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Workshop: Expressive E Osmose Synthesizer MPE-Controller

Osmose Programmierung, Sounds und Bedienung

20. Januar 2024

Nach langer nicht enden wollender halbjähriger Wartezeit steht er nun auf meinem Spieltisch, der MPE-Controller Expressive E Osmose, seit Anfang Dezember 2023 weltweit wieder lieferbar.

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Unzählige Male habe ich den Test EXPRESSIVE E OSMOSE, SYNTHESIZER MPE CONTROLLER, die Kunst der halbgedrückten Taste unseres Autors Robert Skerjanc hier auf AMAZONA.de gelesen: Ehrfurchtsvoll aus der dreifach gesicherten Verpackung geholt, liegt das 4-Oktaven-Keyboard mit seinen 8,7 kg eindrucksvoll schwer und solide nun endlich in meinen Händen. Ich spüre sofort, dass es etwas Besonderes ist, etwas Neues.

Übersicht zum Expressive E Osmose

Der erste Blick auf den Expressive E Osmose fällt auf die ungewöhnlich langen Tasten (24 cm), die sonst teilweise im Inneren einer „normalen” Synthesizer-Tastatur verborgen oder nicht als Tastenfortsetzung ausgearbeitet sind.

EXPRESSIVE E OSMOSE mein erster Blick

EXPRESSIVE E OSMOSE, mein erster Blick

Es ist von Vorteil für eingefleischte Keyboarder oder gar Klavierspieler, dass weiße und schwarze Tasten eine normale Länge und Breite besitzen, jedoch befinden sich hinter jeder Taste noch zusätzliche 9 cm (einheitlich schwarz), also ein Spielbereich, der sich für eine echtes Halbton-Glissando eignet. Die verlängerten Tasten ermöglichen ein leichtes und empfindsames Spielgefühl.
Das Gehäuse wirkt elegant, nichts ist überladen: die pure Konzentration auf den Musiker und dessen Spielweise. Nur wenige Bedienknöpfe, ein großes Display mit edlem Design; der Gesamteindruck erscheint luxuriös.

Gehäuse des Expressive E Osmose

Das Gehäuse besteht aus bis zu 60 % recyceltem Kunststoff mit einer metallenen Deckplatte. Ein Kopfhöreranschluss an der Frontseite mit versenkbarem Lautstärkeregler, auf der Rückseite sind zwei Audioausgänge, MIDI-DIN-Out und -In, USB-TYP B-Buchse, zwei Pedaleingänge und der Bajonettanschluss für das externe Netzteil.

EXPRESSIVE E OSMOSE Anschlüsse auf der Rückseite

EXPRESSIVE E OSMOSE, Anschlüsse auf der Rückseite

Das LC-Farbdisplay wird von sechs Encodern und vier großen Buttons umrahmt, ein Regler für die Gesamtlautstärke und einem kleineren Button für die Systemeinstellungen.

EXPRESSIVE E OSMOSE Display und Encoder

EXPRESSIVE E OSMOSE, Display und Encoder

Unterhalb des Displays liegen zwei Schieberegler für Pitchbend und Modulation, daneben vier Taster für die schrittweise Preset-Auswahl und Oktavumschaltung.

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Klangerzeugung Expressive E Osmose

Die Klangerzeugung des Expressive E Osmose Synthesizers basiert auf der Haken Audio EaganMatrix Sound-Engine. Die Klänge werden digital erzeugt. Edmund Eagan ist der Erfinder dieser Sound-Engine, die spezielle MPE-fähige Controller (MPE = Multidimensional Polyphonic Expression) wie zum Beispiel Controller Haken Continuum Fingerboard und Roli Seaboard oder eben jetzt auch EXPRESSIVE E OSMOSE benötigt.

EDMOND EAGAN (ContinuuCon 2023 in Pamela, Portugal)

EDMOND EAGAN (ContinuuCon 2023 in Pamela, Portugal)

Die Daten sind beeindruckend: frei programmierbarer modularer Synthesizer mit 5 Oszillatoren, 5 Multimode Filtern, 5 Hüllkurvengeneratoren, Rauschgeneratoren, 2 Filterbänken, 4 Delays bei 24-stimmiger Polyphonie.
Die EaganMatrix Sound-Engine unterstützt Klangerzeugungsverfahren wie Physical-Modeling, FM, subtraktive und additive Synthese und mehr.

Workshop mit Klangbeispielen

EXPRESSIVE E OSMOSE - einfach nur edel

EXPRESSIVE E OSMOSE – einfach nur edel

Beginnen wir nun mit dem Workshop zum Workshop: Expressive E Osmose Synthesizer und MPE Controller:

Da jeder 🤣 das Quick-Start-Manual gelesen hat – Nachzügler oder Handbuch-Verweigerer bekommen am Artikelende einen Videolink: „und was nun?” -, laden wir zunächst das Preset Astral Titans.

Osmose Preset Titans

„Astrale Titanen”, ein Anspruch gleich einem allumfassenden Klang im Kosmos und in der Tat, es klingt gigantisch. Etwas übertrieben, auch andere Synthesizer sind in der Lage, einen solchen Klang zu erzeugen. Ein kleiner Trick bei diesem Stück ist die Oktavumschaltung. Obwohl OSMOSE nur einen Tastenumfang von vier Oktaven hat, kann man mit etwas Geschick den Tonumfang auch spontan erweitern: Während ich mit der linken Hand hier im Klangbeispiel lediglich eine Oktave greife und liegenlasse, schalte ich mit der rechten Hand über Kreuz die Oktave um. So kann die Melodie mit der rechten Hand auch beim Livespiel in höhere Tonbereiche übergehen. Der Zuhörer merkt nichts davon – kein Klangabbruch der liegenden Töne.

