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Test: Neural DSP Archetype: Tom Morello, E-Gitarren Software

Hammerhartes Kreativ-Tool

30. Mai 2023

 

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Die Abstände, in denen Neural DSP neue E-Gitarren Software auf den Markt wirft, werden kürzer. Aber irgendwie hat man nie den Eindruck, dass die finnische Kreativschmiede auf Masse statt Klasse setzt. Vor allem mit der Archetype-Software setzen sie immer wieder Maßstäbe, wenn sie den Künstlern ihren Sound im digitalen Gewand auf den Leib schneidern. John Petrucci, Tim Henson, Rabea Massad, Plini, Gojira, Tosin Abasi, sie alle haben sich jeweils sehr eindrücklich verewigt, jeder von ihnen mit den ihnen eigenen Sounds. Jetzt darf wieder ein neuer Ausnahmegitarrist seinen Fußabdruck in den Weiten des digitalen Universums hinterlassen. Die Neural DSP Archetype: Tom Morello Software ist da! Und ja, ich mache für euch ne Nachtschicht, denn die Software wurde heute erst veröffentlicht.

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Marshall JCM 800 Reissue 2203
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Archetype: Tom Morello Head

Archetype: Tom Morello – Facts & Features

Die Archetype: Tom Morello Software kommt wie gewohnt per Download und wird anstandslos von meinem Mac installiert. Auf Windows lässt sich das Datenpaket ebenso problemlos installieren. Die Registrierung erfolgt über einen iLok-Account und geschieht ebenso reibungslos. Wer möchte, kann eine 14-tägige Demoversion nutzen, die für den Testzeitraum keinerlei Einschränkungen aufweist. Die Software installiert sich sowohl als Standalone-Version, als auch als PlugIn für alle gängigen DAWs. Der Aufbau der Software von Neural DSP ist grundsätzlich immer gleich, die Software hat aber ein paar kleine Besonderheiten zu bieten.

Im zentralen Arbeitsfenster befindet sich natürlich, wie immer, der Amp oder einer der Slots der vor- oder nachgeschalteten Sektionen. Im Gegensatz zu anderen Archetype Versionen haben wir es diesmal nur mit einem einzigen Amp zu tun, ganz so, wie es der Namensgeber bevorzugt. Tom Morellos Amp ist ein Marshall JCM 800 2205 50-Watt Top, bei dem er den Schriftzug abgeklebt hat. Und solche optischen Gimmicks werden von den Programmierern bei Neural DSP natürlich gern aufgegriffen. Soundzentrale ist also ein mit Gaffa verklebter Marshall. Die abgeratzte und bemalte Optik des Tolex hat man übrigens auch sehr überzeugend hinbekommen.

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Digitech Whammy DT
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Archetype: Tom Morello – Dive Bomb

Tom Morello nutzt all seine Pedale im Effects-Loop des Amps. Allein deshalb hat die Software ein Alleinstellungsmerkmal, denn bislang wurden die Slots für Amps, Effekte und Cabinets immer in Serie geschaltet. Lediglich ein einzelnes Pedal ist dem Amp vorgeschaltet, dieses Privileg gebührt dem Dive Bomb-Pedal. Dieser Effekt lässt einen gespielten Ton von einer Oktave von wahlweise über oder unter dem Ton in den Zielton hineinrutschen, so als ob man einen weiten Slide auf der Saite hinlegt. Das Pedal steuert die Geschwindigkeit des Effekts. Booster- oder Distortion-Pedale sucht man bei der Tom Morello Software vergeblich. Tom mag es, die Verzerrung ausschließlich aus dem Amp zu kitzeln. Zu dem kommen wir jetzt.

