Test: FaderFox Controller

13. Juli 2004

FaderFox Controller

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Reinecke

Die MIDI-Controller der Firma Faderfox sind relativ kleine und günstige Steuereinheiten für Soft- oder Hardware. Derzeit sind drei Modelle erhältlich (LV-1, DJ-1 und LX-1). Die Besonderheit der FaderFüchse ist, dass sie speziell auf Ableton Live und NI Traktor abgestimmt sind. Natürlich kann man sie auch auf Cubase oder Logic anpassen, aber die Anordnung und die Auswahl der Bedienelemente ist auf die beiden Genannten zugeschnitten.

Alle drei Controller können entweder per mitgelieferter Batterie, optionalem Akku oder optionalem Netzteil betrieben werden. Auf der Rückseite sind je ein MIDI-Ein- und Ausgang vorhanden. Schade ist, dass es keinen USB Anschluss gibt, so ist man beim Betrieb mit einem Computer stets auf ein MIDI-Interface angewiesen.

Über die Merge-Funktion der MIDI-Inputs können die Füchse miteinander kaskadiert werden, so dass am Computer nur ein MIDI-Port nötig ist. Denkbar ist auch der Anschluss eines Masterkeyboards, jedoch muss man beachten, dass man sich auf die MIDI-Kanäle beschränkt, die der Faderfox nicht benutzt.

Zum Preis von je 179 € rücken die kleinen Controller schon in Schnäppchen-Richtung und die Qualität kann sich auch sehen lassen.

LV-1

Wie man auf dem Foto sehen kann, bietet der LV-1 eine für Ableton Live optimierte Oberfläche. Die acht Fader können auf eine zweite Bank umgeschaltet werden, um so insgesamt 16 Kanäle zu erreichen. Der Joystick ist ebenfalls zwischen Track und FX1/FX2 umschaltbar, so dass sich mit ihm mehrere Funktionen steuern lassen.

Die Auswahl an Bedienelementen ist sinnvoll gewählt. Das Arbeiten mit Ableton Live macht mit dem Controller auf jeden Fall mehr Spaß als nur mit der Maus!

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Gerade der Joystick kann bei Live den Zugriff auf zweidimensionale Parameter erleichtern.

Ich habe den LV-1 zum Test auch für Cubase konfiguriert. Dabei hat der Joystick natürlich das Surround-Panning gesteuert. Die Potis waren für Effekt-Sends und für die Parameter von Hall und Delay-PlugIns zuständig. Interessant ist es auch, den Joystick auf zwei Channel-EQ Bänder zu legen und damit in X-Richtung den Gain und in Y-Richtung die Frequenz zu steuern.

Aber auch die Anpassung auf einen Synthesizer macht mit dem LV-1 Sinn. So kann man die acht Fader für die Hüllkurven benutzen, den Joystick für Cutoff und Resonanz und die anderen Regler für Oszillatoren und Modulationen. Wichtig ist hierbei nur, dass das Synth-PlugIn auch MIDI-Controller lernen kann, da die Controller am LV-1 fest vergeben sind.

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DJ-1

Der Name ist Programm! Der DJ1 ist für NI Traktor optimiert. Die Bedienelemente erinnern an einen DJ-Battle-Mixer. Neben den Fadern und EQs sind sogar zwei Regler für das Traktor-Filter eingebaut. Zwar eignet sich der Controller gut zum Steuern der Parameter, aber für einen DJ-Mixer liegen die Fader und Knöpfe zu eng beieinander und wackeln zu sehr. Schön ist, dass man mit dem DJ1 alles Nötige fürs Djing mit einem Handgriff parat hat. In einem stabileren Gehäuse mit stabileren Bedienelementen könnte der DJ1 sicherlich noch mehr Freunde finden. Der Knackpunkt, und damit der echte Kaufanreiz ist seine Kompaktheit und der mögliche Batteriebetrieb. So kann man zum Auflegen einfach sein Laptop, eine Soundkarte (z.B. Terratec Phase 26 USB) und den kleinen Faderfox mitnehmen und sofort loslegen.

LX-1

Das LX1 ist eine Erweiterung für den LV-1, um Live noch besser bedienen zu können. Es bietet 64 Knöpfe für den direkten Zugriff auf die Live-Tracks. Ideal würde sich die Kaskadierung von je einem LV-1 und einem LX-1 darstellen, da man somit die Clips und Tracks direkt starten, stoppen und muten kann.

Praxis

Es hat sich mal wieder gezeigt, dass spezialisierte MIDI-Controller vom Handling weitaus ergonomischer sind als die Bedienung mit der Maus. Es entfällt das lästige Anpeilen der meist wenige Pixel großen Schaltflächen auf dem Bildschirm. Ein einfacher Griff zum Fader genügt! Schade ist jedoch, dass die FaderFüchse keine Parameterrückmeldung unterstützen und so Parametersprünge auftreten können. Zwar versucht man dem mit einer Shift-Funktion entgegenzuwirken, was sich aber praktisch als nicht praxisgerecht herausstellt.

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Gut gelöst ist hingegen, dass auf der CD die Voreinstellungen für Live als Datei enthalten sind. So kann man einfach ein Setup laden und sofort mit einem neuen Track beginnen, ohne erst die Parameterzuweisungen von Hand erledigen zu müssen.

Fazit

Die drei kleinen Controller hinterlassen einen guten Eindruck und erleichtern die Bedienung von Live und Traktor enorm. Durch den direkten Zugriff kann man viel intuitiver und schneller in das Klangbild eingreifen als mit der Maus. Ergonomisch wird die Arbeit mit Musikprogrammen eigentlich erst durch solche Controller. Auch die Qualität geht in Ordnung. Hoffen wir, dass FaderFox noch weitere Controller für andere Programme baut!

PLUS

+++ gutes Konzept

+++ sinnvolle Bedienelemente

++ kaskadierbar

++ gute Integration in Live und Traktor

+ klein

+ Batteriebetrieb möglich

MINUS

— Controllernummern nicht frei wählbar

– eng beieinanderliegende Bedienelemente

– keine Parameterrückmeldung möglich

– kein USB

PREIS

UVP: 179 Euro

Straßenpreis: 179 Euro

HERSTELLER und DIREKT-VERTRIEB

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