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Test: Roland Fantom 6,7,8 Workstation 2019

19. Oktober 2019

Das Fantom ist zurück – im Intensivtest

Roland, nicht nur ein deutscher Vorname, sondern auch der Firmenname, der noch heute die Herzen von Synthesizer-Fans höher schlagen lässt. Hört man genauer hin, geht es dann um analoge Produkte wie den SH-101, Jupiter-8, Juno-6, Juno-106, Jupiter 4, MKS-80 und einige mehr. Doch auch im digitalen Bereich der Sampler und ROMpler hatte Roland einiges zu bieten: Man denke nur an den Roland S-550 Sampler mit Maus- und Monitor-Anschluss, den D-50 oder JV-1080, deren Preset-Sounds auf unzähligen Hits zu hören sind.  Doch für die Performance orientierten Keyboarder war es die Roland Fantom-Reihe – eine Workstation, die bis heute auf den Bühnen dieser Welt unterwegs ist. Dass es ausgerechnet um den Fantom in den letzten Jahren so ruhig geworden ist, während Yamaha mit dem Montage einen mächtigen Gegenspieler ins Feld geworfen und ganz nebenbei die FM-Synthese wiederentdeckt hat, war für viele Keyboarder unverständlich. Auch Jupiter-80 und -50 konnten diese Lücke nicht hinreichend schließen.

2019: Das Roland Fantom ist zurück!

2019 soll nun ein großes Jahr für Roland werden. Nach System 8, Roland Cloud und Boutique Synths kommt mit dem neuen Roland Fantom-Modell nach langer Zeit wieder eine waschechte Workstation ins Programm, die sich dem Yamaha Montage und dem Korg Kronos entgegen stellt. Drei bis auf die Tastatur identische Modelle schicken Roland ins Rennen um Bühne und Studio: 88er Hammermechanik (Fantom 8), 76 halbgewichtete (Fantom 7) oder 61 halbgewichtete Tasten. Alle Modelle mit Aftertouch. Und schon der erste Blick offenbart ein schickes farbiges Touch Display, neun Schieberegler, jede Menge Encoder, 16 beleuchtete Pads und Roland Bender sowie Pitch- und Modulations-Rad! Viele können wahrscheinlich ihr Glück gar nicht fassen: Schon der JD-XA ließ hoffen, dass die dort seit langer Zeit mal wieder installierten Spielhilfen in Form von „Rädern“ auch in andere zukünftige Produkte Einzug finden würden. Die Hoffnungen wurden erfüllt: Alle neuen Roland Synthesizer haben die beliebten Spielhilfen mit an Bord und sie sind sogar beleuchtet. Doch da viele Leser sicherlich brennend interessiert, was unter der Haube vor sich geht, fangen wir doch einfach genau da an und arbeiten uns von innen nach außen vor.Roland-Fantom

Roland Fantom: Mehr als nur ein neuer ROMpler

Der Roland Fantom bietet zwei neue Sound-Engines, die der Workstation ihre Klanggewalt verleihen: V-Piano und Zen-Core. Wenn bei V-Piano nun etwas klingelt, kommt das nicht von ungefähr, denn das ist genau die Sound-Modeling-Technologie, die Roland auch in seinem gleichnamigen Stage Piano einsetzt. Fantastische und bis ins kleinste Detail formbare Piano-Sounds sind das Ergebnis. Die zweite Säule des Fantom ist Zen-Core: Der Name ist Programm, denn nichts bringt diesen Prozessor so schnell aus der Ruhe. Er vereint ROMpler, VA-Synth, Drum-Synth und Multieffektgerät. Doch damit nicht genug: Die Sample-Pads laufen autark und sind vierstimmig polyphon und besitzen sogar eigene Effekte. Und all das kratzt gerade mal an der Oberfläche, denn hinzu kommen noch ein analoges Filter und ein Sequencer. Doch der Reihe nach …

Der Roland Fantom-7 mit Anschlüssen

Die neue alte Struktur des Fantom Sounds 2019

Die unterste Struktur eines Sounds am Roland Fantom ist ein Tone. Roland nutzt diese Nomenklatur schon viele Jahre. Ein Tone besteht aus bis zu vier Partials. Jedes Partial entspricht einem Oszillator.

Roland-Fantom-Zen Core Struktur

Die Struktur eines Fantom Tones. Quelle und Copyright: Roland Reference Guide

Als Oszillator für ein Partial stehen zur Auswahl: PCM, VA, PCM Sync, SuperSaw und Noise. Genauer gesagt 2008 PCM Samples verteilt auf 963 PCM Samples in Wave-Bank A, 257  Samples in Bank B, 520 Samples in Bank C und 268  in Bank D. Hinter VA verbergen sich neun Schwingungsformen des virtuell analogen Synthesizers SAW, SQUARE, TRIANGLE, SINE, RAMP, JUNO, TRIANGLE 2, TRIANGLE 3, SINE 2. PCM-Sync bietet 48 Sync-Waves von Rauschen bis JX-8P Pulse. SuperSAW und Noise sind genau das, was sie bezeichnen. Bei der SuperSAW klingeln bei Kennern sofort die Glocken und sie erinnern sich an das gleichnamige Gebilde aus Rolands JP-8000, bei dem mehrere gegeneinander verstimmte Sägezahnschwingungen geschichtet wurden. Welcher Techno-Hit kam ohne aus? Einen Super-Duper-Saw aus allen vier Oszillatoren  gleichzeitig mit je einer SuperSAW kann man sich auch basteln, denn hinsichtlich der Oszillatoren gibt es keine Einschränkungen. Und wer es besonders fett mag, spielt dann noch mit dem SuperSAW Detune-Parameter, mit dem die Verstimmung der einzelnen Sägezahnschwingungen innerhalb eines SuperSAW-Oszillators beeinflusst werden kann. Klingt verrückt, oder? Ist es auch.

Natürlich stehen Oszillator-Sync, Ringmodulation und zwei verschiedene Crossmodulationen zur Verfügung. Alle vier Partials durchlaufen jeweils die Sektionen Pitch, Filter und Amp, die jeweils über eine eigene ADSR-Hüllkurve verfügen. In der Pitch-Sektion gibt es neben den üblichen Parametern für Coarse-, Fine-Tuning und Envelop- Depth noch einen Random-Depth-Parameter, der für eine zufällige Verstimmung sorgt. So wird der Klang lebendig oder bei hohen Einstellungen ganz schön schräg und experimentell.

Die Digital-Filter des Synthesizers

In der Filtersektion stehen 10 Filtertypen zur Verfügung: LPF (Lowpass-Filter), HPF (Highpass-Filter), BPF (Bandpass-Filter), MG, JP, PKG (Peak-Filter), LPF2, LPF3, P5, VCF1 (Voltage Controlled Filter). Selbst im „Parameter Guide“ hält Roland sich sehr geschlossen zu den Filtertypen MG, JP, VCF1 und P5. Es wird lediglich gesagt, dass diese sich sehr gut dazu eignen, den Sound analoger Synthesizer der Vergangenheit nachzuahmen. Nennen wir die Kinder mal versuchsweise beim Namen und behaupten frech, dass MG das Moog Ladder-Filter nachahmt, während P5 den Prophet-5 als Vorbild hat, JP den Jupiter und VCF1 den Juno-106.  Filter-Envelope und auch die Amp-Sektion bieten keine großen Überraschungen.

Roland-Fantom-Filter

Die verschiedenen Filter-Typen des Roland Fantom

Modulieren bis der Arzt kommt

Überraschender wird es wieder beim Thema Modulation, denn hier geht es richtig zur Sache: Zwei LFOs pro Partial stehen zur Verfügung, darunter jeweils ein Step-LFO mit 16 Schritten. Das bedeutet pro Tone 2 x 4 = 8 LFOs und bei einer Scene mit 16 Tones 8 x 16 = 128 LFOs. Wer dann noch behauptet, der Roland Fantom klinge zu statisch, dem kann wohl auch nicht mehr geholfen werden. Als LFO-Typen finden wir neben dem bereits erwähnten Step LFO die weiteren Typen SINE, TRIANGLE, SAW UP, SAW DOWN, SQUARE, RANDOM, TRAPEZOIDAL, SAMPLE & HOLD, CHAOS WAVE, VSIN (mit zufallsbasierter Amplitude pro Zyklus). Natürlich lassen sich die LFOs zum Tempo synchronisieren. Beim Step-LFO wählen wir pro Schritt Step Length, Step Depth und Step Curve. Step Curve umfasst ganze 36 Schwingungsformen. Alle Möglichkeiten können hier gar nicht aufgezählt werden. Ich empfehle dringend, den Parameter-Guide von der Roland Website herunterzuladen und zu studieren.