Expressive E Osmose
Expressive E Osmose
Kundenbewertung:
(8)

Aber was ist jetzt eigentlich das Besondere im Zusammenhang mit OSMOSE?
Im Gegensatz zum Haken Continuum Fingerboard und dem Roli Seaboard sind für mich als Keyboarder vor allem die normalen Tasten ein Spiel- und letzlich auch ein Kaufargument. Sowohl Tastenbreite als auch Länge der weißen und schwarzen Tasten sind Standard. Vor einigen Jahren konnte ich mal kurz ein Roli Seaboard ausprobieren. Obwohl ich das Potential der zusätzlichen Dimension erahnte, war mir das Spielgefühl zu weit von einer normalen Tastatur entfernt. Ein Continuum habe ich nie zu Gesicht bekommen und empfinde ich auch für mich nicht als preislich akzeptabel, unabhängig davon, ob der Preis angemessen ist.
OSMOSE habe ich schon beim ersten Tastendruck ins Herz geschlossen. Polyphoner Aftertouch als Ausdrucksmittel kenne ich schon von meinem KURZWEIL MIDIBOARD und dem WALDORF IRIDIUM Keyboard.
Nun kommt also die seitliche Tastenbewegung hinzu, dank MPE (Midi Polyphonic Expression) sogar für jede Taste in einem gesonderten MIDI-Kanal.
Obwohl ich OSMOSE nirgendwo vor dem Kauf ausprobieren konnte, erhoffe ich mir ein zügiges Erlernen. Den großen Tastenhub und die seitliche Spielmöglichkeit empfinde ich seit dem ersten Anspiel sofort als sympathisch und nach gut einer Woche fühle ich mich darauf sauwohl.
Übrigens dasselbe Preset Astral Titans klingt völlig verschieden, wenn man einen perkussiven Anschlag wählt:

Natürlich muss man üben, üben, üben, die Ausdrucksmöglichkeiten sind phänomenal. Bei allem persönlichen Überschwang möchte ich kein Missverständnis aufkommen lassen: OSMOSE ist keine Woll-Milch gebende Wildsau, sondern ergänzt die Ausdrucksmöglichkeiten des Keyboarders in sinnvoller Umgebung.
Die nächsten drei Kostproben sind sehr unterschiedlich und zeigen, wie ausdrucksstark und ungewöhnlich die programmierten Klänge mit Hilfe die Eagan Matrix Engine sein können.

Osmose Preset Zenpercs

PRESSURE bezeichnet den vertikalen Tastendruck. OSMOSE teilt den Tastenhub dabei in zwei Zonen. In der oberen Zone, die nach etwa 10 mm deutlich spürbar endet, wird der Tastenhub gemessen und unter anderem auf die Lautstärke übertragen. Somit erzeugt allein dies schon eine Hüllkurve.

Übrigens emfinde ich den Gegendruck der zweiten Zone als durchaus vergleichbar mit dem Erreichen der Aftertouch-Zone der modernen normalen Keyboards.

Nach dem Erreichen des deutlich zu spürenden Druckpunktes setzt die zweite Zone ein. Bei der Tastatur eines „normalen Controllers” ist dies der Beginn des (Poly-) Aftertouch. Der gefühlte weitere Druck verstärkt sich dabei nicht, nur der Tastenhub ist ungewöhnlich tief mit weiteren 10 mm. Ich frage mich, wie konnte ich nur ohne leben 😎. Bei den gängigen Keyboards mit Aftertouch beträgt dieser maximal 2 mm. Das folgende kurze Klangbeispiel verdeutlicht das:

Der sehr weite Tastenhub erlaubt viel differenziertere Aftertouch-Modulationen.
Ein sehr anschauliches Preset, um den ersten Druckpunkt zu lokalisieren und zu spüren. In der Zone 1 hört man hauptsächlich ein leises Kratzen oder auch Hauchen. Das liegt natürlich an der Programmierung dieses Presets. Erreicht man die Aftertouch-Zone, werden zusätzlich Impulse gesetzt. Die Rhythmik wird automatisch erzeugt; die Lebendigkeit wird durch Klangfarbenänderungen in Abhängigkeit des weiteren Tastenhubs in der Zone 2 (Aftertouch) erzielt.
Ein Vergleich mit Haken Continuum Fingerboard oder Roli Seaboard ist hier angebracht. Dort wird derselbe Effekt erzielt, indem man auf der Sensortastatur mit dem Finger längs der Taste entlang streicht. Das hat neben dem viel längeren Modulationsweg noch den Vorteil, dass man auch direkt eine Modulationsposition berühren kann. Andererseits ist das individuelle polyphone Spiel einer Hand nur schwer erzielbar. Entscheidend für meine Wahl war meine persönliche Vorliebe für ein normales Tastaturempfinden.
Gedacht ist dieses Preset für perkussives Spiel mit anschließenden Aftertouch:

Osmose Preset Zapzap

Unbeschreiblich – man muss es hören und sehen: Ich starte mit Oktavverschiebung bei -1 und halte mit der linken Hand C1 und C2.
Mit der rechten Hand erhöhe ich die Oktavlage auf +3 und spiele in der rechten Tastaturhälfte nur ein C. In der oberen Druckzone nimmt die Tonhöhe zu, während ich in der anschießenden Aftertouch-Zone den Druck variiere.
Man muss es spüren, bis die Fantasie mit einem durchgeht – wow!!
Im weiteren Verlauf der Aufnahme spiele ich mit der rechten Hand die Terz c-e und variiere jeweils den Druck.
Nur zur Information: Das Klangbeispiel wurde in Logic ohne Layer aufgenommen, also live pur!

Osmose Preset Yokobue

Ein Flötenklang.

Im Bass spiele ich eine einfache Notenfolge, rechts zunächst isolierte Töne mit Druckänderungen. Der Clou ist aber ein Wechsel von legato und nicht legato gespielten Noten. Das Legato-Spiel bewirkt ein Portamento. Interessant auch die unterschiedliche Wirkung im Bass. Die Melodie groovt!
„Die Kunst der halbgedrückten Taste” begünstigt durch den langen Tastenhub von 20 mm den musikalisch möglichen Ausdruck.
Dabei können beide Pressure-Zonen für ganz unterschiedliche Modulationen programmiert werden. Darauf gehe ich aber in diesem Workshop nicht ein.

Das Interface des Expressive E Osmose

Damit wir uns im Folgenden verstehen, gibt’s einen Überblick über das Interface des OSMOSE mit einer Nomenklatur:

Das nicht berührempfindliche gestochen scharfe Display des EXPRESSIVE E OSMOSE ist nicht überladen.

