Die besten Studiotische für Home- und Profi-Tonstudios

19. November 2018

DIY-Tisch vs. Kommandozentrale

der perfekte studiotisch

Die besten Studiotische für Home- und Profi-Tonstudios

Baumarkt, Arbeitsplatte, Möbelfüße, schrauben, fertig. So oder so ähnlich haben wahrscheinlich die meisten Leser ihr erstes Heimstudio eingerichtet. Der ein oder andere mag im Laufe seiner Hobby- semiprofessionellen oder gar professionellen Karrierelaufbahn irgendwann auf fertig gefertigte Studiotische umgestiegen sein, doch das Finden des passenden Tisches ist gar nicht so einfach. Tests sind aus logistischen Gründen in der Regel rar gesät, denn wer bestellt sich mal einen Tisch, baut diesen auf, verschraubt die einzelnen Komponenten und bringt am Ende alles wieder in die Originalverpackung zurück und zur Post? Daher möchten wir euch in diesem Artikel zumindest einige Auswahlkriterien an die Hand geben, mit denen ihr genau dieses Szenario vermeiden könnt. Ebenso stellen wir euch die wichtigsten Hersteller und Modelle vor.

Welche Anforderung habe ich an meinen Studiotisch fürs Home- und Profi-Tonstudio?

Zunächst solltet ihr euch darüber klar werden, was ihr wirklich benötigt und vor allem, wo ihr es benötigt. Hand aufs Herz, wir werden alle nicht jünger und spätestens beim fünfzigsten Mal runterbücken, um etwas am Kompressor zu verändern, schmerzt es auch der Generation Ü25 irgendwann im Rücken. Mal abgesehen davon, dass man sich ständig aus dem Sweetspot herausbewegt, ist das langfristig nicht gesund. An welcher Position des Tisches und auf welcher Höhe 19 Zoll Einschübe vorhanden sein sollten, sollte also zunächst festgelegt werden.

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Nachdem klar ist, ob und wenn ja wieviel Rack-Platz benötigt wird, solltet ihr euch Gedanken machen, wo der Rest des Recording-Equipments seinen Platz finden soll. Audiointerface (wenn nicht im 19 Zoll Format), Studiomonitore, Monitor-Controller, DAW-Controller, Tastatur, Maus, Bildschirm, Controllerkeyboard, Mischpult – all das muss je nach Einsatzgebiet des Home- oder Tonstudios irgendwo unterkommen.

Dazu muss alles verkabelt werden und sofern ihr nicht alle Kabel sichtbar verlegen möchtet, sind Kabelkanäle und Öffnungen auf der Arbeitsplatte, in denen Kabel galant verschwinden können, eine optische Aufwertung.

Viele vorgefertigte Studiotische bieten Tastaturauszüge, auf denen Controllerkeyboards der Größe 25, 49 oder 61 Tasten ohne Weiteres unterkommen. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, das Controllerkeyboard auf dem Studiotisch zu platzieren. Wer ein Keyboard mit 88 Tasten sein Eigen nennt, hat es dagegen schon etwas schwerer. Diese Keyboards bringen ordentlich Gewicht auf die Waage und deren Höhe ist ebenfalls nicht ganz unerheblich. Alternativ lässt sich solch ein Keyboard aber auch auf einem Keyboardständer platzieren, den man direkt vor den Studiotisch stellt.

In Zeiten, in denen viel mit zwei oder gar drei Bildschirmen arbeiten, ist die Frage der Positionierung oft nicht einfach, vor allem wenn man bedenkt, dass die Studiomonitore ja auch noch irgendwo hin müssen und nicht den gesamten Schall auf die Rückseite der Bildschirme werfen sollen. Stichwort: gleichschenkliges Dreieck, Sweetspot, Entfernung der Sitzposition zu den Lautsprechern.

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Zu guter Letzt sollte man eine gewisse Variabilität mit einplanen. Studio-Setups ändern sich hin und wieder mal. Ein neues Keyboard kommt hinzu, mehr Equipment mit anderen Größen findet den Weg ins Studio, Tools müssen ausgetauscht werden, ein anderen Computer und Bildschirm soll es bald werden. Dies alles sind Faktoren, die im günstigsten Fall nur eine andere Platzierung des Equipments erfordern. Im schlimmsten Fall reicht aber der Platz nicht mehr aus bzw. ist dann falsch geplant. Platz für Neuanschaffungen sollte also in einem gewissen Maß umsetzbar sein.

Was kostet ein Studiotisch?

