Test: AKAI MPC Live II, Music Production System V2.8.1

14. August 2020

Live II: laut und stolz

akai mpc live II test

AKAI MPC Live II, Music Production System V2.8.1

Letzte Woche erst hatten wir die MPC One von AKAI im Test, heute kümmern wir uns um die AKAI MPC Live 2, den Nachfolger der AKAI MPC Live, die hier bereits getestet wurde. Da im damaligen Test einige Aspekte zu kurz gekommen waren, möchte ich mich bei diesem Test genau auf diese beziehen. Hauptsächlich geht es um die Bedienung und Stabilität der MIDI-Abteilung und den eigentlichen Klang der MPC.

Neue Technik und neue Anschlüsse

Auf den ersten Blick gleichen sich die Anschlüsse auf der Rückseite der beiden Modelle ziemlich. Das generelle Layout ist beibehalten worden und die AKAI MPC LIVE II besitzt immer noch sechs symmetrische Einzelausgänge. Auch die Phono- und symmetrischen Eingänge sind vorhanden; allerdings bietet der LINE-Eingang nun eine Verstärkung von maximal 29,5 dB (MPC LIVE I: 24,5 dB). Das reicht zwar immer noch bei Weiten nicht für ein Mikrofon- oder Gitarrensignal, hilft aber bei schwachen Line-Quellen. Leider gibt es immer noch keinen direkten HI-Z oder XLR-Eingang für Gitarren oder ein dynamisches Mikrofon – was ich für ein „Live“-Gerät nicht nachvollziehen kann, richtet sich doch das ganze MPC-Konzept traditionell eher an den Hip-Hop- und RnB-Bereich.

Alle Anschlüsse sind auf der Rückseite

Alle Anschlüsse sind auf der Rückseite zu finden

Ein andere kleine Änderung betrifft den Kopfhörerausgang: Dieser liegt nun in Form einer 6,3 mm Klinkenbuchse vor. Ich find’s gut, aber Adapter nicht vergessen!

Die auffälligsten Neuerungen auf der Rückseite sind wohl die vier in Stereo belegten CV-Ausgänge. Mit einem Miniklinken-Y-Kabel kann man an einem Ausgang zwei verschiedene CV-Signale abgreifen. Benutzt man ein einfaches Mono-Klinkenkabel, steht einem nur der erste CV-Ausgang zur Verfügung. Das ist auch der Grund für die zunächst etwas komisch wirkenden Kombinationen 1/5, 2/6, 3/7, 4/8. Die CV-Ausgänge sind auf V/Okt kalibriert und reichen von 0-5 V.

Die Transportsektion hätte etwas prominenter gestaltet werden können

Die Transportsektion hätte etwas prominenter gestaltet werden können

Die zweite Neuerung ist der Netzwerkanschluss. Denn obwohl der Vorgänger schon Bluetooth und WIFI konnte, um sich so mit BT-MIDI-Geräten zu verbinden und Ableton Live Link kompatibel war, ist eine Hardware-Verbindung in Sachen Timing immer noch das Maß der Dinge. Ein richtiger Schritt bei der AKAI MPC LIVE II, wie ich finde. Netzwerkkabel rein, Ableton Live anschmeißen und schon funktioniert das Tempo-Sync.

Gleichgeblieben sind auch die meisten Parameter des Innenlebens. Intern wird mit 32 Bit Fließkomma-Arithmetik gerechnet. Die verwendete Hardware muss sich sehr ähnlich sein, denn das aktuelle Firmware-Update 2.8.1 lässt sich sowohl auf der MPC LIVE I als auch auf der MPC LIVE II installieren. Tatsächlich befindet sich der gleiche ARM Cortex Quad-Core Prozessor mit 1,8 GHz Taktung und 2 GB RAM in der MPC LIVE II.

Die obere Funktionsreihe der AKAI MPC LIVE II hat sich etwas gegenüber dem Vorgänger geändert

Die obere Funktionsreihe der AKAI MPC LIVE II hat sich etwas gegenüber dem Vorgänger geändert

Unerhört

Der Elefant im Raum ist natürlich die neu hinzugekommene Lautsprecherphalanx, die sich vorne befindet und deren 1-Wege-System mit Mini-Woofer direkt auf den Benutzer zeigt, da es in einem 45-Grad-Winkel ausgerichtet ist. Für diese geringe Größe machen die ordentlich Sound. Ich hatte nicht das Gefühl, beim Arbeiten im Garten lauter drehen zu müssen. Neben einer Akustikgitarre kann man durchaus bestehen. Allerdings kann das System auch in die Übersteuerung getrieben werden, wenn zu viele Tracks gleichzeitig aktiv sind. Bestes Beispiel ist hier die Vorgabe-Sequenz aus dem Trap-Template.