Das nicht berührempfindliche gestochen scharfe Display des EXPRESSIVE E OSMOSE ist nicht überladen

  1. MODE-Taste – ermöglicht das Umschalten zwischen dem Steuerungsmodus der Sound-Engine und dem externen MIDI-Modus
  2. MENU-Tasten (2a-2d) – rufen eines der vier Menüs eines Modus auf
  3. TAB-Wahlschalter – blättert durch die Registerkarten eines Menüs. Im Empfindlichkeits- oder Wiedergabemenü friert das Drücken des Tab-Wahlschalters die Einstellungen des Menüs ein, so dass auch beim Umschalten die Voreinstellungen erhalten bleiben
  4. PARAMETER-Wahlschalter – blättert durch die Parameter innerhalb einer Registerkarte. Wenn man sich im Playing-Menü befindet, kann man durch Drücken des Parameter-Wahlschalters den Arpeggiator starten oder pausieren oder Pressure Glide ein- und ausschalten.
  5. VALUE-Encoder 1-4 (5a-5d) – ändern den Wert des darüber angezeigten Parameters oder scrollen durch eine Liste von Optionen. Das Drücken eines Value-Encoders kann je nach Kontext eine andere spezielle Funktion auslösen.

HILFE, mein OSMOSE eiert!

Das Preset churchorgan klingt schrecklich, wie es wohl uns allen ergeht, wenn wir OSMOSE frisch anspielen. Der Klang eiert fürchterlich.
Der Grund liegt im Pitchbending. Schlägt man, wie man es von einer normalen Tastatur gewohnt ist, kräftig in die Tasten, verrutschen einem diese bei maximalem Hub.
Für diese Klänge muss man das Pitchbending ausschalten, also hinein ins Menu sensitivity, Pitchbending heruntergeregelt und als neues User-Preset abgespeichert.

die Empfindlichkeit des polyphonen Pitchbendings

Die Empfindlichkeit des polyphonen Pitchbendings

Zum Nachmachen:

  • Wir öffnen mit der Menutaste das Untermenu sensitivity.
  • Regle mit dem Value Encoder 1 das Bending von 1 st auf none.
  • Wechsle in das Untermenü presets.
  • Blättere mit dem TAB-Wahlschalter zum Punkt save.
  • Drehe den value encoder 1 bis zu dem Parameter saving options/save sensitivity.
  • Drücke auf den value encoder 1. Dadurch wechselt save sensitivity auf yes.
    Diese Option wird übrigens beibehalten für weiteres Abspeichern.
  • Drehe den Value encoder auf location.
  • Bestätige die Wahl wieder durch Drücken von Value Encoder 1.
  • In der rechten Display-Spalte wird ein freier Userplatz angeboten.
  • DreheValue Encoder 1 bis zu einem gewünschten Platz
  • Drücke zweimal auf Value Encoder 4 und bestätige dadurch das Abspeichern.

Mit dem TAB-Wahlschalter wechseln wir ins User-Menu. Dort erscheint nun unser neues Preset ohne Pitchbending.

Osmose Presets reso nable und phase machine

Wir wählen im Menu 2a (presets) mit dem Value-Encoder 4 das Preset reso nable und setzen den Modulationsschieber (rechts neben dem Pitchbend-Schieber) etwa in Mittelstellung:

 

Presetwahl, daneben mein Opa am selbst gebauten Harmonium.Wie gerne hätte ich ihm OSMOSE vorgeführt.

Presetwahl, daneben mein Opa am selbst gebauten Harmonium. Wie gerne hätte ich ihm OSMOSE vorgeführt.

Wir schieben den Modulationsregler etwa in Mittelstellung und drücken einen Akkord wie bei jedem anderen Synthesizer. Man spürt deutlich den Unterschied zur darunter anschließenden Aftertouch-Zone.
Wir fahren den Schieber auf das Maximum und hören, dass der Klang obertonreicher, schärfer wird. Zurückfahren auf das Minimum führt zu einem obertonärmeren weichen Klang.
Nun erhöhen wir den Tastendruck und gehen langsam in die Aftertouch-Zone, bis wir das Ende des Tastaturhubs nach 20 mm erreichen. Wir sollten darauf achten, dass wir beim Erhöhen des Tastendrucks nicht gleichzeitig zur Seite drücken, sonst „eiert” der Akkord. Der Aftertouch fügt offenbar wieder Obertöne hinzu.
Ohne im Druck nachzulassen, ziehen wir zum Abschluss den Modulationsschieber wieder ganz auf; der Klang wird nun schon unangenehm scharf.
Dass mit dem Modulationsregler nicht nur die Klangfarbe geändert werden kann, erfahren wir, indem wir kurzfristig das Preset phase machine laden:

Hier wird mit dem Modulationsschieber das Panning in der Frequenz verändert.

Experimentelle Klangabenteuer

Im Folgenden stelle ich einige interessante Presets kurz vor. Die Auswahl ist möglichst vielfältig gewählt, um OSMOSE facettenreich darzustellen.

Preset kinetic Overtones

Ein völlig abgefahrenes Preset:

kinetic overtones, der Presetname drückt es treffend aus. Ich drücke ausschließlich die C3-Taste in der Mitte und erzeuge die Klangvariationen allein durch langsames Drücken bis zum Maximalhub in der Aftertouch-Zone. Der große Tastenhub in der Aftertouch-Zone kommt hier voll zur Geltung.

Preset kinetic bowed fdn

Noch abgefahrener, unbedingt ausprobieren.
Der Klang erinnert mich sehr an den Software-Synthesizer Absynth 5 von Native Instruments; kein Wunder, beide Modelle benutzen Physical-Modeling. Ich spiele zusätzlich mit dem Modulationsschieber. In der zweiten Hälfte setze ich den Oktavumschalter auf +2.

Achtung: Drückt man Aftertouch sehr weit, dann gibt es im Hall offenbar ein (gewolltes) Feedback, rechtzeitig die Taste loslassen!

Preset Geiger insect

Etwas harmloser auch mehrstimmig spielbar mit interessantem polyphonen Aftertouch. Modulationsschieber benutzen!

Preset utopia

Ein schönes einfaches Preset.

Was für eine Vielfalt!

OSMOSE und pressure glide …

… und die hohe Kunst des Ausdruckspiels

Individuelles Portamento!?!!

