Blue Box: Roland Juno-106 Analogsynthesizer

6. April 2019

Im Schatten des Juno-60

Meine Roland Juno-106 Story

Ich war ein absoluter Synthesizer-Neuling und gerade stolzer Besitzer eines Casio CZ-1 geworden. Da schwärmte mir ein Freund von einem genialen Synthesizer vor, der für jeden Parameter einen eigenen Regler hätte, voll analog sei, trotzdem speicherbar wäre und auch noch über eine MIDI-Schnittstelle verfüge. Er sollte klanglich alles das können, was mein CZ-1 nicht konnte. Die Rede war vom Roland Juno-106.

Ich war zunächst skeptisch und so dauerte es bis in die Neunziger, dass ich mir meinen ersten Juno-106 zulegte. Noch bevor der große Roland Juno-60 Hype einsetzte, war gerade in der Techno-Phase der Juno-106 durch seine analoge Klangerzeugung und die direkte MIDI-Schnittstelle der meist gefragte polyphone Analogsynthesizer am Markt. Egal wo ich damals hinkam (z. B. zu Ralf Hildemnbeutel, der gerade Tracks für und mit Sven Väth produzierte), der Roland Juno-106 war allgegenwärtig und galt als unverzichtbar für jedes gute Elektronik-Studio.

Anfang der 2000er wurde es ruhig um diesen einfachen, aber wunderbar klingenden Synthesizer. gerade mal 300,- Euro kostete damals ein gebrauchter Roland Juno-106. Immer mehr hatte sich herumgesprochen, dass ein Roland Juno-60 wärmer und breiter klingen würde – eben mehr nach Jupiter-8. So geschah es, dass der Roland Juno-60 schließlich den einstigen Kultsynthesizer Juno-106 in der Keyboarder-Gunst weit hinter sich ließ.

Erstaunlich in diesem Zusammenhang, dass Peter Forrest, Synth-Guru und Herausgeber des legendären Buches „The A-Z of Analogue Synthesizers“, beiden Kontrahenten je 55 Punkte zugesteht, auch wenn er den Juno-60 in der Kategorie Sound leicht hervorhebt. Hört man sich hingegen heutige Diskussionen an, müsste zwischen den beiden ein erheblicher Klangunterschied bestehen. Ich halte mich an dieser Stelle bewusst zurück – und sage nur: „Jagt mal ein Juno-106-Signal durch den Chorus von einem Juno-60, da werdet ihr euer blaues Wunder erleben.“ ;-)

BTW: Im Buch von Peter Forrest sind auch zahlreiche berühmte Acts aufgeführt, die den Roland Juno-106 intensiv im Einsatz hatten, darunter 808 State, Chemical Brothers, Frankie goes to Hollywood (Trevor Horn), Laurent Garnier, Philip Glass, Human League, William Orbit, The Prodigy, Riuichi Sakamoto, Eurythmics, Style Council, Tangerine Dream und Vangelis.

So schlecht kann der Juno-106 also nicht gewesen sein.

Hier deshalb nun eine kleine Betrachtung eines wundervollen Synthesizers, der es verdient hat, wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Aus diesem Grund wurde einer der ältesten Artikel, die wir hier auf AMAZONA.de haben, komplett überarbeitet und neu ins Netz gestellt. (Also nicht wundern über zahlreiche Kommentare, die im Laufe der Jahre hinzugekommen sind.) An dieser Stelle noch ein dickes Dankeschön an RLmusic, von denen wir wieder einmal die schönen Vintage-Bilder erhalten haben.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Vintage-Samstag,
Euer Peter

Roland Juno-106

Unverzeihlich: Mein Juno-106, bevor ich ihn ca. 2010 verkauft habe :-(

Geschichtlicher Rückblick auf den Roland Juno-106

1984 erweiterte Roland das Konzept des JUNO-6 sowie des JUNO-60 um den Nachfolger JUNO-106. Nachdem man erstmals auf einer Messe zwei Synthesizer von unterschiedlicher Herstellern (Roland Jupiter-6 und  Prophet-600 von Sequential Circuits) miteinander verbinden konnte, erhielt auch die Juno-Serie von Roland mit dem Juno-106 erstmals in Serie diese neuartige Schnittstelle.

