Green Box: Roland D-50, D-550 digitaler Kult

29. Oktober 2016

Ruhm und Ehre für ein Jahr

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Vorwort der Redaktion

Ein echter Klassiker verdient die Bezeichnung nur, wenn von ihm auch viele Jahre nach Produktionsende eine starke Anziehungskraft ausgeht. Beispiele aus der Analogwelt gibt es viele, aber auch aus den Hochzeiten der Digital-Ära dürfen heute einige Synthesizer als „Klassiker“ bezeichnet werden. Wahrscheinlich habe ich mir aus diesem Grund vor gar nicht all zu langer Zeit einen Yamaha TX7 zugelegt, der in kompakter Größe und mit entsprechendem Editor ausgerüstet vielseitig einsetzbar ist, dabei aber eben doch klanglich diesen Vintage-Charme versprüht, der mit modernen FM-Plug-ins gar nicht oder nur ähnlich erreichbar ist. In genau jene Ära fällt auch der Roland D-50.

Faszinierend dabei ist aber vor allem die enorm kurze Zeitspanne, in der der Roland D-50 zu Ruhm und Ehre gelang. Um genau zu sein, 1 Jahr. Auf der NAMM-Show 1987 war er die Sensation, um bereits nach 12 Monaten durch den Korg M1 verdrängt zu werden. Innerhalb dieses Zeitraums war der Roland D-50 Sound aber omnipräsent. Kaum ein Pop-Act, der seine Tracks nicht mit dem Sound des Roland D-50 veredelt hat. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Debut-Album von George Michael FAITH oder Prince LOVESEXY. Aber auch zahlreiche Hits sind für immer mit den markanten Werksounds dieses Klassikers verbunden wie z.B. ORINOCO FLOW von Enya.

Bei all diesem Ruhm fragt man sich natürlich, warum der Roland D-50 bis heute nicht ein einziges Mal als Plug-in-Version erschienen ist. Da wir annehmen, dass ein solches Plug-in durchaus auch wirtschaftlich Erfolg hätte (wie z.B. das M1 Plug-in von Korg), haben selbst wir auf diese Frage keine plausible Antwort. Nur eineinziges Mal hat ROLAND den Klassiker wieder aufleben lassen und zwar quasi als Plug-in des ROLAND V-SYNTH (2003) sowie der Expander-Version ROLAND V-SYNTH XT (2005). Aus dem Grund gehört der V-SYNTH XT heute noch in mein All-Time-Favourite-Set-Up. Nicht nur dass die Bedienung gegenüber dem Original deutlich einfacher geworden ist (dank Touch-Screen), sondern nach meiner Meinung das Original auch noch 1:1 reproduziert und zwar ohne das nervige Rauschen im Hintergrund. Genau an diese Stelle beklagen Puristen aber wiederum die fehlende Authentizität. Übrigens: Die Übereinstimmung zwischen D-50 und V-Synth geht weit über eine Kompatibilität von Soundfiles hinaus. So verrichtet z.B. ein D-50 Editor-Environment für LOGIC seine Arbeit am V-SYXNTH-D50 tadellos. Ich nehme sogar an, dass der Hardwarecontroller PG1000, über MIDI verbunden den V-SyntH-D50 ebenso steuern können sollte. Ausprobieren konnte ich das allerdings bislang noch nicht.

Als kleine Nebeninfo für Interessenten des V-Synth: Die D50-Karte ist in der Expander-Version V-SYNTH XT bereits fest implementiert. Nicht so bei der Keyboardversion. Hier also bitte darauf achten, die Karte mit zu erwerben, da die Karte einzeln bereits horrende Preise am Gebrauchtmarkt erzielt. Die Expanderversion hat darüber hinaus den Vorteil, dass sich der Betriebszustand zwischen D-50 und V-Synth ohne Neustart des Synthesizers vollziehen lässt.

Und abschließend: NEIN, dem Nachfolger Roland V-SYNTH GT wurde keine Möglichkeit mitgegeben, um sich in einen Roland D-50 verwandeln zu können. Traurig aber wahr. Und auch diese Entscheidung bleibt für uns ein Rätsel. Aber wer weiß, vielleicht kommt Roland eines Tages mit einem Boutique-Synthesizer um die Ecke und präsentiert uns ein D-50 Plug-out. Schön wär’s.

Bis dahin bleibt uns aber auf dem Gebrauchtmarkt neben den drei erwähnten Modellen auch noch der 19″-Expander D-550, der ebenfalls für die extrem charismatischen und unverwechselbaren Sounds dieser Serie steht.

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an Hartmut Schwahn, der uns die wunderbaren Bilder zur Verfügung gestellt hat. Viel Spaß nun bei dem folgenden GREEN BOX Report unseres Vintage-Spezialisten Marko Ettlich.

Euer „Tyrell“

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Rolands Synthesizer-Bestseller

Diesmal geht es in der Amazona Green Box um einen sehr erfolgreichen Synthesizer aus dem Hause Roland. Der Roland D-50 gehört neben dem Yamaha DX7 und der Korg M1 zu den meistverkauften Synthesizern. Erstmals zu hören war der Prototyp des D-50 auf der Frankfurter Musikmesse im Jahre 1987. Damals rief das Instrument beim Fachpublikum wie beim musikalischen Laien großes  Erstaunen hervor. Zum einen war es der volle und warme Klang und zum anderen die für die damalige Zeit unglaublich realistischen Klangfarben.

Der rein digitale D-50 vermochte so kraftvoll wie ein Analog-Synthesizer zu klingen und konnte ebenso klare, präzise Klangfarben erzeugen, die man sonst eher dem DX7 zuschreiben würde. Der D-50 verband somit das Beste aus beiden Welten und konnte eine riesige Bandbreite an universell einsetzbaren Sounds erzeugen. Eine weitere Sensation war der Einbau einer aufwendigen Effekteinheit inklusive Hall. Die Bedienung orientierte sich dabei an der klassischen Analog-Synthese und war für jedermann gut verständlich. Für nur knapp 4000 D-Mark bekam man den (Synthesizer)-Himmel auf Erden. Folglich avancierte der D-50 zu einem der kommerziell erfolgreichsten Synthesizer und hat selbst nach gut 22 Jahren immer noch eine treue Fangemeinde.

Unzählige Spät-80er Pop- und Rock-Produktionen schienen ohne den D-50 Sound nicht mehr auszukommen. Die hervorragend programmieren Werksklänge waren allgegenwärtig und wurden so fast zum Klischee. Enyas Hit „Orinoco Flow“ wäre ohne den Werkssound „PizzaGoGo“ vermutlich nie entstanden. Zu hören ist der D-50 beispielsweise auch auf Foreigners „I Don’t Want to Live Without You” (Preset: Soundtrack), Paula Abduls “Straight Up” (Preset: Trumpet), auf Michael Jacksons Bad oder J.-M. Jarres Revolutions-Album. Die Liste der D-50 User und Songs ließe sich unendlich fortführen.

Auch als Live-Keyboard erfreute sich D-50 großer Beliebtheit. Er war handlich, robust und hatte sehr viele universell einsetzbare Standard-Sounds von ausgezeichneter Qualität im Speicher.

On My Way In LA

Der D-50 „Linear Synthesizer“ arbeitet mit der sogenannten Linear-Arithmetic-Synthese. Was sich erstmal recht futuristisch anhört, ist so simpel wie genial. ROM-Speicherplatz war zur damaligen Zeit noch recht teuer und so kamen die findigen Roland Ingenieure auf die Idee, kurze Attack-Samples mit „analogen“ Schwingungsformen zu kombinieren. Dabei machte man sich die Erkenntnis zu Nutze, wonach das menschliche Ohr den Klangcharakter eines Instruments schon innerhalb der ersten Millisekunden identifizieren kann.