Wem das zur Klangformung noch nicht reicht, darf pro Partial zu einem 3-Band-EQ greifen (Low-Shelf, parametrisches Mittenband, High-Shelf). Unter Control definieren wir pro Partial, wie sich die Spielhilfen des Keyboards auswirken. Den Abschluss bildet die Matrix-Control. Diese Modulationsmatrix erlaubt Zugriff auf so gut wie alle Parameter des Fantom. Gleich vier Controller pro Tone können eingerichtet werden. Wohl dem, der hier bei umfangreichen Scenes nicht den Überblick verliert.

Übersicht ist dann auch das Stichwort: Für diejenigen, die eine tabellarische Übersicht der Parameter bevorzugen, gibt es einen PRO-EDIT-Modus oder die vielen Regler für die wichtigsten Synthesizer-Funktionen.

Roland Fantom: Workstation mit Analog-Feeling

NORD machen es mit ihren STAGE und ELECTRO Produkten vor, wie man mit gut ausgewählten Reglern eine intuitiv zu bedienende Oberfläche für einen digitalen Synthesizer erstellt. Roland zieht nun mit und so finden wir für die Sektionen Oszillator, Filter, Envelope/Amp und Effects Regler, die uns beim Sound-Schrauben helfen sollen. Das funktioniert nach etwas Übung in Zusammenarbeit mit dem Touch-Display ganz hervorragend und ergibt auch während des Spielens von Sounds Sinn, denn so wird das Tweaken von Filter-Einstellungen oder der Amp-Hüllkurve wie bei einem analogen Synthesizer zum Vergnügen. Das Display zeigt während der Schraubaktionen eine Overlay-Grafik an, so dass man das Geschehen auch im Display verfolgen kann. Diese verschwindet nach einigen Sekunden oder nach Drücken auf Exit wieder. Gut gelöst.

Roland-Fantom-Regler

Wie bei Instrumenten von NORD verfügt auch der Fantom nun über Regler für den direkten Zugriff auf Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und Effekte

Mit Roland V-Piano

Für die Zone 1 steht die leistungsfähige V-Piano-Engine zur Verfügung. V-Piano arbeitet mit „Physical Modeling“ und ist demzufolge unbegrenzt polyphon spielbar, da nicht mit Samples gearbeitet wird. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist die Möglichkeit, wirklich jeden einzelnen Ton separat zu bearbeiten. Beim V-Piano stehen dafür Tuning, Level und Character als Parameter zur Verfügung. Alle Parameter aufzuzählen und zu beschreiben würde den Rahmen des Testberichts sprengen. Übliche Verdächtige, die man nennen sollte, sind String Resonance, Damper Resonance, Lid (Öffnungswinkel des Flügels). Keyoff-Resonance und Cabinet-Resonance bieten weitere Eingriffsmöglichkeiten. Der Piano Designer besitzt den Umfang einer guten Modeling-Software und ist damit sehr vielseitig. Somit kann jeder sein persönliches Piano-Highlight kreieren.

Drum Kit Core

Für Schlagzeug Sounds steht ebenfalls eine eigene Engine zur Verfügung, die sogar über einen eigenen Satz an Effekten verfügt (siehe unten). Auch hier stehen umfangreiche Editierungsmöglichkeiten bereit, die kaum Wünsche offen lassen.

Effekte und noch mehr Filter

Neben den üblichen globalen Effekten wie Chorus und Reverb gibt es Effekte für einen Tone (MFX mit 90 Algorithmen, Partial EQ, Drum Kit Kompressor, Drum Kit Partial EQ), Zone/Scene-Effekte (Insert-Effekt 1 und 2 mit 90 Algorithmen, Zone EQ, Chorus, Reverb, Analog Filter) und Master Effekte (Mastering Kompressor, EQ). Für den Audioeingang stehen außerdem ein Low Cut, ein Input EQ und Reverb zur Verfügung. Diese Aufteilung sorgt dafür, dass alle Tones auch nach dem Zuweisen zu einer Szene noch klingen wie vorher und es nicht zu unschönen Sprüngen im Klangbild kommt, wenn man von einem Tone zum nächsten wechselt. Die Verschaltung der Effekte ist komplex und fast immer kann zwischen einer seriellen und parallelen Schaltung gewählt werden.

Roland-Fantom-Effect Structure

Die Effekt-Struktur des Roland Fantom. Quelle & Copyright: Roland Reference Guide

Virtuell Analog Filter im Fantom 2019

Großes Aufsehen erregten Roland bereits bei der Produktankündigung mit dem „Analog Filter“. Es besteht aus zwei analogen Filterstufen plus Overdrive. Das analoge Filter kann zusätzlich zum digitalen Filter in den Signalweg eingeschleift werden. Dieses geschieht aber nicht auf der Tone-Ebene, sondern auf der Zone/Scene-Ebene. Hier wirkt es entweder auf die komplette Szene oder eine ihm zugewiesene Zone. Möglich ist es, direkt vom Zonen-Ausgang auf die analoge Filterstufe zu gehen oder zunächst in einen oder beide Insert-Effekte und dann weiter zum analogen Filter oder als letzte Möglichkeit, den gesamten Main-Bus zum Filter zu schicken. Auch der Drum Bus lässt sich so auf das Filter routen. Die jeweilige Einstellung wird dann zusammen mit der Szene gespeichert.

Da das analoge Filter leider nicht auf der Tone-Ebene operiert, ist es nicht möglich, es als Ersatz für das digitale Filter zu nutzen. Die Idee, einen schmatzenden Moog-Bass mit dem analogen Filter zu basteln, diesen dann zu speichern und in die Szenen zu kopieren, wo man ihn benötigt, muss also leider verworfen werden. Auch eine Filter-Hüllkurve wie beim digitalen Filter gibt es nicht. Hier muss dann leider immer wieder neu beim Erstellen der Szenen Hand angelegt werden.

Zum Analog-Filter selbst: Das Signal passiert zunächst die analoge Overdrive-Stufe mit den Parametern Gain und Level. Je mehr Gain, desto mehr verzerrt es. Die Filterstufe selbst bietet Low Pass 1, Low Pass 2, Low Pass 3, High Pass, Band Pass und Off zur Auswahl an. Außerdem natürlich Cutoff und Resonance.

Eine Besonderheit des Analog-Filters ist es, dass es neben einer Rückführung auf den Main-Bus auch möglich ist, das gefilterte Signal an zwei mit Analog Filter Out 1 und 2  beschrifteten Ausgängen abzugreifen. Da wir auch ein am analogen Eingang anliegendes Signal auf das Analog-Filter schicken können, ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, da das analoge Filter somit genutzt werden kann, um ausschließlich externe Signale zu bearbeiten! Da die digitale Filterstufe auf der Tone-Ebene sehr gut klingt, ist dieser Aspekt fast reizvoller als der Einsatz des Analog-Filters mit Fantom Sounds. Es gibt ja einige gute digitale Synths am Markt, die sehr gut klingen, deren Filter aber nicht resonanzfähig sind. Da der Fantom auch ein exzellenter MIDI-Controller ist, lässt sich hier bestimmt einiges anstellen – im Studio wie auch auf der Bühne.

Roland Fantom: Der Sequencer

Der Sequencer arbeitet auf der untersten Ebene mit Patterns. 16 Spuren (entsprechend den 16 Zones) und eine maximale Taktlänge von 32 Takten zeichnen ein Pattern aus. Jeder Spur können mehrere Patterns zugewiesen werden. Das muss man sich vorstellen wie das Session View in Ableton Live: Alle Patterns stehen in einer zweidimensionalen Tabelle und sind beliebig miteinander kombinierbar. Hat man eine gute Kombination gefunden, erstellt man daraus eine Group. Eine Group ist die nächste Ebene in der Hierarchie des Sequencers. Eine solche Group könnte dann zum Beispiel dem Intro, der Strophe oder dem Chorus entsprechen. Im nächsten Schritt werden die Groups zu einem Song verkettet. Innerhalb eines Songs können einzelne Groups wiederholt werden (Loop). Pattern, Groups und Songs werden mit einer Szene gespeichert. So kann es also sein, dass eine Szene lediglich Pattern enthält, eine andere hingegen einen ganzen Song. Unter dem Szenennamen zeigt der Fantom an, was die Szene außer den entsprechend zugewiesenen Tones sonst noch enthält. Den Sequencer an dieser Stelle umfassend zu beschreiben ist so gut wie unmöglich. Ich verweise hier auf die frei erhältliche Bedienungsanleitung und vor allem den Parameter Guide. Leider beherrscht der Sequencer keine Einbindung von Audio Spuren oder der Samples. Das ist sehr schade und es bleibt zu hoffen, dass ähnlich wie bei älteren Fantom Generationen diese Funktion per Update nachgereicht wird.

