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Test: SPL Channel One Mk3, Channelstrip fürs Tonstudio

Ein Frontend zum Verlieben

18. März 2024
SPL Channel One Mk3, Channelstrip fürs Tonstudio

SPL Channel One Mk3, Channelstrip fürs Tonstudio

Der SPL Channel One Mk3 im AMAZONA.de-Test. SPL aka Sound Performance Lab aus dem nordrhein-westfälischen Niederkrüchten sollte nicht nur hierzulande allen Tonschaffenden ein Begriff sein, denn SPL steht seit Jahrzehnten für innovatives Design und analoge Audiotechnik par excellence. Zum Test steht diesmal die dritte Inkarnation ihres ebenso beliebten wie bewährten Channel One auf meinem Studiotisch. Was sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen verändert hat und was der Kanalzug aus dem Hause SPL zu leisten vermag, wird der folgende Testbericht zeigen.

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Channel One – wie alles begann

 

Der Ur-Channel One

Im Jahr 2003 hatte der Ur-Channel One das Licht der Welt erblickt, damals noch im goldenen SPL-Design. In seiner Preisklasse war er schon damals, gemessen an der Ausstattung und der gebotenen Qualität Made In Germany, nahezu konkurrenzlos. Ausgestattet mit einem Mikrofon-Vorverstärker sowie Line- und DI-Eingang, einem De-Esser, Kompressor, Noise-Gate und halbparametrischem 3-Band-Equalizer hatte der Channel One schon in seinen Kindertagen alles an Bord, um hochwertige Aufnahmen auf die Festplatte zu bannen. Sogar ein Kopfhörerverstärker und Eingänge zum Zuspielen des Playbacks waren ebenso vorhanden wie eine optionale A/D-Wandlerkarte.

 

Die zweite Version – mehr ein Facelift

Der nachfolgende Channel One Mk2 war dann mehr ein optisches Facelift als eine wirkliche Erneuerung des Konzepts, wobei unser Autor Max Lorenz der zweiten Version in seinem Testbericht ein verbessertes Noise Gate bescheinigt. Auch die Ansatzfrequenzen des Equalizers haben sich minimal verändert. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben.

SPL Channel One Mk3: Lady in Black

 

Channel One Mk3 in schwarzem Gewand

Channel One Mk3 in schwarzem Gewand

Der Channel One Mk3 kommt in seiner dritten Reinkarnation komplett in Schwarz daher. Dabei wurde sehr auf eine funktionsgerechte Haptik geachtet. Alle Regler fühlen sich in ihrem Drehwiderstand schön cremig an, wobei der Gain-Regler extra schwer läuft, was ein ungewolltes Verstellen verhindert. Der Regler für Tube-Saturation und die Frequenzregler der beiden Mittenbänder im EQ sind fein gerastert, während alle Regler die einen festgelegten Mittenwert haben, dort auch eine Mittenrasterung besitzen.

Kommen wir erst einmal zu den wesentlichen Neuerungen des Channel One Mk3. Der diskret aufgebaute Vorverstärker ist nun rein Transistor-basiert und damit auf Wunsch komplett clean benutzbar. Er kann Mikrofonsignale um bis zu 68 dB verstärken. Mit dem optionalen Lundahl-Eingangsübertrager erhöht sich dieser Wert je nach Mikrofon auf bis zu 82 dB. Da die zusätzliche Verstärkung durch den Übertrager passiv und daher rauschfrei erfolgt, ist dieser für die Nutzung von pegelschwachen Mikrofonen eine durchaus lohnenswerte Zusatzinvestition, die auch nachgerüstet werden kann.

Während die Vorgänger immer eine Röhre im Signalweg hatten, um eine gewisse Grundfärbung zu erhalten, kann die Vorstufenröhre des Typs 12AX7LPS im Channel One Mk3 nun auf Wunsch hinzugeschaltet und stufenlos in die Sättigung gefahren werden. Am Anfang des Regelweges ist dabei ein ganz leises Schaltgeräusch hörbar, wenn die Röhre in den Signalweg geschaltet wird.

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Preamp-Sektion

Der Vorverstärker besitzt zwei separate XLR-Eingänge, die auf der Frontseite umgeschaltet und sogar separat mit 48 V Phantomspeisung beschickt werden können. Dadurch ist der schnelle Vergleich oder Wechsel zweier Mikrofone möglich, was sich für mich in der Praxis als sehr nützlich erwiesen hat. Eine schaltbare 20 dB Absenkung ist ebenso vorhanden wie eine Phasenumkehrfunktion und ein schaltbares 80 Hz Lowpass-Filter. Intern wurde die Betriebsspannung zusätzlich auf +/-18V erhöht, was dem Channel One Mk3 eine noch höhere dynamische Bandbreite und einen um 8 dB verbesserten Nebengeräuschpegel im Vergleich zum Vorgänger beschert.

