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Test: Waverex RAM- und ROM-Cards für Korg DDD-1, DDD-5, DRM-1

Neue Samples für Korg DDD-1 und DDD-5

18. Mai 2024
Waverex DDD-11 und Maxed für Korg DDD-1, DDD-5 und DRM-1

Waverex DDD-11 und Maxed für Korg DDD-1, DDD-5 und DRM-1

Waverex bringt mit den Sample-Erweiterungskarten Waverex MAXED, Waverex DDD-11 und Waverex DDD-15 drei Soundkarten für die Vintage-Drumcomputer Korg DDD-1, Korg DDD-5 und den Drumsoundexpander Korg DRM-1 auf den Markt, die bei Vintage-Liebhabern sicher GAS auslösen werden. Und ganz ehrlich, zu Recht.

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Die Waverex Evolution

Mit den drei Karten für die Korg DDD-Vintage-Drumcomputer hat Waverex nicht nur einfach eine neue Erweiterungskarte seiner Sample-Karten-Serie produziert, sondern präsentierte klammheimlich einen enormen Evolutionsschritt gegenüber den Kartenvorgängern für Korg M1, Korg Wavestation, Roland R-8 und Roland U-Serie, denn zum ersten Mal befindet sich auf jeder der neuen Karten nicht mehr nur eine Bank sondern gleich Dutzende.

Genau dieses Feature hatten Besitzer der bisher erschienen Karten immer gefordert, nun ist es endlich da. Nur dumm, bislang ließ sich nämlich auf den alten Karten jeweils nur eine Sample-Zusammenstellung speichern. Wollte man Zugriff auf mehrere unterschiedliche Bänke haben, war man entweder gezwungen, mehrere Karten zu kaufen oder zwischendurch einen Upload der neuen Bank am Rechner durchzuführen. Damit ist nun Schluss.

Auf den RAM-Karten Waverex DDD-11 und DDD-15 befinden sich je 99 Bänke, die frei bestückt werden können, auf der ROM-Karte Waverex Maxed wurden alle 46 Karten aus der Werks-Library von Korg abgespeichert.

Unterschiede der drei Waverex DDD-Karten

Die beiden RAM-Karten DDD-11 und DDD-15 sind technisch identisch und weisen nur unterschiedliche Labels auf, um besser zum Design der Korg DDD-1 und Korg DDD-5 zu passen.

Wie bereits erwähnt, fasst jede der beiden RAM-Karten 99 Speicherbänke. Wie auch die originalen ROM-Karten von KORG, kann jede Bank 8 Drum-Samples fassen. Die Anzahl hängt jedoch von der Größe der Samples ab. Die maximale Speichergröße einer Bank beträgt 64 kB. Die Samples werden in der DDD-üblichen Samplerate von 25272 Hz gespeichert.

Die ROM-Karte Waverex Maxed ist bereits mit Bänken und Sounds bestückt, die sich auch nicht verändern lassen. Alle 46 Bänke wurden mit den ROM-Karten der originalen Korg DDD-Library bestückt. Für Liebhaber das reinste Paradies an Klängen. Die Klänge sind in einem komprimierten 12 Bit Sample-Format abgespeichert (wie auch bei LinnDrum, Sequential Drumtraks und Oberheim DMX). Die Samplerate beträgt auch bei der Waverex-Maxed 25272Hz mit maximal 8 Samples pro Bank.

Eine Liste aller Korg Library-Karten findet ihr in unserem Vintage-Artikel.

Waverex DDD-11 und Maxed Großaufnahme

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Bedienung und Verarbeitung der Waverex-DDD-Cards

Haptisch fühlen sich alle Karten sehr wertig an. Auch der verbaute USB-C-Stecker (der RAM-Karten) scheint solide mit der Oberfläche gekoppelt zu sein, wenn das auch auf den ersten Blick nicht so aussieht. Neben dem zweistelligen Display, das für meinen Geschmack zu grell strahlt, befinden sich berührungsempfindlichen Tasten zum Durchschalten der Soundbänke.

Die Karten sind einen Tick länger als die Korg Vorbilder, weshalb sich beim DDD-1 die Klappe über den Kartenschächten nicht mehr vollständig schließen lässt. Beim DDD-5 stehen die Karten etwas weiter aus dem Gehäuse als gewohnt heraus.

Meine Waverex-DDD-11-Karte benötigte darüber hinaus deutlich mehr Kraftaufwand, um in einem der Schächte platziert zu werden. Woran das liegt, kann ich nicht genau beurteilen, aber bei regelmäßigen Gebrauch am Computer sollte man hier Vorsicht walten lassen, um die Karte nicht zu beschädigen. Die Maxed Karte rutscht hingegen problemlos in in den Schacht.

Waverex DDD-11 und Maxed verbunden mit Apple Mac

Computeranbindung und Software

Getestet habe ich die Verbindung an einem Apple Mac Studio mit M1 Max Prozessor. Die gute Nachricht vorweg: Die Verbindung funktioniert einwandfrei ohne irgendwelcher Treiber oder besonderen Einstellungen. Windows-User finden in der (sehr guten) deutsch- oder englischsprachigen Anleitung eine genaue Anweisung mit mehreren Screenshots, wie man die Software mit Karte am PC zum Laufen bringt.

