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Test: Roland Fantom G6 G7 G8 Synthesizer-Workstation

11. Juni 2008

Rolands Super Workstation

Roland Fantom G6

Die nächste Generation der Fantom Serie ist da. Viele konnten bereits auf der Musikmesse an den G-Fantomen drehen, daher wird es jetzt Zeit für einen Test. Roland zieht damit allgemein nach, denn Korg legte zuvor die ganz neue Generation in Form des M3 vor und bei Yamaha heißt der Konkurrent Motif XS.

Fantomzeichnung- Geschichtsunterricht

Zeit, eine kleine Fantomzeichnung zu machen und einmal genau hinzusehen, was sich geändert hat. Sehr auffällig ist das riesige Display in der Mitte. Das dürfte wohl eines der größten sein, welches bisher in einem Synthesizer zu finden war. Das erinnert nicht nur an einen Computer, es gibt auch einen Anschluss für eine USB-Maus. Es gibt sogar hübsche Bildschirmschoner für die 800×600 Pixel.

Die Struktur der Klangerzeugung des Fantom ist über lange Jahre entstanden. In dieser heutigen Form gab es sie zuerst im JD990 und den JV1080 (f.f.)/XV/XP Modellreihen danach. Das Sampling hatte mit dem XV5080 Einzug erhalten und wurde seither in der Fantom Serie mit Ausnahme des ersten Modells ebenfalls eingeführt und wurde durchaus zum Studiostandard der 90er. Die Sampling-Option hat jedoch etwas länger gebraucht um zum Quasi-Standard in der Workstation-Welt zu werden. Die Roland Sampler selbst waren übrigens auch mit einem Monitoranschluss nebst Maus zu haben und boten sogar Crossmodulation an, was noch heute selten ist in einem reinen Sampler.

Gibt es auch als Fantom G8 mit gerichteter 88er Tastatur

Die Anschlüsse der Roland Fantom G Workstation

Workstation? Was war das nochmal genau?
Ein Synthesizer, welcher einen Sequenzer an Bord hat und mindestens 16 verschiedene Klänge gleichzeitig abspielen kann. In dem Falle spricht man von 16-facher Multitimbralität. Auch Drumsound-Sets und Effekte sind per Definition an Bord. Kurzum: Ein Alleskönner, mit dem man einen kompletten Song bauen kann ohne weitere Hilfsmittel einzusetzen. Der (oder auch das) Fantom G geht über diese Grundforderungen hinaus. Zunächst jedoch ein Hinweis über die Struktur der Klangerzeugung:

Das Fantom der Oper- Struktur

Eigentlich ist die Klangstruktur wegen ihrer langen Tradition bereits bekannt und in vielen Rom-basierten Synthesizern von Roland zu finden, dennoch sei sie hier kurz skizziert: Ein Oszillator mit Riesenvorrat an Wellenformen durchläuft ein Multimode-Filter und endet in der obligaten Verstärkerstufe, um die Lautstärke zu steuern. Das Filter bietet alle vier Standard-Filtertypen mit Resonanz und eine zusätzliche Form namens Peaking. Ohne den Gag mit der Peaking-Ente aus dem Synthesizer-Magazin noch einmal zu wiederholen, handelt es sich um eine kleine Anhebung rundum die eingestellte Grenzfrequenz, welche auch unter dem schönen Namen Cutoff bekannt ist. Das ist ausnahmsweise nicht rein-subtraktiv, jedoch aber prima geeignet um stimmähnliche Klänge gezielt zu bearbeiten. Formanten (Stimmenklänge) werden dadurch leichter kontrollierbar. Das ist nicht nur bei Oooh- und Aaah-Chören interessant, auch Pads oder Streicher können so einen interessanteren Charakter aufgezwungen bekommen, ohne gefiltert zu werden. Generell gibt es stets zwei LFOs mit an Bord und insgesamt drei komplexe Mehrstufen-Hüllkurven mit vier Zeiten und Pegeln (für Tonhöhe, Filter und Lautstärke). Auch eine Modulationsmatrix ist an Bord und ermöglicht es, fast alle Parameter zu modulieren. Eine Quelle kann dabei vier Ziele versorgen. Es gibt vier solcher Modulationseinträge. Interessant ist auch der Step-Modus, welcher in den LFOs als Wellenform angewählt werden kann. Damit kann man ein eigenes Sequenzer-Muster mit bis zu 64 Schritten zusammenbauen. Diese Stepsequenz ersetzt in dem Falle die entsprechende Wellenform eines der beiden LFOs, womit der Step-Sequenzer kein eigenständiger Modulator ist, sondern stets einen LFO als „Wirt“ benötigt. Auch die anderen Wellenformen sind sehr flexibel. Die Geschwindigkeit der LFOs ist ebenfalls zufriedenstellend, reicht jedoch knapp nicht mehr in den Audiofrequenzbereich.

Verschaltungsalgorithmus der Fantom G Synthesizer

Structures

Das alles wäre nicht all zu besonders, wären es nicht genau vier dieser oben geschilderten Synthesestrukturen, welche jeweils paarweise verschaltet werden können. Diese Zweifach-Verschaltung enthält somit generell zwei Filter, zwei Verstärker und zwei Oszillatoren sowie Ringmodulation oder einer Boost-Funktion nebst ihrer LFOs und Hüllkurven. Die Verschaltungen sind, wie bereits erwähnt, stets in Zweierpaaren organisiert, es gibt keine Strukturen oder Verschaltungsmuster für vier dieser Klangschichten, jedoch sind es immer vier maximale Schichten, die ein komplettes Patch (Klangprogramm) ausmachen. Dennoch sind metallische Klänge damit leichter und genauer zu synthetisieren als eine entsprechende Sample-Wellenform herauszusuchen.

Cooles Studio-Tool…

Zusammengefasst besitzt ein Patch somit jeweils vier Oszillatoren mit Samplewellenformen aus dem internen Speicher und eigene Samples, vier Filter, vier Verstärker und alle zugehörigen LFOs und Hüllkurven inklusive der Step-Sequenzer-Funktion. Summa summarum wären dies vier Step-Sequenzer, welche über 8 LFOs ausgegeben werden können und 12 Hüllkurven.