Deesser und ganz neu mit dabei der Transient Designer

Der Deesser wurde überarbeitet und kann nun auf zwei unterschiedliche Frequenzen angewendet werden. Die Einstellung Low arbeitet bei 6,4 kHz während in der Einstellung High S-Laute bei einer Frequenz von 11,4 kHz entschärft werden. Vor allem für Sprecher aus dem deutschen Sprachraum ist das eine sehr gut Wahl, da die S-Laute hier meiner Erfahrung nach tendenziell höher angesiedelt sind als die vielzitierten und standardmäßig angenommenen 7 kHz. Beide Frequenzbereiche lassen sich einzeln oder zusammen bearbeiten. Die grundsätzliche Arbeitsweise beruht SPL-typisch weiterhin auf dem gegenphasigen Beimischen der gefilterten S-Laute, was dem Deesser einen erfreulich unauffälligen Charakter beschert.

Transient Designer integriert

Die größte Neuerung ist aber wahrscheinlich die Zugabe des Transient Designers, wohl eines der bekanntesten Geräte und Erfindungen von SPL. Dieser kann mithilfe von nur zwei Reglern die komplette Hüllkurve eines Signals bearbeiten, sprich die Attack-Phase und die Ausklingphase separat verstärken oder abschwächen. Es gibt den Transient Designer bei Plugin Alliance auch als SPL-zertifiziertes Plug-in, das ich selbst käuflich erworben habe, weil mich das Plug-in-Pendant in Logic Pro X klanglich nicht überzeugt. Was liegt nun näher als das Plug-in mit der Hardware zu vergleichen. Gesagt, getan …
Um mich kurz zu fassen: Das eigentlich schon gute Plug-in kann nicht wirklich mit der Hardware mithalten, vielleicht noch halbwegs beim Absenken der Hüllkurve aber beim Anheben wird klar, dass der Wirkungsbereich der Hardware einfach größer ist. Die Integration des Transient Designer ist vor allem für Schlagzeug- und Percussion-Aufnahmen sehr gewinnbringend, aber auch zur Nachbearbeitung out of the box sehr zu empfehlen.

Der Kompressor – einfach zu bedienen, aber sehr effektiv

Als nächstes folgt die Kompressor-Sektion des Channel One Mk3, die weiterhin mit zwei Knöpfen zu bedienen ist. Einen ähnlichen Kompressor hat SPL mit dem DynaMaxx in leicht erweiterter Form sogar mal als eigenständiges 19-Zoll-Gerät verkauft, doch leider ist dieser live so beliebte Dynamikprozessor nicht mehr im Programm von SPL.

Man mag den Kompressor aufgrund seiner einfachen Funktionalität leicht unterschätzen, doch er ist nicht vergleichbar mit den typischen Ein-Knopf-Kompressoren in günstigen Mischpulten. Er passt sich automatisch dem einkommenden Audiomaterial an und verdichtet bis zu einer gewissen Pegelreduktion sehr unauffällig und musikalisch. Er kann bei Bedarf aber auch schön zupacken und pumpen. Ebenso wie der originale DynaMaxx klingt der Kompressor des Channel One schön fett, ohne die Signale abzustumpfen. Feine Transienten bleiben erhalten und dennoch fängt er selbst große Pegelsprünge sicher und ohne Probleme ab.

Die Equalizer- und Output Sektion – der Mute-Schalter schaltet alle Ausgänge stumm

Am Ende der Signalkette sitzt die dreibandige Equalizer-Sektion, deren untere beiden Frequenzbänder weiterhin halb-parametrisch ausgelegt sind und einen sehr weiten Frequenzbereich abdecken, der von 30 Hz bis 700 Hz, respektive 680 Hz bis 15 kHz reicht. Das Air-Band ist kein High-Shelf, wie man es oft in Equalizern findet, sondern ein Glockenfilter mit einer Ansatzfrequenz von 19 kHz, das zudem auf einer passiven Spulen-Kondensator-Schaltung beruht und damit tendenziell seidig und musikalisch zu Werke geht.

