Test: Elite Acoustics A4-8, Akustikgitarrenverstärker

18. Juli 2017

Was auch immer an Signalen kommen mag!

Nun gut, inwieweit sich die klangliche Qualität von Comboverstärkern in den letzten Dekaden verbessert oder verschlechtert hat, ist als Ausgangspunkt die perfekte Grundlage für eine nicht enden wollende Diskussion auf allen Wissens- und Geschmacksebenen. Inwieweit sich jedoch die Flexibilität von einigen Comboverstärkern verbessert oder verschlechtert hat, wird aus einem ganz einfachen Grund nicht diskutiert. Sie hat sich nahezu ausnahmslos verbessert.

Mittlerweile tummeln sich im Beschallungsbereich Mini- bzw. Micro-P.A.s auf dem Markt, die es in dieser Form ohne die Einführung der Class-D Endstufentechnologie nie gegeben hätte. Neben der Tatsache, dass diese Verstärkertypen jegliche Art von Mikrofonen und Aux Signalen, sprich frequenzmäßige Breitbandübertragung ermöglichen, eignen sich diese auch sehr gut für die Übertragung von akustischen Gitarren, die über ein Tonabnehmersystem verfügen. Oder aber auch anders herum, ein Akustikgitarrenverstärker, der auch Mikrofonsignale handhaben kann.

Um eben ein solches System handelt es sich bei dem Acoustics A4-8, der zusätzlich noch über einen Lithium-Ionen-Akku verfügt, der ihn unabhängig vom Stromnetz macht. Was steht da auf der Rückseite, „Designed, assembled and tested in California, USA“? Das nenne ich mal eine Überraschung!

Facts & Features

Beim Elite Acoustics A4-8 handelt es sich um eine vierkanalige, portable Mini-PA, die zusätzlich über Bluetooth und ein eingebautes 16-faches Multieffektgerät verfügt. Das System besitzt einen 8-Zoll-Tieftöner und einen 1-Zoll-Treiber mit einer Gesamtleistung von 40 Watt, wobei das Gehäuse als Bassreflexsystem ausgelegt wurde.

Mit den Abmessungen von 260 mm x 277 mm x 417 mm und einem Gewicht von 12,7 kg kann man den A4-8 nur als sehr handlich bezeichnen. Für den Hochständerbetrieb ist zudem auf der Unterseite des Gehäuses ein 35 mm Flansch verbaut. Als Besonderheit verfügt der A4-8 über einen Lithium-Ionen-Akku, der laut Herstellerangaben eine Betriebsdauer von 6 bis 8 Stunden gewährleistet und den mittels einer vierstelligen Anzeige auf der Rückseite des Gehäuses über den Ladezustand informiert.

Um das System zu laden, liegen dem Verstärker ein 12 Volt DC-Netzteil, ein Netzkabel und ein DC-Kabel für den KFZ-Adapter bei. Verarbeitungstechnisch ist alles sehr sauber und farblich geschmackvoll ausgeführt.

Konzeption

Wäre die Bezeichnung nicht so abgeschmackt wie ein Lokalpolitiker auf Stimmenfang, müsste man dem Verstärker klar die Zielgruppe „Alleinunterhalter“ an die Hand geben, wobei hier bitte nicht der schmierige Tastenonkel mit eingebautem MP3-Player zwecks Kaschierung der nicht vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten gemeint ist. Vielmehr handelt es sich hier um ein System, bei dem mehrere Signale parallel verwaltet werden können, mit einer latenten Singer/Songwriter-Lastigkeit.

Es lassen sich zum Beispiel sehr schön eine akustische Gitarre, ein Gesangsmikrofon und ein Stereokeyboard oder ein Drumcomputer anschließen. Um zu einem fertigen Playback zu spielen, steht zudem ein AUX-In in Form einer 3,5 mm Miniklinkenbuchse und der bereits erwähnte Bluetooth-Player zur Verfügung, der zur Verbesserung seiner Empfangsleistung mit einer knickbaren Antenne versehen wurde. Ein USB-Ladestecker für den jeweiligen Player oder das Smartphone wurde gleich mit verbaut.

Kanal 1 outet sich umgehend als der „Gitarrenkanal“, weist er doch neben einer Dreiband-Klangregelung ein durchstimmbares Notchfilter (100 – 450 Hz, +/-10 dB) auf, mit dem man hartnäckig aufschwingenden Dröhnfrequenzen zu Leibe rücken kann. Als Eingang stehen ein XLR- und ein Klinkeneingang zur Verfügung, ein Gainregler verwaltet den Aufholverstärker, dazu noch ein FX-Regler nebst drei Druckschaltern (PAD, Mute und Phase). Kanal 2 ist bis auf den Notch-Regler identisch ausgelegt, Kanal 3 verfügt lediglich über einen Gainregler, einen FX-Regler und 2 TRS-Eingänge.

Zum Durchschleifen der Signale an ein größeres System verfügt der Elite Acoustics A4-8 über insgesamt drei Outputs, des Weiteren können drei Fußschalter angeschlossen werden. Abschließend gibt es noch einen Summen-Dreiband-EQ, Mastervolume, schaltbare 48V Phantomspeisung und das 16-fache FX mit den wichtigsten Reverb-, Delay-, Flanger- und Chorus-Funktionen.

— Elite Acoustics A4-8 Rückseite —

In der Praxis mit dem Elite Acoustics A4-8

Als Erstes mal einen Bluetooth-Player in die Pflicht nehmen. Für das Koppeln sollte man die Anleitung zur Hand nehmen, danach geht alles wie von selbst. Der Grundklang des Elite Acoustics A4-8 ist angenehm ausgewogen, nicht zu spitz und auch nicht zu dumpf. Elite Acoustics hat glücklicherweise nicht den Fehler vieler Konkurrenten kopiert, die versuchen, auf Teufel komm raus eine hohe Basswiedergabe aus einem kleinen Gehäuse zu blasen. Klingt zumeist grenzwertig und wäre bei einer Akustikgitarre ohnehin kontraproduktiv.

Auch der Klang einer akustischen Gitarre wird sehr gut übertragen, zumal man gleich mehrere Möglichkeiten hat, auf den Klang des Instrumentes Einfluss zu nehmen. Das Gleiche gilt auch für die Mikrofonübertragung, eine gute Sprachübertragung sowie ein ausgewogener Gesangssound.

Die gebotenen 40 Watt können erwartungsgemäß keinen Club beschallen, reichen aber für eine kräftige Akzentsetzung in der Fußgängerzone oder Kneipe auf jeden Fall aus.

— Elite Acoustics A4-8 Draufsicht —

Fazit

Mit dem Elite Acoustics A4-8 hat man ein sehr gutes Werkzeug für den autark arbeitenden Singer/Songwriter an der Hand. Ausgestattet mit einem kräftigen Akku, überträgt der portable Verstärker bis zu vier unabhängige Klangquellen in hervorragender Qualität. Der in den USA gefertigte Elite Acoustics A4-8 überzeugt mit einem stimmigen Konzept und hat für vielerlei Einsatzmöglichkeiten den passenden Eingang zur Hand. Fazit: Sehr zu empfehlen!

Plus

  • Sound
  • Konzeption
  • Ausstattung

Minus

  • -

Preis

  • Ladenpreis: 599,- Euro
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