Die wichtigsten Synthese-Parameter

Die wichtigsten Synthese-Parameter

Die digitalen Oszillatoren mit ihren Standard-Schwingungsformen lieferten den Grundstock einen Klanges, den Klangkörper (das Sustain) und die vorgeschalteten Attack-Samples gaben dem Sound den jeweiligen Klangcharakter. Allein durch den Austausch dieser Attack-Samples war es somit möglich, dem Sound eine völlig andere Richtig zu geben. Beispielsweise wurde beim Sample „ViolinBow“ nur der Anstrich des Bogens gesampelt. Kombiniert man nun dieses Sample mit einem Sägezahn, erhält man einen sehr authentischen Streicher-Sound und das mit einem Minimum an Speicherplatzbedarf.

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Die Klangerzeugung des D-50 lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen: den Sample-Bereich und den Synthese-Bereich. Im Sample-ROM des D-50 fanden einen Vielzahl von Attack-Samples der unterschiedlichsten perkussiven Instrumenten wie Pianos, Streicher, Holz- und Blechbläser ebenso wie geloopte Schwingungsform-Samples und One-Shot Samples Platz. Die Samples wurden mit einer Auflösung von 16 Bit aufgezeichnet und haben teilweise eine leichte Rauschfahne.

So setzt sich ein D-50 Sound zusammen

So setzt sich ein D-50 Sound zusammen

Die ersten 47 Schwingungsformen sind reine Attack-Samples. Hier findet man beispielsweise Einschwingphasen von Instrumenten wie Klavier, Bass, Streicher, Gitarre, Holz- und Blechbläser, Marimba, Xylophon und noch einiges mehr. Die nächste Gruppe sind die Loops, wobei besonders die sogenannten Spectrum-Loops sehr interessant sind. Sie enthalten lediglich den oberen Bereich des Obertonspektrums eines Klanges, der unabhängig von der Grundfrequenz geloopt wurde. Grundlage waren Gläser, Hammerschläge und Glocken-Sounds. PCM-Sound 76 ist ein Noise-Loop, der gestimmt und tonal gespielt werden kann.

Bei den letzten 24 Samples handelt es sich um Sample-Loops mit unkorrekten Loop-Punkten. Hier wird richtig wild durcheinander gesprungen, teilweise sogar mit Wechsel der Tonhöhe. Diese Sample–Loops sind ideal für rhythmische Effekt-Sounds. Der Werkssound Digital Native Dance lebt allein von diesen Achterbahn-Loops. Im Gegensatz zu den Oszillatoren können die PCM-Samples nicht gefiltert werden und durchlaufen so nur noch den Verstärker und die Effektabteilung.

Alle internen Samples im Überblick

Alle internen Samples im Überblick

Die digitalen Oszillatoren des D-50 erzeugen Sägezahn und Rechteck. Die Pulsbreite ist per Anschlagdynamik, Aftertouch und LFO modulierbar. Eine Besonderheit des D-50 ist die ebenfalls modulierbare Sägezahn Schwingungsform. Dazu muss man wissen, dass der D-50 Sägezahn gar kein richtiger Sägezahn ist, sondern durch Berechnung aus der Pulsschwingung gewonnen wird. Außergewöhnlicher Nebeneffekt: eine „Sägezahn-Pulsbreitenmodulation“. Beim Sägezahn ergibt sich bei eingestellter PW= 00 ein „reiner“ Sägezahn, dessen Frequenz allerdings eine Oktave höher, als die der Pulsschwingung liegt. Will man diesen „reinen“ Sägezahn nutzen, muss man gegebenenfalls den Oszillator noch um eine Oktave nach unten stimmen. Wenn man aber die Pulsbreite weiter erhöht, hört man wieder den eigentlichen tieferen Ton. Auch beim Sägezahn wird der Klang bei zunehmender Pulsbreite nasaler. Die Stimmung der Oszillatoren kann grob in Halbtonschritten und fein mit +/-50 Cents vorgenommen werden. Die Tonhöhe ist natürlich per LFO und Hüllkurve modulierbar.

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Gut gefiltert und veredelt

Je nach Verschaltung durchlaufen die rohen Schwingungsformen ein resonanzfähiges digitales Tiefpassfilter (Time Variant Filter genannt) mit mehrstufiger Hüllkurve. Beeinflussen lässt sich das Filter durch einem der drei LFOs oder durch die für das Filter zuständige Hüllkurve. Bei der Hüllkurven-Modulation stehen weitere Einflussgrößen zur Verfügung: Envelope Depth (Intensität der Wirkung auf das Filter), Velo Range (Intensität per Tasten-Anschlag), Key Follow Depth (je höher der Ton, um so mehr beeinflusst die Hüllkurve das Filter) und Key Follow Time (mit zunehmender Tonhöhe verkürzt sich die Envelope).

Nachdem der Klang das Filter passiert hat, gelangt er in den Verstärker (Time Variant Amplifier). Hier kann auf die Lautstärke per Velocity und LFO Einfluss genommen werden. Das aus dem Roland JX-10 und MKS-70 bereits bekannte Chase Play wurde im D-50 ebenfalls übernommen. Es ermöglicht, das Signal des Lower-Tones im Verhältnis zum Upper-Tone leicht verzögert auszugeben, was für interessante Delay-Effekte sorgt.

Der D-50 ist maximal 16-stimmig polyphon. Diese 16 Synthesizer-Stimmen nennt man hier Tone. Jeder Tone besteht aus zwei Partials. Ein Partial ist eine Klangkette aus Oszillator oder Sample, einschließlich Filter, Hüllkurven und LFOs. Bis zu vier Partials lassen sich zu einem Patch zusammensetzen. Sind zwei Tones übereinander gelegt, spricht man vom Dual-Mode. Das Gerät ist dann folglich nur noch 8-stimmig spielbar. Ob nun ein Tone aus zwei Samples, zwei Oszillatoren oder aus einer Kombination aus beiden bestehen soll, wird in den Structures geregelt. Sieben dieser Verschaltungsmöglichkeiten sind geboten. Dabei ist auch eine Ringmodulation (mit R gekennzeichnet) vorgesehen, um bei Bedarf auch metallische und disharmonische Klänge zu erzeugen. Dynamische Klangverläufe bei der Ringmodulation sind beispielsweise möglich, wenn eine Hüllkurve die Tonhöhe eines Partials moduliert.

Ein echter Quantensprung war die damals erstmals in einen Synthesizer verbaute Effektabteilung mit verschiedensten Reverb- (inklusive Gate und Reverse) und Stereo-Chorus- (inklusive Flanger, Tremolo) Effekten und einem 2-Band Equalizer. Die Effekte sind für jeden Tone separat einstellbar und wirken auf  beide Partials gleichzeitig. Nicht weniger als 32 unterschiedliche Hall- und Delay-Algorithmen lassen sich auswählen. Für die damalige Zeit ist die Qualität durchaus als sehr gut zu bezeichnen.

Der schon früher erschienene Korg DW-8000 bot nur ein Digital-Delay. Im D-50 hatte man nun eine große Palette der beliebtesten Effekte als Bestandteil der Sounds, gerade für die Bühne ein unschätzbarer Vorteil. So musste man nicht mehr die verschiedensten Effektgeräte mit rumschleppen und jedes Mal neu anpassen.

Beim D-50 wurden sogar erstmalig in einem Synthesizer 20 Bit D/A-Wandler eingesetzt. Dass der D-50 aber dennoch ziemlich stark rauscht, liegt an der damals noch weitgehend unausgereiften Digitaltechnik. Die Rauschfahne lässt sich nicht immer leicht kaschieren, gehört aber zum Charme des D-50 irgendwie dazu.

