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Test: Korg Kronos 2015, Music Workstation

21. Mai 2015

Facelifting für KORGs KRONOS

Da sich der KORG KRONOS 2015 vom Korg Kronos X nur in einigen, wenigen Punkten unterscheidet, gilt dieser Test nicht nur für die neue Variante mit den Holzseitenteilen, sondern auch noch für die KRONOS X Varianten.

Im Anschluss an diesen Testbericht finden Sie zahlreiche weitere Tests und Informationen zum Korg Kronos. Den Test-Zweiteiler zum Korg Kronos von Klaus-Peter Rausch möchten wir aber nochmals hervorheben, da er trotz Updates, immer noch Gültigkeit besitzt und sich sehr detailliert mit allen Komponenten des Korg Kronos auseinandersetzt. Als Kaufentscheidungs-Hilfe ist dieser Zweiteiler daher sehr zu empfehlen:

Neuerungen zum Ur-Korg Kronos

sind eine neue Drag-Funktion des Touch-Screens sowie ein größerer Display-Zeichensatz.

Die Drag-Funktion erlaubt das Verändern von Parametern wie bei einem iPad. Finger drauf, nach oben oder unten rutschen – und schon steigt oder sind der Wert. So flüssig wie bei einem iPad funktioniert es zwar nicht, aber mit etwas Einarbeitung klappt es dann doch.

Im Display gibt es nun auch eine Audio-Level-Anzeige für Oszillatoren, Timbres, Effekte und für die Mischung von Spuren. Programs lassen sich nun auch direkt in den Combinations editieren.

Zum Großteil lassen sich die meisten der neuen Features übriigens auch in die alten Kronos packen. Dazu einfach nur den alten Kronos auf das neue Betriebssystem 3.02 aktualisieren.

Gehen wir also nun ins Detail und sehen uns den Testbericht des Vorgängers Kronos X an, der nach wie vor Gültigkeit hat:

Der neue Korg KRONOS im Detail

Korg hat 2011 mit dem Kronos der Workstation-Konkurrenz von Yamaha und Roland eine mächtige Aufgabe vor die Füße gelegt. 9 verschiedene Klangsynthesen bzw. Klangerzeuger sind im Kronos vereint und erweitern insbesondere qualitativ die Klangpalette enorm. Eine wirkliche Antwort darauf (im Sinne eines adäquaten Produktes) haben beide Firmenkonkurrenten bis heute nicht gefunden. Dabei ist das Kronos-Konzept selbst nur ein aufgewärmtes Oasys-Konzept im neuen Hardware-Mantel. Korg hat sich vom anhaltenden Schönheitsschlaf der Konkurrenz nicht beeindrucken lassen und nun mit dem Korg Kronos 2015 abermals ein Software-Update für alle Kronos Workstation und ein Hardware-Update im Form eines gelungenen Facelifts gegönnt.

Das rote X des Göttervaters

Der Kornos X unterscheidet sich vom normalen Kronos durch die Vergrößerung der internen SSD von 30 GB auf 62 GB und dem voll ausgebautem RAM-Speicher, der von 2 GB auf 3 GB vergrößert wurde. Optional lässt sich der normale Kronos X ebenfalls aufrüsten und wird sogar von einigen Händlern mit dieser Vollausstattung angeboten. Der Sinn in diesem Hardware-Upgrade besteht hauptsächlich beim Gebrauch von zusätzlichen Sample-Librarys, die Korg selbst oder der deutsche Hersteller Karo Sound für den Kronos seit Anfang 2012 anbieten, oder beim eigenen Erstellen und Verwalten von Sample-Librarys. Wer mit der Sample-Grundausstattung des Kronos zufrieden ist und nicht vor hat seinen Kronos mit einer großen Zahl an eigenen Samples zu füttern, kann ruhig beim normalen Kronos bleiben bzw. braucht sich nicht das Hardware-Upgrade zu kaufen, das aus einem Kronos einen Kronos X macht.

