Test: Akai MPC One, Music Production System

7. August 2020

Die günstigste MPC - was kann sie?

test akai mpc one

Akai MPC One, Music Production System

Die Akai MPC One erlaubt es dem Nutzer, unabhängig von Rechner Musik zu produzieren.
Es handelt es sich um eine Workstation mit Synthese- und Sampling-Funktionen. Effekte und umfangreiche Synchronisation und Steuerungsmöglichkeiten per CV und MIDI sind ebenfalls integriert. Diese Workstation ist eine der neusten und die derzeit günstigste MPC auf dem Markt.

Eine kurze Einführung in die Akai MPC Geschichte

Als 1988 die erste MPC von Akai in Zusammenarbeit mit Roger Linn entstand, ist sie eine Legende. Die Akai MPC60 war die optimierte Linn 9000, welche Roger Linn im Nachhinein als Fehlschlag bezeichnete. Aber die Linn 9000 brachte schon alles mit, was man an der MPC liebt. Die Pads, die Möglichkeit, Samples zu laden. Die MPC setzte Maßstäbe und half dabei, den Hip-Hop aus der Taufe zu heben. Sampling setzte eine ungeahntes kreatives Potenzial frei, die es auch Musikern ohne musikalische Vorbildung ermöglichte, Musik zu erschaffen.

Sampler waren nun auch bezahlbar. Man war nicht mehr von den unglaublich teuren Synclaviers, E-MUs und Fairlights abhängig. Diese Werkzeuge gab es ohnehin nur in sehr luxuriösen Studios oder waren Spielzeuge für reiche Popstars. Akai erlebte in seiner Geschichte eine Menge Veränderungen, die aber immer von MPC begleitet wurde. Das ist wirklich bewundernswert! Welche Firma bringt den Willen auf, über all die Jahrzehnte ein Produkt weiterzuentwickeln und in neuer Form auferstehen zu lassen?

Schließlich leben wir mittlerweile im Zeitalter des Computers. Das Zeitalter, in der elektronische Musik maßgeblich von Ableton Live geprägt ist. Einfacher wäre es gewesen, die MPC nach einem Misserfolg einzustellen. Der Tiefpunkt war sicher erreicht, als die MPC nur noch ein überteuerter Controller war, der eine Software auf einem Laptop kontrollierte.

Doch diese Phase dauerte nicht lange an. Akai besann sich auf die Tugenden der MPC. Ein System, welches es dem Nutzer ermöglicht, Musik unabhängig vom Rechner zu produzieren. Laptops und PCs sind zwar unglaublich praktisch, aber eben keine Musikinstrumente.

Die MPC hat den klaren Vorteil, dass sie ausschließlich für die Musik erschaffen wurde. Sie hält den Nutzer davon ab, während des Musikmachen seine sozialen Netzwerke zu checken oder eine Banküberweisung zu tätigen.

Seit sich AKAI wieder auf die Tugend der MPCs besonnen hat, geht es aufwärts mit der MPC-Serie. Natürlich ist es 2020 möglich, die MPC hybrid zu betreiben und zu diesem Zweck liefert Akai eine entsprechende DAW mit, welche nahtlos mit der MPC zusammenarbeitet. Diese Software ist aber nicht Gegenstand dieses Tests. Er konzentriert sich auf die Möglichkeiten der Hardware.

Es gibt tatsächlich Musiker, die keinen Computer besitzen. Sie entscheiden sich bewusst für ein Instrument, das es ihnen ermöglicht, ihre musikalischen Visionen, ohne Computer umzusetzen. Warum sollte man auch sonst eine MPC kaufen? Ich habe zwei DAWs auf meinen Rechner und ich weiß, dass einige Musiker noch mehr DAWs auf ihren Rechner installiert haben.

Grundsätzliches zu der Akai MPC-Serie

Beim Blick auf das Handbuch der MPC musste ich zunächst stutzen, denn es beschreibt die Funktionen der MPC X, Live, Touch und One. Die Geräte unterscheiden sich also offensichtlich nur hinsichtlich ihrer Hardware und den damit verbundenen Bedienungsmöglichkeiten. Somit verfügen alle MPCs über eine identische Software. Offensichtlich sind MPCs Rechner, die mit Hilfe eines Touch-Screens bedient werden können. Die Hardware hat Einfluss darauf, wie Funktionen der Software bedient werden. Es stellt sich letztlich die Frage, welche Bedienelemente man anfassen möchte und welche Elemente der unterschiedlichen Modelle zum eigenen Workflow passen. Die Software der MPCs berührt dies prinzipiell erst mal nicht.

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Unterschiedliche Hardware mit gleicher Software hat viele Vorteile: Die Software muss nur einmal entwickelt werden, man kann von Modell zu Modell switchen, ohne dass sich die grundsätzliche Arbeitsweise der MPC verändert und als User wird man sich schnell an die neuen Hardware-Elemente gewöhnen. Für den Kundenstand der MPC die perfekte Lösung.

Wie sieht es aber aus, wenn man mit der Akai MPC nicht so vertraut ist? Wenn man bisher Musik am Computer kreiert hat? Fällt das mit einer MPC leichter als mit einem Computer?

Die Verarbeitung und Funktionen der MPC One

Ist das 272 x 272 x 53 mm große und 2,1 kg schwere Gehäuse aus Kunststoff oder Metall? Gar nicht so einfach zu beantworten, was an der hochwertigen Lackierung, die die Kühle des Metalls nicht sofort offensichtlich macht, liegt. Die Oberfläche, die Front- und Rückseite des Gehäuses bestehen aus Metall und wurden in Form gebogen. Auch der Boden besteht aus Metall. Zum Gehäuse gehört ein Rahmen, der die Seitenteile mit den Lüftungsschlitzen aus Kunststoff einpasst. Diese lassen das Licht der LEDs durchscheinen und erzeugen ein atmosphärisches Licht – als würde man in das innere eines Raumschiffes blicken.

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Hinsichtlich des Displays würde ich mir wünschen, dass jeder Synthesizer mit einer tiefergehenden Menüführung über ein solches verfügt. Im Vergleich zu einem iPad ist die Reaktivität des Touch-Screens allerdings nur zufriedenstellend. Mehr dazu im Praxisteil.