Roland-Fantom-Pattern

Der Sequencer des Fantom arbeitet nach dem Pattern-Prinzip. Quelle und Copyright: Roland Reference Guide

Für das Einspielen der Patterns selbst stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Step Recording, Realtime Recording und TR-Recording. Die Visualisierung des Step Recording ähnelt der Pianorolle eines Software Sequencers. Zunächst stellt man den gewünschten Notenwert ein, dann drückt man die entsprechende Taste. Das Ergebnis wird dann in der Pianorolle dargestellt. Wer nun allerdings glaubt, dass für das Editing eben genau diese Pianorolle zur Verfügung steht, wird enttäuscht. Das Editing geschieht über sehr allgemein gehaltene Befehle wie Quantize, Transpose, Change Velocity, Change Duration, Erase oder Shift Clock (Verschieben von Events). Eine einzelne Note damit zu bearbeiten, wird zum Albtraum, den man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Bitte nachbessern!

Das Realtime-Recording ist keine besondere Überraschung: Man kann mit oder ohne Click aufnehmen, bereits das Eingangssignal quantisieren, die Länge des Vorzählers bestimmen und sagen, welche Events überhaupt aufgezeichnet werden sollen (Note, Control Change, Pitch Bend, Channel Aftertouch, Polyphoner Aftertouch). Auch die Länge des Patterns lässt sich vorher bestimmen. Achtung: Die maximale Pattern-Länge von 32 Takten betrifft leider auch das Realtime-Recording.

Der neue Roland Fantom-8

Interessanter ist da schon das TR-Recording: Der Name dürfte an die berühmten Roland Drumcomputer der TR-Serie wie TR-808, TR-909, TR-606 oder TR-505 erinnern. Deren bekanntestes Feature war die Lauflichtprogrammierung. Diese existiert auch am Fantom. Einmal aktiviert, werden die 16 Tasten für die Sound-Kategorien genutzt, um darüber ein Event zu setzen. Das kann entweder bei gestopptem Sequencer oder während der Wiedergabe geschehen. Während der Wiedergabe zeigt ein grüner „Cursor“ an, bei welchem Schritt innerhalb des Rasters wir uns gerade befinden. Durch das Drücken einer der 16 Taster wird ein Event gesetzt. Zuvor sollte aber im Display oder per Tastatur die gewünschte Note ausgewählt werden sowie die Velocity. Auch das Raster und die Länge des Patterns sind einstellbar.

Das größte Manko des Sequencers ist, dass dieser leider das Pattern-Song-Prinzip konsequent durchhält und ein Ausbrechen, zum Beispiel zum Realtime-Einspielen einer kompletten Spur über die gesamte Songlänge nicht zulässt. Alles muss in Pattern unterteilt werden. Auch die mangelhaften Editing-Features machen die Arbeit mit dem Sequencer nicht zum Vergnügen. Noch gravierender ist aber, dass auch externe MIDI-Files den Beschränkungen unterworfen sind und es nicht möglich ist, ein zuvor am Rechner mit Logic, Cubase und Co erstelltes File als Ganzes in den Fantom zu laden.

Roland-Fantom-Group

Mehrere Patterns werden zu einer Gruppe zusammengefasst. Quelle & Copyright: Roland Reference Guide

Roland-Fantom-Song

Die Struktur eines Songs. Quelle und Copyright: Roland Reference Manual

Der Sampler des Fantom

Der Sampler des Roland Fantom ist komplett autark zu sehen und ist leider in die Klangerzeugung der Tones nicht mit eingebunden. Es ist also nicht möglich, eigene Samples auf der Tastatur zu spielen. Das ist sehr schade, denn die Editierfunktionen, die der Fantom zur Verfügung stellt, sind sehr umfangreich und vor allem über das Touch-Display (inklusive Schwingungsformdarstellung) auch sehr gut zu bedienen. Samples können entweder per Audio In aufgenommen werden oder als Datei importiert. Unterstützt werden WAV/AIFF-Dateien mit einer Sampling-Frequenz von 44,1, 48 und 96 kHz. Die Bitrate darf dabei 8, 16 oder 24 Bit betragen. Das Importieren von MP3-Dateien ist möglich: 44,1 oder 48 kHz und Bitraten von bis zu 320 kbps oder auch variable Bitraten werden akzeptiert. Ohne zu sehr in die Tiefe gehen zu wollen sei gesagt, dass das Zuweisen von Samples zu den Pads, das Erstellen eigener Samples über die Audioeingänge und auch der Import und das Editieren von Samples zügig von der Hand gehen. Umso trauriger ist es, dass der Sampler so wenig in die Klangerzeugung integriert ist. Hier gehen Hersteller wie Yamaha einen anderen Weg. Nichtsdestotrotz ist es nett, live über die Pads Samples abfahren zu können. Bei vier Bänken à 16 Sounds steht ausreichend Platz zur Verfügung. Importiert werden die Samples über USB-Sticks. Leider verraten weder das Manual noch die technischen Daten aus Parameter Guide oder Website die Größe des internen Sample-Speichers. Der Sampler stellt auch die einzige Möglichkeit dar, Audiofiles abzuspielen. Einen USB-Player, wie ihn die anderen Roland Synthesizer bieten, gibt es leider nicht.

Roland-Fantom-Sample Pads

Die Sample-Pads sind leider nicht anschlagdynamisch spielbar

Rhythm Patterns

Für die spontane Jamsession oder Improvisationen stehen 59 vorprogrammierte Rhythm Patterns bereit. Diese unterteilen sich jeweils in Intro, Verse 1, Fill-in 1, Verse 2, Fill-in 2 und Ending. Die einzelnen Patterns sind unterschiedlich lang (1, 2 oder 4 Takte). Abgerufen werden sie per Touch Screen, gestartet werden kann aber auch per Key-Trigger. Sie sind fest der Zone 10 zugewiesen, das vorprogrammierte Drum Set lässt sich gegen ein anderes Kit austauschen. Schade ist, dass zwar nach dem Intro Pattern automatisch zu Vers 1 gesprungen wird, nach dem Abspielen eines Fills aber nicht ebenfalls automatisch zurück.

Tastatur und Spielhilfen

Was nützen all die schönen Sounds, wenn sie nicht gespielt werden? Den Fantom gibt es mit zwei verschiedenen Tastaturen: Eine Graded Hammer Mechanik mit 88 Tasten oder ein leicht gewichtetes Modell mit 61 oder 76 Tasten. Zum Test stand der Roland Fantom 7 mit 76 leicht gewichteten Plastiktasten. Hier hat sich einiges getan: Die Tastatur ist erheblich besser als bei vergangenen Roland Keyboards. Sie ist angenehm stramm, klappert nicht und auch der Aftertouch lässt sich mit sanftem Druck auslösen und dosieren. Somit lassen sich die tollen Piano-Sounds auch auf den leichtgewichteten Tastaturen ausdrucksvoll spielen. Zu den Spielhilfen wurde schon eingangs etwas gesagt: Roland-Bender, Modulations- und Pitch-Rad stehen zur Verfügung. Außerdem drei programmierbare Tasten (Switch 1, 2 und 3), Chord Memory, Transpose (Oktave und Halbtonschritte), Arpeggio und Portamento. Hier ist Roland sich selbst größtenteils treu geblieben und große Unterschiede zu anderen Roland Instrumenten konnte ich nicht entdecken. Die 16 Pads lassen sich sehr gut spielen. Neben Samples können sie auch mit MIDI-Noten belegt werden oder die internen Sounds spielen (Pad Mode: Note Pad). Hier ist der Nutzen aber stark eingeschränkt, weil sie nicht anschlagdynamisch spielbar sind. Für das Einspielen von Drums in den Sequencer sind sie also weniger geeignet. In den Systemeinstellungen lässt sich lediglich pro Pad der Velocity-Wert einstellen, der beim Spielen ausgegeben wird. Interessanter ist es da schon, die Pads zum Ein- und Ausschalten einzelner Partials zu nutzen (Pad Mode: Partial Switch/Select) oder für Zone Mute, Zone Solo oder auch zum Aufrufen der einzelnen Rhythm-Patterns. Natürlich können sie auch die DAW steuern. Hier denke ich in erster Linie an Ableton Live, um beispielsweise im Session-View Clips aufzurufen.

