Test: Roland Juno-DS61, DS76 & DS88, Live-Synthesizer

13. September 2018

Toll ausgestatteter Live-Synthesizer

Nachdem Roland soeben seine Synthesizer-Einsteiger-Serie Roland DS um das Model Roland Juno-DS76 erweitert hat, und die Preise von Roland Juno-DS61 und Roland Juno-DS88 seit Erscheinen, deutlich gesunken sind, hier der ausführliche Test zu allen drei Modellen.

Der erste Kontakt

Und los gehts mit dem Test zur Roland Juno-DS-Serie, die ausgezeichnete Workstations für angehende Live-Keyboarder sind. Mit heutigem Tag wurden die bereits bestehenden Modelle Roland Juno-DS61 und Roland Juno-DS88 um die Version Roland Juno-DS76 mit 76-Kunststofftasten erweitert.

Hier eine kleine Übersicht zu den Themen, mit der wir uns im Test zum Roland Juno-DS61, DS76 & DS88 beschäftigen:

  • Anschlüsse und Audio- und MIDI-Verbindungen
  • externe Steuermöglichkeiten
  • Klaviatur
  • Ergonomie
  • Klangbeeinflussung
  • Effektsektion
  • interne Sequencer
  • Extras (Arpeggiator)
  • Mobilität
Roland Juno-DS61, DS76 & DS88

Das neue Modell der Juno-DS-Serie, der Roland Juno-DS76

Anschluss gesucht

Rückseitig erwarten uns am Roland Juno-DS61, DS76 & DS88 2 Audio-Out Buchsen, Mikrofon In, Kopfhörer Out, Externes Audio In, Expression Pedal und Pedalschalter und MIDI In und Out. Sowie ein USB 2.0 Audio Out (der Anschluss an einen MX 1 mit der neuesten Firmware ist möglich) und ein Anschluss für einen USB-Speicher.

Roland Juno-DS61, DS76 & DS88

Strom kommt über das beigefügte externe Netzteil, dies hat keine Wandwarzenqualität und erhält von mir ein „bühnentauglich“. Mobile Musiker werden sich an der Möglichkeit erfreuen, das Gerät mit 8 Nickel Metall Hybrid Akkus zu betreiben. In der 88er Version findet sich das Batteriefach auf dem Gerät und bei der 61er Version auf der Unterseite, ich persönlich bevorzuge die Variante des 88er Modells. Bei der 61er Version sehe ich die Gefahr der unbeabsichtigten Beschädigung von Bedienelementen.

Was kann ich mit den Anschlüssen anfangen?

Der Mikrofonanschluss nimmt keine Kondensatormikrofone entgegen, was aber beim avisierten Einsatzzweck Sinn macht, der Mic Level hat auf dem Panel den Regler Mic Level. Wer mag, kann diesen mit einem Vocoder versehen. Fans des „Cher a like“ Autopitch finden hier auch einen Regler.

Über den analogen Stereoeingang gelangen externe Audiosignale direkt wieder an die beiden Audio Outs und können separat gepegelt werden. Klangbeeinflussungen sind derzeit nicht vorhanden, schade, denn der Juno DS hatte einen eingebauten EQ.

Das Expression-Pedal kann auf Wunsch verschiedene Parameter steuern. Der Fußschalter kann als Schalter fungieren. MIDI In und Midi Out, USB IN/OUT sind hier die wichtigsten Anschlüsse, das Fehlen eines MIDI Thru ist mittlerweile Standard, das Vorhandensein eines USB 2.0 Anschlusses ist bei Roland mittlerweile quasi Standard. Über USB IN/OUT können wir unsere DAW oder Performance Software einbinden, hier Logic und Mainstage) oder Audio an einen Roland MX 1 mit der neuesten Firmware weiterreichen.

Der USB-Anschluss des Roland Juno-DS61, DS76 & DS88 nimmt keine Audiodaten entgegen. Hierfür ist der Steckplatz für den USB-Stick oder die externe HDD zuständig. Der Stick hat 2 Funktionen, erstens Backup aller Daten und zweitens kann er Samples aufnehmen und Audiodateien aufnehmen, die über die Phrasepads abgefeuert werden können.

Was fehlt? Richtig: Das Gerät schreit geradezu nach mindestens 4 Audio Outs, um allen Anforderungen im Bühnen-, Proberaum- und Studioalltag gerecht zu werden. Zum einen haben wir komplexe Klanglandschaften und Möglichkeiten an Bord, eine komplette Drumsektion, Sequencer und Arpeggiator. Und alle wollen richtig gemischt werden, das macht sich einfach besser, wenn Synths, Lead, Bass und Drumsektion getrennt gemischt werden. Hier gebe ich den ersten Minuspunkt. Das Audiosignal kommt zwar amtlich aus den Buchsen, ist für den FOH Mann dennoch eine Herausforderung. Und ich persönlich mag die Kompressoreinstellung EDM nicht. Ein Wall of Sound geht anders. Alle Kabel sind nun angeschlossen, der Tisch ist gedeckt und heißt es, Strom an und checken, was geht.

