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Feature: My favourite pedal – WRA Gnome, Gitarrenpedal

22. Februar 2022

Das Pedal, das mein Leben veränderte!

Letztens wurde ich in einem Interview gefragt, was denn die wichtigste Eigenschaft ist, die man als Musiker auf Tour mitbringen sollte. Diese anscheinend so einfache Frage ist, wenn man länger darüber nachdenkt, gar nicht so leicht zu beantworten. Sind es die musikalischen Fähigkeiten? Oder die Nervenstärke jeden Abend auf der Bühne abzuliefern? Ist es körperliche Belastbarkeit wegen der vielen Reisen? Oder die sozialen Skills? Immerhin verbringt man viel Zeit zusammen. Wenn ich einen Slogan finde müsste, der all das zusammenfasst, würde ich ihn wie folgt aufstellen: professionell und unkompliziert.

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Unter „professionell sein“ verbinde ich alle Eigenschaften, die man braucht, um im harten Musikbusiness und besonders auf Tour überleben zu können: Versierte technische Fähigkeiten am Instrument, einen umfassenden musikalischen Horizont, Know-how und Kontrolle über das Equipment, Nervenstärke auf der Bühne, Belastbarkeit für Reisen und soziale Kompetenz für ein kollegiales Miteinander. Das zweite Wort „unkompliziert“ beschreibt dann die Art und Weise, wie man all diese Fähigkeiten einsetzt, wie man als Profi und Mensch rüberkommen sollte. Denn meiner Erfahrung nach nutzen einem die besten Eigenschaften nicht, wenn es für die Kollegen irgendwie umständlich und anstrengend ist. Egal ob es divinhaftes Verhalten bei der Verpflegung ist oder man ständig Probleme mit seinem Equipment hat, so etwas ist nicht gerne gesehen und kann einem schnell den Job kosten. Aus eigener Erfahrung und viel Lehrgeld in den ersten Jahren meiner Karriere weiß ich leider, wovon ich spreche.

Im Laufe der Jahre habe ich dann alles auf den Prüfstand gestellt und gelernt, mich soweit zu optimieren, dass ich in der Zwischenzeit als professioneller und unkomplizierter Zeitgenosse in (nahezu) allen Bereichen gelte – und das macht sich im Auftragsbuch bemerkbar! 100 Gigs im Jahr, die Zeit der Pandemie mal ausgeklammert, sind zum Standard geworden. Das Thema Equipment spielt hierbei eine entscheidende und wichtige Rolle. Zum einem gehört ein gewisser Signature-Sound mit Wiedererkennungswert dazu, zum anderen muss Equipment hochwertig, praktikabel und robust sein, besonders wenn man viel unterwegs ist.

Auf der Suche nach einem passendem Begleiter on tour bin ich auf die Produkte aus dem Hause WR Amplification in Luxemburg gestoßen. Dahinter steckt Roland Weiland, der seine beiden Preamps als Einmannbetrieb in Handarbeit herstellt. Seine DI-Box Gnome ist klein, sehr klein sogar, nur minimal größer als eine handelsübliche Zigarettenschachtel. Dementsprechend wiegt er auch nicht viel, lediglich 450 g bringt er mit, ein Fliegengewicht, also genau das Richtige für den Gigbag. Trotzdem ist er stabil und solide, ja geradezu unverwüstlich. Dazu sieht er richtig schick aus – um nicht zu sagen „stylisch“. Roland Weilands Anspruch ist es, Bassisten zu helfen, einfach und effektiv zu einem besseren Sound zu gelangen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich durch einen Kollegen neugierig gemacht wurde, woraufhin ich mir ein Gerät zum Testen bestellte.

