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Test: AKAI MPC One+, Music Production Center

Lohnt sich ein Upgrade auf die AKAI MPC One+?

15. September 2023
akai mpc one+ test

AKAI MPC One+, Music Production Center

Schaut man sich im AKAI-Portfolio nach Groove-Samplern um, wird man geradezu von Produkten erschlagen. Irgendwie scheinen alle Produkte alles zu können und trotzdem sollen sie sich unterscheiden. Nun macht AKAI es uns mit dem MPC One+ Standalone Music Production Center nicht leichter, denn das Plus verrät uns, dass es sich um ein Update handeln soll. Schauen wir mal genauer hin.

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AKAI Professional

Über AKAI Professional muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Als Ableger des ursprünglich 1929 von Masukichi Akai und seinem Sohn Saburo Akai in Tokio, Japan, gegründeten Hifi-Unternehmens AKAI fokussiert man sich seit den 1980er-Jahren unter dem Label Akai Professional auf die Entwicklung von elektronischen Musikinstrumenten und brachte seine ersten Sampler auf den Markt. In Zusammenarbeit mit Roger Linn entwickelte man 1984 die MPC60 Drum-Maschine. Die MPC-Serie wurde zum Inbegriff für Sampling und Drum-Programming und revolutionierte die Musikproduktion, vor allem in den Bereichen Hip-Hop und elektronische Musik. Die Sampler der S-Serie gehörten über viele Jahre zur Ausstattung eines jeden Tonstudios und waren auch in vielen Live-Racks von Keyboardern zu finden. Auch die EWI-Serie (Electronic Wind Instrument) ist schon sehr lange Bestandteil des AKAI Professional-Portfolios.

akai-mpc-one-plus

Finanzielle Schwierigkeiten führten zu mehrfachen Verkäufen des Labels AKAI Professional, das heute zu inMusic von Jack O’Donnell gehört, zu dem auch Numark, Alesis, Alto Professional, Denon, Headrush, M-Audio, Marantz, RANE und andere gehören.

Heute ist Akai Professional nach wie vor führend in der Entwicklung von all-in-one Tools zur Musikproduktion wie der MPC-Serie.

AKAI MPC Produktreihe

Schaut man auf die AKAI Professional MPC-Produktseite, bekommt man neun Produkte der Reihe präsentiert:

Wie viel MPC braucht der Musiker? Darüber mögen die Meinungen weit auseinander gehen. Für mich als Fachautor stellt sich jedoch unweigerlich die Frage, welche Zielgruppe welches Produkt anspricht? Heraus stechen sicherlich MPC Studio, MPC Key 61 und MPC X (Special Edition). Als Controller für die MPC Software, Keyboard und als Schreibtisch-füllendes Produktions-Tool besitzen diese drei Kandidaten jeweils eigene Alleinstellungsmerkmale. Die übrigen Produkte sehen sich auch alle irgendwie ähnlich, unterscheiden sich aber in einigen Details. Allen gemeinsam ist die Software-Basis, die entweder in das Produkt integriert ist oder in Form der MPC Software auf einem Computer zum Einsatz kommt. Diese wurde in der Vergangenheit mehrfach aktualisiert und mittlerweile sind aus den einstigen Groove Boxen komplette Musikproduktions-Tools geworden, die sogar mit Plug-in-Instrumenten umgehen können.

Die MPC One+ positioniert sich knapp unterhalb der MPC Live II und ist der günstige Einstieg in die Welt der Standalone-Produkte der MPC Produktreihe.

Das Plus: Was ist neu bei der AKAI MPC One+?

akai-mpc-one-plusOptisch hat sich bis auf die auffällige rote Farbgebung nichts verändert. Die MPC One+ bleibt also eine MPC One mit neuer Farbe. Wer die MPC One kennt, kennt auch die MPC One+. Die Neuerungen müssen sich also irgendwo unter der Haube abspielen.

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Jetzt mit WLAN und Bluetooth

Musste sich die AKAI MPC One noch per Ethernet-Kabel mit dem Internet verbinden, um Updates zu ziehen oder Plug-ins zu installieren und zu autorisieren, geht das bei der AKAI MPC One+ nun genauso wie bei den größeren MPC-Produkten per WLAN. Das dürfte für viele Interessenten eine große Sache sein, da es das Produkt unabhängiger von zusätzlichem Kabelsalat macht.