Die Lautsprecher sind lauter als sie aussehen aber nicht wirklich Studioqualität

Die Lautsprecher sind lauter als sie aussehen, aber nicht wirklich Studioqualität

Die Lautsprecher sind sehr auf modernen Chart- und Club-Sound getrimmt und betonen vor allem Frequenzen im Bereich 3 bis 5 kHz. Natürlich können sie nicht wirklich Bass übertragen – ob aber der Sound Wumms haben wird, kann man schon abschätzen. Auch ist bei einem so geringen Abstand der Lautsprecher keine allzu breite Stereobühne zu erwarten. Ich muss aber sagen, dass der Klang durchaus angenehm und nutzbar ist – abmischen würde ich darauf nun aber nicht. Durch die genutzte „digitale“ Class-D-Endstufe wird auch die Akkulaufzeit, die typischerweise bei ca. 6 Stunden liegt, entsprechend verringert. Genauere Angaben über Leistung, Frequenzgang oder THD-Werte etc. konnte ich leider nicht finden. Selbstverständlich lassen sich die Lautsprecher ausschalten.

akai mpc live 2 test

Achtfacher CV-Out

Das Konzept der AKAI MPC LIVE II ist mit denen der anderen MPCs dieser Kategorie vergleichbar, sprich man kann vollständig autark ganze Songs zusammenstellen. Dabei helfen einem die verschiedenen Track-Typen. Neu hinzugekommen ist eben das CV-Programm, mit dem man pro Program vier CV-Signale ausgeben kann. Alle acht Hardware-Ausgänge sind im gesamten Spannungsbereich nutzbar, die Einteilung in CV/Gate ist hier willkürlich vergeben worden.

Angesteuert wird das CV-Programm der MPC LIVE II über dieselben Tracks, die auch den MIDI-Programs zugrunde liegen. Leider sind die vier CV-Signale des CV-Programs nicht frei konfigurierbar, sondern sind zum einen fest mit dem Noten-Event (CV Port, Gate Port, Velocity Port) verknüpft und zum anderen mit MIDI-Event CC1 (Mod Wheel). Schade, dass es hier keine Möglichkeit gibt, den Aftertouch der Pads auf einen CV-Port zu legen.

Apropos Pads – die sind, wie es sich für eine MPC gehört, tadellos zu spielen, der Anschlag lässt sich gut dosieren und auch der Aftertouch fühlt sich natürlich an. Die leicht raue Oberfläche bietet guten Grip – nimmt aber auch jede Menge Staub an. Im Optionsmenü kann man das Verhalten für die Pads ausgiebig den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Die Pads der AKAI MPC LIVE II sind sehr gut bespielbar und haben durch die Gummierung einen guten Grip. Nachteil: sie sind sehr gute Staubfänger.

Die Pads der AKAI MPC LIVE II sind sehr gut bespielbar und haben durch die Gummierung einen guten Grip. Nachteil: Sie sind sehr gute Staubfänger.

MIDI-Funktionalität

Das bringt uns dann auch zu einem der Schwerpunkte des Tests – der MIDI-Funktionalität. Beginnen wir mit externen Geräten: Über die USB-Ports können direkt USB-MIDI-Geräte angeschlossen werden. Diese werden auch mit Namen erkannt und im MIDI/SYNC-Dialog der Preferences angezeigt.

Im Bereich Output-Ports kann man zuweisen, ob das MIDI-Gerät als Sync-Slave (Sync) oder als Empfänger für die eigentlichen MIDI-Daten des laufenden Tracks (Track) dienen soll. Wurde ein Gerät einmal eingestellt, wird es auch in künftigen Sessions erkannt und wie zuvor konfiguriert.

Als Optionen der Input-Ports stehen Master (das externe Gerät gibt MIDI-Events an das gerade gewählte Instrument weiter), Track (das Gerät wird einem Instrument fest zugeordnet) und Control (Eingabe für die MIDI-Learn-Funktion) zur Verfügung – externes MIDI-Clock-Sync ist nicht vorgesehen.

Jedes angeschlossene Gerät wird hier aufgelistet. Es lassen sich auch USB-MIDI-Interfaces anschließen, um die MIDI-Ports zu erweitern.

Jedes angeschlossene Gerät wird hier aufgelistet. Es lassen sich auch USB-MIDI-Interfaces anschließen, um die MIDI-Ports zu erweitern.

