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Blue Box: Roland MKS-80 Super Jupiter & MPG-80

30. März 2019

Der Jupiter-8 Expander?

Wer sich mit den großen, analogen Synthesizern beschäftigt, dem sind natürlich Namen wie „Jupiter-6“ oder „Jupiter-8“ von Japans Vorzeigeschmiede ROLAND ein Begriff. Der hier besprochene ROLAND MKS-80 ist das 19“-Rackmodul vom „Jupiter-8“. Oder doch vom Jupiter-6? Hier scheiden sich die Geister. Peter Forest, Autor des Kultbuches „A-Z of Analogue Synthesiers“ ist gar der Meinung, der MKS-80 sei eine Mischung aus Beidem, läge irgendwo zwischen Jupiter-8 und Jupiter-6.

In der Roland Jupiter-Serie vereinten sich solch edle Tugenden wie Klangqualität, Flexibilität, Polyphonie, Programmierbarkeit. Das Ganze wurde in hervorragend verarbeiteten und stabilen Gehäusen zu guten Preisen angeboten. Somit waren diese Instrumente sehr begehrt.

Diese Synthies spielten seit Anfang der 80er Jahre mit den großen Namen wie MOOG, OBERHEIM und SEQUENTIAL in einer Liga. Allerdings waren die Jupiter (wie so viele Dinge aus dem „Land des Lächelns“) aufgrund der horrenden Dollarkurse hierzulande erschwinglicher und somit verbreiteter als ihre amerikanischen Brüder.
Die Platten und insbesondere Hits, auf denen man die Jupiter hören kann, sind längst Legenden. Heute  wird der MKS-80 gerne als Ersatz für Jupiter-6 oder Jupiter-8 verwendet, wenn es um Platz oder Finanzen geht. Bei unserem Interview mit Hans Zimmer konnten wir mindestens 10 von diesen Raritäten in seinem Studio entdecken.

Der Roland Jupiter fürs Rack

Nachdem 1983 im Roland Jupiter-6 als zweitem Synthesizer überhaupt (nach dem SCI Prophet-600 von 1982) die zukünftig alles verändernde MIDI-Schnittstelle eingebaut wurde, war es zum MIDI-Expander, der von einem Masterkeyboard aus gesteuert und gespielt wird, nur noch ein kleiner, aber auch logischer Schritt.

ROLAND vollzog diesen zum Jahreswechsel 1984/85 mit einer kleinen Serie interessanter Expander wie z. B. dem MKS-30 (alias JX-3P), doch allen voran dem begehrten Roland MKS-80, genannt „Super Jupiter“!

Dieses Gerät war im Prinzip ein weiterentwickelter, verfeinerter Roland Jupiter-8, dem man einige neue Features des jüngeren Jupiter-6 spendierte. Verpackt in ein massives, recht tiefes 2 HE hohes 19-Zoll-Gehäuse, finden sich hier auf der Front allerdings nur die notwendigsten Bedienelemente zum Verwalten von Sounds wieder. Prima Bonbon: Erstmals gab es hier einen Cartridge-Slot, der es relativ bequem ermöglichte, viele Sounds zu archivieren bzw. zu verwalten. Im Prinzip war auch das Editieren der Klänge in allen Parametern möglich, allerdings war hierzu dann „Parameter-Stepping“ angesagt.

Roland MKS-80 mit originalem MPG-80 Programmer

Der Programmer MPG-80

Doch ROLAND vergaß Gott sei Dank nicht einen der wesentlichsten Faktoren eines Synthesizers: Das „Human Interface“! Und somit kamen die Japaner auf die Idee, zu ihren Expandern jeweils einen „Programmer“ mit anzubieten: Eine relativ flache Kiste, mit echten Potis und Schaltern zum intuitiven Editieren der Klänge. Der Programmer zum MKS-80 heißt MPG-80 und ist ein mittlerweile sehr begehrtes, da nur recht selten verkauftes Teil. (Es wurde zu einer Zeit verkauft, in der mehr als 5 Regler oder Knöpfe an einem Synthi bereits als Luxus galten!)

