ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Vintage-Analog: Roland Jupiter-8, Synthesizer (1981) mit Klon-Übersicht

Das Original und all seine Software- und Hardware-Klone

20. April 2024

Unbestritten gehört der ROLAND JUPITER-8 Synthesizer  von 1981 zu den großen polyphonen, Analogklassikern seiner Zeit. 5.295 USD kostete der polyphone Hammer damals in USA – ein Vermögen. Um den Klang des Roland Jupiter-8 hat inzwischen eine Legendenbildung eingesetzt, dem das Original vielleicht nicht mehr standhalten kann. Aber wer weiß das schon? Der Roland Jupiter-8 ist so selten wie eine „blaue Mauritius“. Wir stellen uns den Klassiker heute nochmals vor, der inzwischen viele Neuauflagen erlebt hat, sowohl als Soft- als auch als Hardware. In diesem Artikel stellen wir euch nicht nur das Original vor, den Klassiker Roland Jupiter-8, sondern auch die Software-Klone, die digitalen Hardware-Klone und die analogen Hardware-Klone vor. Nun viel Spaß.

ANZEIGE

Die Geschichte des Roland Jupiter-8 Synthesizers

(ab hier Theo Bloderer)

Die Zahl der mächtigen – sprich zeitlosen – Vintage-Synthesizer ist sicher überschaubar. Natürlich lässt sich das heute nicht mehr nur anhand der geforderten Gebrauchtmarktpreise sagen, ganz im Gegenteil. Wo für einen Korg MS-20 mitunter schon 1.200 Euro verlangt werden oder niedliche Moog Prodigys um die Marke von 900 Euro schwirren, da fällt das Preisbarometer als aussagekräftige Richtlinie eindeutig weg. Klassiker definieren sich eher ihres uneingeschränkt guten Rufes, ihrer zunehmenden Rarität und ihres (meist) unerreichten Sounds wegen. Dass sie dadurch beinahe unglaublich teuer werden, ist dann ja klar.

Wie dem auch sei, das Stichwort ist gefallen: Roland schaffte es, 1981 einen seiner größten Erfolge auf den Markt zu bringen. Der Jupiter-8 lehnt sich namensmäßig natürlich an den 1978 erschienenen (und in seiner Zeit durchaus erfolgreichen) Roland Jupiter-4 an. Doch wie alle Instrumente der Jupiter-Familie, hat das eine Ei mit dem anderen Ei nicht viel zu tun. Das betrifft auch den Roland Jupiter-6 und letztlich sogar den Roland MKS-80 … doch immer der Reihe nach.

Performance und MIDI des Jupiter-8

Was den originalen Roland Jupiter-8 Synthesizer von 1981 nach wie vor auszeichnet, ist erstens sein unglaublich ausgewogenes – und zugleich modernes – Design. Zweitens sein reicher, warmer, breiter Analogsound, gespickt mit angenehmen Eigenschaften wie schnelle Hüllkurven, Crossmodulation, einem sehr gut klingenden Filter, Layer-Sounds und anderen exquisiten Dingen. Drittens seine hervorragende Performance dank der großen Fader, der ausladenden Bender-/LFO-Abteilung, des grandiosen Arpeggiators, der guten (analogen) Anschlussmöglichkeiten und natürlich des “muss-ich-angreifen” Designs. Wer am Jupiter-8 keine Lust zum Programmieren bekommt, dürfte mit Softwaresynths der glücklichste Mensch auf Erden werden.

ANZEIGE

Ein kleiner Wermutstropfen des Jupiter-8 ist die nicht immer unproblematische MIDI-Einbindung (bzw. schon vorweg der MIDI-Einbau selbst). Haben Sie mal einen unverbastelten Jupiter-8 geöffnet? Man fragt sich in der Tat, wo denn in dem dicht an dicht bepackten Innenleben überhaupt noch ein Käbelchen (geschweige denn eine ganze Platine) Platz finden soll. Aber es gibt sie ja zahlreich, die Jupiter-8 MIDI Interfaces, beispielsweise von von Groove Electronics, Kenton, Encore, EES, via DCB auch von Roland selbst und noch von vielen anderen. Auch die Tastatur des Jupiter-8 ist nicht die beste. Synthex schon mal angespielt? Die Tastatur dort ist wirklich gut, ziemlich angenehm. Das Keyboard des Jupiter-8 ist eher “Standard”, nicht so übel und hart wie das eines Oberheim OB-8 (jedenfalls bei den Modellen, die ich kenne), aber auch keinesfalls mit sehr professionellem Spielgefühl. Aftertouch und Velocity sind natürlich beide nicht vorhanden, das war aber bei den direkten Konkurrenten – wir reden mal von OB-8 und Moog Memorymoog – auch nicht der Fall.

Dennoch hat nichts den Weg zum Klassiker getrübt. Jupiter-8 galt seinerzeit allgemein als relativ zuverlässig und klanglich schlichtweg unübertroffen. Das macht es wohl aus – die Musik entscheidet und das ist gut.

Ein Blick von oben auf den Klassiker Jupiter-8

Ein Blick von oben auf den Klassiker Jupiter-8

Klangstruktur des Analog-Synthesizers

Der Jupiter-8 bietet pro Stimme zwei VCOs mit den klassisch analogen Schwingungsformen inkl. Pulsbreitenmodulation. Die Modulationsmöglichkeiten sind sehr gut, Crossmodulation ist ebenso vorhanden. Dadurch ergeben sich auch metallische (und Vocal-ähnliche) Sounds, was ohne Ringmodulator sonst schwierig zu realisieren wäre. VCO2 kann auf Wunsch in den LOW-Bereich geschaltet werden, wo er sozusagen als “zweiter LFO” dient. Natürlich lassen sich die Oszillatoren synchronisieren und alle Modulationszuweisungen lassen sich entweder auf jeweils einen – oder eben beide – Oszillatoren anwenden.

Der LFO des Jupiter-8 ist ein eher gewöhnlicher Baustein, der wegen geringer Speed nicht wirklich für abgefahrene (Effekt-) Klänge zu haben ist. Doch immerhin bietet er die wertvolle Random-Schwingung, was dann doch wieder z. B. für sehr schöne, flippige (Filter-) Modulationen sorgt.

