Green Box: Yamaha DX11, TX81Z, YS100, YS200, TQ5, DS55

23. Februar 2018

Die zweite 4-Operatoren FM-Generation

Yamaha DX11

Budget FM-Synthese der zweiten Generation

Als Yamaha 1983 mit dem Yamaha DX7 den Sound einer ganzen Generation neu erfindet, wird bald der Ruf nach einer preisgünstigen Variante des Yamaha DX7 laut. Bereits im Erscheinungsjahr des DX7 präsentierte Yamaha in einem ähnlichen Gehäuse den Yamaha DX9, der statt mit 6 Operatoren mit nur 4 Operatoren arbeitete. Der DX9 steckte im DX7 Gehäuse und weckte dadurch wohl zu hohe Erwartungen. Der relativ hohe Preis und die eingeschränkten MIDI-Möglichkeiten verhinderten eine erfolgreiche Vermarktung. Erst 1985 gelang auch der 4-Operatoren-Fraktion der DX-Familie mit dem Yamaha DX100 der Durchbruch. Vor allem der Desktop-Expander Yamaha FB-01 erfreute sich großer Beliebtheit und hoher Verbreitung.

Yamaha FB-01

Damit ist Yamaha im Preissegment knapp unter 1.000,- und 2.000,- D-Mark ab Mitte der 80er mit seiner 4-OP FM-Synthese fast aus dem Stand heraus ziemlich erfolgreich. Schon kommenden Samstag widmen wir diesen 4-Operatoren-Pionieren einen eigenen Artikel.

Nachdem die legendäre DX7 Baureihe 1987 die längst überfällige Modellpflege durch den Nachfolger Yamaha DX7II erfährt, ist 1988 auch die 4-Operatoren-Familie an der Reihe.

Die Devise heißt: mehr Sound, einfache Handhabung, schicke Optik. Und genau um diese zweite Generation der Yamaha 4-Operatoren-FM-Synthesizer soll es in diesem Artikel gehen.

Der Yamaha DX11, erstes Budget-Keyboard der 2. Generation

Die neue Leistungsfähigkeit der zweiten 4-Operatoren-FM-Generation ist dem YM2414 Soundchip zu verdanken, der acht FM-Channels und vier OPs pro Kanal erlaubt, dazu einen Fixed Frequency Mode runter bis 0 Hz beim Carrier. Gleich sieben unterschiedliche Modelle werden auf den Weg gebracht und jedes soll einen bestimmten Anwendungsbedarf und Kundenkreis bedienen. Neu sind MIDI-Multimode und stark erweiterte Synthese.

Originalprospekt Yamaha DX11 von 1988

Yamaha DX11

Wenn das mal kein cooler Look ist! Der Yamaha DX11, auf dem japanischen Markt nennt man ihn V2, wirkt mit seinem keilförmigen und sehr schlanken Gehäuse deutlich eleganter eingekleidet als die vorherigen Modelle. Obwohl mit 7 kg ein Leichtgewicht, ist das Instrument ganz schön robust gebaut. Da auch hier, wie bei den Vorgängern, die beiden Wheels nach oben aufs Panel verfrachtet wurden, ist der Yamaha DX11 trotz 5-Oktaven Tastatur erstaunlich kompakt. Die ist nun anschlagsdynamisch, gut und angenehm spielbar und bietet zudem Aftertouch.

Zwar gibt’s nach wie vor nur 8 Stimmen Polyphonie, doch immerhin ist die Engine nun multitimbral. Diese hat man deutlich aufgebohrt, denn die Operatoren liefern neben Sinusschwingungen sieben weitere mit alternativen Formen. Was das Klangpotential deutlich erweitert, genau wie der neue Stack Mode, bei dem man bis zu acht Sounds layern kann. Ein Übriges tun die zusätzlichen Effekte Reverb, transponierbares Delay für überraschend eindrucksvolle rhythmische Patterns, dazu Pan Tremolo und Chord Set. Die sind intern vorwiegend MIDI-gesteuert und können über die Stereoausgänge recht eindrucksvoll wiedergegeben werden.

