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Test: Roland Fantom EX Upgrade, Synthesizer Workstation

Roland Fantom EX - Jetzt mit N/Zyme und ACB

7. Februar 2024

Das Upgrade EX für die Roland Phantom Synthesizer Workstation sind so umfangreich, dass sie uns einen eigenen Test wert sind. Wer bisher schon mit der Fantom Workstation geliebäugelt hat, wird seine wahre Freude an dem neuen Parade EX haben.

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In diesem Artikel werden wir das Roland EX Upgrade besprechen, zum besseren Verständnis ist noch einmal die Lektüre zum „Standard“ Fantom sinnvoll.

Mit dem Upgrade wird Fantom um die bekannte Analog-Modeling-Technologie erweitert, die bislang den AIRA-Produkten wie System-8 oder der TR-8S vorbehalten war. Im EX-Upgrade sind die beiden ACB-basierten Expansions Jupiter-8 und SH-101 direkt enthalten. Diese sind mit den jüngsten ACB-Entwicklungen, wie die Circuit Mod- und Condition-Funktionen, enthalten, mit denen sich der Vintage-Charakter einer Emulation in unterschiedlichen Abstufungen einstellen lässt.

Und es gibt noch zwei Zen-Core-basierte Erweiterungen im Synth-Bereich. Mit der Model-Expansion JD-800 erhält man eine Nachbildung des beliebten Digital-Synthesizers von 1991 sowie der bislang separat erhältliche n/zyme mit seiner leistungsstarken Wavetable-Engine.

Weiterhin wurden zwei neue Flügel implementiert. Zum einen die German Concert V-Piano Expansion 01, die bisher nur für das RD-2000 Stage Piano erhältlich war und hier eine neue grafische Benutzeroberfläche erhalten hat, sowie das neu entwickelte SuperNATURAL Acoustic Piano 3 mit 15 unterschiedlichen Sounds, von hellen, dynamischen Pianos für den Live-Einsatz bis zu atmosphärischen Ambient-Klängen.

Kauf und Installation des Roland Fantom EX Upgrades

Die erste Anlaufstelle ist hier wie immer die Roland Cloud und die Installation des Roland Cloud Managers. Wir setzen voraus, dass ein Account besteht und der Fantom im System eingerichtet und via USB oder USB STICK verbunden wurde. Nach dem Kauf folgen wir den Installationshinweisen. Bei dem vorliegenden Testgerät wurde die Installation im Vorfald durch Roland durchgeführt. Grundsätzlich gilt, vorab alle Daten auf dem Fantom sichern. Die Installation läuft dann in zwei Phasen, zuerst werden die ACB-Modelle und sonstige Erweiterungen installiert und in Phase 2 die Szenen.

Die Änderungen mögen dann im ersten Schritt nicht auffallen, allerdings haben sie es in sich und werten den Fantom EX massiv auf. Für den Autor war der Roland Fantom bis dato weder Fisch noch Fleisch. Auf der einen Seite hat man ein mächtiges, wenn auch sehr komplexes Tool und auf der anderen Seite will der Hersteller ja nicht unbedingt in den Reihen der Synthesizer wildern. Nur sind die Anforderungen an den durchschnittlichen modernen Keyboarder eben doch komplexer. Auf der einen Seite soll man wohlfeile Pianos liefern können und auf der anderen Seite braucht man oft Klangteppiche, Arpeggios und so weiter. Das heißt praktisch, entweder zur Workstation, noch ein Gerät einpacken. Was dann zu den gefüllten 25 kg der Fantom hinzukommt. Oder die Segel streichen.

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Ob der Gedankengang bei Roland so war, ist nicht überliefert.

Aber trotzdem werden die mit dem Fantom EX Upgrade kommenden Bestandteile die Workstation auf. Was den Autor dann dazu veranlasste, 5 mehr komplette Tracks nur mit dem Fantom zu produzieren. Sozusagen die Nagelprobe für Roland Fantom EX Workstation. Allerdings an dieser Stelle der Hinweis, die Lernkurve beim Fantom mit oder ohne EX Upgrade ist steil.