Bedienung bitte

Die 61er Tastatur des D-50 besitzt Anschlagdynamik und Aftertouch und lässt sich recht angenehm spielen. Gerade der Aftertouch lässt sich sehr feinfühlig einsetzen, was leider nicht bei allen Roland Synthesizern der Fall ist. Dynamische Klangveränderungen beim Spielen sind somit gut möglich, z.B. lässt sich per Aftertouch ein Partial ein- und ausblenden.

Als weitere Spielhilfe verfügt der D-50 über den Roland-typischen Bender. Nach hinten gedrückt lässt sich die Modulation (leider nicht die Filterfrequenz) auslösen, rechts bzw. links ist für das Pitch-Bending zuständig. Auffällig ist der von der Korg Wavestation und dem Prophet VS bekannte Joystick neben dem Bedienpanel, mit dem sich das Mischungsverhältnis der Tones und Partials beeinflussen lässt.

Auch wenn die Parameterliste des D-50 recht überschaubar ist und sich die LA-Synthese am klassischen, analogem Prinzip orientiert, so kann man hier kaum von einer komfortablen Bedienung des D-50 sprechen. Das kleine 2×40 Zeichen Display und nur sieben Funktionstasten vergraulen einem die Lust am Programmieren. Gut dass sich der D-50 über Software Editoren wie Sound-Diver (nur noch gebraucht erhältlich) editieren lässt. Allerdings ist es nicht möglich, z.B. per Bankloader die Patches per MIDI-Dump auf bestimmte Speicherplätze zu laden. Dies ist erst beim Rackmodel D-550 möglich.

Wer nicht „Mausschubser“ sein möchte, kann sich nach dem Hardware Programmer PG-1000 auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Der PG-1000 arbeitet mit Sys-Ex Befehlen und erlaubt den komfortablen Zugriff auf alle Parameter des D-50 und ist jedem D-50/ D-550 User ans Herz zu legen. Die Bedienung ist recht einfach. Dafür sorgen auch das gut lesbare und beleuchtete Display und der logische Aufbau der Einheit. Gut gelöst wurde, dass mehrere zusammenhängende Funktionen (z.B. alle Hüllkurven-Levels) gleichzeitig dargestellt werden können. Welchen Wert man letztendlich verändern will, bestimmt  man einfach durch das Drücken auf den jeweiligen Taster unter dem Display.

D-50 Programmer: PG-1000

D-50 Programmer: PG-1000

Hat man erst einmal selber Sounds erstellt, lassen sich diese in 8 Bänken mit jeweils 8 Speicherplätzen ablegen. Ein Sound (Patch) enthält die komplette Kombination aus den Tones und Effekten. Weiterhin konnte man 64 weitere Sounds auf einer externen Memorycard ablegen. Die Memorycards gab es als RAM- oder ROM-Karten. Gerade für den D-50 gab es eine Vielzahl an ROM-Karten direkt von Roland oder von Drittanbietern. Es war die Zeit, in der man mit selbst erstellten Sounds noch viel Geld verdienen könnte.

MIDI-seitig ist der D-50 recht spartanisch ausgestattet. Das größte Ärgernis ist sicherlich der fehlende MIDI-Multimode. Beide Tones eines Patches lassen sich aber auf getrennten MIDI-Kanälen ansprechen. Der MIDI-Mono-Mode (auch Gitarren-MIDI-Mode genannt) erlaubt es, einzelne Stimmen auf verschiedenen Kanälen zu empfangen, allerdings nur mit einem separatem Klangprogramm.

D-50 ROM- und RAM-Cards

D-50 ROM- und RAM-Cards

Diesem Manko nahm sich der Entwickler Oliver Schwarz an und fertigte Ende der 80er Jahre die Musitronics Multimode Expansion für den D-50 M-EX. Die Erweiterung, die es auch heute noch  erhältlich ist, macht den D-50 8-fach multitimbral und stattete ihn mit zwei neuen Keyboard-Modes aus. Die MIDI-Kanäle wurden in den Multi-Parts frei zuweisbar gemacht und die bis zu acht Tastaturzonen erweitern den D-50 wirklich beträchtlich. Die Anzahl der Speicherplätze wurde sogar verdreifacht.

Weiterhin sollte auch nicht verschwiegen werden, dass das MIDI-Timing des D-50 sehr zu wünschen übrig lässt. Der D-50 reagiert unterschiedlich und mit Verzögerungen auf eingehende Notenbefehle. Das macht sich besonders bei kurzen Sequencer- und Bass-Sounds negativ bemerkbar.

Die Roland-LA Enkel

In puncto MIDI hat man beim etwas später erschienenen Rackmodell D-550 einige Verbesserungen eingebracht. Der zwei Höheneinheiten große, aber sehr tiefe (40 cm!) D-550 hat ein weitaus besseres MIDI-Timingverhalten als der D-50 und verfügt über einen besseren Grundsound. Der Klang ist einfach klarer und transparenter. Allerdings vermisst man beim D-550 den Joystick zum Verändern des Mischverhältnisses der Partials und Tones.

Das Rackmodell D-550

Das Rackmodell D-550

Die abgespeckten LA Synthesizer D-20, D-10, D-5 und D-110 reichen klanglich nicht an den D-50 heran und das betrifft nicht nur die Grundfunktionen. Die MIDI-Funktionen wurden sogar teilweise drastisch erweitert, ein Floppy Laufwerk hinzugefügt und der D-20 bekam schließlich einen Sequencer spendiert. Der volle und warme Klang des D-50 wurde nicht mehr erreicht. Allerdings waren diese D-50 Ableger auch für weniger Geld am Markt erhältlich.

Einige Jahre später erschien dann noch der Roland D-70, als Super-LA-Synthesizer in der Werbung bejubelt. Mit 76 Tasten und Multimode sollte er an der großen Erfolgt des D-50 anknüpfen. Diese Rechnung ging für Roland nicht auf, denn der Klang des D-70 hat mit dem D-50 überhaupt nichts mehr gemein. Er erinnert vielmehr an die neue Roland JV-Synthesizer-Generation. Er ist also nur noch ein schnöder Rompler. Allein die umfangreichen Masterkeyboard-Funktionen des D-70 waren lobenswert.

Für den ersten Roland V-Synth gab es eine Steckkarte, welche die komplette Synthese des D-50 nachbildete und so den Sound auf ein modernes Instrument übertrug. Ich konnte selbst einen Vergleich machen und musste dabei feststellen, dass der Charakter schon in einigen Bereichen mehr oder weniger erreicht wurde, aber trotzdem Unterschiede hörbar waren. Der D-50 hat viel angenehmen „Schmutz“ im Klang und das lässt sich so nicht emulieren.

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Crème de la Crème

Viele D-50 Klänge wie Staccato Heaven, Future Pad, Digital Native Dance, Fantasia oder Soundtrack, um nur ein paar Sounds zu nennen, sind mittlerweile Legende – teilweise bis heute kopiert und doch nie ganz erreicht.

Ich selbst setze meinen D-550 am liebsten für dezente Flächen und PPG-ähnliche Digitalsounds ein. Der D-50 ist kein „Rowdie“, der sich in den Vordergrund drängt. Seine Stärke sind mehr die dezenten Klangfarben. Hauch und Röchel beherrscht er wie kein anderer, annähernd vielleicht noch der JD-800. Durch die Kombination von Schwingungsformen und disharmonischen Spektren erinnert der Sound oft an den Sequential Circuits Prophet VS oder PPG Wave. DX7-ähnliche Klänge wie auch satte analoge Synthie-Bläser und subtile Flöten-Sounds gehören zum breiten Klangspektrum des D-50. Die Fülle an guten und allseitig einsetzbaren Flächensounds ist sehr groß und macht den D-50 zu einem ausgezeichneten „Teppichleger“.