Archetype: Tom Morello Dive Bomb

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Archetype: Tom Morello – der Amp

Der geklonte Amp ist also, wie eben schon erwähnt, ein Marshall JCM 800. Allein das ist ja schon mal recht bemerkenswert, denn kaum einer ist dem Hörer oder User bekannter. Die Latte liegt also mal wieder recht hoch. Der Zweikanaler mit Master-Sektion ist von rechts nach links aufgebaut, neben dem Input folgen die drei Regler des cleanen Kanals mit Volume, Bass und Treble. Eine rote LED trennt die beiden Kanäle optisch, der folgende Zerrkanal verfügt neben dem obligatorischen Gain-Regler zusätzlich über einen Mid-Regler, der die in der Zerre so wichtigen Mitten regelt. Die Master-Sektion verfügt natürlich über einen Master-Volume-Regler, umrahmt von einem Presence-Regler und dem Reverb des Amps. Letzterer funktioniert auch und ist nicht nur Fassade. Die Kanalumschaltung erfolgt per Klick auf die LED, der jeweils nicht aktive Kanal ist dann ausgegraut.

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Fender Tom Morello Strat FR RW BLK
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Archetype: Tom Morello – die Effekte

Die Effekte sind zwar in der Software optisch hinter dem Amp platziert, Neural DSP hat aber die beiden Effektblöcke mit einem FX Loop Icon versehen. Tatsächlich hat man hier auch Tom Morellos originales Setup simuliert, somit befinden sich beide Blöcke im Einschleifweg des Marshalls. Im ersten Effektblock befindet sich direkt das Tom Morello Trademark-Kistchen, das Whammy-Pedal. Optisch ganz klar als Digitech-Klon zu identifizieren, kann das feuerrote Blechmännchen +/-2 Oktaven per Fuß zum Erklingen bringen. Wer das Solo von Killing In The Name Of im Ohr hat, weiß damit etwas anzufangen. Als Detune-Einheit kann das Whammy natürlich auch dienen, hier sind 100 Cent möglich. Nein, das Ding hat keinen Münzschlitz, wir reden hier von Verstimmungen. Und auch hier sind physische gemeint, nicht psychische. Also echt mal …

Archetype: Tom Morello

Dem Whammy nachgeschaltet ist ein WahWah-Pedal. Das macht, was es soll. Wenn es eingeschaltet ist. Auch hier ist das ausgeschaltete Pedal wieder ausgegraut, um optisch schnell erfassen zu können, was gerade in der Pipeline passiert. Bleibt zu erwähnen, dass solche Pedale natürlich nur Spaß machen, wenn man sie auch tatsächlich per Fuß steuern kann. Hierzu ist also eine Anschlussmöglichkeit für ein Pedal an den Rechner vonnöten. Ich habe zum Test gerade das IK Multimedia I/O ONE hier, das direkt über zwei Pedalanschlüsse verfügt. Wie das alles so funktioniert, schauen wir uns später an. Wer eine Rig Control von Native Instruments sein Eigen nennt, hat das Pedal schon mit an Bord. Ansonsten sollte jedes Board, das über MIDI und Pedal verfügt, einsetzbar sein.

Der zweite Effektblock beinhaltet drei Pedale. Ein schlichtes Delay macht den Anfang, hier gibt es On und Off, Time, Mix und Feedback zu regeln. Einfach, effektiv und bewährt. Ein 7-Band-Equalizer folgt, dieser kann schon sehr massiv ins Klanggeschehen eingreifen. Ausserdem kann er als Lautstärke-Booster fungieren, verfügt er doch über eine Lautstärkefunktion. Drittes Pedal im Bunde ist ein Ein-Knopf-Phaser. Auch hier gilt: Einfach, effektiv und bewährt.

Archetype: Tom Morello Effects

Archetype: Tom Morello – Hinterm Amp geht’s weiter

Was jetzt folgt, ist alles aus den anderen Archetypen bereits bekannt. Die umfangreiche Speaker-Sektion ist das akustische Herz der Software. Maximal zwei Mikrofone können vor das virtuelle Cabinet gestellt und in Lautstärke, Panorama und und Position beeinflusst werden. Zur Auswahl stehen neun Mikrofonklassiker, das SM57 kann auch Off-Axis platziert werden. Eigene Impulse-Responses können selbstverständlich auch geladen werden, sofern man bereits welche auf dem Rechner installiert hat.

Ein dem Cabinet nachgeschalteter grafischer Equalizer mit neun Bändern erlaubt nochmals filigrane bis holzhammerartige Eingriffe in den Sound. Du willst Tom Morello in der U-Bahn sein? Kein Problem. Die Gitarre ist bei 2 kHz 0,3 dB zu leise? Easy. Hier kann nach Herzenslust geschraubt und der Sound bis zur Unkenntlichkeit verbogen werden.