Gerade noch mitten drin im Zeitalter von „CV & GATE“ eröffnete die MIDI-Schnittstelle neue Perspektiven und ungeahnte Möglichkeiten. Klanglich unterschied er sich von seinem Vorgänger Juno-60 vor allem durch die Verwendung eines anderen Filters, verwendete aber dieselben digital gesteuerten analogen Oszillatoren wie der Juno-60 (DCO).

Mein Kollege Theo Bloderer drückt seinen Unmut im Juno-60 Artikel wie folgt aus:

„Der Juno-106 Synthesizer bietet ein hervorragendes MIDI-Interface, mehr Programmspeicher, die fast identische Klangerzeugung – und: klingt dennoch entschieden anders. Der „Charme“ des Juno-60 fehlt.“

Nun, Charme ist schwer zu definieren. Ein Unterschied besteht aber tatsächlich. Schaltet man an beiden Units den Chorus ab, ist der Unterschied plötzlich gar nicht mehr so groß.

Gerade in Pop-orientierten Studios war der Juno-106 heute nicht mehr wegzudenken. Und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst ein Roland System-8 eine virtuelle Version des 106er beinhaltet und schließlich ist auch der Behringer DeepMind 12 an den Juno-106 angelegt worden. Das hat sicher seine Gründe.

Die Stärken des Juno-106 liegen in seiner einfachen Programmierung, warmen Flächen, gezupft klingenden Sequencer-Sounds und klassischen Roland Bass-Lines.

Der Reihe nach

Grundsätzlich ist der Juno-106 ein analoger Synthesizer. Das ist auch an seinem charakteristischen Klang leicht erkennbar. Richtig rein analog ist er aber nicht, denn zumindest die analogen Oszillatoren sind digital angesteuert (DCO) und außerdem sind die Sounds abspeicherbar, was ich natürlich als Vorteil sehe. Ja und MIDI hat er natürlich auch (In, Out, Thru). Wie schon erwähnt, ist die Anzahl seiner Stimmen: 6. Das ist aus heutiger Sicht sehr wenig, allerdings muss man bedenken, dass man mit heutigen Digitalsynths schon wesentlich mehr Stimmen pro Note verbraucht, um derartig druckvolle und warme Klänge zu erzeugen. Die Auswahl an Klangbearbeitungsmöglichkeiten ist eher beschränkt, aber was der Juno kann, das kann er gut.

DCO / SUB / NOISE

Es steht ein Oszillator zur Verfügung, der gleichzeitig zwei Schwingungsformen erzeugen kann, nämlich Pulse und Saw. Die Pulsbreite lässt sich manuell einstellen oder über den LFO automatisch variieren.

Ansonsten können beide Schwingungsformen nur an- oder abgeschaltet werden. Eine stufenlose Mischung der beiden Schwingungsformen ist nicht möglich. Auch die Oktavlagen (16“, 8“, 4“) kann man nur für beide Schwingungsformen gemeinsam einstellen.

Wie beim Vorgänger lässt sich das Manko eines Oszillators aber durch einen Sub-Oszillator wettmachen. Der Suboszillator sitzt jeweils eine Oktave unter dem Hauptoszillator und erzeugt grundsätzlich eine nicht variierbare Rechteckschwingung. Diese kann dem Originalsignal stufenlos zugemischt werden.

Darüber hinaus lässt sich dieser Summe an Signalen auf Wunsch auch noch weißes Rauschen beimischen.

LFO

Der LFO bietet die Schwingungsform Sinus und tut auch genau das, was man von ihm erwartet. Beeinflussen kann man mit dem LFO das Filter, die Tonhöhe der Oszillatoren und die Pulsbreite der Pulse-Schwingungsform (Pulsbreitenmodulation). Einen Delay-Regler gibt es auch noch, wenn man nicht will, dass der LFO gleich zu Beginn einsetzt. Es gibt leider keine Möglichkeit, die LFO-Schwingungsform zu ändern.