Unübersehbar sind die unvermeidlichen 16 Pads, die der MPC schon seit der MPC60 zur Seite stehen. Diese Erfindung von Roger Linn hat die Welt des Musikmachens verändert. Nur deswegen spricht man von Fingerdrummern. Und ganz ehrlich: Welcher MIDI-Controller verfügt heutzutage nicht über Pads?

Die Pads der MPC One verfügen über die übliche Akai-Qualität und sind damit über jede Kritik erhaben. Von der Qualität können sich andere Hersteller eine Scheibe abschneiden, denn Pads sind nun mal nicht gleich Pads.

Die Pads der MPC One sind gummiert und verfügen über einen festen Widerstand und laden wirklich zum Trommeln ein. Das darf auch gerne fester geschehen, denn man muss hierbei nicht befürchten, dass die MPC unter Belastung auseinanderfällt. Selbstverständlich sind sie dank moderner LED-Technik in verschiedensten Farben beleuchtet.

Rechts neben dem Display befinden sich 4 Endlosregler aus Kunststoff. Sie verfügen über ein gutes Drehgefühl mit leichtem Widerstand. Ein weiterer wichtiger Bestandteil für die Bedienung ist das Jogwheel. Es ist gerastert und kann zusätzlich als Taster genutzt werden. Die Bedienung hinterlässt allerdings einen „wobbligen“ Eindruck und das Rad fühlt sich deswegen etwas billig an. Das geht definitiv besser!

Akai beweist es sogleich mit den 31 Buttons, denn diese sind extrem hochwertig verarbeitet. Beim Loslassen federn sie äußerst bestimmt zurück und hinterlassen insgesamt ein angenehmes Gefühl. Außerdem verfügen sie über ein Klick-Geräusch, das an den Sound eines Sidestick erinnert. 90 % dieser Buttons leuchten orange, wenn sie aktiviert sind.  Am wichtigsten ist aber, dass man mit vielen dieser Knöpfe wichtige Funktionen mit einem Klick aufrufen kann. So kann man in während einer Performance bequem zwischen verschiedenen Fenstern wechseln.

Pads super, Endlosregler super, Knöpfe perfekt, Jogwheel ausbaufähig. Natürlich verrichtet das Jogwheel anstandslos seinen Dienst, aber ein bisschen mehr Qualität wäre hier schön gewesen. Dies hätte besser in das Gesamtbild der tollen Verarbeitung gepasst.

Die Anschlüsse der Akai MPC One

Anschlussseitig verfügt die Akai MPC One über einen Kopfhörerausgang auf der Frontseite, der mit kleiner Klinke ausgerüstet ist. Man kann sich natürlich immer darüber streiten, ob eine große Klinkenbuchse an dieser Stelle nicht angemessener wäre. Meiner Meinung nach muss man diesen Punkt aber nicht weiter berücksichtigen, da fast jeder Kopfhörer heutzutage über einen passenden Adapter verfügt. Neben dem Kopfhörerausgang befindet sich noch ein Schlitz für eine SD-Karte zum Speichern und Laden von Dateien auf der Vorderseite.

Auf der Rückseite wird es anschlussseitig deutlich interessanter. Hier befinden sich MIDI In/Out, 4x CV-Gate, 2 Stereo-Klinkenpärchen für Ein- und Ausgänge und neben den Audioanschlüssen befinden sich hier auch zwei sehr kleine Regler, um das Ein- und Ausgangssignal zu verstärken bzw. abzuschwächen.

Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob diese an der richtigen Stelle angebracht sind, denn je nach Sample-Quelle wird man immer unterschiedliche Eingangssignale haben und da empfinde ich es als Fummelei, „da hinten“ nachzujustieren. Gleiches gilt für den Ausgang. Besonders in Live-Situationen stelle ich es mir daher schwierig vor, dazu unter schlechten Lichtbedingungen, das Ausgangssignal zu justieren. Meiner Meinung nach hätte sich dieser Regler auf der Vorderseite oder auf der Oberfläche besser gemacht.

Zusätzlich befindet sich auf der Rückseite auch der USB-Anschluss für den Rechner sowie ein USB-Anschluss an dem man USB-Speichermedien anschließen kann. Der ebenfalls vorhandene Ethernet-Anschluss synchronisiert die MPC One mit Ableton Live und bietet die Möglichkeit, sich online mit Splice.com zu verbinden. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk, das Content für die MPC One bereitstellt. Zur Sicherung des Eigentums bei Gigs und in Mietstudios bietet die MPC One abschließend einen Kensington Lock.

Software, Samples, Prozessor und Speicher der MPC One

In der MPC One schlägt das Herz eines Quadcore ARM-Prozessors. Der Nutzer bekommt 2 GB Speicherplatz spendiert, die er mit seinem eigenen Material bespielen kann sowie 2 GB mit vorinstallierten Inhalt.

Der mitgelieferte Inhalt der MPC bildet jedes erdenkliche Spektrum moderner Tanz- und Pop-Produktionen ab. Seien es ganze Phrasen, einzelne Samples oder MIDI-Files – man kann sofort loslegen.

Für meinen Geschmack klingen die offiziellen Demos der MPC One aber sehr glatt und spiegeln nur einen kleinen Teil des klanglichen Spektrums wider, der mit der MPC One zu erreichen ist. Der Klang ist letztlich natürlich von dem Material abhängig, mit der man sie füttert. So war es für mich keine große Überraschung, dass ich mit meinen Samples und den internen Möglichkeiten der MPC One einen gänzlich anderen Sound erzeugen konnte, der mit den Demos rein gar nichts zu tun hat. Etwas mehr Vielfalt hätte den Demos meiner Meinung nach sehr gut getan.

Da die Software-Schmiede AIR Teil des inMusic-Konzerns ist, bekommt man oben drauf noch über 28 Effekte mitgeliefert. AIR liefert hauptsächlich Standardeffekte, die notwendig sind, um seine Tracks aufzumotzen, zu polieren und einfach fetter klingen zu lassen. Delays, Filter, Reverbs, EQs, Chorus, Phaser etc. stehen in den verschiedensten Ausprägungen bereit.

Ein AIR-Effekt

Grundsätzlich ist die MPC One auch kein reiner Sampler mehr, denn es sind drei Klangerzeuger an Bord. Der TubeSynth basiert auf dem Vacuum Pro von AIR, Bassline liefert fette monophone Bässe und mit Electric bekommt man ein E-Piano zur Seite gestellt.

