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GREEN BOX: Roland DJ-70, Sampling Workstation


90s DJ-Sampling Kult

 

Roland DJ-70

1992 bringt Roland neben den bekannten Roland S750 und S770 Samplern auch den Exoten Roland DJ-70 auf den Markt, welcher bereits durch seinen Produktnamen sowie den äußeren Features auf DJs zugeschnitten war. Der Roland DJ-70 wurde von Roland auch tatsächlich offiziell als „DJ-Tool“ beworben. Das „Scratch-Pad“ auf der rechten Seite des Gerätes trägt dazu bei, dem Produktnamen alle Ehre zu machen.

Der Nachfolger des Roland DJ-70 wurde als „Roland DJ-70 mk2“ 1996 auf den Markt gebracht und erweiterte die Funktionalitäten durch neue zeitgemäße Funktionen wie z.B. mehr Arbeitsspeicher, SCSI-Schnittstelle, BPM-Sync Funktionen und Akai S1000/S1100 Import. Zudem waren einige Beschriftungen auf der Frontplatte in Orange ausgeführt, während hingegen der Roland DJ-70 alle Beschriftungen ausschließlich in Weiß trägt.

16 Bit Stereo-Multi-Sampling bei 44,1 bzw. 22,05 kHz, Timestretching, Resampling, Synthesefunktionen mit Hüllkurven, digitale Band-, Hoch- und Tiefpassfilter sowie ein „Phrase Sequencer“ machen die Geräte zu vollwertigen Sampling Workstations.

Der Roland DJ-70 bietet zudem eine 24-stimmige Polyphonie sowie 16-fache Multitimbralität.

Grundsätzlich ist die interne Gerätestruktur und Editierung vollwertig mit den Roland S-750 und S-770 Samplern.

roland_dj_70_differencetable

Unterschiede Roland DJ-70 und mk2 Version

Ich habe meinen Roland DJ-70 auf dem Gebrauchtmarkt für 150,- Euro erstanden, allerdings war das Gerät in einem recht miserablen Zustand: Alpha-Dial völlig ausgeleiert, Disk-Drive funktionierte nicht immer und ein paar der Pushbuttons waren total ausgeleiert. Das Disk-Drive habe ich durch einen Low-Cost Floppy Emulator ersetzt – hierzu werde ich im Bericht noch näher eingehen und ein paar Einbautipps geben.

Bei meinen Hintergrundrecherchen bin ich unter anderem darauf gestoßen, dass der Roland DJ-70 mk2 in Südamerika sehr populär zu sein scheint. Die meisten YouTube Videos zu dem Gerät sind beispielsweise aus Brasilien zu finden. Aber auch Mike Patton von der Band „Faith no more“ hat einen Roland-DJ-70 auf seiner Equipmentliste.

In dem nun folgenden Bericht möchte ich euch die Features des Roland DJ-70 erläutern, und auch die Unterschiede zum Nachfolger Roland DJ-70 mk2 herausstellen.

Ich selbst besitze nur einen Roland DJ-70 und nicht die mk2-Version. Darum kann ich leider nur die offensichtlichen Unterschiede erläutern.

Lets go!

Original Roland DJ-70 Prospekt

Erster optischer und haptischer Eindruck

Mit 8,6 kg Kampfgewicht und einer Größe von 77cm x 33cm x 12,6 cm lässt sich das der Roland DJ-70 nicht wirklich als portabel bezeichnen oder mal eben im Rucksack transportieren. Der Roland DJ-70 mk2 bringt sogar 9,0 kg auf die Waage.

Die Oberseite des Gerätes besteht aus einem harten Plastik und die Unterseite ist aus Metall gefertigt. Die Qualität des Gehäuses würde ich als sehr robust bezeichnen und es macht einen absolut stabilen Eindruck.