Roland-Fantom-Spielhielfen

Endlich gibt es auch ein Modulations- und Pitch-Rad, natürlich zusätzlich zum Roland Bender

Das Touch-Display des Roland Fantom

Touch-Displays gehören schon seit längerer Zeit fest zu Instrumenten dazu. Auch Roland macht hier keine Ausnahme. Das grafikfähige Display verfügt über eine Diagonale von 7 Zoll und Wide VGA-Auflösung (800 x 480 Pixel). Technisch gesehen ist es ein hintergrundbeleuchtetes LCD Display. Je nach Lichteinfall und Winkel beginnt es recht leicht zu spiegeln. Auf eher schummrigen Bühnen sollte das kein Problem sein. Im Test zuhause mit Lichteinfall aus einem nahen Fenster war es je nach Tageszeit schon etwas kritischer. Die Bedienelemente ganz am Rand des Displays reagieren nicht immer sofort auf Berührung mit dem Finger. Eine leichte Verbesserung ließ sich mit einem Tablet-Stift erzielen.

Roland-Fantom-Touch_Display

Das Touch-Display des Fantom ist ein LC-Display, das leider je nach Lichteinfall zum Spiegeln neigt.

Fader und Regler

Das wohl herausragendste Merkmal des Fantom sind die vielen Fader und Regler. Wie schon beim Jupiter-80 besitzt jeder Fader eine eigene LED-Kette mit acht Segmenten und jeder Regler einen 15-segmentigen LED-Kranz. Diese zeigen die jeweils gespeicherten Werte unabhängig von der Position der Regler und Fader an. Eine Besonderheit ist, dass sich die Auflösung der Drehregler in Abhängigkeit der Drehgeschwindigkeit ändert: Langsames Drehen resultiert in einer feinen Auflösung, während das schnelle Drehen eine gröbere Auflösung zur Folge hat. Der genaue Wert wird beim Bewegen im Display innerhalb eines Overlay-Windows dargestellt. Zwischen jedem Fader und Regler befindet sich ein beleuchteter Button, der die betreffende Zone ein- oder ausschaltet. Leuchtet er nicht, ist die Zone nicht aktiv. Leuchtet der Button rot, arbeitet die Zone mit der integrierten Klangerzeugung. Leuchtet der Button hingegen grün, ist die Zone einem externen Klangerzeuger zugewiesen. Um aus einer Zone eine MIDI-Zone zu machen, muss beim Aktivieren der Zone der Shift Button gedrückt gehalten werden. Ohne Shift Button wechselt der Status immer nur zwischen ausgeschaltet und dem Einschalten der internen Klangerzeugung. Die kleineren beleuchteten Buttons oberhalb der Regler sind für das Selektieren der Zone zuständig, um deren Parameter zu editieren. Es stehen für die 16 Zonen zwei Gruppen à 8 Zonen zur Verfügung, schaltbar über den Zone Button. Diese acht Zone Buttons entsprechen in ihrer Funktion den Select Buttons eines digitalen Mischpults. Bevor eine Zone editiert werden kann, muss sie hier selektiert werden. Interessant: Sobald die Zone selektiert ist, kann der ihr zugewiesene Sound gespielt werden, unabhängig davon, ob die Zone selbst aktiviert ist oder nicht. So wird nicht nur gewährleistet, dass man immer hört, was man editiert, sondern es ergeben sich auch weitere kreative Möglichkeiten: Da  nur Zone 1 ein V-Piano zugewiesen werden kann, könnte zum Beispiel jede selbst erstellte Szene ein solches enthalten, unabhängig davon, ob es benötigt wird oder nicht. Benötige ich es nicht, weil es sich zum Beispiel um eine Szene mit  Bläser-, Orgel- oder Pad-Tones handelt, bleibt Zone 1 per default deaktiviert. Sollte nun spontan ein Piano benötigt werden, aktiviere ich einfach Zone 1 per Zone Select und kann es sofort und ohne Szenenwechsel spielen. Der Clou: Die restlichen Sounds werden in diesem Moment stummgeschaltet und es erklingt tatsächlich nur das Piano. So lassen sich bereits innerhalb einer einzelnen Szene-Klangwechsel schnell vornehmen.

Roland-Fantom-Fader

Performance Hit: Scene-Chains

Ein Feature, um das ich sofort den Roland Fantom beneidet habe, sind die Scene-Chains. Innerhalb einer sogenannten Chain lassen sich Scenes in der Reihenfolge, in der sie während der Performance eines Songs benötigt werden, hintereinander legen. Sie können dann per Bedienelement, Touch Display oder Fußschalter weitergeschaltet werden. Bis zu 100 Chains lassen sich abspeichern, die jeweils aus bis zu 32 Seiten à 16 Scenes bestehen können. Ich glaube kaum, dass jemals so viele Scenes pro Song benötigt werden. Eine tolle Sache für die Live-Performance!

Motional Pad des Roland Synthesizers

Das Motional Pad ist eine Art virtueller Joystick, mit dem sich zwischen vier Zones überblenden lässt. Im Prinzip kann man sich das Vorstellen wie die Joysticks von Vector Synthesizern wie dem SY35 oder dem Joystick des Kawai K1. Ganz so aufregend wie es klingt, ist es aber nicht. Im Prinzip findet nur eine Simple Überblendung von einer Zone zur nächsten statt. Da sich das Ergebnis auch nicht aufzeichnen lässt wie bei den meisten Vector Synthesizern, ist der Nutzen relativ gering.

MIDI Fernsteuerung

Natürlich lassen sich alle Regler auch als MIDI-Controller nutzen. Während sie im Normalfall für Lautstärke und Panorama zuständig sind, lassen sich per Assign 1 und Assign 2 Buttons zwei komplett unabhängige Bänke für die MIDI-Steuerung erstellen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Roland Anpassungen für Logic und MainStage zur Verfügung stellt und sogar die Parameter der Smart Plug-ins auf das Touch-Display spiegelt. Komfortabler geht es kaum. So können externe Klangerzeuger viel besser als zuvor eingebunden und verwaltet werden. Angezeigt werden im Fall von Mainstage auch die Setlist und die Patch-Namen. Über das Touch Display lassen sich die einzelnen Patches komfortabel aufrufen. Der Blick oder Griff zum Laptop wird unnötig und dieser kann/darf aus dem Blickfeld des Keyboarders verschwinden. Interne und externe Sounds lassen sich in einer Scene miteinander mischen und schon nach kurzer Zeit ist vergessen, die Sounds eigentlich aus welcher Klangerzeugung stammen.

Best of both worlds: MIDI und CV/GATE

Neben den üblichen MIDI-Anschlüssen (In, Out 1, Out 2/Thru) gibt es weitere Optionen, externe Klangerzeuger mit dem Roland Fantom zu steuern. Hätte man noch vor 10 Jahren einen CV/GATE-Anschluss als noch antiquierter als MIDI bezeichnet, ist dieser heute wieder angesagter denn je. Das Analog-Revival hat uns wieder in das Vor-MIDI-Zeitalter transportiert und Converter von MIDI zu CV/GATE oder gar USB zu CV/GATE sind gefragter denn je. Der Fantom besitzt deshalb zusätzlich zu MIDI gleich zwei CV/GATE Anschlüsse, so dass der Einbindung alter wie neuer analoger Schätze nichts im Wege steht. Zusätzlich verfügt der Fantom über einen To Host-USB Anschluss, einen Anschluss für einen USB Stick sowie drei USB-Anschlüsse, die mit „External USB Device“ beschriftet sind. Die Bedienungsanleitung schweigt sich über deren genaue Funktion leider aus. Meine Vermutung, dass diese alternativ zu den MIDI-Anschlüssen verwendet werden können, um zum Beispiel Geräte mit USB-Anschluss wie iPad oder andere Tablets einzubinden, konnte ich im Test nicht bestätigen. Vielleicht dienen diese auch dem direkten Anschluss weiterer Controller oder eines Master Keyboards mit USB. Eine gezielte Auswahl in den MIDI-Einstellungen des Fantom konnte jedenfalls nicht vorgenommen werden. Vielleicht erschließt sich deren Funktion auch erst mit einem späteren Update.