Ein Test mit einem Beatstep Pro zeigte, dass hier alles nach bester Zufriedenheit läuft. Man kann den Beatstep Pro problemlos als Slave nutzen und über die Tastatur MIDI-Noten einspielen. Möchte man Parameter automatisieren, so kann man das über den Hauptmenüpunkt MIDI Control erreichen. Im Bereich MIDI Learn kann man zunächst eine Source-Target-Liste anlegen. Als Source dienen z. B. alle erstellten Programs, seien es Plugin-, MIDI- oder CV-Programs.

Vielleicht zur Klarstellung: Die Programs entsprechen eher einer Device-Konfiguration. So kann man bei einem MIDI-Program ein Program/Bank-Change und einen bestimmten MIDI-Ausgang festlegen – der MIDI-Kanal wird dann aber vom Track bestimmt.

AKAI MPC LIVE II - Durch Doppelklick bekommt man eine Großansicht eines Parameters

Durch Doppelklick bekommt man eine Großansicht eines Parameters

Und so hat eben jede Source im MIDI-Learn andere Target-Parameter. Bei einem MIDI-Program sind es eben die 128 MIDI-CC-Controller; bei einem CV-Program der Spannungswert der CV-Ausgänge (über diesen Umweg ist es auch möglich, die CV-Ausgänge von verschiedenen MIDI-CC steuern zu lassen. Leider fehlt immer noch die Möglichkeit, Aftertouch als Quelle zu nutzen). Im Falle von Plugins oder Insert-Effekten können die einzelnen Parameter wie z.B. Cutoff gesteuert werden. Auch Mixer- und Pad-Parameter können ferngesteuert werden.

MIDI-Learn-Funktion für externe MIDI Controller

MIDI-Learn-Funktion für externe MIDI-Controller

Es gibt darüber hinaus noch verschiedene Optionen, wie ein eingehendes MIDI-Event für die Fernsteuerung genutzt werden kann. Zur Verfügung stehen: Toggle, Momentary, Fixed, Note, Absolute CC, Rel CC Offset, Rel CC Offset bipolar. Zusätzlich dazu gibt es noch eine Flip-Option, um die Werteausgabe umzudrehen. Und obwohl die Zuweisung automatisch vorgenommen wird, je nachdem welcher Parameter ferngesteuert werden soll, kann man hier eingreifen. 14 Bit MIDI-Parameter wie NRPN oder andere Events wie Channel- oder Note-Aftertouch finden sich hier nicht.

Zum Test habe ich mal einige MIDI-Geräte angeschlossen, darunter 2x VV-880, einen M3R und einen e6400. Im Zusammenspiel konnte ich keine Unzulänglichkeiten wie Notenhänger oder Verzögerung entdecken. Alles lief wie eine Eins.

To Jitter or not to Jitter

Um zu testen, wie stabil die MIDI-Clock ist, habe ich einfach mal eine Sequenz an einen e6400 geschickt und in der DAW aufgenommen. Die MPC LIVE II wurde als Master betrieben und hatte nur die Aufgabe, die MIDI-Daten auszugeben, keine anderen Spuren waren aktiv. Das Ergebnis ist doch recht merkbares Jitter von ca. 1 ms oder ca. 58 Samples bei einer Aufnahmefrequenz von 48 kHz. Ein paar Samples werden wohl auch auf den e6400 gehen, deswegen kann der Wert nur eine ungefähre Schätzung sein.

Für diese grobe „Messung“ habe ich einfach einen Beat aufgenommen und später bei 120 BPM-Marken geschnitten und untereinander angeordnet. Und da ich nicht davon ausgehen kann, dass DAW (Cockos Reaper 6, macOS 10.14) und Audiointerface (RME-Interface mit Steady-Clock) in so einem großen Bereich schwanken, muss es an der MPC LIVE II liegen. Spielt man die geschichteten Loops ab, so kann man ein deutliches Flanging durch Auslöschungseffekte hören.

Jitter bei 120 BPM une eine r Smaplefrquenz von 48 kHz

Jitter bei 120 BPM und einer Sample-Frequenz von 48 kHz

Das gleiche Verfahren habe ich mal mit einem Beatstep Pro ausprobiert – hier kann man schon nicht mehr von einem Jitter sprechen – innerhalb von neun Takten driftet der BSP um 2.358 Samples nach vorne, ein Doepfer MAQ16/3 driftet in neun Takten 2.505 Samples nach hinten. Bei dem Drift ist ein Jitter schlecht messbar – so gesehen ist die MPC LIVE II hier vorbildlich.