Dies sind die kleinsten Bausteine in der Klanghierarchie. Die nächsthöhere Organisationsebene gruppiert diese Sturkturen nocheinmal:

Acht der oben skizzierten Patches können über das Keyboard verteilt werden und im Extremfall alle gleichzeitig erklingen. Natürlich sind auch Dopplungen und andere Schichtungen möglich, welche auch per Anschlagdynamik umgeschaltet werden können. Roland hat für die Umschaltung zwischen diesen Performance-Sets eine Art Klangbestandheitsmodus im Moment des Klangwechsels auf ein anderes Live-Performance-Programm optimiert und diese Organisationsebene noch einmal erweitert. Anders ausgedrückt: Alles klingt sinnvoll aus und auch Effekte klingen normal aus und werden nicht unterbrochen. Sehr interessant für die Zukunft sind die bisher leider nur als reine Namensplatzhalter bekannten „Supernatural-Erweiterungen“. Diese neuen Module hören auf den Namen ARX und sind nicht einfach Modulschächte für weitere ROM-Klänge oder Samples. Sie sind eigene Klangmodule und aufgrund des Namens kann man zum jetzigen Zeitpunkt durchaus vermuten, dass Roland vielleicht die Physical Modelling Fähigkeiten des V-Synth GT (Stichwort „Articulation“) anbieten könnte. Ansonsten warten wir einfach ab, was es wirklich werden wird.

.. oder Live-Keyboard

Fantomspeisung – Der Sequenzer

Besonderes Augenmerk gilt dem Sequenzer. Der ist nämlich neu. Generell handelt es sich fast mehr um eine Hardware-Ausgabe eines Software-Audiosequenzers als um das, was man sonst in dieser Art in Hardware-Synthesizern dieser Art findet. 24 Audiospuren sind möglich und 128 MIDI-Spuren bilden die Basis für den Song dazu. In kleinerer Form gab es das auch im Juno G zu betrachten, jedoch nicht in Farbe und nicht so groß und auch mit weniger Audiospuren. Die Art der Aufzeichnung von MIDI-Daten ist der bekannten Balkendarstellung aus Audio-Sequenzern wie Cubase oder Logic nachempfunden. Auch die gespielten Noten werden in Form von Punkten symbolisch innerhalb des Pattern-Balkens pro Spur angedeutet. Bei Audio findet man die Wellenform des Audiofiles vor. Es gibt Echtzeit und Step-Eingabe für jedes dieser „Pattern-Balken“. Bei Roland heißen die einzelnen Sequenzstückchen „Phrase“ und können so lang sein, wie man es wünscht, wie man es eben bestens von den bekannten Software-Sequenzern her kennt. Die Visualisierung dürfte daher niemandem besonders fremd vorkommen. Navigiert wird mit der Maus oder den Transport-Tasten des Sequenzers. Der Cursor (Abspielpositionsmarke) kann auch über das große Drehrad bewegt werden. Einige nennen dieses Endlosrad noch heute Alpha-Dial, da Roland diesen Begriff mit dem Alpha Juno Analogsynthesizer einführte, tatsächlich wurde es eigentlich nur dort so genannt. Alle Funktionen können komplett ohne Maus bedient werden, es ist lediglich eine Option. Die einzigen Maus-Zugeständnisse sind drei kleine Schaltfelder oben rechts für häufig genutzte Funktionen und die kleinen Zoom-Felder.

Fantom G Phrase Editor

Bei der gleichzeitigen Anwahl von vier Parametern haben die angewählten Parameter Priorität und man sollte mit den Cursorpositionstastern um das Endlosrad die Gruppen oder den Einzelparameter anwählen. Für Notenwerte im Sequenzer gibt es eine Mikroskop-Funkion, welche ebenfalls stark an die Pianorollendarstellung mit Eventliste in Software erinnert. Einzelne Noten können so relativ leicht erreicht werden. Das geht ebenfalls mit dem Endlosrad besser, mit der Maus ist das leider nicht möglich. Auch die Dynamikwerte kann man leicht anfahren und editieren. Ganze Gruppen von Noten jedoch sind schneller neu eingespielt oder per Step-Edit gesetzt als direkt im Editor nacheditiert, wenn sie untereinander in der Liste stehen, können sie jedoch mit Shift markiert werden und dann einfach in die ewigen Jagdgründe geschoben werden (mit einem Tastendruck). Kleine Details anzupassen ist jedoch kein Problem.

Fantom G Step Recorder

Wichtig ist bei dieser Methode eher das Auffinden in der Eventliste. Es gibt zum Aufsuchen eine breitere Pianorollen-Liste oder eine Variante mit etwa gleichen Teilen für Liste und Pianorolle. Das ist insgesamt schon ein recht bequemer Job. Ansonsten gibt es im Arrangement Marker, um einzelne Stellen im Song optisch gut zu überblicken. Bei Audiospuren ist es prinzipiell ebenso gelöst. Man zeichnet an den entsprechenden Stellen einfach auf, speichert bei Bedarf ab. Wenn ein Sample bearbeitet wird, muss man das alte Sample überschreiben oder das bearbeitete Sample an eine neue Stelle speichern und an die passende Stelle laden. Ansonsten nimmt man sie in der Regel gleich „im Song“ direkt auf wo man sie braucht. Die Schnippsel werden bei Bedarf einfach aneinander geklebt und können auch mit der Maus verschoben werden, jedoch nur innerhalb der selben Spur. Will man ein Sample aus einem anderen Track

einsetzen, muss man ihn speichern und den Cursor an die Zielposition bringen und das Audiofile dorthin laden. Das Verschieben oder Kopieren ist jedoch kein Problem, sofern es eben in der gleichen Spur bleibt.