Roland-Fantom-Anschlüsse

MIDI Trio, mehrere Controlleranschlüsse und die analogen Eingänge

Analoge Audioein- und Ausgänge

Wie schon beim Jupiter-80 gibt es den Main-Ausgang im XLR- und Klinkenformat. Zusätzlich freuen wir uns über vier weitere Klinkenausgänge (Sub 1 links/rechts und Sub 2 links/rechts). Außerdem dürfen wir auch den Analog-Filter-Ausgang (links/rechts) zu den Ausgängen zählen. In der Summe gibt es also reichlich Möglichkeiten, den Sound des Roland Fantom an die Audio-Umwelt weiterzuleiten.

Für das Sampling oder die Verarbeitung mit dem analogen Filter stehen zwei Audioeingänge für XLR/Klinke (Combo-Buchsen) zur Verfügung. Über kleine Trim-Potis neben den Buchsen lassen diese sich getrennt im Gain regeln.

Roland-Fantom-Anschlüsse

Symmetrische Ausgänge im XLR-Format, vier Sub-Ausgänge (Klinke), CV/Gate Anschlüsse, mehrere USB-Anschlüsse – die Ausstattung auf der Rückseite ist beeindruckend

Digitale Audioein- und Ausgänge

Gestrichen wurde leider der digitale Ausgang, der beim Jupiter-80 noch vorhanden war. Da jedoch S/PDIF- und AES/EBU-Anschlüsse in der Audiowelt eine immer untergeordnetere Rolle spielen, werden viele Anwender den digitalen Ausgang nicht vermissen. Dies fällt insbesondere auch deshalb weniger ins Gewicht, weil der Fantom nicht nur Audiosignale per USB empfangen kann, sondern auch senden. Insofern gelangt das Signal auch ohne dedizierten Digitalausgang verlustfrei per USB in den Computer. Die per USB empfangenen Audioströme können über einen eigenen Fader in der Lautstärke geregelt werden.

Volle Workstation-Kontrolle

Damit die Hände für das Spielen frei bleiben, können Fußschalter und Pedale angeschlossen werden. Vier Controller-Eingänge stehen dafür auf der Rückseite zur Verfügung, deren Zuweisung in den Systemeinstellungen vorgenommen wird und im Zusammenspiel mit den umfangreichen Modulationsmöglichkeiten für lebendiges Spiel sorgen.

Der Sound der Workstation

Und wie klingt das Instrument jetzt? Roland bleibt sich hinsichtlich der Klangerzeugung in weiten Bereichen Treu. Die PCM-Samples waren schon bei den vergangenen Instrumenten sehr gut und die Synthese-Möglichkeiten bieten bis auf die stark verbesserte LFO-Sektion und die neue Effekt-Struktur kaum Neuigkeiten. Wie schon der Jupiter-50/80, die FA-Workstations oder auch die Integra-Synths klingt der Roland Fantom sehr gut. Er hebt sich von den anderen Instrumenten vor allem durch die neue V-Piano Engine ab sowie durch die Tatsache, dass bis zu 16 Tones ohne Einbußen in Sachen Effekten geschichtet werden können. Durch die vielen Modulationsmöglichkeiten kann man aufwändige Soundgebilde erstellen, wenn man denn möchte. Dies ist auch die große Stärke des Roland Fantom. Die beiden bis zur Selbstoszillation reichenden analogen und digitalen Filter sind eine Bereicherung und laden durch die dedizierten Bedienelemente zum Schrauben ein.

Im direkten Vergleich des Fantom zu meinem Jupiter-80 fällt aber eine Sache auf: Die SuperArticulation Voices des Jupiter-80 sind erheblich besser programmiert und viel expressiver zu spielen als die meisten Natursounds des Roland Fantom. Nicht, dass die Sound Engine des Fantom das nicht hergeben würde. Es fehlt an gut programmierten Presets. Während am Jupiter-80 zum Beispiel bei den meisten Naturinstrumenten per Switch 1, Switch 2, Aftertouch und Velocity zwischen verschiedenen Artikulationen umgeschaltet wird (vor allem bei Blechbläsern, Streichern, Holzbläsern usw.), übernimmt beim Fantom bei allen von mir gespielten Sounds Switch 2 die Funktion des Haltepedals und Switch 1 steuert den LFO mit meistens viel zu drastischen Werten. Es eiert dann einfach unschön herum. Manchmal steuert das Modulationsrad die Cutoff-Frequenz, das war es aber auch schon. Selbst bei Aftertouch und Velocity war man oft sehr einfallslos, zum Beispiel bei den Gitarren. Auch fehlt es so manchem Preset im direkten Vergleich zum Jupiter-80 an Druck. Das fällt vor allem bei den Synthesizer-Bässen auf. Für ein Michael Jackson Tribute-Projekt habe ich am Jupiter-80 viele Registrations programmiert, die ich nun am Fantom versucht habe, nachzubauen. Tatsächlich besitzen viele Tones sogar ähnliche Namen, so dass das auffinden passender Sounds kein so großes Problem ist. Im direkten Vergleich wackeln beim Jupiter-80 insbesondere bei Moog-ähnlichen Bässen die Wände, während sich der Fantom vergleichsweise zahm verhält. Hier muss dann erst mit den Zone/Scene-Effekten und den EQs nachgeholfen werden, damit es so richtig schiebt. Im 1:1-Vergleich sind einfach viele Tones und Live Sets am Jupiter-80 besser programmiert. Obwohl der Jupiter-80 auf der Tone-Ebene nur drei Partials statt vier besitzt, einige Filter-Typen weniger und auch weniger Modulationsmöglichkeiten auf der LFO-Ebene (zwei LFOs pro Partial, aber keinen Step LFO), sind seine Möglichkeiten von den Programmierern besser genutzt worden. Zurückstecken muss der Jupiter-80 natürlich aufgrund der nur vier gleichzeitig spielbaren Live Sets. Allerdings kann auch hier jedes Live-Set bereits aus vier Tones bestehen, so dass sich auch am Jupiter-80 gewaltige Klangwelten zaubern lassen, wenn man denn will. Im Vorteil ist der Fantom mit seinen mächtigeren Prozessoren allerdings was die Stimmenzahl angeht und die Effekte. Auch hinsichtlich der Pianos ist der Fantom einen Schritt weiter.

Obwohl schon der Jupiter-80 weitgehende Möglichkeiten des Eingriffs ermöglicht, setzt der Fantom hier noch einmal neue Maßstäbe. Sehr gut gefallen hat mir auch die Sektion FX, in der unter der Rubrik „Pulsating“ die Sound-Programmierer zeigen, was sich mit den vielfältigen Modulationsmöglichkeiten und dem Step LFO alles anstellen lässt. Im Prinzip lassen sich in allen Kategorien gute Sounds finden, die Suche danach ist allerdings sehr mühselig. Eine Favoriten-Funktion wie sie schon der Juno-Gi besaß, wäre sehr hilfreich. Es bleibt allerdings die Möglichkeit, sich die besten Tones einfach auf die User-Speicherplätze zu kopieren, um sie dann bei Bedarf schneller wiederzufinden.

Nicht so wirklich sinnvoll erscheinen mir Gimmicks wie das Motional Pad. Hier sind Funktionen wie der Tone Blender beim Jupiter-80 oder der schön leuchtende Motion Knob bei Yamaha erheblich vielseitiger einsetzbar. Vielleicht mag Roland diesbezüglich mit einem Update noch etwas nachrüsten, um diesen flexibler zu machen. Eine weitere Sache, die mir beim Durchforsten der Tones aufgefallen ist: Es gibt anders als beim Jupiter-80 keine Zugriegelfunktion für die Orgel-Sounds. Schade, denn durch die vielen Fader wäre sie doch hier endlich vernünftig einsetzbar gewesen. Beim Jupiter-80 muss man sich diesbezüglich mit dem Touch-Display herum quälen. Stattdessen kommen Samples zum Einsatz. Das eigentlich sehr gut klingende Jon Lord Preset nutzt anstelle des Rotary-Effekts ein zweites Sample, das per Modulationsrad oder Switch 1 aktiviert wird. Das klingt wenig authentisch. Hier hätte ich eine deutliche Steigerung erwartet.