Dieser Effekt findet offenbar (?) in der Zone 1 des Tastendrucks statt. Ich kann zunächst nur vermuten, dass zwei eng genug liegende legato gespielte Töne in ihrem momentanen Tastenhub verglichen werden und so eine anteilige Mischung für die momentane Tonhöhe berechnet wird. Dazu müsste man im Haken Editor genauer nachschauen. Allerdings ist dies (noch) nicht mein Forschungsgebiet.
Möchte man also zum Beispiel legato über eine Oktave spielen, dann kann die Geschwindigkeit durch gleichzeitiges Anheben und Niederdrücken der Tasten kunstvoll und auch mit Schwankungen ganz individuell erfolgen, je nachdem, welchen Effekt man wünscht. Langsames Portamento erfordert sehr viel Übung.
Portamento zwischen D1 und D2. Je nach Anteil der jeweiligen Tastenhubs wird ein Zwischenton ausgegeben. Wenn man also beispielsweise D1 und D2 gleichtief herunterdrückt, dann wird der arithmetische Zwischenton G#1 ausgegeben. Langsames Portamento mit einer Hand muss man üben, schneller Wechsel gelingt dagegen sofort.
Das Portamento spricht übrigens in diesem Preset bansuri nur im Legatospiel an, wenn die Tondifferenz maximal eine Oktave beträgt.
Bei weiterem Abstand gibt es Zweistimmigkeit und wiederum mit der Möglichkeit eines Portamentos im anderen Spielbereich.
Durch geschickte Oktavumschaltung kann man sogar noch eine weitere Stimme hinzufügen.
Und nun in Gänze:

Wie man unschwer hört, kann man es bewusst im Bass oder in der Leadstimme benutzen, wobei schnelles Portamento durchaus schon mit wenig Übung groovt.
Aftertouch verändert das Tremolo.

Pitchbending als zusätzliche Dimension

Pitchbending kennt man schon als Hilfsmittel zur Tonhöhenmodulation mit einem Pitchbend-Rad oder auch -Schieber. Berührempfindliche Streifen haben in den letzten Jahren auf modernen Keyboards Einzug gehalten. Allerdings muss man dafür seine linke Hand opfern, sprich von der Spieltastatur lösen. Egal, ob man mit der linken Hand moduliert oder ein programmiertes Pedal zur Hilfe nimmt, ein grundsätzliches Problem bleibt: Das Pitchbending ist nicht polyphon. D. h. Tonhöhenänderungen betreffen immer alle angeschlagenen Töne zugleich. Auch OSMOSE besitzt ein solches Pitchbending-Rad.

Aber OSMOSE kann mehr: Jede Keyboard-Taste kann ca. 2 mm in beide Richtungen seitlich bewegt werden. MPE ermöglicht es, dass jede Taste individuell in ihrer seitlichen Bewegung abgefragt wird und diese Information zur Modulation, oft für ein Pitchbending, aber auch durchaus für Vibrato oder gar komplexe Klangveränderungen gebraucht werden kann. Pitchbending ist dafür aber das auffälligste Kennzeichen und man kann es haptisch mit dem Dehnen einer Gitarren- oder Violinsaite vergleichen.

Mit der linken Hand E1-H1-E2 dauerhaft liegenlassen, dann Oktavumschaltung auf +1, auch +2 (mit der rechten Hand übergreifen)
Melodiespiel mit der rechten Hand und ausgiebig seitlichen Druck benutzen (bis zum schnellen Vibrato)
Verharrt die rechte Hand, dann kann man auch links die immer noch gehaltenen Tasten seitlich drücken – ist leicht zu üben!

Ein paar persönliche Presets

Hier mal eine lose persönliche Sammlung möglichst unterschiedlicher Preset-Beispiele:

  • bird whistler
    Inspiration pur, aus dem einfachen Vogelgezwitscher entwickelt sich etwas völlig Neues.
  • rewind time
    Ein interessantes, überraschendes Preset; man hat den Eindruck ein Tonbandeffekt läuft rückwärts.
  • tin whistle
    Eine Emulation einer Flöte. Interessant ist, wie der Aftertouch das Überblasen der Flöte simuliert, indem sie in die höhere Oktave überschlägt.
    Nur jeweils eine Taste drücken!
  • vocalise
    Die rechte Hand spielt gebundene Töne (portamento) , die linke Hand moduliert mit dem Schieber offenbar Formanten.
  • waterphonie
    Sehr metallisch, äußerst eigentümlich. Drückt man C2 und danach H4 (!), dann ist erst ein Oktavsprung erreicht. Offenbar eine gespreizte Skala. Ein tolles Forschungsobjekt.
  • woodorgan
    Spielt man das Preset unbedarft an, dann ist der erste Gedanke: naja ok – gleich zum nächsten Preset.
    Ohh dann verpasst man etwas, hier kann die Tastatur mit ihren diversen Ausdrucksmöglichkeiten ihre ganze Klasse ausspielen: Es spuckt, vibriert und groovt – toll.

Lernvideo zum Expressive E Osmose

Nachdem wir uns einen anfänglichen Überblick verschafft haben und vielleicht sogar erahnen, dass wir ein wundervolles Werkzeug, besser ausdrucksvolles Instrument, in den Händen haben, fragen wir uns, wie soll es weiter gehen?
Ich habe ein reich mit Informationen gespicktes Lernvideo von Expressive E entdeckt.

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Es erklärt sehr intensiv und durchaus zügig, wie man OSMOSE in all seinen Bedienungsfacetten benutzt.
Nach dem ersten schnellen Abspielen empfehle ich, es mit deutschsprachiger Übersetzung und abschnittsweise, vielleicht sogar mit reduzierter Geschwindigkeit abzuspielen. Mein elektronischer Notizblock liegt daneben und ich versuche so, nach und nach die Tipps auszuprobieren und zu verinnerlichen. Ich hoffe, ich kann euch anregen, dasselbe zu tun.
Vielleicht besitzt ihr ja auch eine MPE-fähige Hard- oder Software. Auch hier könnte man Ausschau halten.