Die Reihenfolge der Klangprozessoren kann mit „TUBE POST“ und mit „EQ PRE TD“ verändert werden. Der erstgenannte Schalter legt die Röhre wahlweise direkt hinter den Preamp oder hinter den Equalizer. Der zweite Schalter legt den Equalizer wahlweise vor den Transient Designer oder aber ans Ende der Signalkette.

Welche Anschlüsse bietet der SPL Channel One Mk3?

Auf der Rückseite setzt SPL beim Channel One Mk3 komplett auf XLR-Ein- und Ausgänge, während die Vorgänger auch Schnittstellen im Klinkenformat geboten haben.

Es gibt zwei XLR-Inputs für Mikrofone und einen für Signale mit Line-Pegel. Alle Eingänge können über einen Kippschalter auf der Front umgeschaltet werden. Der hochohmige Eingang für den Anschluss von E-Gitarren oder -Bässen liegt auf der Front und ist im Line-Modus aktiv, sobald ein Klinkenkabel eingesteckt ist. Kritisch anmerken muss ich hier, dass der Instrumenteneingang nicht wie bei den Vorgängern mit dem Gehäuse verschraubt ist.

Die Rückseite des Channel One Mk3 – rein mit XLR-Anschlüssen bestücktDer Channel One Mk3 bietet drei XLR-Ausgänge, zwei davon parallel und einer mit dem reinen Signal vom Vorverstärker ohne die Röhren-Sättigung. Dadurch kann das klangbearbeitete und das unbearbeitete Signal parallel aufgenommen werden, was sich für die Erstellung der Klangbeispiele als sehr hilfreich erwiesen hat und im Produktionsalltag eine gern gesehene Absicherung darstellt, falls die eingestellte Klangbearbeitung in der Hektik aus dem Ruder gelaufen sein sollte.

Weggefallen sind im Vergleich zu den Vorgängern hingegen der Kopfhörerausgang und die zugehörigen Zuspielwege für das Playback. Auch das Gate, das ich persönlich bei einer Aufnahme niemals benutzen würde, ist nicht mehr vorhanden. Genauso fehlt die A/D-Wandler Option der Vorgänger und der separate Insert, wobei ich nicht wüsste, wozu ich bei der Ausstattung noch einen Einschleifweg brauchen sollte.

Der Channel One lässt sich weiterhin auf Wunsch mit Ein- und Ausgangsübertragern ausstatten, wobei nur einer der beiden parallelen Ausgänge übertragergekoppelt wird. Der Channel One Mk3 mit Ein- und Ausgangsübertrager ist auch fertig konfiguriert als Channel One Mk3 Premium erhältlich.

Das Innere des Channel One Mk3 ist vollgepackt mit feinster Technik, alles auf zwei Platinen verteilt und sauber verarbeitet.

Nachbearbeitung adé – der Channel One Mk3 in der Praxis

Dann und wann habe ich ein Gerät auf meinem Studiotisch, das mich an der Sinnhaftigkeit meiner Plug-in-Sammlung zweifeln lässt. Der SPL Channel One Mk3 gehört definitiv dazu. Er ist das perfekte Werkzeug, um produktionsfertige Tonspuren auf die Festplatte zu bannen, quasi ein Frontend für alle Fälle. Ob total clean oder hörbar angezerrt, luftig dynamisch oder komprimiert – mit dem Channel One Mk3 lässt sich jegliches Signal, egal ob Stimme oder Instrument, ins perfekte Licht rücken. Vorausgesetzt man weiß, was man tut, fällt damit die Nachbearbeitung durch Plug-ins quasi weg. Wer sich unsicher ist, kann gerne Bearbeitetes und Unbearbeitetes gleichzeitig aufnehmen. Das mache ich bei der Gitarrenaufnahme mit meinem Kemper auch gerne und nehme gleichzeitig das fertige Signal und die DI-Spur auf, oftmals sogar direkt als Stereo-Datei. Mithilfe des Gain-Plug-ins in Logic Pro kann das Signal wieder in Mono verwandelt werden und der Balance-Regler wird zum Dry/Wet-Regler, mit dem zwischen unbearbeiteten und bearbeiteten Signal stufenlos überblendet werden kann.

Mikrofonvergleich an der Konzertgitarre

Im Folgenden hört ihr einige Klangbeispiele, jeweils einmal unbearbeitet und direkt am Preamp abgegriffen und danach mehr oder weniger bearbeitet.

Diesmal habe ich zu Testzwecken meine akustische Konzertgitarre in 3/4-Größe gezupft und je einmal mit dem Kleinmmembran-Kondensatormikrofon Sennheiser MKH40 und mit dem R1-Bändchenmikrofon von sE Electronics aufgenommen.