Der MPG-80 ist ein komplettes Jupiter-6/8-Bedienpanel in einem 4 HE, 19-Zoll-Gehäuse, das pultmäßig angeschrägt praktisch auf einem Masterkeyboard/Tisch platziert oder eben ins Rack geschraubt werden kann. Die Verbindung zum MKS-80 erfolgt über ein (recht langes) Spezialkabel, das auch die MIDI-Kommunikation übernimmt.

Eine echte Alternative zum oben gezeigten MPG-80 ist aus der Stereoping Synth-Programmer Serie, die Edition SYNTHPROGRAMMER 80.

Roland MKS-80 mit SYNTHPROGRAMMER 80 von Stereoping

Dieser aufwendige Hardware-Controller ist deutlich günstiger als ein gebrauchter MPG-80, kostet aber immer noch 680,- Euro. Auch wenn der Neuling viele weitere Vorteile gegenüber dem Original hat (Display etc.), so gibt es dennoch auch ein kleines Manko gegenüber dem MPG-80: Potis statt Fader – was nach meinem Geschmack die Übersichtlichkeit beeinträchtigt. Aber sicher gibt es auch Nutzer, denen die Drehknöpfe lieber sind als Fader.

Anschlüsse des MKS-80

Auf dem Bild kann man die Anschlüsse des MKS-80 erkennen:

  • 6-polige DIN-Buchse (MIDI+Stromversorgung für Programmer)
  • obligatorisches MIDI-Trio
  • 2 symmetrische XLR-Outputs (Upper & Lower, da splitbar …)
  • 2 unsymmetrische Klinkenausgänge (Upper & Lower oder auf Mix schaltbar sowie Pegel in drei Stufen schaltbar)

Insgesamt ist die Hardware sehr robust und ansprechend ausgeführt, doch kommen wir nun einmal zu den inneren Werten

Die Klangerzeugung des MKS-80

Signalerzeugung und Signalfluss sind nach klassischer subtraktiver Minimoog-Manier aufgebaut:

Zwei rein analoge VCOs erzeugen Standardschwingungsformen wie Dreieck, Sägezahn (fallend) und Rechteck mit variable Pulsbreite. VCO 2 bietet zusätzlich noch ein White-Noise-Signal mit an. Die Fußlagen werden per Poti in Halbtonschritten zwischen 32’ und 2’ eingestellt. VCO2 hat alternativ noch eine Fußlage Low (100 Hz – 1 Hz) oder High (1 kHz – 20 kHz und darüber (aber mit sinkendem Pegel) zu bieten. Selbstverständlich lässt sich Oszillator 2 auch um +/- 50 Cent gegenüber VCO1 verstimmen.

Die Oszillatoren lassen sich in beide Richtungen synchronisieren oder aber man kann VCO 1 manuell oder über Envelope 1 crossmodulieren! Zudem sind Tonhöhenmodulationen von LFO und/oder Envelope pro Oszillator normal oder invertiert zuschaltbar. Besonderheit: Eine manuell einstellbare KEY FOLLOW-Funktion lässt sich alternativ für einen der beiden Oszillatoren aktivieren. Damit kann man eine Tonhöhenspreizung kleiner der üblichen 100%-Marke einstellen. Dies ist für schräge Töne/Effekte prima nutzbar! Im Mixer werden die Beiden dann über ein Balance-Poti in ihrer Lautstärke geregelt.

Eine Autotune-Funktion stimmt auf Knopfdruck übrigens alle 16 VCOs in weniger als einer Sekunde! Zur Stimmstabilität ist zu sagen, dass nach einer angemessenen Aufwärmzeit von etwa 30 min. kein hörbares Detuning mehr auftritt!

Als nächstes folgt ein 12 dB/Okt. Hochpassfilter dessen Eckfrequenz manuell justierbar ist. Dieses Hochpassfilter ist nicht modulierbar. Danach kommt das interessantere 24 dB/Okt. Tiefpassfilter, das über die üblichen Parameter Frequenz, Resonanz, Envelope, LFO und Keyfollow verfügt. Bei der Envelope-Modulation lässt sich zwischen ENV 1 oder ENV 2 sowie normaler oder invertierter Modulation wählen.

Im nachfolgenden VCA lassen sich Envelope 2 Level und LFO-Intensität steuern.