Klein und fein

Schauen wir uns zu Beginn einmal die Rahmendaten des Röhren DI-Box an:

 

Hersteller: WR Amplification (WRA)
Modell: Gnome Tube DI
Typ: Röhren-DI-Box für Bass
Herstellungsland: Luxemburg
Gehäuse: Aluminium-Spritzguss, 3D-Print-Design
Regler/Schalter: Volume, Input Gain, Presence 0/1/2, Out D/T, Ground Lift
Anschlüsse: Klinke IN, Klinke OUT Amp, XLR-OUT (galvanisch getrennt, Lehle-Übertrager)
Röhre: ECC86 (Niedervolt)
Stromversorgung: 12 Volt (intern 24 Volt)
Abmessungen: (B x H x T): 9 x 7 x 12 cm Gewicht: 450 g
Zubehör: Netzteil
Direktvertrieb: über WR Amplification

Fachkundige und aufmerksame Leser erkennen sofort die hochwertigen Produkte, die im Gnome verbaut wurden. Generell ist der  Gnome unkompliziert (womit wir genau beim Thema sind) aufgebaut und erklärt sich quasi von selbst. Es gibt einen Eingang mit dazugehöriger Anpassung der Eingangsempfindlichkeit sowie zwei Ausgänge, einer unsymmetrisch auf Klinke, der andere symmetrisch auf XLR mit Ground-Lift. Natürlich findet sich auch ein Volume-Poti zum Regeln der Lautstärke. Mit einem Kippschalter lassen sich zusätzlich noch drei verschiedene Presets für die hohen Frequenzen abrufen. Das Herz des Gnome besteht aus einer Röhre mit der Bezeichnung ECC86, die mit einem weiteren Schalter aus der Signalkette genommen werden kann. Da diese Röhre mit niedriger Spannung arbeitet, sind Stromschläge also ausgeschlossen. Ohne Netzteil wird der Gnome übrigens zur passiven DI-Box. Erklärt wird dies alles auch noch mal auf dem Boden des Gerätes – praktisch!

Der Test findet im Studio statt. Ein traditioneller 4-Saiter aus Kalifornien sowie ein aktiver 5-Saiter werden so eingepegelt, dass die gleiche Lautstärke beim Betrieb aktiv (mit Röhre) wie passiv (ohne diese) zu hören ist. Nun werden verschiedene Tracks aufgenommen und miteinander verglichen. Die klanglichen Unterschiede sind subtil, aber wahrzunehmen. Die Röhre bringt Wärme und Druck in den Klang bei einer leichten Kompression. Das Signal wirkt lebendiger und brillanter, besonders wenn man die Höhen mit einem der Presets etwas anhebt. Bei passiven Bässen fällt dieser Effekt logischerweise deutlicher aus als bei aktiven. In beiden Fällen bleibt der natürliche Klang des Instruments erhalten, nur eben dynamischer und edler. Einmal angeschaltet, wollte ich den Gnome sofort nicht mehr missen!

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Lebendiger

An diversen Amps und Boxen angeschlossen, wird der gewonnene Höreindruck aus dem Studio durchweg bestätigt. Die Röhre wärmt das Signal an, wie man es von ihr erwartet, ohne dabei zu aufdringlich in den Gesamtklang einzugreifen. Persönlich gefällt mir der Gnome besonders gut bei digitalen Verstärkern. Ihnen wird hör- und fühlbar mehr Leben eingehaucht. Mit seinen kompakten Maßen kann er überall problemlos im Gigbag mitgenommen werden und eröffnet vor allem live neue Optionen. Wird beispielsweise über eine gestellte Backline gespielt, kann das hochwertiges DI-Signal des Gnomes direkt an den FoH geschickt werden. Der vorhandene Amp dient dann lediglich dazu, den Sound auf der Bühne anzupassen. Auch auf einem Board lässt sich diese DI sehr gut fest installieren und verwenden. Und der Trend geht klar zum Zweit-Gnome.

Was gibt es noch zu sagen? Der Gnome ist eine kleine und hochwertige DI-Box und eine echte Bereicherung für Bassisten. Seit ich dieses Kästchen mein Eigen nennen darf, kann ich mich an keine Situation erinnern, bei der es nicht zum Einsatz kam. Ob Aufnahmen, Live-Einsatz vor einem Amp oder direkt über das Board als In-Ear-Signal, der Gnome ist seit Jahren für meinen Sound nicht mehr wegzudenken. Dieses perfekt ausgewogene Verhältnis aus einem cleanen, unverzerrten Signal und der typischen Kompression einer Röhre ist einfach ein Traum und passt in (nahezu) jede musikalische Situation.

