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Test: Hotone Binary AMP, Effektgerät

12. August 2018

Der Mooer Micropreamp-Killer?

Hotone Binary AMP title

Vor Kurzem erst erreichte unsere Redaktion ein Paket des chinesischen Herstellers Hotone. Darin enthalten waren vier Effektgeräte aus der neuen Binary-Serie: Ein Modulationspedal, ein Delay, ein Cab-Simulator sowie ein Preamp. Das Modulationspedal MOD haben wir euch bereits in einem Test ausführlich vorgestellt und die kleine Kiste war doch tatsächlich so dreist bzw. ist so gut gelungen, dass wir nicht drum herum kamen, ihr unser Best-Buy-Prädikat zu verleihen! Das macht natürlich neugierig auf das restliche Line-up bzw. den Rest im Paket, von dem wir uns jetzt mal den Hotone Binary AMP mal zur Brust nehmen werden.

Hotone Binary AMP – Facts & Features

Der Hotone Binary AMP verbirgt die Simulation von 16 klassischen bzw. heiß begehrten oder auch ziemlich kostspieligen Verstärkern unter seiner Haube. Unter den 16 simulierten Amp-Modellen findet sich so ziemlich alles, was Rang und Namen hat, die folgende Liste zeigt das:

Hotone Binary AMP Soundset

Das Pedal erscheint im selben robusten Metallgehäuse mit der identischen Anzahl an Reglern, Schaltern und Buchsen, die wie beim MOD im Querformat bedient werden. Zentrale Anlaufstelle ist hier wieder das mittig angeordnete Display, das zwar sehr klein ist, aufgrund der verwendeten OLED-Technologie jedoch jeden Parameter verdammt scharf weiß auf schwarz darstellt und zudem noch aus allen Blickwinkeln perfekt ablesbar ist.

Hotone Binary AMP Display

— Perfekt ablesbares OLED-Display —

Rund um das Display herum sitzen erneut vier Taster, mit denen man die Eigenkreationen auf bis zu 10 Speicherplätzen ablegen oder die Lautsprechersimulation zuschalten kann. Der Klang der Speaker-Simulation ist fest vorgegeben, hier lässt sich leider nichts verändern. Die zwei Schalter links vom Display mit der +/- Bezeichnung schließlich dienen zum Durchschalten der 10 Speicherplätze, falls man das nicht mit dem Fuß tun möchte. Falls doch, dann stehen die beiden robusten Metallschalter bereit, die bei gleichzeitigem Drücken den Hotone Binary AMP in den Bypass-Modus versetzen.

Denen gegenüber stehen die fünf Regler auf der Oberseite, die mit einer Gummitülle umrandet sind und sich daher (trotz ihrer winzigen Form) noch sehr gut greifen lassen. Allerdings wurden die Potis direkt auf der Platine des Pedals angebracht, sodass sie doch schon deutlich wackeln und daher besser nicht zu hart rangenommen werden sollten. Zum Glück sitzen sie, genau wie beim Binary MOD, gut geschützt gegen fehlgeleitete Fußtritte im Schatten der beiden großen Metallschalter und leuchten bei aktiviertem Effekt in einem kräftigen Blau – unübersehbar für den Benutzer. Die zwei Metallschalter sind übrigens Softklickvarianten, ihr Betätigen geht also ohne nerviges Knacken vonstatten.

Intuitive Bedienung – wer mag schon Anleitungen?!

Die Funktionen der Regler entsprechen denen eines ganz normalen Gitarrenverstärkers und lassen sich intuitiv bedienen. Übrigens wie das komplette Pedal, ein Studieren der Bedienungsanleitung ist vollkommen unnötig. So gibt es eine Dreiband-Klangregelung mit Bässen, Mitten und Höhen, einen Volume-Regler sowie einen für die Zerrung (Gain). Sämtliche Bewegungen an den Reglern lässt das Display ins Spiel kommen, das sofort und ohne eine Spur der Verzögerung den Parameterwert darstellt. Sicher, das Display ist nicht besonders groß, speziell beim Einstellen der Sounds muss man schon sehr genau hinschauen, um die Parameterwerte zu erkennen. Die Anzeige der momentan gewählten Bank bzw. des aktivierten Presets  jedoch ist in seiner Größe vollkommen ausreichend – und am Gerät während des Gigs rumschrauben dürften vermutlich nur die Wenigsten von uns wollen. Und außerdem sind ja da auch immer noch unsere Ohren als letztendlich entscheidenden Faktor!

Hotone Binary AMP – Anschlüsse

Hotone Binary AMP front

Die Anschlüsse des Hotone Binary AMP sitzen alle ausnahmslos an der Stirnseite des Pedals, wobei die Klinkenbuchsen fest mit einer Sechskantmutter am Gehäuse verschraubt wurden. Neben dem obligatorischen Ein- und Ausgang finden wir weiterhin einen Effektweg, den Anschluss für den zum Betrieb dringend benötigten Netzadapter sowie eine USB-Schnittstelle, über die das Pedal mit dem Computer verbunden werden kann, um hier einen passenden Editor zu starten. Den gibt es von Hotone kostenlos als Download für Mac und PC, mit ihm lassen sich die kompletten Funktionen das Binary AMP latenzfrei fernbedienen, zudem dient der USB-Port zum Einspielen zukünftiger Firmware-Updates. Ein passendes USB-Kabel befindet sich mit im Karton, leider jedoch kein 9-Volt-Netzteil, im Test funktionierte das Pedal aber selbst mit einem No-Name-Adapter für 10,- Euro tadellos.

Von außen also alles picobello beim Hotone Binary AMP, bis eben auf die fragilen Minipotis. Was die schwarze Kiste uns an Sounds bietet, hören wir ab der nächsten Seite!

Klangbeispiele
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