16. September 2020

Test: Behringer B2 Pro Großmembran-Mikrofon

Inspiriert durch einen Kommentar meines letzten Testes des Warm Audio WA-87 habe ich mich mal daran gemacht das Behringer B 2 Pro auf Herz und Nieren zu testen.

Bei dem Behringer B2 Pro handelt es sich um ein Großmembran Kondensator Mikrofon mit 3 Richtcharakeristiken ( Kugel, Niere, Acht).

Technische Daten:

  • Goldbedampfte Doppelmembran
  • Richtcharakteristik: wahlweise Nier, Kugel oder Acht
  • Schaltbares Hochpassfilter
  • Schaltbare Pegelabsenkung (-10 dB)
  • Vergoldeter XLR-Anschluss
  • Stabile Konstruktion
  • Nickelbeschichtetes Messinggehäuse

Lieferumfang:

  • B-2 Pro
  • Studiospinne
  • Windschutz
  • Stabiler Alu-Koffer

Haptik:

Das Mikro kommt in einem stabilen Alu Koffer daher der alles beinhaltet was man so braucht. Mikrofon, Spinne und Windschutz liegen wohlbehalten und geschützt in dem Koffer.

Die Spinne ist aus Metall, sehr Stabil und absolut Studiotauglich. Sie hält das Mikrofon fest so das man es auch Kopfüber verwenden kann.

Das Mikro selbst ist sehr gut verarbeitet, die Metallarbeiten sind sauber hergestellt worden und der Korb sitzt gerade auf dem Mikro.

Das Innenleben bieten wenig Spektakuläres. Alles sauber verarbeitet und es wurden die üblichen Standartkomponenten aus China verbaut. Was will man auch bei einem derzeitigen Verkaufspreis von 109,00 Euro erwarten.

Doch was erwartet mich in Sachen Klang von diesem Mikrofon ?

Getestet habe ich:

Vocals Weiblich und männlich sowie Akustische Gitarren

Vocals Weiblich:

Die Stimmen kommen sehr überbetont und etwas „Harsch“ rüber. Schuld daran ist eine unangenehme Höhenanhebung im Bereich von 8 – 12 KHz. Dagegen fallen die oberen Mitten deutlich ab. Es bedarf viel Nachbearbeitung am EQ um sie schön in den Mix zu integrieren.

Vocals Männlich:

Hier zeigt das Mikro eine deutliche Verbesserung. Die unteren Frequenzen klingen warm und durchsetzungsfähig. Im Mittenbereich sollte man allerdings noch ein wenig nachbearbeiten. Die Höhen klingen, trotz der Höhenanhebung, sehr ausgewogen.

Akustische Gitarren:

Hier kann das Mikro wirklich auftrumpfen. Die Gitarren klingen voll und gerade im Höhenbereich sehr brillant. Hier kommt dem Mikro die Höhenanhebung zu Gute und die Gitarren lassen sich sehr schön, ohne viel Nachbearbeitung, im Mix integrieren.

Die 3 Richtcharakteristiken haben Ihre Schwächen.

Die Niere arbeitet am saubersten von allen, wird auch meisten benötigt. Kugel und Acht haben einen deutlichen Pegelabfall und klingen ein wenig „blechern“ Aber bei diesem Preis lässt sich das verschmerzen ;-)

Fazit
Behringer hat mit diesem Mikro ein für diesen Preis gutes Produkt auf dem Markt gebracht. Betrachtet man den derzeitigen Verkaufspreis gibt es am Preis,- Leistungsverhältnis nichts auszusetzen.
Die Verarbeitung ist gut und es lassen sich auch gute Aufnahmen damit tätigen.
Dennoch würde ich einem absoluten Anfänger dieses Mikrofon nicht empfehlen. Einen ungeübten Homerecorder könnte bei der Nachbarbeitung ins „stolpern“ geraten.
Für geübte und Fortgeschrittene Homerecorder ist dieses Mikro wirklich gut.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar.

Das Mikro ist geeignet für:
Podcast, Homerecording, fortgeschrittene Homerecorder.

Dieser Test spiegelt meine ganz persönliche Meinung wieder und muss nicht unbedingt mit eurer Meinung übereinstimmen.

