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Test: Savant Audio Labs Quantum Room Simulator, Reverb Plug-in

Endlich als Plug-in - im Doppelpack

18. Dezember 2023
Savant Audio Labs Quantum Room Simulator test des hall plugins

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator, Reverb Plug-in

Sagen, Mythen und Legenden

Es ist schon irgendwie witzig – da erscheinen Barbie und Oppenheimer am selben Tag und schon ist eine unerwartete Erfolgslawine losgetreten, die Hollywood aus der Pandemiekrise rettet. Und in der Welt der Plug-ins? Wir werden sehen, wie der nahezu gleichzeitige Release von Savant Audio Labs Quantum Room Simulator und Relabs QuantX beim Publikum ankommt. Fest steht: Relab hatte schon 2020 einen Vorab-Screenshot präsentiert und damit die eigene Marschrichtung preisgegeben, ohne dann aber in den folgenden drei Jahren zu liefern. Savant Audio Labs hatten mit ihrem Quantum 2772 Evolution eine sehr überzeugende Hommage an den Quantec Yardstick abgeliefert, die über die Hintertür der Presetanwahl in der V1 auch drei QRS-typische Programme bot, die vom restlichen Yardstick-Gestus klanglich deutlich abwichen. Spätestens mit dem Wegfall dieser Presets im Update V2 war zu erwarten, dass Savant Audio Labs daraus ein eigenständiges Produkt emanzipieren würden. Und so geschah es nun auch. Savant Audio Labs stellte ihren Quantum Room Simulator am 02. November 2023 vor, Relab folgten am 18. November mit ihrer Interpretation. Beide sind über die Homepage des jeweiligen Herstellers erhältlich. Savant Audio Labs setzen auf personalisierte Downloads, was ich sehr begrüße. Relab nutzt iLok für die Lizenzverwaltung. Beide Plug-ins laufen auf allen gänigen DAWs und stehen auch als Demo-Versionen bereit. Da ich für AMAZONA.de 2022 den Testbericht zum Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution verfasst hatte und das Plug-in seitdem regelmäßig Seite an Seite mit meinen Quantec Hardware-Geräten (Yardstick 2402/F und original QRS) nutze, ließ ich mich nicht lange bitten, die neue QRS-Auflage unter die Lupe zu nehmen.

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Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-02

Quantec Reverb: Hall wie kein anderer

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-01

Vieles über die Historie hinter dem Quantec-Algorithmus habe ich in meinem Test von 2022 beschrieben, daher verweise ich an dieser Stelle gern darauf und konzentriere mich im Folgenden ganz auf das vorliegende Objekt. In meinem letzten Test hatte ich am Ende zwei Aspekte infrage gestellt, nämlich die im Quantum 2772 Evolution nicht direkt regelbare Raumgröße und die an die Projekt-Einstellungen gekoppelte Samplingrate und deren Auswirkungen auf die berechneten Moden. Jetzt, da das QRS Plug-in vorliegt, relativiert sich beides deutlich, da in der Yardstick-Serie auch in der Hardware genau diese Abhängigkeit der Berechnungen von der Samplingrate geschieht, während die Samplingrate des Hardware-QRS (vgl. Zeitmaschine-Artikel auf Amazona.de) eben immer konstant bei 20 kHz ist, kombiniert mit einem sehr steilen Eingangsfilter bei 8 kHz. Genau dies scheint beim Savant Audio Labs QRS nun perfekt umgesetzt – die Raummoden sind konstant und unabhängig von der genutzten Samplingrate. Selbstverständlich wurde auch die in 7 Stufen variable Raumgröße originalgetreu modelliert und stellt jetzt wie in der Hardware einen regelbaren Parameter dar. Darüber hinaus wurde auch der „Enhance“-Modus der Hardware modelliert. Auch die Anlage des Algorithmus als True-Stereo-In auf Quad-Out wurde implementiert – dazu kann man auswählen, ob man am Stereoausgang des Plug-ins Kanal 1&2 oder 3&4 hören möchte. Auch die Bandbreite lässt sich umschalten zwischen den historisch-exakten 10 kHz und einer modernen 20 kHz Auflösung. Letztere passt für meinen Geschmack aber in den seltensten Fällen zur Ästhetik des Quantec-Algorithmus. Nur in wenigen Einzelfällen ergab es für mich Sinn, die 20 kHz Variante zu nutzen und händisch an einem nachgeschalteten EQ den Highcut mit eigener Wunschkurve zu gestalten. In der Tat wirkt der originale Frequenzverlauf recht hart abgeschnitten, was bei Instrumenten mit sehr hellen noise-artigen Spektralanteilen etwas „ungewollt artifiziell“ klingen kann. Die Frage bleibt nur, ob man in einem Profistudio bei derartigen Ausgangssignalen auch wirklich zur Original-Hardware gegriffen hätte.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-03

Was lehrt uns das wundervolle Buch „Vintage FX“ von Matthias Fuchs, das den QRS gar auf der Titelseite zeigt? Wolfgang Schwarz (später Buchleitner) überraschte im Jahr 1982 aus seiner kleinen Münchner Werkstatt heraus die Weltmärkte. Den Klang des Hardware QRS ist heute von zahlreichen Welthits hinlänglich bekannt. Mike Oldfields „Crises“ listet den QRS sogar im Booklet der LP, ein Ort der traditionell Musikinstrumenten vorbehalten ist. Prince, Tangerine Dream, Queen, Peter Gabriel, Kate Bush und Kraftwerk – die Liste ruhmreicher Beispiele ließe sich lange fortsetzen. Bis heute erbringen QRS ihren treuen Dienst in zahlreichen Highend-Tonstudios auf der ganzen Welt. Peter Gabriel sagt man nach, noch im Jahr 1993 gar sechs QRS live on Tour im Rack gehabt zu haben. Hier eine kleine Playlist aus den Anfangstagen des Quantec-Siegeszugs, sozusagen als Lektüren-Hintergrund:

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-04

Mike Oldfields Kultalbum „Crises“ von 1983 nennt sogar den Quantec QRS auf dem Backcover – Seite an Seite mit den genutzten Synthesizern Oberheim OBXa, Prophet-5 und Fairlight CMI (hier deutlich zu hören z. B. ab 10‘00):

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Schatten der Vergangenheit – Quantec

Wer sich für die Tiefen und Untiefen der Quantec‘schen Halltheorie interessiert, sei auf die alten Homepages der Firma verwiesen, die es leider nur noch im Internetarchiv gibt. Gerade im Bereich FAQ fanden sich dort einige hochspannende Diskussionen zum Design von Hallräumen und ihrer programmiertechnischen Implementation. Sehr schade, dass genau dieses Insiderwissen aus der aktuellen Webpräsenz von Quantec verbannt wurde.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-05

Einen Hörvergleich mit Worten zu beschreiben, zählt zu den größten Herausforderungen für einen Autor. Selbst einen Hörvergleich mit den eigenen Ohren sinnvoll durchzuführen, ist oft schwer, zu unterschiedlich sind doch häufig die individuellen Hörbedingungen. Eines ist dabei absolut naheliegend: Wir bewegen uns hier im Feld der absoluten Topprodukte, auf einem Smartphone-Lautsprecher wird man hier wohl kaum überhaupt Unterschiede wahrnehmen. Wohl aber über gute Kopfhörer. Auch verschmiert Datenkompression gerade diejenigen Details, auf die es an dieser Stelle zu achten gilt. Man hüte sich daher möglichst auch vor Bluetooth-Kopfhörern für derartige Vergleiche. Ich will im Folgenden dennoch den Versuch wagen, meine persönlichen Eindrücke nach einigen Tagen mit den neuen Plug-ins und meiner Hardware zu verbalisieren. Mein Hardware-QRS wurde übrigens von Sigfried Welzenbach instand gesetzt, der von 1982-1987 als fester Mitarbeiter und Mikroelektronik-Spezialist bei Quantec das QRS betreut hatte. Der QRS erhielt komplett neue Kondensatoren und Taster. Wie mir Siegfried berichtete, sind durchaus nicht alle QRS gleich: In den USA verkaufte Modelle erfuhren manchmal eine Hardware-Modifikation durch keinen geringeren als Steven St. Croix, Vater des nicht minder legendären Marshall Electronic Time Modulators. Er änderte einige Bauteile im analogen Schaltungsteil des QRS mit dem Ziel einer weiteren tontechnischen Präzisierung der Wandlerstrecken. Ob dies nun auch klangästhetisch eine Verbesserung darstellte, ist umstritten. Hans von Savant Audio Labs versicherte mir jedenfalls per E-Mail, dass man die Unterschiede durchaus hören und messen kann. Auch habe Quantec selbst in den Jahren 1982 bis 1995 ein paar schlecht dokumentierte Änderungen am eigentlichen Algorithmus vorgenommen, sodass wir heute am Gebrauchtmarkt eine Vielzahl im Detail doch recht verschiedener QRS vorfinden. Am deutlichsten kann man dies bei der Raumgröße 10.4 m3 beobachten, wo die Urversionen bei längeren Nachhallzeiten ein „Ringing“ zu Tage treten ließen. Später wurde auf Druck einiger Nutzer genau diese Raumgröße intern anders parametrisiert. Das ließ zwar das Metallische verschwinden, jedoch passte das Setting nun klanglich nicht mehr ganz zu den größeren Raumgrößen. Das Savant Audio Labs Quantum Room Simulator Plug-in modelliert übrigens die Urversion und sollte daher besser nicht auf der längst-möglichen Decay-Zeiten genutzt werden – zumindest sofern man auf einen natürlichen Hallcharakter Wert legt.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-06

Raumsimulation ohne Nachhall

Der historische QRS Raumsimulator verfügte, ebenso wie das Savant Audio Labs Plug-in, über einen Taster mit der für Hallgeräte außergewöhnlichen Beschriftung „Enhance“. Viele Nutzer wissen bis heute nicht genau, was sich dahinter verbirgt. Matthias Fuchs gibt an, der Enhance-Modus sei ein Zugeständnis an die seinerzeit aufkeimende Modewelle binauraler Kunstkopfaufnahmen und emuliere deren Effekte bei kleinen Raumgrößen. Das historische QRS Handbuch erklärt den Enhance-Modus als mehrere gleich laute Erstreflektionen ohne Regelmäßigkeiten, die von einem kurzen Abklingen abgelöst werden. Dadurch sollen sich keine merklichen Klangfärbungen ergeben. Die Art des Effektes wird über die Room Size vorgegeben, wobei eine Room Size von 1 m3 einer Im-Kopf-Lokalisation gleichkommen soll, während 10 m3 ein Schallereignis direkt an den Ohren darstellen. 10hoch2 m3 emulieren ein Schallereignis deutlich außerhalb des Kopfes. Dieser Effekt ist für eine 100 % Wet-Nutzung ausgelegt. Dem Relab Plug-in fehlt dieser Taster leider. Dafür verfügt es über eine mit „Enhancement“ betitelte zweite parallele Hallsektion mit eigenen Parametersets – nicht originalgetreu, aber dennoch manchmal ganz praktisch.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-07