Amazona Chefredakteur Peter Grandl, selber ein DX-Fan, meint über diesen 4-OP Synthesizer: „Ich mag den Klang des Yamaha DX11! Er ist für meinen Geschmack härter als bei den 6-OP Synthesizern. Klar, der Yamaha DX7 ist dem Yamaha DX11 und auch seinem Rackbruder TX81Z in vielen Disziplinen deutlich überlegen. So kommen die DX11 E-Pianos nie so warm und füllig rüber wie bei den großen Modellen. Aber knarzige und schneidende Klänge sowie eine große Auswahl Effektsounds – das ist deren Stärke.“

Die Quick Edit Function vereinfacht erheblich das von vielen Leuten sonst als zu komplex geratene Verfahren, eigene FM-Sounds zu programmieren. Für die eher anspruchsvollen Musiker dagegen hält der Yamaha DX11 programmierbares Microtuning bereit, das den Möglichkeiten beim Yamaha DX7II entspricht. Neben den Program-Tastern, die im Edit-Mode zur Parameteranwahl herangezogen werden, liefert ein gegenüber den Vormodellen nun beleuchtetes 2x 16 Zeichen LC-Display für alle Informationen. Außer den ziemlich gelungenen 128 Factory Presets und 32 Performances gibt’s auch einen Cartridge-Schacht für weiteren sofort verfügbaren Klangvorrat plus optionaler Datensicherung.

Yamaha DX11

Anschlüsse Yamaha DX11

Anschlüsse

Auf der Rückseite sind je drei Anschlüsse für die MIDI-Verbindungen und Foot-Controller. Das schon zuvor übliche Data-Cassette-Tape Interface hat der DX11 aber ebenfalls.

Er trägt als vorerst letztes Modell das Kürzel DX im Namen, denn nach ihm kommt der Yamaha V50, zu dem es HIER ebenfalls einen ausführlichen Artikel gibt.

Es werden über zehn Jahre ins Land gehen, bis der Yamaha DX200 die Tradition endlich weiterführt, diesmal als Desktop und wieder mit einer klassischen 6-OP Engine. Erst 2015 besinnt man sich erneut auf die doch eigentlich ganz gelungene 4-OP Engine und bringt – optisch den beiden DX11 und DX100 gar nicht so unähnlich – das Modell Yamaha Reface DX als Future-Retro-Version auf den Markt.

Originalprospekt Yamaha TX81z

Yamaha TX81Z

Die Klangerzeugung der 1 HE 19“-Rackversion ist dem Yamaha DX11 nahezu ebenbürtig, es fehlt lediglich der Pitch-EG. Und der Cartridge-Schacht. Damit die Bedienung im Alltag flott von der Hand geht, gibt’s unterhalb des Displays eine herausziehbare Parameter-Chart – sehr praktisch!

Welche Vorzüge haben denn nun die vereinfachten Bedienkonzepte der Geschwister Yamaha DX11 und Yamaha TX81Z? Nun, es geht einfach alles schnell von der Hand. Anstatt Waveforms grundsätzlich mittels Carrier/Modulator-Kombination erzeugen zu müssen, kann man zumindest für bestimmte typische darunter einfach die vorgefertigen nehmen. Auf diese Weise spart man einerseits Operatoren, was bei einem 4-OP System sehr willkommen ist. Und andererseits Zeit, denn FM-Sound-Programming ist generell eine nicht ganz unaufwändige Angelegenheit. Und die klangliche Vielfalt wird mal ganz easy multipliziert, jedenfalls gegenüber der vorherigen 4-OP Generation. Das klappt sogar beim Yamaha TX81Z trotz weniger Bedienelemente ganz gut. Da wird einfach nur jene Parameter-Chart gezückt, das richtige angewählt und der gewünschte Wert eingegeben, fertig.

Gegenüber der vorherigen Serie ist auch die Klangqualität verbessert, man hat es hier mit 16-Bit D/A-Wandlern zu tun. Unter den FM-Synthesizern der zweiten Generation genießt der Yamaha TX81Z jedenfalls einen gewissen Kultstatus, der ist nach all den Jahren einfach immer noch beliebt.

Speziell für den Betrieb mit Yamahas Wind-Controllern, wie Yamaha WX7 und Yamaha WX11, gibt’s die Engine auch unter der Bezeichnung WT11 als Desktop/Floor-Unit. Obwohl dessen Sound-Editing normalerweise nur via Yamaha TX81Z bzw. Yamaha DX11 vorgesehen ist, gibt’s dennoch einen kleinen Trick, wie man auch direkt an die Parameter rankommt: Eine spezielle Tastenkombination drücken und man ist „drin“.

YouTube Videoclip mit TX81Z Lately Bass Preset

Es soll ja Musiker geben, die den Yamaha TX81Z nur wegen seines legendären Lately Bass Presets erwerben. In diesem Beispiel wird genau dieses Preset verwendet.