Weiterhin lässt sich auch der VCA via LFO modulieren, was nicht unbedingt ein Standard bei polyphonen Analogen ist. Das Tiefpass-Filter kann wahlweise mit 12 dB oder 24 dB Flankensteilheit betrieben werden. Ich persönlich habe hier klanglich nie den “genialen” Unterschied erkannt, aber an sich ist jede Möglichkeit der Klangveränderung immer willkommen. Genau das Filter ist auch einer der Streitpunkte, ob nun der Jupiter-8 oder der MKS-80 besser klingt. Obwohl der MKS-80 ja nicht unbedingt die “Rack-Version des Jupiter-8”, sondern in vielen Punkten eine Mischung aus Jupiter-6, Jupiter-8 und neuen Features ist, ist das Filterdesign des MKS-80 eben auch keinem der Tastatur-Jupiters zuzuordnen, sondern ein eigenständiges Design. Nach subjektiven Meinungen klingt das Filter des Jupiter-8 um einen (deutlichen?) Hauch mehr nach “analog”, ist etwas wilder und daher “wärmer”. Ein manuell justierbares Highpass-Filter und zwei komplette Hüllkurven vervollständigen das Paket.

Anschlüsse Roland Jupiter-8 Synthesizer

Die Rückseite des original Jupiter-8 mit seinen Anschlüssen

Die Rückseite des original Jupiter-8 mit seinen Anschlüssen

Die Audioausgänge sind sehr umfassend: 2x Stereo- und 1x Mono-Out (Klinke), 2x Stereo-Out (XLR), Phones-Out, Switch-Eingang für HOLD und PORTAMENTO, weiterhin CV-Eingang für VCF, VCA, Arpeggio Clock-In (Sync-Buchse und Klinke), Highest Note Output – CV/GATE Out zur Steuerung eines monophonen Synths vom Roland Jupiter-8 aus, Tape Memory Load/Save sowie (bei späten Jupiter-8 Versionen) DCB bzw. bei nachgerüsteten Modellen MIDI (welches sich häufig unter dem Kühlergrill am anderen Ende der Rückseite befindet).

Performance-Features des Jupiter 8

Layer-/Split-Sounds sind doch eine wunderbare Sache. Auch mit “nur” 4-stimmigem Doppel-Synthesizer ist das klangliche Erlebnis des Jupiter-8 perfekt. Das gilt natürlich auch beim MKS-80, denn hier arbeiten beide Instrumente nach demselben Prinzip. Jupiter-6 bietet grundlegend nur einen Monoausgang (und keine Layer-Sounds), Stereophonie ist hier nicht vorgesehen und der Jupiter-4 kaschiert seinen mitunter etwas dünnen 1-VCO-pro-Stimme Sound mit dem stereophonen Chorus. So gesehen sind also Jupiter-8 bzw. MKS-80 eindeutig die professionellen Studiogeräte.

Und im Unisono-Modus wackeln dann auch die Ohren, das ist klar. Die Pitchbend-Abteilung des Jupiter-8 ist zudem eine echte Augenweide. Vor allem das Pitchen von nur einem (!) VCO – bei gleichbleibendem anderen Oszillator – ist fantastisch. So kann man live – während der Roland Jupiter-8 z. B. via MIDI angesteuert wird – ständig ein leichtes Detuning in das Klanggemisch bringen, einfach indem der Bender durch Hin- und Herbewegen eine VCO-Tonhöhe immer variiert. Bei Fernsteuerung des Instruments via MIDI bleibt nun noch die zweite Hand zum Ziehen der Filterfrequenz frei und schon sind wir im analogen Himmel, vorausgesetzt der Jupiter-8 spielt gerade im Layer-Mode (stereomäßig verkabelt) und mit geschmackvoll hinzugefügtem Delay-Effekt am Mischpult …

Ein Schalter fehlt dem Jupiter-8 aber bitterlich. Der simple “Oktave (Up)/Down” Schalter – zu finden beim Jupiter-4 und bei sehr vielen Juno- bzw. SH-Geräten! Er fehlt insofern, als der Jupiter-8 nach unten hin noch einiges an Reserve möglich hätte. Vielleicht nicht eine ganze weitere Oktave, aber zumindest noch einige (5-7?) Noten, die wirklich fundamental gut klingen würden. So ist aber beim tiefsten “C” an der Klaviatur dann auch Schluss.

Und noch einen Schalter gibt es, den nur der Jupiter-6 (nicht der 8er) als echten “Bonus” vorzuweisen hat. Die Position “Wide” erlaubt die Erweiterung des Pitch-Bereichs über 2 Oktaven hinaus. Das ist unglaublich, denn mit einer simplen “Bender nach links”-Bewegung schafft es der Jupiter-6 vom mittleren/tiefen Bereich weg mühelos gleitend in den Low-Frequency-Bereich und das live. Und beim Zurückbenden ist man sofort wieder audiomäßig “im Geschehen”. Besagtes Feature habe ich sehr spät entdeckt (weil der Jupiter-6 auch der Letzte im Bunde war) und ich finde es eines der schönsten Details. Diese Möglichkeit ist übrigens auch beim MKS-80 vorgesehen – wieder ein Merkmal, das von der Jupiter-6 Linie übernommen wurde. Der “Wide”-Schalter hätte dem Jupiter-8 auch sehr gut gestanden.

Roland Jupiter-8

Ein echtes – und gänzlich unangefochtenes – Highlight des Roland Jupiter-8 ist der Arpeggiator. Vor allem der Random-Modus ist hier zu finden, der beim Jupiter-6, aber auch beim Juno-60 fehlt. Zwar bietet der kleine Jupiter-4 Random, doch lassen sich die Oktavräume des Arpeggios hier nicht eingrenzen, was klanglich dann irgendwo nur eine halbe Sache ist. Beim Jupiter-8 hingegen hat man alles zur Verfügung und kann bequem von einer bis zu vier Oktaven “Arpeggiozone” schalten. Natürlich ist eine externe Triggerung (sogar mit Teiler-Schalter) möglich und bestimmte MIDI-Interfaces erlauben auch MIDI-Clock-Signale. Die unterschiedliche rhythmische Triggerung des Arpeggiators bei gleichzeitiger externer Kontrolle von VCF und VCA lässt den Jupiter-8 wirklich zu einer Goldgrube für alle Klangtüftler werden.

Das Original: Roland Jupiter-8 von 1981

Grundlegend kann keine Plattform auf Computerbasis echte (analoge) Hardware völlig ersetzen. Sei es nun mit dem virtuellen Yamaha CS-80, ARP 2600, Minimoog, PPG Wave, OSCar oder anderen softwaremäßigen Plagiaten. Kaum ein Musiker mit guten Ohren wird den Plug-ins einen wirklich identischen Klangcharakter (bzw. identische Ausdrucksweise) im Vergleich zum Original bescheinigen. Jedem sollte die zwingend logische Ungleichheit von 30 kg Hardware zu einem schicken Paket an Rechenleistungen einleuchten. Und auch die Boutique-Version Roland JP-08 ist aus verschiedenen Gründen nur ein magerer Ersatz für das Original.