Irgendwie befriedigt mich das aber nicht, also habe ich die Daten noch mal neu „sortiert“. Dazu habe ich die ersten neun Takte genommen, wieder geschnitten und in der DAW untereinander angeordnet. Dann habe ich jeden Taktanfang so genau wie möglich auf die erste Bassdrum gesetzt, also quasi einen manuellen Sync-Punkt gesetzt. Messe ich nun die Schwankung an der zweiten Bassdrum, ergeben sich Werte um 40 für Beatstep Pro und MAQ, jedoch von 76 bei der AKAI MPC LIVE II.

Hier kann eine HD eingebaut werden um den internen Speicher (16 Gb) zu erweitern

Hier kann eine HD eingebaut werden, um den internen Speicher (16 GB) zu erweitern

Ich bitte aber um Vorsicht, die Werte hier nicht mit denen auf der Website Innerclock Systems zu vergleichen – ich habe nämlich keine Ahnung, wie die Messung dort vorgenommen wurde. Unter der Rubrik Litmus findet man hier eine große Anzahl an Rhythmusmaschinen und deren Jitter. Dort steht auch der sinnfällige Spruch „Jitter is not human feel“, dem ich voll und ganz zustimmen möchte.

MIDI-Editor, Grid und Step-Sequencer

Der Editor lässt sich komplett über den 7-Zoll-Touchscreen bedienen, leidet aber ein bisschen darunter, dass man nicht immer die richtige Stelle trifft, um Events zu setzen. Auch ist es bei kurzen Events, z. B. 64tel Noten sehr schwer, den Velocity-Balken anzufassen und zu verändern. Da man ja keine Modifier wie Alt oder Shift hat, müssen bei jedem Arbeitsvorgang die Werkzeuge gewechselt werden. Das Editieren von Sequenzen mit leichten Timing-Verschiebungen oder allem was Off-Grid ist, gestaltet sich etwas mühsam, auch das ständige Umschalten zwischen Editierung und Zoom ist ermüdend – das würde ich dann eher am Desktop-Rechner machen.

Grid Editor

Man kann Events auch selektieren und als Gruppe verschieben oder kopieren. Ein Copy/Paste-Vorgang setzt aber den Zwischenspeicher nicht etwa an die Position des Play-Heads, sondern hinter den letzten Event des zu kopierenden Abschnitts. Bedeutet: Endet die Sequenz nicht mit einer sechzehntel Note auf der letzten Sechzehntel des Gitters, so wird sie eben nicht auf der Eins des nächsten Taktes landen.

Der zweite Editor ist einem Step-Sequencer nachempfunden. Die Sequenz kann in Einheiten von einem Takt bis hinunter zu 64tel Triolen gerastert werden. Man selektiert zunächst das Pad und kann dann TR-like Steps setzen. Zusätzlich dazu kann man noch einen Parameter pro Step manipulieren, typischerweise Velocity, es kann aber auch Track-Volume gesteuert werden. Bearbeitet man ein Drum-Programm der MPC LIVE II, werden die Pads zu den Step-Buttons und stehen für einen Step auf dem eingestellten Raster. Bei der Eingabe bleiben die Pads dabei anschlagsempfindlich. Praktischerweise kann man mit Shift schnell das aktuell zu editierende Pad auswählen – das alles ergibt einen äußerst angenehmen und schnellen Workflow.

Step-Sequencer

Zusätzlich gibt es für die Event-Werte Presets, um z. B. eine Dreieckschwingung als Verlauf für Velocity zu nutzen. Ebenso kann man Events spiegeln, invertieren oder schubsen (Nudge). Alles sehr praktisch an dieser Stelle.

Interne Audioeffekte und Plugins

Was man der MPC LIVE II zunächst gar nicht ansieht: Sie beinhaltet beinahe jeden Effekt, den man sich vorstellen kann und das zumeist auch noch in einer ansprechenden grafischen Darstellung. In den Beispielen habe ich mal ein paar der Effekte ausprobiert. An dieser Stelle möchte ich auch das PDF-Handbuch erwähnen, das z. Zt. noch nicht in einer deutschen Version vorliegt. Da es mehrere Geräte abdeckt (MPCX, MPC LIVE, MPC LIVE II, MPC ONE, MPC TOUCH) kann es manchmal etwas verwirrend sein. Bei den Effekten ist hier aber ganze Arbeit geleistet worden: Ab Seite 357 werden alle Plugins und Effekte minutiös mit jedem Parameter beschrieben.