Wer also den typischen, Spät-80er Jahre Sound mag, sollte sich den D-50 oder D-550 ruhig einmal näher anschauen. Die Geräte sind recht häufig zu finden und bei Gebrauchtmarktpreisen von 200 bis 300 Euro riskiert man wirklich nicht viel. Ich hatte meinen D-550 sogar schon einmal verkauft, dann schmerzlich vermisst und schließlich wieder gekauft. Das sagt doch alles.

Budget-Varianten

Mit dem Roland MT-32 brachte Roland erstmals eine preisgünstige Version des Roland D-50 auf den Markt. Obwohl sie sehr erfolgreich war und auch über einen Multimode verfügte, war der ROLAND MT-32 Expander nie ein vollwertiger Erdsatz für das Original. Er erreichte weder die Klangvielfalt, noch die Wärme seines großen Bruders.

1988 erschien mit Roland D-10 (Keyboard), Roland D-20 (Keyboard mit Sequencer) und Roland D-110 (Rack-Expander mit zusätzlichen Drumsounds und Einzelausgängen) eine ganze D-Familie für den Budget-Bereich, die aber ebenso wie der MT-32 klanglich dem Original nicht das Wasser reichen konnte.

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Erst 1990 erschien mit dem Roland D-70 ein würdiger Nachfolger, der allerdings auf Grund seines 76-Tasten-Umfangs nicht jedermanns Geschmack war und dem damaligen Geschmack nach „realistischen Akustik-Sounds“ der Korg Workstations nur wenig entgegenhalten konnte. Heute zählt der Roland D-70 zu den Hidden-Champions. Aber auch er ist klanglich ein vollkommen eigenständiges Produkt, erinnert zwar deutlich an den Roland D-50, ist aber dennoch kein Ersatz für ihn, wenn man eben genau jene Sounds sucht, die den Roland D-50 berühmt gemacht haben.

Zum Abschluss wie üblich noch ein Video aus meinem YT-Retrosound-Kanal zur Demonstration des Roland D-50:

Und hier noch eine wunderbare Performance von Kebu auf dem Roland D-50:

Fazit

Der Roland D-50 bietet auch heute noch einen charismatischen und einzigartigen Sound, der eigentlich nur durch die Emulationen im Roland V-Synth und Roland V-Synth XT erreicht werden kann. Nach Jahren eines Gebrauchtmarkt-Tiefs von 200 Euro steigt der Wert für einen Roland D-50 inzwischen wieder deutlich an und liegt mittlerweile wieder bei über 400 Euro.

Plus

  • extrem eigenständiger Klangcharakter
  • erweiterbar durch die Musitronic-Erweiterung M.EX und PG-1000 Controller
  • als Rack und Keyboard erhältlich

Minus

  • deutliches Grundrauschen (nicht vorhanden in der V-Synth-Variante)
  • MIDI-Timing lässt zu Wünschen übrig (nicht in der V-Synth Variante)
  • kein Multimode

Preis

  • Laut Syntahceles Liste Oktoberber 2016:
  • Roland D-50: ca. 400 Euro
  • Roland D-550: ca. 280 Euro
  • Roland V-Synth mit D-50 Erweiterung: ca. 900 Euro
  • Roland V-Synth XT: ca. 1.100 Euro
  • Roland D-50 Karte VC-1 für Roland V-Synth: ca. 250 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Alex_KIDD

    hallo an die Gemeinde,
    sehr schöner Test…
    Ich habe einen d550 und bin ebenfalls sehr zufrieden.Wenn man den „Schlagersektor“ der Endachziger betrachtet, so ist der D50/550 mehr verwendet worden, als die M1 von Korg
    Beispiel: Flippers Album „Nur für dich“ 1988 in den 12 Liedern tummelt sich fast immer „Staccato heaven“ oder bei Roger Witthaker („Die goldenen Zeiten“) aber auch im Popbereich international, waren die Klänge dabei (Enya wurde ja schon erwähnt) Gut, die Standartklänge sind plattgespielt, aber man bekommt heute für faires und günstiges Geldgebot einen Sound, wo man eben mal bei den „großen“ mitspielen kann. Ich kenne kein anderes Gerät, was eine kleine Zeitreise zulässt und man sagen kann „Aha“. Nicht jeder kann Jupiter oder Moog oder TB 303 je erreichen (annährend durch Plugins vielleicht). Der D50/550 sollte ein „Musthave“ sein, meiner Meinung nach.
    freundlicher Gruß

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      dankeschön

      Stimmt, die D50 Sounds waren eine Zeit lang allgegenwärtig, sowohl im Schlagersektor oder in der Rock- und Popmusik. Der D50 war nicht auf eine bestimmte Musikrichtung beschränkt, sein enormes Soundspektrum sprach praktisch alle Musiksparten an. Ich kann mich noch gut an die Lobeshymnen sehr bekannter Sound-Designer erinnern, für die der D-50 das Wunderkind schlechthin war.

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      wrywindfall  

      Nicht verwechseln! Die ganzen Schlagerleutchen hatten meistens ein Keyboard der E-Serie, die Presetschleudern der D10/20/110-Serie mit Begleitautomatik darstellten. Die Sounds ähneln entfernt dem D-50.
      Habe mir vor Jahren mal für’n Appel und ’n Ei einen Pro-E gegönnt und war dann doch erstaunt!

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        AMAZONA Archiv

        Jo, die Presets tauchten sogar herstellübergreifend hier und da in den Tischhupen auf, wenn ich mich nicht vertue. Zumindest sollten da Assoziationen hergeleitet werden.
        Jo, die Stärke sind die Pads, definitiv.

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    filterfunk  

    Der D50 ist zu Recht ein absoluter Klassiker. Ich fand den sehr transparenten, und dennoch „crispen“ Sound fantastisch. Dennoch hatte ich mir stattdessen den M1 zugelegt, der hatte insgesamt wesentlich bessere Samples und Multimode. Nur war der D50 ein ausgewachsener Synth, der M1 nicht wirklich. Was solls, bei Jörg, meinem Kumpel mit dem D50, habe ich mir dann immer die D50-Dröhnung geholt. Er hat immer Ehrführchtig auf meinen M1, wegen dem tollen Klavier und Effekten, geschielt. Und die waren im D50 tatsächlich grottenschlecht (Klavier), bis „na ja“ (Effekte). Und an dieser Ecke kann ich auch nicht in den Lobgesang meiner Vorredner, bzw. des Autors mit einstimmen. Der D50 ist m.E. weder übermäßig universell, noch von der Klangpalette her konstant brilliant. E-Piano, Bässe & Effekt-Einheit sind eher die Schattenseiten des Gerätes. Dennoch: Ein ganz fantastischer Flächenleger, was die Demos auch beweisen. Auch wenn ich die – zweifelsohne hervorragenden, und legendären – Werkssound einfach über habe……

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      AMAZONA Archiv

      Ja ok, das „Klavier“ ist wirklich nicht der Bringer. Hier hatte die Korg M1 eindeutig die Nase vorn. Für experimentelle Klangfarben gibt es aber genug Möglichkeiten und auch lassen sich mit dem D50 hervorragende Bässe programmieren.