Yamaha YS100, Yamaha YS200, Yamaha B200

Mit diesen Modellen beschreitet Yamaha in Sachen optisches Erscheinungsbild einen völlig neuen Weg. Man hat sich für die Gestaltung die angesehene Firma Frog Design ausgesucht, deren Inhaber Hartmut Esslinger eine Menge Referenzen bei namhaften Marken vorzuweisen hat, darunter zu jener Zeit Apple, Wega und Texas Instruments. Die YS-Serie hat einen völlig eigenwilligen Look und auch die Panel Gestaltung fürs Handling folgt dieser Linie. Das Credo heißt: kinderleichte Bedienung. Also ist alles irgendwie großflächig geraten und auf einer sehr aufgeräumt wirkenden Instrumentenoberfläche zuhause. Selbst das beleuchtete Display hat 2x 40 Zeichen und entspricht damit dem der DX7II Serie.

Yamaha YS200 Prospekt innen large

Prospekt Innenseiten: Alles fein säuberlich erklärt

Unter der Haube arbeitet der moderne 4-OP FM-Chip, dem man zusätzlich ein Multieffektgerät beigeordnet hat. Mit 100 ROM- und 100 RAM-Presets ist der Klangspeicher ordentlich dimensioniert, weitere Sounds können per MCD32 Speichercard aufgerufen werden. Wie bei den anderen neuen 4-OP FM-Synthesizern ist die Engine multitimbral und die Sounds lassen sich auch mit mehreren Splits auf der Tastatur verteilen. Die ist lediglich beim kleinsten Modell YS100 nicht anschlagsdynamisch. Mit an Bord ist ein 8-Spur-Sequencer, der immerhin eine Kapazität von 10.000 Noten hat.

Yamaha B200

Und da ist noch der Yamaha B200. Ähnlich einem Portable Keyboard mit eingebautem Speakersystem, das mit 2x 20 Watt Leistung ganz schön kräftig ist. Statt Pitchbend- und Modulation-Wheels gibt’s hier etwas, was an einen zweigeteilten Trackball erinnert. Die technischen Daten entsprechen ansonsten dem YS200.

Yamaha TQ5

Auch für diesen Desktop Expander ist Frog Design verantwortlich. Neben der erkennbar ergonomisch besonders günstig gestalteten asymmetrischen Bedienoberfläche im Understatement-Look, hat es das kompakte und auch insgesamt durchaus leistungsfähige Ding klanglich richtig gut drauf. Klangerzeugung und Features wie Quick Edit, Sequencer und Card-Slot entsprechen nämlich der YS-Serie.

Gedacht ist das Soundmodul sowohl für Homerecording als auch für die Kombination mit einem Digital Piano und ebenso zum Betrieb mit den MIDI-Blasinstrumenten WX7 und WX11. Da der interne Sequencer auch mit einer Drum-Machine, etwa der RX120, synchronisiert werden kann, hat man mit einem Mini-Setup, bestehend aus drei solchen Einheiten, bereits ein kleines autarkes Homerecording-System.

Yamaha DS55

Etwas aus der Reihe tanzt der optisch hübsch anzuschauende Yamaha DS55. Dieses Instrument ist irgendwie eine Mischung aus Synthesizer und Portable Keyboard. Das Besondere ist nämlich die Auto-Performance-Abteilung, herstellerseitig bezeichnet als Left-hand Band. Möglich ist das, neben Split und Layer, mit den insgesamt 43 Patterns für Beats, Arpeggien und Instrumentenbegleitung, die fürs Ein-Mann-Orchester bereitstehen.

Yamaha DS55 Prospekt

Klanglich basiert alles natürlich auf dem gleichen 4-OP-Chip der anderen Synthesizer dieser Generation, was dem Ganzen eine gewisse Tron in Digital Soundästhetik verleiht, der Soundvorrat für all das ist in 200 ROM- und 100 RAM-Presets archiviert. Und wie die anderen ist das 5-Oktaven Keyboard anschlagsdynamisch und bietet Aftertouch.