VCF Lowpass & Highpass

Das Ausgangssignal, bestehend aus DCO, Suboszillator und Noise, gelangt nun, beeinflusst durch den LFO, in den Filterbaustein. Das sehr gut klingende analoge Filter des Juno-106 verfügt über eine Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave und lässt sich dank Resonanzregler bis zur Selbstoszillation treiben.

Eher selten in dieser Preisklasse: Unten rum lässt sich das Signal mit einem Highpass-Filter beschneiden. Leider nur in 4 Stufen. Trotzdem ist es gerade dieses Highpass-Filter, das dem Juno-106 eine weitere Palette an außergewöhnlichen Klängen beschert.

Envelopes

So, was fehlt jetzt noch? Ah ja, die Hüllenkurve (ADSR). Da gibt es nur eine, die auf VCA und VCF gleichzeitig wirkt.

Das ist zwar eine Einschränkung, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie man zunächst vielleicht denkt. Man kann den Einfluss der Hüllenkurve auf das Filter mit dem ENV-Regler einstellen oder man stellt beim VCA den Schalter auf „GATE“. Dann wird der Ton beim Drücken einer Taste mit der bei „LEVEL“ eingestellten Lautstärke wiedergegeben und beim Loslassen der Taste bricht er sofort ab. Die Hüllenkurve kann dann rein auf das Filter wirken, was sich hervorragend für Leadsounds eignet. In der Filterabteilung befindet sich auch noch ein Schalter, mit dem man die Hüllenkurve umkehren kann.

Analoger Chorus

Um dem Klang jetzt noch den letzten Schliff zu geben, gibt es den Chorus-Effekt. Der kann in den Stellungen „1“ und „2“ den Klang beeinflussen.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Klang wird mit Chorus besser! Gerade Lead-Sounds sind damit eher nicht so gut bedient. Gut macht er sich hingegen bei Pads (eh klar!). Ein deutliches Rauschen verursacht der Chorus auch, aber das fällt im Arrangement kaum auf.

Trotz des Rauschens wirkt sich gerade der Chorus durch seinen durch und durch analogen Charakter sehr warm und breit auf den Klang aus. Besonders bei den berühmten Juno Pads und Streichern ist dieser Roland Chorus ein elementarer Bestandteil.

Speicherplätze

Der Juno-106 verfügte zum ersten Mal über 128 Speicherplätze, die von Werk aus mit gut klingenden Presets belegt waren und die Vielseitigkeit dieses Klangerzeugers aufzeigten.

Alle 128 Speicherplätze lassen sich problemlos über MIDI-Program-Change-Befehle ansteuern. Wie gesagt, man bedenke, dass wir über den ersten MIDI-Klangerzeuger der Geschichte schreiben.

Die Speicherung geht unproblematisch vor sich. Man verändert den Sound nach Wunsch, drückt den Write-Button und danach eine zweistellige Nummer auf den Programm-Pads. Bingo!

Selbstredend sind alle 128 Speicherplätze überschreibbar und werden auch nach dem Ausschalten durch eine Speicherbatterie gepuffert. Leider gibt diese aber in regelmäßigen Abständen von ca. 2 Jahren ihren Geist auf. Da sich diese Batterie schwer zugänglich im Inneren auf einer Platine befindet, muss man einen Servicetechniker mit dem Wechsel beauftragen – oder man hat ein geübtes Händchen für das Zerlegen solcher Geräte.

Jedenfalls muss nichts gelötet werden :-).

Controller

Links neben der Tastatur, die gemäß jener Zeit nicht anschlagdynamisch ist, findet sich der typische Roland Pitchbend-Modulations-Stick und 3 dazugehörige Schieberegler, mit denen man einstellen kann, worauf dieser „Bender“ wirken soll. Zur Auswahl stehen DCO und VCF.