Bauchgefühle zum Quantum Room Simulator

Was kann ich nach vier Wochen Praxiseinsatz nun zum Savant Audio Labs Quantum Room Simulator konstatieren? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich einige Hörbeispiele aus meinem Archiv ausgegraben, die feinste Detailunterschiede in Hallräumen offenbaren. Meine Erfahrung zeigt, dass ein gut aufgenommener Pop-Gesang in den meisten Hallgeräten toll klingen wird. Oft sind die Unterschiede bei ähnlichen Hallzeiten und Predelays eher geschmacklicher Natur, als denn messtechnisch verifizierbar. Klar klingt ein Lexicon 224 ganz anders als ein AMS RMX16 oder ein EMT 252, aber alle drei werden einen schönen, sinnvoll einsetzbaren Hall abliefern. Daher konzentrieren sich meine Beispiele auf genau diejenigen Einsatzszenarien, in denen ich auch in einer reinen Hardware-Umgebung zu einem QRS tendieren würde.

Das von mir parallel genutzte Relab QuantX hat eine leicht veränderte Bedienphilosophie: Anstelle der +/- Tasten der Einzelparameter wie beim historischen Original finden sich hier Drehknöpfe. Mag sein, dass das moderne Laptop-Producer für praktikabler erachten, mir als Eigentümer eines „echten“ QRS gefällt die originalgetreue Bedienung am Savant Audio Labs Quantum Room Simulator deutlich besser. Auch sind beim Relab QuantX bei einigen Parametern Zwischenstufen möglich, die nicht „historisch korrekt“ sind. Kommt es letztlich darauf an? Ich denke nicht. Beide klingen unterschiedlich und hervorragend.

Quantum Room Simulator: Movie Score

Mein erstes Beispiel zeigt ein akustisch in einem mittelkleinen Raum (ca. 100 qm) aufgenommenes Streichquartett aus einer Filmmusik meines Kollegen Jan Pfitzer. Wir hören alle Beispiele zuerst trocken und dann jeweils mit identischen Einstellungen und Pegel erst mit der historischen Quantec QRS Hardware im Mix, gefolgt von Savant Audio Labs Quantum Room Simulator, dann zum Vergleich Relabs QuantX und zu guter Letzt alle drei Varianten nochmal 100 % wet. Die Wandlerlatenz meines DAD AX32 im Studio habe ich freilich samplegenau kompensiert. Dennoch zeigt sich eine unerklärliche Abweichung in den Predelay-Zeiten zwischen den Plug-ins und der Hardware. Diese Abweichung ist hörbar und messbar und hängt von der Samplingrate und dem Room Size-Modell ab. Daher musste ich jedes einzelne Setting mittels eines Spike-Signals in Übereinstimmung bringen. Sobald dies erledigt war, wurden die hörbaren Differenzen freilich deutlich kleiner.
Hier die Settings des Filmscore-Beispiels:

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-08b

Mein Eindruck: Es ist immer wieder unglaublich, wie realistisch und „atmend“ der QRS-Algorithmus trotz seines Alters trocken aufgenommenen Instrumenten eine derart greifbare Atmosphäre bietet. Hardware, Savant und Relab gelingt dies auf Anhieb. Zwar mit leichten Charakter-Differenzen, jedoch nie minder überzeugend. Ich würde nicht zögern, das Savant Audio Labs Quantum Room Simulator Plug-in als ernstzunehmende Alternative auch bei wichtigen Produktionen einzusetzen. Das kann ich bei Weitem nicht von allen „historisch-orientierten“ Plug-in-Hallen behaupten. Der Komponist bevorzugte ein wenig die Relab-Version: Ich mutmaße, dass Relabs QuantX im Ausklang etwas diffuser und damit „mehr wie eine echte Halle“ klingt, während der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator versucht, so präzise wie möglich die historische Hardware anzunähern.