Auf der oberen Hälfte der Frontplatte befindet sich ein grafikfähiges 240×64 Pixel Display, welches auch die gesampelten Wellenformen darstellen kann und unmittelbar daneben ein Alpha-Dial zur Veränderung von Parameterwerten. Solltet ihr am Kauf eines solchen Gerätes interessiert sein, fragt den Verkäufer unbedingt, ob das Alpha-Dial ordentlich funktioniert oder Parametersprünge aufweist!

Man kann zum Glück den Encoder relativ einfach ausbauen, komplett in seine Einzelteile zerlegen und reinigen. Ich habe das selbst gemacht und seitdem funktioniert er wieder tadellos.

Es sind zwei LEDs vorhanden, die anzeigen, wenn der Eingangsverstärker übersteuert wird, um Verzerrungen bei der Aufnahme vorzubeugen.

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    lightman AHU

    Der DJ-70 ist ein gutes Teil, hatte einen (erste Version) für einige Wochen als Leihstellung, da ich für ein Projekt (elektronische Live-Performance) ein zweites Samplingkeyboard neben meinem Mirage brauchte. Ob das Ding Kult ist, sei mal dahingestellt, für mich gehört dieser Titel dem W-30, der ein paar Jahre vorher rauskam. Sein 12bit-Sound kling in meinen Ohren organischer und dichter, zudem haben mir die in manchen Lagen leicht überbetonten Mitten/Höhen des DJ-70 nicht so zugesagt. Trotzdem macht das Ding Spaß und die Resampling/Resynthese-Funktionen sind super, damit läßt sich viel anfangen. Würde ich mich jedoch zwischem dem DJ-70 und dem W-30 entscheiden müssen, würde meine Wahl eher auf Letzteren fallen. Da gehts nicht nur um Lo-Fi, sondern den Punch im Sound, gerade drumlastige Loops und Einzelsamples knallen auf dem W-30 so richtig auf die Zwölf, ähnlich wie das auch beim Mirage der Fall ist. Für nuanciertere Sachen ist der DJ-70 wiederum besser, hier punktet er mit höherer Samplequalität, bezüglich Sequenzer ist der W-30 allerdings weit vorn und hat auch Einzelausgänge. Beide Maschinen sind in meinen Augen geile Teile, die man auch heute noch gut einsetzen kann, wenn man ihre Stärken ausspielt.

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    wrywindfall

    Ich habe zwei DJ-70 und einen DJ-70 MK II und merke, dass ich nach Jahren die auch mal wieder rauskramen und nutzen sollte. Da ich auch einen W-30 habe (war damals mein erster Sampler!), kann ich mich meinem Vorredner in vielem anschließen.
    Die guten Teile sind nur selten zu bekommen, im MK I den Speicher zu erweitern ist eine elendige Fummelei (und nach dem Zusammenbau sind mir zwei Boards wieder rausgefallen) und mit dem MK II funktionierende SCSI-Laufwerke zu finden, ist auch ein Thema für sich. Alles in allem aber schöne Kisten, die sich zum Tüfteln lohnen.
    Vielleicht sollte ich mal meine beiden MK I verkaufen? Ich habe einfach zu viele Kisten…

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      Markus Harsani RED

      Das ist ja cool – Du bist ja ein echter DJ-70 Poweruser ! Gleich drei von den Geräten – WOW ! Welche OS-Versionen haben denn deine DJ-70 MK1 ? Ich habe nur die V1.00, und habe den Eindruck dass hier einige Bugs vorhanden sind, die eventuell mit späteren Versionen (V1.04) ausgebügelt wurden. Bei mir macht z.B. die SysEx Übetragung von Parametern viele Probleme, da der DJ-70 nach jeder Übertragung erstmal für ca. 2 Sec. „schläft“ bis der nächste Befehl akzepiert wird.
      Freue mich über jede Rückmeldung hierzu, da man im Web absolut nichts darüber finden kann und der DJ-70 Userkreis in Deutschalnd relativ klein zu sein scheint… Dann wollte ich noch fragen welche SCSI-Laufwerke du am MK2 erfolgreich einbinden konntest ? Viele Grüße,
      Markus