Diese Frage lässt sich genauso schlecht beantworten wie: Was kostet ein Auto? Vom gebrauchten, schon langsam in die Jahre gekommenen, aber absolut fahrtauglichen KFZ bis hin zur Edelkarosse ist alles möglich. Ähnlich verhält sich das auch bei einem Studiotisch. Die eingangs erwähnte Arbeitsplatte aus dem Baumarkt wird am Anfang mit Sicherheit absolut ausreichend sein. Da sollte man sein ohnehin begrenztes Budget lieber in die Akustik, gescheite Studiomonitore, Instrumente oder den Computer stecken.

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Die besten Studiotische für Home- und Profi-Tonstudios

Wer etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann sich seinen Traumtisch natürlich auch selbst bauen. Oder man nutzt günstige 19 Zoll Racks als Unterstand für die Arbeitsplatte, verschraubt diese miteinander und baut sich mit Möbelfüßen eine zweite Ablage für Bildschirme und Lautsprecher. So hält man die eigene Arbeitsleistung in Grenzen und verausgabt sich finanziell nicht zu sehr. Der Phantasie sind dann keine Grenzen gesetzt.

Gute Ideen und Inspiration könnt ihr euch bei anderen AMAZONA.de Lesern holen. In unserer Serie Home-Studio, die mittlerweile 20 Teile umfasst, bekommt ihr Einblicke in Studios anderer Leser. Vom kleinen Kellerstudio bis hin zum fertig ausgebauten Recording-Tempel ist alles dabei.

Auch unser Chefredakteur Tyrell hat sich kürzlich zwei neue Tisch-Racks für sein Projektstudio geleistet und beschreibt in seinem Artikel, wie er diese bei sich einsetzt.

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Möchte man sein Studio nicht nur funktional, sondern auch optisch aufwerten, bieten die großen Musikhäuser verschiedenste Eigenmarken an. Einer der günstigsten Studiotische kostet beim Musikhaus Thomann beispielsweise 179,- Euro, bietet 8 HE Platz für Rack-Einschübe und misst 151 x 75 cm. Hier ein Bild der StudioRTA Creation Station:

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Studio RTA Creation

Wer eine ausziehbare Ablage für ein Controllerkeyboard benötigt, kann mit der Glorious Workbench zum Preis von 349,- Euro noch einigermaßen günstig einen Studiotisch erwerben. Auch dieser bietet insgesamt 8 HE für 19 Zoll Equipment sowie eine zweite Etage für Bildschirme und Studiomonitore. Den Tisch gibt es auf Wunsch auch in Weiß.

Die besten Studiotische für Home- und Profi Tonstudios

Glorious Workbench

Für all diejenigen, die nicht selbst etwas zimmern möchten, stellen diese beiden Studiotische sicherlich einen guten Einstieg und letztlich auch einen Kompromiss zwischen Funktionalität, Optik und Budget dar. Dass dies aber bei Weitem nicht das Ende der Fahnenstange ist, zeigt die gleich folgende Aufstellung von Studiotischen.

Wem auch diese nicht zusagen, sollte sich vertrauensvoll an Beijer Workstations wenden. Dieser in Kalifornien ansässige Schreiner/Tischler hat es sich zur Aufgabe gemacht, nahezu alle Top Filmkomponisten in Hollywood mit maßgeschneiderten Studiotischen zu versorgen. Zu seinen Referenzen zählen das „Who’s Who“ der Komponisten. Auf seiner Facebook Seite präsentiert er regelmäßig die neuesten Kreationen. Zugegebenermaßen spielt Geld bei seinen Auftraggebern wohl eher eine untergeordnete Rolle, dennoch können sich geübte Handwerker hier Inspiration holen.

Aber auch die örtliche Schreinerei könnte eine gute Alternative zu fertig konfigurierten Studiotischen sein. Der Tisch kann dann zusammen geplant, mögliche Probleme bei der Umsetzung von einem Profi bereits vorab erkannt werden und während der Fertigung darf man dann sicherlich mal bei der Schreinerei vorbeischauen, um die Entstehung des eigenen Studiotisches zu verfolgen.

