Green Box: KURZWEIL MIDIBOARD Masterkeyboard

14. Dezember 2019

Masterkeyboard Klassiker mit polyphonem Aftertouch

Das Kurzweil Midiboard von 1986

Gedanken zum Kurzweil MIDIBOARD

Spricht man von einer Legende, die man persönlich erlebt hat, ist man schon ein Zeitzeuge. So geht es mir, wenn ich über „mein” KURZWEIL MIDIBOARD spreche.

MIDIBOARD in guter Gesellschaft

Gehe ich als Klavier spielender, heute Keyboard spielender Laie durch das Musikgeschäft meines Vertrauens, dann fällt mein Blick natürlich zuerst auf die aufgebauten Keyboards, Stagepianos und Tastatursynthesizer. Es hilft nichts, ich kann die Finger nicht von ihnen lassen. Ein paar Tasten gedrückt und schon ist ein erstes Urteil gefällt: interessant oder langweilig, nervig billig oder äußerst hochwertig, mehr für Synthesizer- oder für Akustik-Klänge geeignet. Unwillkürlich bleibe ich bei einem Instrument mit 76 oder 88 Tasten stehen. Da muss doch auch ein Klavier- oder Flügelklang herauszuholen sein?

So geht es mir 1989, als ich ausziehe, um ein Masterkeyboard zu erstehen. Ich besitze schon einen DX11-Synthesizer und eine Rack-Version TX81Z von Yamaha.

Yamaha DX11 mit eindrucksvollem Eurorack

Zwar bietet die Phasenmodulation auch einen Pianoklang an, aber ist das schon ein Vergleich zu einem akustischen Klavier? Fünf Oktaven sind für klassische (Laien-) Stücke schon viel zu wenig. Phasenmodulation ist nicht für die Nachahmung akustischer Instrumente gedacht. Da ich das Spielgefühl und den Klang auf meinem Klavier kenne, ist das überhaupt keiner Diskussion wert.

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre kommen die Rompler auf, Sample-Player, deren Samples in einem ROM (Read-only-Memory) gespeichert waren. Deren Klänge im Bereich akustischer Instrumente sind damals überwältigend und außerhalb jeder Diskussion. Also muss ein solcher Rompler her.

Komplettgeräte gibt es auch schon (heute würde man Workstation sagen), wie zum Beispiel KURZWEIL K250 (Demo-Video).

MIDI (Musical Instrument Digital Interface) gibt es seit 1982 und ist auch heute noch (mit einigen Erweiterungen) ein gültiger Standard, d. h. ich kann mehrere elektronische Klangerzeuger miteinander verknüpfen und ansteuern. Nicht für jede Klangerzeugung will man einen eigenständigen Synthesizer mit Tastatur kaufen.

1989 bietet sich eine ideale Kombination an: das MIDIBOARD in Verbindung mit Rack-Synthesizern, natürlich mit dem Sound des Klavier-Romplers von KURZWEIL, eine Investition, die man nicht spontan trifft: MIDIBOARD (Firmware 3.0) + 1000PX Plus für gut 10.000 DM.

Klassisches MIDI-Rack mit Sound-Expandern

Auf die Klänge, die man speziell mit Romplern oder Synthesizern erzeugt, möchte ich hier nicht eingehen, hier geht es nur um das MIDIBOARD.

Die gewichtete Tastatur des Kurzweil MIDIBOARDs

Der Name ist schon Programm und Anspruch: „board” – eine Anschlagtafel, ein Spielbrett, eine Platine, eine Karte (heute sagt man Motherboard). Das trifft es: eine Schalttafel zum Steuern von MIDI-Signalen. Das klingt sehr nüchtern, bezieht man die Tastatur als Steuerungseinheit ein, dann trifft es mehr auch den emotionalen Teil.

Abgesehen von den stattlichen Ausmaßen (Breite = 137,2 cm, Höhe = 13,3 cm, Tiefe = 51,4 cm), die man im ersten Bild nur erahnen kann, geht die erste Begegnung mit dem MIDIBOARD über die Tastatur. Ist man nur an Synthesizertastaturen gewöhnt, dann ist schon das Niederdrücken einer echten Holztaste und die dahintersteckende Mechanik ein Erlebnis. Steht dahinter noch ein überzeugender (Klavier- oder Flügel-) Klang, dann drückt man sie nur noch mit Ehrfurcht.