Alles in allem kann man damit recht bequem arbeiten. Lediglich spezielle Frickelarbeiten für Audio-Microbeats dürften etwas zeitaufwendiger als am Computer herzustellen sein. Normale Songs dürften allerdings einfach und schnell umzusetzen sein und teilweise durch die einfachere Oberfläche auch schneller erledigt sein. Neben dem Hauptsequenzer gibt es noch den Phrasensequenzer und einen Arpeggiator. Dazu gesellt sich ein Akkord-Prozessor.

Fantomas macht Akkord-Arbeit

Neben dem eigentlichen Sequenzer gibt es einige Spielhilfen und Automatismen im Fantom G, welche am einfachsten über Shift und Druck auf den entsprechenden Taster editierbar sind. Das Chord Memory(Akkord-Speicher) bietet eine Vielzahl fertiger Akkorde an, welche mit einem Finger auf der Klaviatur gespielt werden können oder abhängig von der Anschlagdynamik arpeggiiert gespielt werden (wie etwa beim Strumming wie bei einem Katzendarm, ehm „Gitarre“, kurz nacheinander). Auch die Reihenfolge kann einstellt werden.

Auch vorhanden ist die Einspiel-Variante bei der man den gewünschten Akkord einfach kurz greift, da das schneller geht als einen Akkord mit Namen aus einer Liste herauszusuchen. Ändert man einen bestehenden Akkord ab, so muss man zunächst die ungewünschten Noten erneut spielen, um sie zu löschen. Jedes Spiel einer Taste wird angezeigt und bei erneutem Spiel wieder entfernt. Das ist nicht ganz so direkt wie die spontane Aufnahme, was für die Bühne sicher besser wäre, jedoch kann man jedes Ergebnis abspeichern und schnell wieder abrufen. Das Ergebnis ist vielseitig und kann über die dynamischen Pads angewählt (umgeschaltet) werden. Das Chord Memory erlaubt auch das Arpeggieren (Aufspalten in Einzeltöne / Rollen) des Akkordes. Das Umschalten der gesicherten Einstellungen per Pads ist ebenso möglich. Fertige Rhythmik-Presets gehören bereits zu seiner Ausgstattung. Der Arpeggiator hat nicht nur diese Presets, sondern auch die üblichen Funktionen inklusive Random Betriebsart und Shuffle/Flam/Swing. Man kann grundsätzlich sagen, dass die Workstations eher viele Presets zum Abruf anbieten und darüber hinaus noch die üblichen Einstellungen anbieten oder sogar mehr, während in reinen Synthesizern meist eine algorithmische oder step-sequenzerartige Programmierung vorherrscht und meist keine oder wenige Speicher für eigene Arpeggioeinstellungen.

Breite Farbpalette an Sounds

Editieren kann man alle „Spielhilfen“ wie den Arpeggiator oder das Chord Memory über das Festhalten der Shift-Taste. So auch mit dem RPS, dem Phrasen Sequenzer. Diese kleinen Sequenzen sind eigentlich wie Einzelstücke (Patterns) aus dem Sequenzer zu sehen und funktionieren auch so, jedoch sind sie losgelöst vom Sequenzer selber und daher eigenständig und latent im Hintergrund stets vorhanden und zumeist mit eigenem Aktivierungstaster ausgestattet. Furchtbar undifferenzierte, innerlich unausgeglichene und natürlich böse Menschen würden „programmierbarer Begleitautomat“ dazu sagen, andere würden ihn einen flexiblen Phrasensequenzer nennen, der Rhythmen oder auch Melodien oder beides beinhalten kann. Die Phrasen müssen vorher eingespielt oder eingesteppt und gespeichert werden, sie sind im laufenden Betrieb nicht mehr zu ändern. Dies unterscheidet sie von einer Groovemaschine mit Live-Ambitionen. Dennoch ist genau das sicher das Bindeglied zwischen der klassischen Begleitautomatik, einem Modulations-Sequenzer (Analog Stepper der alten Schule) und einem statischen Sequenzer der frühen digitalen Generation. Zu solchen RPS-Sequenzern gehören auch die Bewegungen der Regler.

Der (eigentlich die) LFO-Stepsequenzer innerhalb der Klangstruktur sind auch fester Bestandteil eines Klanges. Die einzige Maxime, die man bei allen Sequenzen und Spielhilfen innerhalb einer Workstation treffen sollte, ist die Vorbereitung vor dem Auftritt, denn zumeist ist das Editieren zwar einfach, jedoch nicht immer für den sofortigen Livezugriff konzipiert. Anders gesprochen: Das Fantom kann zwar alles, es sollte aber klar sein, dass man sich die passenden Sequenzen und Klänge vorher baut oder mittels Shift schnell zu den Parametern springt.

Um diese leicht abzurufen, kann man alle Parameter über die Drumpadsabrufen. Ihre Funktion ist schnell und im Livebetrieb umstellbar und sie können, unter anderem, auch Samples, Sequenzen, Phrasen oder Arpeggios umschalten. Ein weiteres kleines Spielhilfen-Feature ist auch neu:

Das Pitchbendingkann auf verscheidene Weisen programmiert werden, bestimmte Töne in bestimmten Situationen nicht zu beugen. Als Beispiel wäre ein Akkord zu nennen, in dem nur der letzte Ton in der Tonhöhe gebeugt wird. Als Alternative könnten auch nur Töne, die während des Bewegens des Benders gespielt wurden ihre Tonhöhe dem Bender folgen, alle anderen nicht. Das klingt als sei bisher noch keiner drauf gekommen, obwohl es doch relativ naheliegt. Diese kleinen Dinge sind es, die in Gesamtheit für das Fantom sprechen. Man findet diese kleinen Zugaben hier und dort und denkt schnell, wie nett das doch wäre und das man das auch gleich im eigenen Song einbauen könnte. Wieso ist da eigentlich noch kein anderer Hersteller drauf gekommen?