Quantum Room Simulator: Klassik-Trio

Als nächstes habe ich noch eine klassische Aufnahme ausgewählt, diesmal mit Klavier und Cello. Gerade beim Klavier hört man sehr schön, wie die originale Größendarstellung je nach betrachtetem Oktavraum beibehalten oder verändert wird. Auch die Klarheit bzw. das Verschwimmen von Akkorden bietet meist einen guten akustischen Anhaltspunkt für die Qualität eines Reverbs. Besonderes Augenmerk möchte ich in diesem Beispiel dem „Aufblühen“ der Dynamik im 100 % Wet-Signal widmen. Hier zeigen sich schon hörbare Unterschiede. Ebenso hört man ab 1’30 gut den Samplingrate-bedingten Abriss der Obertöne der Violine im Hallreturn. Der historische QRS klingt diesbezüglich für mich am „gewohntesten“ – genau so hören wir seit den 80ern derartige Musik im Radio. Der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator stellt die Violine etwas näher dar, die Hochmitten resonieren etwas aufdringlicher und die Abbruchkante bei 8 kHz klingt etwas „moderner“. Ich konnte bei den drei Implementationen auch einen messbaren Unterschied im Höhenfrequenzgang nachweisen. Darauf angesprochen erklärte mir Hans von Savant Audio Labs, dass das originale Filter im Quantec QRS recht kompliziert aufgebaut sei – es hat eine digitale Limitierung des Frequenzgangs durch die Samplingrate des Gerätes, aber eben auch ein analoges Rekursionsfilter. Die virtuelle Nachbildung dieses exakten Ergebnisses in Software ist alles andere als trivial, da man sich mit steileren Filtern neue Probleme im Bereich Impulstreue und Dynamik einhandelt. Ich konnte dies zunächst nicht glauben und habe versucht, mit Fab Filter ProQ3 und zwei Instanzen Fab Filter Saturn 2 ein „hardware-identischeres“ Filter zu designen. Messtechnisch war das kein Problem, aber tatsächlich klang das einfach nicht richtig. Das bedeutet, Savant Audio Labs haben sich bewusst entschieden, den Höhenabfall nicht ganz 1:1 zu modellieren, dafür aber die für Hall so wichtige Impulsverhalten sauberer umzusetzen. Im Direktvergleich kann ich sagen: Diese Herangehensweise funktioniert. Nicht auf die Grafiken blicken, zuhören! Der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator klingt erstaunlich nahe am Original. Relab filtert hier insgesamt etwas „moderner und sanfter“, was toll klingt, aber eben auch nicht typisch QRS ist.
Außerdem konnte ich in der Hardware eine etwas breitere Stereobreite bei manchen tieferen Cello-Tönen bei 01’44-01’58 wahrnehmen. Die beiden Plug-ins klangen hier ähnlich „breit“, allerdings bei unterschiedlichen Tönen. Mein Setting:

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-09

Quantum Room Simulator: Jazz-Trio

Das nächste Beispiel versucht genau die Bruchstelle in den Fokus zu rücken: Die mit Besen gewischte Snare (AKG C452-CK1 Kleinmembran an API-Preamp) regt exakt den Bereich 5-8 kHz an. Gleichzeitig hören wir auch hier wieder Unterschiede in der Abbildungsgröße und Nähe des Steinway B Flügels (2x Neumann M149 an Grace Design 801). Der Hall sitzt in der Summe und wird leicht beigemischt. Auch der Kontrabass läuft also hinein, was weitere Rückschlüsse über das „Matschverhalten“ der Kandidaten verrät. Alle drei schlagen sich hier tapfer – eine klassische Stärke des modulationsfreien Quantec-Algorithmus.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-10

Quantum Room Simulator: Hardware-Synths

Hier habe ich ein Beispiel produziert, das den QRS-Algorithmus in einer seiner typischsten Anwendungen zeigt: Auf zahlreichen 80s Synth-Pop-Hits war der QRS ursächlich für die leicht kühle, aber extrem tiefe und dreidimensionale Atmosphäre. Einsames nächtliches Cruisen durch regennasse Straßen nach einem Hochsommer-Gewitter – das ist für mich der Sound. Zur Anwendung kamen folgende Hardware-Synths via MIDI: Kawai K5 (Bell), Kawai K3 (Pad), Kawai K1 (Voice), Waldorf Microwave 1 RevA (Arp), Roland MKS80 (Polysynth und Bass), Kurzweil 1000PX (Piano). Die Drums kommen von Aly James Lab VSTis. Drums und Synths wurden mit getrennten QRS-Instanzen verhallt. Gerade bei dieser archetypischen QRS-Anwendung hört man gut, wie toll Synths der 80er mit dem QRS harmonieren. Die genutzten Sounds haben ohnehin kaum oder keine Anteile über 8 kHz. Daher klingt auch hier die beiden Plug-ins deutlich näher an der Hardware. Im 100 % Wet-Beispiel bitte mal den Polysynth ab 1’03 fokussieren. Hier zeigt sich beim Basseinsatz ein unterschiedliches Aufbrausen des Reverbs in den drei Beispielen. Ein Wort zum Pegelabgleich: Natürlich ist es extrem wichtig, die Hallreturns bei gleichem Pegel zu vergleichen, ansonsten wird immer das lautere Beispiel den Vergleich gewinnen. Leider ist dies nicht ganz trivial, da die Hardware in manchen Beispielen spezielle Eigenschaften hinsichtlich Umgang mit Signalen nahe der Clipping-Grenze zeigt. Savant Audio Labs und Relab nutzen keine Emulation des Aliasings und der Sättigung der Ausgangsstufe. Dies führt je nach Transientenzusammensetzung, Frequenzgang und Eingangspegel zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen im Vergleich zu einer Messung mit einem Sinuston (Messung nur mit 1st Reflection, ohne Hall, versteht sich). Ich habe alle Returns daher zunächst mittels Offline-Analyse des Programmaterials auf gleiches Level gebracht (RMS nach AES17), um dann nochmals auf Gehörrichtigkeit zu überprüfen. Einige wenige Beispiele erforderten hier leichte Korrekturen im Bereich von ca. 1 dB. Das Relab QuantX Plug-in hat übrigens einen 0,6 dB lauteren Ausgang als der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator. Dies habe ich freilich in meinen Beispielen kompensiert.