Obwohl man ja auch mit guten Synthesizer-Tastaturen Klavier spielen kann, ist eine gewichtete Tastatur etwas anderes. Man missverstehe meine Begeisterung für eine gewichtete Holztastatur nicht falsch: Beide Tastaturarten haben ihre Berechtigung nebeneinander, je nach Klangauswahl und Klangerzeugung. Daher sieht man auf dem ersten Bild auch über dem MIDIBOARD moderne Tastaturen (von NI).

Eine gewichtete Holztastatur ist eine ganz andere Kategorie; allein schon die Masse von annähernd 34 kg lassen ohne Hilfsträger jeden Gedanken an ein bühnentaugliches Instrument verstummen. Das MIDIBOARD ist etwas für ein Studio und man benutzt es stationär.

Was zeichnet eine gewichtete Tastatur aus? Das Niederdrücken einer Taste vermittelt sofort das Gefühl von Feinfühligkeit. Man ist versucht, sie auf verschiedene Arten zu benutzen: vorsichtig und schüchtern, hart und kraftvoll und (!) auch mit verschiedenem Druck auf den Tasten bei polyphonem Spiel, ich spiele sogar auch mit einer ausgestreckten Hand ein Cluster. Man erahnt, welche Möglichkeiten dahinterstecken.

Gewichtete Tastatur mit enorm gutem Spielgefühl

Trotz dieses berechtigten Lobs darf man nicht vergessen: Es ist ein Instrument, das dem MIDI-Standard unterliegt. Das heißt, alle Nuancen erstrecken sich auf einen Zahlenbereich von 0 bis 127, also auch die Art, mit denen mechanische Daten ausgewertet und übertragen werden.

Nimmt man nur die Anschlagsdynamik, dann erscheinen für den alltäglichen Gebrauch eines Hobbyspielers 128 Werte viel, ein professioneller Pianist würde darüber nur schmunzeln, er wird den notwendigen Bereich eher bei einigen Tausend ansetzen wollen.

Nun gut, mit dem MIDIBOARD oder auch anderen Masterkeyboards kauft man eben keinen Flügel, sondern ein hauptsächlich elektronisches Instrument, das neben der Tastatur vielfältige Möglichkeiten in einem MIDI-Netzwerk bietet.

Was kann denn nun die Tastatur?

Anschlagdynamik und polyphoner Aftertouch

Anschlagdynamik (Attack-Velocity) mit polyphonem und monophonem Aftertouch (MIDI-Werte bei gedrückter Taste) und Release-Velocity beim Loslassen und und und …

Attack-Velocity bieten so gut wie alle Keyboards, mit monophonem (Channel-) Aftertouch ebenfalls; polyphoner Aftertouch ist da schon eher die Ausnahme. Polyphonen Aftertouch kann man zum Beispiel gut für Klänge benutzen, die bei mehrstimmigem Spiel einem einzelnen Ton einen besonderen Ausdruck, zum Beispiel ein nachträgliches Vibrato oder auch Filterverhalten bei gedrückter Taste, übertragen. Channel-Aftertouch ist eher sinnvoll, um zum Beispiel bei einem Hammond-Orgelklang bei einem eingespielten Leslie die Geschwindigkeit zu ändern; eine der gedrückten Tasten bestimmt schon das Verhalten für alle Tasten. Ein Aftertouch liefert nur einen MIDI-Wert, der nachgeschaltete Klangerzeuger bestimmt, was man damit anfangen kann.

Dabei ist man nicht unbedingt von einer Hardware abhängig, auch Software-Instrumente besitzen die Möglichkeit, verschiedene Arten des Aftertouchs auszuwerten.

Release-Velocity ist ungewöhnlich. Beim Loslassen einer Taste, wird je nach Abhebe-Geschwindigkeit ein Wert ausgegeben. Digitalpianos (Key-Off-Effekt) benutzen diesen Wert, beim akustischen Klavier entspricht dies zum Beispiel dem Benutzen eines Dämpferpedals. Denkbar ist auch spezielle Software wie zum Beispiel REAKTOR, damit könnte man bei entsprechender Programmierung wieder eine zusätzliche Hüllkurve oder einen Trigger etc. auslösen.

Und damit kommen wir schon zum Bedienpanel.

Das Bedienpanel des MIDIBOARDs

Da wir gerade Aftertouch und verschiedene Velocitys behandelt haben, stellt sich die Frage, wie denn nun das MIDIBOARD diese Werte misst.

