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Test: Roland V-Synth GT

27. Februar 2008

Der V-Synth mit GT-Turbo

roland-v-synth-aufmacher

Roland V-Synth GT

Die V-Synth-Modelle sind seit einigen Jahren Rolands Aushängeschilder für kreative und anspruchsvolle Synthesizer, die man neben den Arbeitstieren á la Fantom nach wie vor zu bauen versteht. Mit dem V-Synth GT präsentiert man den Höhepunkt der Serie – oder vielleicht sogar den Endpunkt? Nach zwei direkten Vorgängern sowie zwei spezifischen Variphrase-Maschinen scheint es durchaus plausibel, wenn Rolands Ingenieure mittlerweile ganz anders gelagerte Konzepte in ihren Laboratorien austüfteln.

Zu Roland V-Synth (1) sowie Roland V-Synth XT gibt es übrigens hier auf AMAZONA.de ausführliche Berichte. Im Fall des Roland V-Synth XT mit seinen beiden Erweiterungsboards, sogar einen ausführlichen GREEN BOX REPORT. Und obwohl ich hier nicht nur auf die neuen Features des GT-Models eingehen will, sondern den gesamten Synthesizer vorstellen möchte, werde ich nicht jede Funktion bis ins letzte Detail erläutern. Es schadet also nichts, wenn Sie sich bei Interesse auch die beiden älteren Testberichte zu Gemüte führen.

Das derzeitige Synthesizer-Flaggschiff von Roland

Das derzeitige Synthesizer-Flaggschiff von Roland

 

Was ist der V-Synth überhaupt?

Wenn sich ein neuer Testkandidat bei mir einfindet, will ich am liebsten gleich eine Runde drauflos spielen, ohne mich vorher genauer mit dem Gerät zu befassen. Also eingeschaltet und … erst mal warten bis das Maschinchen startbereit ist. Da hier ein nicht eben kleines Päckchen an Werks-Samples geladen wird, lässt einen der GT geschlagene 2 Minuten warten. Nun gut, bewundern wir also in der Zwischenzeit die Hardware.

Der V-Synth GT ist ein solider Synthesizer wie er mir gefällt: stabiles Metallgehäuse, griffige Regler (wesentlich besser als am ersten V-Synth), gut sitzende Taster mit klarem Druckpunkt, großes Display, das von allen Blickwinkeln aus gut lesbar ist und auch die beleuchteten Taster sind nicht zu grell. Ein Gerät, bei dem man weiß, was man in der Hand hat, dem man auch längere Live-Touren zutraut und das mit knapp 14kg nicht zu schwer ist. Das Spielgefühl der Tastatur sagt mir auf Anhieb zu, wenngleich es nicht ganz an meinen All-Time-Favorit, den Kawai K-5000, herankommt.

Insgesamt hat der V-Synth GT gegenüber dem Vorgänger an Bedienelementen zwar zugelegt, jedoch nicht im Übermaß. Bei den dezidierten Drehreglern für Oszillatoren und COSM sind es sogar weniger geworden, denn deren Aufgaben werden nun teilweise von den acht Multifunktionsreglern unterhalb des Displays erfüllt, so wie es schon bei der XT-Rackversion konzipiert war.

Die Bedienoberflächen des ersten V-Synth und des GT-Models im Vergleich

Die Bedienoberflächen des ersten V-Synth und des GT-Models im Vergleich

Für diejenigen, die mit einem V-Synth noch nie Kontakt hatten, sei das Konzept kurz rekapituliert. In diesem Synthesizer vereinen sich mehrere Verfahren zur Klangerzeugung und -formung. Zum einen werden klassische Oszillatoren virtuell erzeugt, zum anderen Samples, die mit Hilfe von Elastic Audio sehr stark manipuliert werden können, als Klangquellen genutzt. Außerdem lassen sich Audiosignale einspeisen. Für die weitere Bearbeitung stehen eine Anzahl sogenannter COSM-Elemente zur Verfügung, die als Filter, Verzerrer, Dynamics und andere Klangverbieger agieren werden können

Externe Audiosignale können überdies nicht nur mit den COSM-Elementen bearbeitet werden, sondern auch dem Vocoder (Vocal Designer) zugeführt werden. Abgerundet wird die Tonerzeugung mit dem bekannten Roland-Effektblock. Und für den richtigen Spielspaß sorgen D-Beam Controller und XY-Pad.

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich finde es nicht so schlimm, das der V-Synth kein so toller VA ist, dafür gibt schliesslich genug andere Synthis. Aber schön das es auch mal in einem Test erwähnt wird und nicht unter den Tisch fallen gelassen. Ich werde mir den V-Synth vor allem zum Sampleverbiegen zulegen, gerade für Atmos sind da echt tolle Möglichkeiten. So war auch mein Eindruck als ich das Teil zum ersten Mal gehört habe, da stimme ich dem Autor zu. Auch sonst ein schön ausführlicher Bericht. Danke, der bestätigt mich in meiner Entscheidung mir den V-Synth bald zuzulegen.

