Alles über Roli Seaboard & Haken Continuum Fingerboard

19. Januar 2018

Neue Horizonte für Klangdynamik

Elektronische Klänge dynamisch spielbar machen

Dieser Aufgabenstellung widmen sich Entwickler von solchen Musikinstrumenten von Anfang an. Schließlich ist Ausdruck ein wesentlicher Bestandteil jeglicher Komposition, ganz gleich ob bei Live-Darbietung oder Studioproduktion für die Konserve. Als Basis dienten gerne Tasteninstrumente. Zunächst wurden für Modulationen Dreh- und Schieberegler eingesetzt, ebenso Pedale und Fußschweller. Später kamen Wheels, Joysticks, Touchpads und allerlei weitere Hilfsmittel dazu.

Einen gewissen Durchbruch erzielte man Anfang der 80er Jahre mit der vom Klavier bekannten Anschlagsdynamik. Und der Yamaha DX7 war der erste damit ausgerüstete Synthesizer, der in einer für viele Musiker erschwinglichen Preiskategorie angesiedelt war. Als willkommene Dreingabe gesellten sich Aftertouch und Breath Controller dazu. Ein recht hübsches Arsenal verschiedenster Mittelchen also, um speziell den synthetisch erzeugten Sounds in Sachen Spielausdruck auf die Sprünge zu helfen. Zwar fordert das beim multiplen Einsatz dem Musiker gelegentlich nahezu artistische Einlagen ab, denn gleichzeitig einen Stepptanz auf Fußschaltern und Pedalen zu vollführen, dazu mit einer Hand an Wheels zu drehen und mit Fingern auf Ribbons zu gleiten, und am Ende noch in einen Blaswandler zu pusten, das alles schön sauber synchronisiert mit dem Spielen auf den Tasten zu organisieren und trotzdem das Timing nicht in den Sand zu setzen – das ist dann schon eine gewisse Herausforderung.

Selbst wenn dieses Szenario Typ Modulationszirkus nicht der Normalfall ist, wahrscheinlich kam es gerade deshalb bald zu Bestrebungen, das alles irgendwie unter einen Hut zu kriegen und möglichst viel Spielausdruck mit besonders wenigen haptischen Elementen zu erreichen. Im Grunde war das wohl die Geburtsstunde für das Titelthema Expressive 3D Controller Instrumente.

Haken Audio Continuum Fingerboard

Mit unseren News und Tests sind wir schon seit einigen Jahren  im Thema dabei. Sie erinnern sich wahrscheinlich an die entsprechenden Artikel über das Haken Continuum Fingerboard im Januar 2013, von Roger Linns eigenwilliger Schöpfung LinnStrument berichteten wir im Januar 2015 und nahmen es im November des gleichen Jahres im Test genauer unter die Lupe, und das Roli Seaboard Rise haben wir im Oktober des gleichen Jahres untersucht. Das doch recht komplexe Thema MPE, das hinter Expressive 3D steht, wurde dabei aber eher rudimentär gestreift, es hätte sonst regelmäßig den gesteckten Testrahmen gesprengt. Zudem stehen diese Controller untereinander im Wettbewerb und ihre innovativen Ansätze haben sich darüberhinaus den konservativen Herangehensweisen zu stellen.

Schauen wir uns die Sache nun also genauer an und betrachten das jeweils konkret anhand der drei genannten Instrumente. Im Anschluss daran messen wir es mit den herkömmlichen Controller Sets, die bei vielen Keyboards quasi zur Grundausstattung gehören. Das ist sinnvoll, denn die Handhabung von Wheels und Pedalen ist für die meisten Keyboarder gewohnt und längst eingeübt. Die MPE Controller dagegen sind durchweg neuartig und hier haben wir es mit einer Lernkurve zu tun, was an entsprechender Stelle auch thematisiert wird. Doch zunächst: Was ist MPE?

Ist eine Abkürzung und lautet ausgeschrieben Multidimensional Polyphonic Expression. Aha, und was macht man damit? Nun, es erlaubt die Kontrolle von bis zu 5 Modulationen und im Falle kann das allein mit nur einem Finger passieren. Das klingt auf Anhieb vielversprechend, nicht wahr? Und das ist es auch, denn man regelt in einem Aufwasch Anschlagsdynamik, Aftertouch, Pitch Bend rauf und runter, Modulation vor und zurück, Loslassdynamik. Nicht wirklich exakt gleichzeitig, sondern seriell. Ermöglicht wird damit dem Musiker aber vor allem eine ultraschnelle Handlungsgeschwindigkeit. Während Sie bei Wheels, Slider und Ribbon Controllern für Klangmodulationen flott die Hände hin- und herbewegen müssen, lässt sich das mit MPE zentral mit einer einzigen Controllerfläche erledigen, die obendrein sogar klitzeklein sein kann, womit wir bei besagtem Finger und der Fingerspitze sind. So superneu ist multiple Modulation nicht, denn es gibt auch Keyboard Wheels, denen mehrere Parameter gleichzeitig zugeordnet werden können. Aber nicht die eigentliche Spielfläche, was dann doch ein wesentlicher Unterschied ist. Ob das immer ein Vor- oder Nachteil ist, das klären wir bei der Betrachtung der einzelnen Instrumente.