Die Speicherverwaltung

Mehr als 500 Presets und 128 freie User-Plätze

Wie behält man eigentlich einen Überblick über die mehr als 500 Presets?
Die Möglichkeit durch alphabetische Sortierung und die Einsortierung in Kategorien ist zwar ganz schön, aber wie findet man die Eigenheiten eines Presets heraus und vor allem wie findet man es wieder? Im Laufe der ersten paar Tage habe ich mir beim Durchsteppen den Modulationsregler in Mittelstellung gebracht. Dann zunächst nach Gehör für verschiedene Keyboardtasten die Zonen 1 und 2 erforscht, Velocity ausprobiert durch unterschiedlich schnelles Anspielen, eventuell auch zusätzliche Klänge durch abruptes Loslassen einer Taste und das seitliche Bending. Am Anfang sollte man sich persönliche Lieblings-Presets gleich abspeichern, eventuell das Pitchbending verändern (kein Eiern), damit man sich damit näher beschäftigt. Später oder sofort kann man sich Notizen zu den Eigenheiten eines Presets machen.

Weitere Links

OSMOSE // Seven Stages of Ownership
Edmund Eagan – EaganMatrix Sound Design :: ContinuuCon 2023

… und danach?

Was soll ich sagen? Veränderungen der Makros und Abspeichern in den User-Presets sind das eine und bieten schon Beschäftigung genug, aber wie steht es denn mit der konkreten individuellen Programmierung mit dem Haken Editor?
Mal sehen, was die Zukunft bringt:

Let it Groove

Zum Abschluss gibt’s meine persönliche Jam-Session, mehr oder weniger spontan aufgenommen in Logic Pro. Lediglich das Schlagzeug (Loop Busy Roundtrip Drumset 03) im Hintergrund habe ich von dort übernommen. Alles andere sind Original-Presets:

  • after the rain
  • doubleslap
  • bazykey
  • hammers brushed
  • flute transverse
  • aftersaw
  • electric keys

Ich zitiere mal Florian Anwander, der in der ersten Vorstellung des OSMOSE hier auf AMAZONA.de einen – wie ich finde – sehr passenden Kommentar (11. Januar 2023) schrieb:

Ob sich das lange Warten dann wirklich gelohnt hat?
Ich kann nicht für Dich sprechen, aber für mich ist Osmose eine Art Erweckungserlebnis. Ich habe die letzten zwanzig Jahre fast nur noch auf Synthesizer-Tastaturen gespielt und bin damit auch sehr in die „sequenzierte“ Ecke von Musik gedriftet.
Mit Osmose mache ich wieder Musik, wie ich sie früher auf der akustischen Gitarre und Flügel, oder (weitaus dilettantischer) mit einer Posaune oder einem Cello gemacht habe.
Wer nur ein weiteres Keyboard zum bestehenden Keyboard-Park erwartet, der mag sein Geld anderweitig ausgeben.

In diesem Sinne Let it Groove und wer Lust hat mitzuspielen, für den bleibt hier auch noch Platz 🤪😎🎹🎸:

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Fazit

In diesem Workshop ging es lediglich um ein erstes Spielgefühl und das ist überwältigend neu. Ich frage mich, wie konnte ich nur Jahrzente ohne MPE leben 😁.

Die Verarbeitung des OSMOSE ist absolut edel und wertig. Mehr als 500 Werkspresets lassen sich nach einer Woche gezielt durch Makros verändern und in einer ausreichend großen User-Bank (128 User-Plätze) direkt abspeichern.

Irgendwann möchte man auch selbst Presets extern sichern. Dafür benötigt man den Haken Editor. Dies ist aber hier nicht Thema und ich kann, wenn gewünscht, in einem späteren Workshop darauf zurückkommen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sensationell, wenn man es mit einem Haken Continuum Fingerboard vergleicht.

Plus

  • neuer MPE-Controller
  • ausdrucksstarkes Spiel für jede Taste individuell
  • normale Keyboard-Tasten
  • zusätzlicher Dynamikbereich nach rechts und links
  • sehr tiefe Aftertouch-Zone, ungewohnt aber zielsicher zu bedienen
  • umfangreiche Factory-Preset-Sammlung, mit viel Feingefühl zu spielen
  • leichtes Erlernen des neuen Spielgefühls, gutes erstes Lernvideo
  • sehr komplexe Modulationen können sinnvoll mit Makros verändert werden
  • Physical-Modeling sehr gut in die Klangformung eingebunden
  • extremer Tastenhub von 20 mm lässt sehr komplexe Modulationen zu
  • Note-off-Befehl wird ebenfalls in die Klangfromung einbezogen

Minus

  • Piktogramme zu den Makros sind nicht sonderlich eingängig
  • Die Preset-Datenbank ist in Presetnamen etwas nichtssagend, da viele Presets irgendwie nicht in die gängigen Kategorien passen, bzw. die Klänge sind mit normalen Synthesizerkategorien nicht zu beschreiben.

Preis

  • 1.799,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell

    Danke, danke, danke!
    😂 Gestern bin ich mit dem Vorsatz ins Schlafgemach, nicht mehr so viele Kulunken für Musikwerkzeuge zu spendieren.🤪 Heute bin ich – nach nach Lesen deines Artikels – sicher, der Vorsatz ist wichtig, muss jedoch aufgeschoben werden! 🫥

    🫡 ICH WILL NEUES LERNEN! (So ein Mist) 😬👍

    Schön, bestellt und wartend:
    Für dieses Werzeug ist das gelieferte nicht einmal kostenintensiv!🥰

    Wenn ich den osmotischen Prozess dann selbst durchlebe habe ich kaum mehr Zeit AMAZONA zu lesen, was ich schon jetzt bedaure und weiß; dann gebe ich auch nichts mehr für Musikhardware aus!🧐 Dann, ja wirklich, dann kauf ich nix mehr!🤣

    Verlockend für mich, wie du das Werkstück beschreibst! Nochmal danke! 🤩👍

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @CDRowell > […] Heute bin ich – nach nach Lesen deines Artikels – sicher, der Vorsatz ist wichtig, muss jedoch aufgeschoben werden! […]

      Hahahahaha! 😄 Jaaaaa, genau; Du sprichst mir aus der Seele. Nach diesem Artikel … oh Mann, mein armes Bankkonto! 😁

      • Profilbild
        CDRowell

        @Flowwater Ja ja Ja… Selbsterkenntnis soll ja der schnellste Weg der Besserung sein… 🤪

  2. Profilbild
    Flowwater AHU

    Ach @herw, Mann ey … stimmt, den »Osmose« gibt es ja AUCH NOCH! Das tut dem GAS jetzt wirklich nicht gut (und meinem Bankkonto auch nicht). 😉👍

    PS: Das farblich psychogen veränderte Bild mit dem »Osmose« und dahinter der Schrank mit den Eurorack-Modulen … ist das Deins?