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        wrywindfall

        Ach Markus, das ist schon lange her, ich müsste mich da erst wieder reinfummeln, bis ich da gute Ratschläge geben könnte.
        Aber mal sehen, was sich die Tage noch ergibt. Poweruser war ich nie, hatte nur nach und nach die Teile gebraucht erstanden, um sie vielleicht mal produktiv einzusetzen. Sie sollten eine Verbesserung meines W-30 damals darstellen und der erste MK I hatte auch ein paar Probleme äußerlicher Art, so dass der zweite dann Ersatzteillager sein sollte. Dass ich kurze Zeit darauf einen MK II günstig bekommen konnte, war ja nicht abzusehen…
        Ich schau mal!

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      Markus Harsani RED

      Hi ! Ach, so schlimm war es eigentlich nicht… 2 Megabyte waren damals ja schon richtig geil, wenn man bedenkt dass Prodigy ihr erstes Album fast ausschließlich auf einem Roland W-30 mit 750kByte Speicher erstellt haben. Viel Speicher muss nicht gleich bedeuten dass man damit geilere Tracks damit machen kann. Ok, für jemand der viel mit Drumloops arbeitet, und dann auch noch in Stereo ist das alles natürlich nichts, aber ich habe eine riesige „Single Cycle Waveform Library“ von Galbanum, und damit kann man aus den alten Kisten echt gute Synthesizer machen. Aber ja, die Preise waren damals echt die Hölle – Für den Preis eines neues Roland DJ-70 habe ich 1993 meine erstes Auto (Golf-2) gebraucht gekauft (ca. 5.000 DM).Allerdings habe ich 1994 einen SCI Prophet-3000 mit 2MB RAM vom Elektro-Musikproduzenten Louis Zachert (RIP – Was für ein unglaublich netter Mensch, aber leider verstorben) für 1.500DM erstanden was damals echt günstig war… Dennoch haben diese alten Sampler eine „Sexyness“, die man mit keinem Plugin so hinbekommt – Alleine schon dass man sich mehr mit den Geräten und der Bedienung auseinandersetzt führt irgendwie zu interessanteren Ergebnissen…

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      wrywindfall

      So teuer war das auch wieder nicht. Hätte vor vielen Jahren mal 1MB-Speicherkarten (der MK I braucht 4 davon!) für 5€ erstanden. Nur der Einbau endete dann in einer fürchterlichen Fummelei, der mir aber auch jede Menge Erfahrungen gebracht hatte…
      Und als HW-Sampler waren die Teile nicht schlecht.

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        Markus Harsani RED

        Ja, die Speicher sind recht günstig zu bekommen… ich finde den Roland DJ-70 aber noch recht Servicefreundlich, da sich alles relativ einfach zerlegen lässt – Allerdings hätte man die Speichererweiterungs-Slots wirklich besser anbringen können, so dass man nicht das ganze Keyboard ausbauen muss. Wer hingegen schon einmal eine Roland MC-909 zerlegt hat um die Triggerpads zu tauschen, wird den Roland DJ-70 als relativ einfach zu pflegen verstehen :-)

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    lightman AHU

    Wenn man bedenkt, daß ein neuer Akai S1000 inklusive 40MB SCSI-Festplatte (oder waren das 60?) in 1992 über 10.000 DM (UVP) kostete und auch später noch recht heftig zu Buche schlug, waren die 5.500 DM für einen DJ-70 ganz okay. Ich kann mich an Straßenpreise von knapp unter 5.000 DM zwei oder drei Monate nach dem Erscheinen des Geräts erinnern, günstiger kam man nur mit der vorherigen Generation (Mirage, W-30, FZ-1, etc.) weg, oder man behalf sich mit 8- und 16bit Homecomputern (C64, Amiga, Atari ST) und entsprechender Software und Interfaces, so wie ich das machte, bevor ich mir einen Mirage zulegte. Heute kostet Speicher praktisch nix mehr und die Leute arbeiten mit Samples am Computer, deswegen sind die alten Kiste recht günstig zu haben, mir persönlich ist die Arbeit am Gerät und der eigene Sound vieler Hardwaresamplern aber lieber, das macht Spaß und man vertüddelt sich nicht so leicht.