Echte Hardware spricht aus musikalischer Sicht immer (!) für das originale Instrument. Das ist jedenfalls meine Meinung und ich weiß, dass viele Musiker davon nicht  überzeugt sind. Aus wirtschaftlicher Sicht sieht es ohnehin ganz anders aus. Fehler, Schäden und notwendige Reparaturen lassen sich auch bei einem Jupiter-8 nicht vermeiden. Die echten Klassiker “von damals” werden nicht jünger und mit jedem weiteren Jahr verabschieden sich wieder neue Bauteile, manche davon für immer und ohne Aussicht auf Ersatz. Gerade hat ein Bekannter seinen Jupiter-8 überholen lassen. Kostenpunkt 700,- Euro! Da lacht die Software dann aus der Verpackung, denn neben technischer Zuverlässigkeit und einer gewissen “Haltbarkeitsgarantie” kommen noch erweiterte Funktionen, volle MIDI-Einbindung, einfache Soundverwaltung und viele andere Vorteile mit dazu. Alles zum Preis eines Bruchteils des (oft stark gebrauchten) “echten” Originals.

Gut, dann aber gibt es Klangpuristen und jene, es werden wieder mehr, die ihre Ohren aufmachen und trotz aller finanzieller wie technischer Vorteile feststellen müssen: “Ja, die Software klingt gut, aber das Original ist etwas anderes!” Und so bleibt es jedem selbst überlassen, Vor- und Nachteile abzuwiegen. Klanglich gibt es nie eine Alternative zum “echten” Instrument, selbst wenn das nicht mal ein akustisches, sondern “nur” ein elektronisches Instrument ist. Wem ein grundlegend ähnlicher Klangcharakter zum Original allerdings genügt, der hat mit Software ebenso sein Auskommen und günstiger ist die Lösung ja zudem auch …

Theo Bloderers Fazit zum originalen Jupiter-8

Die Legende Roland Jupiter-8 trägt ihren Kultstatus zu Recht. Der polyphone Jupiter-8 Synthesizer von 1981,  ist zweifellos einer der bestklingenden, charakterstärksten polyphonen Analogklassiker, die die 80er hervorgebracht haben. Besonders den Unisono-Mode sowie den Arpeggiator im Random-Modus möchte ich hier nochmals hervorheben. Aber auch breite Flächenteppiche – ganz ohne Chorus – meistert der Jupiter-8 mit Bravour. Das Extra-Plus bekommt der Roland Jupiter-8 vor allem aber auch durch seine vielseitigen Möglichkeiten, Klänge zu verbiegen und zu gestalten.

Inzwischen gibt es auch aber als Hardware spannende Alternativen zum überteuerten Original. Dazu übergebe ich nun an Peter Grandl:

Der analoge Jupiter-8 Expander, Roland MKS-80

(ab hier Peter Grandl)

Roland selbst handelte lange Zeit den Roland MKS-80 als Expander des Jupiter-8. Laut Peter Forrest („The A-Z of Analogue Synthesizers“) ist der MKS-80 jedoch technisch gesehen viel mehr ein Expander des Roland Jupiter-6. Auch klanglich bescheinigt ihm Peter Forrest nicht die Klangfülle des großen Klassikers.

Nach meinem Geschmack ist der MKS-80 dennoch ein außergewöhnlich gut klingender polyphoner Analog-Synthesizer mit dem typischem Roland-Sound seiner Zeit. Er ist quasi die Krönung der Roland MKS-Serie. Bei meinem Besuch bei Hans Zimmer in LA entdeckte ich in seinem Studio ein komplettes Rack mit MKS-80 Einheiten (mindestens 12 Stück!!!) und entsprechenden MPG-80 Controllern. Und das hatte sicher seinen Grund.

Der Roland Jupiter-8 als Software-Synthesizer

Bereits 2007  hat der französische Hersteller Arturia dem Roland Jupiter-8 ein Plug-in beschert. Den Test dazu findet ihr HIER. Eine überzeugendere Kopie lieferte Roland  2020 selbst ab, in seiner Roland-Cloud.

Der Roland Jupiter-8 Software-Synthesizer von Roland (Plug-In)

Roland bietet gleich zwei Versionen seines Plug-ins an, einmal mit realistischem 3D-GUI und einmal mit einer reduzierten aber übersichtlichen Oberfläche, basierend auf der ZEN-Engine von Roland. Unser Autor TobyB hat beide mit dem originalen Jupiter-8 verglichen. Den ausführlichen Vergleichstest findet ihr HIER.

2021 legte schließlich der schweitzer Hersteller TAL mit dem J-8 nach und lieferte ein Software-Pendant ab, das mich persönlich von allen am Markt befindlichen Software-Klonen am meisten überzeugt hat.

TAl J-8 Software-Synthesizer. Dąs wohl beste Jupiter-8 Plug-in am Markt

Wer nach einen Software-Jupiter-8 sucht, dem kann ich dieses Plug-in von TAL nur wärmstens empfehlen. Den Vergleichstest dazu findet ihr HIER.

Der Roland Jupiter-8 als digitale Hardware-Klone

Auch hier gab es bereits mehrere Ansätze. Allen voran war es diesmal Roland mit verschiedenen Synthesizern, denen man in Vergangenheit das Prädikat Jupiter-8, optisch und klanglich versucht hatte aufzudrücken. Nur kurz erwähnt seien deshalb Roland Jupiter-80 und Jupiter-50 von 2011.

Der Roland Jupiter-80, ein entfernter Verwandter des Roland Jupiter-8

Der Roland Jupiter-80, ein entfernter Verwandter des Roland Jupiter-8

Die Klangerzeugung war später auch im Expander Roland Integra-7 zu finden und durfte wohlwollend als „inspired by Jupiter-8“ bezeichnet werden.

Deutlich günstiger und schon wesentlich mehr eine Jupiter-8 Kopie, war der Roland JP-08 von 2015.

Roland Boutique Synthesizer JP-08, Jupiter-8 im Kleinformat.

Für wenig Geld und nur mit 4 Stimmen ausgestattet, war er ein ernstzunehmender Klon mit großem Spaßfaktor.

Zum richtigen Geheimtipp und inzwischen am Gebrauchtmarkt gesucht, entwickelte sich der anfänglich wegen seiner Optik belächelte Plug-out-Synthesizer Roland SYSTEM-8 aus dem Jahr 2016. Das musste sogar Roland bemerkt haben und produzierte den System-8 mehrere Jahre lang.

Roland System 8, eine Jupiter 8 Kopie

Roland System 8, u. a. mit Roland Jupiter-8 Klangerzeugung

2018 erhielt der System-8 mit integriertem Jupiter-8 VA-Jupiter-8, nochmals ein umfangreiches Update und wurde schließlich bis 2023 gebaut.