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    AMAZONA Archiv

    Prima-Bericht, auch wenn ich mich für den V-Synth so rein gar nicht begeistern konnte, für mich ist der beste Roland immer noch der JD-990 mit Vintage-Expansion.

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    Schöner Bericht aber der VSynth konnte mich beim antesten nicht so recht begeistern. Der letzte, wirklich große Roland Synth bleibt für mich immer noch der JD-800.

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      … das ist auch so ziemlich genau meine Meinung :-) !!!

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      Neven Dayvid

      Ich frage mich auch, ob man nicht sinnvolleres mit dem gleichen Geld zusammenkaufen könnte: einen analogen oder frühen digitalen Synth, den man ohne Probleme mit z.B. Absynth verbiegen kann, oder durch Gitarrenpedale verfremdet… Mich überzeugen die Sounds dieser Wunder-Schwurbel-Alleskönner auch nicht, würde da gerne mal unverschwurbelte Wellenformen hören, oder ein Originalsample 1) PUR und 2) NACH Durchlaufen der V-Synth Soundengine…

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      biotrike

      Der V-Synth GT 2.0 ist der beste Synthesizer von Roland.Der JD-800 kann man mit dem V-Synth GT nicht vergleichen.Das sind zwei kompl.verschiedene Synthesizer.
      Wer JD-800 Sounds mag,muss mal den ebenfalls neuen genialen
      Jupiter-80 testen.Der ist vom Bedienungskonzept her genial und er produziert alle Vintage-Sounds von Jupiter 8 ,Juno 60,D-50,JD-800 ,usw.

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    AMAZONA Archiv

    Klasse Bericht. Und Dank für die guten Klangbeispiele. Ich hätte mich hier aber über 1-2 Clips gefreut, die die klanglichen Schwächen in hohen Lagen deutlich machen.

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    AMAZONA Archiv

    Hallo – danke für das Feedback.

    Ja, der gute JD990 hängt bei mir auch noch im Rack, aber den in Punkto "Wertigkeit" oder "Größe" mit dem V-Synth vergleichen? Wie war das noch gleich mit den Äpfeln und den Birnen? Kann mich grade nicht erinnern … ;)

    @ XCenter: Leider habe ich den GT nicht mehr hier für solche Beispiele. Mir war es wichtiger zu zeigen was er gut kann und nicht was er weniger gut kann. Aber wenn mir wieder mal so was ähnliches unterkommt, werde ich daran denken.

    Gruß – Asimo

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      AMAZONA Archiv

      Hallo Asimo! Warum sollte man den JD denn nicht mit dem V-Synth vergleichen dürfen ??? Der 990er macht Flächen, Synthbrasses und vieles vieles mehr in Top-Qualität, sein Grundsound ist meineserachtens wärmer, voller, breiter. Solche Klänge in dieser Güte habe ich aus dem V-Synth noch nie gehört. Ich erwarte schon, dass ein neues Gerät auch "nebenbei" die traditionellen Synthyklänge in überzeugender Qualität liefert!!! Tut mir leid, wenn meine Meinung wieder einmal nicht dem Mainstream entspricht.

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    olduser  

    Der V- Synth GT bei allen Nachteilen für einen Synth in der 3K Klasse, es überwiegt der Performance Synth mit tollen Klangverbiegungs-Möglichkeiten und man bekommt das Schlachtschiff gebraucht für 1,6k€. Meiner Meinung nach hat Roland dem Teil mit der Preispolitik geschadet. ich bin gespannt wann er ausverkauft wird und zu welchem Kurs.einen Neuen wird’s wohl nicht mehr geben.Er hat das Zeug zum Klassiker nach meiner Meinung

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    joegedicke  

    Nach all den Jahren ist der V-Synth GT V2 immer noch DAS Gerät, welches als digitaler Synthesizer am meisten Spaß macht und immer wieder inspiriert. Dazu klingt er immer noch hervorragend! Leider scheint Roland den USB-Audio Treiber nicht mehr weiterzuentwickeln, deshalb hier meine Bitte an Roland: bringt den Treiber bitte wieder auf den neuesten Stand für El Capitan! Ich werde diesen Synth noch weitere Jahre in meinem Studio nutzen.

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      Xenox.AFL  

      Ich würde mich freuen wenn es aktuelle Treiber geben würde aber leider wird das nicht mehr passieren, wenn man sich die letzten Jahre das bei Roland angeschaut hat, ist das immer so, irgendwann ist es vorbei, leider…

      Mein XT bleibt auch hier, definitiv für mich einer der besten Synthies die Roland gemacht hat…

  8. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Habe mal eben bei eBay nachgesehen:
    V-Synth – 800,-€ (plus 133,- bzw. 200,-€ für Versand aus Japan)
    V-synth XT – 1300,-€
    V-synth GT – 2100,-€
    Immer noch keine Schnäppchen, und das bleibt wohl leider auch so. Also bitte, Roland, wie wär’s mit einer Fortsetzung, z.B. als Plug-Out (auch wenn mir der Hubschrauberlandeplatz fehlen würde) für System-8…

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