Beide Mikrofone profitieren hörbar vom Equalizer-Einsatz, wobei das Kondensatormikrofon in dieser Situation naturgemäß weniger Bearbeitung bedarf. Am Beispiel mit dem Bändchenmikrofon lässt sich gut heraushören, warum Bändchen so beliebt sind, denn sie reagieren selbst auf starke EQ-Eingriffe sehr gutmütig. Das Air-Band wirkt hier wahre Wunder. Auch der Kompressor arbeitet hier sehr effektiv und verdichtet unauffällig und beeinträchtigt vor allem nicht die feinen Zupfgeräusche.

Im nächsten Beispiel hört ihr meine erkältungsbedingt etwas nasale Sprecherstimme über das Shure SM7, einmal unbearbeitet und einmal in Radiomanier mit Röhrensättigung, Kompression und Equalizer aufgepeppt.

Der Channel One Mk3 hat genug Gain, um das von mir genutzte Shure SM7 auf ausreichend Pegel zu bringen und er klingt dabei auch nicht angestrengt oder matt, wie manch anderer Preamp nahe der Leistungsgrenze. Der Gain-Regler muss dafür fast maximal aufgedreht werden. Auf den letzten Millimetern des Regelweges liegt leider auch ziemlich viel Gain, was die Einstellung etwas fummelig macht. Das Rauschen hält sich dabei selbst mit der Höhenanhebung im Air-Band in erfreulichen Grenzen.

Auch als E-Bass Vorstufe sehr zu empfehlen

Im nächsten Beispiel hört ihr meinen passiven E-Bass von Sire Marcus Miller P5, der direkt aufgenommen recht mittig klingt und etwas Bassfundament vermissen lässt.

Mit der Zugabe von Röhren-Sättigung, 5-7 dB Kompression und ordentlich Bassschub bei 60 Hz, Zurücknahme von 800 Hz und der Zugabe von Höhen durch das Air-Band klingt mein Bass wie verwandelt. Man kann auch in der Grafik sehen, wie subtil der Kompressor die feinen Transienten meines mit Fingern gespielten Basses herausgearbeitet hat.

Kurvenformvergleich der Bassaufnahme – oben bearbeitet, unten unbearbeitet

Es vermittelt unglaublich viel Spielfreude, den Bass über den Channel One Mk3 zu spielen. Ich würde sogar sagen, mein Precision Nachbau-Bass hat noch nie so gut geklungen. So gut, dass ich mir mit dem Kemper gleich ein Profil davon erstellt habe. Nur leider kann der Kemper den Kompressor nicht nachbilden, der muss bei der Profil-Erstellung ausgeschaltet bleiben. Und der Kompressor macht hier leider einen Großteil der Bass-Magie aus. Für Bassisten mit hohem Klanganspruch sei der Channel One Mk3 daher unbedingt zum Antesten empfohlen.

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SPL Channel One Mk3
SPL Channel One Mk3 Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Im letzten Beispiel habe ich den SPL Channel One Mk3 als Hardware-Plug-in benutzt und einen Drum-Loop so richtig durch die Mangel gedreht. Der Transient Designer macht den Anfang, danach wird der Kompressor dazugeschaltet und die Pegelreduktion langsam erhöht. Als nächstes kommt der Equalizer dazu und darf die Bässe und die Höhen ordentlich bearbeiten. Zum Schluss bringt die Röhre stufenlos Obertöne ins Spiel und erzeugt bei Bedarf ziemlich starke Verzerrungen und eine hohe Lautheit. Ganz am Ende werden alle Komponenten nach und nach wieder aus dem Signalweg genommen.

Das ist zugegebenermaßen ein Extrembeispiel, das nur veranschaulichen sollte, was möglich ist, das Ganze am Rechner zu erzeugen, hätte mich eine ganze Menge an Plug-ins wesentlich mehr Zeit gekostet. Ob das Resultat im Rechner auch so schön fett und knallig geklungen hätte, wage ich zu bezweifeln.

