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Test: iZotope Spire Studio, Mobiler Recorder

2. November 2018

Innovatives mobiles Recording

izotope spire studio

Wenn ein Hersteller, der sich bislang „nur“ durch gute und preiswerte Software (wie Neutron, Ozone, Nectar oder RX7) hervorgetan hat, sein erstes Hardware-Produkt präsentiert, darf man schon mal ziemlich gespannt sein. Dass es sich dabei dann um einen weiteres mobiles Aufnahmegerät handelt, mag im ersten Moment ein wenig enttäuschend klingen – davon gibt es doch nun wirklich schon mehr als genug. Spätestens aber beim Auspacken des iZotope Spire Studios wird aber klar, dass man es hier nicht Stangenware zu tun hat: Sowohl die Form als auch die Bedienung dürfen ruhigen Gewissens als „eigenwillig“ bezeichnet werden. Aber schauen wir uns das Spire Studio doch mal näher an.

iZotope Spire Studio

iZotope Spire Studio ausgepackt: Alexa, bist du das?

Erster Gedanke beim Auspacken: Ist das eine neue Version des Amazon Echo? Zylindrisch-rund, schwarz, mit einigen wenigen ins Gehäuse eingelassenen Buttons – da ist man versucht, mal eben reflexhaft „Alexa“ zu flüstern, um zu schauen, ob das Gerät reagiert. Macht es aber natürlich nicht. Mit im Karton ist ein gut gepolsterter, runder schwarzer Transport-Bag mit dem markanten blauen Spire-Logo. Der allerdings in der Grundversion nicht mit zum Lieferumfang gehört, sondern entweder separat (für 69 Euro) und im „iZotope Spire Studio Bag Bundle“ (für 449 Euro inklusive Spire Studio, was dann 19 Euro günstiger ist als beides einzeln zu kaufen) erworben werden kann. Wer plant, das mobile Recording Studio öfter mal mit auf einen Außeneinsatz zu nehmen – und dafür ist es ja unter anderem gedacht – sollte sich die zweigeteilte Tasche auf jeden Fall zulegen; die bietet dann nicht nur gut gesicherten Platz für das Spire Studio selber, sondern auch Raum für Zubehör. Und lässt sich dank Handgriff und gepolstertem Schulterriemen auch längere Zeit bequem tragen.

Der optionale Transport-Bag

 

Apropos Zubehör: Mit dabei ist noch ein Netzteil (mit austauschbaren Anschlüssen für Europa, England und die USA) und eine vielsprachige Starthilfe im Pixibuch-Format, das auch als PDF online verfügbar ist (https://www.spire.live/content/dam/spire/product-support/Spire-Studio-Manual.pdf). Zumindest bei der Kabelversorgung ist auch gar nicht mehr notwendig, da das Spire Studio tatsächlich auch ganz ohne auskommt; alles, was benötigt wird, ist entweder an Bord oder wird durch die (kostenlose) mobile iOS-App geregelt. Beim Handbuch allerdings besteht doch erheblicher Nachholbedarf. Zwar ist einiges selbsterklärend, viele Detailfragen bleiben aber offen und können bislang nur durch Ausprobieren in Eigenregie geklärt werden – bitte nachliefern.

iZotope Spire Studio angeschaut: Masse und Klasse

Anders als die zitierten Amazon-Röhren wird der Spire-Zylinder von einer massiven Außenwand aus Metall geschützt – was dem Recorder dann auch trotz seinen kompakten Maßen von rund 11x9x12 Zentimetern ein sattes Gewicht von über 600 Gramm beschert und den gut gepolsterten Schulterriemen der Tragetasche erklärt. Metall und Masse sorgen nicht nur dafür, dass das Spire Studio bei Außeneinsätzen bestens gegen Stürze, Beschuss, Steinschlag oder Säureattacken gewappnet ist, sondern garantieren – im Verbund mit der gummierten Unterseite – auch für einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch: Das ist kein Leichtgewicht, das ständig über die Tischplatte gondelt; wenn das einmal steht, dann für die Ewigkeit. Durch die abgeschrägte Oberfläche sind Bedienelemente und LEDs dabei jederzeit gut ablesbar; das als kleines, aber feines Detail am Rande.

Auf der Rückseite: 2x XLR/Klinke-Kombi mit Phantomspeisung

Besagte Oberfläche wird eingerahmt von einem berührungsempfindlichen Kranz aus 31 LEDs, dessen Multi-Funktionalität wir uns gleich noch näher anschauen werden. Mittig zwei überdimensionale halbrunde Buttons mit den international verständlichen Symbolen für Record und Play, unten in den Kranz eingearbeitet drei weitere, kleinere Buttons, beschriftet mit „New Song“, „Soundcheck“ und „Volume“. Einzig der „Soundcheck“ bedarf da wohl einer kleinen Erläuterung: Wird der (vor einer Aufnahme) betätigt, checkt das Spire Studio die Signale, die am eingebauten Mikro bzw. an den beiden Eingängen anliegen und pegelt die Sache schon mal ein – sehr praktisch.

„Wieso Eingänge“ – werden Sie jetzt vielleicht fragen. „War da nicht von kabellos die Rede?“ Ja, richtig: Das Spire Studio funktioniert grundsätzlich autark und ganz ohne Kabel, kann aber optional auch von außen gefüttert werden. So finden sich auf der Rückseite dann auch zwei Line-In-Buchsen (XLR/Klinke-Kombo) für die Zuführung externer Mikrofon- bzw. Instrumentensignale, inklusive einer zuschaltbaren 48V+ Phantomspeisung. Ebenfalls rückseitig ein 3,5 mm Stereoklinken-Eingang für Kopfhörer; ein weiterer sitzt dann auf der Vorderseite, so dass bei Bedarf auch zwei Leute gleichzeitig Aufnahmen abhören können; zwar nicht getrennt regelbar, aber das findet man trotzdem nicht alle Tage.

Vorne – durch ein Metallgitter geschützt – sitzt das eingebaute Kugelmikrofon, das (entgegen der schräg abfallenden Bauform) schräg nach oben ausgerichtet ist. Die dazugehörigen Pre-Amps wurden von iZotope zusammen mit Grace Design entwickelt, die sich mit Instrumenten-Pre-Amps (BiX, ALiX, FELiX) und Mikrofon-Pre-Amps (m101, m103, m105, m801,m802) einen guten Namen gemacht haben.

Habe ich irgendwas vergessen? Ach ja – die Stromzufuhr. Die erfolgt  über das mitgelieferte Netzteil, das aber auch gleichzeitig den verbauten Akku auflädt (was von Null auf Hundert dann rund 5 Stunden dauert). Ohne Zufuhr von außen arbeitet das Spire Studio dann – je nach Belastung (laut Hersteller) vier bis sechs Stunden, bevor es wieder ans Netz muss.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    carsten weidenhaupt

    Interessantes Konzept. Hat schon jemand die Android-Version gecheckt?
    Und: andere Frage: kann ich bei dem Teil einen fertigen Stereo-Keyboardtrack als wav oder mp3 direkt per drag/drop oder ähnlich auf 2 Spuren ziehen und dann gemütlich outdoor dazu ’ne Akkustikgitarre einzuppeln? Und dann in der Badewanne noch dazu singen?
    Sprich, Wav-Import?

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