Praxis: Grundsätzliches zum Handbuch

Die MPC One wird sich dank einheitlicher Software jedem Besitzer einer modernen MPC erschließen. Ein Anfänger muss dieses Instrument dagegen erst erlernen. Das ist ganz normal und funktioniert mit manchen Instrumenten einfacher und anderen Instrumenten etwas schwerer: Leider ist intuitives Arbeiten mit der MPC One nicht möglich. Auch wenn man über jahrelange Erfahrung mit Synthesizern und Samplern verfügt werden sich wichtige Funktionen erst mit einem Blick in das Handbuch erschließen.

Das deutsche Handbuch ist dabei oftmals hilfreich: „oftmals“ deshalb, weil zwar beschrieben wird, wie man Funktionen auslöst, aber es wird nicht immer beschrieben, wo sich diese Funktionen befinden. Als Anfänger muss ich aber wissen, dass ich meine Samples z. B. in einem Unterordner für eigene Dateien befinden. Akai schreibt das zwar auch, aber es fehlt eben die entscheidende Information, dass sich dieser Ordner im Hauptmenü befindet – und das zieht sich wie ein roter Faden durchs Handbuch. Deswegen ist man gezwungen, die MPC zu durchsuchen, was anfangs ziemlich anstrengend sein kann, da man mit der Menüführung nicht vertraut ist. Manchmal kommt es auch vor, dass Funktionen ganz anders erreicht werden, als sie im Handbuch beschrieben werden, was wirklich sehr frustrierend ist. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass man die Funktionen findet, wenn man sich auf die MPC One einlässt.

Ich möchte dies am Beispiel „tonales Spielen eines Samples“ beschreiben. Ohne auf Details einzugehen, spricht das Handbuch davon, dass man dafür gewisse Funktionen auslösen muss. Dies führte bei mir aber zu keinem Erfolg. Letztendlich habe ich das Sample im Menü umgestellt, indem ich auf das Keyboard-Symbol gedrückt habe und das Sample neu zugeordnet habe. Was jetzt einfach und unkompliziert klingt, hat natürlich seine Zeit gedauert.

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Arbeiten mit der MPC: Vorbereitung

Folgender Ausgangspunkt: Ich habe das dringende Bedürfnis, mit der MPC einen Track zu bauen. Da ich nicht unbedingt auf die internen Samples der MPC One zurückgreifen möchte, sample ich selbst. Dabei ist es immer wieder ein Vergnügen, die eigene Musikbibliothek zu erkunden und sich dabei vorzustellen, was wohl einen guten Track ergeben würde. Das ist schon ein erster kreativer Prozess.

Nachdem die Auswahl abgeschlossen ist, stelle ich die MPC One ein. Zuerst wird man auf die Demo-Page geschickt, wo ich auch die Möglichkeit habe, ein neues Projekt anzulegen. Nach Bestätigung wird man in das tabellarische Hauptmenü geschickt. Hier muss man der MPC One erklären, mit welcher Art von Klangmaterial man arbeiten möchte. Das beschäftigt mich jedoch noch nicht, weil erst mal eigenes Sample-Material verarbeitet werden soll. Dazu können wir Samples vom USB-Medium oder einer SD-Karte in die MPC importieren. Natürlich können Samples auch oldschlool-mäßig mit den Eingängen aufgenommen werden, dazu später noch mehr.

Im Hauptmenü findet man den Ordner „Browser“ und wenn man auf diesen klickt, gelangt man zur „Search Directory“. Akai hat seine Samples und Instrumente schon in Ordner gepackt, welche die unterschiedlichen Kategorien durch ihre Bezeichnung Instruments, Drums, Samples, Demos usw. sehr gut abbildet.

Den externen Datenträger findet man natürlich im Reiter „Places“ und von dort aus kann darauf zugegriffen werden. Funktioniert vollkommen flüssig und der MPC One ist es egal, ob eine Festplatte, eine SD-Karte oder ein USB-Stick angeschlossen ist. Die Formatierung der Datenträger spielt offensichtlich auch keine Rolle.

Schön ist, dass man die Samples erst mal durchhören kann, bevor man sie in den Speicher der MPC lädt. Ob man mit internen oder externen Samples arbeitet: Sie müssen in den Speicher der MPC geladen werden. Dazu wählt man ein Sample aus und betätigt „Load“. Nun stehen verschiedenste Möglichkeit der Sample-Bearbeitung zur Verfügung.

Soll das Sample einem Pad zugeordnet werden, drückt man auf „Sample Assign“, wo daraufhin das geladene Sample angezeigt wird. Dort kann es einem der 16 Pads zugewiesen werden. Dazu einfach ein Pad auswählen, das daraufhin farblich markiert wird. Ob man über die Pads oder das Touchscreen auswählt, spielt dabei keine Rolle – sehr komfortabel. Im Touchscreen das Sample mit Doppelklick anwählen und schon steht sein Name auf dem Pad und es kann gespielt werden. Dies ist natürlich die simpelste Anwendung, die man vornehmen kann.

Im Main-Fenster finden sich drei Menüs. Im ersten Menü können wir eine Sequenz erstellen, die aus verschiedenen Parts besteht. Es ist wie ein Ordner, der unterschiedliche Informationen erhalten kann. Wenn man diese Informationen variiert, kann man einen Song erstellen. In der Sequenz können wir also solche Parts wie Intro, Bridge, Chorus, Break, Strophe usw. erstellen.

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Da diese Informationen meistens aufeinander bezogen sind, kann man Parts einer Sequenz bearbeiten und unter anderem Namen abspeichern. Es ist nicht notwendig jede Sequenz neu erstellen. Copy-and-paste, löschen und ergänzen von Parts reicht dann aus, um ein reichhaltiges Arrangement zu erstellen.

Ein Part einer Sequenz kann aus MIDI- oder CV-Informationen bestehen, die an ein externes oder internes Instrument geschickt werden soll. Es stehen auch Audiospuren zur Verfügung, die besungen oder mit sonstigen Instrumenten bespielt werden können.

Arbeiten mit Samples in der MPC One

Die Arbeitsweise findet wie folgt statt: Es wird ein Sample geladen und im Main-Menü wird die Sequenz ausgewählt. Dann wird der Sequenz einem Track zugewiesen, der ein Sample, eine Audiospur, eine CV- oder MIDI-Spur sein kann. Ich möchte ein Sample tonal spielen, also wähle ich in Track das Symbol mit den Keys.