KURZWEIL hat das Ganze „einfach” gestaltet. Jede Taste besitzt einen eigenen Prall-Kraft-Sensor (impact/force). Jeder Sensor wird mehrere hundertmal pro Sekunde gescannt. Jede noch so kleine Nuance wird also in entsprechende Werte umgewandelt.

Die Sensoren ermitteln ständig den Druck auf einen Gummisensor und berechnen daraus drei Werte:

  • den Aufprall (Impact Sensor). Daraus wird ein Attack-Velocity-Wert berechnet.
  • den momentanen Druck (Force Sensor) einige Millisekunden später. Während die Taste niedergedrückt gehalten wird, werden Aftertouch-Werte mit Hilfe des jeweiligen Drucks gesendet und zwar pro Taste. Man kann den Aftertouch auch auf Channel-Aftertouch umstellen (s. o.), so dass nur der aktuell größte Wert ausgewählt wird.
  • das Loslassen des Sensors. Der übermittelte Wert hängt von der Geschwindigkeit beim Loslassen ab.

Nur ein Sensor, das ist genial und einfach!

Jeder spielt eine Tastatur anders, hat einen unterschiedlichen Fingerdruck. Das lässt sich auf dem Panel durch fünf Fader anpassen:

Am Interessantesten ist der mittlere Fader-Touch. Er stellt den Messbereich des Sensors ein oder für uns Spieler das Empfinden der gesamten Tastatur. Von dieser Einstellung hängt ab, wie die einzelnen Messwerte (Attack-Velocity, Aftertouch und Release-Velocity) sich für den Spieler „anfühlen”.

Man kann sich hier eine Messkurve vorstellen, bei der man einen Ausschnitt festlegt, um Attack, Release und Aftertouch passend zum eigenen Spiel und der gewählten Klangfarbe des angeschlossenen MIDI-Instruments oder auch Softsynthesizers zu wählen.

Ist der Touch-Slider in einer eher unteren Position, genügt schon ein leichter Druck, um eine Note zu triggern. In einer eher oberen Position ist ein entsprechend stärkerer Druck zum Auslösen nötig.

Der Fader beeinflusst auch die Reaktionszeit. Ist er eher im unteren Bereich, dann werden staccato gespielte Töne etwas gedehnt. Möchte man sehr schnell repetierende (wiederholende) Töne spielen, dann wird der Slider etwas höher eingestellt. Schnell repetierende Töne werden oft abwechselnd mit Daumen und Zeigefinger auf derselben Taste gespielt. Versucht man so etwas auf einer normalen Synthesizer-Tastatur, so muss man die Finger nach dem Anschlag erst wieder soweit heben, bis ein Gate-off-Befehl erzeugt wird. Das kann man am eigenen normalen Keyboard sehr schön testen: Am besten wählt man einen Klang, der in der Hüllkurve keine Release-Phase besitzt, also zum Beispiel einen einfachen Orgelklang (ohne Hall). Man drückt eine Taste und lässt sie langsam wieder los. Dabei beobachtet man, bei welcher Position der Klang beim Anheben abbricht. Nun möge man versuchen, mit Daumen und Zeigefinger abwechselnd so schnell wie möglich den Ton zu wiederholen. Da ist in der Regel etwa 1 cm Hub nötig, beim MIDIBOARD dagegen nur 2 bis 3 mm, was zu einem äußerst schnellen Repetieren und damit einem Verhalten einer echten Klaviertastatur sehr nahe kommt.