2020 schob Roland schließlich den Roland Jupiter-X nach. Zum ersten Mal hatte sich Roland wirklich darauf fokussiert, einen Hardware-Jupiter-8 zu produzieren, der sowohl klanglich als auch optisch das legendäre Vorbild von 1981 in die Gegenwart holte. Puristen werden Unterschiede feststellen, trotzdem hat hier Roland einen guten Job erledigt und so ist der Jupiter-X eine auf weiten Strecken überzeugende Kopie des Klassikers.

Roland Jupiter-X, sowohl optisch als auch klanglich eine ebenbürtige Kopie des Klassikers

Roland Jupiter-X, sowohl optisch als auch klanglich eine ebenbürtige Kopie des Klassikers

Mit dem Roland Jupiter-X erschien gleichzeitig auch die handliche Version Roland Jupiter-Xm.

Der Roland Jupiter-8 als Analog-Klon

Wer der Digital-Technologie nicht traut, für den hat der japanische Hersteller Black Corporation unter dem Namen ISE-NIN 2023 einen „inspired by“ Jupiter-8 Klon vorgestellt, der in unserem Test sehr zu gefallen wusste, aber preislich nicht ganz ohne ist.

Der Black Corporation ist ein kostspieliger Analog-Synthesizer nach dem Vorbild des Jupiter-8

Den ISE-NIN gibt es als DIY-Bausatz, aber auch als fertigen Synthesizer zu kaufen.

Mit Spannung erwartet wird nun der Behringer JT-16. Seit einigen Jahren angekündigt, gab es nun im Januar 2024 die Meldung, man habe einen ersten Prototypen hergestellt. Das heißt zwar nicht, dass der Behringer JT-16 demnächst erscheinen wird, aber die Hoffnung steigt zumindest, dass Behringer das Projekt wirklich zur Realisierung vorantreibt.

behringer jt-16 synthesizer

Soll ein 16-stimmiger Klon des Roland Jupiter-8 werden

Wie das Behringer UB-Xa Projekt gezeigt hat, ist Behringer auch beim Jupiter-8 eine hochwertige Kopie zuzutrauen. Warten wir es ab.

Die Welt der Jupiter-8 Klone ist jedenfalls inzwischen so umfangreich und vielseitig geworden worden, sowohl im Soft- als auch im Hardware-Sektor, dass niemand mehr dem Original nachtrauern muss.

Der Roland Jupiter-8 on YouTube

Zusätzlich zu den Klangbeispielen von Theo wollen wir euch auch wieder die folgenden YT-Videos nahelegen, auf denen der original Roland Jupiter-8 seine Vielseitigkeit demonstriert:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Youtube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Youtube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

ANZEIGE
Fazit

Der Roland Jupiter-8 war nicht ohne Grund einer der erfolgreichsten Synthesizer seiner Zeit und hat dem damaligen King-of-Polyphonie Sequential Prophet-5 ganz klar den Rang in den weltweiten Profistudios und Bühnen abgelaufen.

Heute hingegen gibt es nicht nur zahlreiche, sehr gut klingende polyphone Synthesizer, sondern auch eine gestiegene Zahl an Software- und Hardware-Klone. Meiner Meinung nach muss niemand mehr diesen utopischen Preis für einen echten Jupiter-8 bezahlen, der annähernd denselben Sound spielen will.

Selbstverständlich bleibt der Jupiter-8 aber als Sammlerstück begehrenswert – und das aus gutem Grund. Es ist nicht der Sound, der die Preise hochtreibt, sondern das Gesamtkunstwerk aus Geschichte und Verfügbarkeit. Eine Rarität wie den Roland Jupiter-8 (auch wenn er deutlich mehr kostet als ein Kleinwagen) zu besitzen, auszustellen und zu spielen, sollte nicht verurteilt werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dabei in die Waagschale zu werfen, ist einfach zu kurz gesprungen .

Ich würde mich freuen, wenn dies in der nun anschließenden Diskussion berücksichtigt wird. Viel Spaß mit Sound, Peter

Plus

  • außergewöhnlicher Klang
  • vielseitige Klanggestaltungsmöglichkeiten
  • Arpeggiator

Minus

  • kein MIDI (nachrüstbar)
  • extrem hohe Sammlerpreise

Preis

  • jenseits von gut und böse
ANZEIGE
Affiliate Links
Roland Jupiter-X
Roland Jupiter-X
Kundenbewertung:
(20)
Roland Jupiter-Xm
Roland Jupiter-Xm
Kundenbewertung:
(22)
Black Corporation ISE-NIN
Black Corporation ISE-NIN Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    e-online

    Vielen Dank für die tolle Übersicht. Theo gelingt es wieder einmal, die Eigenschaften eines klassischen Synthesizers präzise herauszuarbeiten. Man erkennt daran seine große praktische Erfahrung mit den Geräten. Leider kommt durch Theos Beschreibungen immer der Wunsch auf, die Klassiker auch selber nutzen zu können. 🙂.
    Macht weiter so, Amazona.

  2. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Moin! Der JP-8000 fehlt. Wenn man so Sachen wie den Jupiter-80/50 aufzählt, dann sollte der nicht fehlen, galt er doch lange als der Jupiter Ersatz und bot darüber hinaus noch weit mehr als das.

    • Profilbild
      exitLaub

      @Kazimoto Ein JP8000 hat klanglich gar nichts, aber schon wirklich überhaupt nichts mit einem Jupiter 8 gemeinsam. Alleine die Hüllkurven und das Aliasing .

      Der JP8000 kann seine Stärken bei seinen zusätzlichen Osci-Modi ausspielen und hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Aber nicht als Jupiter-Clone.

      • Profilbild
        Kazimoto AHU

        @exitLaub Der JP-8000 ist etwas universeller, das stimmt. Einfache Jupiter-8 Patches oder klassische Roland-Patches generell gehen damit problemlos, natürlich nicht zu 100%. Ein Jupiter 50/80 ist m.M.n. noch weniger Jupiter, auch wenn Roland sich deutlich daran anlehnt. Jupiter 8 Patches im Jupiter 80 klingen wie ein Witz und wenn ich mir schon Feinde mache, der V-Synth war nicht viel besser. Ich meine damit nicht unbedingt 100% Authentizität, sondern wie der Synth an sich klingt. Der JP-8000 hat millionenfach bewiesen, daß er einer der Jupiter-8 Nachfolger ist, der Rest der Suppe wie JD-XA, Gaia, System-8 und Jupiter-X, da erlaube ich mir aus Unkenntnis kein Urteil, finde aber den Fantom super, besonders nach dem EX Update, bietet er doch alles der zuletzt genannten in einem Produkt.

