Test: Yamaha Montage 2.0, Version 2018, Synthesizer

13. Juni 2018

Version 2.0 = Super-Montage?

Yamaha Montage 2.0

Yamaha Montage 2.0

Hält der Yamaha Montage 2.0, was 1.0 versprochen hatte?

Seit knapp zwei Jahren ist der Yamaha Montage lieferbar, das neue Flaggschiff erobert sich seitdem Stück für Stück seinen Platz in der Musikerwelt. Der Produkt-Launch seinerzeit geriet etwas holprig, denn nicht nur die Erstauslieferung ließ länger auf sich warten als zunächst angekündigt. Auch die ersten Gehversuche in der echten Welt kamen nicht so recht in die Gänge, nach etwas vollmundigen Werbetexten waren die ersten Anspiel-Reports seitens der Keyboarder nicht wirklich Feuer und Flamme versprühend, sondern eher ein bisschen ernüchternd. Hatte Yamaha zuviel versprochen? Oder spielt die Konkurrenz auf derart hohem Level, dass selbst ein erfolgsgewohnter Branchenprimus die Ziellinie knapp verfehlt?

Ein wenig schien es so, zumindest während der Testphase hier bei AMAZONA.de. Wir hatten einen ausführlichen Testbericht als Zweiteiler veröffentlicht, begleitet von über 70 Audio-Tracks und darin zwar in vielen Details gelobt, aber auch nicht mit Kritik gespart. Lesen Sie hier und hier einfach noch mal nach. Und welche Figur er im Vergleich mit den beiden Mitbewerbern Korg Kronos und Kurzweil Forte 7 macht, das haben wir hier für Sie ermittelt.

Yamaha Montage 2.0 a

Yamaha Montage 2.0

Yamaha Montage 2.0 Update Prozedere

Obwohl also ein rundum tolles Instrument, so gab es neben Licht nun mal Schatten. Einige Zeit später gab es Gelegenheit für zwei Yamaha Montage Workshops, die finden Sie hier und hier. Dabei fiel mir auf, dass Yamaha nahezu in aller Stille einen nach dem anderen Firmware-OS-Update nachgeschoben hat. Die Version 1.60 lag mir dann vor und ich probierte das Update-Prozedere kurzerhand umgehend am lebenden Objekt. Zu meiner angenehmen Überraschung verlief das völlig problemlos via Download von der Yamaha Website und folgendem Datentransfer per USB-Stick. Derart umstandslos und auf Anhieb fehlerfrei installiert kenne ich das nicht von allen Herstellern! Diese Updates hatten dem Montage bereits in verschiedenen Ebenen von neuen Performances, weitere Effekttypen, Super Knob Link Function bis verbessertes Timing bei Programmumschaltung durchaus auf die Sprünge geholfen und man konnte bereits da Yamaha attestieren, hier eine völlig angenehme und kontinuierliche Produktpflege an den Tag zu legen. Und auch, das völlig unspektakulär einfach zu machen. Doch das sollte wohl noch nicht alles gewesen sein, denn zur NAMM Show im Januar 2018 wurde das OS 2.0 angekündigt. Und genau das sehen wir uns nun genauer an.

Zunächst ist für die 2.0 das Datenpaket von der Yamaha Download-Seite runterzuladen, es handelt sich dabei um 135,5 MB. Diese werden auf einen zuvor im Yamaha Montage formatierten USB-Stick geschoben. Ab in seinen USB-Slot und los geht der Update-Prozess. Nach wenigen Minuten ist der ganze Zauber vorbei und es kann losgehen auf die Jagd nach den Neuheiten.

Yamaha Montage 2.0

Was ist neu am Yamaha Montage 2.0?

Im Yamaha Montage 2.0 gibt es zunächst 99 nagelneue Performances, einige davon hören Sie in der Playlist unten. Klingt ganz ordentlich, nicht wahr? Die sind seitens der Soundmacher absichtlich ökonomisch programmiert und funktionieren bereits mit vergleichsweise wenigen Elementen, hier. Neue Sounds alleine machen aber noch kein OS 2.0, denn neben dem eigenen Datenformat ermöglicht Yamaha nun auch den Import bereits existierender Motif XS und XF Performances. Ein schöner Service, besonders für Yamaha Motif Besitzer, die ohne große Umstände von diesem auf den neuen Montage wechseln wollen. Mit Test-Files habe ich das durchexerziert, klappt! Eine zusätzliche Kompatibilität mit wenigstens einem weit verbreiteten Sample-Format bleibt immer noch außen vor. Schade, denn zumindest einen Standard wie Soundfont halte ich nahezu für obligatorisches Pflichtprogramm.

Yamaha Montage 2.0

Die gute Nachricht: Gegenüber dem Vorgänger gibt es im Yamaha Montage 2.0 verbesserte Technik wie Pure Analog Circuit Output und Motion Control Synthesis poliert die alten Motif-Sounds nach dem Import, zumindest kam mir das so vor. Das gilt prinzipiell auch für die FM-Sounds, die mittels Free-FM-Converter online ins Montage-Format gebracht werden können, ein weiterer kostenloser Service. Zwar gibt es unter DX-Puristen die Auffassung, dass gerade die Unzulänglichkeiten der ersten FM-Generation den gewissen klanglichen Charme verursachen und alle folgenden Verbesserungen zwar für mehr Brillanz und weniger Artefakte sorgen, aber den ursprünglichen intensiven Charakter etwas verwässern. Ob man dieses spezielle Vintage-Feeling mit dem Montage per Nacharbeit irgendwie clonen kann, muss man mal an anderer Stelle genauer untersuchen. Tipp: Es gibt Tausende DX-Sounds im Internet, größtenteils sogar zum kostenlosen Download. Sich durch diesen Klangberg zu schaffen, ist Sisyphusarbeit, was sich manche Leute bereits angetan und daraus Essenzen gebildet haben. Diese findet man als Best-of-Collection oder ähnlichen Überschriften. Hier werden Sie mit einigen dutzend oder wenigen hundert Sounds bedient, die das Beste aus den 80ern und 90ern liefern. Diese wiederum können zumindest als Arbeitsgrundlage herhalten, um damit verbesserte Versionen oder auch völlig neue FM-Sounds zu erstellen. Da die grundsätzliche Bedienstruktur von FM-X sehr clever und gleichzeitig vergleichsweise einfach zu durchschauen ist, ist das sicherlich eine große Hilfe, insbesondere für FM-Neueinsteiger.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    falkland

    Coole Klangbeispiele. Mal ein Einsatz von Motion Control & co. der tatsächlich das Potential zeigt.

  2. Profilbild
    Tolayon  

    Auf jeden Fall ein paar sinnvolle Verbesserungen, aber da ist immer noch Luft nach oben.
    Vor allem vermisse ich die schon beim SY-77/ -99 gegebene Möglichkeit, Samples in die FM-Synthese einzubinden (oder ist das mit dem aktuellen Update beim Montage auch jetzt schon möglich?)

    Des Weiteren würde ich mir noch eine Erweiterung des Sequenzers auf halbwegs Motif-Niveau wünschen, aber das wird beim Montage wohl nie und nimmer passieren (eher kommt noch die von mir oben angesprochene Funktion).

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