Die anderen Fader betreffen jeweils einzelne Komponenten. In der untersten Position des Attack-Faders muss man schon sehr kräftig in die Tasten „gehen”, um einen hohen Attack-Velocity-Wert zu bekommen. Das kann mal zweckdienlich sein, wenn man generell einen harten Anschlag besitzt und trotzdem sehr nuanciert leise spielen möchte. Je nach Klang, den man beim angeschlossenen MIDI-Gerät eingestellt hat, kann man dies noch während des Spiels leicht ändern. Der Release-Fader steuert die Geschwindigkeit, mit der man eine Taste loslassen muss, um einen hohen Release-Velocity-Wert zu erhalten. Was das nun klanglich bewirkt, hängt wiederum vom angeschlossenen MIDI-Gerät oder Software-Instrument ab. Da Ende der 80er die Sampleplayer äußerst aktuell sind, werden durch die Release-Velocity entsprechende Samples ausgewählt und damit der Klang beeinflusst. Heutzutage kann man sich für einen Software-Synthesizer alles mögliche ausdenken. Software-Instrumente gibt es aber erst ab Ende der 90er (VST-Standard). Pressure-Sensitivity steuert ausschließlich die Auswertung des Tastendrucks für den polyphonen oder monophonen Aftertouch. Je nach  Fader-Position werden im unteren Bereich schon bei geringem Druck Aftertouch-Werte ausgesendet, aber nicht bis zum höchsten Wert, in mittlerer Stellung ist das verstärkt. Befindet sich der Fader in einer oberen Position, reagiert der Sensor erst ab einem bestimmten Mindestdruck. Der Trigger-Threshold wiederum bewirkt in der unteren Position allein durch ein Auf und Ab des Fingerdrucks einen Neuanschlag des Tons. Denkbar sind verschiedene Percussion- oder auch Schrammel-Effekte (strumming effects).

Links von diesen Einstellungsmöglichkeiten finden wir zwei frei zuweisbare Fader und vier Taster. Beide Fader und alle Taster lassen sich beliebigen MIDI-Controller-Nummern zuordnen (MIDI-Learn). Die Taster kann man von Trigger auf Toggle (Umschalter) einstellen.

Darunter befinden sich die beiden obligatorischen (zentrierten) Pitch-Wheels. In diesem Zusammenhang kann ich erwähnen, dass sich auf der Rückseite des MIDIBOARDS die üblichen drei MIDI-DIN-Buchsen für MIDI In, Out und Thru befinden. Ach ja, und Pedale kann man gleich deren zwei anschließen, zusätzlich jeweils mit 5 Volt Anschluss, dann noch zwei Switch-Pedale und jeweils ein Ein- und Ausgang für einen Cassettenrecorder, um die Einstellungen abzuspeichern. Letzteres ist wohl heutzutage eher nicht mehr unbedingt nötig. Ich habe mir erspart, mein MIDIBOARD aus dem Spieltisch herauszuziehen (34 kg!) und ein Foto zu machen im blinden Vertrauen, dass jedermann schon einmal auch die Rückseite eines Keyboards betrachtet hat.

Und nun kommen wir zum Wesentlichen, den Programmiermöglichkeiten.

Die Programmierung des Masterkeyboards

Die englischsprachigen Handbücher (Firmware 2 und 3) umfassen insgesamt 200 sehr informative Seiten und zig Seiten Anhang. Trotz der angegebenen Beispiele schreckt das anfänglich sehr ab. Möchte man allerdings die vielfältigen Möglichkeiten des MIDIBOARDs nutzen, führt kein Weg daran vorbei. Ich will hier nicht das Handbuch zitieren, sondern nur die prinzipiellen Einstellmöglichkeiten vorstellen. Die Handbücher gibt es auch als Download bei KURZWEIL.

Man kann von einem Gerät der 80er Jahre kein multifunktionales Display erwarten, hier beschränkt man sich auf zweistellige 7-Segment-Anzeigen (im Bild links). Das MIDIBOARD organisiert seine Programmierung in sogenannten Setups und Instrumenten.

Instrumente im Sinne des MIDIBOARDs sind keine Musikinstrumente, sondern MIDI-Einstellungen, die beim Aufruf an ein angeschlossenes MIDI-Rack oder Software-Instrument geschickt werden. Dort werden Einstellungen wie MIDI-Kanal, Programmnummer, Transposition, Polyphonie-Modus, Aftertouch und alle Regler-, Taster- und Pedalzuweisungen abgespeichert.

Das MIDIBOARD kann 178 Instrumente und 99 Setups verwalten. In jedem Setup können bis zu acht verschiedene Instrumente auf bis zu acht verschiedenen MIDI-Kanälen verteilt werden. Die Setups werden direkt  oder durch einen an der Rückseite angeschlossenen Step-Schalter aufgerufen.