Zusätzlich zur WLAN-Schnittstelle hat man der AKAI MPC One+ nun auch Bluetooth spendiert.

Das ermöglicht nicht nur Updates, sondern endlich auch eine Out-of-the-box-Verbindung zu Ableton Link. Im Gegenzug hat AKAI den Ethernet Link-Anschluss einfach wegrationalisiert.

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Software-Updates finden dank WLAN ohne Anschluss an einen Computer statt

Mehr Speicherplatz – neuer Prozessor?

Ebenfalls neu ist der vergrößerte Speicherplatz: Statt wie bisher mit 4 GB kommt die AKAI MPC One+ nun mit satten 16 GB, wovon sich knapp die Hälfte als User-Speicher nutzen lässt. Gleich geblieben ist leider der mickrige RAM-Speicher von 2 GB.

Wie so oft bei AKAI schweigt man sich über den Prozessor aus. War die AKAI MPC One mit einem Quadcore ARM-Prozessor bestückt, heißt es nun schlicht Multicore ARM-Prozessor. Zu vermuten ist, dass es sich hier um ein leistungsstärkeres Modell handelt. Die Werbung verspricht die Core Performance einer MPC X Special Edition, was allerdings bei genauerem Hinschauen schnell als Werbeaussage entlarvt wird, denn die MPC X SE besitzt eine Quadcore ARM-Prozessor mit 4 GB RAM und 48 GB Speicherplatz. Genauere Leistungsdaten fehlen. Leistungsmäßig ist die aktualisierte AKAI MPC One+ daher vermutlich eher mit der AKAI MPC Live II vergleichbar. Im Internet berichten erste Nutzer, die zuvor eine MPC One besessen haben, dass die MPC One geringfügig träger sei als die MPC One+. Dies würde für einen etwas leistungsfähigen Prozessor sprechen. Mangels ausführlicher technischer Daten oder einer MPC One zum direkten Vergleich lässt sich das aber nicht von mir nachvollziehen und sei deshalb nur am Rande erwähnt.

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Alles wie immer: eine MPC ist eine MPC

Pre-loaded Content und Plug-in-Gutschein

Die neue AKAI MPC One+ wird mit 2 GB vorinstalliertem Material ausgeliefert. Von Synthesizern über Drum-Kits, Melody-Samples, Chops und Effekt-Presets ist bereits viel enthalten, um sofort mit der Musikproduktion beginnen zu können.

Beim Kauf der AKAI MPC One+ erhält man einen Gutschein, den man für ein Instrumenten-Plug-in im AKAI Store einlösen kann. Mittlerweile stehen zahlreiche Instrumente zur Auswahl, darunter auch die neue Roland Juno-Emulation Jura. Bei Verkaufspreisen von teils bis zu 149,- Euro für ein Instrumenten-Plug-in ist der Plug-in-Gutschein sicher mehr als nur eine Zugabe.

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AKAI bietet zahlreiche Instrumenten- und Effekt-Plug-ins für seine MPC-Reihe an

Plus – nicht MK II

Beim näheren Betrachten der AKAI MPC One+ fällt auf, dass die Änderungen eher marginal sind. Wir haben es hier mit einer Auffrischungskur zu tun und nicht mit einem Upgrade auf eine AKAI MPC One MK II.

Die AKAI MPC One+ besitzt also keine Funktionen, die nicht auch die AKAI MPC One integriert hat. Der Workflow und die Möglichkeiten sind identisch. Die AKAI MPC One+ bleibt also eine AKAI MPC One. Zu vergleichen ist das vielleicht mit den „Product Refreshments“, die Apple von Zeit zu Zeit an iPhones, iPads oder Mac-Rechnern vornimmt. Diese kleineren Produktveränderungen sind so gering, dass der Anwender sie in der Regel gar nicht mitbekommt. Anders als bei AKAI werden diese allerdings auch nicht groß beworben und eher zufällig von Fachleuten beim Vergleichen der technischen Daten entdeckt.

