-Einbindung deren Programmierung und Umsetzung, nicht wie sonst üblich nur auf dem Standard Mackie/HUI-Protokoll basiert, sondern von den Nektar Leuten individuell für jede DAW selbst programmiert. Der User kann sich hierdurch auf deutlich mehr fernsteuerbare Funktionen freuen als bei einer Vielzahl anderer Controllerkeyboards, eben weil die Abstimmung für jede DAW individuell vorgenommen wird.

 

nektar impact lx88+

Studiologic SL88 Studio/SL88 Grand

Wie eingangs bereits erwähnt, bietet der italienische Tastaturspezialist Fatar unter dem Namen Studiologic diverse eigens entwickelte Controllerkeyboards an. Doch auch Stagepianos, Orgeln und sogar ein Synthesizer gehören mittlerweile zum weitreichenden Produktkatalog der Italiener.

studiologic sl88 grand

Studiologic SL88 Grand

Die Modelle Studiologic SL88 Studio und SL88 Grand sind als reine MIDI-Controller ausgelegt und entsprechend mit USB- und MIDI-DIN-Buchsen ausgestattet. Wer mit weniger als 88 Tasten auskommt, sollte sich das SL73 Studio anschauen. Dieses verfügt über identische Ausstattungsmerkmale wie das 88er Studio Modell, verfügt aber nur über 73 Tasten.

studiologic sl88 studio

Rückseite des Studiologic SL88 Studio

Die Studio- und das Grand-Modell unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Tastaturen. Während das SL88/SL73 über eine leicht zu transportierende TP/100 Hammer Premium Hammer Action Tastatur aus Kunststoff verfügt, bringt das SL88 Grand mit der TP/40WOOD Tastatur, die entsprechend ihres Namens aus Holz gefertigt ist, deutlich mehr Gewicht auf die Waage. 20,8 kg, um genau zu sein, die Studio-Varianten dagegen nur 11,5 kg (SL73) bzw. 13,7 kg (SL88). Nicht nur mehr tragen muss man beim SL88 Grand, sondern auch deutlich mehr bezahlen, denn für die Holztastatur verlangt Studiologic derzeit 829,- Euro, für das SL88 Studio dagegen nur 399,- Euro. Löblicherweise sind beide Varianten aber mit Aftertouch ausgestattet.

studiologic sl88 editor

Software-Editor zur Einrichtung und Programmierung der SL-Controllerkeyboards

Ansonsten gleichen sich die Studio/Grand-Produkte und bieten jeweils drei programmierbare MIDI-Sticks (X/Y-Achse mit unterschiedlichen MIDI-CCs belegbar) und Function-Buttons sowie ein gut ablesbares LC-Display. Maximal vier Zonen lassen sich auf der Tastatur unterbringen, über einen Software-Editor lassen sich diese komfortabel einrichten und verwalten. Eine passende Erweiterung ist das SL Mixface, das als Multiport-Device MIDI-Befehle des SL-Keyboards an unterschiedliche Empfängen senden kann. Und das über MIDI, USB und Bluetooth.

Swissonic ControlKey 88

Die Hausmarke Swissonic vom Musikhaus Thomann hat mit dem ControlKey 88 ein preisgünstiges Masterkeyboard mit 88 Tasten im Angebot. Die Tastatur ist leichtgewichtet, konnte in unserem Test aber leider nicht überzeugen. Die Ausstattung ist dagegen brauchbar: kurze (aber immerhin) 30 mm Fader, Push Encoder mit LED-Kranz, 16 anschlagsdynamische Pads samt Hold, Roll und weiteren Funktionen, Mute- und Solo-Buttons sowie eine Transportsektion. Vor allem die Encoder mit LED-Kranz sind in dieser Preisklasse ein klares Highlight. Wer nicht unbedingt 88 Tasten benötigt, findet vom ControlKey auch 49er und 61er Versionen, diese verfügen über eine andere Tastatur, die besser spielbar ist als die 88er. Den Test dazu findet ihr hier.

swissonic controlkey 88

Swissonic Controlkey 88

In diesem Artikel außen vorgelassen haben wir alle Stagepianos, Workstations und Entertainer-Keyboards mit 88 Tasten, denn hier sollte es ausschließlich um reine Controller- bzw. Masterkeyboards gehen. Es spricht aber absolut nichts dagegen, Keyboards aus den o. g. Produktgruppen sowohl auf der Bühneals auch im Studio zu nutzen. Netzteil, USB-/MIDI-Kabel und Pedal sind schnell angeschlossen und schon wird das Stagepiano zum Controllerkeyboard. Denn in der Regel verfügen diese ebenso wie die reinen Masterkeyboards über USB- und MIDI-Buchsen und lassen sich somit auch als Einspielgerät für den Computer nutzen. Nur die internen Sounds bzw. Lautsprecher sollte man irgendwie abstellen können.

Forum
  1. Profilbild
    swift  

    Wie schön wäre ein Midi-Keyboard mit einer Abstellfläche für einen kleinen Synthie, ohne gefühlt 1.000 Tasten und Regler für eine DAW und einer gut spielbaren Tastatur mit polyphonem Aftertouch.

    • Profilbild
      ahamay

      Bis auf polyphonen Aftertouch passt das SL88 Studio zu deinen Wünschen ;)

      ich habe z.B. ein kleines Masterkeyboard (mit Klett) am SL88 gehabt. Einen Laptop oder größeren Desktop-Synth kann man auf der separat käuflichen Laptophalterung ablegen

  2. Profilbild
    vssmnn  

    Ich wünschte mir wieder 76-er Masterkeyboards.
    Gewicht um die 10 Kg mit 2x USB, 2x Midi,Bluetooth Midi und 8 Fader, 2 Wheels, XY-Pad + 8 Drum-Pads
    und vor allem: mit einer nicht-klappernden Tastatur

  3. Profilbild
    ukm  

    Die Ansprüche sind da sicher recht unterschiedlich.
    Wenn man live mit nur einem Keyboard auskommen möchte, das für Pianisten geeignet ist, wird man nicht weit kommen. Da bricht man sich die Finger beim „Orgeln“ und für Synthsounds fehlen meist selbst die Basic-Controller und Aftertouch.
    Fürs Recording nutze ich für jeden Anwendungsbereich die passende Tastatur, aber live muss man bei nur einer Tastatur Kompromisse eingehen.
    Mit Cantabile3 kann ich jedes Keyboard einsetzen, das auf Kanal 1 senden kann, ohne an der Konfiguration etwas ändern zu müssen (mit klassischen MIDI-Kabeln verbunden, nicht über USB). Die Controller auf den Keys spielen für mich dann auch keine Rolle. Das wird alles extern geregelt.

  4. Profilbild
    Ted Raven  AHU

    Ich habe mein Masterkeyboard/DAW-Controller längst gefunden: Roland A-800 Pro (61 Tasten). Sollte ich mir jemals ein 88er-Keyboard zulegen wird es auf jeden Fall kein Controller-Keyboard sondern ein schönes Digital-Piano fürs Wohnzimmer.

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