Szenen, Single Tones des Roland Fantom EX

Die Fantom EX kennt verschiedene Arten der Bedienung, die im Rahmen eines Auftrittes oder einer Studio-Perfomance ihren Sinn haben. Nach dem Einschalten werden wir mit einer Szenenauswahl begrüsst. Was in der Roland Welt dann die oberste Metapher ist, die Szene wiederum besteht aus Single Tones, Layern, Splitzones. Welche dann mit den internen FX(IFX) oder internen Multi FX (MFX) gewürzt und abgestimmt werden können.

Sinn und Zweck der Szenen ist an dieser Stelle die Performance Orientierung. So hat man alles schnell auf einen Blick und kann die Elemente strukturiert anordnen.

Einzelne Modelle, wie oben der SH-101, lassen sich dann über Single Tone editieren. Die Darstellung erfolgt entweder in einem einfachen Modus, der die Editierung der wichtigsten Parameter erlaubt. Oder in einem der beiden Pro Modi, numerisch oder grafisch. Erlaubt ist, was gefällt, das klangliche Ergebnis ist gleich.

Diese Darstellung ist auf dem kleinen Display tatsächlich gut und dank Touchdisplay gut zu bedienen. Ebenso gut gelöst ist die Bedienung über die physischen Regler, Verzögerungen ware nicht zu bemerken und Änderungen von Werten wurden immer sofort wiedergegeben. Und die Darstellung auf dem Display entspricht der Stellung des Reglers.

Die Unterscheidung zwischen To PRO und einfacher Editierung der einzelnen Modelle ist gelungen, gerade bei so einem Monster wie dem JD-800 behält man so den Überblick und kann die einzelnen Partials strukturiert und schnell einstellen.

Auch wurde die Piano-Sektion erweitert und hat hier eine neue grafische Benutzeroberfläche erhalten sowie das neu entwickelte SuperNATURAL Acoustic Piano 3 mit 15 unterschiedlichen Sounds, von hellen, dynamischen Pianos für den Live-Einsatz, bis zu atmosphärischen Ambient-Klängen. Stilistisch deckt man damit von Dance, Rock bis Jazz einen weiten Bereich ab.

Die JD-800 Model Expansion des Roland Fantom EX

Der JD-800 wurde 1991 veröffentlicht und führte den Synthesizer mit seiner ausladenden Bedienoberfläche und einer aggressiven elektronischen Sound-Palette zurück zu seinen Ursprüngen. Dank der Kombination der originalen JD-800 Schwingungsformen mit fortschrittlichen Modeling-Technologien kann man diesen Monster-Synth nun auch auf der Fantom EX nutzen. Tatschächlich und hier werde ich persönlich, war ich extrem skeptisch ob der Schnittstelle. Die Nagelprobe war hier, einen Sound händisch vom Rechner JD-800 auf die Fantom EX zu übertragen. Natürlich heißt es hier etwas umdenken und strukturiertes Vorgehen ist mehr als ratsam. In Summe hat die Fantom-EX Version hier einen guten Job gemacht. Der zeitliche Aufwand hier hielt sich in Grenzen.

Die SH-101 Expansion des Roland Fantom EX

Die SH-101 ACB Erweiterung ist eine detailgetreue Nachbildung des berühmten Roland SH-101 aus dem Jahr 1982, einem leistungsfähigen Mono-Synthesizer, der bis heute die elektronische Musik auf der ganzen Welt beeinflusst. Für die Ohren des Autors hat Roland die Essenz des SH-101 sehr gut eingefangen. Die Bässe setzen sich sehr gut durch. Lead- und Arp-Sound machen genau das, was man erwartet. Und zudem kann man mit der Effektsektion den Mix abrunden und über Automatisierung eine Menge an Tricks herausholen, die mit dem Original nicht gingen.

Die Jupiter Expansion des Roland Fantom EX

Die erste Version des JUPITER-8 wurde 1981 veröffentlicht und gehört zu den berühmtesten und meistgesuchten polyphonen Synthesizern überhaupt. Die JUPITER-8 ACB Version für den Roland Fantom EX zu veröffentlichen, ist logisch und konsequent. Ebenso die Umsetzung. Klar muss sein, dass Roland die Grafik-Engine und Teile des Codes der ACB-Modelle an die Fantom Gebenheiten anpassen musste. Das ist sowohl numerisch, haptisch als auch grafisch editieren kann. So bleibt der Blick trotz kleinem Display aufs Wesentliche fokussiert. Gegenüber den virtuellen ACB-Versionen und dem System-8 mögen Unterschiede da sein, fallen aber nicht ins Gewicht.