So richtig überzeugend ist das Gesamtpaket nicht. Zwar liefert das Instrument die typischen Einfach-FM-Sounds brav ab und im Dual-Mode gibt’s immerhin eine Detune-Option, damit wenigstens ein bisschen Leben in die Bude kommt. Doch obwohl einige Effekte die Klänge etwas aufpolieren können, selbst deren Einstellungen sind durchweg fix oder haben nur rudimentäre Korrekturmöglichkeiten. Beispiel: Delay ist entweder long oder short, das war’s schon. Diese Art Simplifizierung gibt’s auch bei den normalen Klangparametern, so sind die sonst außergewöhnlich detailreichen Hüllkurven hier auf Attack, Decay und Release reduziert. Man ist beim Easy-Handling-Konzept also ein ordentliches Stück übers Ziel hinausgeschossen. Anderes ist dagegen merkwürdig unkomfortabel geraten, so muss etwa das Preset-Naming mit Hilfe der Keyboardtasten vorgenommen werden und da soll sich einer mal merken, wo da genau die Buchstaben und Zahlen zuhause sind.

Obwohl der DS55 innerhalb der Modellvarianten wahrlich kein Glanzlicht darstellt, ausgerechnet für Balkan-Style scheint er jedoch besonders geeignet zu sein. Zu hören ist das hier.

3rd Party

Verglichen mit den vorherigen Modellreihen ist das Angebot deutlich überschaubarer. Dennoch, für die Vintage-Computer Atari ST und Commodore gibt es Steinberg 4 OP Synthworks, Geerdes XPert SWS und DX11/TX81Z SWS und Dr. T 4 Op Deluxe.

Steinberg Synthworks TX81Z Editor Atari

Steinberg Synthworks TX81Z Editor für Atari Computer

Eine Konvertiertabelle 4OP/6OP hat der Schweizer Rene Walther erstellt. Und Yamaha selber das Programm YSEditor. Auch das zusätzliche Klangangebot ist nicht zu verachten, denn Sound-Cards gibt’s sowohl von Yamaha selbst, als auch von Kid Nepro, Maartists, Metrasound und Sound Source Unlimited, Angel City. Hören Sie mal in Audio-Tracks in der Linkliste rein, um einen Eindruck von den Sounds zu kriegen.

Tutorials

Neben dem einen oder anderen Workshop in Magazinen, etwa Yamahas Hauszeitungen Aftertouch und Milestones, kümmern sich auch Buchautoren um die 4-OP Synthesizer, so etwa Lorenz Rychner, der die beiden Publikationen Getting The Most Out Of Your DX11 und The Yamaha TX81Z veröffentlicht.

Fun Facts

Für den japanischen Markt gibt’s die Modelle YS200, B200 und DS55 unter der Bezeichnung EOS. Und der TQ5 hat ein kleines Extra-Gimmick zu bieten: Per Tastenkombination lässt sich die Displayanzeige statt für Programm- und Parameteranzeige als Digital-Uhr verwenden.

Yamaha EOS DS55

DS55 in Version EOS

Kauftipps

Die ganze Modellpalette ist gegenüber den vorherigen 4-OP Synthesizern rundum gelungen, vor allem klanglich überzeugen die Instrumente. Und schon die Factory-Presets zeigen, was mit der „kleinen“ 4-OP FM-Synthese geht. Etwas später wird das vom V50 sogar noch übertroffen. Die Klassiker der Serie sind das Rackmodul TX81Z und das schicke Keyboardmodell DX11. Solche Sounds sind nebenbei im Balkan sehr beliebt, schauen Sie mal in den YouTube Clip in der Linkliste rein, da ist es der DS55.

Alternativ kann man zur Software-Variante greifen, denn es gibt einige 4-OP Clones. Jedoch, die Aliasing-Artefakte der Originale fehlen weitgehend und gerade die prägen den Charakter, auch das Unvollkommene macht deren Klang so liebenswert. Wer bereits die Software-Synthesizer FM7 oder FM8 besitzt, kann sich TX81Z SysEx-Daten besorgen, die beiden laden das.

Gebrauchtpreise

Für eine Preisorientierung schauen wir in die akutelle Syntacheles Liste. Die untenstehenden Angaben sind gerundet, Stand Februar 2018.

  • DX11: 250,- Euro
  • TX81Z: 150,- Euro
  • YS100: 100,- Euro
  • YS200: 100,- Euro
  • TQ5: 150,- Euro

Die beiden Modelle B200 und DS55 haben es bislang nicht in die Syntacheles Liste geschafft. Rechnen Sie einfach mit ähnlichen Preisen.