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        filterfunk  

        Nun gut, ich hatte weniger vor, das unselige, aber damals sehr beliebte Thema „Und wie klingt das Klavier“ neu zu beleben. Mir geht es – bei allem Respekt vor dem Autor, und seinem Werk – eher darum, zu differenzieren. Weiteres Beispiel: „Der D-50 verband somit das Beste aus beiden Welten“ (Digital & Analog). Das erinnert mich doch sehr an die Werbetexte der damaligen Zeit, die einem genau das gerne glaubhaft machen wollten. Fakt ist: So toll & fett wie die Kiste auch ist, er ist mit Sicherheit weder mit einem Analogen Synth vergleichbar, noch mit einem DX7. Ganz was anderes! Und das ist auch gut so…

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      TobyB  RED

      Moin Filterfunk,

      das hast du richtig angeführt, Flãchen von kalt bis warm sind die Spezialdisziplin des D50. Die M1 ist wegen der Samples, Keys und den Expansionsounds sehr sinnvoll. Meine Lieblingskarten sind Akira und Bunmay. Obwohl ich die M1 was den Einsatz als Instrument komfortabler empfinde, so sehe ich mit den von dir angeführten Einschränkungen den D 50 als besseren Synthesizer.

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      gaffer  AHU

      Synths mit MIDI kamen 82/83 auf. Dann kam der DX 7 und vier Jahre lang sprach keiner mehr von einem anderen Synth. Roland machte etwas entscheidendes zum ersten mal: sie bauten ein Effektgerät ein. Dazu kamen die sehr gut programmierten Sounds von Pershing. Die Entscheidung statt ganzer Samples (mangels ROM Kapazität) einfach das Einschwingen durch Samples und die Sustainphase mit einfachen Wellenformen zu bestreiten, zeigte sich im Nachhinein als gute Entscheidung.

      Im Laden drückte man einen Akkord auf dem D50 und die Sonne ging auf (mit Nachhall), dagegen machten andere, z.T. deutlich überlegene Synths (von den Features, z.B. K5, multitimbral, Synthese bis 128 Teiltöne) einfach oft nur tröööt.

      Jetzt hatte der Musiker die 3000 Mark zusammengespart und die Entscheidung war klar.

      Genau zu dieser Zeit ging der Wille Sounds selbst zu programmieren rasant den Bach ab. Neue Sounds bekam man durch Kauf eines neuen Synths, der alte wurde verkauft. Auf einmal zählte zu meinem Bedauern nur noch: wie gut werden bereits bestehende Instrumente imitiert. Wie oft multimbral, u.s.w. Die Programmierung wurde zu komplex. Erst wieder mit den Analogen oder VA kam die Freude daran zurück, war ja schliesslich deutlich einfacher.

      Ich rechne den D50 zu den 10 wichtigsten Synths und würde ihn dem M1 jederzeit vorziehen, obwohl auch der seine Reize hat

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        TobyB  RED

        Hallo Taj,

        ich denke was den Unterschied zwischen M1 und D50 angeht, ist es der Workflow. Klanglich ist die D50 vorne, Was die Bedienung angeht die M1. Du kannst mit der M1 auch Flächen und Sounds machen, ich stelle aber fest, dass die M1 stellweise steriler klingt. Die D50 hat hier mehr Leben im Sound. Das bekomme ich bei der M1 nur mit den Sound der Expansion Cards hin.

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    Uwe Reckzeh

    Hallo Marko,
    erst einmal vielen Dank für den tollen Bericht über einen wirklich guten Synthesizer. Ich begann selber mit dem D 50. Das damalige „Roland Flagschiff“ hatte wirklich einen tollen Klang. Des weiteren ein wirklich tolle Tastatur. Wenn ich die heutigen billigen Tastaturen sehe, dann sehne ich mich wieder nach dem D 50 zurück. Ich könnt mich heute noch bestrafen, dass ich den D 50 verkauft habe.
    Nochmals viele Dank für Deinen tollen Bericht.
    Gruß Uwe =)

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      AMAZONA Archiv

      Danke Uwe

      Der D50 vermittelt ein wertiges Gefühl, er ist extrem robust aber zugleich sehr handlich. Man sieht ihn deshalb auch heute noch relativ oft auf der Bühne. Die Tastatur ist in der Tat sehr gut zu spielen, damals und heute leider keine Selbstverständlichkeit.

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        calvato  

        kurz zum thema „D-50 tastatur“… ich „musste“ ihn eine zeit lang live als midi-keyboard einsetzen, weil meins (viel zu lange) in reparatur war. es war ne katastrophe, eine unfassbare latenz über midi, was hab ich geflucht!! das nur so nebenbei :D

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    Goofy

    Zu meinem D-550 habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Der Klang ist, abgesehen vom Piano, sehr gut. Da kann ich mich den Kollegen nur anschließen. Leider sind die ‚klassischen D-50 Klänge‘ so abgenudelt, daß ich sie kaum noch hören mag. Doch abseits der typischen D-50 Sounds bietet der Synthesizer immer noch Überraschungen.
    Einzig die Bedienung des Grätes macht mich kirre. Die Sounderstellung wird ohne Programmer (der mir noch fehlt) zur Qual. Meine beiden Korg EX-8000 oder den Waldorf Microwave ziehe ich deshalb meistens vor.
    Soundvergleiche zwischen z.B. DX-7 und D-50 halte ich nicht für sinnvoll. Beide Geräte sind unterschiedliche Instrumente die auf Grund ihrer Klangsynthese auch Klänge unterschiedlich gut erzeugen können.
    Sicherlich sind nicht alle Klänge immer passend – doch bei welchem Synthesizer hat man das schon.
    Für mich ist es deshalb auch nicht wichtig mit einem Gerät die gesamte Klangwelt zu bearbeiten. Jeder Synthesizer hat seinen eigenen Karakter und den versuche ich sinnvoll zu nutzen.

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    AMAZONA Archiv

    Ich will noch ergänzend hinzufügen. Die D-50 card im V-Synth klingt nicht wie ein D-50, eher wie programmierte D-50 Sounds für den V-Synth. Den ganz eigenwilligen Klangcharakter des D-50 kann der V-Synth leider nicht wiedergeben,

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      Tyrell  RED 1

      Wir sollten das mal in einem 1:1 test vergleichen. Ich habe den V-Synth XT und hatte den D550. Ich persönlich konnte wirklich nur den unterschied feststelen, dass der XT einfach weniger rauscht.

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        AMAZONA Archiv

        Es gibt auch einen signifikanten klanglichen Unterschied zwischen D-50 und D-550. Der D-550 klingt viel hifimäßiger und rauscht viel weniger aber der Charakter geht leider etwas verloren. Mit dem D-50 verbindet mich eine alte Hassliebe. Hatte einen D-550 und bereits sechs D-50. :D Momentan habe ich mal wieder keinen. Also wird irgendwann wieder einer kommen….. lol

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          Violator  

          Yes!!! Und diese Funktion ist wirklich genial.
          Ich habe den direkten Vergleich hier im Studio mit einem D-50, einem V-Synth XT und einem VariOS mit VC-1 Card.
          Und es ist echt nicht leicht herauszufinden, welcher der 3 nun spielt.

          Dickes, fettes Lob an Roland, das war in der „Retro-Schiene“ das Beste, was jemals gemacht wurde.
          Allerdings, aber da möchte ich jetzt die Leistung wirklich nicht schmälern – der D-50 war schon immer digital – und digitale Synths wieder neu auflegen, dürfte einfacher sein, als die analogen Brüder und Schwestern!

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    l.bergen

    Übrigens haben auch Vince Clarke (The Innocents) und OMD (Sugar Tax) den D-50 meines Wissens intensiv genutzt.