Im Fenster Keygroup kann man nun mit dem Plus-Zeichen ein Programm erstellen. Im Programm sind die Informationen vorhanden, die notwendig sind, um die MPC One spielen zu lassen. Aber was passiert mit dem Sample oder Instrument? Wird es tonal oder monophon gespielt oder besteht es aus mehreren einzelnen Samples? Handelt es sich um einen der drei Synthesizer? Werden nur CV- oder MIDI-Daten ausgegeben? Um Sound aus der MPC zu holen, ist es unbedingt notwendig, diese Schritte zu beachten: Sequenz, Track und Programm.

Weiter geht es mit der tonalen Zuordnung eines Samples: Zurück in die Übersicht und Sample Edit auswählen. Mit dem Sample soll weiter nichts weiter geschehen, sondern es soll nur dem Programm zugeordnet werden, das erstellt wurde, um es tonal zu spielen. Dazu „Assign Sample“ wählen und dem entsprechenden Programm zuordnen. Man könnte nun annehmen, dass man das Programm direkt tonal spielen kann, aber das ist leider nicht möglich. Denn zuerst muss man in das Main Fenster zurückkehren, erst dann geht es los.

Diese dreistufige Arbeitsweise ist meiner Meinung nach etwas fehleranfällig und während des Tests kam es hin und wieder zu Bugs, beispielsweise dass das Programm in der Sample-Zuordnung nicht auftauchte. Da half oft nur der Neustart.

Sample Editor

Der Sample Editor bietet reichhaltige Möglichkeiten, um das Sample zu bearbeiten: Es kann geschnitten werden, mit den Fingern kann der Start- und Endpunkt bestimmt werden und in der Praxis funktioniert das alles sehr gut.

Schwieriger wird es, wenn man über rhythmisches Material verfügt. Seit der Einführung von Propellerhead Recycle ist es möglich, Samples in Scheibchen serviert zu bekommen, ohne einen endlosen Editierungswahnsinn betreiben zu müssen. Natürlich beherrscht auch die MPC diese „Chop“ genannte Funktion. Dabei ist es möglich, die „Chops“ nach Threshold, Regions, BPM zu unterteilen oder selbständig die Slices zu setzen. Die meisten Nutzer werden sich wohl an den Transienten orientieren und dies ist natürlich auch am wichtigsten, um die MPC beurteilen zu können.

Die Transienten werden im Threshold-Modus relativ gut erkannt. Hier und da muss man jedoch nachjustieren, was dank der Funktion „manual“ aber möglich ist. Dass das manuelle Setzen der Transienten allerdings zur Fitzelarbeit mutiert, liegt an der Qualität des Touchscreens. Die grundsätzliche Bedienung gelingt gut, punktgenaues Arbeiten ist dagegen schwierig – es ist eben keine iPad Qualität.

Es ergeben sich auch Probleme mit der Anordnung der vier Endlosregler rechts des Touchscreens. Denn je weiter man sich durch Slices nach rechts arbeitet, desto größer die Möglichkeit, einen der Regler aus Versehen dabei zu berühren. Und da diese sehr sensibel reagieren und sich schon bei leichten Berührungen das Fenster öffnet, das die Funktionen der Regler darstellt, geht es hier oft sehr eng zu. Trotzdem: Chop ist einfach zu finden und es lässt sich damit gut arbeiten.

Obwohl man im Menü zunächst keine Hinweise darauf findet, was man mit den Slices nun anstellen kann, hilft das Handbuch an dieser Stelle weiter: Durch Drücken der Shift-Taste öffnet sich das Untermenü, hier „Convert“ auswählen und bestätigen. Dann lässt sich die Taktzahl bestimmen, ob die Slices einem Program zugeordnet oder ob die Slices auch als MIDI-Spur übernommen werden sollen. Intuitiv findet man diese Funktion vielleicht mit viel Glück, aber sicherlich nicht durchs reine Ausprobieren. Grundsätzlich etwas schade, weil diese Funktion doch essentieller Bestandteil des Samplings ist – da sollte eine solch wichtige Funktion doch nicht versteckt werden.

Erwähnenswert ist, dass für jedes Sample verschiedene Velocity-Zonen angelegt werden können. Wenn man also über ein Sample mit verschiedenen Anschlagstärken verfügt, können einem Pad bis zu vier Samples zugeordnet werden, die auf verschiedene Anschlagstärken reagieren. Kreativ-Tipp: Warum muss es unbedingt das gleiche Sample sein? Probiert unterschiedliche aus und seht was passiert!

Im Programm Edit Menü kann man Samples den üblichen Maßnahmen unterziehen. Um den typischen MPC-Sound zu erzeugen, ist das Stimmen der Samples extrem wichtig. Es stehen zwei ADSR-Hüllkurven für Filter und Amp zur Verfügung, 30 digitale Filtertypen machen die Auswahl aber nicht einfach (es gibt sogar Vocal-Filter).

Zusätzlich verfügt man über einen LFO mit den üblichen Schwingungsformen. Wenn das nicht reicht, kann man sich aus dem reichhaltigen Arsenal der AIR-Effekte bedienen. Dabei können bis zu 4 Effekte einem Program zugeordnet werden. Das reicht definitiv aus, um die Herkunft von jedem Sample zu verschleiern.

Bis jetzt wurde ein Sample von einem USB-Drive importiert. Akai stellt aber auch extra ein eigenständiges Programm bereit, mit dem man über die externen Eingänge richtig oldschool aufnehmen kann. Natürlich hätte man diese Funktion auch in den Sample Editor einbauen können. Dieses Programm erklärt sich von selbst, da es auch sehr simpel gehalten ist. Es ist möglich, den Eingangspegel und Aufnahmezeit zu bestimmen. Danach werden die Aufnahmen in Sample Edit bearbeitet.

Der Akai MPC One Sequencer

Aufnehmen ist einfach: Record und Play drücken, vorher im Main Fenster die gewünschte Spur anwählen. Der Sequencer wird im Grid-View dargestellt. Mit Klötzchen oder Balken werden die Noten angezeigt. Wenn man das Sample tonal spielen möchte oder eines der Plugins ausgewählt hat, wird anstatt der der Pad-Benennung eine Klaviatur angezeigt. Das ist aus DAWs wie Ableton Live oder Apple Logic Pro bekannt. Jeder Grid ist einem Pad zugeordnet und wenn man ein Pad spielt, wird auch der dazugehörige Grid angezeigt.