Forum
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    Stephan Merk  RED 1

    Schöner Artikel. Ich entschied mich seinerzeit für die Glorious Workbench und hatte mir zwei grundsätzliche Fragen gestellt: Will ich Outboard-Equipment überhaupt einsetzen und wie breit soll ein Masterkeyboard sein. Wer beispielsweise nur Tonmischungen macht, nicht aber selbst einspielt, braucht weniger Platz, als eine ausgewachsene Tastatur erfordert. Natürlich können Ansprüche steigen, aber wenn ein Heimanwender für sein Hobby eine Stellfläche X mal Y bereitstellen kann, bietet ein geplantes Studio ganz andere Möglichkeiten. Gute Ergonomie ist wichtig, aber auch hier sollte man nicht vergessen, dass ein Möbel alleine nicht die eigenen Fähigkeiten bestimmt. Einen Nachteil gibt es auch, denn unvermeidbare Höhenunterschiede, ständiges Einstellen der Stuhlhöhe und vor Allem Platz beim spontanen Verwenden unterschiedlicher Hardware, macht vermutlich auch der beste Tisch nicht einfach. Hätte ich mehr Platz, wäre eine seitlich daneben positionierte Arbeitsplatte die Lösung.

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    tantris  

    Ein professioneller Studiotisch ist sicher schön anzusehen, bleibt aber wegen der meist hohen Anschaffungskosten ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe deshalb folgende Lösung: einen normalen Schreibtisch als Basis nutzen. Den gibt es günstig in einem Second-Hand-Laden für Büromöbel oder neu bei Möbeldiscountern.

    Im Baumarkt besorgt man gehobeltes Kantholz z.B. 5 x 5 cm und lässt sich das in 30cm oder 40 cm Stücke zuschneiden. Diese klebt man aufeinander und erhält auf diese Weise Stützen in einer variablen Höhe von jeweils +5 cm und einer Breite von 30/40 cm. Diese Pfeiler stellt man links und rechts auf den Schreibtisch und legt ein Holzbrett passender Länge und Breite darüber. Das Brett ist z.B. „Birke Multiplex“ 18 mm, gibt es im Baumarkt und wird kostenlos passend zugeschnitten. Die beiden Pfeiler und das Brett kann man farblich passend lasieren.

    Unter dem Brett stehen die 19-Zoll-Geräte, auf dem Brett die Monitore und Lautsprecher. Eine einfache Lösung, die jederzeit an die Grösse der verwendeten Geräte angepasst werden kann.

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      TobyB  RED

      Hallo Tantris,
      Solange du nicht abgefahrene Formen und exotisches Holz und extrahartes Hochglanz Finish wünscht ist der örtliche Tischler preislich fast auf Thomann Niveau. 19“ Schienen gibt es als Meterware. Anders hab ich das hier auch nicht gemacht, Schwierigkeit die Platten mussten über eine 60cm breite Wendeltreppe ins Studio. Und ich wollte die Arbeitsplätze modular haben. So das ich erweitern kann. Ich hab für den kompletten Tisch inklusive Unterbau als 4 x 19“ Rack, 500€ bezahlt. Darin waren 2 Arbeitsstunden mit Anfahrt inkludiert. Kann ich für das Geld nicht selberbauen. Ich hab mir vorher halt die Mühe gemacht 4 Tischler aus der Nähe auszuwählen und hab den passenden gewählt. Hier dann halt jemand der schon mit CNC Technik unterwegs ist. Der baut sonst zwar Särge, Saunen und Infrarotkabinen. Aber wenn ich dadurch als Kunde den Vorteil hab, ist das okay.

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    Franz Walsch  AHU

    Wenn man die Werbephotos zu den Tischen anschaut, scheint es keine Kabel zu geben! Genau das ist der größte Ärger bei den Tischen. Deshalb habe ich den Eigenbau bevorzugt. Die Platten etc. kann man sich im Baumarkt passgenau zusägen lassen. Auch Ausschnitte in Tischplatten werden dort gleich gemacht. Kabelkanäle etc. bekommt man dort in der Elektroabteilung, ebenso Schwerlastrollen. Rackschienen mit Schrauben bei »T«.
    Aber die größte Arbeit kommt noch, denn die vielen Steckernetzteile stellen eine Herausforderung dar und es erfordert sehr viel Aufwand diese gut und praktisch auf der Rückseite zu befestigen (… auch bei Kaufracks!).
    Ferner findet man keine Hilfestellung bei der Planung eines Studioracks (das wäre ein Thema für Amazona). Denn welche Geräte wie ins Rack kommen ist wegen der Kabelwege (möglichst kurze Kabel), Bedienung und letztlich der Wärmeenwicklung sehr wichtig.
    Wer SPL-Geräte hat, weiss um die Schwierigkeit an den Netzschalter zu kommen. Eine Furman Stromversorgung ist auch dafür sehr praktisch. Letztlich müssen dann alle Kabelanfänge und -enden vertauschsicher beschriftet werden. Zur Inspiration gibt es zahlreiche Selbstbauvideos zum Thema im Internet.