Seit der MIDI-Implementation ist es möglich, verschiedene Synthesizer und Racks in einer MIDI-Kette anzuordnen, was allerdings zu Latenzen führen kann. Eine MIDI-Patchbay ist bei so vielen MIDI-Zielen empfehlenswert. Ich zeige hier mal aus historischen Gründen eine:

Das MX-8 verwaltet 8 MIDI-Geräte. Eines davon ist natürlich das MIDIBOARD, das man auch als Masterinstrument einstellen kann. Des Weiteren sind der Computer (damals ATARI TT) und dann die oben erwähnten Rack-Instrumente angeschlossen – ein Traum, aber auch ordentlich verwirrend. Darüber sieht man übrigens noch ein anderes fast schon historisches Gerät, das MCV 24 von Doepfer. Damit kann man MIDI-Daten in Steuerspannungen für ein Modularsystem umwandeln, aber das ist ein anderes Thema. Ich deute damit aber an, dass allein durch das Masterkeyboard damals ein ganzes MIDI-Netzwerk entsteht (natürlich nur nach und nach in den nächsten zwei Jahrzehnten).

Ein Setup definiert bis zu drei Split-Zonen und verteilt dort (auch über mehrere Zonen) die ausgewählten Instrumente. Ach, und ehe ich es vergesse, da gibt es ja auch noch einen Arpeggiator, der vom MIDIBOARD selbst programmiert und abgespeichert wird. Zu meiner Schande muss ich erwähnen, dass ich diese Option noch niemals benutzt habe. Alle Fader-Einstellungen (Attack-Velocity, Release-Velocity etc. können im Setup gespeichert und abgerufen werden.

Und wie behält man nun alles? Auch daran hat KURZWEIL gedacht, indem auf dem Panel eine kurze Bedienungsanleitung abgedruckt ist, d. h., das Nachschlagen in den 200 Seiten des Handbuchs entfällt – ein nicht zu verachtendes Feature, das ich in der Tat fast immer nutze.

Muss ich noch erwähnen, dass Robert Moog von 1985 bis 1989 Vizepräsident von KURZWEIL war?

Fazit

Wenn ich auf die nun 30 Jahre Erfahrung mit dem MIDIBOARD zurückblicke, dann lautet mein Urteil: Es war kein Fehlkauf. Es ist nach wie vor mein Hauptspielgerät und kann auch heutzutage ohne Weiteres in einer volldigitalisierten Musikwelt bestehen. Nie und nimmer gebe ich mein MIDIBOARD wieder her.

Plus

  • sehr hohe Flexibilität in einem MIDI-Netzwerk
  • Tastatur mit einem hohen Anspruch an Ausdrucksmöglichkeiten
  • große Anzahl an Spielhilfen
  • hohe Verarbeitungsqualität

Minus

  • etwas unübersichtliche Programmierung gemessen am heutigen (!) Standard

Preis

  • 1989: ca. 5000,- DM
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    Tyrell  RED 12

    Hallo Herwig, ich gratuliere zum gelungenen Autoreneinstand!!! Ich freue mich schon jetzt auf viele weitere AMAZONA.de-Storys von dir :-)

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    hejasa  AHU

    Schöner Artikel, führt mich zurück in die Zeiten als ich mit meinen Wünschen immer zwischen Kurzweil und Yamaha hin- und hersprang. Beide damals unerreichbar teuer.

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    iggy_pop  AHU

    „Mit dem Sound von Kurzweil / klingt sogar ein Furz geil.“ (unbekannter Einsender beim Keyboards-Werbetext-Contest im Sommer 1988)
    .
    Sound kommt aus dem MIDIBoard nicht, aber man kann „Sound“ damit spielen, im wahrsten Sinne des Wortes.
    .

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    lightman  AHU

    Kurzweil-Synths haben mich immer fasziniert, das gilt besonders für den K2000 mit Sampling. Das Teil war für mich unerreichbar, aber trotzdem habe ich mir Nase danach plattgedrückt, für mich war das lange Zeit die ultimative Kombo aus Synthesizer und Sampler.

    Das MIDIboard sieht top aus und ist sicher eine feste Bank, wenn man eine gewichtete Klaviatur braucht, für mich wäre das allerdings nix, ich bin mehr für die ungewichtete Synthtaste.

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    AMAZONA Archiv

    Schöner Bericht über ein absoluten Highlight ! Konnte es leider nur im Shop spielen, und habe leider versäumt , es mir anzuschaffen. Kurzweil hat echt super Sachen gemacht, die auch heute noch voll überzeugen.