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    AMAZONA Archiv

    Was die jüngeren Leser vielleicht nicht wissen – es war ein gewisser Eric Persing, der Roland’s D-50 zu diesem beachtlichen Erfolg verholfen hat. Der D-50 wäre ohne sein Zutun niemals derart erfolgreich gewesen. Eric’s Name findet sich nicht zufällig auf Michael Jackson’s Platten und weitere Beiträge zu Roland’s Portfolio waren die logische Konsequenz (zB Sample Libraries der S-7xx Serie). Mit Speactrasonics hat Eric Persing dann „sein Ding“ gemacht… Distorted Reality, Symphony of Voices, Stylus, Omnisphere.. wer weiss ob es ohne D-50 und dessen Erfolg so dazu gekommen wäre.

    mfg

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    TobyB  RED

    Sauber Marko :) Ich hab ja beide D 50 und M1. Und ich mag beide. Der D50 hat bei Flächen und Kombinationen die Nase vorne. Der M 1 bei Keys und sagen wir mal Geräuscheffekten. Jede dieser beiden Kisten hat ihren eigenen Reiz und sind zumindest bei mir ziemlich oft im Einsatz.

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      AMAZONA Archiv

      Das sind eben echte Charakterschweine. Zeitlose Instrumente.

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        TobyB  RED

        Charakterschwein, das hättest mal zu mir sagen müssen ;-) PS: Vielen Dank und Liebe Grüße von Kebu an Peter und Dich.

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    TobyB  RED

    Peter und Marko,

    soweit ich das via Synthhead mitbekommen hat ist Spectrasonics im Besitz der D 50 Klänge, vermutlich gibts deswegen kein PlugIn.

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      AMAZONA Archiv

      Michael Hotop Sound-Set 8 „Special Collection“

      Machine Run weiß ich jetzt nicht.

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        Violator  

        Jo, die Geerdes Card von Metra Sound – eine der besten, vielleicht sogar die Beste Card, die jemals von Fremdanbietern für den D-50 programmiert wurde! Chapeau!

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          Tyrell  RED 1

          Kann mir jemand die Sounds dieser Karte zukommen lassen? würde sie gerne mal in meinem XT anspielen :-)

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            Violator  

            Servus Peter, ich denke, ich hab‘ da was für dich! :-)

            Momentan wird auch eine „in der Bucht“ angeboten. Leider nicht ganz billig, aber so ist das eben mit den guten und vor allem seltenen Sachen.

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    monopuls  

    ein Lieblingsizer.
    Mein D550 segnete leider das zeitliche, aber mit den abgesampelten Wellenformen und PCMs habe ich in Kontakt noch eine gute Emulation zur Hand. (… bis auf die RingMod natürlich ;-) ).
    So 4GB hab ich retten können.

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    Moogfeld  

    Der D50 ist ein absoluter Klassiker, Klänge abgedroschen oder nicht — ich würde meinen jedenfalls nie veräußern, der zugehörige Programmer PG1000 ist jedoch nicht der Hit. Wer denkt damit tolle Echtzeitparameterfahrten vollführen zu können, dem sei gesagt: bei jeder Bewegung eines Faders bricht der Sound des D50 ab und man muß jedes mal auf´s neue eine Keyboardtaste betätigen um die bewirkten Klangänderungen hören zu können. Es handelt sich also eher um einen Klangeinsteller als um einen Echtzeitcontroller. Die Hintergrundbeleuchtung des PG1000 Displays gibt außerdem ein leises, jedoch durchaus hörbares Pfeiftönchen von sich. Ich war vom Programmer jedenfalls mehr enttäuscht als begeistert und hab ihn irgend wann wieder abgestoßen — Software tut´s hier genau so gut!

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      Violator  

      Der PG-1000 wird auf dem Gebrauchtmarkt viel zu teuer gehandelt, und ist meiner Meinung nach total überflüssig, weil sich der D-50 aber sowas von einfach editieren läßt!

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    TZTH  

    vielleicht weiss das jemand: ist dieser flanger sound auf Sun Electric „Lichterfelde“ nicht ein D50?

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    Elwood Blues

    Danke, Marko.

    Interessante Infos über das Teil. Würde sofort den D-550 kaufen – wenn ich ihn nicht schon gekauft hätte, nachdem du mich dazu angestiftet hattest :-) Abgesehen vom Rauschen, klingt der 550 polierter/sauberer als der 50, oder wie ist hifimässig zu verstehen?

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      AMAZONA Archiv

      Gute Wahl! ;)
      Der-550 klingt weit rauschärmer als der D-50 und er bringt weniger „digitalen Schmutz“ im Klang mit. Diese Artefakte machen den Klangcharakter des D-50 aus aber das nimmt man aber erst im Direktvergleich richtig bewußt wahr. Auf einer Skala von „schmutzig bis clean“ liegt das Rackmodul also genau in der Mitte, zwischen D-50 und D-50card im V-Synth.

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        Elwood Blues

        Danke, die goldene Mitte ist ja nie schlecht, und den Klang finde ich sehr gut. hatte zwischenzeitlich vom V Synth mit der card gelesen, und hatte Bedenken ob das nicht die interessantere Wahl gewesen wäre, weil mehr Klangvielfalt insgesamt, aber der 550 scheint deiner Meinung nach ja seine klanglichen Vorzüge zu haben.
        Sonst hätte ich ihn dir verkauft Ha Ha

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          AMAZONA Archiv

          Du hast alles richtig gemacht und bitte behalte ihn. :D

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        Violator  

        .. und der D-550 hat einen schnelleren Prozessor mitbekommen als der D-50.
        Das merkt man auch!
        Mir persönlich ist der D-50 am liebsten von allen, dann der V-Synth XT.
        Meinen D-550 habe ich verkauft – weil überflüssig!

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    Violator  

    Und noch was zu den im Test angesprochenen Budget-Varianten: ich verwende auch noch oft den D-110, und davon eigentlich fast nur den „analogen“ Klangerzeugungspfad. Weil: die beiden Wellenformen Saw und Pulse klingen wie schon im D-50 genial, dann durch den damals roland-typischen Filter geschickt und anschließend im Multimode gelayert!!!
    Leute ich sage euch, das ist echt „Bambus“ – das klingt genial!
    Zugegeben, die Bedienung am D-110 ist schon etwas fummelig, aber es lohnt sich!

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      wrywindfall  

      Mein erster richtiger Synthie war 1988 der D20. Was hab ich damals nicht alles damit gemacht! 8fach multitimbral, Sequencer und Drumcomputer, das war damals das Nonplusultra!
      Erst zwei Jahre später hatte ich dann einen D50 zum Vergleich, der dem ganzen soundmäßig dann die Krone aufsetzte!

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        Violator  

        Jetzt nicht lachen – ich nehme immer noch das gute alte Steinberg Synthworks D-110 für den Atari St her.
        Das rockt! :-)

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          TobyB  RED

          Hallo Violator,

          warum ;-) ich hab unter dem Schreibtisch auch noch einen Powermac 9600 stehen. Läuft mit MacOS 9.2 oder Leopard, G4 Upgrade und der mittlerweile dritten HDD. Ich hab da da noch ein paar Anwendungen mit denen ich arbeite. Aber generell ist das editieren ob nun mit vintage Programm oder was auch immer besser wie am D110 fummeln.

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    Organist007  

    Ich wirde mit dem D50 nie richtig warm, der K 4 von kawai,sagte mir soundmaessig mehr zu. Konnte mir damals nur die abgespeckte mt32 leisten ;-). Der K4 r von kawai kostete immerhin 10.000 oesterreichische schilling, ca. € 700…..

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    AMAZONA Archiv

    Warum es kein Plugin bislang gibt ist sehr einfach. Roland hatte es jedem Hersteller von Plugins bislang verweigert eine Lizenz zu vergeben. Also ganz einfach, der d50 ist vom Hersteller Roland nicht freigegeben. Keiner darf ihn kopieren, sonst gibt es eine auf die Bommel.