Als Modulatoren gibt es einen LFO mit den Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn (fallend), Rechteck sowie Random. Als Parameter gibt es hier die Rate (0,02 – 64 Hz) und Delay.

Des Weiteren sind natürlich (wie im Text schon mehrfach erwähnt) zwei ADSR-Hüllkurven vorhanden, die jeweils um eine Keyfollow-Funktion ergänzt wurden. Damit werden die Zeitparameter tonhöhenabhängig gestaucht bzw. gestreckt. Tiefe Töne haben also langsameres Attack und mehr Release als hohe Töne (soll zur realistischeren Nachbildung natürlicher Instrumente dienen, naja …:o)

Ein weiterer Modulator (damals ein Highlight des MKS-80) ist die Tastatur; sofern man eine anschlagsdynamische verwendet. Denn die Hüllkurven 1 und 2 können Velocity-abhängig gestartet werden. Auch diese Intensität ist einstellbar.

Ein weiteres Bonbon ist die umschaltbare Modulationswirkung: In den einzelnen Baugruppen kann per Schalter bestimmt werden, ob der Modulator nun normal oder invertiert wirken soll! Dies ermöglicht in Verbindung mit Velocity nun ziemlich interessante Sounds und Spielmöglichkeiten, für ein nicht modulares System der damaligen Zeit wirklich bemerkenswert! Heute ist dies im Zeitalter der virtuell-analogen Synthesizer eher zur Normalität geworden.

Klangspeicher plus RAM-Cardridge

64 einzelne Sounds lassen sich im internen Speicher ablegen. 2×64 weitere finden auf einer optionalen Cartridge Platz. Selbstverständlich sind die Sounds intern wie auf der Cartridge batteriegepuffert. Allerdings kann man den Sounds leider keine Namen geben.

Was wir heute als selbstverständlich unter Tones und Patches bei ROLAND kennen, findet genau hier seinen Ursprung: Zwei einzelne Sounds (Tones) lassen sich als Split-Konfiguration oder gestackt (DUAL-Mode, dann aber nur noch 4-stimmig) auf weiteren 64 Speicherplätzen oder auf der optionalen Cartridge ablegen. In diesen Patches lassen sich noch weitere Einstellungen festlegen: Lautstärkeverhältnis der Tones, Oktavlage (-2, -1, 0, +1, +2) pro Sound, Assign Modes (s. u.), Glide, Bender- und sogar Aftertouch-Optionen!

Bei den Assign-Modes gibt es:

  • Solo (monophon, last note priority)
  • Unison 1 (monophon, last note priority, alle Oszis auf einer Taste)
  • Unison 2 (mono- bis polyphon, last note priority, alle Oszis auf einer Taste)
  • Poly 1 (normaler 8-stimmiger Modus)
  • Poly 2 (8-stimmiger Modus, der sinnvollen Einsatz der Glide-Funktion ermöglicht)

Die Bender-Optionen ermöglichen einem Bender, Wheel oder Joystick (je nachdem, worüber das Masterkeyboard verfügt) getrennt schaltbare Beeinflussung der VCOs 1+2 mit:

  • off
  • norm (Bereich bis max. +/-1,5 Oktaven mit SENS-Regler einstellbar)
  • wide (Bereich fest auf +/- 3 Oktaven eingestellt)

In der Aftertouch-Sektion steht uns noch ein weiterer LFO (0,02 – 16 Hz) mit Sinus zur Verfügung: Dieser kann VCOs frequenzmodulieren (Vibratoeffekt). Die Quelle kann übrigens auch ein Modulationsrad (oder Bender) sein.

MIDI und der Super Jupiter

Die MIDI-Implementation ist für damalige Verhältnisse recht gut, allerdings kennt der MKS-80 noch keine Controller. Er kann zwar seine Sounds per SysEx schicken und empfangen, erwartet dafür aber ein Handshake-Protokoll! Leider ist das heutzutage absolut unüblich geworden und wer nun seine Sounds beispielsweise im (EMAGIC) Sounddiver verwalten möchte, kann das nur über den Temporary-Buffer des MKS-80 tun! Das heißt, jeder Sound muss einzeln per Knopfdruck übertragen werden. Ganze Soundbänke zu schicken/empfangen geht da leider nicht!