Der Distortion-Effekt der AKAI MPC LIVE II

Der Distortion-Effekt der AKAI MPC LIVE II

Wie klingen sie denn nun? Ich finde die Plugins decken ihren Einsatzbereich gut ab. Es gibt einen Mono- und einen vierstimmigen Poly-Synth sowie eine Electric-Piano-Simulation, bei der keine Samples genutzt werden wohlgemerkt. Das sind keine abgespeckten Lückenfüller, sondern komplette Instrumente mit genug Tiefe, um eine breite Palette an Klängen abdecken zu können. Allerdings hört man deutlich, dass sie nicht mit vergleichbaren Plugins für Desktop-Rechner mithalten können – dafür klingen sie meiner Meinung nach etwas zu plastikmäßig und reißen mich deswegen nicht ganz emotional mit.

AKAI MPC LIVE II - Talk Box Effekt

AKAI MPC LIVE II – Talk-Box-Effekt

Ähnliches kann man von den Effekten sagen – sie sind alle gut und manche sind richtig gut, wie z. B. die Talk-Box, andere fallen ein wenig ab, wie der Flanger, der mir gar nicht gefallen hat. Im geschickten Zusammenspiel wird man dennoch aus Plugins und Instrumenten eine überzeugende Performance herausholen können.

Fazit

In Sachen MIDI ist man also sehr gut aufgestellt, ich würde mir jedoch mehr MIDI in Form von Aftertouch oder NRPN wünschen. Das MPC-Konzept geht dennoch voll auf und die AKAI MPC LIVE II ist ein vollständiges Audio/MIDI-Produktionsstudio. Möchte man mehr im Rechner arbeiten, so lässt sich die AKAI MPC LIVE II eben auch als Controller für die MPC-Software von AKAI nutzen. Erweiterungsmöglichkeiten über USB sind ebenso gegeben wie der Einbau einer Festplatte.

Ich gebe zu, ich bin eher der DAW-Typ, aber nach ein paar Tagen Arbeit an der AKAI MPC LIVE II stellte sich auch bei mir ein flüssiges Arbeitserlebnis ein, bei dem man sich tatsächlich mehr auf das Was als das Wie konzentriert. Hier steht die Musik im Fokus. Wieder eine sehr gute MPC von AKAI.

Plus

  • komplette Produktionsumgebung
  • stabiles Handling von MIDI-Daten und Geräten
  • Ethernetport für stabileres Timing der Ableton-Link-Funktion
  • auch als Controller für Abelton Live oder MPC-Software nutzbar
  • eingebaute Lautsprecher

Minus

  • MIDI-Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft
  • Klang der FX und der Instrumente von schwankender Qualität
  • MIDI-Pianoroll-Editor

Preis

  • 1.169,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    astral_body  

    Vielen Dank für den Test!
    Der Test deckt sich mit meinen Erfahrungen (habe auch einen MPC Live II).

    Ich bin selber primär HW-Synthesizier-Nutzer (habe auf Farfisa gelernt) und mag keine Computer-DAWs. Ich war gegenüber den MPCs immer etwas sketisch, weil oft HipHop & Co. damit produziert wird (nicht ganz mein Ding)

    Ich habe mir den MPC dann doch geholt, da mir bei meinen Synth immer ein fähiger Sequencer, ein Drumcomputer & Sampler gefehlt hat (musste hierfür dann doch wieder einen DAW nehmen).

    Aber mit dem MPC habe ich alle meine „Probleme“ gelöst und bin sehr zufrieden.

    Es macht total viel Spaß und geht easy von der Hand mit dem MPCs rumzujamen und einen kleinen Track zu bauen.

    – OB-6 mit Pad ein paar Arkorde per Midi in MPC einspielen.
    – dann am MPC auf einen Mono-Synth umstellen und den OB-6 drunter legen
    – Dann Drummpattern auf MPC einspielen. Direkt in DRums in ein paar Tracks um zu varrien.
    – Sequenze kopieren und Varianten bauen (durch Muten etc.). Song Modus nutzen

    Das geht so flott wie man es schreibt ohne Menus. Einfach per Tasten und Knöpfen usw.

    Was im Test nicht so ganz rüberkommt: das ganze macht Spaß, nervt nicht und geht flott von der Hand. Der Workflow und die Erfahrung ist für mich viel wichtiger als einzelne Features.

    Und der Workflow vom MPC ist Top und macht voll Bock.
    Gerade die perfekte Integration von HW-Control und DAW ist MPC gut gelungen.