Mein Testgerät von Korg hatte 3 GB RAM, und alle zur Zeit lieferbaren Sample-Librarys von Korg und Karo waren darauf freigeschaltet. Nach dem Booten der internen Samples und des OS blieben davon 2 GB RAM für meine Sample-Kreationen bzw. gekaufte Sample-Librarys übrig. Im Kronos X waren, nachdem ich ihn persönlich eingerichtet hatte, immer die drei kompletten String-Librarys (EXs50 Karo Symphonic Library, EXs51 Karo Unison Orchestra, EXs52 Karo Chamber Strings) und die drei kompletten Filmmusik-Librarys (EXs53 Scores & Textures, EXs54 Granular Atmospheres, EXs55 Movie Collection) jeweils von Karo Sound zusammen mit der normalen Sample-Library vom Kronos immer anspielbereit im RAM geladen. Damit hatte ich, ohne jetzt schon meinen Test der Sample-Librarys vorweg zunehmen, eine exzellente Filmmusik-Soundlibrary im Kronos ständig griffbereit. Danach blieben ca. 700 MB RAM für weitere Daten übrig. Diese mehrere Gigabyte großen Sample-Librarys werden beim Booten zu einem Teil in das RAM geladen und die anderen Daten werden entsprechend von der SSD gestreamt.

Für Streaming findet sich im Global-Modus ein Tab, unter dem alle verfügbaren Librarys aufgeführt werden (niemals aber die selbst erstellten Samples). Hier lässt sich nun auswählen, ob und wie Librarys geladen werden sollen. Zur Auswahl steht hier „Virtual Memory“ (womit Streaming gemeint ist) sowie RAM.

Was genau bedeutet nun Streaming? Statt alle gewünschten Samples in den RAM-Speicher zu laden, wird von jedem Sample nur der Anfang des Samples in das RAM geladen. Danach greift die Klangerzeugung das Sample direkt von der Festplatte ab. In der Theorie lassen sich dadurch deutlich größere Sample-Banken live benutzen, als eigentlich RAM-Speicher zur Verfügung steht.

Aber auch „Streaming“ benötigt RAM. Reicht das RAM für das Streaming nicht aus, reagiert der KRONOS nach dem Booten mit einer Fehlermeldung.

Im Großen und Ganzen steckt hinter dem doch eher unscheinbaren Hardware-Upgrade des Kronos X ein enormes Potential, das bei Gebrauch die Möglichkeiten dieser Workstation um ein Vielfaches vergrößert.

Die softe Seite des Kronos

Seit dem Test des Kronos vor 2 Jahren hat Korg der Workstation einige neuen Funktionen beschert:

1. Es wurden 7 weitere Programm-User-Bänke (User-AA bis User-GG) implementiert. Wenn man gleichzeitig die INT- und User-Taster der Programm-Bänke betätigt, wird die jeweilige Bank aufgerufen. Der Bedarf an Speicherplätzen steigt mit der Anzahl der gekauften Sample-Librarys, und so ist man über jede zusätzliche Bank sehr froh.

2. Der Kronos unterstützt jetzt die MIDI-Controller nano-PAD und padCONTROL. Einfach an den USB-Anschluss des Kronos angeschlossen und die Pads lassen sich wie beim Oasys oder M3 für Chords oder Schlagzeug-Klänge benutzen – microKEY und nanoKEY werden so zur Zweittastatur.

3. Mittels eines USB-Ethernet-Adapters kann auch eine schnelle Verbindung zwischen dem Kronos und einem Computer hergestellt werden. Progamm-Daten und Samples können so ausgetauscht und auf einem Computer archiviert werden.

4. User-Sample-Bänke können nun angelegt werden. Korg unterscheidet zwischen dem Sampling-Modus, indem Samples aufgenommen und editiert werden können, und den User-Sample-Bänken, die es erlauben, eigene Bänke anzulegen und mit anderen Kronos-Nutzern auszutauschen. Die User-Sample-Bänke verhalten sich wie die gekauften Sample-Bänke und können gemeinsam mit den Programm- und Combination-Bänken gespeichert werden. Samples, die in einer Sample-Bank gespeichert wurden, können immer wieder im Sampling-Modus editiert werden. Diese User-Sample-Bänke sind wirklich eine sehr gute Idee von Korg, die damit eine Art Sample-Library-Markt eröffnen, wie es seit vielen Jahren schon von Software-Samplern wie NIs Kontakt her bekannt ist.