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-11

Quantum Room Simulator: Soft-Synths

Bei meinem letzten Beispiel habe ich nochmal versucht, die Eigenheiten in den hörbaren Randbereichen herauszufordern: Ein sehr hohes, einer akustischen Triangel nicht unähnliches Sequencerpattern ergänzt einen mitteltiefen Sinus-Sequencer und einen typischen Synthbass. Die genutzten VSTis waren vornehmlich von Waves und Arturia, die Drums kommen wieder von Aly James Lab und nutzen den „Enhance“-Modus des QRS. Auch wenn dieser als Button auf dem Relab QuantX ebenso wie der wichtige Freeze-Button leider nicht zur Verfügung steht, so war eine Annäherung über diverse Parameter dennoch gut möglich. Anhand des Beispiels hatte ich auch versucht, die exakte Kurvenform des Höhenabfalls der Hardware zu replizieren. Als ich eine messtechnisch nahezu Deckungsgleiche Kurve in puncto Frequenzang, Aliasing und THD erreicht hatte, klang mein Software-Experiment mit beiden Plug-ins deutlich unklarer und verwaschener als die Hardware. Auch hier zeigte sich, dass die Entscheidung der beiden Software-Häuser klug war, auf eine diesbezüglich exakte Emulation zugunsten einer höheren klanglichen Nähe zum Original-QRS zu verzichten. Settings im Beispiel:

Savant Audio Labs Quantum Room Simulator-12

Ausblick

Spätestens wenn eines nicht allzu fernen Tages Plug-ins wie der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator beginnen, auch auf digitalen Hardware-Synths zu laufen, brechen wahrlich goldene Zeiten für Vintage-Fans an. Man stelle sich nur einen ASM Hydrasynth, Groove Synthesis 3rd Wave, Nonlinear Labs C15 oder Waldorf Quantum MK2 mit einem integrierten überzeugenden QRS-Emulation vor! Oder vielleicht sogar eines Tages ein Eurorack-Modul? 2009 wurde immerhin ein Prototyp der Ursa Major Space Station fürs Eurorack vorgestellt. Leider kam es anscheinend nie zur Serienreife. Ganz anders als mit der Reissue des AMS RMX16 im API 500er Format. Es scheint also nicht unmöglich …

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Fazit

Die Audiogelehrten von der Ostküste der USA haben es mal wieder geschafft: Ich bin zutiefst beeindruckt. Wie nahe sind wir nun am Original? Das lässt sich wie erwähnt nur bedingt beurteilen, gibt es doch zu viele, äußerlich nicht unterscheidbare Varianten unter den alten Hardware QRS-Geräten. Der Hersteller wagt einen eigenen Vergleich auf YouTube. Wer hier keinen Unterschied wahrnimmt, sollte meines Erachtens getrost zum Plug-in greifen. Und auch ich, der ich einen Unterschied höre, nutze das Plug-in. Es ist einfach zu praktisch und zu verlockend. Dass mein Live-Hall eines Tages ein Quantec QRS-Plug-in am Laptop sein würde, traute ich mir noch vor wenigen Jahren nicht zu träumen. Selbst wenn wir „nur“ bis 90 % nah an die räumliche Tiefe und Dreidimensionalität des Originals herankommen, so ist dies in 90% aller Fälle ein immer noch überragendes Ergebnis. Und die verbleibenden 10 %? Ja, die machen es auch im Jahr 2024 noch sinnvoll, ein exzellentes Tonstudio zu buchen, die das historische Original in top gewartetem Zustand zur täglichen Nutzung bereitstellen!

Der verwandte, aber klanglich bei Weitem nicht mit dem Urahn identische Quantec Yardstick ist bis heute neu erhältlich (Kostenpunkt: ca. 4.650,- Euro). Funktionstüchtige historische Originale (1982: 25.000,- DM) sind inzwischen extrem selten geworden und erzielen Rekordpreise um die 8.000,- Euro auf dem Gebrauchtmarkt. Da muss man ehrlich gesagt beim Plug-in nicht lange überlegen, aber Eile ist geboten! Noch gilt der sagenhafte Einführungspreis von 74,- USD, bald steigt er auf immer noch günstige 149,- USD. Da wäre sogar relativ leicht noch das Buch „Vintage FX“ von Matthias Fuchs als Weihnachtsgeschenk mit drin, falls ihr es noch nicht habt!

Plus

  • überzeugender Klang, bekannt aus unzählichen Veröffentlichungen
  • sehr nah am Original, incl. der wichtigen Freeze und Enhance Buttons
  • Stabilität
  • freie Skalierbarkeit des GUI
  • sehr günstiger Einführungspreis

Minus

  • keine THD-Emulation
  • keine Aliasing Emulation
  • Rechenleistungshunger

Preis

  • 74,- USD Einführungspreis, danach regulär 149,- USD
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    toneup RED

    Zum im Fazit erwähnten Stichwort „Audiogelehrte“ – vielen Dank für diesen tiefgehenden und detailreichen Testbericht. Ich kann mit meinem bescheidenen technisch theoretischen Grundwissen über Hallalgorithmen nur soviel beitragen: ich habe als langjähriger QRS / XL User auf so ein Plugin gewartet und kann nur sagen für mich klingt es phantastisch und ist vom Ressourcenhunger auch ausreichend sparsam genug, um mehrere Instanzen fahren zu können, zum Einführungspreis ist das fast schon ein no-brainer. Wichtig zu erwähnen, das es auf der Savant Audio labs Homepage eine Testversion gibt, so daß sich jeder ein „Hör“Bild vom Plugin machen kann.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @toneup Vielen Dank! Mir geht es wirklich genauso. Ich bin dankbar, das QRS endlich auch am heimischen Laptop zu haben. Ich nutze es täglich. In den kommenden Wochen erscheinen noch weitere Artikel hier von mir über Synthesizer, da hab ich auch ausgiebigst vom Savant QRS Gebrauch gemacht, ohne mein Hardware Original auch nur einen Moment lang zu vermissen! Tolle Zeiten für kreative Geister!