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    Dean Freud

    Ich habe zwei Tische selbst gebaut. Beide sind in der Höhe verstellbar und mit zusätzlichen Aufbauten für DJ Equipment und Synths. Das ganze habe ich mit Ikea FINNVARD Tischböcken realisiert, dazu aus dem Baumarkt 2m lange gehobelte Holzplatten (plus weiteres Holz und Farbe). Vorteil wie oben schon beschrieben ist die hohe Flexibilität. Ich habe zusätzliche Kabellöcher und Steckdosen angebracht. Am Ende hat mich das ganze mit zusätzlichen DIY Wand Regalen und ein neuer Anstrich rund 300€ gekostet, für eine Arbeitsfläche von ca 5,50m finde ich das schon ganz ok.

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      dirkfwalther

      Hört sich interessant an, magst du ein Foto posten das man eine Idee kriegt? Ich überlege auch in die Richtung zu gehen. Danke, Dirk

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      Felix Thoma  RED

      Hi Funkymothers. Das Bild stammt aus Shutterstock, daher weiß ich es leider nicht. Ich erkenne es auch nicht, ich tippe auf eine Maßanfertigung.

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    Franz Walsch  AHU

    Wer keinen Platz für einen großen Monitor hat, oder die Monitore damit verstellt, findet in einem Kurzdistanzbeamer eine sehr elegante Lösung. Auch und gerade für kleine Studios sehr praktisch.

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    AMAZONA Archiv

    Was die Glorious Workbench anbelangt. Warnung! Schlechter Service des Vertriebs. Bei mir löste sich nach einiger Zeit quasi der Tastaturauszug auf. Kugellager fiel auseinander. Glorious kontaktiert und nach Ersatz angefragt – keine Antwort.
    Großes Problem: Der Auszug ist relativ kurz geraten und so im Handel nicht verfügbar, musste daher auf einen klassischen Schubladenauszug vom Baumarkt setzen und dementsprechend anders montieren.
    Glorious lässt da seine Kunden knallhart im Stich.

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      TobyB  RED

      Hallo Welle,

      ich schwöre auf IT Zubehör, hier Rackrails mit oder ohne Rollenlager und Rastung. Kosten auch nicht die Welt. Gibt in schmal 1HE und breit 2-4HE. Im Baumarkt muss man gucken, keinen Schrott zu kaufen. Kundenservice ist wichtig. Für mich der Grund warum ich überhaupt irgendwo etwas kaufe.

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    dirkfwalther

    Danke für den Bericht, der kam „genau im richtigen Moment“, da ich demnächst umziehe und mein Home Recording Studio verkleinern werde (schnüff.) Daher bin ich auf der Suche nach Anregungen und Ideen. Es würde mich freuen, wenn hier einige der Kommentatoren einmal ein Foto von ihren DIY Tischen posten können, wäre sicherlich sehr interessant. Es gibt auch auf Ebay einen Händler der für 10€ DIY Baupläne für Studiotische anbietet.

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    Thorti

    Die fertigen Tische sind doch alle zu teuer. Okay, ich mache Musik nur als Hobby, aber was sich für mich bewährt hat:
    Schreibtisch 160×80, zwischen Schreibtisch und Wand zwei 30cm Tiefe Ivar-Regale in denen die Bildschirme Platz finden (höhenverstellbar), unter dem Schreibtisch ein Ivar Schrank 80×50, der ist oben offen, da kommen die Steckdosen und Kabel rein.
    Keyboard steht im rechten Winkel neben dem Schreibtisch auf einem Keyboardständer, bei den meisten Tischen mit Keyboardauszug ist entweder die Beinfreiheit zu gering, oder die Tischplatte zu hoch.

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    Sudad G  

    Da die meisten fertigen Tische nicht so richtig zu meiner eigenen Arbeitsweise bzw. zum Gerätefuhrpark passen wollten, habe ich mich letztendlich auch dazu entschlossen, mir einen Tisch in L-Form von einem Studiomöbelbauer (Bram Modular / Spanien) nach Vorgaben bauen zu lassen. Das Ganze ist nicht viel teurer als die fertigen Tische von Sessiondesk und etwas günstiger als die von Sterling Modular und man kann dann ganz individuell seine Wünsche dem Schreiner mitteilen. Freue mich schon auf meinen neuen Tisch, der noch vor Weihnachten geliefert werden soll. Die besten Geschenke macht man sich ja eh meistens selbst….hehehe.

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