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Boss EQ-200 Graphic Eq
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Den Abschluss bilden, wie bei allen Konkurrenzprodukten aus gleichem Hause, die zeitbasierten Effekte Delay und Reverb. Das Delay kann auf Millisekunden oder Notenwerte eingestellt werden, Single- oder Dualbetrieb zu Gehör bringen und mit dem Projekttempo synchronisiert werden. Eine Tap-Funktion ist natürlich ebenfalls vorhanden. Genau so wie das schlichte, aber effektive Reverb-Pedal, verfügt auch das Delay jeweils über einen Low- und einen Hi-Cut. Das Reverb-Pedal bietet keine weiteren Highlights, nur Basics. Decay, Mix und Pre Delay müssen reichen.

Archetype: Tom Morello All

Archetype: Tom Morello – was sonst noch geht

Die übrigen Features der Software entsprechen wieder den anderen Kandidaten der Archetype-Serie. Die Standalone-Version verfügt über ein Luxus-Metronom, das mich auch schon bei der Archetype: Petrucci Software überzeugt hat, weil hier auch ungerade Metren und Subdivisions trainiert werden können. Ein effektives Noisegate und eine Transpose-Funktion gehören ebenfalls zum Archetype-Universum und arbeiten gewohnt zuverlässig. Eine riesige Anzahl Werkssounds, vom Meister selbst sowie von bekannten und unbekannten Neural DSP-Lovern, komplettieren das Paket.

Archetype: Tom Morello

So klingt die Archetype: Tom Morello Plug-in Suite

Nachdem ein paar Beschwerden kamen, ich würde nur überladene Werkssounds zu Demozwecken aufnehmen, habe ich mich entschieden, diesmal zunächst nur den Amp pur zu demonstrieren. Soll ja keiner sagen, wir bei AMAZONA.de seien nicht lernfähig. Ihr hört also zunächst den Amp im Clean-Channel, furztrocken. In der Cab-Sim stehen ein Ribbon 121 sowie ein Dynamic 421 Mikro vor der der Box. Alle Regler stehen auf 12 Uhr, bis auf den Gain, der ist so weit runtergedreht, dass der Sound clean wird. Im zweiten Beispiel ist der Hall des Amps mit im Spiel. Ergebnis ist ein warmer Cleansound, der schon so leicht ins Breakup gerät. Hab ich Tom Morello jemals clean spielen hören?

Channel 2 ist ebenfalls mit allen Reglern auf 12 Uhr am Start und zeigt direkt, wo die Wurst wächst. Das ist ein beinharter Marshall Sound. Ohne Schnörkel, ohne Wenn, ohne Aber!

Zeit für ein paar Presets. Die Namen der Presets habe ich übernommen. Das Solo von Killing In The Name Of habe ich live nicht hinbekommen, da mein aktuelles Interface eine kleine Diva zu sein scheint. Die Bearbeitung erfolgte nachträglich per Automation, das ist nur so semigut, zeigt aber die Arbeitsweise des Whammys sehr gut. Also bitte Nachsicht …

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Fazit

Kinners, das föhnt. Dass Neural DSP keine Software abliefern würde, die den bislang sehr guten Ruf zerstört, war absehbar. Dass Tom Morello mit seinem eher ungewöhnlichen Setup Pate stehen würde, war ein Geniestreich. Der Amp klingt fantastisch und fühlt sich echt an, die Effekte machen die Archetype: Tom Morello Software zu einem weiteren Highlight. Obwohl ich in die Software letztendlich in der Kürze der  Zeit nur reinschnuppern konnte, erkenne ich ein wahnsinniges Potential, das zu entdecken sich lohnt. 119,- Euro sind gut angelegt, wenn man so eine Software zu nutzen weiß. Mal wieder gut abgeliefert, ihr Finnen!

Plus

  • Sound
  • Eigenständigkeit
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • -

Preis

  • 119,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tenderboy

    Super Test und tolle Soundbeispiele.
    Bekomm ich richtig Lust,. endlich mal das Whammy von meinem Kemper auszuprobieren!

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