5. Der Kronos hat wie heutzutage üblich auch einen MIDI-Editor und einen Plug-in Editor, die beide identisch sind, bekommen. Was sich Korg aber dabei gedacht hat, weiß ich wirklich nicht. Als ich den MIDI-Editor das erste Mal geöffnet habe, war ich regelrecht erschrocken. Korg hat das Bedienungskonzept des Kronos über das 8″ TFT Display per Reiter fast eins zu eins auf den Computerbildschirm übertragen. Wurden die Spezifikationen und das Design dieses MIDI-Editors zu den seligen Zeiten des Korg Trinity im Jahre 1995 festgelegt oder warum erinnert er mich so an vergangene Tage? Das Editieren am Kronos selbst geht gut von der Hand und hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, aber das Editieren am Computer mit einer Maus verlangt ein völlig anderes Bedienungskonzept. Warum kann ich den AL1 nicht komplett über ein Fenster bedienen, sondern muss mich durch die einzelnen Reiter quälen? Lädt ein ansprechendes Design nicht viel mehr zum Interagieren ein? Würde der Kronos nicht an Wert gewinnen, wenn der gesamte Sequencer-Bereich sich wie eine handelsübliche DAW bedienen und editieren lässt – mit 16 MIDI- und 16 Audiospuren?

Im Editor habe ich außerdem eine Library-Verwaltung vermisst, mit der ich Sounds nach Belieben in eine Zwischenablage legen und von dort aus neue Soundbänke erstellen kann.

Der Editor scheint nach dem Motto gebaut: Gib der Konkurrenz eine Chance. Denn Roland und Yamaha haben zumindest in diesem Bereich mit ihren iPad-Editoren die Nase vorn, auch wenn diese lange nicht perfekt sind.

Der Plug-in Editor ist aus gleichem Holze geschnitzt. Leider gibt es ihn nur in einer 32Bit-Variante. Alle, die ausschließlich ihre DAW in 64-Bit betreiben, gehen leer aus oder müssen sich mit Konvertierungskrücken wie jBridge herumschlagen.

Der Kronos X wird ab Werk mit diesen neuen Funktionen der System Version 2.0 ausgeliefert, die selbstverständlich für alle Kronos-Modelle zur Verfügung steht und installiert werden kann.

Kleine Anmerkungen zum Schluss

Beim letzten Test des Kronos vor zwei Jahren haben sich einige Amazona Leser über die Lüftergeräusche und über die Verarbeitung der Tastatur beschwert. Ja, der Lüfter ist leise zu hören, während der Kronos in Betrieb ist. Mich stört es im Studiobetrieb nicht, und er wird auch nicht bei Volllast lauter. Ich höre ihn wirklich nur, wenn alles still ist und keine Musik spielt, aber das ist bei Studiomonitoren auch nicht anders.

Die RH3-Tastatur mit Hammermechanik hat während der langen Testphase keine Schwächen gezeigt. Im Gegenteil! Sie ist ein absolut genialer Kompromiss zwischen spielerischen Bedürfnissen von unterschiedlichen Instrumenten. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, auf dieser Tastatur Piano-Solos genauso selbstverständlich zu spielen wie Synth-Phrasen.

Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle nun die beiden ausführlichen Testberichte von Klaus-Peter Rausch, deren Inhalte nach wie vor Gültigkeit haben. Die Links finden Sie gleich hier im Anhang.

Fazit

Eine geniale Workstation wurde mit Hardware-Upgrades und Software-Updates aufgemöbelt. Diese Verbesserungen zeigen sich aus meiner Sicht hauptsächlich im täglichen Gebrauch des Gerätes und wenn man es auch wirklich ausnutzt. Gerade für den professionellen Bereich sind sie existenziell und wertvoll. Der Kronos 2015 bietet die Hardware-Grundlage, um mit eigenen oder gekauften Sample-Librarys in für eine Workstation bisher unbekannte Gigabyte-Welten vorzudringen.