Die Vergrößerung des internen Speichers wird viele Nutzer einer AKAI MPC One nicht interessieren, da der Zugriff auf den internen Speicher einige Nachteile mit sich bringt, insbesondere dann, wenn die AKAI MPC One mit einem Computer verbunden ist. Eine SD-Karte ist da nach wie vor der bessere Ort für die Datensicherung – und diese Möglichkeit existiert bei beiden Modellen. Eventuell spielt der größere interne Speicher aber bei zukünftigen Firmware-Updates eine Rolle. Genaueres lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, denn beide Produktlinien arbeiten mit derselben Firmware.

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Die AKAI MPC One+ kommt komplett ohne Computerunterstützung aus

Ein Plus hingegen ist die WLAN- und Bluetooth-Konnektivität. WLAN erleichtert die Produktfreischaltung von gekauften Plug-ins und auch die Firmware-Aktualisierung. Ableton Link ist ebenfalls auf Knopfdruck verfügbar und eine Ethernet-Verbindung entfällt (und ist aufgrund des Wegfalls der entsprechenden Buchse auch gar nicht mehr möglich).

Bluetooth gestattet den Anschluss von Bluetooth-Equipment von Bluetooth-MIDI-Equipment wie Masterkeyboards bis hin zu Computertastaturen. So lassen sich Dateinamen leichter vergeben und Tracks damit benennen. Interessant ist, dass sich mit der Shift-Funktion an der MPC One+ in der Pianorolle nicht mehrere Noten selektieren lassen, das aber bei gedrückter Shift-Taste auf der Computertastatur funktioniert. Ein kleines, aber feines Feature.

Ansonsten bleibt alles beim Alten: Die Zahl der Ein- und Ausgänge lässt sich per USB-Audio erweitern, die AKAI MPC One+ steuert Equipment von Drittherstellern und Software über MIDI, USB, CV/Gate und nun auch per WLAN/Bluetooth. Das Betriebssystem und die Funktionalität sind identisch zur alten MPC One und auch zu den meisten anderen MPC-Modellen. Ich verweise an dieser Stelle deshalb auf die zahlreichen Tests auf AMAZONA.de.

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Lohnt sich ein Upgrade für MPC One Besitzer?

Definitiv nicht! Wer bislang ohne WLAN und Bluetooth ausgekommen ist, wird das auch weiterhin. Das Speicher-Upgrade fällt kaum ins Gewicht. Aufgrund der Preisgleichheit sollten nur Neukunden zur AKAI MPC One+ greifen.

Nach dem Erscheinen der AKAI MPC One+ in diesem Jahr haben zahlreiche AKAI MPC One Besitzer ihre Geräte verkauft oder inserieren sie aktuell in den Kleinanzeigenmärkten. Eine AKAI MPC One kostet gebraucht deutlich unter 600,- Euro.

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AKAI Professional MPC One+
AKAI Professional MPC One+
Kundenbewertung:
(6)

Einige Händler haben noch beide Geräte aufgrund von Restbeständen im Angebot. Allerdings unterscheidet sich der Neupreis der AKAI MPC One bei diesen Händlern nur marginal von dem einer AKAI MPC One+. Hier sollte also tunlichst darauf geachtet werden, nicht versehentlich das ältere Modell zu kaufen. Händler-Neupreise für eine AKAI MPC One aus Restbeständen variieren zwischen 699,- Euro und 739,- Euro, während die AKAI MPC One+ 789,- Euro kostet.

Wem die Features der AKAI MPC One (+) nicht ausreichen, sollte besser zur kaum teureren AKAI MPC Live II greifen. Diese punktet durch den integrierten Akku, den Lautsprecher, mehr Einzelausgängen, SSD/HDD SATA-Anschluss, USB 3-Anschlüssen, WLAN/Bluetooth/Ethernet-Konnektivität, je zwei MIDI In und MIDI Out Anschlüssen und zusätzlichen Phono-Eingängen für das Sampling. Die AKAI MPC Live II kostet aktuell 1.069,- Euro und damit nur 280,- Euro mehr als die AKAI MPC One+.

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Fazit

Die AKAI MPC One+ ist eine AKAI MPC One mit kleineren Aktualisierungen. Für die meisten AKAI MPC One Anwender fallen diese kaum ins Gewicht, sodass sich der Verkauf und Neukauf nicht lohnt. Für Neukunden hingegen ist der Griff zur AKAI MPC One+ bei gleichem Preis die richtige Wahl. Möchte man einfach nur mal MPC-Luft schnuppern, um zu schauen, ob die Arbeit mit einem Standalone-Produkt eine Alternative zum Computer ist, kommt auch ein Gebrauchtkauf einer AKAI MPC One in Betracht, deren Gebrauchtmarktpreis bereits deutlich gesunken ist.