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      wrywindfall

      Das finde ich so gut an Amazona, dass man hier Gleichgesinnte trifft!
      Ich weiß noch, dass mich der W-30 damals 1990 3100 DM gekostet hatte. Ich habe seitdem viele Instrumente (und manchmal auch nur wenige) gehabt, der W-30 durfte fast immer bleiben. Ich habe inzwischen den dritten, aber er war mit ganz kurzen Unterbrechungen immer da. Diese all-in-one Maschine hatte für mich Jahre ausgereicht. Sampeln, nachbearbeiten, daraus dann mit dem internen Sequencer Songs basteln, herrlich. Mit der KW-30 Erweiterung konnte ich dann auch eine SCSI-Festplatte dran nutzen. Sehr hilfreich in Zeiten der 3,5“ Disketten.
      Und das Schöne war, ein Großteil der Samples konnten dann auch im DJ-70 genutzt werden. Das hatte gut gepasst. Irgendwie bin ich da auch immer noch etwas oldschool mit Hardwaresamplern. Habe mir auch noch einen FZ-10M (wieder) und ein Emax II Rack gegönnt und das ist schon ein tolles arbeiten. Eben weil die Kisten einen eigenen Charakter haben und man mit den Beschränkungen leben musste. Heutzutage nutze ich selbst nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, damals musste ich mir schon genau überlegen, welcher Sound noch in den Speicher passt, da ja alles live in einem Rutsch aufgezeichnet wurde…

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        lightman AHU

        Mein erster Sampler war der Mirage, der ist mir so ans Herz gewachsen, daß ich ihn durch alle Zeiten hindurch behalten habe und immer noch damit arbeite. Dann kam ein E-Mu ESI-32, der war günstiger als die Akais und taugte mir im Klang sehr, später wurde er verkauft und in schneller Folge durch einen Akai S20 und S2000 mit je 32MB ersetzt, auch diese beiden Teile sind nach wie vor fester Bestandteil meines Studios. Am S2000 hängt eine SCSI-Platte dran, Mirage und S20 werden mit Disketten beschickt, das genügt mir, da ich meist Einzelsamples erstelle und daraus Multisamples bastle, für umfangreichere Sachen kommt der S2000 zum Einsatz. Zwischendrin hatte ich auch mal die Hohner-Version des FZ-1, der leider bei einem Gig kaputtging. Einen Emulator II hätte ich auch gerne, nach dem Ding halte ich immer Ausschau, findet man aber eher selten für bezahlbare Preise. Richtig gut ist auch der Ensoniq ASR-10, bei dem Teil könnte ich auch schwach werden…

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          Markus Harsani RED

          Vielleicht folgt ja nach all dem Analog-Synth Review tatsächlich ein Sampler-Revival und alle Hersteller bauen auch mal wieder ordentliche Sampler ? Ich würde es mir echt wünschen ! Es gibt ja heute wirklich coole Grooveboxen, aber die Sampling-Funktionen und Soundnachbearbeitung sind meist ziemlich rudimentär umgesetzt. Wenn ich da an z.B. den Electribe 2 Sampler denke : Echt cooles Teil, aber dann leider noch nicht mal graphische Sample Editierung und massiv beschnittene Hüllkurven… Da hätte man denke ich echt mehr draus machen können. Naja, ich habe noch eine MC-909 da bleiben dann wenigstens in der Hinsicht keine Wünsche offen :-) ASR-10 ist echt eine Waffe – Ich hatte mal den Vorgänger EPS-16Plus Rack. Hier hat mich aber leider die Tatsache der fehlenden Filterresonanz und das nervige Nachladen von Funktionen per Disk echt genervt, weswegen das Teil auch wieder verkauft wurde.

