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Test: AKAI MPC Stems, Audio-Software

Sampling auf einem neuen Level

26. April 2024
akai mpc stems test audio software separation

AKAI MPC Stems, Audio-Software

Bereits im Januar hatte AKAI Professional das neue Plug-in MPC Stems angekündigt. Ende März wurde es nun endlich veröffentlicht und ich habe mir das MPC Stems Separation-Plug-in sofort heruntergeladen, um es ausgiebig zu testen. Mit diesem Plug-in soll es möglich sein, aus einem Song die einzelnen Vocals, Drums, Bass und alle anderen Instrumente als einzelne Audiospuren zu separieren. Ich bin gespannt, wie gut das funktioniert.

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AKAI MPC Stems: Die Installation der Software

Der Installationsprozess war eigentlich sehr einfach, allerdings waren am Release-Datum die Server dermaßen überlastet, dass das Plug-in erst am nächsten Tag bei mir aktiviert werden konnte. Dafür hat der AKAI-Support aber prompt und sehr gut darüber informiert.

Sampling Software Download

Für 9,99 Euro kann man bei diesem tollen Plug-in wirklich nichts falsch machen

Nachdem man das Plug-in auf der AKAI-Website für 9,99 Euro gekauft hat, öffnet man zur Installation die MPC-Software auf dem PC oder Mac. Hier muss dann eine Verbindung zum AKAI-Account hergestellt werden. Ganz wichtig ist, dass man hier die gleiche E-Mail-Adresse für den Login und für den Kauf des Plug-ins benutzt.

In der MPC-Software erscheint nun in der Plug-in-Liste der „Preferences“ das aktivierte Stems, das dann heruntergeladen werden kann. Aktuell funktioniert die MPC Stems Separation-Software nur in Verbindung mit der PC- oder Mac-Software, im MPC Standalone-Betrieb wird sie noch nicht unterstützt. Das klingt erst einmal enttäuschend, allerdings widerspricht der Workflow dem DAWless-Prinzip nicht wirklich.

akai-mpc-one-plus

Ich habe also meine MPC One in den Controller-Mode versetzt und per USB-Kabel mit dem PC verbunden, um dann die MPC Software zu starten. Bereits ab diesem Zeitpunkt kann man den PC getrost komplett ignorieren. Vorher sollte man natürlich in der Software noch die entsprechende MPC One als Soundkarte einstellen.

MPC Stems Download

Der Workflow des Plug-ins AKAI MPC Stems

Ich habe für den Test unterschiedliche Songs von CDs und von YouTube gesampelt und mit der Stems-Software bearbeitet. In diesem Zusammenhang sei gleich gesagt, dass die Software sehr gut arbeitet. Je besser die Klangquelle ist, umso besser wird natürlich auch das Ergebnis. Die einzelnen Parts werden hier nicht anhand der Frequenzen herausgefiltert, sondern mittels einer künstlichen Intelligenz in ihre Einzelteile zerlegt. Als ich zunächst einen Songschnipsel aus einem YouTube-Video gesampelt und bearbeitet hatte, waren in den separierten Drums sehr viele Artefakte zu hören. Das war natürlich der geringen Klangqualität des YouTube-Videos geschuldet. Als ich den Song dann noch einmal von einer CD gesampelt hatte, waren die Ergebnisse sehr viel besser.

MPC Stems Sampling

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Der eigentliche Sampling-Workflow sollte jedem MPC-Nutzer bekannt sein. Im Sample-Editor erscheint nach dem Sampeln ein Stems-Symbol. Wenn man es anklickt, werden einem vier Optionen zur Auswahl gestellt. Man kann die Vocals, Drums, Bass und „Other“, als andere Instrumente separieren. Es lassen sich von diesen vier Optionen einzelne oder alle gemeinsam auswählen. Je nach Sample-Länge dauert die Bearbeitung dann etwas. Ein ganzer Song dauert natürlich länger, als wenn man nur eine kurze Passage gesampelt hat, aus der man beispielsweise die Drums separieren möchte. Anschließend erhält man die Sounds als separate Samples, die wie gewohnt weiterbearbeitet und den Pads der MPC zugeordnet werden können.