Wer die AKAI MPC One schon besitzt und ein Upgrade wünscht, greift besser zur AKAI MPC Live II oder den noch größeren MPC X-Modellen. Dennoch ist die AKAI MPC One+ für Neukunden sehr attraktiv und bietet eigentlich alles, was man für die Musikproduktion ohne Computer benötigt. Gerade in Verbindung mit den vielen analogen und virtuell-analogen Tischsynthesizern diverser Hersteller wie Roland, Behringer und Co., die mit CV/Gate und/oder MIDI ausgestattet sind, ist die AKAI MPC One+ die ideale Schaltzentrale. Doch auch als komplettes Music Production Center macht die AKAI MPC One+ eine prima Figur und ist der beste und günstigste Einstieg in die Welt der Musikproduktion, denn mit kaum einem anderen Gerät dieser Preisklasse lassen sich ohne weitere Hardware oder Software komplette Songs produzieren. Die Bewertung bezieht sich deshalb nicht auf die erweiterten Möglichkeiten der AKAI MPC One+ im Vergleich zur MPC One, sondern auf die MPC One+ als Standalone-Gerät.

Plus

  • WLAN
  • Bluetooth
  • größerer Speicherplatz
  • freies Plug-in (Coupon)
  • 2 GB vorinstalliertes Material

Minus

  • nur Minor-Upgrade
  • mickriges RAM

Preis

  • 789,- Euro
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Forum
    • Profilbild
      schmudo

      @TEEEMEY aber genau dafür gibt’s doch die MPC Live. Es gibt so viele MPC-Varianten, dass eigentlich für jeden Interessierten was Passendes dabei sein sollte.

    • Profilbild
      Acidkat

      @TEEEMEY hmm, mobil? Entweder MPC One mit Ripcord-Kabel und dicker Powerbank
      ++ kleinste MPC, tatsächlich noch Rucksacktauglich und vom Gewicht mobil
      — Kopfhörerausgang vorne nervt/gefährlich beim Schoß-Betrieb

      oder Live II, die dann aber etwas sperriger ist, dafür mit Lautsprechern läuft oder auch den Kopfhörerausgang hinten hat.

      Ich hatte mich aus Format- und Button-Anzahl-Gründen damals für die MPC One entschieden und bereue es nicht. Wenn mal eine Live III ohne Lautsprecher und mit Kopfhörerausgang hinten kommt, denke ich nochmal drüber nach :-)

  1. Profilbild
    Kobi Kobsen

    Ich versteh nicht warum nicht einfach mal was richtig gemacht wird. Alles so klecker Optimierungen, nur um den Abstand zu den teureren nicht zu gering zu machen. Das ist doch traurig. Bt und Wifi kann man mit nem 1 Euro Microcontroller reinbasteln, Speicher kostet nix mehr,…
    Das ist alles ganz schön peinlich.

    Dann wäre in meinen Augen der Digitakt die Konsequenz, aber dort machen sie es genauso. Da kam ein Update, jetzt kann er Timestretching – hallo?? Ich dachte ich verlese nicht. Konnte einfach nicht glauben, dass es noch ein Gerät gibt, das das nicht beherrscht.
    Wir haben 2023!
    Dann nehm ich eben doch mein iPad und hab Faktor 100.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @Kobi Kobsen jetzt mit link! is doch super um mit dem iPad oder laptop zusammen zuspielen.
      wer möchte sich noch mit midi clock rumärgern? ;)

      • Profilbild
        Kobi Kobsen

        Ja Link ist cool, aber auch das löst eben keine Jubel-Chöre mehr aus. Da denke ich mir immer, das basteln DIYer in ein Eurorack Modul, das aus 24 Euro Bauteilkosten besteht. Von Akai erwarte ich da irgendwie echt mehr Innovation. Aber ich hab mir ein Piano gekauft – Hobby Budget ist daher erst mal gut aufgehoben und ich kann dieses Thema ne Weile weglegen – Puh…

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