  3. Profilbild
    alpharecords

    … mit dem Auslaufen des System8 2020… habe ich da was verpasst? Der wird nach 8 Jahren aktuell immer noch produziert in 2024 und das zurecht 🙂

    • Profilbild
      Tyrell RED 1

      @alpharecords Hast du. Die im Handel befindlichen Exemplare sind Restposten, das System-8 wird nicht mehr gebaut. Die Jahreszahl war aber tatsächlich ein Tippfehler. Das Produkt ist 2023 ausgelaufen.

      • Profilbild
        alpharecords

        @Tyrell Alles klar. Das hab ich tatsächlich nicht mitbekommen. Aber 2020 erschien mir auch etwas zu früh…

  4. Profilbild
    fitzgeraldo

    Auch wenn es bei amazona.de einige gerne anders hätten, aber TAL ist noch immer ein schweizer Unternehmen …

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      @fitzgeraldo “ TAL Software GmbH is a small company founded around the year 2000 and located in switzerland. We create high quality instruments and effects with a user friendly interface for reasonable pricing.

      patrick.kunz[at]tal-software[dot]com

      Please use the support form for bug reports and other questions.“

      Würde ich mal in Anspruch nehmen und nachfragen.
      Aber hey, richtig wäre es so, die Schweiz und auch Österreich gehören zu Bayern. 😂

  5. Profilbild
    sire67

    Danke für den Artikel.
    2oo3 hatte Roland den VariOS auf den Markt gebracht.19”,1 HE.VariPhrase(elasticAudio) oder eigene Emulationen von Jupiter 8(VariOS 8) & TB 3o3 und zusätzlich D50 via Card.
    Den VariOS 8 benutze ich gern für Pads/Atmos. 8 Hüllkurven,3 Lfos.

  6. Profilbild
    Diskothek

    Einen Software clone gibt es bisher nicht. Wundert mich, denn einen Ladder Filter zu clonen ist ja auch gelungen.

  7. Profilbild
    filterfunk

    Bin wirklich gespannt, ob Behringer den J8 Klon irgendwann rausbringt.
    Der ist definitiv bei mir auf der Liste.
    Die Hardware VA Klone, wie der Jupiter-X, überzeugen mich überhaupt nicht.
    Dessen Klang ist aus meiner Sicht zu unspezifisch und austauschbar.
    Mehr Charakter und weniger Klimbim, bitte! 🙂

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hab das Original nie gespielt. Habe den Jupiter von Arturia als Teil der V-Collection erworben. Und bin damit überhaupt nicht zufrieden. Der Resourcen-Hunger ist abartig groß. Viele Patches laufen nur mit stark reduzierter Stimmenzahl. Mein WIN 10 – Laptop ist sicher nicht das Topgerät, aber auch keine schlappe Billigschleuder. Trotzdem geibt es dauernd Knackser und Aussetzer. JA, ich kenne ALLE Tips und Tricks zur Optimierung. Trotzdem erziele ich kein befriedigendes Ergebnis. Etwas besser ist die Bilanz bei meinem Apple MaBook Pro, aber auch nicht völlig ohne Störmanöver.

    An dieser Krankheit – übermäßiger Resourcenhunger – leiden etliche der Arturia Plugs. Das ist auch der Grund, dass ich es seit dem vorletzten Update aufgegeben habe die Collection auf den neuesten Stand zu bringen. Aus heutiger Sicht würde ich die V-Collection sicher nicht mehr anschaffen. Vieles ist da roßtäuscherische Schaumschlägerei und insgesamt mehr „lookalike“ als brauchbare Emulation.

    Und mal Klartext: Laptop Plugins sind und bleiben keine echten Instrumente, trotz aller Versuche. Auch die ausgefeiltesten Controller mit den spitzfindigsten Zuordnungen ersetzen keine originäre Hardwarekonstruktion. Das sind bestenfalls virtuelle Illusionen…

    Unterm Strich bin ich nach vielen Jahren des rumprobierens wieder bei echter Instrumenten-Hardware gelandet. Der Unterschied ist auch, daß Hardware am Gebrauchtmarkt immer ein paar Kröten einspielt. Software ist meiner Erfahrung nach nahezu unverkäuflich. Wenn denn Interesse besteht wollen die meisten nichts vernünftiges zahlen. Also kann man seine Kohle gleich durch den Schornstein lassen…

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Welche Idioten bohren Löcher in einen Jupiter 8 (oder sonst einen Synthesiser), und das auch noch an Stellen, wo es a) scheiße aussieht und b) zu irreversiblen Schäden führt?

    Ich verstehe nicht, wie man so stumpf sein kann… aber es geht, offenbar.

    Back on topic: Ich fand den Jupiter-X von Roland akzeptabel genug, um ihn als möglichen Lückenfüller auf die Liste zu setzen. Ob ich ihn mir jemals holen werde, steht auf einem anderen Blatt. Da mein Interesse in dieser Hinsicht eher tief fliegt, ist das eher unwahrscheinlich…

    Da die aktuellen Vintage-Preise momentan ins Bodenlose stürzen (aufgerufene Preise für einen JP-8 im Original um die 30.000 Euro, de facto erfolgte Verkäufe z. B. in der letzten VEMIA für knapp 15.000 Euro…), brauchen Interessenten in naher Zukunft vielleicht gar keinen Clone mehr, sondern können mit dem Original liebäugeln, weil es wieder in greifbare Nähe gerückt ist?

    Wenn es allerdings so weit ist, wird sich die Frage, ob man einen Clone oder ein Original erwirbt, gar nicht mehr stellen, weil es dann andere und viel größere Probleme gibt, die es zu lösen gilt.

  10. Profilbild
    exitLaub

    Viele sind von den Jupiter 8 Clones eher „underwhelmed“. Dabei können die genannten Kandidaten durchaus – selbst die Software – sehr nach Jupiter klingen.

    Kann aber auch daran liegen, daß der Jupiter 8 nicht die schmalztriefende „Mojo-Analog-Sau“ ist. Der war damals als professionelles, grundsolides und stimmstabiles Studio- und Liveinstrument gedacht und mit entsprechendem Aufwand und guten/teuren Bauteilen konstruiert.

    Deshalb liefert er halt eher überzeugende Hausmannskost als exotisch gewürzte Speisen.

    • Profilbild
      TobyB RED

      @exitLaub , kleine Ergänzung. Das was du meinst gilt für die Rev. 2 und Rev. 3 des Jupiter-8. In der ersten Version des Jupiter-8 war ein 12 bit DAC für CV verbaut. Das führte zu Stimmungsschwankungen, wenn das Gerät warm wurde. Gerauscht hat diese Version dann auch noch. Ab Rev. 2 wurde dann ein 14 bit DAC eingebaut.