Klangbeispiele
Forum
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    Son of MooG  AHU

    Das Aliasing ist im Vergleich zum DX 100 geringer, was wohl auf die Wandler zurückzuführen ist. Leider verlieren manche Sounds dadurch an Charakter; so hatte ich beim DX 100 einen holzigen Xylophon-Sound erstellt, der bei Orgel- oder Leadsynth- Spielweisen sehr lebhafte metallische Artefakte produzierte, die ich beim TX81Z so nicht mehr hinkriege. Ich frage mich, wie das beim aktuellen Reface DX aussieht…

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      AMAZONA Archiv

      Beim Reface hat man wie bei allen neueren Geräten das sogenannte Bügeleisen in die Wandler mit eingebaut. Beim modernen Reface ist das Bügeleisen so heiß dass es nicht mehr so grasses Antialising möglich ist. Vor allem gibt es inzwischen den berechtigten Begriff des vintage digital sounds. Die Wandler von damals waren einfach schlecht und heute kann das kein Mensch mehr so schlecht nach bauen. Reface klingt unglaublich gut aber auch modern. Wer den dx11 kennt sollte dabei bleiben und gut ist.

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    ukm  

    Ich habe meinen DX-11 vor einiger Zeit mal wieder in Betrieb genommen und einige waveforms für den Motif XF erstellt.
    Was dabei herauskam, klang (zumindest aus subjektiver Sicht) charakteristischer als ich das jemals mit FM7/8 erreicht habe.

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    phil_dr110  

    So eingeschränkt sind die Midi- Möglichkeiten des DX – 9 gar nicht. Freie Eingangs und Ausgangskanalwahl und Sys- Ex- Dump auf Kanal 1. Man kann also mit jedem Sys Ex Librarian Sounds in den DX – 9 transferrieren. Die Midi- Einstellungen erreicht man über ‚Function‘ und ‚6‘. Interessanterweise ist diese Taste nicht beschriftet, sowie die Midibuchsen auch den Eindruck machen, als seien sie erst in einem späten Planungsstadium hinzugekommen.
    Und interessanterweise ist der DX – 9 der einzige 16- stimmige 4 OP FM Synth. Mein Exemplar bekam ich von einem Freund geschenkt, der dieses Kleinod vom Wertstoffhof gerettet hat :)

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      micromoog  AHU

      Genau, ist beim DX9 Sysex aktiv, sendet dieser auch die jeweiligen Patches bei Programmnummer Anwahl einzeln.

      Leider lassen sich die Patches nicht via sysex editieren, außer der Data Entry mit dem aktuell aktivierten Parameter.

      Ebenso die Einschränkung bei vielen Standard CCs, er reagiert nicht mal auf Volume

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    Son of MooG  AHU

    Ich bin vom DX 100 auf den TX81Z umgestiegen, mußte jedoch feststellen, daß die Bedienung des 19Zöllers im Vergleich einen Rückschritt darstellte. Galten Yamahas FM-Synthies sowieso als schwer zu programmieren (was ich beim DX 100 nicht sagen konnte), so bietet der TX81Z durch sein spartanisches User-Interface wenig Programmier-Vergnügen.

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    phil_dr110  

    Die Tastatur des YS – 100 ist sehr wohl anschlagsdynamisch. Nur fehlt ihm der Sequenzer des YS – 200.

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      k.rausch  RED

      Korrekt, danke für den Hinweis. Vorgesehen an dieser Textstelle war eigentlich: YS100 = kein Aftertouch.

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        phil_dr110  

        Keine Ursache :) Ein Freund von mir hatte 1989 den YS 100. Angefixt davon holte ich mir damals den DX – 100. Mehr gab mein Budget nicht her ;)

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    AMAZONA Archiv

    Kurzinfo, warum der DX11 am Balkan so beliebt ist:
    Ein paar Keyboardspieler wie Mica Nikolic (http://bit.ly/2HJXqsT) oder Miki Cortan, haben die Euphorie mit dem dx11 ausgelöst. Einfach mal Youtube.com und dann werdet ihr das Verstehen oder auch nicht( es sind die Töne die mnn mit dem DX11 erzeugen kann, er ist kompakt gebaut und sehr robust, sicherlich gibt es jetzt bessere, aber ich würde meinen nicht verkaufen.)

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      Wellenstrom  AHU

      Yamaha hatte für den europäischen Markt ja immer wieder auch Tischhupen rausgebracht mit orientalischen Skalen, soweit ich das in Erinnerung habe. Könnte mir vorstellen, dass die insofern dort, an der musikalischen Schnittstelle zwischen Orient und Okzident, ’nen starken Markt haben.