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Fazit

Der SPL Channel One Mk3 ist das Studio-Frontend, um produktionsfertige Spuren aufzunehmen. Die Zugabe des Transient Designers und die Neukonzeption des Preamps machen den Channel One noch flexibler und wahrlich zum Schweizer Studio-Taschenmesser. Damit ist der Kanalzug in Sachen Klangbearbeitung und Flexibilität nunmehr vollends konkurrenzlos und punktet dabei stets mit einer sehr hohen Klangqualität. Auch die Option, das bearbeitete und unbearbeitete Signal gleichzeitig aufzunehmen, ist in der Praxis ebenso Gold wert wie die Möglichkeit, zwei Mikrofone anzuschließen und bequem umschalten zu können. Da lässt sich der Wegfall des Noise-Gates und des Kopfhörerausgangs ganz locker verschmerzen, zumal die meisten Nutzer beides höchstwahrscheinlich auch nicht benötigen.

Plus

  • Transient Designer integriert
  • extrem flexibel - von sauber bis charaktervoll angezerrt
  • sehr guter, einfach zu bedienender Kompressor
  • Equalizer mit sehr weitem Frequenz-Einstellbereich
  • Deesser nun mit zwei einzeln und gleichzeitig benutzbaren Frequenzbereichen
  • optional mit Ein- und Ausgangsübertrager erhältlich

Minus

  • Instrumenteneingang nicht mit dem Gehäuse verschraubt
  • Gain-Regler sehr empfindlich auf den letzten Millimetern

Preis

  • 2.149,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    lookandlisten

    Bis zum heutigen Tage bin ich mit V1 vom Channel One für Gesang und Sprache wunschlos glücklich.
    Die technischen (internen) Neuerungen der V3 und die Optik on top lösen bei mir schweres Habenwollen aus.

    Allerdings sehe ich dann den nicht verschraubten Instrumenten-Eingang vorne und den Power-Switch auf der Gehäuse-Rückseite?

    Ich finde, im laufenden Betrieb einen Mikrofonwechsel (bei evtl. vergessener, eingeschalteter Phantomspeisung) vorzunehmen nicht ganz so sinnvoll. Vor allem bei einigen alten Schätzchen.

    Für mich ein echtes No-Go bei dem (fast doppelten) Preis!

    • Profilbild
      chardt

      @lookandlisten Auf dem Bild „Preamp-Sektion“ sehe ich für die beiden Mic-Eingänge separate 48V-Schalter, das sollte also eher kein Problem sein.

  2. Profilbild
    moinho AHU 1

    „Da die zusätzliche Verstärkung durch den Übertrager passiv und daher rauschfrei erfolgt“.
    Sorry, aber so funktioniert dieses Universum nach Stand von Wissenschaft und Forschung nicht, wie nicht zuletzt die Elric-Brüder erfahren mußten.

    • Profilbild
      r.biernat RED

      @moinho Ob die zusätzliche Verstärkung tatsächlich rauschfrei ist, konnte ich mangels Exemplar mit Übertrager nicht nachprüfen, das habe ich so aus dem SPL-Handbuch übernommen. Ich bin aber dankbar für eine Aufklärung darüber, wie ein passiver Übertrager Rauschen hinzufügt.

      • Profilbild
        moinho AHU 1

        @r.biernat Vereinfacht gesagt: alles was nicht verlustfrei ist fügt Rauschen hinzu weil Molekularbewegung (andere Sachen freilich auch…). Verlustfrei sind in der tontechnischen Realität nur digitale Sachen (deren Rauschen ich beliebig klein kriegen kann).

        In der Signaltechnik nennt man oft alles „Rauschen“, das nicht das Nutzsignal ist. Was bei nem Übertrager brownsches Rauschen und jedwede Störeinkopplungen sind. Bei nem Verstärker krieg ich noch Brumm dazu.

        Von vergleichbar aufgestellten Unternehmen wie SPL (meine Einschätzung, ich denk da an die alten AKGs oder Neumänner) kenne ich das Argument Übertrager oder Verstärker nicht, daß der Übertrager weniger rauscht.

        Womit wir wieder beim Channel One wären: wenn uns SPL da noch nen Übertrager dazugibt, freu ich mich über die zusätzliche Option. Von nem Unternehmen wie SPL überrascht mich aber die (meinem Verständnis nach falsche) Aussage „rauschfrei“.

        • Profilbild
          r.biernat RED

          @moinho Vielen Dank…wieder etwas dazu gelernt ! Braunes Rauschen ist zum Glück schlechter vom menschlichen Gehör wahrnehmbar als Weisses oder Rosa Rauschen, da die Rauschleistungsdichte zu den hohen Frequenzen mit 6dB pro Oktave abnimmt. Vielleicht ergibt sich da tatsächlich ein kleiner, hörbarer Vorteil im Gegensatz zu aktiver Verstärkung. Das müsste ein direkter Vergleich zeigen.