Natürlich kann es trotz perfekter Spieltechnik vorkommen, dass man sich auch mal verspielt. Noten können gelöscht und nachträglich eingefügt werden. Die MPC ist ja seit der Version 60 für ihren Overdub-Knopf berühmt, mit dem man in einen Track Noten nachträglich einspielen kann.

Unterhalb des Grid sind vier Menüs vorhanden, mit derer Hilfe man die Klötzchen transponieren, die Velocity bestimmen sowie kürzen und verlängern kann. Mit Nugde kann man die Samples genau auf das Raster zeihen. Einfach Noten auswählen und mit den Jogwheel die Noten punktgenau verschieben.

Manchmal möchte man eine ganze Sequenz von einen auf fünf Takte verlängern. Dazu ist es nicht notwendig, die einzelnen Klötzchen einzeln zu kopieren, sondern das erledigt der Copy-Knopf links neben den Pads. Super Easy und zeitsparend.

Zum Spielen und Aufnehmen kann man auch auf die klassischen MPC-Techniken zurückgreifen. Seit der MPC 60 gibt es Note Repeate und 16 Levels, mit denen die typischen MPC Tricks zu erzeugen sind. Natürlich braucht man dank 16 Levels nicht unbedingt die neue tonale Spielweise. Note Repeat hält uns davon ab, Klötzchen hintereinander zu kopieren. Diese Funktion macht besonders viel Spaß, wenn man sie auf eine monophone Sequenz anwendet. Dies ist eine Möglichkeit, die abgehackten verdrehten Aphex Twin Beats hinzubekommen. Schön, dass sich Akai daran erinnert, was für eine Tradition die MPC transportiert und diese Features weiterleben lässt.

Wenn man nun eine Sequenz geschraubt hat, kann man Variationen von dieser erstellen und diese dankenswerterweise mit wenigen Schritten hin und her kopieren. Es soll nun darum gehen, die einzelnen Parts, also Sequenzen, in einen Track zu verwandeln.

Dazu steht der Next Sequencer zur Verfügung. Die Sequenzen eines Tracks werden automatisch einem Pad zugeordnet. Wenn man Play drückt, startet die nächste Sequenz und wird so lange wiederholt, bis die nächste Sequenz mit einem Druck aktiviert wird. So kann man natürlich perfekt mit der Stimmung eines Publikums spielen, weil man Parts endlos verlängern oder kürzen kann. Ähnlich funktioniert auch der Songmodus, nur dass man hier nach dem Listen-Prinzip seine Sequenzen arrangieren kann.

Selbstverständlich ist es auch möglich, mit der Akai MPC One Parameter zu automatisieren, dazu stellt Akai einen Step-Sequencer bereit, mit dem jeder Parameter eines Klangprogramms automatisiert werden kann.

Die Q-Link Funktion der MPC One

Diese Funktion bekommt eine extra Überschrift, weil Akai sich hier wirklich was sehr Praktisches einfallen lassen hat. Natürlich kennt man mittlerweile die Vorteile, die ein Touchscreen mitbringt, aber damit fällt auch das haptische Erlebnis weg, das die Bedienung eines Regler bietet. Akai schafft nun Abhilfe! Rechts neben dem Touchscreen befinden sich vier Endlosregler und daneben vier LEDs, unter denen sich ein Button mit der Bezeichnung Q-Link befindet.

Die meisten Bedienelemente der Software sind in 4×4-Gruppen angeordnet und daran erkennbar, dass sich in der oberen rechten Ecke ein Q befindet. Man ahnt es schon: Auch wenn eine Funktion mehr wie 4 Regler hat, kann man mit dem Q-Link-Button bequem zu den nächsten 4 Bedienelemente wechseln, die automatisch den 4 Endlosreglern zugeordnet werden.

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Die Auswahl wird mit einem Rahmen markiert und die LEDs geben Auskunft darüber, in welchem Part man sich befindet. So ist es möglich, die ADSR-Kurven mit den 4 Regler einzustellen oder man kann an den internen Synthesizer schrauben etc. In der Praxis funktioniert das überraschend gut und es wurde in der Software wirklich sehr viel Sorgfalt darauf verwendet, das 4×4 Schema einzuhalten, damit wirklich jeder verfügbare Parameter mit einem Regler zu steuern ist.

Man muss selber nichts weiter tun, als den Q-Link Button zu drücken und die Regler zu bedienen. Zusätzlich wird mit der Bedienung der Regler ein extra Reiter geöffnet, der nochmals Gewissheit darüber gibt, dass man die richtige Funktion bedient. Die Voreinstellung von Akai sind sehr praxisnahe, können aber mit dem Q-Link Programm angepasst werden. So muss das sein.

Kurz gesagt: Die Akai MPC One kann noch viel mehr

Die Farbe der Pads kann selbstverständlich dem eigenen Geschmack angepasst werden und es stehen umfangreiche MIDI-Control-Einstellungen zur Verfügung. Mit Ableton Link arbeitet die MPC One zusammen. Ein Touchscreen schreit natürlich nach einem X/Y-Pad, was ein weiterer Performance-Pluspunkt ist. Mixer für die unterschiedlichen Sequenzen, Tracks und Pads sind vorhanden und werden mit Q-Link perfekt gesteuert. Hier kann man nicht nur die Lautstärke steuern, sondern auch Effekte kontrollieren usw.

Wer von der der Software der MPC One oder anderen MPCs einen Eindruck gewinnen möchte, empfehle ich die kürzlich erschienene Akai MPC Beats Software. Akai stellt diese Software gratis zur Verfügung. Diese Software bildet sehr gut den Workflow mit der MPC One ab. Natürlich hat man keinen Zugriff auf Knöpfe, Regler und Pads. Diese können aber einem MIDI-Controller zugewiesen werden. Man bekommt einen sehr guten Eindruck über die Arbeitsweise mit MPCs der Gegenwart und was man dort lernt, kann man auf die MPCs anwenden.

Sounds

Die internen Demos der MPC zeichnen sich durch einen sehr sauberen Klang aus. Mir war es wichtig, mit meinen Demos (10 – 12) einen schmutzigen Klang, einen oldschool MPC Klang entgegenzusetzen. Viel Spaß dabei.