Da das Betriebssystem auch abwärtskompatibel ist, lohnt sich ein Umstieg für Kronos X Besitzer meines Erachtens nicht. Neueinsteiger werden sich aber über die gelungene Designvariante freuen und die größere SSD-Platte.

Abstriche muss ich ganz klar bei dem hakeligen MIDI- und Plug-in-Editor machen. Und für einen Kronos-Nutzer ist es auch nicht einsehbar, warum der wesentlich preiswertere Krome aus selbem Haus eine bessere Bedienung des Sequencer-Bereichs verpasst bekommen hat – auch wenn ich persönlich weiß, dass man schlecht Hard- und Software-Äpfel mit Hard- und Software-Birnen vergleich kann.

Plus

  • Wenige, aber sinnvolle Ergänzungen in der Version 2015
  • Nach wie vor ungeschlagen bei der Soundvielfalt gegenüber anderen Workstations

Minus

  • MIDI- und Plug-in-Editor könnte besser sein
  • Für heutige Maßstäbe etwas kleiner RAM-Speicher

Preis

  • Kronos X (61 Tasten): 3.926,- € UVP - ca. 3.299,- € Straßenpreis
  • Kronos X (73 Tasten): 4.402,- € UVP - ca. 3.699,- € Straßenpreis
  • Kronos X (88 Tasten): 4.759,- € UVP - ca. 3.999,- € Straßenpreis
Forum
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    Saxifraga  

    Der Kronos ist sicher ein toll klingendes Instrument und mich verbindet noch immer eine Haß-Liebe damit.
    Es ist und bleibt aber eine sehr umständlich zu bedienende proprietäre Lösung ohne Zukunft, welche auch noch viel zu teuer für die Leistung ist. Das „neue“ OS ist nachwievor ein aufgepepptes Yrelikt von 1995. Es wurde nur auf ein Linux draufgepflanscht und mit Streaming versehen. Übrigens sind ALLE libraries die man kauft an dieses eine Gerät gebunden. Eine Anbindung ans Internet zur Verwaltung von Sounds und gekauften Produkten wie beim Modulus 001/008 sucht man vergebens. Korg vermarktet hier ein rückständiges Produkt als „modern“. Dabei kann man Samples nicht mal über Wlan laden geschweige denn komfortabel verwalten.
    Das Motherboard ist auch das billigste was Korg finden konnte und wird noch nichtmal mit seinen features genutzt. Ich kann nur den Kopf schütteln wenn Leute das Geld hierfür und nicht einen Controler wie den K4/5 ausgeben und einen schnellen Mac Laptop mit Bitwig.
    Habe ich schon erwähnt das der Kronos Sequencer immer noch nicht kann was mein M3, wenn auch langsam, schon kann!?

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      k.rausch  RED

      Nicht nur das Sample Handling ist zu kritisieren, auch die interne Presets Verwaltung. Ebenso die unstimmige Controller Assignment Organisation, was auch für KARMA gilt. Und die Parameterauflösung ist nicht immer linear, was bei bestimmten Details keine Feinheiten erlaubt (Hüllkurven). Die Damper Pedal Funktion wird bei Combi Wechsel nicht immer unmittelbar übernommen, sondern muss einmal aktiviert werden. Was den ansonsten ja sehr gelungenen Sound Transition Effekt etwas schmälert. Auch meine Liste der Kritikpunkte ist lang, was aber die Freude am Instrument nach jetzt fast 4 Jahren täglicher Praxis nicht wirklich schmälert. Einen Vergleich mit meinen Computersystemen muss ich dabei nicht bemühen. Übrigens: Die ID Bindung der Sample Librarys an das Instrument betrifft nur die Produkte, die via Korg Shop gekauft sind. 3rd Party Librarys dagegen sind Personenlizenzen und können übertragen werden.