  2. Profilbild
    chalaco

    Natürlich waren der Savant Quantum, wie auch der Relab QuantX mir schon bekannt und sind auf meiner Wunschliste, aber ich würde euch danken, wenn ihr die Anzahl der bekannten geilen Reverbs auf ein Minimum reduzieren würdet, da ich mir jährlich nur eine begrenzte Anzahl an Reverbs kaufen kann. Es ist natürlich ein bisschen meine Schuld, dass dieser für mich jetzt (aufgrund immenser anderer Reverb-Ausgaben) in die Kategorie : „Der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringen würde“ fällt (ebenso wie die UAD Lexicon Reverbs) und ich auch niemanden vorgewarnt habe, aber es ist nunmal so.

    In anderen Worten : Ein Artikel der zum kaufen anregt. Selbst wenn man sich schon — so wie ich — von Toast und Käse ernähren muss.

    „Erst wenn der letzte Sale verflogen, der letzte Stuss vergriffen und der letzte Black Friday von dannen ist, werdet ihr merken, dass man Reverb nicht essen kann.“

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @chalaco Ich muss zugeben, mich überzeugen etliche andere Software- und Hardwarehalls leider gar nicht. Auch ich hab viel davon privat gekauft. Zuletzt Fabfilter Pro-R2 und UAD Sound City Studios. Aber ich habe auch etliche Pluginleichen auf der Festplatte, deren klangliche Qualitäten leider nie gehalten haben, was die GUI versprach. UAD EMT250 und Lexicon 224 klingen leider so gar nicht für mich brauchbar. Im Gegensatz zu den originalen Hardwaregeräten. Die UAD AMS-Geräte hingegen funktionieren gut für mich. Ist aber alles auch Geschmackssache. Die beiden Software QRS sind in jedem Fall mehr als nur brauchbar, sie sind wirklich eine Bereicherung.

  3. Profilbild
    janschneider

    Ich finde es ja völlig Banane, ein Bedienkonzept einer vierzig Jahre alten Hardware 1:1 auf ein plugin zu übertragen. Mag sein, dass das bei ein paar Dutzend Hardware-Besitzern nostalgische Gefühle aufkommen lässt, aber für alle anderen ist das einfach nur furchtbar schlechte UX und eines Plugins im Jahre 2023 unwürdig. Diese Fummelei mit den +/- Buttons und/oder dem Parameterrad ist einfach nur umständlich und unergonomisch.
    Dabei wäre es ein einfaches gewesen, zB die emulierten LED-Felder direkt via drag up/down (oder sogar mousewheel) bedienbar zu machen, und die Originalbesitzer könnten sich weiterhin auf den Buttons dumm und dusselig klicken 😜
    Mir hat der Klang auch sehr gut gefallen, auch wenn es mir wurstegal ist, ob es nun genau so klingt wie das Original oder nur zu 93.78%, Hauptsache gut und eigenständig, aber aufgrund der schlechten GUI habe ich dann erstmal von einem Kauf abgesehen. Mal sehen, vielleicht hören die Entwickler ja auf Nutzerfeedback und verbessern die Usability mal in einem Update.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @janschneider Bitte einfach mal das Demo laden und selber testen. Ich kenne kaum ein Hall-Plugin, bei dem ich mit WENIGER Mausclicks zum fertigen Sound komme. Sorry, dass ich das nicht detaillierter beschrieben habe im Fließtext: man clickt nur einmal (!) auf den zu ändernden Parameter, und zwar egal ob auf plus oder Minus. Danach dreht man am Rad. Das ist beim UAD RMX16 plugin und vielen anderen auch nicht anders. Was definitiv Sinn machen würde, wäre eine Möglichkeit, das Predelay ans Songtempo zu syncen. Das wäre ein zeitgemäßes Feature, das in den 80ern noch nicht möglich war. Aber das Eintippen von konkreten Zahlenwerten nach Doppelclick auf ein Anzeigefeld macht für mich hier kaum Sinn. Erst Recht nicht, da der originale Algorithmus nicht beliebige Decayzeiten zur Verfügung stellte. Die sind sinnvoll so ausgewählt, dass die Raummodenemulation artefaktfrei arbeiten kann. Relab verzichtet auf diese Vorselektion und gibt dem User auch ungünstige Einstellvarianten in die Hand. Ist das dann besser?

      • Profilbild
        janschneider

        @t-hiho Ich habe das Demo getestet- und bin innerhalb kürzester Zeit völlig genervt gewesen ob der umständlichen Bedienung. Anstatt einfach direkt wie sonst üblich mit der Maus direkt via drag up/down einen Wert einstellen zu können, muss ich hier entweder
        – zigfach mit der Maus klicken (insbesondere beim predelay ein direkter Weg zur Sehnenscheidenentzündung;)
        – Maus gedrückt halten, damit der Wert dann irgendwann hochschnellt, aber dann muss ich im Ernstfall wieder nochmal klicken für Feineinstellung
        – einen Wert erstmal mit Klick verändern, um dann mit dem Wheel, welches imho auch zu empfindlich reagiert, was einstellen zu können

        das ist einfach schlechte Usability, da gibt es nichts dran zu rütteln. Dabei hätte man das, wie schon geschrieben, extrem simpel optimieren können: Mausklick auf ein LED-Feld, drag up/down um den Wert zu ändern. Simpel, gewohnt, direkter Weg von der Intention zur Umsetzung.