    • Profilbild
      herw RED

      @Flowwater Vielen Dank – ja es ist ein Teil meines Modularsystems
      Ich muss gestehen, dass ich noch nie ein so beeindruckendes Spielgefühl bei einem Tasteninstrument empfunden habe. Endlich verstehe ich die Inbrunst, mit der Saiten-, Blasmusiker, Sänger … ihr Instrument zum Ausdruck nutzen, was sie empfinden. Natürlich geht das mit einem Klavier, Flügel, oder E-Pianos und Synthesizern auch.
      Aber es öffnet sich für mich eine Tür, durch die ich zu gehen erhoffte, aber mir bisher verwehrt blieb. wow

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @herw
        Modularsystem: Beeindruckend! 🙂

        > […] Aber es öffnet sich für mich eine Tür, durch die ich zu gehen erhoffte, aber mir bisher verwehrt blieb. Wow

        Nein, nein, nicht … ach … (stöhn) … ich habe es gerade eben noch geschafft, mit letzter Anstrengung das GAS niederzuknüppeln. 😀

      • Profilbild
        hardberg

        @herw Das kann ich absolut nachvollziehen. Geht mir genau so, wenn ich mich an meinen Osmose setze. Ich bin dann erstmal in einer ganz anderen Welt. Ich mag diesen Synth wirklich sehr.

  3. Profilbild
    Tai AHU

    Ja!!! Das sind Produkte, die mich noch anmachen können, Statt den allerletzten damals schon nicht verkauften Analogen zu kopieren, eine Weiterentwicklung in eine interessante Richtung. Für mich war auch das Seaboard schon eine wirkliche Sensation, Osmose spielt in einem ähnlichen Bereich, während das rote Dingens (Name vergessen) mit mehreren Tausend definitiv keine Rolle spielen wird. Egal, ob gut oder nicht.

  4. Profilbild
    herw RED

    Meine Euphorie für dieses wundervolle instrument lässt nicht nach und meine Finger wollen es ständig berühren und erforschen – eine Liebeserklärung.
    Anfänge in der eigenen Programmierung mit dem Haken Editor sind schon gemacht und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

    • Profilbild
      MartinM.

      @herw Da bin ich aber auch gespannt und erwarte hoffnungsfroh weiter erhellende Artikel! Die EaganMatrix und den Editor, wie er bei Haken Audio erklärt wird, habe ich einfach nicht kapiert, und würde daher fürchten, beim Klangdesign zu scheitern. Überhaupt haben Testberichte zu den Haken Instrumenten wenig Gegenliebe für die Klangerzeugung via EaganMatrix durchscheinen lassen, das könnte aber an den arg gewöhnungsbedürftigen Controllern von Haken liegen. Dennoch würde ich doch gerne einmal hören, wie sich der Osmose als Controller von MPE-fähigen Softwaresynths macht.
      (Nur nebenbei: Bei Deinen Soundbeispielen hätte ich mir etwas Lautstärkenormalisierung gewünscht! Einige Clips sind sehr leise ausgesteuert. Aber generell danke für diesen aussagekräftigen Test!)

      • Profilbild
        herw RED

        @MartinM. „Bei Deinen Soundbeispielen hätte ich mir etwas Lautstärkenormalisierung gewünscht! Einige Clips sind sehr leise ausgesteuert. Aber generell danke für diesen aussagekräftigen Test!)”.
        Vielen Dank für das Lob!
        Ich habe mir die Audiobeispiele sowohl am MacBook, auf dem iPhone, wie auch über meine Studioanlage angehört und alle Lautstärkepegel hören sich normal und auch gleichartig an.
        Es gab natürlich keine Nachberarbeitung durch irgendwelche Mastereffekte. Mir kam es darauf an, den reinen Klang ausschließlich von OSMOSE gestalten zu lassen.
        Natürlich sind die leisen Stellen so gewollt und daher nicht auf einem iphone ohne Kopfhörer in einem Bus bei der Fahrt zu hören.
        Leider habe ich keine Erfahrung, wie man Mastereffekte und -abmischungen durchführt. Also sieh es mir wohlwollend nach.
        Ich habe mir zur Kontrolle mal ein Stcük von ABBA in der Applkation Music abgespielt. Da gibt es natürlich schon ausgefuchste Mastereinstellengen, aber ich bin nur Hobbymusiker.😕
        Wenn du mir einen Tipp geben kannst (gerne auch per PM), wie ich in meiner DAW (Logic) eine Lautstärkenormalisierung durchführen kann, dann bin ich dir sehr dankbar. Es gibt einen Button in Logic mit der Aufschrift Normalisierung. Ich traute mich aber das nicht zu benutzen, um die Aufnahme nicht zu übersteuern. (?)

        • Profilbild
          MartinM.

          @herw Die Normalisierung ist eigentlich ein ganz simpler Vorgang. Sie passt den Pegel einer fertigen Aufnahme an einen „normalen“ Pegel an, hebt also niedrige Pegel an und senkt hohe ab. Der Button „Normalisierung“ in Logic dürfte das für den gerade markierten Track oder Clip erledigen, sodass Du auch eine Veränderung in der grafischen Darstellung bemerken müsstest in Form einer deutlicher sichtbaren Lautstärkekurve. Anders als mit einem Compressor wird dabei die Dynamik nicht verändert. Wenn Logic nach irgendwelchen dB-Werten fragt, nimm einfach die Voreinstellung. Man kann damit nichts verhunzen. Nur bei bereits gemasterten Abmischungen führt eine Normalisierung eher zu einer Absenkung der mühsam herausgekitzelten Lautheit, ist dort also kontraproduktiv.
          Probier es einfach mal aus. Übersteuern kann man eine Aufnahme durch Normalisierung eigentlich nicht.

          • Profilbild
            herw RED

            @MartinM. Vielen Dank, hab’s gefunden unter Funktionen/Regionspegel normalisieren

            Voreinstellungen:

            Algorithmus: Peak, vielleicht besser Loudness?
            Ziellevel -1,0dB
            :)

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              MartinM.