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    Viertelnote  AHU

    Hallo Peter,

    du kennst das Gerät ja aus dem FF weil du
    unmittelbaren Bezug hast. Ich sehe den Kronos als Ganzes, unabhängig davon ob jetzt veraltete Technik drinn steckt oder nicht.
    Und immer noch scheint der Kronos das beste Preis/Leistungsverhältnis zu bieten.
    Vergleiche mit einem PC verliert er gnadenlos, weil ihm viele Punkte verwehrt bleiben(Aufrüsten, schneller machen, mal eben bessere Grafikkarte usw.)

    Mir sagt aber einfach der Klang nicht zu, viele Sounds sind mir zu „echt“ gerade bei den Naturinstrumenten, irgendwie viel zu aufgeplustert. Kann aber auch sein, dass ich diesen Klang so authentisch noch nicht wahrgenommen habe und deshalb meine Hörgewohnheit mich da bremst.

    Der Kronos wird wohl noch eine Weile das Arbeitstier schlechthin bleiben.
    Am Sequenzer müsste man aber nochmal ran. Pianoroll implementieren, Computermaus integrieren?
    Welche Ergänzungssounds bietet der Kronos eigentlich in Sachen Chor/Vocals und D-50 Klänge?

    mfG

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    changeling  AHU

    7 zusätzliche User Libriaries ist ja der Hammer! Warum wird das nicht wie beim 10 Jahre alten Alesis Fusion gelöst? Der hat diesbezüglich überhaupt keine Begrenzung.

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      k.rausch  RED

      Neu ist nur das Berlin Grand sowie eine KAPro Sample Library, die einige Samples verschiedener bereits existierender KAPro Librarys enthält. Aber die bisherigen Presets wurden überarbeitet und um weitere neue ergänzt. Die Speicherorganisation scheint sich vom Fusion leider deutlich zu unterscheiden. Während der zwar ebenfalls Script referenziert arbeitet, kann man aber munter einfach neue Sound und Sample Daten dazuladen, der findet das automatisch immer und hat vor allem unbegrenzte Anzahl an Soundbänken, die sich per Shortcut unmittelbar erreichen lassen. Vorbildliches System und den Machern kann ich auch heute noch ein klares Kompliment dafür aussprechen. Beim Kronos ist es auch ein Skript, aber scheinbar begrenzt auf ein limitiertes Bank System. Man hat es lediglich geschafft, noch eine weitere User Bank U-AA bis U-GG draufzupacken. Ist nicht wirklich ein besonderer Gewinn. Da hilft nur der Umweg über PCG Tools und eigene Aufschreibungen, was ich handschriftlich in einer Kladde erledige. Schade, die Korgies hätten sich so manches beim Fusion abgucken können.

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    tantris  

    Mag sein, dass der Kronos die heutigen Möglichkeiten in Bezug auf Hardware / Software nicht voll ausnutzt. Aber wie sieht es bei der Konkurrenz aus?

    Die Neuerungen des Motif z.B. beschränken sich auf die Gehäusefarbe und die Verdoppelung des ROMs auf 741 MB. Jeder 08/15 USB-Stick verfügt über mehr Speicherkapazität. Die Entwickler des Kronos dagegen haben eine SSD mit 62 GB eingebaut. Allein das zeigt, dass Yamaha kein Interesse an einer echten Weiterentwicklung hat, und der Motif wohl bald zu den Oldtimern seiner Klasse zählen wird.

    In der Vergangenheit wurden reine Softwarewarelösungen zur Sounderzeugung abgelehnt. In einer Workstation sitzt aber auch nur ein Computer, der (meistens) Samples abspielt bzw. emuliert.

    Ich entscheide mich deshalb für die Verwendung von Cubase, Plugins, einem Audiointerface und Masterkeyboard. Die Frage nach dem passenden Sequenzer wäre damit auch beantwortet, auch die Frage der Erweiterbarkeit. Das Abspielen von gesampelten Natursounds ist auch kein Problem.