Roland Juno-DS61, DS76 & DS88

Der erste Gang

Roland hat das Roland Juno-DS88 mit einer Ivory G Klaviatur ausgestattet, in der 61 Version „anschlagdynamisch“ und hier in der 88 Version mit einer Druckpunkt Simulation einer Hammermechanik. Und das Griff- und Spielgefühl ist sehr gut und gibt auch gleich die Richtung vor, Performance auf der Bühne, Performance im Studio, Performance im Proberaum. Seit langem habe ich keine derartig gute Klaviatur bespielt. Ivory G ist griffig, das seitliche Tastenspiel ist gut, der Tastenhub und Druckpunkt sitzen da, wo es erwarten. Die Klaviatur erlaubt expressives Spiel, ohne dabei zu viel Kraft zu fordern. Wer seine Anschlagsdynamik anpassen möchte, macht dies mit dem Keytouch Schalter und kann sein Spiel anpassen.

Oberflächliches

Die Bedienoberfläche des Roland Juno-DS61, DS76 & DS88 ist sauber und gut strukturiert in 5 Abschnitte aufgeteilt. Und klar von links und rechts zu bedienen. Bei der 88er Tastenversion des Juno DS bleibt hier noch Platz für iPad, iPhone und Laptop. Das Display ist kontraststark und ausreichend groß, um alle wichtigen Parameter anzuzeigen.

Die Phrase Pads sind vierfarbig haben einen gut spürbaren Druckpunkt. Sämtliche Taster sind gut bedienbar und ohne großen Kraftaufwand zu bedienen.

Die Taster der Klangsektion haben zusätzlich noch eine rote LED, so dass man sofort sieht, ob man in Brass, Keys oder anderen Sektionen klanglich unterwegs ist.

Im Gegensatz zu anderen Roland Modellen ist das Bedienprinzip der Oberfläche klar und einfach, die für Performance, Probe, Liveeinspielung im Studio sind schnell zu erreichen.

Roland Juno-DS61, DS76 & DS88

Aufbau und Struktur sind für schnelle unterbrechungsfreie Wechsel gedacht, der Keyboarder soll sich auf das wesentliche Konzentrieren und das ist hier die Performance.

Genau das ist das Konzept des Roland Juno-DS61, DS76 & DS88, absolute Performance Orientierung. So einfach und simpel wie möglich, ohne dabei am Sound zu sparen.

Besitzer eines Roland JD Xi kennen die vier Regler, welche sich mit Select umschalten lassen. Auf der obersten Ebene finden wir die Filterregler Cutoff und Resonanz, Attack und Release. Alle Regler sind jeweils mit einem Wertebereich von -63 bis +63.

Auf der zweiten Ebene finden wir die FX Sektion mit Mic Reverb, dem mysteriösen MFX Regler, Chorus/Delay und Reverb.

Auf der dritten Ebene finden wir alle Parameter, die wir später in einer DAW zuweisen möchten, wenn wir den DAW Button gedrückt haben oder in der Werkeinstellung einen parametrischen EQ.

Klangbeispiele
Forum
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    Son of MooG  AHU

    Mit den analogen Junos haben die digitalen Nachfolger allenfalls den Umstand gemeinsam, dass sie relativ günstige Einsteiger-Teile sind, ohne an der Sound-Qualität zu sparen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass bei den aktuellen Modellen am falschen Ende gespart wurde. Mein etwas älterer Juno-G hat zwar keine Super-Natural-Sounds, bietet aber 2 Stereo-Outputs, vollständigen Zugriff auf alle Klangparameter, 16 MIDI-Sequencer, der auch externe Synthies ansteuern kann, 4-Track Audio-Recorder, und mit der V2.0 Nachrüstung auch Sampling (hier aber auch sehr eingeschränkt). In allen Bereichen außer dem Sound können die Neuen dem alten Urahn nicht das Wasser reichen, und das zu einem Preis von knapp 1000,-€ bis zu <800,-€ zum Schluss. Für einige Jahre war er besonders für Wochenend-Sessions ideal geeignet und ich konnte so auch ohne weitere Hardware alles aufnehmen, sehr praktisch. Außerdem waren die Aufnahmen schon im MIDI-Sync für weitere Nachbearbeitung zuhause. Allerdings war der Juno-G auch das Flaggschiff der neuen Juno-Reihe, während die Juno-DS eher Abkömmlinge des Juno-D sind. Der Juno-G hat bisher keinen direkten Nachfahren erhalten...