  2. Profilbild
    York_vom_Ork  

    Moin,

    Du Zugänglichkeit zu einem Instrument wurde in anderen Test bereits kritisiert. Das kann ich bestätigen und zwar soweit, dass ich mir manchmal ein JJOS dafür wünsche. Warum muss das bei AKAI immer anders sein?

    Ist man mit dem Gerät aber erstmal „warm“ geworden kann man damit qualitativ gute Beats bauen. Die Ausstattung ist schon enorm, tatsächlich wird man ohne Computer Tracks damit produzieren koennen.

    Für mein persönliches empfinden hätte ich mir eher durchgehende 16Pads zur „Lauflichtprogrammierung“ anstatt dem neuen Lautsprecher unten gewünscht. Die 4×4 Pads fühlen sich auch nicht so toll an wie bei den alten MPCs, alles Geschmacksache.

    Scharf wäre ich tatsächlich auf die neuen CV Ausgänge im Vergleich zur „alten“ Live

    viele Grüsse.

  3. Profilbild
    MPC-User  

    Danke für den Test.

    Sinnvoller wäre es gewesen die Lautsprecher oberhalb des Displays anzuordnen.
    Thema Handauflage!
    Ich bin mir absolut sicher, dass sich mit der Zeit das Gitter mit irgendwelchem Schmodder zusetzt.

    • Profilbild
      MPC-User  

      Hmmm, ja kann man nie genug haben?

      Wenn ich meine MPC2500 mit 128MB und den Octatrack mit 64MB aber vergleiche sind die 16Gb hier ne ordentliche Hausnummer.

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        JensBee

        Die neuen MPCs haben 2GB Arbeitsspeicher. Dort müssen alle aktiven Samples und die Software reinpassen.
        Die 16GB sind Massenspeicher für die Samplesammlung.

  4. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Ich bin zur Zeit sehr hin und her gerissen.
    Ich würde so gern weg von der DAW und sie ausschließlich wirklich nur als Digitales Tonband verwenden.
    Auf der einen Seite würde die MPC One mich Interessieren aber da gäbe es noch von Polyend diesen Tracker.
    Und beide reizen mich auf ihrer Art.
    Die MPC wäre das Sorglos Rundum Paket aber den Polyend empfinde ich als experimenteller. Dafür ist er aber nicht so vielseitig bei den Ausgängen welche auch noch Kabeladapter sind.

    • Profilbild
      MPC-User  

      So mache ich das schon Seit Jahren mit meiner ollen 2500.
      Ableton Live läuft immer im Slave als Effektgerät meiner Synth oder als Tonbandmaschine mit
      So ne neue MPC würde mich schon reizen.
      Hat sie denn auch den Charme der alten Geräte?

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        York_vom_Ork  

        tatsächlich sähe ich ausser dem GrundPreis einer gebrauchten MPC 2500 keine Vorteile. Hab mal eine mit JJOS gehabt.

        Schlussendlich haben mich die langen Ladezeiten per USB1.1 und das winzige Display gestört. Dann musste ich noch Propellerheads Recycle auf dem Rechner haben um besser zu Slicen, dann brauchte ich eine Übersetzertool – da die 2500 das Datenformat nicht verarbeiten konnte…..

        Da hab ich mir eine MPC Live gekauft, Slicen no Prob am Gerät, Datenanbindung an Computer geht schnell. Wirklich grooven tun dann wohl nur die ersten MPCs, die dann aber in die Digitale Welt, sprich Anbindung – zu holen ist auch mit Kosten und langen Wartezeiten beim Übertragen von Samples verbunden. Die Preise sind ja aber auf Liebhaber Niveau, weis man nie was man da gebraucht kriegt, viele alte teile sind halt eben abgerockt, gebraucht..

        Im übrigen ist eine MPC Live im Verbund eines oder mehreren Echten Drum Maschinen eine „Macht“. Im Zusammenspiel mit virtuellen Sachen und externen Equipment kann ich da eine E.rm Multiclock empfehlen, dann groovt es. ungemein :-)

        Grüsse.

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        JensBee

        Ich habe mir erst mal eine MPC Touch geholt, gabs günstig gebraucht.

        Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt mir eine MPC1000 zu holen.