Plus

  • Verarbeitung
  • Lieferumfang
  • Preis
  • Klang bei akustischen Gitarren
  • Nieren Charakteristik gut

Minus

  • unangenehme Höhenanhebung 8-12 KHz
  • Kugel und Acht Charakteristik deutlicher Pegelabfall und "blechern"
Forum
  1. Profilbild
    SynergyMan  

    Ohne Audiobeispiele, Vergleiche oder wissenschaftliche Messungen finde ich diese Testaussage befremdlich. Ist dieses Mikro wirklich so alternativlos zu AKGs zum halben Preis, die immer wieder auch in professionellen Produktionen überraschen ? Und Mikrofone mit Umschaltmöglichkeit der Charakteristik …. das ist mit physischen Mitteln nicht zu machen, also ist da klangbeeinflussende oder eher formende Elektronik drin. Wenn man das Ding schon offen hat, hätte man das vielleicht kritisch beäugen können. Aber es ist ja nur eine Leser-Story ….

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      Wolli63  

      Danke für deinen Kommentar.

      Jedoch muss ich mal sagen das ich mich auf meine Ohren verlasse und nicht auf irgendwelche Messgeräte.

      Die Elektronik im inneren des Mikros offenbart nun mal das einfach nur Standard Bauteile verwendet wurden, so stehts auch in meinem Artikel. Wenn man teurere Mikros öffnet und sich die Elektronik anschaut tun sich nun mal Welten auf.

      Im übrigen mag ich es nicht wenn man so herablassend ist und auch noch schreibt „ist ja nur eine Leser-Story. Sowas geht gar nicht. Man sollte die Meinung eines jeden respektieren und nicht mit solch herablassenden Sätzen um die Ecke kommen.

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        Tyrell  RED 11

        Du hast schon recht, aber so ein paar Audiobeispiele wären schon schön gewesen :)
        Aber trotzdem vielen Dank für Dein Engagement Wolli63!!!!!

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          Wolli63  

          Das Problem mit den Audiobeispielen ist das, das jedes Ohr etwas anderes wahrnimmt und das zu einer Endlosdiskussion führen könnte.
          Ich gebe nur meine eigene Wahrnehmung wieder und die muss ja nicht die von anderen „Ohren“ sein. Erfahrungswerte weiterzugeben ist das was ich möchte. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen.
          Liebe Grüße
          Wolli63

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          Armin Bauer  RED 11

          Hi Peter,
          ich kann Wolli63 da völlig verstehen. Soundbeispiele sind immer subjektiv und machen auch nur im direkten Vergleich Sinn. Dafür muss man die Möglichkeiten haben, d.h. ein vergleichbares Mikro, einen Splitter und zwei gleiche Preamps. Ist das von einem Leser zu erwarten?
          Ich selbst mag den Ansatz von Wolli63 bei meinen eigenen Tests auch lieber, das geschriebene Wort kann sehr viel mehr ausdrücken als Soundbeispiele, bei denen der Autor keinerlei Kontrolle über die Abhörsituation hat.
          Trotzdem mache ich das inzwischen deutlich öfters, da die Anspruchshaltung der Leser das so wünscht.
          Lustigerweise kommen auf die Tests mit Sounds oft keinerlei Resonanz. Wenn ich ohne arbeite bekomme ich wenigstens das Feedback, dass Soundbeispiele gewünscht werden…ein Teufelskreis.
          Grüße Armin

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            Wolli63  

            Hallo Armin,

            Vielen Dank für deinen Kommentar.

            Man kann es nicht jedem Recht machen. Du hast schon Recht mit dem Teufelskreis.

            Ich werde es weiterhin so halten das ich Testberichte ohne Soundbeispiele mache. Die Begründung habe ich bereits geschrieben und du bist ja da mit mir einer Meinung.

            Liebe Grüße
            Wolli

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              Armin Bauer  RED 11

              Hi Wolli63

              dem ist so nichts hinzu zu fügen !
              Vielen Dank und Respekt, dass du dich hier so einbringst.