Bei den Bläser-Samples fehlen verschiedene Artikulationen, wie zum Beispiel „Falls“. Es ist mir im Testzeitraum gelungen, diese mit dem Step-LFO nachzubilden. Aber komfortabel ist das nicht und klingt auch nicht ganz so realistisch. Gleiches gilt für die übrigen Samples von Naturinstrumenten.

Die Stärken des neuen Roland Fantom liegen definitiv bei den Piano-Sounds sowie bei allen synthetischen Sounds. Hier kann die Zen Core-Technologie ihre Stärken ausspielen und es sind beeindruckende Klanggebilde möglich. Leider ist diese Entwicklung bei vielen Herstellern zu beobachten: Schwerpunkt bei synthetischen Sounds. Persönlich finde ich diese Entwicklung etwas bedauerlich, da gerade die Super-Articulation-Voices in Sachen Naturinstrumente einen wirklichen Fortschritt darstellten.

Der Roland Fantom on YouTube

News: Update V1.10 – das Pflicht-Update für alle User

Kaum ist der Test abgeschlossen und online, schießt Roland das erste große Update für den neuen Fantom hinterher. Einige der oben genannten Kritikpunkte werden nach Aussage von Roland damit bereits beseitigt. Dazu zählen vor allem die bemängelten Editierfunktionen im Sequencer-Bereich des Fantom. Nach der Installation von Version 1.10 ist es möglich, Events im Pianorollen-Editor nicht nur zu löschen, sondern auch zu setzen und zu bearbeiten. Für viele Anwender, die sich auf den Sequencer des Fantom gefreut haben, dürfte das die Nachricht des Tages sein.

Roland_Fantom

Nach dem Update auf V1.10 besitzt die Pianorolle die schmerzlich vermissten Editier-Funktionen für MIDI-Events

Neu ist auch eine Such- und Bewertungsfunktion, um beliebte Sounds schnell wiederzufinden. Das wird den Alltag mit dem Fantom stark vereinfachen, insbesondere auch, weil es nun Zugriff auf 16 virtuelle Erweiterungsschächte gibt, die mit Expansion Packs, die Roland auf der Axial-Internetseite zur Verfügung stellt, gefüllt werden können. Derzeit sind sechs Expansion Packs online und können für begrenzte Zeit kostenlos heruntergeladen werden. Insgesamt wurden 15 Expansion Packs angekündigt.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf den Sampler, dessen Samples sich nur über die Pads spielen und nicht in den Sequencer einbinden ließen. Roland hat auch hier nachgebessert und die Samples lassen sich nun über den Sequencer triggern.

Weitere Funktionen betreffen die Sample Bearbeitung (z. B. Normalize) und einige System-Parameter (z. B. ein Noise Suppressor für das analoge Filter). Eine Übersicht liefert das Fantom V1.10 Supplementary Manual, das auf der Roland-Internetseite heruntergeladen werden kann.

Das Update klingt vielversprechend und lässt hoffen, dass Roland in Zukunft den Fantom weiter mit neuen Funktionen versorgt.

Fazit

Der neue Fantom bringt neuen Schwung in die Roland Keyboard-Landschaft, ohne jedoch zu drastisch am Konzept zu rütteln. Insbesondere für die Bühne bietet Fantom einige tolle Features wie Szenen mit 16 Zonen, viele Controller für interne wie externe Sounds, ein gutes USB-Interface, viele Einzelausgänge, extern zugängliches analoges Filter, Scene-Chains zum schnellen Umschalten von Scenes innerhalb eines Songs und auch die Sample Pads zum Einfliegen von Effekten oder Loops sind eine willkommene Funktion des neuen Fantom. Die Pianos der V-Piano Engine klingen erstklassig und durch die mannigfaltigen LFO-Möglichkeiten kommen gerade Synthesizer Fans voll auf ihre Kosten. Wer häufig Naturinstrumente wie Streicher, Blechblas- oder Holzblasinstrumente benötigt, wird die verschiedenen Artikulationen vermissen, wie sie beispielsweise der Jupiter-80 oder auch die anderen Synths mit Super Articulation Voices bieten. Manche Dinge wie zum Beispiel die Editierfunktionen des Sequenzers sind noch rudimentär und werden hoffentlich mit einem zukünftigen Update angepasst. Hier gibt es gerade in Bezug auf das Ausnutzen des Touch Displays noch Luft nach oben. Anschlussseitig bleiben kaum Wünsche offen und vor allem die Besitzer analoger Synthies mit CV/Gate-Anschlüssen werden sich freuen, dass eine Einbindung ohne Investition in teures Zusatzequipment problemlos möglich ist. Auch die tollen Filter werden viele Freunde finden. Hinsichtlich der Preset-Sounds könnte Roland noch etwas nachbessern, um noch mehr die vielen Möglichkeiten des Fantom zu präsentieren. Schließlich sind es in der Regel die Presets, die Kunden beim Test des Instruments im Musikgeschäft nutzen. Für einen ersten Hörtest empfehlen sich deshalb die Demo-Songs, die unter den Scenes mit „Song“ markiert sind, da sie einen guten Eindruck von den Möglichkeiten verschaffen, die sich nach dem Studium der vielen Features bieten. Zur Bewertung sei gesagt, dass neue Instrumente immer etwas reifen müssen. Das gilt auch für den Verkaufspreis, der nicht selten innerhalb eines Jahres deutlich sinkt. Er ist beim Fantom recht hoch angesetzt und übertrifft sogar noch den Yamaha Montage 7. Der Fantom ist definitiv gekommen, um zu bleiben und es darf deshalb zu Recht erwartet werden, dass das Instrument entsprechend gepflegt wird und schon bald mit ersten Updates zu rechnen ist. Bis dahin bleibt es aufgrund des Gesamteindrucks bei einem „gut“.

 

Plus

  • Verarbeitung
  • verbesserte Tastatur
  • analoges Feeling durch viele dedizierte Regler
  • Soundmöglichkeiten
  • umfangreiche LFO-Sektion
  • Modulationsmatrix
  • Effekte
  • bis zu 16 Zonen gleichzeitig spielbar
  • V-Piano Engine
  • vielfältige Anschlussmöglichkeiten

Minus

  • Presets teils lieblos programmiert
  • Motional-Pad
  • Sequencer
  • lange Boot-Dauer
  • kein direktes Abspielen kompletter MIDI-Files oder Audio-Files vom USB-Stick
  • hoher Preis

Preis

  • 3699,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Danke für den Bericht, auch wenn ich wenig damit anfangen kann ;-) Einen Vergleich hätte ich eher mit dem Integra-7 erwartet, als mit dem Jupiter 80. Im Integra-7 werkelt eine ‚Entwicklung der SuperNATURAL- und Behavior Modeling-Technologie‘. Ist davon nichts im neuen Fantom zu finden, sieht man vom V-Piano einmal ab.

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      musikreaktor

      Der Jupiter-80 bietet ebenfalls SuperNatural und Behavior Modeling-Technologie. Und der Jupiter-80 drückt ordentlich. Auch finde ich die J-80-Tastatur bereits sehr gelungen. Aber ich will keine Lanze für den J-80 brechen, da gibt es in den Foren bereits pro und contra genug. Hier geht es ja um den Fantom.

      Ich finde den Vergleich passend, hätte mir aber eher noch Vergleiche zur letzten Fantom FA-Reihe gewünscht. Schön zu sehen, dass Roland vom shiny Plastik-Look abrückt und wieder sehr solide baut.

      Die Sequenzer-Einschränkungen stören mich nicht so sehr, da eher die DAW genutzt wird. Keine anschlagdynamischen Pads ist aber schon ein Rückschritt. Im meinem Fantom G sind die Pads zwar schwergängig, aber immerhin noch anschlagdynamisch. Sehr schade auch, dass Samples nicht in die Klangerzeugung integriert werden können, vielleicht ja mal mit einem Update. Aber alles in allem trotzdem ein tolles Instrument.

      Von den (Werbe-)YTs war ich doch schon fast angefixt, finde aber den Test ehrlich und die Kritikpunkte sehr schön genannt, so dass ich mit einem Kauf noch abwarte. Leider findet es im Test bezüglich der Spielhilfen keine Erwähnung, dass der D-Beam weggefallen ist.

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        Markus Galla  RED

        Ja, der D-Beam…..hier scheiden sich die Geister. Habe ihn in zwei Roland-Produkten und nur einmal tatsächlich genutzt. Da fand ich den Verzicht, da es nun Modulations- und Pitch-Rad gibt, nicht so tragisch.