Die Klangbeispiele habe ich wie folgt aufgebaut: Man hört zu Beginn das cleane Signal, dann das mit Gnome. Da wir hier von einem Hifi-Produkt sprechen, würde ich sehr empfehlen, gute Kopfhörer zu benutzen! Wie schon geschrieben, die Unterschiede sind subtil, aber vorhanden!

Um einen Eindruck vom Gnome im Bandsound zu bekommen, kann gerne in folgenden Song reingehört werden: „It’s Just That Way“ wurde vom Hamburger Singer-Songwriter Tobias Schnell für die irische Sängerin Tina Lynagh geschrieben und produziert. Der Bass-Sound kommt aus meinem Fodera Monarch 5 (mit dem ich auch die Klangbeispiele eingespielt habe), über den ich hier bereits mal geschrieben hatte und eben dem Gnome. Tobias Schnell versicherte mir, dass er nichts am Sound nacharbeiten musste, sondern das Signal, so wie es ist, direkt im Mix verwendet hat. Wenn das kein Merkmal für Qualität ist?

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von open.spotify.com zu laden.

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Zu erwerben ist der direkt beim Hersteller, der dank seines kurzen Drahts zum Kunden auch mit gutem Support glänzen kann. Wer den Gnome anspielen möchte, hat die Möglichkeit, dies über das internationale Testnetzwerk, das in Deutschland von mir koordiniert wird. Hierfür einfach eine Nachricht schicken!

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Fazit

Was gibt es Schöneres, als über die Dinge zu schreiben, die man liebt? Die Entdeckung des Gnome hat mein musikalisches Leben verändert, denn ich habe den perfekten Begleiter gefunden. Ein hochwertiger Röhrensound, der mein Basssignal anwärmt und aufwertet, ohne es dabei zu stark zu verändern. Was will man mehr? Seit dem Einzug dieses fabelhaften Wesens herrscht beim Thema Preamp und DI-Box Ruhe!

Plus

  • hochwertige und stabile Verarbeitung
  • schickes Design
  • einfache Bedienung
  • niedrige Spannung trotz Röhre
  • perfekter Röhren-HiFi-Sound

Minus

  • -

Preis

  • 405,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    JMX

    Lehle gibt es natürlich immer noch (in Deutschland). Jacques Ruppert dagegen ist mittlerweile im (Un)Ruhestand, deshalb gibt es seine Kollaboration mit Lehle – RMI – die hier wohl gemeint ist (siehe Basswitch) leider nicht mehr…

    • Profilbild
      Naris Sebastian Stolz  RED

      Vielen Dank für den Hinweis. Da habe ich in der Tat etwas durcheinander geworden, das tut mir leid…

      Die Firma Fehle stammt aus Deutschland gibt es natürlich noch. Der aus Luxemburg stammende Jaques Ruppert, welche eine Zeit lang mit der Firma zusammengearbeitet hat, hat sich zurück gezogen.

      Ich werde versuchen das zeitnah zu korrigieren im Text!

      Viele Grüße und danke nochmal!
      Sebastian Stolz

  2. Profilbild
    IchWieder

    Die WR GNOME TUBE “DI” ist eine aufregende Neuentwicklung für Musiker (Bass; Gitarre und andere) die sich eine aktive DI Box mit erweiterten Klangeigenschaften wünschen, den man mit Röhrenklang assoziiert. Das innovative, nur in begrenzter Stückzahl erhältliche handgefertigte Gerät, nutzt eine spezielle Röhre die „ECC86“ mit niedriger Spannung (Niedervolt-Röhren) für seinen wundervollen Sound. Es sollte auf keinem Fall im Studio oder der Bühne fehlen! Der Gnome läuft mit 12 Volt also keine Hochspannung im Gerät, was eigentlich einmalig ist!
    Sehr vollständiger Bericht, klarer Daumen hoch!

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