Der dritte Regler ist für die Modulation der Oszillatoren durch den LFO zuständig. Wirksam wird dieses, wenn man den Hebel nach oben drückt. Über den drei Schiebereglern befinden sich dann noch zwei Drehregler für Lautstärke und Portamento-Geschwindigkeit nebst einem Schalter, um das Portamento an- und abzuschalten. An Betriebsarten stehen Poly 1 und Poly 2 zur Verfügung.

Laut Bedienungsanleitung ist Poly 1 für „normales Spiel“, was immer die Rolands da auch drunter verstehen und Poly 2 soll sich besser für Spiel mit Portamento eignen. Drückt man Poly 1 und Poly 2 gleichzeitig, so versetzt man den Juno-106 in den Unisono-Modus. In dieser Betriebsart erklingen bei jedem Tastendruck alle sechs Stimmen gleichzeitig, was schon ziemlich Druck macht. Der Juno verhält sich nun also wie ein Solosynthesizer. Mir persönlich gefällt der Unisono-Modus des Juno-106 allerdings nicht so gut wie z. B. der des Korg DW-8000. Beim Juno werden die einzelnen Stimmen kaum merklich gegeneinander verstimmt, wodurch es nicht nur zu Schwebungen, sondern zu Phasenauslöschungen kommt. Das Ergebnis klingt dann teils etwas eigenartig.

MIDI-Funktionen des Juno-106

An der Rückseite des Juno-106 befindet sich ein Schalter mit der Aufschrift „Function“. Mit diesem kann man einstellen, wie sich der Juno im MIDI-Verbund verhält. Stellung I:

Hier werden nur Note-on und Note-off übertragen. Stellung II: In dieser Einstellung werden zusätzlich noch die Bender-Stellung und Programmwechselbefehle übertragen. Stellung III: Nun sendet der Juno auch systemexklusive Daten (SysEx). Auf die systemexklusiven Daten möchte ich jetzt noch näher eingehen: Der Juno sendet bei jeder Reglerbewegung den ganzen Sound über Sysex (z. B. an den Sequencer oder an einen zweiten Juno-106).

Weiter sendet er den Sound auch, wenn man ihn anwählt. Wenn man dem Juno einen Sound per SysEx schickt, dann ist dieser nur im Edit-Buffer und wird nicht automatisch abgespeichert. Um das zu erreichen, muss man ihm einen Write-Request schicken. (Ich konnte leider noch nicht herausfinden, wie man das macht). Will man also den ganzen Speicher des Juno mit Sounds vollschreiben, so muss man nach jedem Sound, den man geschickt hat, einen Write-Request, gefolgt von einem Program-Change-Befehl, schicken. Umgekehrt, wenn man also alle Sounds auslesen will, dann braucht man nur per Program-Change alle Programmspeicherplätze durchzusteppen. Der Juno schickt dann automatisch alle Sounds über MIDI hinaus.

Sound Dump, Cassetten-Interface

Im Zeitalter von MIDI-Dumps denkt man keine Sekunde mehr über die Verwendung eines Cassetten-Interfaces zum Sichern und Laden aller Sounds nach. Sollten Sie aber!!!

Verbinden Sie nämlich einen Audioausgang Ihres Computers mit dem Cassetten-LOAD-Eingang des Juno-106, können Sie z. B. in 5 Sekunden alle Werksounds des Juno-106 vom Computer aus in den Juno-106 laden. Die Soundfiles sind im Anschluss an die beiden Audio-Demos angehängt.

Das geht schneller und einfacher als jeder MIDI-Dump. Dazu müssen Sie nur vorher den Button Load auf dem Juno-106 drücken und dann die Übertragung der Sound-Files starten. (Bank A und Bank B bitte nacheinander und zwischendurch auch A und B am Juno-106 umschalten.)

Kurze Anmerkung zu den Klangbeispielen:

Die angehängten Audiobeispiele sind leider fast 20 Jahre alt und Ermangelung eines Juno-106 haben wir für den Relaunch dieses Klassikers entsprechende YT-Video angehängt.