Sicherlich kann man Gesang, Schlagzeug, Bass und andere Instrumente separieren und den kompletten Song neu mischen. Aber viel spannender finde ich es, einzelne Sounds aus den eigenen Lieblingsliedern herauszuschneiden. Wenn man sich vorstellt, dass man nun sämtliche Drum-Sounds sampeln kann, die es bereits gibt, wird einem die Bedeutung dieses Plug-ins bewusst. Ob als Loop oder zerteilte Einzel-Sounds, die Auswahl ist nun schier unendlich. Wenn man bedenkt, wie lange man oft auf der Suche nach einem bestimmten Sound war, ist es schon unfassbar, dass man diesen jetzt einfach aus einem Song separieren kann.

Wobei natürlich die Option „Others“ die Grenzen des Plug-ins aufzeigt. Wenn Synthesizer und Gitarren übereinanderliegen, werden diese nicht separiert. Vocal-Samples könnten dagegen für den einen oder anderen schon interessanter sein, gute Bass-Sounds ebenso. Aber die Drums sind für mich das Highlight.

MPC One Stems Plugin

MPC: Vom Controller-Mode zum Standalone-Mode

Um die erstellten Stems vom PC in die MPC One zu bekommen, muss man das aktuelle Projekt einfach auf der internen SD-Karte der MPC One abspeichern. Alle erstellten Samples werden nun transferiert und beim nächsten Start im Standalone-Mode stehen alle Sounds zur Verfügung. Da die PC-Software in meinen Augen etwas unübersichtlich und wenig verlockend ist, bin ich froh, dass man für den gesamten Prozess nicht ein einziges Mal auf den Bildschirm des PC schauen muss. Alle Sample- und Bearbeitungsschritte erfolgen direkt auf der MPC One als Controller.

Sicherlich wird es das Plug-in in Zukunft auch direkt für die Hardware-Versionen geben. Ich bin gespannt, ob es dann mehr kosten wird. Bei einem aktuellen Preis von 9,99 Euro kann man aber momentan mal nichts falsch machen. Und hat man die Stems einmal erstellt und direkt per USB-Kabel auf die SD-Karte der MPC One transferiert, kann man sie in Zukunft natürlich auch direkt in der Hardware nutzen.

Die Bearbeitung der neu gesammelten Samples macht wie gewohnt Spaß und so können die Drum-Loops und einzelnen Hits an den eigenen Song angepasst und neu arrangiert werden. Bisher habe ich mich beim Anhören der Songs meiner Lieblingsbands immer gefreut, wenn in einem Break oder einem Outro auch mal ein Instrument solo zu hören war. Und ein einige der Drum-Loops, die ich bisher gesampelt habe, haben zumindest eine dezente Synth-Fläche im Hintergrund. Jetzt kann man an beliebiger Stelle die entsprechenden Drum-Parts herausfiltern und selbst verwenden. Oder einfach mal eine Kick-Drum von einem Song und eine Snare von einem anderen Lied sampeln. Meine Sample-Datenbank wird in den nächsten Wochen definitiv weiter anwachsen.

AKAI Stems Sampling Plugin

Beim AKAI MPC Stems stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Bearbeitung der Samples zur Verfügung

Je mehr Instrumente gleichzeitig spielen, umso ungenauer kann aber natürlich auch das Klangergebnis des Samples werden. Hier und da mischt sich dann mal ein dezentes „Ahhh“ der Vocals in das ausklingende Crash-Becken. Aber die Gesamtqualität der Samples sind für mich wirklich überzeugend. Diese Art der Software ist natürlich nichts absolut Neues und es gab sie bereits in der einen oder anderen DAW, aber wenn man bereits eine MPC besitzt und somit auch die dazugehörige Software, dann ist das Plug-in zu dem angebotenen Preis ein absoluter Schnapper.

Online gibt es natürlich auch schon die ersten Sound-Vergleiche von MPC Stems mit anderen Sample-Plug-ins und nicht nur für mich hat die MPC-Software bisher in allen gehörten Vergleichen die Nase vorne. Der Sound bleibt dynamisch und voll und die Transienten erhalten.

Es ist bei den erstellten Stems schon erstaunlich, welche Details man nach dem Zerteilen der einzelnen Elemente plötzlich hört. Während vorher im Gesamtarrangement bisweilen einzelne Gitarren oder kurze Synthesizer-Parts fast untergingen, hört man jetzt klangliche Elemente, die bisher verborgen blieben.