        Sorry, schlechte UX ist ein “pet peeve” von mir…😜

        • Profilbild
          t-hiho RED

          @janschneider Habe den Wunsch nach Mausbedienung der Einzeldisplays an den Hersteller weitergegeben, gestern Abend schon. Ich hab übrigens noch nie die Idee gehabt, zum ändern eines Wertes mit Dec/Inc Tastern mehrfach zu clicken. Ich clicke immer nur auf den entsprechenden Parameter zu Selektion und dreh dann am Rad. Das Wheel des Savant ist für meinen Geschmack besser in seinem Drehverhalten programmiert als die Relab Mini-Wheels. Vielleicht eine Konfigurationssache der jeweiligen Maus? Ich nutze eine vertikale Logitech Ergomaus, mit der lässt sich der Knopf einwandfei feinfühlig und leicht wiederholbar drehen. Sorry, falls das bei anderen Usern anders ist. Beim Relab war es mir nicht möglich, einen Wert um nur einen minimalen Step zu erhöhen oder zu erniedrigen. Die Maus sprang stets über zwei Werte, was zumindest mich nach kurzer Zeit schon wahnsinnig machte. Aber no hard feelings, darf jede(r) so empfinden wie er/sie mag.

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Erstmal großes Danke für einen weiteren Test auf so hohem Niveau!

    Ich liebe den Sound und habe daher auch das Savant Plugin. Neben ein, zwei IR Libraries mein klares Reverb Highlight der letzten Zeit – neben dem SuperPlate von Soundtoys, das auch dazu außergwöhnlich gut darin ist, Sounds „Körper“ zu geben.

    Beim Isla S2400 Sampler wird demnächst wohl ein Einsatz von VSTs möglich sein.

    Und noch was zum Quantec: Reparatur wird zusehends schwierig. Quantec selbst hatten schon vor Jahren nur einen älteren (Ex?)Mitarbeiter dafür und eine Reparatur konnte auch mal 1-1,5 Jahre dauern.
    Wenn überhaupt noch, aber vielleicht haben sie ja wieder Leute.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      Ja, das war dann wohl Sigi Welzenbach. Hab lang nichts von ihm gehört. Zuletzt war er im Design von Atomkraftwerksteueranlagen in der Schweiz tätig, soweit mir bekannt. Ich hoffe, es geht ihm gut! Ein sehr netter Zeitgenosse mit tollen Stories! Hatte vor einigen Jahren das große Glück ihn zweimal bei meinem Stammtisch dabei zu haben.

  5. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Eines der wenigen Geräte, das ich mir als Plag-Ihn kaufen würde, ist mir das Risiko eines unbefristeten und erfolglosen Werkstattaufenthaltes bei einem Original einfach zu groß. Vor allem bei den Tagespreisen, die man für einen QRS/XL in Hardware hinlegen darf.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @iggy_pop Sehe ich auch so. Heute würd ich sicher keine Hardware mehr kaufen. Wobei mein Yardstick (vor 10 Jahren gebraucht für 1200.- gekauft) ohne ein Problem seinen Dienst verrichtet. Meinen alten QRS behandle ich wie ein rohes Ei. Im ernst, als mein Studio vor 6 Jahren umzog, habe ich ihn nicht mit dem Auto gefahren. Ich habe ihn in Decken gepackt und hingetragen, kein Witz!!

  6. Profilbild
    Dacci Pucci

    Ich finde die Bedienung über die +/- Taster extrem unpraktisch und zeitraubend, deshalb hab ich mich stattdessen für das Relab QuantX Plugin entschieden. Klanglich finde ich beide sehr gut. Ob und wie nah sie am Original liegen, ist mir egal, weil ich mir die Hardware zu den Preisen sowieso nicht zulegen würde.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @Dacci Pucci Ich fand das Relab auch wirklich klasse. Müsste ich wählen, wäre das aus klanglicher Sicht nicht eindeutig möglich. Aber Savant ist so viel günstiger und ich supporte gern kleine Unternehmer, die ohne großes Brimborium („AI basierte Analysen von über 10 Hardwareoriginalen“ bei Relab?), das als one-man-show ohne viel Vorerfahrung und ohne große Marketingkampagne hinbekommen. Das beeindruckt mich zutiefst!

  7. Profilbild
    TheTick123

    Vielleicht fügen sie ja eine Mouse Hover Bedienung der Parameter noch in einem Update hinzu. Ist ja keine Atomphysik und würde bestimmt vielen die Bedienung erleichtern.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @TheTick123 Ich will mich da nicht verschließen, wenn derart viele Kommentare das wünschen. Ich gebs an den Hersteller weiter, versprochen. Ich denke auch, dass das keine große Sache sein sollte.

  8. Profilbild
    DocM

    Hallo

    „Spätestens wenn eines nicht allzu fernen Tages Plug-ins wie der Savant Audio Labs Quantum Room Simulator beginnen, auch auf digitalen Hardware-Synths zu laufen, brechen wahrlich goldene Zeiten für Vintage-Fans an“.

    Genau so… Danke

    Wär eigentlich jetzt schon kein Problem.

    Einfach die Algos / PlugIns in Bodentreter implantieren.
    AD/DA kosten auch net die Welt.
    Stereo Ein – und Ausgänge, 6-8 Regler drauf…. Fertig

    Preisbereich… 300-500€

    Eventide, UAD, etc … machen das doch auch.

    Wart noch auf nen Treter von Lexicon.. PCM 80, 90.. Hall würd schon reichen.