              @herw Algorithmus Peak ist gut. Loudness könnte zu überraschend hohen Pegeln führen. -1,0 dB ist schon mit etwas Sicherheitsabstand zum Maximum und für den Verwendungszweck — Soundbeispiele zu Webartikeln — eine gute Wahl. Wenn Dir das Ergebnis zu laut vorkommt, senke den dB Wert des Ziellevels noch leicht ab.

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      ckort

      @herw Der Osmose ist eine Offenbarung! Beim ersten Spielen hatte ich das Gefühl ein akustisches Instrument unter den Fingern zu haben und das hat sich bis heute nicht geändert. Die Ausdrucksmöglichkeiten sind so vielfältig und es kommen immer neue Erfahrungen hinzu!
      Ich würde einen Workshop (oder eine Workshop-Reihe) zum Thema „Programmierung der Eagan-Matrix“ sehr begrüßen. Die Videos von Richard Kram sind sehr schwer zugänglich und teilweise schlecht zu verstehen. Vielleicht klappt das ja… Ich würde mich freuen!

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    filterfunk

    Ich kann die Begeisterung des Autors sehr gut nachvollziehen!
    Das Konzept, die Modulation durch die Spielweise zu generieren, geht aus meiner Sicht absolut in die richtige Richtung.

    Was mich abhält, ist das aus meiner Sicht zu exotische Design des Instruments.
    Ich hoffe aber, dass weitere Instrumente folgen und auch andere Hersteller nachziehen!

    Denn was bisweilen an „toten“ Tastaturen und rudimentären Modulationsmöglichkeiten angeboten wird, ist oft mehr als enttäuschen und wird oft überhaupt nicht dem Potential der Klangerzeugung gerecht.

    Siehe Korg Prologue 8/16 – eine gefühllose Tastatur ohne Aftertouch, ein Modulationsrad aus billigstem Hartplastik (Qualität der Haptik = McDonald Happy Meal Spielzeugbeilage) und eine mehr als karge Auswahl an Modulationsmöglichkeiten…

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      herw RED

      @filterfunk […] „Was mich abhält, ist das aus meiner Sicht zu exotische Design des Instruments.
      Ich hoffe aber, dass weitere Instrumente folgen und auch andere Hersteller nachziehen!”[…]

      Gerade das Design erscheint mir sehr gelungen; es soll zeigen: da ist ein gänzlich neues Tasteninstrument. Die sehr langen Tasten mit dem zusätzlichen hinteren Spielbereich (für echtes Halbtonglissando) haben Alleinstellungscharakter.

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        Filterpad AHU

        @herw […] Wer nur ein weiteres Keyboard zum bestehenden Keyboard-Park erwartet, der mag sein Geld anderweitig ausgeben. […)

        Dieser Satz mag erst mal rüberkommen wie: Der Osmose ist was besonderes, alles andere ist gewöhnlich bzw. weniger Wert! Aber genau das ist der Grund, warum dieser bei mir nicht infrage kommt. 😁 Das zeigt doch eindeutig, dass die Leute bei ihrer Musik extrem technisch fokussiert sind, anstatt sie einfach mal mit dem Herzen Musik machen. 🧡 Dies betrifft natürlich auch Softwaresynthesizer oder DAW.

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          herw RED

          @Filterpad Ich habe Florian Anwander zitiert!
          Ich interpretiere für mich seine Aussage, dass OSMOSE eine Ergänzung zum bestehenden Keyboardpark und keine Wiederholung mit neuen Presets ist.
          Im Gegensatz zu deiner Vermutung („Das zeigt doch eindeutig, dass die Leute bei ihrer Musik extrem technisch fokussiert sind, anstatt sie einfach mal mit dem Herzen Musik machen.”) habe ich selten so mit Gefühl spielen können wie mit dieser Tastatur.
          Wohl gemerkt, ich rede nur von Tasteninstrumenten, da ich andere Instrumente nicht beherrsche.
          Ich sehe OSMOSE als eine spieltchnische Erweiterung, mit dem ich noch mehr Emotionen herüberbringen kann.

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    EMELL

    Besonders muss man die unfassbar gute Eagan Matrix von Haken Audio erwähnen. Dieser hoch- komplexe Synthesizer steckt mittlerweile in verschiedenen Produkten (Eurorack und die diversen Fingerboards von Haken). Ich habe nichts im Studio, was auch nur annähernd so komplexe vielseitige Sounds produziert, ohne sich dabei im Arrangement breit zu machen. 4-5- dimensionale Tastatursteuerung ist da allerdings ein MUSS. Zieht man die Kosten für die Klangerzeugung ab, dann ist das state of the art design keyboard echt ein no brainer.

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    Bernd-Michael Land AHU

    Danke für diesen tollen Artikel!

    Leider scheitert das bei mir schon an der installation des aktuellen Editors / Max auf einem recht neuen Notebook.
    Ja, ich habe absolut keine Ahnung von Computern und bin zu blöd dazu, daher habe ich einen lieben Freund gebeten, das für mich durchzuführen. Er ist IT-Profi und hat es auch nicht hinbekommen.

    Ich weigere mich allerdings einen Mac zu kaufen, nur damit ich dann in der Eagan Matrix ein paar Sounds editieren kann. Das ist doch ziemicher Käse.

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      herw RED

      @Bernd-Michael Land Ich glaube nicht, dass Macintosh hier einen Vorzug verdient, auch wenn ich ein Macbook verwende.
      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die aktiven Benutzer des Editors im Sequencer-Forum alle einen Mac benutzen.
      Jedenfalls machen sie keine Andeutungen, dasss sie nicht nach den üblichen Fehlversuchen diesen genau so aufrufen können, wie Expressive E es in seinem Onlinehandbuch beschreibt.
      Ich bin auf jeden Fall voll eingestiegen.
      Aber vielleciht können sich ja mal hier die OSMOSE-Besitzer mit einem angeschlossenen Windows-PC melden.