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        Tyrell  RED 1

        Das war beim DX11 schon spezieller. ich erninnere mich, dass ich noch vor einigen Jahren, als ich einen DX11 angeboten habe, innerhalb eines Vormittags 5 Anrufe von türkischen Keyboardern bekam, die auch von weit her gekommen wären um das Teil zu kaufen. Du musst dir wirklich mal das oben verlinkte Video anschauen. Was dieser Mica Nikolic da abzieht ist Tastenakrobatik pur. Und es gibt tatsächlich dutzende von Videos von ihm wo er NUR mit einem DX11, unglaubliches zustande bringt.

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          Wellenstrom  AHU

          Jo, werde ich mir glatt gleich mal reinziehen tun.

          Hehehe, und die Kippe immer im Anschlag.

          Ja, überlege gerade, ob man sich im Prinzip mit der FM Synthese generell frei von klassischen Skalen bewegen kann. Die Frage habe ich mir so nie gestellt. Gut, hier haben wir ja definitiv die Microtuning Möglichkeit.

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          lightman  AHU

          Der Kawai K1(m) wird ähnlich dem DX11 für Balkan-Musik eingesetzt, zum Beispiel für Mazedonischen Tallava, siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=2ouZWepCQAY . Eigentlich nicht meine Musik, aber ich finde den hüpfenden, fließenden, sich wie eine Schlange schlängelnden Sound einfach wunderbar. Ich hab das mal mit meinem K1m probiert, den Sound kriege ich hin, aber meine Fingerfertigkeit reicht dann doch nicht ganz. :)
          .
          Zum Thema, ich habe eine ganze Menge FM-Synths, wobei 4ops den größten Anteil ausmachen, als da wären Yamaha FB-01, TX81Z, YS100, YS200 und CXM5II/128. Ich könnte ganze Bücher über diese Dinger schreiben, allein der FB-01 ist ein Faß ohne Boden, auch wenn man einen externen Editor braucht, um ihn vernünftig zu Leibe rücken zu können. Wunderbare Soundwelt, und einfacher zu programmieren als der DX7 sind sie auch, die 4ops. Es gibt praktisch keinen Track, in dem meine FM-Synths nicht zum Einsatz kommen, meist mit eigenen Sounds, Presets verwende ich meist nur zum Layern (auf’m TX81Z).

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            k.rausch  RED

            Du wirst sicherlich nächste Woche auf deine Kosten kommen, wenn es um die erste 4-OP Generatiion geht. Und in der Tat, die Balkanesen haben ihre eigenen klanglichen Ideale und neben den Kawais ist auch, Überraschung: der Korg Sigma KP-30 besonders vertreten. In deutschen Metropolen mit wohlriechenden Grillwiesen kann man das an Wochenenden ganz gut hören … :)

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      Soundluck  

      Muss schon sagen, da gehts gehörig ab auf der feier.bist die balkan krachen. Danke fürs video. Der klang des instruments gefällt mir weniger mit evtl genügend korn vieleicht mehr. Freu mich aber auf elektron digitone. Könnt was sein.

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    Violator  

    Meiner Meinung nach sind, wenn man jetzt nur die 4 Operatoren Synthesizer betrachtet, der DX21 und der DX11 die interessantesten Instrumente ihrer Gattung.
    Der DX21 hat Split- und Layer Möglichkeit und hat als einziger FM Synthesizer einen Chorus, was den Sound nochmals um eine kleine Nuance aufwertet.
    Die konsequente klangliche Weiterentwicklung im 4 Operatoren Gebilde ist dann der DX11, mit 8-fach Mulitmode und Quick Edit.

    Und noch was anderes: optisch ist für mich der DX11 einer der schönsten Digitalsynthesizer überhaupt. Aber das ist auch wie so vieles Geschmacksache.

    Es würde ja bei der FM-Synthese zur Klanggestaltung „nur“ die Sinuswelle voll und ganz reichen, es bräuchte eigentlich keine zusätzliche Wellenformen – macht aber das Ganze beim DX11, SY99, etc. um einiges leichter.

    Der TX81z fällt für mich im Vergleich zum DX11 entscheidend ab. Die Bedienung ist umständlich und es fehlt die Pitch Hüllkurve, die man dem DX11 Gott sei Dank wieder mitgegeben hat!!!

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    AMAZONA Archiv

    Hallo!

    Hatte auch mal einen DX-11, den ich dann auch einen an einen Käufer vom Balkan verkauft habe. Dass der DX-11 dort sehr beliebt war, lag auch daren, dass es der DX-11 ermöglicht abweichende Skalen zu benutzen. Soll heißen nicht nur die klassische 12-Ton-Oktave, sondern auch arabische oder frei definierte Skalen. Stichwort 19-Ton-Musik, bei der zwischen jedem Halbton nochmal ein Zwischenton eingefügt wird.