  2. Profilbild
    Kingfisher  

    Die neue Tastatur der 6/7er Modelle ist mit das beste was ich jemals unter den Finger hatte. Ich habe den 7er seit ein paar Wochen und bin immer noch begeistert.
    Ein paar Sounds sind noch Überarbeitungswürdig, insbesondere die Gitarren Sounds, die sind bis auf ein paar wenigen Ausnahmen bestenfalls durchschnittlich.
    Das Editieren innerhalb der Pianoroll wäre für mich ein nicetohave aber nicht zwingend notwenig, die Einbindung in Logic macht das eigentlich überflüssig. Für die schnelle Entwicklung von Ideen, ist der Sequenzer mehr als ausreichend und laut Roland auch nur dafür gedacht.
    Irgendwo in www habe ich aufgeschnappt dass für Anfang nächstes Jahr ein inhaltlicher Patch geplant ist. Und das zeigt wohl, dass das Instrument ein klein wenig zu früh released wurde. Aber Weihnachten ist ein bevorzugtes Datum zum releasen von neuen Dingen.

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    Soundreverend  

    Vielen Dank für Deinen Testbericht! Der Jupiter 80 ist von 2011, Integra von 2012… Können die immer noch mithalten mit dem neuen Fantom? Insbesondere auch die Synth Klänge aber auch das Piano, Rhodes? Ich würde erwarten, dass es da klare Verbesserungen gibt, falls das überhaupt möglich ist. Und bzgl. Tastatur: Für mich ist die JP80 immer noch das Nonplusultra, sind die Fantom Tastaturen tatsächlich noch besser?

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    Beatzone

    Vielen Dank für den Test, einzig den Vergleich, Pro und Contras zu Mitbewerbern dieser Preisklasse hab‘ ich ein wenig vermisst. Ich selbst besitze keinen dieser Universalisten. Ganz zweifellos ein tolles Instrument mit sehr guter Tastatur, dass sich verstärkt der unmittelbaren Spielfreude widmen und die Kreativität nicht behindern möchte. Ich mag Roland sehr. Komplex, ja, und reifen muss es auch, selbstverständlich, aber trotzdem muss es dem derzeitigen Preis und der derzeitigen Konkurrenz gerecht werden und beurteilt wird vorrangig, was da ist und nicht, was eventuell irgendwie zukünftig irgendwann hinzugefügt wird, denn den Workstation-Gedanken sehe ich jetzt 2019 (noch) nicht verwirklicht, wenn man darunter ein autarkes Instrument versteht, das intuitiv zu bedienen ist und einem Freiheiten beim Sampler und Sequencer lässt, sich sein Instrument entsprechend seinen eigenen Bedürfnissen zu formen. Dass die Artikulationen der Naturinstrumente im Vergleich mit jenen des Jupiter-80 aus gleichem Haus hinterherhinken, wird sich sicherlich ändern, wäre allerdings schon eine Selbstverständlichkeit, wenn ich eine Workstation dieses Formats auf den Markt bringe. In diesem Zusammenhang lobe ich mir die kleineren Mitbewerber, die oft ungezwungener und innovativer agieren und den strategischen Aspekten der Produktpolitik zu Gunsten der Musik weniger Raum geben.

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      Markus Galla  RED

      Ein Vergleich zum Montage wäre interessant, aber dafür muss man den vor der Nase haben. Von rein klinischen Feature-Vergleichen ohne das Instrument tatsächlich hier stehen zu haben, halte ich nichts. Ich hätte auch geschworen, dass aufgrund der Festures mein Jupiter 80 klar unterlegen ist. Im direkten Vergleich aber relativiert sich das schnell, weil der Juliter 80 einfach schon richtig Alarm macht. Eine stark unterschätzte Maschine. Ich bin gespannt auf den neuen Jupiter. Die Fantom Tastatur ist aber wirklich besser. Doch das ist immer auch subjektiv geprägt.

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        Beatzone

        Sie haben vollkommen recht, zumal sich die Leistungsfähigkeit dieser Instrumente erst nach intensiver Beschäftigung damit und nicht von einem Tag auf den anderen offenbart. Persönliche Befindlichkeiten sind sehr wichtig, aber genau diese vereiteln dieses Unterfangen vielleicht vorschnell, Hin- und Aufgabe sind gefragt. Es gibt für mich Instrumente, die haben grottenschlechte Tastaturen, an sich ein persönliches no-go und dennoch ziehen die mich zu sich hin und ich vergess‘ auf die Tastatur. Weil Sie den Montage erwähnen – ausgezeichnete Produktpflege seitens Yamaha. Und auch der Kronos, dem ich persönlich eigentlich die Bezeichnung Workstation zubillige, umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, wie lang es den schon gibt. Jupiter 80, ja, für mich toller Sound!, umso gespannter bin ich auf den Nachfolger!!!!

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          Beatzone

          Ergänzung: Und genau das ist jetzt mein Problem mit dieser legendären Marke Roland. Ich mag Instrumente, die von ihrer Grundkonzeption die Offenheit bieten für zukünftige Entwicklungen in dieser zugegebenermaßen schnelllebigen Branche und die ich länger haben kann ohne dass es in relativ kurzer Zeit schon wieder 3 Nachfolgemodelle gibt. Ich trenn‘ mich nur schwer von vertrauten Instrumenten. Ich hab‘ keinen Jupiter 80, obwohl das eigentlich ein super Instrument ist, aber so lang ist der auch noch nicht auf dem Markt und jetzt gibt‘ s schon einen Nachfolger, geht‘ s noch? Für mich ein Zeichen, dass es da an der Grundkonzeption des Gerätes und auch der Firma hapert.

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            Soundreverend  

            Hi! Der Jupiter 80 ist von 2010 und wurde glaube ich 2017 eingestellt. Von daher ist das meiner Meinung nach mit einem Nachfolger schon ok.

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              Beatzone

              Vielen Dank für die Aufklärung! Ich hätte gedacht, der ist erst später erschienen. In dieser Hinsicht ist das wohl richtig. Na dann, lasst uns den Kerl bewundern, den kleinen Bruder haben sie ja schon vorausgeschickt.

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              Markus Galla  RED

              Genau. Es gab später ein großes Update, da wurde er als V2 vermarktet. Seit 2017 ist zu Unrecht Stillstand. Zumindest die Apps hätte man weiterentwickeln können. Das ist sehr schade. Ich hätte mir nur noch ein letztes Update gewünscht, das für die vier Sektionen freie Splits and Layers ermöglicht. Aber: Es gehen auch Sachen, die beim Fantom nicht so leicht möglich sind: Stichwort Solo-Sektion und Solo-Modus 1 und 2. Mal eben für ein Solo ein monofones Instrument in die Soli-Sektion laden und mit den Top-Notes in einer Hand erklingen lassen, währen die restlichen Finger und die zweite Hand mit anderen Sounds dazu eine Begleitung spielen – ohne Split!

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                Beatzone

                Ich kann das nachempfinden!!! Der große Unterschied zu den akustischen Vertretern, die wecken gar nicht solche Begehrlichkeiten, frei nach dem Motto: Nimm‘ mi, wie i bin, willst a Update, dann stimm‘ mi, wüst mehr raushol‘ n aus mir, lern bessa spün‘, du wüst a Posaune aus mir moch‘ n, vagiss des!“

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    Spartakus  

    Ich hatte den Jupiter 80 im Musikgeschäft angetestet und fand die Tastatur im Vergleich zum Clavia Nord schlechter. Wenn jetzt die Tastatur in den neuen Fantom Modellen verbessert worden ist, wird diese Feature bestimmt auch im zukünftigen Jupiter 80 integriert.

  6. Profilbild
    vssmnn  

    Ernsthaft jetzt, man kann keine Samples auf der Tastatur spielen?
    Das wäre ja schon vor 10 Jahren ein krasser Fauxpas gewesen.
    Montage und PC4 können das doch auch, letzterer kostet ca. die Hälfte.

  7. Profilbild
    TZTH  

    analoges Filter ohne Hüllkurve … wow. Roland scheint ein echtes Problem mit analog zu haben. Dann lasst es doch einfach weg.