Die Software erklärt sich praktisch von selbst.

Waverex DDD-11 und Maxed Software

In das Feld INSTRUMENTE zieht man per Drag & Drop seine Wunsch-Samples. Jedes beliebige Ausgangs-Sample wird automatisch in das Sample-Format der Korg DDD-Drumcomputer konvertiert. Entscheiden ist am Ende der verfügbare Sample-Speicher. Ich hatte hier z. B. eine E-Kick aus dem Studio 440, eine TR-909 Snare, einen DX7 Metalleffekt, eine LinnDrum Kick und eine Cowbell aus dem Casio RZ-1 geladen. Ab der Casio RZ-1 Clap rutschte dann erstmals der verfügbare Speicher in die roten Zahlen.

Um weiteren Speicherplatz zu sparen, kürzt man am besten die Samples oder reduziert durch das Tuning die Auflösung (das Tuning wird nämlich bei den Korg DDDs über die Auslesegeschwindigkeit erzeugt). Hierfür gibt es auf der rechten Seite die Checkbox „Für Tune 0 runtersamplen„. Ein Prinzip, das Korg bei fast allen Cymbal-Sounds angewendet hat.

Hier der Vergleich – siehe Anzeige „freier Speicher„:

Upload ohne Downtuning

Waverex DDD-11 und Maxed Sample Editierung

Upload mit Downtuning

Der Nachteil an der ganzen Sache ist, dass sich Klänge mit Downtuning später im Gerät nicht mehr nach unten stimmen lassen und außerdem auch an Klangqualität verlieren.

Über Decay greift die Software auf die Decay-Hüllkurve der Drumcomputer zu, während  Start, End und Boost tatsächlich das Sample bearbeitet. Boost ist mit einem Limited versehen und gibt dem Sample nochmals ordentlich Lautstärke. Fast alle Sounds profitieren davon. Einfach ausprobieren und probehören vor dem Upload ans Gerät. Start und End verändern einfach die Sample-Länge und schaffen Speicherplatz.

Finaler Send an Karte

Einfach eine Bank auf der Karte wählen (über die Software, die auf der Karte angezeigte Nummer wird nicht angepasst) und „an Karte senden“ drücken. Der Upload eines gesamten Speicherinhalts dauert nicht länger als eine Sekunde.

Einziger Schönheitsfehler

Die Software zeigt momentan beim Abspeichern nicht an, ob die gewählte Bank bereits belegt ist. Bei 99 Bänken wird man hier vorerst mit Stift und Papier arbeiten müssen, um nicht versehentlich aufwendig erstelle Bänke zu überschreiben. Ein Software-Update soll das Problem aber demnächst beheben.

Korg DDD-5 und Waverex Maxed Karte

Aufrufen der Bänke in Korg DDD-1 und DDD-5

Um verschiedene Bänke in den Drumcomputern aufzurufen, reicht es nicht aus, an der Karte die Bänke zu wählen und dann zu laden, sondern es ist nötig, zwischen jeder neuen Bank (oder neu eingesteckter karte – das kommt aufs selbe raus), die DDDs zu initialisieren.

Hintergrund: Die Samples werden von den Geräten zwar von der Karte on-the-fly gelesen, nicht aber die Parameter wie Sample-Start und -ende. Diese werden, wenn das Gerät die Karte initialisiert, in den internen Speicher geschrieben. Wenn man jetzt die Bank wechselt, initialisiert das Gerät die Karte nicht neu und hat somit die alten Parameter, spielt aber die neuen Samples ab.

So lässt man die Initialisierung aus, ohne das Gerät ein- und ausschalten zu müssen:

Bei der Korg DDD-5 wechselst man in irgendein anderes Menü und geht dann wieder in den Assign-Mode zurück. Bei der DDD-1 muss man einen ROM-Card-Check anstoßen, dieser befindet sich in der letzten Spalte der Matrix, ganz unten unter f-8.

Der Korg Drum Expander DRM-1 liest die Karten übrigens komplett on-the-fly.

Wieviel kosten die Waverex-Karten?

Für 149,- Euro erwirbt man die Sample-RAN-Karten DDD-11 bzw. DDD-15. Das mag sicher einigen als sehr viel erscheinen, aber angesichts des umfangreichen Speichers und der unkomplizierten Handhabung von Karte und Software würde ich die Karte eher unter „preiswert“ einstufen. Im Prinzip ersetzt sie zudem das seltene und teuer gewordene Sample-Board Korg DSB-1 und ist dabei deutlich flexibler.

Die Waverex maxed Karte mit der kompletten Korg Card-Library gibt es für 169,- Euro im Waverex-Shop. Da die originalen Karten einzeln für um die 60,- Euro gehandelt werden, wage ich auch hier, keine Kritik am Preis zu üben. Das Ding sollte für DDD-Fans ein no brainer sein.