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    herw  RED

    Habt Dank für das viele Lob. Das MIDIBOARD ist in der Tat mein musikalischer Wegbegleiter. Es erstaunt mich auch immer wieder, dass es so zuverlässig seinen Dienst tut.
    Damit es stabil steht, habe ich mir damals aus kunststoff-funierten Pressspanplatten selbst einen ähnlichen Spieltisch wie den heutigen zusammengebaut (siehe das zweite Photo im Artikel). Der hat sogar zwei Umzüge überstanden. Vor zwei Jahren habe ich mir dann etwas Vernünftiges aus Tischlerplatten bauen lassen. Mein Argument (auch gegenüber meiner verständnisvollen Frau) bei solchen nicht gerade billigen Anschaffungen ist immer: „Andere schaffen sich teure Autos an”.
    Auch die Anschaffung des MIDIBOARDs und 1000PX Plus ist aus eisernem (nicht unbedingt freiwilligem) Sparen über drei Jahre entstanden.

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    swift  

    Wohl dem, wer ein solch feines Masterkeyboard besitzt. Heute gib es praktisch nur noch Müll, vor allem in Blick auf die Einbindung in ein Hardware Setup.

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    heimannrudolf  

    Nicht nur bei ebay tauchen immer wieder „veraltete“ E-Pianos von Kurzweil auf. Die „Piano“-Sounds dieser Retro-Boliden sind wahrhaftig nicht mehr zeitgemäß, aber die Tastaturen sind allesamt klasse und ausdrucksstark spielbar. Auf Grund des hohen Gewichts ist fast immer Selbstabholung notwendig. Mein SP-88 Stage Piano nutze ich nur als reine Einspieltastatur. Der Yamaha Reface CP und viele Softwareflügel (von Native Instruments) blühen damit hörbar auf.

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    cosmolab  

    Klasse Bericht – von so einem Teil hatte ich bisher noch nie gehört. Aber was sofort auffällt: Das Bedienkonzept scheint wirklich überzeugend zu sein – schon die Idee mit den 5 Schiebereglern ist einfach super.

    Gibt es heutzutage überhaupt noch etwas Vergleichbares (ich meine: „in neu“)?

    Ich selber hab für die Erkenntnis, dass eine gute Tastatur den entscheidenden Unterschied machen kann, leider fast 20 Jahre gebraucht (und das trotz Ausbildung am Klavier). Ich war immer enttäuscht von z.T. hochgelobten Klavier- Samples, die aber über meine MIDI- Tastatur vorm Bildschirm einfach nicht überzeugend klangen. Bis ich mal merkte, dass fast alle dieser Samples über mein Clavia Nordstage1 gespielt ein-zwei Klassen besser waren. Bis dahin hatte ich unterschätzt, wie erheblich der Effekt ist, den eine Tastatur haben kann.

    Trotzdem sieht´s für mich fast so aus, als könnte das Kurzweil auch heute noch gegen das Clavia gewinnen – einfach wegen der straighten Bedienung.

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    psv-ddv  AHU

    Schöner und wie ich finde längst überfälliger Bericht über diesen Klassiker unter den Masterkeyboards.
    Wenn man das Midiboard spielt fühlt und sieht man sofort, dass es sich hier um ein für professionelle Musiker konzipiertes Gerät handelt. Kein Bling Bling, sondern top Funktionalität, durchdachte Bedienbarkeit, sinnvolle Features und roadtaugliche Verarbeitung.
    Das Teil hätte sicher auch dann keinen schwachsinnigen Touchscreen gehabt, wenn es so etwas damals schon gegeben hätte.
    Die Folge ist, dass man solch ein Gerät ein Musikerleben lang nutzen kann ohne sich nach einem Jahr wieder um einen leistungsfähigeren Ersatz mit noch mehr farbigen LEDs über den Tasten kümmern zu müssen.
    Diese Gerätekategorie ist in unserer Wegwerf-/Geiz ist Geil Zeit leider so gut wie nicht mehr zu finden.
    Nutzer des Midiboard waren z.B. Sting, Rick Wright, etc.
    Ein anderes wenig bekanntes aber hervorragendes Pro-Masterkeyboard war das Peavey DPM-C8, leider ohne Poly AT, und ziemlich schwer, aber dafür mit der besten Midi Anschlagdynamik die ich je erlebt habe. Wie hier schon geschrieben wurde: Die Umsetzung der Anschlagdynamik macht einen enormen Unterschied. Das können nur ganz wenige Tastaturen wirklich gut.

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      herw  RED

      „Nutzer des Midiboard waren z.B. Sting, Rick Wright, etc.”
      … und auch Keith Emerson, Ryuichi Sakamoto, Wendy Carlos , …

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