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      TobyB  RED

      Hallo SoM,

      ich bin jetzt ob des Relaunches und Erweiterung der Juno DS Reihe etwas zwiegespalten. Damals hatte ich die 88 Variante zum Test und finde die Klaviatur äussert spielbar. Die Presets sind ausgewogen, mit einem Tick in Richtung Modern RnB, EDM. Aber als zusätzlicher Lieferant würde das auch in einer Rockband funktionieren.
      Was mir damals und heute noch Kopfzerbrechen macht ist der Workflow. Letztlich habe ich exakt deswegen die MOXF gekauft. Das ich da noch GX1 Samples oben drauf erhalte, ist geschenkt. Lassen wir das mal beiseite und konzentrieren wir uns auf den Preis, ist das schon attraktiv aber dann wirds nach unten eng, denn da sitzt der JDXi. Nach oben bin ich wieder beim MOXF. Und hier ist dann wieder die Frage, reichen die Goodies, wie USB, MX1 kompatibel, Axial Sounds. Um mit dem Workflow klar zu kommen? Da ich persönlich den Juno DS als Performerkiste sehe und da brauch ich ein Hands on Gerät. Und Roland kann sowas bauen.

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    costello  RED

    Hi Toby, ist schon Wahnsinn, was man heute für gut 500,- Ocken kriegt. Das klingt ja alles ziemlich amtlich. Beim ConcertGrand dachte ich glatt, da sitzt der Billy Joel dran :-)

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      TobyB  RED

      Hallo Mr. C,

      Danke für die Blumen :-) Und ich dachte bei der Orgel, Mist – zuviel Interstellar gesehen. :-D Und andere meinen, spiel mehr so wie bei Pop Piano ;-) Spass beiseite, die Dinger sind schon Klasse, das 88er hatte ich ja damals zum Test. Die Klaviatur war sauber. Der Workflow ist schwierig, wenn du an TR, JDXi gewöhnt bist. Aber vom Sound, amtlich. Durch den USB Port vom MX1, Mastering an. Fertig. Ich denke der Juno DS ist eine Performer Kiste. Nicht unbedingt für maschinengetriebene Musik. Allerdings wird der Markt der „semi-pro“ Live Workstations zwischen 500 – 1200 damit langsam unübersichtlich. Auf alle Fälle ist das hier eine Antwort an Yamaha. Wobei, der Workflow beim MOXF für mich persönlich besser ist. Siehe oben. Allerdings mutmasse ich, das die Juno Plattform über kurz oder lang ein Update erfahren wird. Wenn man dann die JDXi, JDXa, System8 Betriebssystemplattform hernimmt und noch verbessert, wirds richtig spannend. Ich hatte z.b. Null Probleme beim Aufstieg vom JDxi zum System 8. Auspacken, einschalten, aufs letzte OS Updaten, war in 15 Minuten erledigt und dann konnt ich mich den Obertonvergleich Roland und Moog widmen. ;-)

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    Atarkid  AHU

    Hey Toby u. Costello :) Ja, der Juno G war schon ne andere Hausnummer!… Und Costello, ich geb dir Recht, dass 500 Euro nicht viel für das Gebotene sind, allerdings, und das hab ich schon an anderer Stelle geschrieben, scheint es sich dabei um ein Schulband-Anfänger Keyboard zu handeln.
    Der Juno-G ist aber erst 12 Jahre alt, da brauchts doch noch lange keinen würdigen Nachfolger! (denkt sich Roland wahrscheinlich).

    Ich weiß grundsätzlich nicht, was das mit dem Aftertouch soll. Yamaha scheint auch zu glauben, dass Musiker das nicht brauchen. Der MODX wär soooo interessant gewesen. Aber nein, kein Aftertouch. Glauben die etwa, dass man dann ihre Flagschiffe kauft? Ich werd das mit Sicherheit nicht tun!

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      TobyB  RED

      Hallo Atari,

      ich kann mir vorstellen, das Roland keine Wahnsinns Entwicklungsabteilung hat. Und die derzeitige Juno DS Reihe um ein Modell zu erweitern und die Preise zu senken, ist betriebswirtschaftlich sinnvoll. Das die Juno DS ein Anfänger Kistchen ist, sehe ich nicht so, der Anfänger wird mit der Dynamik der Klaviatur der 88er Variante seine Mühe haben. Ich habe mehr als einen Take gebraucht, bis das hier im Kasten war. Die Kiste ist nur auf Budget gebaut, das merkst du an der Software die die DS treibt. Jede Funktion und Zeile Code kostet Geld.

      Roland kollaboriert ja grade wieder mit SE, wir warten mal ab. Das Geschäftsjahr hat grade erst bekommen, Q1 geht grade erst zu Ende. Und dann kommt Weihnachten und die NAMM. Ich hol mal mein Glaskugelleder und rubbel. „Da kommt noch was“.

      Ich kann das mit dem Aftertouch verstehen und nachvollziehen aber persönlich arbeite ich sehr wenig damit. Ich bin halt beim Expressionpedal gelandet und komm damit klar. Deswegen MOXF und wegen dem Workflow. Das MODX ist preislich interessant, das muss ich zugeben. Der fehlende AT ist für mich kein Grund, das Gerät nicht zu kaufen. Moog Mother hat auch ein AT, du musst halt drehen, wenn du mehr Expression haben willst ;-)

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