Und auch, um mal selbst einen Remix des eigenen Lieblingssongs anzufertigen, ist die Software natürlich sehr gut geeignet. In diesem Bereich geht es viel weiter als ein einfaches Abmischen der Lautstärke der einzelnen Instrumente, wie es in den ersten Teasern gezeigt wurde. Man kann die Drums neu arrangieren, einzelne Vocal-Parts nutzen und vielleicht eigene Instrumente dazu aufnehmen. Für mich war es noch nie leichter, einen eigenen Remix aus einem fertigen Song zu machen.

Sofern man auf alten Tonträgern oder Festplatten selbst noch eigene Kompositionen hat, die vielleicht nicht perfekt gemischt sind oder die man im Nachhinein vielleicht lieber anders arrangiert hätte, könnte hier das Stems-Plug-in ebenfalls hilfreich sein. Selbst wenn man die originalen Spuren nicht mehr hat, könnte man den Song nun mit dem Plugin zerteilen und neu abmischen oder arrangieren. Als eine Art zweite Chance für alte Songs.

MPC Stems installation

Kinderleichte Installation im Handumdrehen

Wie man meinen Ausführungen vielleicht schon entnehmen konnte, hat mich das das Stems-Plug-in absolut überzeugt und die Möglichkeiten des Sampelns auf ein ganz neues Niveau gehoben. Es ist toll, was mit dieser Software alles möglich ist. Und es ist für mich beeindruckend, mit welcher Präzision die Instrumente größtenteils geteilt werden.

Die Stems-Software ist mit MPCs kompatibel, die über ein Update mit der Firmware 2.14 verfügen. Für mich persönlich wäre allein dieses Plug-in ein Grund, sich ernsthaft zu überlegen, sich eine MPC anzuschaffen. Damit hat AKAI den MPCs gegenüber anderen Samplern technisch einen ordentlichen Vorsprung geschaffen. Selbst wenn man keine Hardware-MPC besitzt, könnte ein Kauf der AKAI MPC-Software, die aktuell für 99,- Euro zu haben ist, in Kombination mit dem Stems-Plug-in interessant sein.

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Mehr Informationen

 

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Fazit

Das Akai MPC Stems Separation Plug-in funktioniert super, ist einfach zu bedienen und hebt die Möglichkeiten des Sampelns auf ein ganz neues Niveau. Für MPC Besitzer gibt es dieses tolle Plug-in bereits für 9,99 Euro und dafür bekommt man quasi eine unendliche Anzahl an selbsterstellten Samples. Die Sounds der eigenen Vorbilder können jetzt genutzt werden, ohne dass man eine Stelle im Song abwarten muss, an der nur ein Instrument spielt. Ein wirklich tolles Plug-in.

Bisher funktioniert das Plug-in nur im Controller-Mode mit der Software, aber das soll sich bald ändern. Eine wirklich großartige Entwicklung, die die MPCs wieder ein ordentliches Stück nach vorne bringt.

Plus

  • einfache Bedienung
  • Funktionalität und Qualität
  • unzählige Möglichkeiten für das Sampling
  • schnelle Verarbeitung der Samples möglich
  • unschlagbarer Preis

Minus

  • bisher nur im Controller-Mode nutzbar

Preis

  • 9,99 Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Klangzaun

    Danke für die Vorstellung der Software. Ehrlich gesagt, finde ich MPC Stems noch nicht sooooo beeindruckend. Auf dem Rechner gibt es andere und bessere Alternativen. Unterm Strich für den Preis auf jeden Fall ok.

    Sollte die Standalone Version kommen sieht das natürlich anders aus, das hätte dann schon einen größere Mehrwert.

    • Profilbild
      Tai AHU

      @Klangzaun „Auf dem Rechner gibt es andere und bessere Alternativen.“

      Ich habe vom Thema null Ahnung. Welche?

      • Profilbild
        MartinM.