      • Profilbild
        moinho AHU 1

        @Mathew Fan wäre übertrieben, aber ich möchte vermeiden, daß einer der Leser hier bei dem Versuch nen rauschfreien Übertrager zu bauen sein Bein oder seinen Körper verliert 🙂

  3. Profilbild
    Klaus2024

    Gar nicht mal so teuer, aber für die meisten von uns ist die DAW gut genug abgesehen von der Mikrofon Preamp Funktion. Damit wird auch dieses wirklich wahre Design Highlight kein Massenschlager werden. Es sieht einfach genial aus, aber nein ich brauche ihn nicht.

    • Profilbild
      bluebell AHU

      @Klaus2024 Das Problem von Hardware Channel Strips: Man kann sie nicht wie ein Plugin in beliebig vielen Kanälen und Bussen gleichzeitig einsetzen. Das führt dann dazu, dass man sie schon bei der Aufnahme nutzen muss, und diese Zeiten sind vorbei. So aufzunehmen und sich früh festzulegen, ist eine Nische, auf die sich die meisten nicht mehr einlassen.

      • Profilbild
        lookandlisten

        @bluebell Beliebig viele natürlich nicht. Aber zwei Channel One als Hardware-Insert auf einer DAW-Subgruppe können extrem viel verändern und ordentlich Spaß im MIx machen. Vor allem der Transienten-Designer macht die V3 als Insert für Subgruppen oder auch Einzelkanäle extrem reizvoll. Zusammen mit dem Anzerren der Röhre durchaus reizvoll und halbwegs „bezahlbar“.

        Allerdings würde ich mir auch zwei Mal überlegen, ob ich ein einmal digitalisiertes Signal dafür nochmals durch die Wandler jage. Aber es soll ja noch genügend Mackie 8Bus da draußen geben. :-D

        Zudem glaube auch ich nicht, dass bei Zuschaltung aller Module der Sound rauscharm bleibt. Dann das fehlende Noisegate… Für den Preis der V3 bekomme ich mind. 3 Channel One V1, u.U. sogar V2. Also ich würde da nicht lange überlegen, wenn ich vor der Wahl stünde.

        • Profilbild
          r.biernat RED

          @lookandlisten Je besser ein Signal aufgenommen, sprich vorverstärkt und gewandelt ist, desto weniger negativen Einfluss haben spätere Bearbeitungen und Wandlungen, zumal heutige Wandler so gut sind, dass im Blindtest wohl niemand den Unterschied hören würde, ob ein Signal einmal oder zweimal gewandelt wurde…zumindest wenn die Wandler korrekt ausgesteuert sind.

      • Profilbild
        r.biernat RED

        @bluebell Und genau das halte ich auch heutzutage für essenziell, sich rechtzeitig auf einen Sound festzulegen, eine klare Entscheidung zu treffen und schon früh zu wissen wie etwas klingen sollte. Das zeichnet einen guten Tontechniker aus. Zu viele Optionen können nämlich auch schaden und eine klare Klang-Vision behindern.
        Es heißt ja auch nicht, dass man es übertreiben muss bei der Aufnahme und danach keine weitere Bearbeitung mehr möglich ist.

  4. Profilbild
    SlapBummPop

    Hallo zusammen.
    Ich nutze meine Channelstrips bevor ich in mein Audiointerface gehe und auch nur für wenige Signale. (meist bei Bass und Synthesizer.)
    Mein Eindruck, die Signale sitzen anders im Mix als wenn ich direkt in mein Audiointerface gehe.
    Was bei mir aber einmal in der DAW angekommen ist, bleibt i.d.R. auch dort.
    Letztendlich sicher reine Geschmacksache, ob komplett „in the Box“ oder teils mit Hardware.

    Gibt Leute die machen noch ganz andere Dinge mit Hardware.
    Marta Salogni z.B. nutzt verschiedene Tonbandmaschinen, teils auch als Effektgeräte.
    Siehe aktuelles Album von Depeche Mode „Memento Mori“.

    Gruß
    SlapBummPop

  5. Profilbild
    Faro

    Sehr guter Beitrag. Ich muss zugeben, ich liebe SPL.😁

    Ich arbeite mit dem MixDream. Alle Signale laufen in diesen für den Endmix zusammen. Ich habe in meinem Masteringweg u.a. sogar noch den guten alten SPL- SX2 am Schuften. Ich liebe die Arbeit mit Audiohardware und wie ich mit dieser das Audiosignal hin und her biegen kann.

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