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            lightman AHU

            Der Octatrack ist ein geniales aktuelles Teil, der ist mir aber leider (noch) zu teuer, ich habe das Gefühl, daß das genau die richtige Maschine für mich ist. Ansonsten stimme ich voll zu, ein neuer Sampler mit viel Echtzeit-Funktionen wäre eine feine Sache. Der Digitakt ist auch ein Kandidat für meine Wunschliste, geht zwar eher in Richtung Sampling-Drummachine, aber das paßt ja schon mal. Ein Keyboardsampler wäre mir am liebsten, sowas wie ein Emulator II mit modernen Features und reichlich Speicher… da komme ich ins Träumen… einerseits ist es schade, daß Hardwaresampler heute so stiefmütterlich behandelt werden, andererseits bin ich auch froh darüber, denn dadurch bleibt den Geräten (und mir) der teils ziemlich abgedrehte Preis-Hype wie bei den klassischen Analogen erspart.

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            Mvk

            ,,ordentliche Sampler´´ sind nur noch im Computer zu finden. Schon von der Bedienung her müsste ein HW Sampler neue Akzente setzen um mit den GUI´s aktueller Softsampler mitzuhalten. NI Form wäre da mal als aktuellere Referenz zu nennen. Der Einsatz von Multisegmenthüllkurven ist innerhalb von HW Samplern(und Synths) meines erachtens weitaus weniger flexibel als das zeichnen mit der Maus oder Touchscreen.

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              lightman AHU

              Ein Hardwaresampler steht für mich nicht zwingend in Konkurrenz zu Softwarelösungen, sondern ist ein Instrument mit null Latenz, u. U. zusätzlichen Synthesemöglichkeiten, mit denen man sehr individuelle Patches erzeugen kann (siehe Emu II) und eigenem Sound, all das in einer Box, die ich mir ins Rack hängen oder auf den Tisch stellen und ohne Computer loslegen kann. Sowas wie eine Spitfire-Bibliothek würde ich nicht auf Hardware verwenden wollen, das ist auch eine ganz andere Baustelle. Der Workflow mit einem Sampler, der dem Nutzer nicht endlos viel Speicher und Features bietet, fördert die Kreativität, da es für alle musikalischen Anforderungen auch Lösungen mit leistungsmäßig eingeschränkten Synths oder eben Samplern gibt, man muß sie nur finden. Das, was vielen HW-Samplern von früher fehlt, sind Möglichkeiten zum Echtzeit-Eingriff und interessante Syntheseformen, da könnte man mit der heutigen Technik richtig gute Sachen machen.

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                Mvk

                Was kann die Software dafür wenn User X über die Sampling Spezifikation des Akai s900 hinweg ,,emuliert´´.
                Wär es nicht angebrachter User X zu zeigen wie Kreativtät entsteht anstatt ihm mit einem neuen Tool sowas vorzugaukeln?

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                  lightman AHU

                  Jau, möglicherweise schon. Letztendlich kommts ja auf den Musiker an, nicht das Instrument oder die Frage Hardware/Software. Ich hätte trotzdem gern einen neuen Sampler mit umfangreicher Synthesesektion und viel Echtzeit-Gedöns, das würde mir Spaß machen. :)

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                    Markus Harsani RED

                    @Lightman : Ja, mit der heutigen Technik wäre es ja im Prinzip ein leichtes, einen HW-Sampler mit modernen Eingabetools zu bauen : Touchdisplays, XY-Pads, Joysticks, Fadern/Regler und sogar eine Patchmatrix mit Kabeln wie z.B. am Korg MS20-USB Controller. So eine Art „Sampler“ Modularsystem fände ich schon richtig geil ! Ich wollte mir früher auf Microcontrollerbasis einen Controller mit Fadern, Kippschaltern usw. für den Akai S3000 bauen, mit dem man jeden einzelnen Parameter fernsteuern kann. Habe ich dann aber verworfen, da das Teil wirklich sehr viele Parameter hatte, und das Bedienpanel gigantische Ausmaße angenommen hätte :-) Also quasi die Akai MESA Software in real… Ach Naja, vielleicht gehe ich es ja doch noch mal an !