    Übrigens mein d550 rauscht auch, wenn er es nicht täte wäre er kein original, und das ist mir wirklich wichtig.

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    costello  RED

    Danke für den schönen Test und die aussagekräftigen Soundbeispiele. Ich habe mich damals für den M1 entschieden, finde die Soundpalette vom D-50 aber sehr ansprechend. Letztlich habe ich sie jetzt mit einem Prophet-VS (teilweise) abgedeckt. Beim derzeitigen noch akzeptablen Preisniveau könnte man schon ins Grübeln kommen, sich einen D-50 zu kaufen. Aber am Ende möchte ich die Zahl der Kisten, die rumstehen, doch überschaubar halten ;-)

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      TobyB  RED

      Hallo Costello,

      warum nur ins Grübeln kommen? ;) Heuer kann man beide haben M1 und D50. Und solange man von Lore und Pizzagogo(?) die Finger lässt, ist alles gut ;-)

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        Viertelnote  AHU

        dafür sind das aber Presets, auch Staccato Heaven, die nur der D50 hinkriegt. Ich mag den D50 auch sehr als festen Bestandteil meines Setups, wäre da nicht das bescheidene MIDI Timing.

        bester Gruß

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          TobyB  RED

          Hallo Viertelnote,

          Lore ist vom M1 ;-) Und ich weiß nicht ob der „Enya Sound“ Pizzagogo war. Hört sich jedenfalls so an. Ich hab beim D50 , da ich ihn fast nur für Flächen nehme, noch nicht so auf Timingprobleme geachtet. Ich setze den D50 gerne mit der Matrix 1000 ein. Ich finde das ergänzt sich gut.

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            Viertelnote  AHU

            Ich nehme den D50 für Bellsounds und Digitalsachen,also nicht für Padsounds.
            Mein Elka22 harmoniert gut mit ihm, wobei der Elka da schon wieder etwas untergeht.
            Mein D50 hat die Musitronics Erweiterung, die soll, glaube ich, das MIDI Timing verbessern.

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              TobyB  RED

              Hallo Viertel,

              das ergänzt sich auch gut. Ich durfte mal ein Elka EM 22 anfingern, sind das nicht Brüder. Bei Bellsounds bin ich eher so der DX und Waldorf Typ. Wobei auf der D 50 sehr gute Bellsounds bei den Presets zu finden sind. Ich setze sie halt in meiner Musik relativ wenig ein.

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        costello  RED

        Hi Toby, ist in dem Falle mehr eine Platz- als eine Etatfrage. Manch einer kauft sich so ein Teil, benutzt es für ein oder zwei Produktionen und verkauft es wieder. Mein Ding ist das nicht so. Die Synthesizer, für die ich mich entscheide, dürfen in der Regel bleiben. Und da muss man dann schon aufpassen, dass der Weg zu Küche und Schlafzimmer auf die Dauer noch frei bleibt ;-) Deshalb freue ich mich jetzt sehr auf den KARP Desktop. Klingt super und ist schön handlich. : ))

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          TobyB  RED

          Moin Costello,

          das handhabe ich auch so. Ist ja nicht so das ich sammle. Das Platzargument ist immer ein Thema zumal Racks und Ständer nicht unendlich wachsen. Was ich mittlerweile am D50 schätze, das er sowohl warm als auch kalt klingen kann. Oder eben glasklar oder eben sehr charakteristisch. Oder auf den Einsatz, er ist sowohl ein sehr guter Teamplayer, als auch Soloist. Bevor ein KARP Oddy Desktop einzieht, muss ich erst mal aufräumen und dem Desktop eine zweite Ebene verpassen. Und noch einen Summierer besorgen. Alles voll. Aber die Basteljahreszeit hat ja grade begonnen und Case und Rackbau ist ein schönes Hobby :)

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        costello  RED

        Hi Toby, jetzt bin ich auf youtube auch mal fündig geworden ;-) https://www.youtube.com/watch?v=05k8DgEXZXM ab Minute 2:48:
        Auch Mr. Wakeman, der Richard Claydermann unter den Prog-Rockern, wollte auf den unique D-50-Sound nicht verzichten. Insgesamt eine von seinen geschmackvolleren Darbietungen.

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          TobyB  RED

          Brüller, Richard Claydermann der ProgRocker. Ich hau mich weg. :D Der ist, war von YES? Ich hab von denen nur „Owner of a lonley heart“ als 12″ und „Homeworld“ aka The Ladder. Das war der Soundtrack für ein Computerspiel. Spiel und Musik find ich nachwievor genial.

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            costello  RED

            Hallo Toby, genau – der ehemalige Yes-Keyboarder. Auf Close to the Edge und dem Live-Album „Yes-Songs“ in Bestform. Weniger aggressiv im Stil als Keith Emerson, wobei dieser gefällige Sound auf Wakemans Soloalben auch schnell mal in Kitsch umschlagen konnte. Aber trotzdem – mit bis zu drei Minimoogs gleichzeitig auf der Bühne (weil, das Teil hat ja keine Speicherplätze ;-) war das immer eine gute Show.

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              TobyB  RED

              Hallo Costello,

              ich muss beichten, das ich von YES Owner of a … gekauft hab, weil es von Trevor Horn und Steven Lips produziert wurde. Homeland/The Ladder weil ich die Kombination auf der DVD von Zeichentrick und Musik gelungen fand. In den 90ern war für mich Prog Rock eher Paradise Lost, The Gathering, Living Colour, NIN, angesagt. Für YES konnte ich mich nicht so erwärmen. Bis auf diese beiden Scheiben. Ich hab bei einem der letzten 3sat Musikmarathons YES in der Royal Albert Hall gesehen, mit 3 Minis. Da hatte besagter Rick einen guten Abend. Was ich vom Geburtstagsevent von Trevor Horn nicht sagen kann, da war ich enttäuscht von der Darbietung von Owner of… Claudia Brücken und Susanne Freitag haben es danach aber wieder rausgerissen. :)

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          Patrick Films

          Kann mich natürlich irren, aber für mich hört sich der Klang sehr stark nach „Living Calliope“ an, Nummer 16 der Factory Presets :D

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    richard  AHU

    D50 war mein erster richtiger Synthie den ich unter den Fingern hatte. Hatte mir damals der Kumpel meines Vaters geliehen. Kam ich auch rein gar nicht mit zurecht, außer ein paar Presets dudeln ;-) Für Einsteiger war der sehr sperrig in der Bedienung. Trotzdem würde ich mir heutzutage durchaus wieder einen zulegen, diesmal mit mehr Erfahrung. Der Sound hat schon was sehr eigenes.

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    Markus Galla  RED

    Der D50 gehört für mich bis heute gemeinsam mit dem DX7 zu den Klassikern der digitalen Synth-Geschichte. Kaum ein deutscher Schlager (und damit meine ich nicht die Ummz, Ummz, Ummz, Ummz-ich bin der Anton aus Tirol und Mallorca-Fraktion) kommt ohne seine Sounds aus. Allen voran „Staccato Heaven“. Und im Prinzip ist er ja nie vom Markt verschwunden, da Roland die wichtigsten Sounds im GM/GS-Standard verankert hat und Nachbauten sich in so ziemlich jedem seitdem hergestellten Keyboard oder Synth verbergen. Ich bin überzeugt, dass Roland ihn wiederbeleben wird, ähnlich wie FM im Yamaha Montage und der Reface-Serie.

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      Violator  

      In den Songs von Michael Jackson, vor allem auf dem Album „Bad“, hörst du viele D-50 Sounds raus – mußt mal checken, ist echt interessant!

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    Envelope F

    Man sollte auch noch die Musitronics Erweiterung erwähnen.
    +128 Speicherplätze, Multitimbral, schnellere Prozessorreaktion, und noch ein paar Kleinigkeiten.
    Lt. Netz bieten die das noch an. Zum kleinen Preis.