        @Tai Alternativen sind die verschiedenen RipX Versionen, iZotope RX (ab Standard) und Steinberg Spectralayers, sowie ein paar Onlinedienste. Amazona-RED Markus Galla hat vor kurzem einen Test zu „RipX DAW“ geschrieben und dazu auch das Vorhaben eines Vergleichstests erwähnt. Allerdings sind die Separationsergebnisse generell schwer bewertbar. Einige ganz wenige, besonders clean gemixte Songs lassen sich verblüffend gut trennen. Der Rest nicht.
        RipX und iZotopeRX gibt es als kostenlose Tryouts, damit kann man sich selbst ein Bild machen. Einen Remix mit mehreren solcher Stems kann man sich nach meiner Erfahrung abschminken. Wenn man auch nur einen EQ auf so einen Stem anwendet, entsteht eine Kakophonie aus Artefakten. Was halbwegs funktioniert, ist einzelne Samples aus einem Stem zu isolieren.
        Das „Best Buy“ Prädikat zur hier getesteten Software würde ich in Frage stellen. Ich sehe nichts, was MPC Stems besser macht als die Konkurrenz.

        • Profilbild
          Tai AHU

          @MartinM. „Ich sehe nichts, was MPC Stems besser macht als die Konkurrenz.“

          Die MPC Software käme sowieso für mich nicht in Frage. Da müsste ich ja in die AKAI DAW wechseln nur um das anzuwenden.

  2. Profilbild
    schwarzMatt

    Lieben Dank für den Artikel!

    Verstehe ich das richtig? Um die Software nutzen zu können benötigt man die MPC Hardware?

      • Profilbild
        MartinM.

        @DelayDude Ja eben. Stems ist Software, die Akai nur in Verbindung mit der Vollversion ihrer MPC 2 DAW Software ermöglicht. Ganz unten auf der Webseite zu Stems steht explizit, dass die Version „MPC Beats“ nicht reicht. MPC Beats ist allerdings die Softwarebeilage vieler kleinerer Akai Controller. Wer nicht zufällig die Vollversion der sperrigen Software schon hat, müsste selbige als notwendiges Übel „mitkaufen“, wodurch sich der Preis für „Stems“ auf rund 109 Euro erhöht. Das ist dann für Nicht-MPC-Nutzer unattraktiv.

        • Profilbild
          Everpure AHU

          @MartinM. Das wird ja im Artikel auch sehr deutlich gemacht, wenn man ihn denn liest: dass es eben vor allem für diejenigen eine Kaufempfehlung ist, die schon die MPC Software haben. 🤷‍♂️

  3. Profilbild
    SlapBummPop

    Guten Morgen.
    Ich nutze neben einer MPC Live II/X inzwischen auch die DAW von Akai „MPC2“. „Stems“ durfte ich mir daher kostenlos runterladen,
    danke Akai.

    Ich spiele Bass und Synthesizer (hauptsächlich Bass).
    „Stems“ ist für mich eher ein Programm für Übungszwecke,
    kein Tool für eigene Songs. (also eher etwas zum lernen.)

    Ich hatte mich damals bereits an den Workflow von Akai gewöhnt,
    wollte mich aber nicht auch noch mit einer weiteren Software (DAW)
    intensiv beschäftigen müssen.

    Die Akai DAW „MPC2“ konnte ich daher von Beginn an,
    recht flüssig bedienen.

    MPC X/LiveII lassen sich zudem u.a. als Controller weiter nutzen.
    (sehr komfortabel übrigens mit einer MPC X!)

    Ich möchte Akai hier mal ausdrücklich loben,
    für die regelmäßigen Updates und das bei Akai kein Abo nötig ist.

    Gruß
    SlapBummPop

    • Profilbild
      Bave the Dutcher

      @SlapBummPop Ich bin auch begeistert von der Vielfalt der Möglichkeiten mit der MPC Serie! Habe gar nicht gecheckt dass man als Live und X Besitzer Stems gratis bekommt… Muss ich gleich mal schauen. Ich überlege sogar eine key 61 für Livegigs anzuschaffen.

      • Profilbild
        SlapBummPop

        @Bave the Dutcher Moin, Moin.
        Ich habe meine Live II und X, inzwischen mit dem Akai MPK 261 ergänzt.
        Das Akai MPK 261 Keyboard verwende ich u.a. auch mit der DAW „MPC2“.
        Die MPC Key 61 hat ab Werk noch mal mehr Plugins/Samples als die Live II/X.

        Keine einfache Entscheidung, wenn man eine Live II oder „X“ bereits besitzt.

        Gruß
        SlapBummPop

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