Klangwelten

Nach diesen doch recht üppigen Features sollte man jetzt endlich auch mal über den Sound sprechen. Tja, nun wird’s wie immer subjektiv. Dieses Instrument hat einen sehr vollen, warmen, fetten und jederzeit sauberen Klang! Das Ausgangssignal ist fantastisch nebengeräuschsfrei. Der Klang ist aufgrund der gebotenen Möglichkeiten recht variabel und funktioniert irgendwie immer. Die allseits berühmten Bläser, Streicher, Leads kommen eigentlich immer sehr edel und fein, die erzielbaren Effekte durch modulierbare Sync- und Crossmodulation sind wirklich abgefahren. Bässe sind nicht ganz so knackig und direkt wie ein Minimoog, aber trotzdem sehr gut! Alles in allem ist der MKS-80 immer sehr gut brauchbar. Mein persönlicher Favorit sind Unisonso-Sounds mit mittlerer Detune: fett, brachial und geil!!!

Natürlich hat der MKS-80 (wie alle anderen großen Synthis aus dieser Zeit) einen eigenen Charakter. Er passt klanglich super zu den MOOGs, OBERHEIMs und Sequentials und ist für sich gesehen eigentlich unschlagbar.

Einen Jupiter-8 wird er in Fülle und Wärme aber nicht erreichen, darüber sind sich Experten einig. Warum das so ist, folgt gleich:

Modellvarianten

Vom MKS-80 gibt es zwei Modellvarianten, die sich äußerlich nicht, aber innerlich schon unterscheiden: Bis zur Seriennummer 511799 verbaute ROLAND die bekannten VCO- und VCA-Chips des US-Herstellers CURTIS (auch in den SCI-, OBERHEIM-, und MOOG-Boliden zu finden!) Alle neueren Instrumente bekamen dann aber ROLAND-eigene Chips sowie einen etwas anderen Filterchip (der etwas später auch im MKS-70, auch bekannt als „Super JX“, Verwendung fand) spendiert.

Diese Maßnahmen resultierten in einem etwas anderen Klangbild. Soweit die Fakten. Welchem Typ nun der Vorzug zu geben ist, wird unter Fachleuten nach wie vor kontrovers diskutiert; wie immer eine Frage des Geschmacks (und darüber streitet man). In den Soundbeispielen ist übrigens noch die Ur-Version mit den Curtis-Chips zu hören!

Die Hauptplatine des MKS-80 (danke an Guido Hagen für das Foto)

Negatives

Das Editieren geht zwar über den MPG-80 leichter, schneller und intuitiver, hat aber trotzdem einen kleinen Nachteil: Das 100 Schritteraster, das den Parametern zu Grunde liegt, ist hier beim kontinuierlichen „Durchfahren“ deutlicher hörbar als beim Editieren am MKS-80 selbst. Außerdem ist das Gehäuse des MKS-80 mit 40 cm recht tief, sodass es in manchem Racks Schwierigkeiten geben könnte.

Alternativen

Im Vergleich zu aktuellen Synthis hat der MKS-80 natürlich in einigen Punkten das Nachsehen:

  • moderne Geräte sind i.d.R. durch ihre Vielzahl an erweiterten Parametern klanglich um einiges flexibler
  • Die Ersatzteilbeschaffung für einen 35 Jahre alten Synthesizer ist meistens schwierig
  • Aktuelle Geräte sind kleiner und leichter
  • Die MIDI-Einbindung jüngerer Synthies ist wesentlich einfacher und vielseitiger (Echtzeit-Controller für Cutoff, Soundverwaltung etc.)

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für viele Nutzer von heute sicher nicht unproblematisch: Für einen gut erhaltenen MKS-80 muss man auch heute noch etwa 2.000,- Euro bei einer Versteigerung einplanen. Bei Händlern steht der Klassiker mittlerweile bei ca. 2.500,- Euro. Für den Programmer kommen nochmals 1.000,- Euro dazu.

(1984 zahlte man übrigens ein Vermögen für das Pärchen. Den MKS-80 konnte man damals für DM 5.300,- im Laden erwerben, den MPG-80 für DM 1.300,-.)