Fazit

Die Akai MPC One hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Die Einarbeitung für einen ungeübten Nutzer wird sicher nicht einfach werden, da das Handbuch nicht immer zuverlässig Antwort auf alle Fragen gibt.

Dazu treten teilweise aus dem nichts Bugs auf. Das ist besonders irritierend, wenn noch eine Sekunde zuvor eine Funktion ganz normal funktioniert hat. Dass hier oftmals nur noch der Neustart hilft, ist leider schade.

Wenn man aber ausreichend Sicherheit gewonnen hat, entpuppt sich die MPC One als wahres Groove-Monster. Schnell und zielsicher lassen sich mit der MPC dann Tracks erstellen. Aber es ist definitiv eine Lernkurve da und diese ist nicht immer mit Vergnügen verbunden.

Die mitgelieferten Sound-Dateien können über Jahre hinaus Spielplatz für Kreativität sein. Das hat definitiv seine Berechtigung, auch wenn ich persönlich lieber selbst sample.

Derzeit steht die MPC One für mich bei einem „gut“ und zwei voll verdienten Sternen. Sofern Akai alle Bugs ausmerzt, bekommt sie ein „sehr gut“ von mir, derzeit reicht es aber nur für ein „gut“.

Plus

  • Hardware ohne PC nutzbar
  • Sequencer
  • Sampler
  • Effekte und Instrumente
  • Touchscreen
  • Groove
  • Buttons
  • Pads
  • Q-Link
  • Sound
  • die Möglichkeiten reichen aus, um mehrere LPs zu produzieren
  • Verarbeitung

Minus

  • Handbuch nicht immer zielführend
  • längere Einarbeitung notwendig

Preis

  • 730,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    lightman  AHU

    Danke für den Test, kommt gerade recht, da ich wieder mal auf der Suche nach einer Hardwarelösung für mein Sequenzerproblem bin.

    Kann man mit dem Teil auch reines MIDI-Sequencing machen, also ohne Audio und so? Und sehe ich das richtig, daß die MPC 8 Spuren bietet, oder kann das erweitert werden?

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Reine MIDI Sequencing ist überhaupt kein Problem, nach Herstellerangaben sind wohl 128 Midi SPuren möglich. Ich würde mit der One jetzt Live nicht unbedingt jammen, es sei denn man wäre ein Fingerdrummer. Aber wenn du Pattern vorbereitest (Intro, Strophe, Refrain, break, bridgez.b.) kannst du die nacheinander extrem konfortable mit den Pads abfeuern und die werden so lange geloopt bis der nächste PAert aufgerufen wird. Damit kann man dann auf Parts rumreiten so lang man will und an den Geräten schrauben. Deswegen braucht es auch Einarbeitung, man muss der MPC immer genau sagen, was sie tun soll. Wenn man das an der richtigen Stelle nicht macht, hört man nichts. Aber das ist ja nur Einarbeitung.

    • Profilbild
      astral_body  

      Ja. Ich verwende meinen MPC Live primär zum Synthesizer sequencen.

      Auch Programm Change und Automatisierung per CC macht der super.

      Und das MIDI-Setup je Synth merkt er sich USB. Auch ob er syncen soll.

  2. Profilbild
    Stef M Froelich  

    Klar kannst du das Ding auch als reinen MIDI-Sequencer benutzen. Zusätzlich zu den mageren MIDI-Ports an dem Gerät kannst du dank der neuen 2.8-Version viele weitere MIDI-Interfaces, die halt class-compliant sein müssen, anschließen. Im Gerät kannst du für jeden Port einen Namen vergeben, so dass das Mapping recht intuitiv vonstatten geht. Du kannst für die Interfaces sogar einen USB-Hub benutzen, dann geht der USB-B-Anschluss nicht verloren.
    8 Audiospuren im Standalone-Betrieb, so viele MIDI-Spuren, wie du willst.
    Ich hab die MPC X seit ein paar Monaten. In punkto MIDI-Sequencing bin ich immer noch schneller auf der MPC3000 und auch im Logic, aber irgendwie freunde ich mich mit dem neuen MPC-Workflow auch ganz gut an. Ist einfach Gewöhnungssache. Definitiv kann man aber sehr viel damit machen, auch Controllerfahrten mit Automation sind cool.

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      lightman  AHU

      Besten Dank für die prompte Info, Stef. ich habe MPCs schon auf div. Gigs benutzt, aber nie richtig damit gearbeitet, zu der Zeit lief mein MC-50 MKII Sequenzer noch und mein Audio-/Sample-Bedarf wurde durch Mirage, S20 und S2000 immer ganz gut abgedeckt.

      Ich arbeite im Studio mit Notator und das Ding ist nach wie vor meine #1, aber halt nix für Live, da habe ich mir in den letzten paar Jahren immer irgendwie was basteln müssen und war nie so richtig zufrieden, vielleicht wäre die MPC ja die Antwort.

      Das Grid-Ding finde ich nicht so toll, mal sehen, wie das wird.

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        Dave the Butcher  AHU

        Musst du ja nicht nutzen, du hast auch eine klassische lauflichtsequencer ansicht oder du spielst live ein und quantisierst nach gusto oder trackermäßig mit eventsliste. Es gibt immer mehrere wege.

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          lightman  AHU

          Danke. Ich hab mir mittlerweile das Handbuch der MPC One runtergeladen und bin fleißig am Lesen, mit dem Teil dürften alle meine Anforderungen abgedeckt sein, und dann kommt ja auch noch das Audiozeugs dazu… schon irre, was die Kiste alles kann.

          Werde mal mit dem Sparen anfangen… jetzt werde ich auf meine alten Tage vielleicht doch noch zum MPC-Benutzer, wer hätt’s gedacht…

          • Profilbild
            Dave the Butcher  AHU

            Also die kisten sind der absolute Hammer. Was da alles drin ist… sequencer (midi, cv, usb) tracker, sampler, recorder, pad controller, audio interface, midi interface, midi to cv, multieffekt, virtuell analoger synth, eine daw ist dabei, puuh, wenn du das alles einzeln kaufst…

      • Profilbild
        Sven Rosswog  RED

        so wie ich es verstanden habe, handelt es sich um CV Outs . Da ist die MPC sehr flexibel, weshalb es an bestimmten Stellen so wichtig ist, ihr genau zu sagen was sie tun soll. MIDI, CV, Audio oder Audio.