    Ich ziehe diese Lösung vor. Vor allem, wenn ich Studios von Musiker sehe, deren Wände mit etlichen Etagen von Keyboards zugestellt sind. Diese Geräte werden nur noch als Trophäen hergezeigt, als dass sie wirkliche Verwendung fänden.

    Und genau das gilt irgendwann auch für den Motif oder den Kronos.

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    Viertelnote  AHU

    also ich setze noch ganz gerne Hardware ein.
    Es kommt tatsächlich auf die Arbeitsweise an.
    Hardware wird nie überflüssig werden, aber das ist wieder das leidliche Thema.
    Aber ich stimme zu, dass heutzutage vieles im rechner stattfinden kann, auch die Klangerzeugung, Emulationen so sie gut gemacht sind, sind schon verdammt nah drann, auch wenn das letzte Prozent „Eigenleben“ fehlt. Am rechner kann vieles alternativ genutzt werden, aber keinesfalls ersetzt. Aber freuen wir uns doch, noch nie war es bequemer, so drücke ich mich mls aus, Musik zu machen weil man eben auf alles direkten Zugriff hat per Plugins usw. Zurück nochmal zum Kronos. Ich finde den Kronos als Gesamtpaket unangefochten, nur eben sagt mir der Klang nicht zu. Aber das Zeug zum Rundumsorglospaket hat er definitiv. Yamaha schläft derzeit ganz schon fest und tief, eben weil der Motif angesprochen wurde. Ich denke alle Hersteller haben ihre guten Konzepte irgendwo in der Schublade, aber manche schiessen halt am „Ziel“ vorbei.

    mfG

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    orpheus2006

    Das Alleinstellungsmerkmal der KORG Workstations ist sicherlich die KARMA Funktion. KARMA ist bis heute die beste Umsetzung eines computergestützten Generators für harmonisch klingende Musikphrasen, abwechslungsreiche Rhythmen und Effekt-Automatisierung inklusive eines halbwegs durchdachten Bedienkonzeptes. Ob dies für jeden Musiker zu guten Ergebnissen führt, ist eine andere Sache. Aber technologisch gibt es in diesem Feld keine andere Entwicklung, die innovativer wäre. Leider muss man sagen, dass KARMA seit Erscheinen der OASYS nicht weiterentwickelt wurde. KORG hatte sich offensichtlich nicht für eine weitere Zusammenarbeit mit Stephen Kay und der Weiterentwicklung der Technologie interessiert. Folglich ist nahezu die gleiche KARMA-Engine in allen KORG Workstations integriert worden (OASYS, M3, KRONOS).
    Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Nutzer von Korg Workstations von einem Innovationsstau sprechen.
    Sounds gibt es wie Sand am Meer, und die Möglichkeiten der Klangauswahl und -synthese waren schon bei der OASYS und M3 (mit Radias Board) für viele mehr als ausreichend.

  7. Profilbild
    orpheus2006

    Nur mal ein paar Vergleichsdaten, und es lässt sich erahnen, dass der Kronos marketing-seitig hoch gepushed wurde.

    Kronos 2015 vs M3 Xpanded (2009)
    KARMA Version: identisch (2. Generation)
    KARMA GEs: 2048 vs 2093
    KARMA Szenen: identsich (8)
    KARMA Layer: identisch (4+1 Master-Layer)
    Drum Tracks: 718 vs 671
    Sequencer: nahezu identsich (16 Spuren, 1/480 Auflösung, RPPR, 400.000 vs 210.000 Noten)
    Effekt-Typen: 197 vs 170
    Presets: „1,505 Multisamples, 1,388 Drumsamples“ vs „1028 Multisamples, 1606 Drumsamples“
    88-Tastatur: identisch (RH3)
    M3 hat zusätzlich 8 sehr praktische Pads, auf die komplexe Akkorde gelegt werden können.

    Jetzt werden einige sagen: KRONOS beinhaltet 9 Klangsyntheseverfahren, M3 nur 2 (EDS und MMT).
    Aber nur auf dem Papier!

    Man muss nämlich erwähnen, dass MMT eine Vielzahl der von KORG entwickelten Klangerzeugungen umfasst.

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