    Viele Grüße!

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    Tolayon  

    Als „Geheimtipp“ in dieser Runde möchte ich auch mal den Korg DS-8 erwähnen.
    Der hat denselben FM-Chip wie die hier vorgestellten Yamaha-Modelle, aber mit etwas „verfeinerter“ Programmierung (u.a. soll auch Ringmodulation zwischen den beiden Blöcken möglich sein).
    Ein „Block“ wiederum ist in diesem Fall ein Verbund von zwei Operatoren, die wie Oszillator und Filter in einem subtraktiven Synth organisiert sind (wobei der Modulator hier im Korg-Sprech „Timbre“ genannt wird).
    Einen integrierten Effekt-Prozessor bietet der DS-8 ebenfalls.
    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der DS-8 Program-kompatibel zu den 4-OP-Yamahas ist, eben aufgrund seiner speziellen Konfiguration des FM-Chips.

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      gaffer  AHU

      Den DS-8 fand ich absolut grausam, so unterschiedlich kann man das sehen. Übles Aliasing, übrigens ein Effekt, den ich in den seltensten Fällen cool finden kann. Dazu diese „aufgepfropfte“ Analogbedienung.

      Ich hatte einen der ersten DX 7, damals noch mit „falsch“ implementiertem Aftertouch, ich glaube mit Controller Statusbyte. Dazu baute ich 3 Böhm Expander, die mit dem 4 OP Chip (1. Gen.) ausgestattet waren, 12/24 hiess das 1 HE Ding. Meine waren 12 stimmig und hatten im Gegensatz zu den Yamahas dynamischen Multimode. Eine Erweiterungsplatine brachte sie auf 24 Stimmen. Die sind völlig untergegangen, da das damals supermoderne FM keiner bei einem Heimorgelhersteller erwartete. Später kam die gleiche Kiste nochmal fertig zusammengebaut von ORLA. Der Editor dazu auf Atari war völlig schrill.

      DX-11, absolut genialer Wurf in Design.

  10. Avatar
    AMAZONA Archiv

    meinen dx11 habe ich bereits 1998 aus platzgründen verkauft, dafür habe ich mir aber den tx81z besorgt, damit ich den unvergessenen sound nicht missen muß.
    ein dx7 steht auch noch im studio die wache…. .
    doch den tx81z setze ich auch heute noch sehr gerne in musikproduktionen ein, die sounds des dx11/tx81z sind einfach sehr durchsetzungsfähig und immer noch sehr aktuell!

  11. Profilbild
    SimonChiChi  

    Sehr schmuckes Teil der DX11. Ist wirklich schlimm mit AMAZONA.de. Schon wieder ein neues Teil auf meiner Liste. Na wenigsten ist der Preis offensichtlich noch in „normalen“ Regionen-

  12. Profilbild
    xh9o

    Die Elektronik der Yamaha-Geräte resultierte in einer völlig anderen Soundqualität (nein, ich meine nicht den Rauschabstand) als etwaige Software-Emulatoren. Gerade bei FM-Synths ist das m.E. sehr auffällig, mir ist auch kein anderer Synth neben dem TX81z bekannt, der sowohl brühwarm als auch eiskalt klingen kann. Vielleicht ansatzweise der Waldorf Blofeld. Aber eben nur ansatzweise.

    Fakt ist aber auch, dass der TX81/DX11 nicht das Zeug zum everybody’s darling hat. Die Bässe sind absolut massenkompatibel okay, aber schon die E-Pianos/Clavs sind ein Fall für sich, über den jeder etwas anders urteilt.

  13. Profilbild
    calvato  

    …im zuge des der wiederbelebung von FM durch yamaha & korg hab ich nochmal ein paar tests gelesen.
    den DX11 hatte ich selbst jahrelang im einsatz, habe ihn irgendwie geliebt, aber auch gehasst weil er so einen hang zum quäken hatte (FM halt). aber ich mochte natürlich den multimode und auch die vereinfachte editierung. und das gewicht.,…! letzteres war der grund, warum ich ihn zu hunderten gigs als tastatur genommen habe. ich habe ich ihn durch gespielt, vor ein paar jahren habe ich ihn tatsächlich weggeschmissen (!!) weil einfach nix mehr ging…