  11. Profilbild
    Tai AHU 3

    „ Echte Hardware spricht aus musikalischer Sicht immer (!) für das originale Instrument. Das ist jedenfalls meine Meinung und ich weiß, dass viele Musiker davon nicht überzeugt sind.“

    Richtig, denke ich nicht. Diese (steile) These würde ich nur gelten lassen, wenn es darum geht: wer kommt dem Original am nächsten? Das dürfte meist das Original sein. Alle anderen, die auch nicht dieser Meinung sind, denen dürfte es ziemlich schnuppe sein, wie nah die Kopie am Original ist. Die sagen einfach nur: habe ich ein gutes Instrument vor mir? Ja/nein. Ist Klangcharakter und/oder Bedienung ähnlich und zusätzlich gewünscht, ok.

    Ich finde deine Reviews meist sehr gut. Du hast reichlich Ahnung von den Instrumenten und schreibst auch gut, nicht dass du mich da falsch verstehst.

    • Profilbild
      exitLaub

      @Tai Soll doch jeder das verwenden, womit er/sie/es glücklich wird bzw. was man sich leisten kann/will. Wesentlich wichtiger ist, was man daraus macht.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Tai Ich selber würde mir auch gar keinen Jupiter-8 oder einen CS-80, einen der alten Prophet-5 oder einen OB-8 hinstellen wollen. Ich hätte viel zu viel Angst, dass die Dinger irgendwann den Geist aufgeben. Ich würde die Geräte sofort verkaufen und mir ein modernes Pendant anschaffen. Im Falle des Jupiter-8 würde mir vermutlich der »TAL J-8« völlig reichen. Alternativ der »System-8« von Roland, der am Rande bemerkt sowieso eine ultracoole native Synthesizer-Engine besitzt (auch ganz ohne »PlugOuts«).

      Und, ja, keine Frage: Natürlich ist der original Jupiter-8 eine heiße Möhre. Aber braucht (!) man wirklich den Sound im Original, um heute (!) Musik zu machen? Ich für mich habe diese Frage mit »nein« beantwortet.

      • Profilbild
        chardt AHU

        @Flowwater „braucht man … ?“ Mit Verlaub, das ist die falsche Frage, denn diesen „man“ gibt es in der Realität nicht. Statt dessen gibt es z.B. jene Musikmacher, deren erste Frage bei einem Synthie ist „Kann er Buffta?“ (Ja, kann der Jupiter 8 auch i-wie, aber wenn Du eigentlich ne 303 willst, dann hol Dir eben ne 303!) Dann gibt es jene, die ganz neue Klänge brauchen, weil ihnen keine neue Musik einfällt, und das kann doch nur an den altbekannten Klängen liegen. (Hol dir was Buchla-mäßiges! Ach, ist auch schon wieder altes Eisen? Tja …)
        Ich möchte gern was machen in Richtung frühe TD („Phaedra“ z.B.), und da kommen mir warme Flächen gerade Recht. Dafür würde sich der Jupiter-8 sehr gut eignen, aber das Original passt weder von den physischen noch finanziellen Dimensionen in meine Musikecke. Schön, dass es den Roland-Klang in Form z.B. des Ju-06a auch in klein und bezahlbar gibt 🙂

  12. Profilbild
    MadMac

    Ein Original Jupiter 8 würde für mich nicht mehr in Frage kommen, schon gar nicht zu solchen Preisen. Ich hatte ihn damals mehrfach angespielt, aber es fehlte mir einfach das gewisse Etwas. In der Rückschau war es aber eine sehr gute Brot und Butter Maschine.

    Bin letztens mehr durch Zufall über den Jupiter X gestolpert. Ich war dann doch neugierig und habe mir ein paar Clips dazu angeschaut. Die Zeiten ändern sich und ich muß ehrlich sagen, er gefällt mir sehr gut.

    Danke für diese interessante Rückschau!

  13. Profilbild
    Filterpad AHU 1

    Ich habe letztens völlig zufällig ein paar Jupiter 8 Presets im Native Instruments Vintage Keys entdeckt. Also man sollte wirklich sein Zeug öfters überprüfen. Beim JP-8000 stimme ich zu, dass dieser als moderner Jupiter 8 verkauft worden ist, aber er hat relativ wenig gemein. Aber dennoch gibt es Presets im JP-8000, wo das Original als Vorbild diente (wie auch Juno und Co.). Aber diese findet man vermutlich auch in anderen neuen Roland-Geräten. Am meisten freue ich mich auf den Behringer. Wenn dieser taugt wird es schwierig die Finger davon zu lassen.

  14. Profilbild
    paolostylo

    Tolle Übersicht und Bericht, danke!
    Bei der Frage „Haben Sie mal einen unverbastelten Jupiter-8 geöffnet?“ hatte ich einen Flashback und kam aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus: Mein damaliger Musik-Kollege hatte etwas Geld geerbt. und so gingen wir Mitte der 90er Jahre in einen Musikshop und kauften für 3500 DM einen gebrauchten Jupiter-8. Aber noch im Laden fiel uns folgendes auf:
    „Wie, der hat kein Midi?? Und jetzt??“
    „Kein Problem, für weitere 750 DM bauen wir es Euch ein“, dauert aber 1 Woche!“
    „OK, macht das!“
    1 Woche später schauten wir vorbei… Und da stand er… Mit weit geöffneter „Klappe“… Da waren etwa 1 Million Meter Kabel und sonstige Bauteile drin… Man konnte wirklich nicht 1cm Platz ausmachen…
    „Oh mein Gott, hoffentlich bekommen die das hin bzw. hoffentlich funktioniert er hinterher überhaupt noch“…
    Alles ging gut und hat im Studio dann exzellent seine Arbeit verrichtet.
    Eine andere Sache: so sehr hier immer wieder der Klang als besser usw. gegenüber den Software-Clonen hingestellt wird: NEIN! Die aktuellen Plugins von TAL, Roland oder auch Cherry Audio klingen genauso gut! Mit Effekten, Kompressoren und EQ, so wie sie auch beim Original verwendet wurden und werden, ist der Unterschied nicht mehr auszumachen! Ist so! Alles andere ist esoterisches Geplänkel, um dem Original und ihren Besitzern zu schmeicheln. Alles andere wäre ja bloße Majestätsbeleidung…
    Jetzt kann die Steinigung mal wieder beginnen…😉😀

    • Profilbild
      exitLaub

      @paolostylo Bin da ganz bei dir. Aber trotdem jeder wie er es gerne möchte und kann. Genügend Darreichungsformen des Jupiters gibts ja mitlerweile.