              Grüße Armin

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      Armin Bauer  RED 11

      Hi SynergyMan,
      genau so isses, Wolli63 hat eine Leserstory erstellt. Die Forderung nach wissenschaftlichen Messungen ist da evtl. … ein klitzekleinesbisschen übertrieben?
      Wolli63 hat mehrere Anwendungsbeispiele aufgeführt und die Nutzung beschrieben. Prima so. Manch einer hat vielleicht auch Hemmungen seine Aufnahmen hier öffentlich zu machen. Das gilt es zu respektieren.
      Und auch noch gleich die ganze Elektronik analysieren? Ist das nicht auch einen Tick zu hoch gegriffen?
      Aber wer kritisiert kann es sicher besser machen, ich freue mich auf deine Leserstory, ehrlich.
      Grüße Armin

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        Wolli63  

        Hallo Armin,

        Vielen Dank für deinen Kommentar.

        Uu den Audiobeispielen hatte ich bereits was geschrieben.

        Liebe Grüße
        Wolli

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        SynergyMan  

        Hallo Armin, Du weißt, dass ich auch als Mitglied der Redaktion unterwegs bin ? Ja die zwei Accounts finde ich auch nicht mehr gut und arbeite dran. Ich habe mir den Artikel noch einmal durchgelesen und NEIN, ich finde diesen zu einseitig. Genau diese Einseitigkeit hätte man durch Audiobeispiele oder Vergleiche relativieren können. Wenn ich so einseitig schreibe, muss ich mich als Author auch solchen Gegenwind stellen und da wäre es vorab klug gewesen, diese Dinge zu entkräften. Subjektive Schreibweise als alleiniges Stilmittel reicht da nicht. Es gibt schon einen Grund, warum Deine guten Artikel mit Audiobeispielen keine weiteren Nachfragen erzeugen: Nicht weil es keinen interessiert, sondern weil alles gesagt ist – das kann auch ein Kompliment sein.

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          Ian Son

          Könnt Ihr das unter Euch ausmachen? 🙄
          Ich finde diese Leserstory deutlich aufschlussreicher als viele andere, wo dann Leute auf ihre Mucke aufmerksam machen wollen und fadenscheinig irgendeinen Bezug zu nem Synth oder ner Samplebibliothek herstellen und zu diesem Produkt dann kaum was sinnvolles schreiben… Da meckert dann keiner.

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          Armin Bauer  RED 11

          Ja, aber das ist doch genau der Punkt. Es gibt doch einen Unterschied, ob ich hier als Autor einen Auftrag erhalte und den möglichst objektiv zu erledigen habe oder ob hier ein Leser von sich aus auf freiwilliger Basis seine Erfahrungen teilen möchte. Nach meinem Verständnis darf das durchaus subjektiv sein und es sollte auch nicht die gleiche Messlatte angelegt werden.
          Also, ich kann mir Klang und Performance des Mikros anhand dieses Tests ganz gut vorstellen, mehr brauche ich nicht.

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            Wolli63  

            Hallo Armin,

            es ist schon sehr beachtlich welche Diskussion meine Leserstory hier ausgelöst hat.

            Das zeigt mir allerdings auch das ich nicht so schlecht geschrieben haben muss.

            Audiobeispiele hin oder her,- es ist genau das passiert was Sinn und Zweck der Leserstorys sind,- Diskussionsgrundlage !

            Man tauscht sich aus,- ließt die Meinungen der anderen Teilnehmer und versucht das Beste für sich daraus mitzunehmen.

            Ich schreibe in meinen Storys grundsätzlich MEINE persönlichen Erfahrungen,- also Subjektiv, und das werde ich auch so halten.

            Allerdings hätte ich mir gewünscht das vielleicht einer mit einer anderen Erfahrung des Mikros um die „Ecke“ kommt.

            Eine Meinung zu zerreißen ist eine Sache, seine persönlichen Erfahrungen anderen Mitzuteilen ist was ganz anderes.

            Nichts desto trotz freue ich mich eine Diskussion angestoßen zu haben.

            Das zeigt mir das ich weiterhin meine Erfahrungen mit euch teilen werde.

