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Test: IBANEZ G850-NT

IBANEZ G850-NT

30. Dezember 2008

Die Marke Ibanez ist hauptsächlich bekannt für ihr vielfältiges E-Gitarren- bzw. E-Bassprogramm. Einige der wohl bedeutendsten Rock- und Jazz-Gitarristen unserer Zeit (Steve Vai, Joe Satriani, Andy Timmons, Paul Gilbert, Pat Metheny, John Scofield, George Benson u.a.) spielen ja bekanntermaßen aus voller Überzeugung Instrumente aus dem Hause Ibanez. Das Produktangebot des japanischen Musikinstrumentenherstellers beschränkt sich jedoch nicht nur auf elektrische Gitarren und Bässe. Auch eine vielfältige Auswahl an Akustikgitarren steht bereit, um in Musikrichtungen von Akustikpop/-rock/-jazz bis Klassik eingesetzt zu werden. Die zum Test angetretene Ibanez-G850-NT gehört, wie unschwer zu erkennen, zur Gattung der Konzertgitarren. Gefertigt aus vollmassiven Hölzern bei einem ungefähren Marktpreis von etwas über 300 Euro scheint dieses Instrument ein interessantes Angebot für den klassisch orientierten Gitarristen zu sein.

-- Die Ibanez G850-NT --

— Die Ibanez G850-NT —

Der Name Ibanez ist spanischen Ursprungs und geht zurück auf den Gitarrenbaumeister Salvador Ibáñez, dessen Konzertgitarren um 1929 durch den japanischen Hoshino Gakki Konzern aus Spanien exportiert wurden. Nachdem in Folge der Auswirkungen des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) die Ibáñez-Werkstatt völlig zerstört wurde und somit keine Gitarren mehr verfügbar waren, sicherte man sich bei Hoshino Gakki die Rechte an dem Markennamen Salvador Ibanez und fertigt seitdem in Eigenregie Konzertgitarren. Die Japaner können also mit Fug und Recht von sich behaupten, über langjährige Erfahrungen im Bau von Konzertgitarren nach spanischem Vorbild zu verfügen. Der Autor ist selbst im Besitz einer, in den 1980er Jahren in Japan handgefertigten, Ibanez-Konzertgitarre, die immer noch regelmäßig gespielt wird und zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass für alte originale spanische Ibáñez-Gitarren auf dem Gebrauchtmarkt Höchstpreise von bis zu mehreren 10.000 Euros erzielt wurden. Der große Konzertgitarrist Julian Bream und kein geringerer als Eric Clapton spielten beispielsweise Gitarren von Salvador Ibáñez.

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Konstruktion

Ibanez lässt die G850-NT in China fertigen. Endverbraucherpreise um 300,- Euro für vollmassive Konzertgitarren sind auch für japanische Unternehmen längst nicht mehr anders zu realisieren. Ibanez wirbt damit, dass die Gitarre einen spanischen Halsfuß besitzt. Was bedeutet das? Grundsätzlich werden Konzertgitarren nach deutscher oder spanischer Bauart unterschieden. Der so genannte Halsfuß, also der Teil des Halses, der für die Verbindung mit dem Korpus sorgt, ist der Dreh- und Angelpunkt bei der spanischen Bauweise. Um den Halsfuß herum wird der gesamte Gitarrenkorpus aufgebaut. Dazu werden in die Seiten des einteiligen Halsfußes Schlitze gesägt und die Zargen darin befestigt. Der Halsfuß läuft meist noch ein gutes Stück in das Innere des Korpus und wird zusätzlich mit Decke und Boden verleimt.

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-- Spanischer Halsfuß sorgt für die Verbindung von Hals und Korpus --

— Spanischer Halsfuß sorgt für die Verbindung von Hals und Korpus —

Bei der deutschen Bauweise werden Hals und Korpus zunächst getrennt angefertigt und erst später zusammengefügt. Die Hals-Korpusverbindung wird dann mit einer Schwalbenschwanznut und -feder realisiert. Im Korpus muss dafür ein Holzblock für die passgenaue Nut zur Aufnahme des Halses eingeleimt werden. Der Halsfuß besteht bei deutscher Bauart somit aus zwei Teilen. Gitarren mit spanischem Halsfuß werden häufig besondere Klangeigenschaften nachgesagt. Die Saitenschwingungen sollen weniger bedämpft und die statischen Eigenschaften des gesamten Instrumentes besser sein. Ob besseres Schwingungsverhalten aber immer nur der Ausführung des Halsfußes zugeschrieben werden kann, muss allerdings bezweifelt werden. Die Konstruktion der Gitarrendecke und die dafür verwendeten Hölzer dürften einen wesentlich entscheidenderen Einfluss auf den Klang haben. Die unter „Experten“ geführte Halsfußdiskussion erinnert an die Streifrage im E-Gitarrenlager, wo bis zum heutigen Tage darüber gerungen wird, ob mit dem Korpus verleimte oder verschraubte Hälse für bessere Klangresultate sorgen. Die Praxis zeigt, dass es aus beiden Lagern hier wie dort hervorragend klingende Instrumente gibt. Deshalb sollte man solchen in der Werbung hervorgehobenen Konstruktionsdetails nicht per se einen zu hohen Stellenwert zuschreiben.

Die für die Ibanez G850-NT verbauten Materialien machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Für Boden und Zarge bzw. Hals wurde sehr fein gemasertes Mahagoni verwendet. Für die Decke hat man sich für massive Zeder entschieden, die ein weitgehend gleichmäßig strukturiertes Bild zeigt. Das Schallloch wird von einer sehr schön gestalteten echten Intarsienrosette umrahmt.

-- Massive Zederndecke --

— Massive Zederndecke —

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Vielen Dank für diesen Bericht, der für mich als Einsteiger eine sehr gute Entscheidungshilfe beim Kauf meiner ersten eigenen Gitarre war.

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