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      moinho  

      Es sind vier Anschlüsse mit 8 Ausgängen (TRS, d.h. man braucht ein Adapterkabel, entweder von Hosa, das hier schwer zu kriegen ist, oder selberbauen für ca. €2 pro Kabel Teilekosten, geht ja auch mit zwei linken Händen). Es sind ausschließlich Ausgänge.
      Die Ausgänge werden über Tracks gesteuert, die einem CV-Program zugewiesen sind. In dem kann man dann einem (oder keinem) der Ausgänge Pitch, Velocity, Mod oder Gate zuweisen. Zusätzlich kann jeder Part über Automatisierung alle 8 CVs steuern.

      Einen CV/Gate-Eingang gibt es nicht, d.h. in nem Eurorack-Setup fühlt sich die MPC One (so wie alle MPCs) als Master am Wohlsten.
      Was auch nicht abwegig ist, mir fällt jetzt kein Modularsequencer ein, der auch nur ansatzweise soviel kann wie die MPC (wenn auch teils anderes).

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    nativeVS  AHU

    Kann ich im Heimnetzwerk auch auf den speicher der MPC zugreifen um samples unkompliziert vom Computer rueber zu schieben?

    • Profilbild
      astral_body  

      Files vom PC -> MPC geht
      – per USB-Stick
      – per SSD Karte zum kopieren.
      – per USB Festplatte

      Beim MPC Live 2 nutze ich USB vom PC.
      – Dann ist der MPC eine USB-Festplatte
      – Und ein Lautsprecher

      Ob das auch beim MPC One geht, weiss ich nicht. Aber der interne Speicher ist sowieso überschaubar groß (im Vergleich zu meiner SSD mit 500 GB )
      Beim MPC Live kopiere ich dann Samples vom meinem NAS via PC als Files auf die interne SSD (beim MPC One gibt es aber keine SSD!)

  4. Profilbild
    moinho  

    Anmerkungen:
    * Für mich der größte Kritikpunkt ist, daß es nur einen Lautstärkenregler für Line Out und Kopfhörer gemeinsam gibt.
    * Fein finde ich die Audio-Export-Möglichkeiten – das geht unkompliziert pro Track oder pro Program, entweder per Pattern oder für Songs. Fein, wenn man die in der MPC zusammengebauten Sachen noch am Rechner oder so aufpolieren will (und das ist nicht abwegig, die MPC-Effekte sind eher Mittelklasse).
    * Das Ding hat lt. Hersteller 2GB RAM, wobei ca. die Hälfte vom Betriebssystem gefressen werden – bleibt ein GB für alle Samples. Lt. Akai ist ein Feature mit Disc-Recording/Streaming geplant, dann würde das komplett für Samples zur Verfügung stehen.
    * Apropos Akai: Ich persönlich fand als MPC-Neuling die „MPC Academy“-Videos auf youtube sehr hilfreich. Die gibts spezifisch auch für MPC One ist sowas wie ein Schnellkurs. Danach weiß man die wichtigen Sachen und meistens auch, an welcher Stelle man im Handbuch für weitere Infos nachschauen muß. Vorsicht zu den Videos: Akai ist wohl der Meinung, daß heute alle Leute gerne Trap hören.
    * Die Pads sind ein bisserl kleiner als bei den klassichen MPCs (und auch den aktuellen MPC X und Live). Ziemlich genau so groß wie bei nem MC-707, und deutlich größer als bei nem Analog Rytm. Ich persönlich finde die sehr fein (aber ich hab‘ auch dünne Finger).

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      Raport 2

      Das Betriebssystem aller mpc s wie die mpc x, one,
      Oder live wie live mk 2 und auch die force verbrauchen etwa 10 % des RAM Speicher wenn man den ram ausschöpft wird darauf hingewiesen und man kann dann keine plugins mehr laden Effekte wie Instrumente.

      Wenn mann die mpc hybrid benutz hängt es am RAM speicher des rechner Systems ab.

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      ISE500  AHU

      Die wenigsten Geräte haben da zwei getrennte Regler für Kopfhörer und Master. Das ist ja kein Audio Interface.

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    astral_body  

    Ich bin mehr ein Synth-Typ und habe mir dem MPC Live 2 geholt.
    Das Ding ist der beste Kumpel für meine HW-Synth.

    Der MPC ist:
    – Sequencer ist top und simpel zu bedienen
    – Das Teil hat einen guten Arp und Chord-Funktion
    – Das ist eine Top Drum-Maschine

    – DER MPC HAT EINEN VOLLAUTOMATISCHEN AUTOSAMPLER (!)
    -> Auf Knopfdruck sampelt der einfach meinen OB6 in 4 Layern und macht daraus eine Keygroup
    -> Der Autosampler ist supergenial!
    – Programm Change klappt je Sequence. Das ist Super -> Alle patches sind bei der nächsten Session wieder da.
    – MIDI CC ist super und visuell implemtiert -> Filter Sweep aufnehmen und dann visuell modifizieren im Loop. Top.
    – Ich kann meine Synth auch Samplen: z.B. Synth FX sampeln und dann später als Sample nutzen (z.B. R2-D2 Sound vom MS-20)
    – Der MPC kann einen EMU EMAX oder Fairchild ersetzen. Naja: Er kann mit Keygroups samples chromatisch mit Layern abspielen und dann noch effekt drauf machen.
    – CV out usw.

    Zu den Kritikpunkten:
    – Der Workflow vom MPC ist genial. Es dauert halt etwas, bis man das alles checkt.
    – Das Gerät hat super viele Funktionen. Hätte nie gedacht, dass ich einen Autosampler dazu bekomme.
    – Man muss sich einlernen, weil das Teil super viel kann. Das ist ein halber DAW. Eine Drum-Maschine. Ein Sampler. Ein VTS-Synthesizer etc.

    Nach einer Lernkurve macht das Gerät für einen Synthesizer-Nutzer voll Bock :-)

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    Maxi  

    Finde es cool, dass Akai diesen Klassiker am Leben hält und in die heutige Zeit überführt. Mit der ursprünglichen MPC hat dieser spezialisierte Musik-Computer mit Touchscreen, integriertem Controller und Audio/MIDI-Interface nicht mehr so viel zu tun. Das Angebot wird scheinbar angenommen, die MPC One ist im Handel immer wieder ausverkauft. Oder es hängt damit zusammen, dass es derzeit einfach Lieferengpässe bei Computer-Bauteilen gibt und die Produktion stockt. „Die MPC-Software ist aber nicht Gegenstand dieses Tests.“ => Ein Testbericht zur Software würde mich interessieren.