Pads, Samples und Musik aus dem Nichts™

Dass man mit dem Fantom samplen kann und diese weitreichend und bequem bearbeiten kann ist nicht zuletzt durch den großen Bildschirm sehr angenehm. Time-Stretching gehört selbstverständlich auch zu den Funktionen, die heute auch nicht mehr ewige Wartezeiten verursachen, sondern mehr oder weniger sofort errechnet sind. Hardware ist heute also auch nicht mehr „lahm“, man muss nicht auf irgendeinen „Processing…“-Screen schauen und Kaffee (und was ist mit Tee?) trinken. Eine beleuchtete blaue Taste am Fantom ist besonders bequem beim Re-Sampling: Spielt man irgend etwas ganz normal auf der Tastatur oder bastelt irgendwas, was letzlich über die Audioausgänge des Fantom G zu hören ist und hätte das im Nachhinein doch gern als Sample, so braucht man lediglich den blauen „Skipback-Taster“ zu drücken und hat die letzten Takte als Sample vorliegen.

Ich habe bewusst alle Demos mit genau dieser Funktion aufgezeichnet und über USB in den Mac (geht auch mit PC) geladen, da so ein Eindruck von Länge und Möglichkeiten schnell erkennbar werden. Man muss absolut nichts weiter tun als sich den richtigen Abschnitt auszuschneiden und abzuspeichern. Man drückt irgendwann nach dem musikalischen Geistesblitz nur den „Mensch, das war aber doch ganz gut“-Knopf und kann sofort weiterarbeiten und das Ergebnis als Audiofile abspeichern. Die maximale Skipback-Länge ist 40 Sekunden. Die interne Klangauswahl ist reichhaltig, unterscheidet sich aber in Grundklang und Art dennoch von der Konkurrenz. Deshalb sollte man auch nicht „irgendeine Workstation“ kaufen, sondern sich nach diesen speziellen Funktionen umschauen und die Rom-Vorräte genau abchecken. In Worten: Der 90er-Studiostandard ist eingebaut.

Es ist nicht einfach, diese mit wenigen Worten direkt zu vergleichen und soll auch nicht Aufgabe eines Tests sein, denn über Klang und Features sollte immer jeder Musiker für sich entscheiden. Sie sind von Mensch zu Mensch verschieden, können sich auch über die Zeit verändern und hängen nicht wenig vom Einsatzgebiet ab. Natürlich ist die Auswahl groß und weit genug, dies trifft aber ehrlicherweise auch auf die anderen Workstations zu. Dabei sollte man sich nicht nach dem Geschmack des Autors dieser Zeilen richten, sondern es selbst herausfinden. Die Audiodemos spiegeln eine Art kurzes Antesten wieder und sollen nicht mehr als das vermitteln. Generelle Checkliste für Fantom-Interessierte: Der Umgang und Bedienung für häufig oder gern genutzte Funktionen, der Grundsound oder einige spezielle Features wie etwa das Bending, FXM, dynamische Pads mit Aftertouch oder Skipback können der entscheidendeFaktor zu Wahl sein. Diese Auswahlhilfe versuche ich im letzten Kapitel vorzulegen, jedoch sollte man sich bitte stets ein eigenen Bild machen. Ich denke, deutlicher kann man es nicht sagen. Auch den internen ROM-Vorrat sollte man für sich testen, so schwärmt der eine von den Orgeln, der andere mehr von E-Pianos oder der Tastatur und dem Gefühl, wie sich diese spielen lässt. Ganz neutral gesagt sind die aktuellen Konkurrenten da alle nicht bedeutend schlechter oder besser als andere. Technisch liegt das Fantom Geräte-philosophisch zwischen dem innovativen Karma-getriebenen Algorithmus-Sequenzer des Korg M3 und dem auf gute interne Romsound-optimierten Yamaha Motif XS mit 8-fach Schichtungs-Struktur.

Drumpads und Drum-Trigger des Fantom G6

Dynamische Pads mit Aftertouch + Skipback Taste

Die Drumpads am Fantom G sind nicht nur anschlagdynamisch, sie haben auch eine Aftertouch-Funktion und sind sicher eine weitere herausragende Funktion des Fantom. Diese Pads wollen nicht sanft angefasst werden. Man muss durchaus mit einer gewissen Kraft auf sie tippen. Man muss sicher ein wenig trainieren, damit man die Dynamik wirklich gut virtuos spielen kann. Pianisten sind dabei klar im Vorteil. Für Plastiktastler wäre eine etwas sanftere Einstellung sicher gut gewesen. Die Pads ermöglichen tonales Spiel, Auswahl von Funktionen oder Umschalten der Spielhilfen-Einstellungen und natürlich das Spielen und Aufnehmen von Drumsets (aus Synthese und Samples). Selbstverständlich haben die Spielhilfen selber auch einen Taster, um sie zu aktivieren, die Pads dienen optional der Programmwahl und der Triggerung einer Sequenz oder eines Samples oder Drumkits und diese Zuweisung ist mit 2 kurzen Tastendrücken erledigt und damit livetauglich.

Editor: Filterhüllkurven wie auf dem Display

Die 4 Filter des Fantom G auf einen Blick

Immer wieder trifft man auf die Fantom-Philosophie. Sie ermöglicht stets leichtes Umschalten von Sets, Einstellungen und Klängen und hat meist mindestens zwei Wahl-Möglichkeiten dies zu tun. Das große Display lässt da auch nie zu Wünschen übrig. Besonders gut kommt das beim Zusammenstellen von Splits/Layers und der Klangprogrammierung zur Geltung.

Filterpage

Die Tastenbereiche werden grafisch dargestellt und der Editor bietet eine Übersicht aller 4 Klangstränge gleichzeitig und deutet jeweils auch entsprechende Grafiken an. Nein, sie sind sogar komplett und nicht nur „angedeutet“ – So hat man einen Überblick. Will man die vier Filterhüllkurven einstellen, so sieht man die Kurve grafisch und alle Werte darüber für alle vier Schichten. Es gibt auch einen Detail-Modus, der nur ein Layer grafisch aufwendiger darstellt. Die Verschaltungsstrukturen, die Hüllkurvengrafik und die bis zu 64 Regler des Step-LFO-Sequenzers sind so leichter zu überblicken und die vier Drehknöpfe und acht Schieberegler neben dem Display funktionieren meist direkt für die wichitgsten Parameter jeder Editorpage als schnelle Direkteingabe, es ist quasi eine universelle Controllerbox.