    • Profilbild
      Tyrell  RED 1

      Durch den Relaunch des Artikels können keine Kommentare in der Vergangenheit liegen. Uns blieb also nur löschen, oder auf das heutige Datum setzen. Das betraf aber nur 4 Kommentare. Liebe Grüße, Peter

  14. Profilbild
    Inframosch

    Ganz schön viele Kommentare für so Instrumente, die vor 25 Jahren jeder so gehasst hat, dass man sie secondhand quasi nachgeschmissen bekommen hat.
    Ich war damals jung und hatte kein Geld und habe jedes der Teile mal gehabt, weil ich mir keinen M1 oder D50 oder sowas leisten konnte. Übrig geblieben ist der TX81Z, und den werde ich auch nicht hergeben. Die Leute gucken immer komisch, wenn ich sage, daß das mein Lieblingssynthesizer ist. Aber nach den vielen Kommentaren hier zu urteilen, scheint das Ding rehabilitiert zu sein.
    Eine Sache möchte ich noch zu der YS-Reihe (und auch DS55, TQ-5 und B-200) anmerken: Die Teile haben kein Portamento. Yamaha ist eine tolle Firma, aber über sowas rege ich mich auf. Und wenn ich mich recht entsinne, hat auch der V50 kein Portamento, sondern nur Glissando (man hört die Notensprünge).
    Weiß jemand, ob der Korg DS8 richtiges Portamento hat. Ich hatte mal den Korg 707, aber meine Erinnerungen daran sind sehr getrübt.

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      Codeman1965  

      Ja, laut Owner’s Manual Portamento mit Time und Range und der Möglichkeit, on/off sogar über einen Foot Switch zu regeln…!

  15. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Für einen Appel und ein Ei hab ich gleich 2 FB01 erstanden und die Teile klingen echt sowas von grass Vintage Digital, einfach herrlich! Da ich ein DX7 Fan bin habe ich nahezu alle FM Generationen hier stehen. Der reface ist derzeit im Angebot und ich befürchte er ist im Ausverkauf.

  16. Profilbild
    teletom

    Wer auf den Sound des YM2414 steht und eh nicht viel programmieren will, findet im Yamaha EMT-1 eine (oft) günstige Alternative. Der kleine Expander ist eigentlich eine Presetschleuder, bietet aber noch einige Parameter zur Soundbeeinflussung. Unter den Presets sind durchaus ordentliche Sounds …

    • Profilbild
      Son of MooG  AHU

      Ein EMT-1 wird z.Zt. für 50,-€ angeboten, ein TX81Z (mit tlw. sehr ähnlichen Presets) für knapp 100,-€ und ein FB-01 für 170,-€. Der EMT-1 war ja, wie auch sein AWM-Bruder EMT-10, zur Erweiterung von Portable Keyboards gedacht, da stellt sich die Frage, ob man in einigen Jahren immer noch mit seinen eingeschränkten Möglichkeiten zufrieden ist.

  17. Profilbild
    vlkr  

    Hier noch ein Tip für alle Reface DX User:
    Offiziell lassen sich die Presets von den alten Geräten ja nicht importieren.

    Ein findiger User hat allerdings doch einen Weg gefunden und bietet auf seiner Webseite die Werkspreset für so ziemlich alle alten 4op Synths (auch die Korg Teile) als sysex Dateien an die extra für den Reface aufbereitet worden:

    http://ref.....nskeen.nl/

  18. Profilbild
    1-Mann-Band Berlin  

    Ich hatte den YS 100, das war ein DX 11 mit Hall und mit einer vereinfachten Bedienung, die FM-Parameter waren nicht detailliert zugänglich, sondern es wurde die Bedienung eines analogen Synthesizers nachgebildet. Konnte damit einige gute Klänge erzeugen, da die Werks-Sounds entweder im Weltall angesiedelt waren oder oft nicht gut klangen.

    Er fehlt mir.

  19. Profilbild
    Supremeja  

    Ich hatte 3 x den TX81Z und den TX802. Ich hab diese Kisten geliebt, auch wenn diese schwer zu programmieren waren (Mit Sounddiver ging es dann ganz gut). Ich liebte die kalten elektronischen Sounds. Man konnte rhythmisch wahnsinnig viel machen. Jedoch habe ich meine Babys über die Jahre verkauft. Aber vor dem Verkauf hab ich meine Presets gesichert und inzwischen in den FM8 importiert. Ich nutze noch „heute“ meine Sounds aus den 90ern. Ich liebe es einfach… :D

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