Am Ende der Bass-Sequenz wird der Chorus hinzugeschaltet. Sie können dann deutlich das „Rauschen“ des Chorus hören. Die Orchestra-Sequenz wurde von Anfang an mit dem Chorus erzeugt.

Roland Juno-106 on YouTube

Wir beginnen mit einem Video von AMAZONA.de-Autor Marko Ettlich aus dem YT-Kanal Retrosound.

Ein weiteres Video von Marko vergleicht die beiden Kontrahenten Roland Juno-60 und Juno-106.

Einen ähnlichen Vergleich gibt es auf dem Kanal Synthfighter, allerdings wurden hier einzelne Töne miteinander verglichen:

Und als Ergänzung demonstriert Doctor Mix eindrucksvoll, was sich aus einem Juno-106 alles herausholen lässt:

Was aber sicher auch viele Juno-106 Interessenten wissen wollen, inwieweit kann ein Behringer DeepMind 12 heute einen Juno-106 ersetzen. Wie stark ähneln sich die Klänge wirklich, auch hierzu ein Video:

Fazit

Einfach zu bedienender Analogsynthesizer, der vielleicht nicht ganz die Wärme und Breite seines Vorgängers Roland Juno-60 erreicht. Trotz allem klotzt er mit einem unverwechselbaren Rolandschen Analogsound, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat und sicher auch für aktuelle Musik hervorragend geeignet ist. Egal ob als Flächenleger oder klassische Roland Bass-Lines, der Roland Juno-106 liefert überzeugende und leicht zu erstellende Analogsounds ab.

Preislich ist der Roland Juno-106 in den letzten Jahren im Zuge des Analog-Hypes leider deutlich gestiegen. Findet man eine Versteigerung, enden diese bei ca. 850,- Euro. Internationale Vintage-Händler verlangen sogar deutlich mehr.

Tatsächlich könnte hier für den einen oder anderen ein Behringer DeepMind 12 die bessere Wahl sein. Zum einen bietet er die doppelte Stimmenzahl, besitzt deutlich mehr Features und kostet weniger als ein gebrauchter Juno-106.

Plus

  • toller Klang
  • einfache Bedienung
  • integriertes MIDI-Interface
  • nicht besonders reparaturanfällig (wie ein Juno-60 oder Polysix)

Minus

  • leider steigt der Preis von Jahr zu Jahr

Preis

  • lt. Syntacheles 4/2019 ca. 850,- Euro bei Versteigerungen
  • bei Händlern deutlich teurer
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    schoener beitrag zum schoenen juno 106. habe jedoch eine kleine korrektur zum eintrag, 1. abschnitt.
    der juno ist ein voll analoger synthesizer. Es geht ja gerade um die oszillatoren bei einem analogen synth,zumindest hauptsaechlich.
    der juno besitzt DCOs=Digital Controlled Oscillator, was bedeutet das sie digital kontrolliert und getunet werden, jedoch die sounderzeugung vollstaendig analog ist.
    Analoge oszillatoren neigen dazu sich zu verstimmen durch temperaturschwankungen usw, durch die DCOs wird dem vorgebeugt.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ja, der Juno106 hat schon was.
    Er kann nicht wirklich viel, dafür klingt er immer angenehm (mit dem was er kann).

    Die Kiste einschalten, spielen und in 80er-Sounderinnerungen schwelgen…davon kann man sich schwer trennen… :-)

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Damals war halt alles besser ;). Trotzdem verwendet bereits der Juno-60 DCOs (steht sogar auf dem Gerät drauf). Trotzdem sind DCOs analog. Sie (die Oszillatoren) werden halt nur digital gesteuert, d.h. der Steuerspannungswert wird digital generiert, ist somit nicht mehr von analogen Bauteilen und deren Toleranzen und Schwankungen abhängig, daher stabil.