Wer diese mehrschichtigen Synthesestrukturen kennt, weiss zu schätzen, dass sie so dargestellt werden und dass man die Wahl hat zwischen der allen Vieren oder einer einzelnen Struktur für Details. Die Stärke des Fantom und der Roland-Workstations ist übrigens auch das Vorhanden sein der FXM, eine Art Dreckmacher für metallische Klänge. Intern handelt es sich um eine Frequenz-Modulation durch einen Rechtecktoszillator mit den Parmetern FXM Colour und Depth. Letzterer steht auch in der Modulationsmatrix zur Verfügung und ist somit als Performance-Parameter geeignet. So lassen sich Samples oder Patches allgemein im Nu „metallisieren“ und mit einem Regler bequem steuern. Die Zuweisung der vorhandenen Regler erfolgt stets über einen der 12 MIDI-Controller links neben dem Display oder dem Bender/Modulationsrad. Die Modulation eines Parameters, wie etwa der FM Depth, über einen der Hardware-Regler muss grundsätzlich in der Modulationsmatrix mit eben diesem MIDI-Controller verbunden werden. Der Regler wiederum muss dann dem gleichen MIDI-Controller zugewiesen werden und steuert damit alles, was diesem Controller zugewiesen wurde.

Controller und D-Beam

Ein Beispiel dazu: Liegt FXM Depth auf Controller 45, so muss auch der gewünschte Regler auf Controller 45 stehen, um die FXM im Livebetrieb zu steuern. Der Vorteil dieser Arbeitsweise ist, dass alle Performance-Parameter auch garantiert mit dem Sequenzer aufgezeichnet werden können und nicht wie bei anderen Synthesizern üblich noch einmal einem MIDI-Controller zugewiesen werden müssen, denn sie haben zwangsweise immer eine MIDI-Zuweisung. Etwas schade ist nur, dass die Step-LFOs nicht auch mit den Schiebereglern bedient werden kann, wenn man im Step-Edit-Editor ist. Eine Achtergruppenweise Umschaltung wäre sicher intuitiver als eine Maus oder Cursoranwahl und diese wurde in der Mixer-Ansicht auch verwendet. Das hat Roland witzigerweise im Juno G etwas intuitiver gelöst und sogar einige Controller fest mit häufig verwendeten Controllern verbunden, welche im Edit-Modus jedoch entsprechend umdefiniert werden. Das ist zwar auch im Fantom so, jedoch ist die Belegung frei und man hat schlicht vergessen, dem Sequencer-LFO diese Bedienung zukommen zu lassen. Das ist natürlich nur ein Detail, denn bei anderen Editorseiten ist die Bedienung bequem und immer einige Regler der angezeigten Edit-Page angepasst. Generell kann man aber recht gut Klänge bauen und vermisst bestenfalls eine Oberfläche eines JD800. Die Meckerei ist folglich auf hohem Niveau. Vielleicht wünschen sich auch mehr als ein paar Freaks auch für Workstations mehr Regler? Ich würde darauf wetten.

Das ist keine Software – So übersichtlich können vier Filterhüllkurven sein

Das Display im Filterhüllkurven Editor Modus (all anzeigen)

D-Beam und Live-Controlling

Das D-Beam ist übrigens auch mit an Bord und kann ebenfalls frei zugewiesen werden – einen Drumsound triggern durch „in die Luft hauen“ oder einen internen kleinen Extra-Synthessizer spielen. Die Entfernung der Hand zum D-Beam verändert sich nicht im Laufe der Performance, wie das bei anderen Controllern dieser Art passiert und bietet auch für das Hörvolk einen nachvollziehbaren Akt der Inszenierung ein. Einige können damit nichts anfangen, für mich sollte es sowas sogar extern zu kaufen geben: Zwei D-Beams als Controllerbox! Ansonsten ist die Klangperformance auf den linken Teil des Fantom konzentriert, während die Pads rechts liegen und auch für die Anwahl nicht umständlich zu erreichen sind. Das Layout der Bedienelemente hat sicher eine leichte Rechte-Hand-Tendenz, jedoch muss man seltenst bis nie die Hände verknoten, um sein Ziel zu erreichen. Die Konstruktion der Cursortasten mit dem Endlosrad sind ebenfalls als sehr gelungen zu bezeichnen. Die Navigation ist damit sehr flüssig und intuitiv. Ich musste lediglich für die Idee „Shift festhalten“ zum Editieren der Einzelfunktionen im Handbuch nachsehen, was für eine allgmein intuitive Bedienführung spricht.

Der Editor ist einfach und übersichtlich, aber braucht man das bei 800×600 Punke Display? Wenn ja wegen der direkteren Maus-Edits am Mac/PC

Der intergrierte Mixer der Fantom G Workstations

Maskenball und Demaskierung

Rolands Fantom G hat durchaus in vielen Punkten dazu gewonnen. Bisherige Nutzer werden eventuell den Verlust der alten ROM-Erweiterungen beklagen, jedoch gibt es ja genug Sample-Speicher für weitere Samples und die neuen Erweiterungen scheinen das zu werden, was Yamaha witzigerweise mit dem neuen Motif XS abgeschafft hat: Die praktischen Hardware-Plug-Ins, die eine eigene Klangerzeugung in sich führen. Dort im Motif ES waren es „einst“ DX7(II), VL70 und andere wertvolle Klangerzeuger, welche man sich nachrüsten konnte, also sehr interessante Erweiterungen. Bei Korg gab es das in Form des Z1 oder Prophecy MOSS Boards auch schon im Triton/Trinity und beim M-3 ist es aktuell das Radias-Board. Beim Alesis Fusion gibt es intern bereits 6-OP-FM, also die Entsprechung zum DX7, und Physical Modelling gleich mit an Bord – Klangfreunde dürften mit Rolands Entscheidung zufrieden sein.