Es stellt sich also selbst für Vintage-Liebhaber z. B. die Frage, ob man rund 3.000,- Euro für ein MKS-80 und MPG-80 Gespann zahlt oder gleich zu einem Alesis Andromeda greift, der das Pärchen in eigentlich allen Features übertrifft! Lediglich beim Thema „Sound“ fangen dann wieder die Diskussionen an … :o)!

Und auch auf dem Neumarkt punkten Units wie der OB-6 oder Prophet-6 von Sequential oder der Korg Prologue.

Für wen ist der MKS-80 der richtige Synth?

Wer braucht so ein Ding? Antwort: Es sind wie immer Liebhaber, Sammler und Freaks, die auf das Besondere stehen, ein Instrument mit Charakter suchen oder aber diese ganz besondere Qualität haben möchten, die sich immer nach alten Schätzen umschauen. Und ein solcher ist der ROLAND MKS-80 ganz sicher!

Ich kenne einen Musiker, der u. a. mit der modernsten Computertechnologie Musik macht. Aber er hat sich nun doch noch zusätzlich ein altes MOOG-System zugelegt! Ich muss sagen: Der Mann hat Recht!

Der Roland MKS-80 on YouTube

Und hier noch ein Video zum Vergleich, unter Verwendung des Stereoping-Controllers:

Fazit

Der MKS80 bringt einem den originalen ROLAND-Analogsound der 80er Jahre ins Rack. Inklusive der Remote MPG-80 ist das Set kaum zu schlagen und deutlich weniger anfällig als z. B. ein originaler Jupiter-8 – und vor allem auch preisgünstiger. Klar ist ein MKS-80 etwas für Liebhaber, trotzdem ist sein Klang unverwechselbar „analog“ und hat somit selbst im modernen Plugin-Studio seine absolute Existenzberechtigung.

Plus

  • mehr als ausreichende Möglichkeiten
  • hervorragendem Analogsound
  • robuste Verarbeitung
  • steigender Sammlerwert

Minus

  • mageres Display
  • problematische Bedienung ohne MPG-80

Preis

  • Roland MKS-80 ca. 2.000,- bis 2.500,- Euro (Syntacheles März 2019)
  • Roland MPG-80 ca. 1.000,- Euro (Syntacheles ;ärz 2019)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    calvato  

    ich hab anfangs der 90er in einem größeren tonstudio gearbeitet, da stand der MKS80 auch auch herum, samt programmer. aber wir haben ihn meistens ignoriert, damals waren samples & digitale sounds angesagt. manchmal haben wir ihn genommen, falls wir wirklich „mal eben schnell“ ne fläche odern nen synthbass brauchten. das ging mit dem programmer immer fix. ansonsten war damals mein TG77 DAS teil, später der JV1080. solche sounds gingen natürlich mit dem jupiter nicht.

    was waren wir bescheuert!!! :D

  2. Profilbild
    micromoog  AHU

    Schöner Bericht über ein klasse Instrument.
    Bei mir zwar „nur“ die weniger begehrte Rev.5 aber ich vermisse hier nichts. Im Direktvergleich mit dem JP6 nicht ganz so schneidend dafür kommt er mit etwas mehr „gefühlter“ Wärme daher und überzeugt gegenüber dem Bruder bei weicheren Pads. Dem ältesten Bruder JP8 -den ich hier leider nicht zu einem Vergleich heranziehen kann – wird ja oft auch die Floskel „samtig“ zugeschrieben, welche ich dem MKS (zumindest in der Rev5) nicht zuordnen würde – trotz allem ein Expander, der auch nach über 12 Jahren mein Rack nicht so schnell verlassen wird.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Micromoog, Du hast den „guten“ MKS-80. Meint jedenfalls Theo Bloderer auf greatsynthesizers: „Unser klanglicher Favorit ist der MKS-80 Rev. 5, wenngleich hier spezielle (und am Gebrauchtmarkt sehr selten erhältliche) Roland-Custom-Chips zum Einsatz kommen, was die Anschaffung der späten Revision zu einem gewissen Risiko macht.“

  3. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Ich fand immer, der MKS-80 tendiert eher zum JP-6 als zum JP-8 (was wohl auch erklärt, warum ich ihn nie habenswert fand). Zum JP-8 fehlt ihm nicht nur klanglich ein Stück, sondern vor allem das Bedienfeld und die Tastatur, die den JP-8 zu einer musikalisch spiel- und benutzbaren Einheit machen.
    .
    Das ist aber nur meiner Abneigung gegen Rackgeräte generell geschuldet.
    .
    Den Jupiter-8 habe ich nie als besonders anfällig wahrgenommen, wenn er gut behandelt und gepflegt wird. Da finde ich Prophet 5, Memory Moog oder CS80 um Längen schlimmer.
    .