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                  Markus Harsani RED

                  Letztlich kommt es ja immer auf den User selbst an wie er mit seinem Hard- oder Softwaresampler umgeht – Die einen mögen eben eher das graphische Arbeiten und massig RAM im DAW-Sampler, die anderen mögen eben die Haptik und den Sound der DA-Wandler die diese alten Kisten hatten. Ich persönlich finde es super,dass man heute die freie Wahl hat und eben beides parallel haben kann : Unglaubliche SW-Tools, und extrem günstige High-End Hardware von „damals“.Von all den Sampler Plugins mag ich z.B. den TAL-Sampler am liebsten, da er ziemlich nah an den HW-Kisten dran ist, und man die verschiedenen DAC Typen wählen kann – Und ist auch nicht so überladen wie z.B. Kontakt.

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        Joezz

        Also ich meine, der Roland W-30 hat damals schlanke 4500 Euro gekostet. War gegen ein Akai MPC oder S-Sampler günstig, aber trotzdem ein kleines Vermögen. Jedenfalls mit 25.

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    Marcus_Kiel

    Hey Ho,
    danke für den Bericht! Kleine Ergänzung: Der Roland DJ-70 MK1 besitzt den gleichen TVF-Chip wie der Roland JD-990 (MB87424A) und der klingt extrem gut, zumindest im JD-990!

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      Markus Harsani RED

      Hi Marcus – Vielen Dank für den Hinweis ! Ich habe eben einmal die Schaltpläne von Roland DJ-70 MK1, MK2 ,S770 und JD-800 verglichen : Interessanterweise haben die beiden Roland DJ-70 und der JD-800 auch den MB87424A Chip, während hingegen der S-770 den MB87424 (also ohne „A“ ) hat. Wäre mal interessant ob die Filter zwischen den DJ-70s und der S-750/S770 Serie unterschiedlich klingen ! Mir persönlich gefällt der Klang des MB87424A auch sehr gut !

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        Marcus_Kiel

        Hey Markus,
        den S-770 hab´ich, der teilt sich den Filter mit dem D-70, wenn ich mich recht erinnere.
        Ob die ganzen Teile unterschiedlich klingen, weiß ich nicht, denn ich habe nie einen Quervergleich gemacht. Der S-770 klingt fett. Der S-760, den ich auch habe, klingt jedenfalls anders (bauchiger?. Ich habe beide auf CF-Karten umgerüstet und kann dadurch Samples zwischen beiden tauschen. Der S-770 hat bei gleichem Sample mehr Dampf untenrum, aber ob JD-990 und S-770 ähnlich klingen ist schwer zu sagen. Ich liebe diese alten Teile! Beste Grüße von der Waterkant!

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          Markus Harsani RED

          Hi Marcus, vielen Dank dass du mit uns deine Erkenntnisse teilst ! Ich wusste bis nach deinem Hinweis mit dem VCF Chip überhaupt nicht dass die Geräte mit unterschiedlichen Filter-Chips arbeiten. Der JD-800 Filter klingt auch einfach wahnsinnig gut und hat viel Wumms – Es ist einfach nicht zu fassen, dass noch niemand eine Wave-Card entwickelt hat die man mit eigenen Samples füllen, und damit den JD-800 beladen kann. Das wäre mal was ! Oder gleich ein USB-Mod, damit man die Wave-Card nicht mehr benötigt.

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    Sudad G ••

    Schöner Bericht!
    Hatte zwar nie den DJ-70, aber dafür den S-750/S-770 im Rack, dessen überragende Sound Engine ja die Gleiche ist und den ich heute noch einsetze. Hab mir dann von C-Lab eine Zip/CD-ROM Combi später nachgekauft, weil die alten Syquest-Laufwerke der 90er ständig rumzickten. Seither keine Probleme mehr.