        Mir war dann aber der detailliertere Bildschirm mit Touch funktionen wichtiger, weil das für mich das modernere Konzept ist.
        Der Grundaufbau aus Sequenz/Track und PRogramm ist erhalten. Aber ich glaube der Charme mit einem minimalistischen LCD Bildschirm zu arbeiten ist nicht da, ist eher IPAD feeling plus die Hardware Knöpfe (und Pads natürlich)

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          York_vom_Ork  

          für die MPC1000 gilt wahrscheinlich dasselbe wie für die 2500, was ich oben geschrieben hab. Ist halt handlicher+transportabler.

          Wäre nur interessant wenn der preis stimmt, in der Bucht ist eine für 650 EUR, ist wohl einiges Extra verbaut (?) Ist aber kein Vergleich zur MPC Live 1, wenn man die Festplatte der Live aufrüsten will kostet das ja mittlerweile auch nicht mehr die Welt…
          Kriegt man ne gute MPC100 für unter 200Eur wäre das m.E. OK, immer dran denken das die alle 10-15 Jahre auf dem Buckel haben. Gruss.

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            MPC-User  

            Jo meine ist jetzt 14 Jahre alt.
            Ob die neuen Maschinen auch so lange halten?
            Ich wage es zu bezweifeln.
            Das Alter einer MPC 60 erst recht nicht.

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              York_vom_Ork  

              hatte bis vor kurzem auch eine MPC2000 und einen S2000, die Pads funktionierten noch, aber die anderen Bedienelemente Knöpfe usw hatten einige keinen guten Druckpunkt mehr. Bei der RackVersion S2000 war dann auch das JogDial defekt. Die MPC2500 vermittelte mir auch da auch nicht den besten Eindruck obwohl ich da keine Ausfälle hatte.

              Vertrauen habe ich in die gummierten Knöpfe der Live. Da kann ich aufgrund des Alters natürlich nichts negatives sagen.

              Nicht zu vergessen das ganze Zubehör wenn man die alten Schätze auch in ein moderneres Setup einbinden möchte. Kabel und ZipLaufwerke und Medien bekommt man oftmals nur gebraucht – kann auch alles kaputtgehen und wenn eine SD oder oder ähnliches einbaut ist, sollte man sich der langen Ladezeiten bewusst sein. Viel Geduld beim zusammensuchen funktionierendes Zub und dem Laden ist also angesagt :-)

              Das Quäntchen, das man bei einer MPC60
              beim „wegquantisieren“ besser hinkriegt oder das vielleicht eine MPC1000 oder 2500 ein etwas besseren Timing haben – fressen die beschriebenen Nachteile wieder auf.

              ich muss aber zugeben, das ich den Charme die die alten Kisten (sorry) auf mich ausüben – stark unterdrücke ;-)

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              Ashatur  AHU

              Das Frage ich mich auch. Mein S2000 funktioniert zb noch einwandfrei.
              Bei moderner Hardware habe ich oft eher Angst das was kaputt geht als früher…
              Aber knappe 800 für eine One finde ich nicht übertrieben. Aber dann müsste ich mich von was trennen.

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                York_vom_Ork  

                das coolste am S2000 war/ist für mich halt der SCSI Anschluss, hatte da einen Powermac mit Recycle V 1.x dranhängen. Dazwischen ein ZipLaufwerk. Habe per Zufall ge-sliced in Recycle und das dann an den S2000 zurückübertragen mit Filtereinstellungen etc kamen da die geilsten Sachen beim spielen bzw. Layern auf einer Keyboard Tastatur bei raus :-)

                Diesen „Workflow“ gabs halt bei einer 2500 so nicht, da z.B. die MPC 2500 das Datenformat nicht direkt verarbeiten konnte, wird dann wahrscheinlich auch bei einer MPC 1000 so sein.

                mit ner Live ist das halt kein Problem mehr heutzutage, brauchst nicht unbedingt ein „Sample/Slice tool“ eines DrittHerstellers. Eine SSD kannst Du auch reinpacken, 256GB sind doch mehr als bezahlbar beim Nachrüsten.

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                  Ashatur  AHU

                  Er ist leider nicht mehr in Nutzung, da bei einem Umzug die Zips mitsamt Laufwerk verschwunden sind.
                  Hab immer wieder vor welche auf EBay zu ergattern aber irgendwie hätte ich wirklich lieber Lust auf was neues.

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                    York_vom_Ork  

                    da kommst Du leider 2-3 Jahre zu spät, hab ich alles nicht mehr

                    Hab es bis heute mit der Live nicht bereut
                    – bin vollstens zufrieden – , bin froh im jetzt angekommen zu sein, spart unendlich viel Zeit.