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        Bernd-Michael Land AHU

        @herw Ich habe seit seit vielen Jahren (2009) ein Haken Continuum (Full Size) und schon da lief das OS immer so lala.
        Ein Update lief mal über 8 Stunden lang, und ein anderes hatte einen Bug, da musste ich von 4.75 bis auf 8.xx mühsam hochdaten (hatte eine Woche gedauert). Dank der supernetten Unterstützung von Lippold, wir hatten über 2 Stunden telefoniert, gings dann irgendwann.
        Das nächste Update lief nicht mehr mit meinem iPad 2, also hab ich mir ein iPad 3 gekauft und es damit gemacht. Klappte gut, hier konnte ich endlich mal wieder editieren und auch an Sounds schrauben.
        Das neuere Continuum Slim 70S6X kommt mit dem alten Editor nicht klar und braucht ein neueres Max, was wiederum auf dem alten iPad nicht läuft.
        Mein lieber Kumpel, selbstständiger ITler und Mac/Osmose-User hat es mir mit seinem Mac upgedatet und auch die fehlenden Sounds nachinstalliert. Die Installation von Max auf meinem Notebook mit Win 11 ist leider nicht möglich, der fehler ließ sich nicht ausmachen.

        Eigentlich müsste man für jede Eagan Matrix Version einen separaten Mac haben, da man keine zwei verschiedenen Max/Editoren auf einem Rechner laufen lassen kann. Das ist völlig bekloppt, denn ich möchte mein anderes Continuum ja weiter nutzen.
        Irgendwie scheinen die meisten Osmose-User irgedwie in der IT zu arbeiten, ein „normaler“ User wie ich, bekommt das jednefalls nicht so einfach zum Laufen.

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          herw RED

          @Bernd-Michael Land Auch wenn du über Jahre so viele Versuche durchgeführt hast, lege deine Zweifel, bedachten Argumente und Misserfolge mal für zwei Stunden beiseite und gehe unvoreingenommen mit Hilfe der Anleitung zum OSMOSE alleine heran und nimm dafür dein aktuelles Continuum.
          Benutze die aktuelle MAX-Version und den Haken Editor 10.09.

          Wenn es nicht funktioniert, dann muss ich das akzeptieren.
          Ich gebe mich aber vorher nicht damit zufrieden, dass es dir nicht gelingt. Ich drücke die Daumen.

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    herw RED

    Vielen Dank für das viele Lob und Interesse.🙂
    Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, dieses Workshop zu schreiben und vor allem akustisch zu füllen.

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      CDRowell

      @herw Deine Freude kann ich in Gänze herausspüren/herauslesen. Daher werde ich (hoffentlich) in Kürze mitfiebern!👍

      Danke für Deine osmotische Begeisterung.😇

  9. Profilbild
    Koala

    Vielen Dank für den Beitrag. Da steht einiges drin, was mir noch nicht ganz klar war. Ich bin selbst auch im Club Osmose und immer noch Feuer und Flamme für dieses Instrument und habe selten so viel gespielt.

    Die Eagan Matrix ist natürlich eine ziemliche Herausforderung und das User-Interface sehr gewöhnungsbedürftig. Man muss halt fast alles hinter sich lassen, was man so an Erfahrungen mit anderen Synths hat, aber das macht es ja auch so reizvoll. Ich nutze Osmose auch als mein DAW-Masterkeyboard und mit Live arbeitet das schon ziemlich gut zusammen. Etwas komfortabler könnte das Umschalten von interner Tonerzeugung auf external MIDI sein, aber wird es sicher noch ein paar Updates geben.

  10. Profilbild
    StereJo

    Hallo herw, vielen Dank für den ausführlichen Osmose Bericht.
    Würde mich sehr über eine Programmiersession mit den Haken – Editor freuen.
    Habes es selber mehrfach versucht, aber MAX gibt mir immer eine Fehlermeldung raus.
    Bekomme also den Editor nicht zu Laufen.

    Weiter so und frohes, elegisches Tonbauen…LG StereJo

    • Profilbild
      herw RED

      @StereJo Wie ich oben erwähnte, bin ich schon mitten im nächsten Workshop: zunächst einmal geht es an die Verwaltung der eigenen user library. Dazu benutzt man in der Tat am besten den Haken Editor.
      Damit kann man eine eigene Bibliothek bequem sortieren und abspeichern.
      Danach plane ich noch einen workshop über die Programmierung des OSMOSE von Grund auf.
      Den habe ich gestern gestartet.

  11. Profilbild
    Stratosphere AHU

    Wenn die technische Installation des Haken Editor und dessen Programmierung ein eigenes Studium erfordert, ist das ganze System nichts für mich. Schließlich will ich Musik machen.

  12. Profilbild
    Michael Bereckis

    Vielen Dank für die guten Infos!

    Ich habe den Osmose seit Mitte Dezember 2023 und bin weiterhin völlig begeistert.

    Als Keyboarder finde ich die Tasten sehr „natürlich“ und das Spiel sehr „organisch“. Da ich Saxofone und Kontrabass spiele, ist Tonbildung und Intonation für mich ein gewohntes Thema.

    Die Sortierung der User-Sounds geht vermutlich nur mit dem Haken-Editor oder auch im Osmose selber?

    Einen Workshop zum Haken-Editor fände ich klasse.

    Aktuell beschäftigte ich mich mit der Nutzung des Osmose als MPE-Controllers mit Arturia-Synths und UVI-Synths.

    Die Nutzung des MPE in Logic-Pro X und Ableton Live werde ich mir auch noch anschauen…

    • Profilbild
      herw RED

      @Michael Bereckis „Die Sortierung der User-Sounds geht vermutlich nur mit dem Haken-Editor oder auch im Osmose selber?”
      Bisher ja, ist aber nach Anleitung in wenigen Schritten zu schaffen, darüber schreibe ich einen weiteren Workshop. Expressive E beschäftigt sich wohl ebenfalls mit einem zusätzlichen Programm. Genaueres weiß ich aber nicht.

      „Einen Workshop zum Haken-Editor fände ich klasse.”
      Ich auch, daher schreibe ich auch irgendwann einen, wenn ich selbst Erfahrung gesammelt habe.

      Interessant ist auch eine ausfühliche Beschreibung der Möglichkeiten der Makros und zwar anhand eines einzigen Beispiels. Die Klangveränderungen sind enorm und ergeben außerhalb des Haken-Editors umfangreiche Kangveränderungen am OSMOSE selbst.

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