      Wenn ich mir einen aussuchen könnte, wäre es der MKS80 mit Controller. Den fände ich interessanter.

    • Profilbild
      paolostylo

      @paolostylo Damit mich keiner falsch versteht:
      Einen Jupiter-8 vor sich zu haben und ihn anzuschauen, ihn dabei auch noch berühren, benutzen und dabei zu hören, DAS bleibt unerreicht!!!!
      Dieser Optik und Haptik kann kein Plugin das Wasser reichen! 🙂

      • Profilbild
        Kazimoto AHU

        @paolostylo In Zeiten als Plugins noch nach Plugins geklungen haben und Nordleads das obere Ende der Brechstange darstellten, hatte ich das Vergnügen die Hallen eines Sammlers in Düsseldorf zu betreten und an fast allen Rolands spielen zu dürfen. Ohne Stepping den Cutoff zu regeln war schon sehr beeindruckend. Heute sind Elektronik-Orgien wie der Jupiter Geschichte und die lässt man bekanntermaßen gut sein. Irgendwie sehne ich mich nach dem Tag, an dem der letzte Roland, Moog oder sonstwas seinen Weg geht. Wenn ich heute etwas analoges will, dann gehe ich in den Garten oder auf den Acker und schaue was da alles so wächst und kreucht. Zu Behringer, bitte keinen Bupiter 23 für mich, auch wenn ich mehrfach schon darauf hingewiesen wurde, daß ich keine Referenz bin, was ich als Kompliment verstehe.

        • Profilbild
          MadMac

          @Kazimoto Wenn ich die letzten 20 Jahre etwas produziert habe, nutzte ich das Logic und ausschließlich dessen Bordmittel. Außer ein Masterkeyboard kam keine echte Hardware zum Einsatz. Jetzt gehe ich bald in Rente und bin froh, das ich noch echte Synths im Keller habe. Ich benutze die Maschinchen wieder als richtige Instrumente und habe wieder Spaß am musizieren mit analoger Hardware. Und es kommen sogar wieder neue Synths dazu. Das Logic nutze ich höchstens noch als Sequencer. Und auch da möchte ich bald wieder echte Hardwaresequencer einsetzen. Mal schauen wohin die Reise geht.

          Ist bei mir halt anders herum, ich gönne mir jetzt einfach den Spaß, wieder ganz analog an den Knöpfen herumzudrehen. Natürlich ist ein Garten auch ok, verstehe ich voll und ganz. 😉

          • Profilbild
            Kazimoto AHU

            @MadMac Klaro! Ist nicht so daß ich überhaupt nicht an Knöpfen fummel. Wenn ich günstig an einen Hydrasynth Deluxe komme, ist bei mir auch eine kreative Insel geplant, dann etwas abseits von der DAW, nur muss es kein teurer Vintage-Synth sein. Wann ist es soweit, ich meine die Rente?

            Ups, habe den bei Thomann als B-Stock gesehen und bestellt. Warum? Er ist für mich der ideale Synth und erinnert dazu stark an Ensoniq, da bin ich dann auch nur Fanboy.

            • Profilbild
              MadMac

              @Kazimoto Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem Schlachtschiff. Bei der Desktop Version könnte ich auch schwach werden. Bin halt auf der analogen Schiene aufgewachsen. Allerdings habe ich mit dem Prophet VS Rack noch ein digitales Hammerteil im Keller. Der Ensoniq ESQ-1 kam übrigens etwa zur gleichen Zeit auf die Welt.

              Auf jeden Fall, nachdem ich den VS aus dem Keller geholt hatte, er auch genug Zeit zum aufwärmen hatte, gab er nur noch ein Soundscape von sich, das perfekt zu Kubriks „2001 Odyssee im Weltraum“ gepasst hätte. Ansonsten funktioniert der Rest tadellos. Ich hoffe nun, das man das noch richten kann. Ist einer meiner Lieblinge und der Klang ist zeitlos. Ach so, ich gehe Ende 2026 offiziell in Rente. Da ich eine Versorgungszusage habe, bin ich schon jetzt nicht mehr aktiv.

              • Profilbild
                Kazimoto AHU

                @MadMac Viel Glück mit dem VS, wäre echt schade aber genau das meine ich mit „Vintage“.
                Wow, so schnell schon? Bei mir sind es regulär noch 15 Jahre, wobei ich eh nicht vorhabe in Rente zu gehen, sondern einfach weiterarbeiten möchte. Bis dahin will ich meine Arbeitszeit von Jetzt 35 Std. aber weiter senken, schließlich lebe ich jetzt und ich sehe berufsbedingt zu viele Tote die es nicht bis zur 70 schaffen. Außerdem habe ich in der Familie zu viele negative Beispiele dafür, daß der Mensch mit seiner Freizeit nicht nur sinnvolles anstellt und dazu auch noch geistig wie körperlich abbaut. Mein Fitness-Studio ist voll von motivierten Ü70ern, die von Zu Hause fliehen und ihre Sehnen strecken, das kommt gelegentlich etwas befremdlich rüber. 😄

                • Profilbild
                  MadMac

                  @Kazimoto Ich war jetzt knapp 45 Jahre ohne Unterbrechungen in der Industrie tätig. Mir reicht es. Ich habe einfach die Chance genutzt und bin gegangen, einfach um Lebenszeit zu gewinnen. Das ist durch nichts zu ersetzen.

                  Jetzt freue ich mich wieder auf die Musik, ein neues Synth-Setup und diverse andere Beschäftigungen, die in den letzten Jahren zu kurz kamen. Langweilig wird mir bestimmt nicht werden. 😊

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @paolostylo
      >[…] Die aktuellen Plugins von TAL, Roland oder auch Cherry Audio klingen genauso gut! Mit Effekten, Kompressoren und EQ, so wie sie auch beim Original verwendet wurden und werden, ist der Unterschied nicht mehr auszumachen! […]

      Danke. 🙂👍

    • Profilbild
      Diskothek

      @paolostylo Es gibt keinen software clone. Fahre die Resonanz auf und es scheitert jeder A B Vergleich. Keine Esoterik, sondern Fakt. Wenn man keine Ahnung von VCF hat und vor allem kein Gehör für die Unterschiede im Klang… na ja, dann ist es einfach etwas doof, das hier als Esoterik zu belächeln.