    Was mich bis heute immer noch umhaut ist die Audioqualität mancher dieser 16Bit „Vintage-Stereo-Sampler“. Der ungeheure Druck der 20 Bit D/A-Wandler und die räumliche Abbildung von gesampelten Drumloops steht einer aktuellen DAW kaum nach. Im Gegenteil. Das Timestretching ist bis max. +/- 10% im „Hi-Quality“ Mode meist sogar besser als das von Cubase oder Logic. Dauert zwar zugegebenermaßen ewig lang, aber auf das Ergebnis zu warten lohnt sich. Hab schon so manche Vocals im S-750 gestreched ohne Artefakte, wo sogar Cubase 8.5 leichte Glitches fabrizierte. Scheinbar sind da ausgefuchste Algorithmen am Start.

    Schade ist nur, dass die Sampler heutezutage nicht mehr so einfach via SCSI mit dem PC verbunden werden können, so dass sich das Arbeitsgebiet meiner alten Sampler auf Spezialaufgaben wie Sounddesign, Loops stretchen oder tunen etc. beschränkt.
    Den DJ-70 hätte ich damals noch gerne gehabt, aber da mein Sparbuch bereits von S-1100 und S-750 geplündert war, musste ich einfach passen.

  7. Profilbild
    Sudad G ••

    @Markus Kiel

    S-770/S-750/SP-700 und DJ-70 MK1 haben eine komplett andere Sound-Engine und andere A/D bzw. D/A-Wandler als S-760 und DJ-70MK2.
    Für den preiswerteren S-760 bot Roland sogar einen separaten Standalone D/A-Wandler (DA-400) als Upgrade an, um mit ihm die gleiche Audioqualität wie S-770/S-750 zu erreichen. Man wollte so erstmal Neukunden mit einem preiswerteren verbauten Wandler gewinnen, da der Einstiegspreis um die Hälfte günstiger war als beim S-750. Außerdem lockte der S-760 mit der damals wichtigen AKAI S-1000 Kompatibilität, die den S-770/750 und SP-700 Modellen noch fehlte.
    Kenner kauften aber dennoch immer die größeren S-770/S-750 Modelle – einfach wegen des besseren Grundsounds. Wenn schon Roland Sampler, dann die S-770/S-750 oder SP-700 (Playback Version ohne A/D ähnlich wie S-1000PB)

    Der DJ-70Mk2 baute dann auch logischerweise wegen der gewünschten AKAI S-1000 Kompatibilität auf den preiswerteren S-760 auf. Als DJ-Version konnte man im Club eh kaum den Unterschied zwischen MK1 und MK2 hören, wollte aber dafür lieber mehr Speicher haben.
    Ich würde aber allein wegen des Sounds immer den DJ-70Mk1 dem Mk2 vorziehen.

    • Profilbild
      Marcus_Kiel

      Hey Sudad,
      mein S-770 bekommt schon länger nicht mehr die Aufmerksamkeit, die ihm gebürt. Anfangs hatte ich die Displayfolie getauscht und dann den CF-Kartenleser eingebaut. Jetzt ist das Display wieder dunkel, weil wahrscheinlich der Elko fürs Display aufgegeben hat. Der angeschlossene Monitor hat auch was.
      Irgendwas ist ja immer.
      Übrigens, ich habe Deine Kommentare auch schon auf Gearslutz gerne verfolgt. Du weißt echt Bescheid! Respekt und Grüße!

    • Profilbild
      Markus Harsani RED

      @ Sudad_G : Freut mich sehr dass dir der Bericht gefallen hat ! Das sind ja echt interessante Hintergrundinfos zu den Geräten – Besonders cool finde ich die Sache mit dem Roland DA-400… Kannte dieses Zubehör bislang noch überhaupt nicht. Viele Grüße, Markus

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Roland DJ-70

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