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ergänzung: Beim programmierbaren Teiler (IC 8253), der für die Oszillator-Frequenz zuständig ist, könnte man sich streiten, ob der aus einem DCO einen Digitalen Oszillator macht. Genaueres dazu gibt es vom ROLAND-Gründer persönlich: http://www.....Code=15362

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Immer liest man die Frage, welcher Juno nun der Bessere sei…??? Das muss jeder für sich selbst entscheiden denn beide klingen keineswegs identisch. Der 60er klingt etwas kraftvoller und breiter und der 106er etwas sanfter und weicher. Aber beide klingen hervorragend! Der Juno Sound ist 80`s pur.

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hi Hab das Teil Gestern gekauft. und immer wenn ich ein Sound einspiele und dabei eine der beiden Chorus Tasten einschalte hör ich ein Rauschen ist das Normal ????

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      Tyrell  RED 1

      Ja das ist normal. Der Chorus im Juno 106 ist der reinste Rauschgenerator. Er klingt zwar wirklich hervorragend und trägt auch zum breiten Klangbild bei, sollte aber für Studioaufnahmen von einem externen Chorus ersetzt werden, da man sonst das Rauschen in leisen Passagen deutlich hört.

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        actionjaxon

        Ist aber garnicht so einfach, nen passen externen Chorus zu finden, der nach Juno klingt. Die alten Boss (Ce 1-3) sind zu unauffällig, dass DC3 hatte ich noch nicht in den Fingern. Momentan mein Favorit: Boss RCE 10. Digitaler Stereo Chorus aus den Mid 80s.

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    Neven Dayvid

    OK, der Juno 6 / 60 klingt schon breiter, wärmer und charmanter.
    Was mich aber immer wundert, daß der JX3P noch so unterbewertet ist, da er klanglich absolut den typischen Roland Mitt-80-Sound erzeugen kann. Ich habe ihn mal AB-getestet gegen den Juno 6, und da hat wirklich nicht viel gefehlt.
    Mir hat der JX3P besser gefallen als der Juno 106.

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    division  

    Bezüglich des LFO Delay Time Reglers wäre vielleicht noch erwähnenswert, daß er nicht die Pulsweitenmodulation beeinflußt. Die PWM setzt also immer ohne Verzögerung ein.

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    microbug  

    Leider hier wieder der gleiche Fehler wie auch in einem anderen Artikel: Der MIDI-Gegenspieler des Prophet-600 war der Jupiter-6 und nicht der Juno 106. Zur Erinnerung: DX7 kam 1983 und hatte bereits MIDI. Kann also garnicht stimmen:)

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    SebastianS

    Wie viel würdet ihr heute für einen gut erhaltenen, funktionstüchtigen Juno106 ausgeben? Im Bericht steht was von „um die 300€ bei ebay“. Allerdings ist das meiner Meinung nicht mehr realistisch, der Wert scheint in etwa bei 500€ zu liegen. Was meint ihr?

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      AMAZONA Archiv

      momentan sind 500-600 Euro zu blechen, wenn er in gutem zustand ist.

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        actionjaxon

        …und einen im einwandfreien Zustand zu finden, wird immer schwieriger. Optische Makel sind für mich eher nebensächlich, aber fehlende Fader/Regler, leere Pufferbatterienen, defekte Stimmen, irgendwas ist meistens….und trotzdem werden noch locker 400 Euro verlangt.

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      Bjoernhard

      Meiner hat 450€ bei Ebay gekostet, ein Regler ist ein bisschen schief, der aber trotzdem noch – wie alles andere – perfekt funktioniert.

  11. Profilbild
    Bjoernhard

    Hat jemand Erfahrung mit dem Laden der Sounds? Habe alles vorschriftsmäßig verkabelt und jede erdenkliche Übertragungslautstärke ausprobiert, trotzdem gibt er mir immer „Error“ aus… gibts irgendeinen Trick dabei?

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    Volt_Age_84

    Ich liebe meinen Juno 106. Ich komm aus der Synthwave/Retro/80s Szene und das ist das PERFEKTE Gerät für den Sound. Obwohl die Möglichkeiten Limitiert sind kann man immer wieder neue sounds entdecken gerade wenn die resonance ordentlich aufgerissen ist :)
    Ob da wohl in nächster Zeit mal das KIWI Update reinkommt…?