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      Violator  

      Diese Erweiterung für den D-50 ist meiner Meinung nach total überflüssig (bis auf die schnellere Prozessorleistung vielleicht).

      Du hast im Multimode nur einen Chorus und einen Reverb zur Verfügung – das ist dann für alle Parts die gleiche Einstellung.

      Im herkömmlichen „Whole“-, „Split“- & „Dual“-Modus werden die D-50 Sounds durch diese Effekte enorm aufgewertet. Die Effekte sind wahrlich nicht von feinster Qualität, aber sie verleihen dem D-50 auch u.a. seinen charakteristischen Sound.
      Und der geht dann im Multimode leider verloren.

      Wenn ein LA-Synth mit Multimode, dann zusätzlich zum D-50 einen D-110.
      Den bekommst billiger als die Musitronics Erweiterung und du machst dir deinen D-50 Sound nicht kaputt!

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    Stephan Merk  RED 1

    Hallo Marko, erst mal vielen Dank für diesen schönen Bericht. Einige Ergänzungen vielleicht, die mir aus der Erinnerungen einfallen: Das Display war ein invertiertes LC-Display mit Matrixanzeige, keine Segmente. Für mich als Sehbehinderten sehr gut erkennbar. Der Joystick hatte keine Nullstellung, er blieb im Gegensatz zu dem im DW-8000 also an der Position. Ich vermute, dass man sich das bei der WaveStation abgeschaut hat, die in manchen Bereichen ähnlich wirkt. Den D-70 hatte ich später bei einem Freund gesehen und da ich den D-50 aus der Schule kannte gedacht: Wow, der ist bestimmt besser. Die Tastatur war besser, das Display hell und ein typisches gelbes LC-Display, das Design ähnlich zur U-Serie und die Sounds hatten eher was mit der U- und E-Serie gemein. Interessant war, dass Roland auf den E-Keyboards wie E15 LA Intelligent Synthesizer aufgedruckt hat und die Sounds eher D-70-Ähnlichkeit hatten, aber nichts mit dem D-50. Diese typischen Roland-Sounds hört man mitunter auch heute und wurden oft nachgeahmt. Man kann entfernt einen D-50 vermuten, mehr aber auch nicht. Einen fast identischen Sound wie Staccato mit Nähe zum Original findet sich übrigens im JD-Xi.

  22. Profilbild
    gido  

    Meine lieben Mitliebhaber,

    da steige ich ja zeitlebens nochmal halbwegs aktuell irgendwo in eine „Diskussion“ ein!
    Und los geht’s: Ich habe meinen D-50 seit mehr als 15 Jahren. Die Klänge, für die er bekannt war/ist, haben mich noch nie interessiert. Auch die Samples an sich spielen für mich nur eine untergeordnete Rolle. Ihr ahnt es: Ich beschränke mich auf die Möglichkeiten, die einem Sägezahn und Rechteck bieten und das ist in der Tat allerhand! Ich habe Berge von Synthesizern (vorwiegend digitale), die an meiner Wohnzimmerwand hochzüngeln. Ich habe im Schlafzimmer Synthesizer und in der Küche. Ich bin ein kranker Sammler. Aber es gibt Schlimmeres. Der D-50 gehört zu den Geräten, bei denen ich mir zutrauen würde, sie direkt wiederzuerkennen. Dieses Näseln der kruden, glitchigen Filter … einzig. Von der M1 kenne ich bewusst nur dieses schreckliche House-Piano, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Gerät heute noch interessant ist. Im Vergleich zu einem eindeutigen Individuum wie dem D-50. Evtl. werde ich aber das Legacy-Plugin vom M1 näher anreiben, vlt. irre ich mich.

  23. Profilbild
    gido  

    Jetzt kommen wir aber mal zu einem Punkt, der hier – ich hab mich echt gewundert – schlicht vergessen wurde. Sträflich! Ich habe daheim noch einen D-10 und einen D-20 … Mag ich auch sehr … Aber ich habe auch einen D-5! Der wurde zwar in dem LA-Artikel von 2002 noch als böses Stiefkind erwähnt (wenngleich komischerweise nicht in der Produktaufzählung in der Überschrift aufgeführt), aber hier hat den keiner in Erwägung gezogen, dabei ist das ein halbwegs eigenständiges, aus meiner Sicht nicht zu verachtendes Gerät.
    Außerdem gehört der D-5 in diesem Rahmen einfach erwähnt. Der Kleine (sieht tatsächlich ein wenig merkwürdig aus, wie ein Schrumpf) verzichtet auf einen Effektprozessor, wodurch z. B. DIESER „Rauschgenerator“ schon mal komplett wegfällt. Der Drumcomputer ist auch futsch – braucht niemand – Drum-Mode ist aber noch vorhanden, wunderbar (die Drums finde ich knallig!). Ebenso wenig wird man den fehlenden Sequencer vermissen.

  24. Profilbild
    gido  

    Leider – und das ist das größte Manko an diesem (übrigens überhaupt nicht seltenen) Synth – haben die Konstrukteure aus Budgetgründen auf einen Datenfader verzichtet … und das war eine Scheißidee. ABER es gibt einen netten kleinen Arpeggiator und weitere MIDI-Effekte, z. B. zwei interessante Notenharmonie-Geschichten, teils sehr spaßig und nützlich. Auch den Chase-Play aus dem D-50 findet man hier endlich wieder, fungiert hier jedoch eher als pitchbares Delay/Echo.
    Über diese MIDI-Effekte, die natürlich auf Kosten der Polyphonie gehen, verfügen die anderen halt nicht und die haben einiges für sich, wie ich finde.
    Ich persönlich kann den D-5 empfehlen, er ist nochmal ein Stückchen anders … abgesehen von der Parameterveränderung über zwei Knöppe. Wie man an solcher Stelle sparen kann, ist mir schleierhaft, selbst wenn‘s andere auch machen.
    Liebe Grüße
    gido

  25. Profilbild
    homeboy

    Habe heute einen D-20 und einen D-50 bei einem Garagenflohmarkt erstanden, ich war wirklich erstaunt wie druckvoll der D-50 klingt. Da fällt der D-20 aber sehr deutlich ab. Toller Synth.

  26. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wo doch der D-50 actuell immer öfter auftaucht: Ich habe ein Exemplar mit neuen Samples bekommen. Da sind Wellenformen und Transienten von anderen Synthesizern drin. Jupiter-8, Oberheim, Xpander, Moog, und einiges andere.
    .
    Die ganzen abgelutschten Presets sind damit natürlich auch futsch. Der D-50 spielt mit diesem neuen Material deutlich besser seine Klangmöglichkeiten aus, weil er nicht mehr einem DX-7 die Hölle heiß machen muss, sondern einfach das macht was er kann. Und ich muss sagen, der klingt richtig fett, breit, tief und wuchtig. Er ist crisp und roaring.
    .
    Am Anfang war ich ein klein wenig enttäuscht das ich nicht den Original „D-50-Sound“ haben konnte. Aber als ich dann ein wenig mit ihm spielte war mir schnell klar was für einen Schatz ich da unter den Fingern hatte.
    .
    Der D-50 kann deutlich mehr als nur Orinoco Flow …

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      gido  

      Ähm, das interessiert mich sehr: Wie geht denn SOWAS? Wird da bloß ein EPROM oder so ausgetauscht?

  27. Profilbild
    zimmerxyz

    Jetzt gibt’s ja den d50 in der roland Cloud. Das Abo Modell ist aber nix für mich. Hallo Monopuls, bin stark an den 4 GB interessiert :-)

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