            Im übrigen bin ich zur Zeit mit weiteren Leserstorys zu Gange ;-)

            Liebe Grüße
            Wolli

  2. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Klar, Audiobeispiele machen bei Musikthemen natürlich Sinn und sollten auch nicht allzuschwer anzufertigen sein. Im Gegnesatz zu Audioaufnahmen eines Instruments machen mMn Aufnahmen mit Mikrofonen eher Sinn, wenn man irgen eine Referenz als Vergleich hernehmen kann. Wenn der Wolli jedoch nur ein Neumann dafür hat, würde der Vergleich hinken. da bringen die persönlichen Eindrücke mehr. Vor allem bei ner User-Story.
    Da sind dann vielleicht doch die Möglichkeiten der amazona-Tester mit einem kleinen vergleich gefragt. Wie würde beispielsweise ein gleichgünstiges sE Electronics X1 im Vergleich abschneiden – und würde sich der doppelte Preis für ein sE 2300 (das gerade gerne für 200€ verschäppert wird) lohnen?

    Unterm Strich muß man es den Wollis dieser Welt hoch anrechnen, dass sie sich die Mühe machen. Kritisieren ist da deutlich einfacher :-D peaze!

    • Profilbild
      Wolli63  

      Hallo Heiko,

      ich hatte das B2 Pro von einem anderen Musiker geliehen bekommen um diesen Test mal zu machen.

      Ich selbst habe Warm Audio WA-87, Weissklang V13 und V17, Aston Origin, AKG P420, Shure PG 27

      Wenn ich einen Vergleich gemacht hätte, hätte der doch ein wenig „gehinkt“

      Das AKG P420 wäre eine eventuelle Alternative. Aber auch hier ist, subjectiv gesehen, eine deutliche Höhenanhebung bemerkbar. Ich benutze es ausschließlich für akustik Gitarren.

      Ein Neumann ist und bleibt für mich unerschwinglich :-(

      Auch wenn es eins geben sollte das gebraucht angeboten wird, weiß man nie was man bekommt, die Membrane (Kapsel) ist nun mal ein Verschleißteilteil gerade bei GitarrenAmps muss diese doch sehr leiden.

      Eine komplette Wartung mit neuer Kapsel kostet gut und gerne bei Neumann schonmal 1000 Euro und mehr.

      Klar ist auch das man Audiobeispiele hätte machen können, aber dann ist es halt so, das jeder eine andere Wahrnehmung hat.

      Im übrigen kannst du gerne mal in mein Profil schauen, da siehst mit welchen Equipment ich arbeite.

      Liebe Grüße
      Wolli

  3. Profilbild
    Sudad G  

    Also ich finde auch, dass bei einer Leser Story die eigene Meinung und Erfahrung des vorgestellten Produktes wichtiger sind als irgendwelche Audiobeispiele. Schließlich handelt es sich hier nicht um einen reinen Testbericht im klassischen Sinn, der dann auch eher objektiver gestaltet sein sollte.

    Von Audiobeispielen bei Mikrofon-Tests halte ich grundsätzlich nichts, weil einfach zu viele Faktoren wie z.B. Raumklang, Klangfarbe des Sänger, Abstand Mikro zum Sänger, Mic-Pre-Amp, Kopfhörer oder Abhöre des Lesers den Klang sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Jeder weiß, dass selbst im Hi-End Bereich nicht jedes Mikro zu jedem Sänger passt. Daher haben ja Studios einen ganzen Fuhrpark an Mikros.
    Eine Leser-Story zeigt halt lediglich welche Erfahrungen ein Musiker in einer Standardsituation mit einem bestimmten Mikrofon gemacht hat, was ihm angenehm oder unangenehm aufgefallen ist und ob er das Produkt aus seiner Sicht weiterempfehlen kann oder nicht.
    Das hat Wolli63 gut gemacht und insofern gibt es nichts zu beanstanden meinerseits.

    • Profilbild
      Wolli63  

      Hallo Sudad,

      danke für deinen Kommentar.

      Dem kann ich nichts hinzufügen und trifft voll ins Schwarze.

      Liebe Grüße
      Wolli

  4. Profilbild
    penishead  AHU

    Eine Leserstory kann jeder so gestalten, wie er es für richtig erachtet. Dafür ist sie ja da. Bißchen kurz ist der Artikel schon, aber Mikros zu bewerten ist nun wirklich ein unmögliches Vorhaben.

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