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      astral_body  

      > die MPC One ist im Handel immer wieder ausverkauft. Oder es hängt damit zusammen, dass es derzeit einfach Lieferengpässe bei

      Ich habe mir viele Tutorials aus der Beatmaking-Scene angesehen, da ich mir einen MPC Live 2 gekauft habe.
      Das Teil ist eingeschlagen wie eine Bombe, da es eine nicht ausgefüllte Nische ausfüllt, die bisher keiner bedient hat.

      Bisher waren MPCs immer ziemlich teuer (auf jeden Fall > 1000 EUR).
      Jetzt gibt es mit dem MPC One ein Top ausgestattetes Geräte OHNE Abstriche für zw. 500-1000 EUR.

      AKAI hat die Features erhöht (z.B. CV), die Software für Syntheziser und Modular-Fans erweitert mit 2.8.

      Und dann? Den Preis deutlich REDUZIERT !!! :D

      Die HW (CPU, Speicher) und SW ist beim MPC One die gleiche (!) wie bei den Flagschiff-Geräten.

      Hier hat AKAI nix künstlich per SW kastriert (wie bei anderen Hersteller üblich). Und jetzt noch das kostenlose MPC Beats als Gratis DAW hinterher geschoben.

      Damit werden die sicher den Markt mittelfristig komplet umkreppelen.

      Wenn man keinen Bock auf einen PC mit DAW hat, dann kann der MPC praktisch den „doofen Computer“ ersetzen.

      Zur Software: Man die Standalone Lösung ziemlich nahtlos mit der Software integrieren. Du kannst Deine Standalone Projekte damit am DAW am PC weiter bearbeiten . Und wieder zurückspielen.
      Mit der MPC Software ist der MPC One ein spezialisierter Controller.

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      JensBee

      >Mit der ursprünglichen MPC hat dieser spezialisierte Musik-Computer mit Touchscreen, integriertem Controller und Audio/MIDI-Interface nicht mehr so viel zu tun.

      Ähhh, die ursprüngliche MPC IST ein spezialisierter Musik-Computer mit integriertem Controller und Audio/MIDI-Interface.
      Die neuen MPC ab der Live bzw X sind allgemeine Computer (siehe https://wiki.radxa.com/Rock2/som ) mit GNU/Linux System und der MPC Software .

      Ich finde AKAI hat das MPC Konzept sinnvoll um ein Touch Bildschirm erweitert. Und wie man an der ONE sieht haben sie erkannt das auch ein paar spezialisierte Tasten den Workflow erleichtern und das nicht alles nur Touch sein muss.

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    wimu  

    Vielleicht liegt es ja an mir und bin da zu konservativ… Aber wenn ich mir Bilder und Videos von den klassischen MPC´s anschaue, wirken die Geräte wie richtige professionelle Studio-Technik. Die neueren, wie buntes Spielzeug. Kann man die Vorzüge der modernen Technik (großes Display, zeitgemäße Software und Speicher) nicht mit der „optischen Wertigkeit“ einer MPC 60 oder 3000 verbinden? Oder findet Ihr die neuen Teile schöner?
    LG.

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      astral_body  

      Ist Geschmackssache. Der MPC Live 2 wirkt optisch wie ein iPad mit Robusten Controller und Drumpads. Passt gut zu meinen Desktop-Modulen.
      Insgesamt ist der neue MPC ein wertiges, zeitgemäßes Premiumgerät.

      Die alten MPC erinnern an die alten IBM-Office-Computer der 80er. Hat sicher beides seinen Charme. Ich mag Retro :-)

      Der MPC wirkt auf meinen Schreibtisch wie ein zeitgemäßes, funktionales Gerät. Funktioniert und fällt nicht groß auf. Mag ich auch.

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      lightman  AHU

      Ich denke, wenn man erstmal die Zirkusbeleuchtung und die auf-die-Zwölf-Farbschemata des Displays angepaßt hat, sieht die Sache bestimmt anders aus. Ehrlich gesagt hat mir der alte Stil auch besser gefallen, die 3000er war schon eine Wucht, aber halt auch sauteuer, während man die One mit noch mehr Möglichkeiten für viel weniger Geld kriegt, da mache ich persönlich gerne mal ein paar Kompromisse.

      Die Optik folgt halt dem aktuellen Diktum, also alles ein bißchen kantig, blockig, post-modern, manche Designer würden wohl am liebsten noch die Skalen der Regler weglassen, damits noch „stylischer“ (dämliches Denglisch) aussieht. Die Gestaltung ähnelt heutigen DJ-Produkten, vermutlich hat man sich da optisch drangehängt, um die Hauptzielgruppe (20+ bis 30+) zu bedienen.

      Auf mich wirkt das Design eher beliebig, aber mich interessiert eigentlich nur die Bedienung, den Rest nehme ich halt so hin.

  8. Profilbild
    Raport 2

    Das Betriebssystem aller mpc s wie die mpc x, one,
    Oder live wie live mk 2 und auch die force verbrauchen etwa 10 % des RAM Speicher wenn man den ram ausschöpft wird darauf hingewiesen und man kann dann keine plugins mehr laden Effekte wie Instrumente.

    Wenn mann die mpc hybrid benutz hängt es am RAM speicher des rechner Systems ab.

  9. Profilbild
    don_looney  

    Ich besitze eine AKAI Force und muss sagen von der Verarbeitung und dem Funktionsumfang sind die Geräte echt super. Nur der Support seitens AKAI ist der schlechteste den ich je gesehen habe. Man bekommt keine Antworten auf Emails und Bugs werden nach Jahren erst gefixt. Sollte man beachten wenn man sich etwas von AKAI kauft.

  10. Profilbild
    Gb17

    Hallo zusammen,
    kann mir jemand für den MPC One ein Battery Pack empfehlen?
    VG

  11. Profilbild
    StevenHachel

    Ist es eigtl. möglich, ein RME USB Digiface daran anzuschließen, um per ADAT weiterhin seine externen Synthesizer betreiben zu können?
    Im Grunde möchte ich von meinem Rechner (Cubase) auf die MPC umsteigen und weiterhin mein gewohntes Setup nutzen.

    Viele Grüße
    Steve

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