      • Profilbild
        paolostylo

        @Diskothek Ich respektiere Deine Meinung, teile sie aber nicht, sorry…
        Wenn Du schon unterstellst, ich würde mich mit VCF nicht auskennen und kein Gehör dafür haben, könnte ich Dir aus meiner Sicht dies ebenfalls unterstellen…
        Ich habe in den letzten über 30 Jahren eine Menge analoger unter den Fingern gehabt.
        Und ja, den Bassabfall bei vielen Plugins bei weit geöffneter Resonanz habe ich auch schon sehr oft in den vergangenen Jahren erfahren. Aber viele HEUTIGE, bzw. AKTUELLE Plugins (nicht alle!) klingen auch mit viel Resonanz durchsetzungsfähig und sind absolut nicht von Bassarmut betroffen… Und davon lasse ich mich auch nicht abbringen… 😀

        • Profilbild
          Diskothek

          @paolostylo oh je, hier geht es darum, dass eine digitale Resonanz von einem VST plugin nicht annähernd so klingen kann wie von einem analogen Synth. in diesen Fall der Jupiter 8. Es geht nicht um den Bassanteil. VCF ungleich DCF, einfach hinhören. Es gibt keinen clone.

          • Profilbild
            paolostylo

            @Diskothek Ich seh‘ schon, Du verzweifelst, macht aber nichts… 😉
            Ich selbst interessiere mich nicht dafür, ob der Sound von einer Hardware mit analogem Filter oder von einer Software digital berechnet wird. Mich interessiert am Ende nur der Klang. Und der ist von aktuellen Plugins absolut überzeugend und kann im Blindtest wenn überhaupt sehr schwer oder mit Processing, wie den oben erwähnten Effekten, Kompressoren und EQ gar nicht mehr unterschieden bzw. herausgehört werden.
            Jetzt kommst Du wieder, auf geht’s…😀

      • Profilbild
        Tai AHU 3

        @Diskothek Du hast aber schon gelesen, dass paolostylo einige Zeit mit einem Bandkollegen einen Jupiter 8 hatte, den wahrscheinlich gut kennt. Ihm ein schlechtes Gehör oder keine Ahnung zu unterstellen ist nicht korrekt.

  15. Profilbild
    mdesign AHU

    kleine anmerkung zu den genannten ausgängen: der jupiter 8 ist nicht stereo, sondern mono – er kann keine stimmen im panorama platzieren. der jupiter 8 hat getrennte ausgänge für upper und lower, damit kann man am mischer durch rechts-links-panning ein pseudo-stereo des nun leider nur noch vierstimmigen synth bauen. das ist aber schon deshalb kein echtes stereo, weil dabei ja jeder gespielte ton (da gedoppelt) immer rechts UND links erklingt. mit dem echten (frei platzierbaren und dynamischen) stereo zB eines OB-Xa hat das nix gemein.

  16. Profilbild
    monument.mc 2

    Ich liebe meinen Jupiter 8 12 bit. Hab ich ca 1992 für 1100 Mark bekommen. Ja, auch er muss jetzt mal zur Wartung, besonders Netzteil und Elkqs. Aber das ist ein Synth der mich erst verlässt wenn ich in der Kiste liege. (ps: meine Frau kennt den Marktwert :-))
    Hier mal 2 Soundbeispiele die ich vor die ich vor ca. 7 Jahren spontan aufgenommen habe, daher könnte die Qualität einen Tucken besser sein. Einmal Pole-Dual & 1 Video mit Uni-Sounds. Viel Spaß damit.

    https://youtu.be/B5WRTm97BWc?si=OCMNZhqeCKe5ZWZt

    https://youtu.be/MDttGlixoMI?si=9k1VmGlTFjawOCNg

  17. Profilbild
    GiorgioMaserati

    „Verfügbarkeit“ halte ich nicht unbedingt für einen Grund der extrem hohen Preise. Das Ding ist nicht gerade selten, wenn man will findet man jederzeit einen.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @GiorgioMaserati Selbiges läßt sich über TR-808 oder RE-201 sagen — letzteres dürfte in Stückzahlen produziert worden sein, die im oberen fünfstelligen Bereich liegen, und auch von der 808 wurden nicht eben wenige Exemplare hergestellt.

      Die Crux ist, daß a) nicht eben wenige Geräte ihrer Spezies entsorgt wurden, als endlich bessere Lösungen erhältlich waren, b) die Geräte, die vorhanden sind, oftmals in schlechtem Zustand sind, weil sich nie einer drum gekümmert hat und sie kaputtgestanden sind (ich selbst mußte jahrelang einem Jupiter beim langsamen Todeskampf zusehen), und c) sind die Exemplare, die funktionstüchtig sind, in festen Händen, weil sie d) entweder als Werkzeuge, e) als Investments oder f) einfach nur zum Angeben angeschafft worden sind.

      Daher tauchen sie so selten auf; mit ein wenig Geduld und Helmut-Taktik kann man die Phantasiepreise aussitzen. Gerade beim Jupiter fällt auf, daß das Ende der Fahnenstange schon längst erreicht ist, und auch RE-201 und TR-808 wechseln schon längst nicht mehr zu überzogenen Preisen den Besitzer.

      Wie auch, wenn sich die keiner leisten kann — will/muß der Besitzer verkaufen, muß er zwangsläufig dem nachgeben, was der Markt erträgt.

      • Profilbild
        Man in black

        Ich würde in meinem Leben niemals all diese kranken Preise für das alte Elektro Zeugs bezahlen und wenn ich Millionär wär!
        Als Geldanlage dient sicher nicht irgendwelches uralt Equipment aus vergangenen Zeiten, irgendwann ist das alles mal am Ende und somit wertlos!
        Ich sehe auch keinerlei Bedarf mit soetwas heute noch zu musizieren, heute gibts anderes und neue Sounds wären auch mal zeitgemäß!
        Für mich ist das weder Kult noch Wertanlage, sondern schlicht und einfach nur kranke Spinnerei für Spinner mit zuviel an Geld, wenn man sich soetwas heute wo hinstellt!

  18. Profilbild
    Jazzheini

    Die Diskussion Hardware vs. Software ist doch müßig und langweilt. Erst recht beim Recording stehen dann ja noch viel mehr Faktoren im Raum, wie ein Synth dann auf einer Aufnahme klingt.
    Interessanter ist es dann, wenn man den Jupiter wirklich als Instrument sieht, nicht nur als Klangergebnis. Wie gut lässt er sich kontrollieren (programmieren), wie gut ist nach den vielen Jahren die Tastatur, wie ist der Direktzugriff, wie dynamisch lässt er sich spielen?
    Das kann ich natürlich nicht ansatzweise ergründen …
    Wie steht das Original im Vergleich zu seinen Nachfolgern? Welches Modell lässt sich am besten Spielen, bedienen, beherrschen?
    Habe den TAL, aber wie es mit Masterkeyboards ist: so richtig 100% passend auf die Synthese sind die Masterkeyboards ja nie.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X