Roland Fantom EX – N/ZYME und ZEN-Core

Die einzigartige ZEN-Core-Architektur basiert auf unabhängigen Synthesizer-Stimmen, „Partials“ genannt – jede davon mit einem flexiblen Oszillator, Multimode-Filter, Verstärker, zweistufigen LFOs und opulenten Effekten. Pro Sound stehen vier Partials zur Verfügung, um komplexe, dynamische und inspirierende Sounds zu erzeugen. Zudem ist ZEN-Core durch und durch polyphon und ermöglicht druckvolle Stacks sowie komplexe, sich entwickelnde Layer-Sounds. Somit sind ACB und ABM nun Teilmengen des ZEN-Core, die im Roland Fantom EX unter einem Dach vereinigt werden. N/Zyme ist nun der jüngste Spross und auch im Fantom EX Upgrade enthalten. Und verspricht jede Menge Spaß.

Die Wavetable-Oszillatoren bilden den Kern des einzigartigen n/zyme Sounds. Im Vergleich zu den klassischen Schwingungsformen, die wir kennen und lieben, setzen Wavetable-Oszillatoren auf mehrere Schwingungsformen. Als Anwender kann man zwischen den Schwingungsformen wechseln oder diese überblenden, um sowohl dramatische Umbrüche als auch sich langsam verändernde Texturen zu erzeugen. Mit der Möglichkeit, zwei Layer mit jeweils 63 Wavetables zu mischen und ihre Positionen in Echtzeit anzupassen, hatte man noch nie so viel Kontrolle über das Sounddesign. Wohlgemerkt, unter einem Dach! N/Zyme als solches ist ein recht komplexes Verfahren, eigentlich müssten wir diesem einen kompletten Workshop widmen.

Die Effekt-Sektion des Roland Fantom EX

Wenn man wie der Autor zumindest im Ansatz die wichtigsten Effektgeräte und einen Juno-106 mit Chorus sein Eigen nennt, schaut man natürlich in dieser Sektion genauer hin. Im Fantom EX Upgrade finden wir ALLE Effekte, die Zenology FX derzeit hergibt. Lediglich die Reverb-Sektion hat noch keinen eigenen Eintrag. Dafür gibt es aber Reverb-Effekte in Studioqualität, sowohl als Shimmer und Modulation-Reverb. Das es den SRV-2000 zumindest schon in der DAW unter Zenology gibt, wird er hoffentlich als separates Plugin auftauchen. Immerhin bedient Roland in der Fantom EX mit Shimmer und Modulation schon die eigene Historie der NLR (Non Linear Reverbs). Richtig gut besetzt ist die Chorus-Sektion, von CE-1 bis SDE-320 alles dabei. Ebenso der SBF-325, der meiner Meinung nach für Bass- und Lead-Synthesizer das Non-Plus-Ultra darstellt, während der SDE-320 für Pads, Brass zu bevorzugen ist. Ebenso ist der CE-1 auch die Geheimwaffe, wenn man einen Rhodes ähnlichen FM-Sound erzeugt.

In Summe sind die internen FX des Fantom EX, die Roland als studiotauglich bewirbt, genau das, was die Werbung verspricht.

Pro und Contra zum Roland Fantom EX

Die Puristen mögen dem Autor verzeihen. Aber eine Software würde den Alltag mit dem Roland Fantom EX leichter machen. Zwar ist die Bedienung einiger DAWs mit Fantom EX möglich. Aber nun möchte man im Studio oder bei der Vorbeitung eines Konzertes oder Tour den Kopf frei haben für die Set-List und Proben. Ebenso möchte ich im Studioalltag nicht erst Wochen im Handbuch schauen, um den perfekten ersten Take abzuliefern. Hier wäre es sinnvoll und wünschenswert, wenn eine Software wie GALAXIAS die Brücke schlagen würde. Nichts gegen die Editierung am Gerät. Aber manchmal hat man wenig Zeit oder Termine und will abliefern.