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Fazit

Waverex hat mit deinen drei neuen Karten für die Drumcomputer-Famile Korg DDD-1, Korg DDD-5 und Korg DRM-1 einen sehr guten Job gemacht. Speicherumfang und Soundvielfalt wurden gegenüber den Vorgängern nochmals deutlich gesteigert. Dazu gibt es eine kostenlose und einfach zu bedienende Software, die sowohl unter Windows als auch unter Mac (bis M1 Max Prozessor) vollkommen unkompliziert und fehlerfrei läuft.

Vintage-Fans werden mir zustimmen, wenn ich darüber hinaus die Karten als preiswert bezeichne.

Plus

  • einfache Bedienung
  • Computeranbindung
  • automatische Sample-Konvertierung
  • mitgelieferte Software
  • 99 Sound-RAM-Bänke bei DDD-11 und DDD-15
  • 46 Sound-ROM-Bänke bei DDD Maxed

Minus

  • Karteninhalt wird am Computer nicht angezeigt

Preis

  • Waverex DDD-11 RAM-Karte: 149,- Euro*
  • Waverex DDD-15 RAM-Karte: 149,- Euro*
  • Waverex DDD-Maxed ROM-Karte: 169,- Euro*
  • *Alle Preise zzgl. Mwst. und Versand
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Forum
  1. Profilbild
    Kama

    Ich nehme mal an, dass sind Nettopreise o. Shipping.

    Ergänzt das doch bitte.

    Finde ich viel zu teuer.

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      @Kama Lt. deutscher Website sind dasPreise ohne MwSt. und ohne Versandkosten.

      Klare Preisangabe mit Mehrwertsteuer

      Wer als Unternehmen Waren anbietet oder Waren unter der Angabe des Preises bewirbt, muss Verbraucher darüber informieren, dass die angegebenen Preise die gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten. Die Angabe des Endpreises, inkl. Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile, ist Pflicht. Die Angabe des Nettopreises ohne Mehrwertsteuer ist unzulässig. Das gilt auch dann, wenn der Preis mit einem zusätzlichen Hinweis wie „zzgl. gesetzliche Mehrwertsteuer“ versehen ist.
      https://www.e-recht24.de/ecommerce/13092-preisangabenverordnung.html#

      • Profilbild
        m-ex

        @Dirk Matten Das getestete Produkt ist ja viel zu toll, um eine OT-Diskussion zu starten, aber …

        Es gab ja mal Zeiten, da war „xxx,yy Euro zzgl. 19% Mehrwertsteuer“ eine klare Preisangabe.
        Vielleicht hätte man doch etwas mehr in Bildung investieren sollen und weniger in Gesetzgebung (Bürokratie).🤨

  2. Profilbild
    Atarikid AHU

    Ich finde das Ganze nicht teuer. Wenn man sich überlegt, was da an Aufwand drinsteckt. Außerdem werden die Karten nicht gerade in Massen produziert. Dann noch eine Software programmieren um den Austausch der Daten zu vollziehen. Wer sich mal mit Elektronik, PCB-Erstellung und Programmierung beschäftigt, wird schnell feststellen, dass der Preis für das System alles andere als zu teuer ist, denn da geht wirklich ordentlich Zeit drauf.
    Das Beste an der ganzen Sache ist aber, dass man seinem alten Schätzchen neues Leben einhauchen kann. Ich finde das genial und würde mir das für weitere Geräte wünschen…

    • Profilbild
      Synchead

      @Atarikid Da hat du absolut recht … know how, trial and error etc etc.
      Man muss es als Handwerk sehen das nicht jeder kann und kostet!

  3. Profilbild
    blackfrancis

    Das ist doch geradezu billig zu nennen. Hardware- UND Softwarentwicklung. Für einen überschaubaren? Kundenkreis.

    Ist ja nicht so, als ob Korg eine Anleitung zum Bau dieser Karten ihren Geräten beigelegt hätte.

    Edit: Hmm, mir fällt gerade auf, dass ich nichts anderes als Atarikid gesagt habe, nur kürzer. 🤦‍♂️

  4. Profilbild
    Faro

    Ich musste bei diesem Test mehrfach nach oben Scrollen um festzustellen, dass ich mich tatsächlich im Jahr 2024 befinde.
    „Drei neue Karten für Korg DDD-1 und DDD-5“. Oh mann, ich schau einfach zu viele Filme!😁
    Nein mal Ehrlich, eine super Sache diese drei Karten. Ich denke, wir steuern auf eine gute Zeit zu.

      • Profilbild
        Faro

        @Synchead Sehr gerne. Ich habe auch in meinem JV-2080 noch ein paar Steckplätze frei……..😉

  5. Profilbild
    m-ex

    Ich besitze zwar nicht die entsprechende Hardware und kann daher mit den getesteten Karten nichts anfangen, generell finde ich diese Engagement, mit pfiffigen Ideen ältere Geräte am Leben zu halten – bzw. vielmehr ihnen neues Leben einzuhauchen – durchaus begrüßenswert. 👍👍
    Habe mir kürzlich für meinen (bei vielen ausgedienten) Korg Triton Rack so einen externen „SCSI zu SD-Card Adapter“ gegönnt. Für knapp unter 100,- Euro ein enormer Zuwachs an Klangpotential. Nicht schlecht!

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