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    Son of MooG  AHU

    Ich war nie in Versuchung, meinen Juno-6 gegen den 106 einzutauschen. Der hatte keinen Arpeggiator, keine PWM per ENV und nur vierstufigen HPF, ganz abgesehen vom schmaleren Grundsound. MIDI war damals noch kein Thema für mich und Programmspeicher brauchte ich angesichts der überschaubaren Parameteranzahl auch nicht. Heute würde ich wohl eher einen DeepMind12 als einen gebrauchten 106 kaufen…

  14. Profilbild
    shebsen

    Das waren noch Zeiten, als die Kiste für 300€ zu haben war. Zur Zeit des Erscheinens dieses Beitrags 2007 habe ich gerade meinen Jupiter 4 für 150€ geschossen. Those were the days.

  15. Profilbild
    Urgesicht

    Für mich gehört der Juno 106 einfach zu den 80ern, wie die Currywurst zu Berlin! Einer meiner alltime Synthi-Lieblinge, einschalten, spielen und in Erinnerungen schweben

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      JohnDrum  

      Ich habe irgendwann 100.- DM gezahlt. War nicht sicher, ob er defekt war. Letztendlich habe ich nur die Batterie ausgetauscht.

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    defrigge  

    Das mit Berlin und der Currywurst und dem Juno 106 und den 80ern stimmt wohl – und in dem Zusammenhang verstehe ich alle nostalgischen Anhänglichkeiten (allerdings nicht die lächerlichen Preistendenzen für einen gebrauchten Juno 106).
    Obwohl die Unterschiede zum Juno 60 vielleicht keine Welten ausmachen, machen sie für mich immer noch den entscheidenden Unterschied. Ein Juno 106 klingt für mich einfach flacher und eindimensionaler (und auch ansatzweise „blecherner“) als ein Juno 60 (auch ohne Chorus), und definitiv nicht so rund und breit. Er ist ok, aber absolut nicht mein Ding, genau wie der Behringer Deep Mind mich weder klanglich noch funktional anspricht: ein Controller Feld für beide Hüllkurven bei schnellen Sound-Anpassungen, das ist ein völliges K.O-Kriterium für mich.
    Den gut und mit „analoger Erinnerungswärme“ geschriebenen Artikel habe ich trotzdem gern gelesen.

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    costello  RED

    Gerade der etwas elektronischere und weniger warme Klang des Juno 106 hat manche Künstler angesprochen. Für William Orbit war es einer der Hauptsynthesizer auf Madonnas „Ray of Light“. Ehe man dafür aber mehr als 1.000 Euro auf den Tisch legt, sollte man auf alle Fälle schauen, ob der Synthesizer irgendwelche Probleme mit dem Chip 80017A hat. Merkt man an fehlender Filterkontur beim mehrmaligen Anschlagen eines Sounds mit viel Resonanz. Bei meinem Polysix war am Anfang auch der Filterchip bei einer Stimme defekt.

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      #n3rd4l3r7  

      Die Frage die ich mir stelle ist, ob ich überhaupt bereit wäre über 1000 EUR für einen nahezu 30 Jahre alten Synth auszugeben. Nein, wäre ich nicht. Haptik, Vintage und/oder Nostalgiefaktor hin oder her.

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        Hectorpascal  AHU

        Komischerweise habe ich öfters diese Synth-Momente in Songs die mir auf anhieb gefallen. Wenn ich dann nachschaue ist es häufig ein Juno. Ist es nun der Klangcharakter an sich oder der Hype? Antwort: Der Hype! Was zählt ist der Musiker und die Idee!
        Mein Lieblingsvideo zum Juno derzeit:
        https://www.youtube.com/watch?v=56SJhX83duQ
        Edit: Ein Roland SH-2 ist wohl auch dabei. :)

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        TobyB  RED

        Hallo Nerdleader,

        Wenn man die 1000€ über hat, warum nicht. Man muss natürlich auch bereit sein, solche Kisten zu pflegen. Nur durch rumstehen, werden die auch nicht besser. Siehe Elkos, Bufferbatterien oder Durchbrennen vom 80017A IC. Ein junger Kollege wird sich das sicher überlegen oder nach Alternativen suchen. Was auch gut ist. Ich hab sowohl Spass mit dem Juno106 oder dem System 8 beides hat beides hat seinen Reiz.