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      t-hiho RED

      @DocM Genau. Ich kenne allerdings einige DSP Entwickler. Ganz so trivial ist das leider nicht. Jede Technologie hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Manche Prozesse laufen nur latenzarm, wenn sie bestimmte programmiertechnische Herausforderungen meistern. Und da „pfuschen“ halt viele Designer, um so zu tun als ob man 90% nah ans Original käme, verwenden aber ganz andere Wege dorthin. Und diese Wege haben auch Klangeigenschaften und eigene Restriktionen und Probleme. Das mag bei der Hälfte der Anwendungen nicht auffallen (Stichwort Behringer X32 Hall), aber sobald eben das Eingangssignal bestimmte Eigenheiten triggert, klingt das Ganze plötzlich so gar nicht mehr nach edlem Vintage Gerät… Hans von Savant Audio Labs schrieb mir auf meine direkte Rückfrage zu dem Thema, der QRS sei prinzipiell besser für einen Port der Software auf andere Prozessortypen geeignet, als beispielsweise der (im Prinzip eng verwandte) Yardstick Algorithmus. Hier könnte es also wirklich eines Tages klappen. Ein Sony DRE-S777 oder Bricasti M7 wird aber wohl lange noch nicht in Pedalform erscheinen…

  9. Profilbild
    e-online

    Hallo t-hiho, vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und tiefgehenden Test. Man kann sich vorstellen wieviel Arbeit alleine die vielen Testaufnahmen bereitet haben. Von solchen Artikeln lebt amazona.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @e-online Vielen lieben Dank! Ja das war echt ne Menge Arbeit. Aber ich wollte es eben wissen. Mein Problem war echt, dass ich in den ersten Tagen einfach keinen Unterschied finden konnte. Also fing ich an, Randbereiche der Nutzung abzugrasen. Und siehe da…
      Es gibt übrigens einen für mich klar hörbaren weiteren Unterschied, den ich im Verfassen des Textes nicht gehört hatte: Im Hardwaresynth Beispiel vergleiche man mal das K5 Glöckchen im ersten Takt im Mix. Original QRS hat hier eine gewisse „Glockenmasse“ hörbar im Tonansatz. Man hört fast, wie ein virtueller Schlegel auf die Bronzeglocke haut. Beim Savant wirkt genau dies total weichgezeichnet und eher gehaucht. Interessantes Detail! In der 100% wet Variante höre ich dies jedoch nicht.

  10. Profilbild
    anselm

    Savant Audio Labs hatten im Vergleich zu ihrem ersten Plugin (das ist wohl der Yardstick?) mit dem Bricasti verglichen. Das Bricasti gefiel mir bei dem Vergleich besser.
    Somit würde ich mir bei Plugins eher zum Seventh Heaven tendieren.

    Am meisten überzeugt bin ich bislang vom Flux IRCAM Verb.

    • Profilbild
      t-hiho RED

      @anselm Das verstehe ich total. Die beiden haben auch kaum was gemein. Ich hab auch nen M7 in Hardware. Ich denke Savant wollten damit nur zeigen, dass die deutlich ältere Technologie des Yardstick Algorithmus‘ gar nicht mal so weit entfernt ist vom topaktuellen Hallmarktführer. Auf transientenreichen akustischen Instrumenten mit vielen inharmonischen Obertönen, wie Vibraphon oder Marimbaphon, würde ich in jedem Fall das M7 bevorzugen. Ebenso bei Sprache! Und Hall ist eben immer auch eine Frage der persönlichen ästhetischen Vorlieben. Ich denke QRS-Liebhaber haben eben viel Peter Gabriel, Oldfield, Bush, Tangerine und Yello gehört und suchen unbewusst wieder und wieder nach diesem Soundideal der Vergangenheit.

  11. Profilbild
    TobyB RED

    Sauber! Also wenn es unterschiede gibt sind die minimal. Sowohl Software als auch Hardware sind optimal eingesetzt.

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      t-hiho RED

      @TobyB Danke! Finde ich auch. Es ist echt irre, was wir heute mit einem Behringer Synth und einem Savant Audio Labs plugin alles anstellen können. Segen und Fluch zugleich der Demokratisierung von technologischen Innovationen. Jetzt braucht es nur noch aktuelle Musik, die diese Potenziale auch nutzt. Aber zum Glück kommt ja immer wieder interessantes Neues nach. Man muss nur gut suchen in Zeiten von Spotify…
      Wir sollten alle dringend mehr Musik machen mit den gegebenen Tools!

      • Profilbild
        TobyB RED

        @t-hiho , bin ich dabei! Die Tools haben wir definitiv, es braucht nur eine Idee und die richtige Umsetzung!

  12. Profilbild
    Armin Bauer RED

    Wieder mal ein super Test von dir mit tollen Klangbeispielen!
    Bei deinem 2772 Test konnte ich noch widerstehen, es klang sehr gut aber auch irgendwie etwas zu modern. Habe ja auch das Eventide SP2016, dass du auch als ganz passabel empfindest.
    Hier konnte ich nun aber nicht mehr kneifen und gekauft.
    Bisher nur kurz getestet, aber ich denke im Bereich natürlicher Hall für Klassik und Jazz habe ich nun für Jahre ausgesorgt.
    Danke für deine Mühe.
    Gruß Armin

  13. Profilbild
    Phil23

    Den habe ich schon in echt getestet. Wahnsinnig beeindruckend. Aber sündhaft teuer.

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