AMAZONA.de Autoren: Mic Irmer aka Moogulator

25. Mai 2006

Autoren: Mic Irmer

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Amazona:
Erzähl unseren Lesern zunächst doch einmal etwas über Dich.

Moogulator:
Gibt es da was zu erzählen? Naja, versuchen wir es mal so: Es fing mit Klavier, Böhm-Orgel (leider hat die Firma diesen Monat Insolvenz angemeldet) und ZX81 an, danach weiter mit Synthesizern und diversen Projekten: einige feierten vor einiger Zeit ihr 20stes Jubiläum, andere sind neu (dAdA-iNN, im Wesentlichen ein improvisatorisches Liveprojekt und Vertonungsteam für Filme von Jan Bitzer und Team, wie zB 458nm.de). Es wird also immer noch gern Musik gemacht. Ansonsten versuche ich weiterzuleben und strebe erstmal die handelsübliche Weltherrschaft™ an. Ansonsten diverse Jobs in Sachen Synthesizer, Sounds, Workshops (ich gebe hier in Köln Workshops zu vorher ausgemachten Terminen – einfach anrufen! Alles rund um Synthesizer, Synthese, Livesound bis zur Website).

Amazona:
Verdienst Du mit Deiner Musik schon Geld, oder finanzierst Du damit vielleicht schon Deinen Lebensunterhalt?

Moogulator:
Insgesamt schon, ich muss sogar davon leben, sofern man das auf das Thema Instrumente erweitert. Reich wird man aber nicht, ich empfehle also der von der Politik geforderten hohen Kinderschar eher was anderes, wenn man Euros super findet ;-)

Amazona:
Wie bist Du zur Musik gekommen?

Moogulator:
Faszination! Ich wollte es so und Instrumente gab es einfach immer irgendwo. Auf meinem Grabstein wird sicher mal stehen „Synthesizer waren sein Leben“, o.ä. Das meine ich auf ganzer Linie. Die Musik ist die Droge selbst. Und meine Familie ist auch generell musiksüchtig (nicht im Sinne von Konsum, mehr im Sinne von Wert von Kültür™).

Amazona:
Welche Art von Musik hat Dich am meisten begleitet, inspiriert und letztendlich beeinflusst?

Moogulator:
Ich schreibe mal den Algorithmus dazu auf, wie ich Musik aussuche: Hauptsächlich Elektronisches! Dabei ist das Genre als solches egal, solang es anspricht, es gab am Anfang nicht so eine allgemeine Verbreitung von Musik, und schon gar nicht so inflationär und allgegenwärtig. Dennoch gibt es aus allen Zeiten und Richtungen verdammt gute Sachen und 90% „Schrott“. Dabei müsste man sicher noch trennen zwischen Geschmack, Zielvorstellungen, hoffentlich wenig „Erwartungen“ und Dogmen. Ich kenne auch Musik, die mir fast „körperlich“ unangenehm ist oder langweilig, aber ich stürze mich lieber auf die Millionen von wirklich spannenden oder „anmachenden“ Sachen. Da gibt’s von ansprechend über nicht Nachdenken bis Hirnmusik alles. Der Mensch™ ist eben auch nicht auf nur ein Ding fixiert. Wenn Musik die visionäre Zukunft transportiert, spricht mich das sicher mehr an als irgendwelche lang tradierten Wege. Dennoch ist mir die Einteilung „kommerziell vs. Indie/wenig Hörer“ aber auch zu klein. Kurzum: Jede spannende Musikrichtung hat mich geprägt, und dabei leider erstmal nur die, von denen ich was mitbekommen habe. Als Kind der Spät70er, wurde ich sicherlich deutlich durch diese Zeit geprägt. Zwischen 8 und 16 (beides natürlich durch 8 teilbar, wie das so in der Computerwelt ist) hat man sicher die meisten Eindrücke. Während die ältere Generation mit ihren scheintoten Helden winken, werden neue Sockel aufgestellt für neue Helden, die heute wieder umgeschubst werden. Einige bleiben stehen andere fallen irgendwann. Das ist auch o.k. so. Auch ich habe natürlich Vorlieben, das ist aber sicher schon am Text abzulesen, wo es hingeht.

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    AMAZONA Archiv

    Er spricht in Zeichen und Bildern. :-D … Sehr erheiternd; macht wirklich Spaß, das Interview zu lesen.

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