  4. Profilbild
    grisi  

    Nur der MKS-80 hatte damals meine geliebte PWM und 2 VCO’s pro Stimme an Bord, alle anderen MKS fehlte entweder das eine oder andere. Dazu 2 Hüllkurven, sehr viele Modulationsmöglichkeiten, so soll es sein.

    Den Sound (hier mit den Roland VCO-Chips) empfand ich gar nicht als so brachial; eher filigran, fein und „edel“ für differenziertes spielen. Für brachiale, filmreife Sounds muß man auch beim MKS-80 alle (UNISON-, Detune-)Register ziehen. Auch künstliche oder aggressive Sounds sind nicht seine Stärke, dafür ist das Filter zu „musikalisch“ weich. Es reicht nicht annähernd bis zur Selbstoszillation und geht sehr sachte mit dem Sound um. Ob der „Sweetspot“ hier besonders gut gewählt wurde bezweifle ich bis heute. Die Hüllkurven sind gerade so ausreichend schnell, erinnert mich an Oberheim. Der MKS-80 ist für „ernsthafte“, eher klassische Musiker ein tolles Produktionstool; für Techno, Acid u.ä. ist der grosse MKS definitiv nichts.

    Der MKS ist kompliziert (3 Platinen im Europakartenformat auf 2HE übereinander). Prompt hat sich bei mir dann auch ein Treiberbaustein für die VCOs von jetzt auf gleich verabschiedet.

    Mit dem MPG-80 vergeht immer ein kleiner Moment bis der Regler auch wirklich „anspricht“ und ist dem internen Multiplexverfahren geschuldet, das kann störend sein. Beim Kauf des MPG sollte man unbedingt auf das Spezialkabel achten, über welches nicht nur MIDI, sondern auch die Stromversorgung geführt wird. Diese Kabel sind nicht handelsüblich.

  5. Profilbild
    swissdoc  RED

    Das Spezialkabel kann man sich für ein paar Geldeinheiten z.B. via Amazon besorgen oder auch mit zwei 6-Pol DIN Steckern und etwas Kabel plus Gelöte selber bauen.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der MKS-80 sind irgendwie zwischen JP-6 und JP-8 und ist doch anders. Mit Sicherheit ist es einer der Roland Klassiker. Der war Standard in vielen Studios in den 80ern. Und ist heute noch sehr begehrt.

  7. Profilbild
    Violator  

    Erstaunlich wenig Kommentare über einen der besten analogen Expander!
    >> „Die Kenner genießen und schweigen!“ 😎

  8. Profilbild
    rotomtom

    Ich mag den MKS-80 Sound sehr, insbesondere den der Rev.4 Serie. Er deckt für mich durch seine Klangmöglichkeiten eine riesige Soundpalette ab, ist durchsetzungsstark im Mix, ob Basssound, Fläche, Lead oder Effektsound und klingt immer irgendwie edel. Sein Grundsound ist für mich sehr nah am Jupiter-8. Nach meinem subjektiven Geschmack hat der MKS-80 etwas mehr Biss und der Jupiter-8 mehr Seide. Einen leichten Klangunterschied höre ich beim Filter mit hoher Resonanz. Kategorie Pana Cotta oder Crème brûlée – Hauptsache es schmeckt. (man verzeihe mir diese Analogie ;)
    Einer der stärksten Eigenschaften des MKS-80 gegenüber seinen analogen Kollegen ist jedoch seine flexible Anschlagdynamiksteuerung. Damit kann man über die Spielweise eine sehr große Bandbreite an Soundvarianz erzeugen. Mit anderen Worten einen klanglich-dynamischer Audruck von lammfromm bis böser Wolf.

    Kurzum: Lieblingssynth.

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