Die Performance mit dem Fantom macht deshalb viel Spaß, weil es so viele nette „Spielhilfen“ gibt. Die „kleinen“ Features, wie die oben erwähnte Pitch-Bending Spezialität oder das generelle Handling am Fantom ist musikalisch und auch recht intuitiv. Offenbar erwartet man allerdings bei allen Herstellern vom Workstation-Kunden, dass sie eher vorbereitete Dinge abrufen und umschalten wollen und das in sehr optimierter Weise. Hier hat jedoch kein Hersteller das viel anders gelöst als Roland. Man kann daher eher die Features miteinander oder gegeneinander abgleichen:

Korgs Karma gegen Rolands RPS oder Yamahas Arpeggiator. Während Yamaha acht Klang-Schichten zulässt, hat das Fantom FXM und die Ringmodulation über die Strukturen für etwas mehr Synthese-Eingriff bei der schnellen Modulation und drückt in Punkto Klangmanipulation die Stärken des Fantom G aus. Zum Fantom gibt es eine Editorsoftware, die eine leichte und schnellere Editierung ermöglicht, jedoch gibt es ähnliche Editoren auch bei den anderen Kandidaten. Die Idee mit dem Mausanschluss ist jedoch nicht schlecht. Der Austausch der Samples und Daten erfolgt über USB, auch die Speicherung kann auf einen externen USB-Memory-Stick erfolgen. Den Motif gibt es optional mit Ethernet-Anschluss, während Korg sehr auf USB und Firewire setzt. Im Praxistest funktionierte das gut.

Fantom G im Live Mode

Die Übersicht dürfte beim Fantom am meisten Spaß bringen, da das Display schon TFT-Monitor-Qualitäten hat. Etwas schade ist jedoch, dass es kein Touchscreen ist. Sample-Beats können in Einzelstücke zerlegt werden und auf die Pads verteilt werden. Auch das ist etwas, was die Konkurrenz in ähnlicher Form anzubieten hat. Allerdings haben die Motifs und der Fusion keine Pads. Die ROM-Auswahl scheint mir eher traditionell zu sein. Yamaha hat hier eine sehr hohe Qualität vorgelegt, an denen sich die anderen messen lassen müssen. Dafür hat Yamaha mehr auf Schichtung gesetzt und weniger auf Synthese, wie die anderen Hersteller. Es scheint, man hat dort mehr Multisampling eingesetzt und viele akustische Samples eingesetzt. Das kann man bespielsweise am Klavier oder an den Gitarrenklängen gut vergleichen, welche Schwerpunkte welcher Hersteller gemacht hat. Ich empfehle spätestens hier unbedingt die Favoriten in diesem Punkte selbst zu testen, wenn man genau diese Kategorie besonders wichtig findet. Gerade die Pianos, E-Pianos, Gitarren oder Orgeln oder die typischen „Röchel-Workstation-Sounds“ a la M1 unerscheiden die Mitbewerber am deutlichsten voneinander.

Fantom G Mastering Page

Die Tastatur bei Roland ist gut. Das 76-Tasten-Testgerät lies sich prima flüssig spielen, die Pads hingegen sind wirklich hart eingestellt. Roland hat auch bei anderen Synthesizern auch gern das Aftertouch eher hart einjustiert, während er beim Motif schon fast bei moderat hartem Anschlag aktiviert wird. In diesem Falle geht der Punkt an Roland, für die Pads sollte es doch lieber der Schmetterlingsflügel sein und weniger der Gewichtheber als kleinstmögliche Bespielung. Es gibt zwar verschiedene Einstellungen für die Dynamik und den Aftertouch, jedoch gibt es auch hier einige Unterschiede, die sehr individuell zu bewerten sind. Die meisten betreffen die härte des leisesten Anschlags und der Justage des Aftertouches. Auch dies sollte man vor dem Kauf antesten. Die Roland und Yamaha Tastaturen sind jedoch sicher als gut bespielbar zu bezeichnen. Auch Korg ist bei den Workstations nicht schlechter zu bewerten. Wie man sieht, es ist beinahe unmöglich eine klar positivere Bewertung abzugeben. Nuancen hier und dort werden zusammen mit dem Rom-Material wohl den größten Anstoß zum Kauf geben. Dennoch gibt es genügen Unterschiede, die jedoch nicht vom Geschmack des Autors dieses Test diktiert werden wollen und als Nonplusultra gepriesen werden müssen – es würde den Instrumenten nicht gerecht.

Anmerkung:

Für alle Workstations allgemein bis 2008: Eingriff und löschen bestimmter Noten im Livebetrieb im Sequenzer, Zugriff auf Parameter der Klangerzeugung und Stepsequenzer könnte noch optimiert werden. Manchmal wünscht man sich doch mehr direkten Eingriff, wenn man aus der „Synthesizer-Ecke“ kommt. Möglich ist es stets, jedoch teilweise auf den Zugriff gespeicherter Klänge und Programme optimiert. Nichtsdestotrotz haben die Workstations in Elektronikerkreisen ein etwas zu statisches Bild, eher zu Unrecht. Da ist generell schon einiges passiert.