Der Klang der Familie – Der Sound des Roland Fantom EX Upgrades

Für das Ohr des Autors sind die Nachbildungen des JD-800, SH-101 und Jupiter-8 im Zielbereich. N/Zyme ist als solches ein Spezialfall, allerdings passt das Ergebnis zum Aufwand, ob nun mit oder ohne interne Effekte, betrachtet gegen System 1m, System-8 und Jupiter Xm und die virtuellen Entsprechungen. Immer mit der Einschränkung, dass die Prozessierung und Signalkette auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Ergebnis hat. Wer die Originale hat, mag das tendenziell anders sehen.

Zusammenfassung

Die Einarbeitung in eine Plattform wie den Fantom muss man in Kauf nehmen, für sich genommen ist die Bedienung des EX Upgrades nicht schwer. Allerdings muss man die generellen Anmerkungen zur Plattform im Kopf haben. Layer und Zonen lassen sich gut erstellen, erfordern aber Einarbeitungszeit. Das spiegelt sich dann auch in den Klangbeispielen wider. Mehr ging nicht, dazu ist der Fantom ein ansich zu komplexes Instrument/Workstation. Diese wurden dann mit Drums, Bass, Gitarre ergänzt. Synth-Sounds, Klaviere, Streicher sind dann wiederum mit dem Fantom EX eingespielt.

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Fazit

Das Roland Fantom EX Upgrade ist eine massive Aufwertung des Fantom EX. Die Piano-Modelle, der JD-800, SH-101 und Jupiter-8 sind gelungen. N/Zyme als Plattform ist komplex, aber auch wirkmächtig. In Kombination mit den Effekten erhält man ein rundes Gesamtpaket. Hier bitte immer im Kopf haben, die Einarbeitung in die Plattform Roland Fantom EX ist nötig. Und hier sollte man sich Zeit nehmen.

Plus

  • Sound
  • Effektsektion

Minus

  • Lernkurve des Roland Fantom EX sehr steil
  • Unterstützung durch einen Editor, Libarian wünschenswert.

Preis

  • 225,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
      • Profilbild
        Tastenheinrich

        @TobyB Die Lernkurve finde ich jetzt nicht ganz so steil, da gibt es schlimmere „Kisten“. Aber, gegen einen Editor hätte ich nichts einzuwenden. Nur genau da wird es, bei dem Umfang die der Fantom bietet, wahrscheinlich spannend. Wie eine Software erstellen die nicht zusätzlich unübersichtlich wird.

        Im Allgemeinen bin ich mit dem Fantom happy. Nur, 27kg durch die Gegend zu schleppen ist wirklich lästig. 😂🤘

      • Profilbild
        Kazimoto

        @TobyB Worüber? Synths werden immer komplexer und Workstations wie Fantom, Motif oder Oasys können sowas gut liefern. Warum z.B. einen abgespeckten Gaia 2 kaufen, wenn hier der n/zyme komplett vorhanden ist und dazu noch alles mögliche gelayert werden kann? Roland kann den Jupiter-X noch so schön designen, am Ende ist er kein Jupiter-8 sondern „nur“ eine weitere DSP/Software-Dose die überall drinstecken kann. Früher wurden die Dinger Worstations genannt, jetzt sind es eher Multisynthese-Instrumente, die auch analoge Komponenten enthalten können. Wenn jetzt alles ohne Internet und Nutzerbindung läuft, dann ist das noch besonders hervorzuheben.

      • Profilbild
        Kazimoto

        @TobyB Warum bist du eigentlich nicht auf Linux unterwegs? Meine Ubuntu+Ardour/Reaper-Combo läuft super und der Laptop bekommt Garuda+Bitwig. Andere schwören auf Arch und sowas wie Manjaro.
        Es läuft nicht immer alles out „of the box“ und nicht wenige werden schon bei der Installation schwierigkeiten haben aber du? Schau dir doch mal die Videos von Unfa an, der hat gute Inspirationen zu dem Thema.

  1. Profilbild
    Deichgraf

    Das EX Upgrade ist einfach TOP. Nun habe ich mehrere klassische Synthesizer, die Jahrzente geprägt haben, in einem moderen TOP Gerät – und es lässt sich einfach ALLES miteinander kombinieren und kreieren :) Der Traum eines jeden Keyboarders und Soundtüftlers.

    Doch etwas konstruktive Kritik zum Testartikel: nicht nur, dass er mit vielen Fehlern gespickt ist, auch ist der Inhalt und die Struktur in Teilen irgendwie etwas seltsam.

    Und: gerne, bringt einen Workshop zum nZyme, fände ich spannend!

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