    • Profilbild
      Joerg  

      Ja, so seh ich das auch
      Wenn ich die Daten und den Test hier lese, dann glänzt das Teil mit dem, was es NICHT kann.
      Da muss schon der Sound was ganz Besonderes sein, bevor ich den gierigen Blick derzeit vom Montage abwende und bereit wäre, noch mehr Kohle auszugeben.
      Aber ich werde mir den Fantom mal in Ruhe anhören.

      • Profilbild
        Beatzone

        Ja, aber der Montage war, als er ausgeliefert wurde, auch nicht auf dem heutigen Stand, aber ich finde auch, super Produktpflege, aber gleichzeitig auch eine dem Preis und dem Markt entsprechende angemessene Notwendigkeit.

  8. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Als Synthesizer macht der Fantom einen sehr guten Eindruck, aber der Sequencer und die Sample-Sektion sind noch sehr verbesserungswürdig. Ich will Samples auf der Tastatur spielen und nicht auf Pads rumklopfen. Und selbst mein alter Pocket-Sequencer Yamaha QY10 bot neben den 4 Backing-Tracks noch 4 weitere, die auch Aufnahmen über die komplette Song-Länge erlaubten. Da würde ich doch lieber auf den Jupiter X warten, der zwar kein V-Piano hat, dafür aber die ganze Kapazität des ZEN-Prozessors auf nur 4 Synthies und einen Drum-Part sowie Effekte anwenden kann. Zudem dürfte er wohl auch einen Tausender weniger kosten…

  9. Profilbild
    microbug  

    Zu den USB Host Ports:
    dort kann man derzeit ausschließlich classcompliant USB MIDI Geräte anschließen, sogar Interfaces werden genomen, ein iPad auch, aber nicht geladen, ist also auf Limit programmiert – so ein Unsinn.
    Schaltet man eine Zone auf EXT und wählt USB als Port aus, ist auch Ausgabe möglich, die geht dann aber auf alle 3 Ports, die offensichtlich an einem internen Hub hängen.
    Es gibt leider auch keinerlei Eingangsfilter für diese Ports, es wird alles genommen, was an Kanaälen gesendet wird. BeatStep Pro und ein Roland A-880 Pro zB lassen sich prima betreiben, das A-880 pro muß allerdings auf Generic stehen.

    Schmankerl am Rande: Am USB Memoryport kann man eine USB Computertastatur anschließen und damit sich die Eingaben erleichtern, man sollte nur die Cursortasten nicht außerhalb der Texteingabemodi benutzen, das gibt sehr unvorhergesehene Ergebnisse.

    Was auch nirgends erwähnt wird, aber wie bei den Vorgängern und dem Juno G geht: Der Audioeingang läßt sich auch ohne Sampling für ein externes Gerät nutzen und mit Effekten versehen. So hab ich mein Model D über die Tastatur steuern und intern verhallen können.

    Ich vermisse im Test die Besprechung der Keyboard switch groups, ein an sich geniales Feature: damit kann man sich Kombinationen aktiver Zonen abspeichern und auf Pads legen, Ed Diaz hat dazu gerade ein Video gedreht.

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Stimmt, erwähnt habe ich die analogen Eingänge nur in Verbindung mit dem analogen Filter, welches sich dann wieder auf die Effekte routen lässt.

      Die Switch Groups sind nicht explizit mit drin, weil irgendwo ein Schlussstrich gezogen werden musste und in fünf Tagen Testzeitraum nicht jedes Feature in allen Einzelheiten getestet werden kann. Deshalb wurden die anderen möglichen Funktionen der Pads nur in einem Satz erwähnt und nicht im Detail darauf eingegangen. Die Scene Chains fand ich da interessanter, aber so legt jeder selbst seinen Schwerpunkt und es ist gut, wenn später jeder das Instrument und seine Funktionen so nutzt, wie es zum eigenen Workflow passt. Übrigens sind die undokumentierten Funktionen der USB-Ports interessant: Mir ist es nämlich trotz aller Versuche nicht gelungen, mein 2017er iPad Pro daran zum Laufen zu bekommen oder gar mit einem anderen Keyboard per USB zu kommunizieren. Schade, dass Roland diesbezüglich so wenig informiert. So nach und nach tröpfeln die Infos in Form von Videos rein, aber es geht nichts über ein anständiges Handbuch.

  10. Profilbild
    Saxifraga  

    Das Problem mit Roland? Halb fertig auf den Markt bringen und dann nach kurzer Zeit fast fertig fallen lassen. Ich bleibe bei meinem G6 u. M3. Man braucht eh einen PC/Mac und da kann man dann auch gleich Logic oder Bitwig oder whatever nehmen.
    Und das Roland Multi-Sampling mit guter Projektverwaltung hinbekommen glaube ich nicht. Beim Fantom G haben sie dabei ja auch versagt. Man kann keine MS-Patches zw. zwei Projekten kopieren. Alles muß man per Hand machen. Und hat der Fantom überhaupt genug Speicher? Ist er nachrüstbar? Kann man SSD anschließen?
    Eine gute Library braucht etliche GB und der F678 hat nur 1,7GB laut Scott Tibbs und das erfährt man auch nur im Video. Im Datenblatt steht nix. Ich glaube Workstations haben sich überlebt.

  11. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Achtung, das erste Update ist da! V1.10 fügt einige der fehlenden MIDI Bearbeitungsfunktionen hinzu (für die Pianorolle) und gestattet es, virtuelle Erweiterungskarten mit Sounds zu installieren. Die ersten fünf Erweiterungspacks sind derzeit noch kostenlos erhältlich. Der Sample Player kann zudem nun von einem Pattern angesteuert werden.

    Es lohnt sich in jedem Fall, das Update zu installieren.

  12. Profilbild
    Len73

    Hallo,
    Ich besitze ein Jupiter 80 sowie ein Montage7.

    Meine Frage : wenn ich dazu ein Fantom6 kaufe, macht das wohl noch Sinn oder ist es völlig überflüssig ?

    Meinungen würden mich höchst interessieren.

    Beste Grüsse,

    Len

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Ich wüsste nicht, wo die Vorteile liegen. Der Montage bietet einen Top-Sound und mit dem jüngsten Update bleiben doch kaum Wünsche übrig. Der JP80 klingt richtig gut und hat den typischen Roland Sound. Wenn schon Ergänzung aus dem Roland Universum, dann Jupiter Xm. Der ist günstig, liefert tolle Sounds (er hat ja auch die Sounds des JV5050-Expanders) und ist schön klein, so dass er sich entweder als drittes Keyboard ergänzen lässt oder man auch mal nur mit Montage und Jupiter Xm losziehen kann.

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        Len73

        Besten Dank für den Feedback !

        Jupiter X/Xm wäre eine schöne Erweiterung.

        Lohnt sich das Warten auf die X version oder sollte ich besser mit dem Xm losgehen ?

    • Profilbild
      Beatzone

      Eine wie mir scheint wichtige Frage: Taugen dir deine Instrumente? Wenn das so ist, denke ich, hättest du Zeit, die Updates beim Fantom abzuwarten und müsstest Dich nicht vorschnell zu einem Kauf entscheiden, der dann, gar nicht unwahrscheinlich, auf eine entweder – oder – Entscheidung hinauslaufen könnte, weil da erscheint mir Vieles doppelt gemoppelt. Abhängig natürlich von deinen finanziellen Möglichkeiten und persönlichen Erwartungen und Vorlieben, Musik zu machen, aber vielleicht taugt Dir auch was „Spezielleres“? Das ist ja alles Geschmacksache, aber meines Erachtens gäbe es hier viele Möglichkeiten, wie du 4/m Euro abwechslungsreicher, vielleicht auch analog? oder sonst wie investieren könntest.

      • Profilbild
        Len73

        Interessante Fragen ! Das was „Spezielleres“ gefällt mir gut.

        Novation Summit scheint höchst interessant zu sein…
        Moog Subsequent 37 würde mich auch interesserien.

        Es gibt so viele ausgezeichnete Produkte auf dem Markt, dass die Auswahl kompliziert wird!

        Ich suche ein Produkt mit einer einfache Bedienung auf jeden Fall !

        Ratschläge und Ideen sind willkommen.

        • Profilbild
          Beatzone

          Novation Summit kenne ich leider noch nicht. Moog Subsequent ist für mich innen und außen schön, (da gibt es von Cory Henry eine Interpretation von Purple Rain, die ich toll finde). Weil du einfache Bedienung erwähnt hast, würde ich mir auch den Korg Minilogue XD ansehen. ( 4-stimmige Polyphonie). Den gäbe es, glaub ich, auch als Modulvariante.

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