                    Mit einer gewissen Einarbeitung (Anfangs wars schwer) kann man schnell zu Ergebnissen kommen,
                    An der Software die sich ja von der Live als Controller bedienen lässt, oder halt direkt mit der Maus am Computer erschliesst sich das Gerät auch schneller

                    und von der Haptik her hat man das Gefühl einen stabilen Ziegelstein vor sich zu haben ;-)

                    Wie lange Sachen halten – hat ja auch jeder selbst Einfluss drauf ;-)

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                      MPC-User  

                      Wie der Kollege weiter oben es auf den Punkt brachte:
                      Die Live wirkt auf mich auch wie ein IPad mit Regler.
                      Und ein IPad habe ich. Da macht’s mir keinen Spaß Musik zu machen.
                      Ich kann mich ja auch täuschen und werde mir das Gerät mal genauer anschauen.
                      Ob sie auch so grooven kann wie MPC60 oder 3000?

                      Übrigens laut Litmus Test hat die MPC4000 das beste Timing glaube ich gelesen zu haben. War lange nicht mehr auf deren Seite.

  5. Profilbild
    ISE500  

    Wie ist denn jetzt die Jitter-Problematik, noch gut tolerierbar und oder schwankt es wie bei einer DAW?

    • Profilbild
      York_vom_Ork  

      Moin

      Ich kenn die Problematik, die existiert keine Frage.

      Muss aber mal ganz ganz provokant fragen, warum das eigentl nie so richtig im Grossen Stil bemerkt wurde, bis 2014 ist es ja nur wenigen an der Vorgängern der MPC Live, -die gabs ja ja erst 2017, – aufgefallen .
      Selbst eine TR-909 „schunkelt“. Erst als es ein Tool gab, hat es ja schon jeder immer irgendwie gefühlt..

      viele Grüsse.

  6. Profilbild
    York_vom_Ork  

    @MPC-User

    Die MPC4000 als Gebrauchtgerät -hatte ich auch mal „im Auge“, mich aber dann für die Live entschieden.

    Im Prinzip ist es ja der persönlichen Arbeitsweise geschuldet. Will man möglichst ohne oder wenig in einer DAW produzieren „und Beats auf den Punkt programmieren“, -muss man sich vielleicht tatsächlich bei den älteren MPCs umschauen, mit allen Nachteilen der Ersatz und Zubehörbeschaffung.

    Schade das die Industrie da scheinbar kaum etwas adequates auf den Markt bringt. Will man einen grossen Park an Geräten aber an die älteren MPC als Schaltzentrale anschliessen, ja wie macht man das dann?

    Im Prinzip bin ich also auch bei den Kritikern der neuen Gerätegeneration, aber soweit mir die neuen Geräte die Möglichkeit bieten im Sequencer die Noten manuell vom QuantisierungsRaster weg zu „Kicken“ kann man gute Beats erstellen, nichts anderes haben ja diverse Kollegen und ich in den 90′ in der DAW gemacht :-)

    Ich vertrete auch die These willst Du den „alten“, coolen Sound brauchst Du „alten Kisten“. Das lässt sich meiner Erfahrung alles schlecht oder nur mit viel Erfahrung am PC programmieren, sprich ohne KnowHow wird man selbst alte Detroit Scheiben im Computer nicht 100% hinkriegen.

    Aber so sind die Arbeitsweisen und Ansichten beim Musizieren unterschiedlich und das ist interessant und macht es zu einem schönen Hobby :-)

    viele Grüsse

  7. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Die CV-Sektion scheint mir doch arg kastriert. Erstens ist der „volle Bereich“ in Modularsystemen entweder 0 bis 10V oder -5V bis 5V. Bipolare Signale fallen bei 0-5V genauso raus wie Gates mit mehr als 5V. Da sind Probleme vorprogrammiert. Zweitens scheint das OS die Zuordnung der Ausgänge und der Events vorzugeben. Diese strukturellen Einschränkungen gehen mir gar nicht in den Kopf, sind doch CV-Ausgänge nichts anderes als Audioausgänge mit DC-Coupling. Hier ist die Möglichkeit verschenkt worden, bis zu 8 zusätzliche Audioausgänge anzubieten, falls CV nicht benötigt wird. Drittens stört mich die Verknüpfung von Notenevents mit CV-Signalen. Ohne den Workflow jetzt genau zu kennen, scheint da einfach eine Menge an Flexibilität und Komplexität liegen gelassen worden zu sein. Irgendwie das, wozu man sich einen Modularsynth zulegt, nicht? Ich hoffe sehr, AKAI ist gewillt bei Gelegenheit die CV-Funktion per Update deutlich aufzuwerten.

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