Fazit

Fassen wir zusammen:

Was klar festzustellen ist, dass Rolands Fantoms nicht nur optisch angenehm sind. Sie sind auch für Leute, die vom Computer „weg wollen“ eine echte Alternative als Arbeitspferd und Zentrale, zumal sie auch Audio-Recording anbieten. Dazu muss man übrigens auch nicht der typische Workstation-Käufer mit Zawinul-Player-Fähigkeiten sein. Es kann heute durchaus auch einen dem Synthpop oder Songwriting nahestehender Delinquent sein oder einen Ambient-Elektroniker ansprechen. Weitere Probanden wären Studio- oder Werbemusiker, die einen großen Vorrat an direkt erreichbaren Klängen suchen, jedoch auch schnell einmal Hand anlegen wollen und den Sound oder die Himmelsharfe für den neuen Film-Trailer schnell über Patch-Edit mit etwas „Teuflischem“ versehen wollen – und das nur über einen einzigen Regler und natürlich „eben mal schnell“ mit realtiv wenig Edit-Aufwand. Solch einer drückt dann schnell Patch (Edit) und weisst die passenden Parameter einem Regler zu oder kopiert ein weiteres Layer ein und verknüpft es per Ringmodulation mit einen einfachen Sinuston. Bei Yamaha wäre das ausschließlich über den Weg eines weiteren Klang-Layers zu realisieren. Potentiell sind damit sowohl reine Klangabrufer als auch Klangedit-Freunde bedient. Besondere Features für das Fantom sind der RPS, die Rückruffunktion für Samples auf einen Knopfdruck, der Mausanschluss, die Pads, das große und übersichtliche Display, vermutlich die neuen Erweiterungen mit Synthesemodulen sowie das Pitch-Bending und die Chord Memory Möglichkeiten..Wie man merkt mag der Autor die Stukturverknüpfungen mit Ringmodulation und die FXM für den Synthese-Bereich und hebt sie deshalb ebenso hervor. Roland selbst ist stolz auf die Umschaltung der Performance-Speicher ohne Audio-Unterbrechungen oder Knackser, was in der Tat nicht überall so zu finden ist. Preislich sind die Fantome damit geringfügig günster als Yamaha und Korg, nur Alesis bietet mit dem auslaufenden Fusion-Modell noch unter diesem Preissegment an. Es fällt auf, dass die direkten Konkurrenten relativ viel bei ihrer Konkurrenz schauen. Mehr als in jedem anderen Bereich. Das hat zumindest keinem der Bewerber geschadet.

In Liebe, Moogulator

Plus

  • Interessante Spielhilfen und Ideen (RPS, Chord Memory, Bending-Möglichkeiten)
  • Sample-Wiederherstellungstaste
  • Pads mit Dynamik und Aftertouch
  • Großes Display und Übersicht
  • Step-LFO
  • Ringmodulation und FXM
  • Umschalten der Performance-Speicher ohne Knackser, Abbruch oder Abwürgeartefakte

Minus

  • Pads reagieren nur ab einem relativ harten Schlag.

Preis

  • 61 Tasten: 2.150,-€,
  • 76 Tasten: 2.500,-€
  • 88 Tasten 3.000,-€
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wer so ein Instrument braucht, wird es kaufen. Was mir halt auffällt: seit Mitter der Neunziger sind eigentlich nur noch kosmetische Veränderungen gekommen, demnächst kommt wohl die Sprach/Gesangssteuerung. Im Prinzip wurde diese Gattung mit Instrumenten wie dem K 2000 oder etwas einfacher dem M1 vor fast 20 Jahren geschaffen. Dafür wäre mir so ein Preis zu hoch. Stände ich 3 mal/Woche auf der Bühne sähe ich das anders, dann ist das ein Werkzeug aber weit entfernt von einem innovativen Instrument. Das gilt auch für die Mitbewerber

  2. Profilbild
    Dreitagebart

    … mich würde einmal brennend interessieren, ob die Fantom-Modelle deutlich besser und voller klingen als der XV-5080 aus gleichem Haus.

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      AMAZONA Archiv

      Hallo,

      diese Frage kann ich mit einem klaren JA beantworten. Wärmer, besser programmiert.

      Gruss
      Tom

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    AMAZONA Archiv

    Hallo Amazona!
    Ich möchte meinem Vorgänger in der Kommentarliste etwas widersprechen:
    Der Grad der Nutzung von Innovation ist (wie bei jedem Instrument) abhängig von der geistigen Variabilität und Kreativität des jeweiligen Anwenders. Ich habe mit dem Fantom-G im Live Mode eine Menge Stack-Sounds programmiert, die ich so schnell mit keinem anderen System bisher zusammen bekommen habe, auch für Studio-Kompositionen mit Logic! Die technischen Hilfsmittel (PCM-Sounds usw.) mögen sich zwar strukturell nicht gross von den Workstations der 80/90er unterscheiden, aber die Qualität der Sounds und Effekte hat sich drastisch verbessert.

    Viele Grüße
    DJ Sammy

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    AMAZONA Archiv

    @gaffer:
    ich denke, das Konzept "Workstation" ist klanglich so ziemlich ausgereitzt. Was sich noch ändern kann, ist tatsächlich nur noch die Bedienung der Geräte. Ich vermute, die großen Hersteller versuchen verzweifelt, irgendetwas zu finden, das bei potentiellen Kunden noch den Anschein einer Innovation weckt. Ganz nüchtern betrachtet bleibt allerdings nicht mehr viel Raum für Innovationen. Wer allerdings schonmal gesehen hat, mit welchen großen Kinderaugen Tastenspieler beim Händler die neuesten Kisten bestaunen, der weiß, das dieses Thema alles andere als nüchtern betrachtet wird. :)

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      AMAZONA Archiv

      Wenn nicht "Workstation" draufstehen würde, hätten wir einen ansehnlichen subtraktiven Synthesizer vor uns: konservativ in der Struktur, aber technisch auf der Höhe der Zeit. Wie kann das Konzept "Workstation" klanglich(!) ausgereizt sein? Dann wären es eine gehörige Anzahl aktueller sog, "Synthesizer" auch.

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        AMAZONA Archiv

        Auch wenn der Kommentar von rob fisher vermutlich scherzhaft gemeint war, gibt es einen großen Unterschied: ein Geigen- oder Klavierbauer versucht nicht, seinen Kunden alle zwei Jahre marktschreierisch die "neueste" Geige oder das innovativste Klavier zu verkaufen, weil diese Instrumente einfach ausgereift sind. Ähnliches trifft auch auf Workstations und, generell, auf Synthesizer zu, nur versuchen die Marketing-Abteilungen der Hersteller das Gegenteil zu behaupten. Der Profi-Musiker braucht angeblich den neuesten Motif XS oder Fantom G, was natürlich Quark ist.