    • Profilbild
      defrigge  

      Mein Lieblingsvideo über Roland-Synthesizer und Roland-Gear ist gerade dies von Alex Ball:
      https://youtu.be/JcbpRMZIQ8g
      Die Doku ist lievevoll und richtig informativ gemacht. Auch wenn mein Roland-Interesse zeitlich weitgehend (von wenigen Ausnahmen wie der TR8s abgesehen) beim VSynth endet: diese Doku ist nicht nur ein Genuss für die Augen, sondern auch für die Ohren. Was Firmen wie Roland, Korg und andere damals seit den 70ern so alles auf den Weg gebracht haben, finde ich gerade im Rückblick beeindruckend.

  18. Profilbild
    Kari  

    Ich habe gestern aus Neugierde versucht den „Juno 106“ mit verschiedenen Synth’s nachzubilden.

    Benutzt wurde ein „Analog Four MK1“, ein üppiges Eurorack System und ein Virus Ti2.
    – Analog Four: Lead’s waren sehr ähnlich, Pad’s klangen ebenfalls gut, aber eben nicht nach Juno106.
    – Eurorack: Leider nur monophon dafür aber mit der Möglichkeit verschiedene Filter zu testen.
    Allerdings besitze ich noch keine Chorus Modul, daher wurde der des A4 genutzt.
    Die Lead’s und Pads klangen ausgezeichnet, doch auch hier fehlte der Charakter des Juno’s.
    – Virus Ti2: Da dieser komplett digital ist, wurde dieser als letztes verwendet. Die Flächen waren sehr nah dran! Auch die Lead’s waren sehr überzeugend, doch fehlte die rohe „Power“ der analogen Oszillatoren. Um einen analogen Charakter zu simulieren wurden daher noch einige trick’s verwendet, allerdings ohne zusätzlichen Effekte oder Unison.
    Fazit: Jeder Synthesizer hat seinen eigenen Charakter, bestimmt durch die einzelnen Komponenten im Signalpfad. Ich war erstaunt, dass ausgerechnet der digitale Virus, am ehesten nach Juno klang.

    Ich suche noch ein Chorus Modul fürs Eurorack und würde mich sehr freuen falls jemand eines empfehlen kann. (Muss nicht zwingend ein 106er Klon sein!)

    • Profilbild
      CC

      I’m muffwiggler forum gibt’s im White Market DIY Bausätze. Ich habe 2 gebaut und bin sehr zufrieden. Irgendwo war auch ne modanleitung um Zugriff auf die Parameter zu haben, aber das wollte ich mir nicht mehr geben.
      Der Anbieter hat den Namen strat-1 und der thread heißt 106 chorus by FEEDBACK.

      • Profilbild
        Kari  

        Vielen Dank!
        Werde ich mir genauer anschauen.
        Allerdings habe ich bisher leider noch kein DIY Erfahrung, bin aber gerade am einlesen, Löten lernen usw.

    • Profilbild
      #n3rd4l3r7  

      Ich bin der Meinung, dass der Chorus bei den Junos DEN Sound macht. Alles andere lässt sich relativ leicht nachbauen. Das Problem ist und bleibt der Chorus.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Kari,

      ich habe sowohl einen Juno 106 als und einen Boss RCE10. Letzterer stammt aus der Boss Mikrorack Serie und nimmt eine 19“ HE ein. Klanglich peppt der z.B ein System 8 sehr gut auf. Neben dem Chorus ist auch noch Ensemble an Board und ein EQ für die Bestimmung welches Frequenzband moduliert werden soll. Für 100 – 150 € ist das auch gebraucht eine Alternative.

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