        @Stefan S:
        Natürlich ist das 'ne geile Kiste. Hätte ich ja auch gern. :) Nice to have, aber eben nicht notwendig, um gute Mukke zu machen. Außerdem ist auch der XS eine gute Workstation, nicht nur der M3 (billiges Finish) und der G6/7/8!

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    Wenn ich mir ansehe, was in der Entwicklung von 80-90 abging und dann die Zeit der letzten 10 Jahre, sage ich mal ganz provokativ: ja das Thema ist durch, für Synthesizer allgemein und erst recht für Workstations. Trotzdem kann ich natürlich damit noch immer prima musizieren, die Person, die die Tasten bedient, entscheidet über die Qualität. Bei den Gitarren passiert ja schon viel länger nichts mehr, sie werden billiger ok… fast niemand würde ein Instrument aus den Fünfzigern ablehnen. Aber mit Innovation hat das nicht mehr viel zu tun

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      ja, ich warte auch schon seit Jahrzehnten auf eine Innovation bei Geige und Klavier ;-))

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    Hallo. Ich habe mir ein G6 Gekauft, und muss sagen das teil ist ziemlich gut.Ich habe noch nie so schnell sounds Gebastelt wie mit dieser kiste.Die Sounds sind sehr ansprechend.Der Seqencer der hammer.Aleine die efekte die ich jeden sound zuweisen kann übertift alles was ich bisher hatte.Ich habe schon viele Workstations besessen Trinity,01wfd,yamaha V50,Fantom S.Allerdings habe ich auch kritik an der kiste. Mann kann z.b. nur Usb sticks bis 4gb benutzen,Arpiggios lassen sich nicht selber Programieren,die pads sind ein wenig schwergängig.Multisamples lassen sich zwar dank Update erstellen, für meinen geschmack leider ein wenig kompliziert.Naja bin aber trotzdem zufrieden. Wer eine Workstation sucht solte sich auf jeden fall die Kiste mal anschauen.Es gibt in meinen Augen sowieso nur 2 gute workstations Fantom G6,und Korg M3.
    So das dazu.
    Mfg Stefan

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    Werde das Gerät (G8) wieder verkaufen. Zwar ist der Sequenzer toll und die Sounds sind von der Qualität her gut. Jedoch ist die Auswahl der modernen Synthesizersounds für aktuelle Musikstile nicht ausreichend.

    Nichts gegen den Fantom G, aber er ist klanglich äußerst eigenwillig und es bedarf vieler Nächte, bis man die Klänge nach seinen Wünschen aufgebaut hat. Plus:
    – Sequenzer ist klasse
    – Mausbedienung
    – Megadisplay

    Großes Minus:
    – Viel zu schwer
    – Vibrationen am Gehäuse
    – Nur wenige brauchbare Presets

    Kaufempfehlung ja, jedoch nur die kleine Serie und nur, wer auf warme, einfach strukturierte Sounds steht. Dance, Spheren und Presetliebhaber nicht zu empfehlen.

    Grüße
    Tom

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    Alle schreiben, der Sequenzer wäre so toll. Das glaube ich nicht wirklich, denn: Großer Screen + Maus macht einen Sequenzer an sich noch NICHT gut, wenn man
    (a) keine Noten (-gruppen) mit der Maus versetzen kann (in Pianoroll);
    (b) auch hier keine Funktionen hat wie "Bereich auswählen" und "alle Noten gleichzeitig" bearbeiten (z.B. alle Notenlängen auf gleichen Wert setzen, verdoppeln, halbieren usw.). – und viele andere SEQ-Möglichkeiten, die man für Detailbearbeitungen von Phrasen brauchen könnte…
    Ale Workstations von heute sind bzgl. HW-Seq noch NICHT ausgereift ! LEIDER !

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    Hi Stefan,\r\nwg. des USB Sticks:\r\nich habe einen 8 GB, und der ist ok.\r\nMusste ich nur vorher am MAC mit FAT32 formatieren (ohne FAT kann der Fantom-G nix damit machen) und dann nochmal am Fantom-G formatieren. Die Größe des USB Sticks sollte aber egal sein. Kann aber sein, dass der eine oder andere USB Stick nicht geht, ist auch ziemlich viel USB-Schrott im Elektro-Markt. Besser checken und wenn nix geht wieder zurück geben.\r\nDie Nummer mit den 4 GB weiss ich nicht woher die info stammt….Fantom-X konnte nur bis 1 GB.\r\n\r\nGrusz\r\nDJ-S

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    Hab mir vor ein paar Tagen einen Fantom G6 zugelegt, den ich aber u. a. aus folgenden Gründen wieder zurückschicken werde: Im Studio Mode ist pro Patch entweder nur MFX 1 oder MFX 2 (also nicht gleichzeitig!) nutzbar oder eben gar keiner. Genauso beim PFX im Patch… Es gibt keinen Effekt-Send bzw. keine Dry/Wet-Einstellmöglichkeit dafür. Man kann zwar direkt in einigen Effekten Dry/Wet einstellen, aber dann gilt diese Einstellung für alle Patches im Studio-Mode bzw. für alle Tones im Patch! Roland preist lautstark 22 Effekte gleichzeitig an, aber wenn man in die Tiefe geht, ist einiges nur heiße Luft! Oder bin ich einfach nur zu blöd dafür? Letztendlich ist das Gerät damit für mich unbrauchbar, da noch nicht einmal mehr als 1 Stereosignal digital in den Rechner zu bekommen ist, wo man dann wenigstens Rechnereffekte auf die einzelnen Spuren anwenden könnte. Deshalb wirds in kürze ein Motif XS mit Firewire Expansion, der das alles kann…..

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    Ich finde eine aktuelle Workstation verdient ihren Namen nicht, wenn kein vollwertiger Digi-Mixer eingebaut ist, wo man pro Part/Spur mehrere Insert-Effekte einbinden, Gruppen bilden kann etc. Eben all das, was in jedem Soft-Sequencer möglich ist.

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