Zuvor geht es aber an die Tonerzeugung und die Datenverarbeitung. Beides muss für MPE aufbereitet werden und dabei sind bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Hinsichtlich der Daten ist es recht offensichtlich: Es werden eine Menge davon produziert, auch mehr oder minder gleichzeitig, und wenn es um feinste Auflösung geht ganz besonders. Damit das zu bewältigen ist, hat man sich auf einen MIDI Channel per Note Mode verlegt, bei dem jeder Tonanschlag im Rotationsverfahren auf einem individuellen Channel verarbeitet wird. Im Ergebnis können Sie dann allein durch Bewegung des Fingers bzw. dessen Fingerkuppe Modulationen per horizontaler und vertikaler Ausrichtung erreichen. Also etwa Vibrato und deren Geschwindigkeit durch sanfte links/rechts Bewegung, Tonbrillanz wird durch verstärkten Druck angehoben oder vermindert, Pitch Bending mit vor- und zurück bewegen des Fingers. Durch die haptische Nähe erreicht man einen schnellen Wechsel zwischen diesen Modulationen, und mit entsprechender Übung wirkt eine Performance dann außergewöhnlich dynamisch.

Das alles muss mit der Tonerzeugung abgestimmt werden, und besonders gut klappt das, wenn der Hersteller des MPE Controllers auch mitliefert. Beim Roli Seaboard etwa ist das der Fall, daher können Sie das Instrument direkt nach dem Auspacken auch aus dem Stand heraus so benutzen, wir der Hersteller sich das ausgedacht hat. Beim LinnStrument ist das nicht so, hier bemüht man 3rd Party Klangware, die auch bestimmte Systemvoraussetzungen an den Computer mitbringt.

Schauen und hören wir uns die Sache mal an. Wir beginnen in diesem ersten Artikel mit dem Roli Seaboard, das noch sehr an ein Keyboard erinnert, auch wenn der gänzlich schwarze Look bereits etwas anderes verrät. Im Anschluss folgt das Haken Continuum, dessen plane Bedienoberfläche nur noch entfernt was mit Tasten zu tun hat. Gespielt werden beide im Prinzip wie ein Keyboard. Die Unterschiede dazu thematisiere ich dann im entsprechenden Abschnitt. Im zweiten Artikel, der kommt in Kürze, befassen wir uns mit dem LinnStrument. Es folgt einem völlig innovativen Ansatz und verlangt im Gegensatz zu diesen beiden eine gänzlich andere Spielweise, als Keyboarder es gewohnt sind. Den Abschluss bilden im Vergleich zu den MPE Controllern Synthesizer, Workstations und Master Keyboards die ein ordentliches Controller Arsenal anbieten, mit denen ebenfalls eine Menge dynamischer Ausdrucksmöglichkeiten umgesetzt werden können. Und ob die neuen Methoden verglichen mit den bisherigen eine gute Figur machen oder wo das weniger der Fall ist.

Roli Seaboard

Der Entwickler Roland Lamb hat das Unternehmen 2009 gegründet, nachdem er als Jazz-Pianist mit herkömmlichen Tasteninstrumenten nicht mehr zufrieden war. Er wollte einfach mehr Ausdrucksmöglichkeiten, so wie das etwa bei Blasinstrumenten der Fall ist. In der Zwischenzeit sind seine Kreationen namens Seaboard in der Musikerszene bereits ein Begriff. Doch wenn Sie von diesem Instrument noch nie was gehört haben, dann empfehle ich den Test des Modells Rise als Einstieg, klicken Sie hier. Es handelt sich dabei um eins der kompakten Seaboards im Angebot. Die anderen Konfektionsgrößen unterscheiden sich in erster Linie durch die Anzahl der Keywaves, so nennt sich nämlich die Silikonlandschaft, auf der man spielt. Mittlerweile sind fünf verschiedene Varianten zu haben.

Das günstigste Modell liegt bei rund 330,- Euro und will man wenigstens 49 Tasten Spielumfang haben, sind genau 1.195,95 Euro fällig. Roli liefert unter anderem den Softwaresynthesizer Equator mit, was den Einsatz direkt out-of-the-box gestattet. Die Werksprogramme sind nämlich direkt auf die Seaboards abgestimmt und das Niveau der Presets ist insgesamt ziemlich weit oben angesiedelt. Um mit den Keywaves klarzukommen, bedarf es ein wenig Übung, denn man ist hier gewissermaßen Fretless unterwegs. Ist man also nicht besonders treffsicher beim Spielen, dann straft das Seaboard mit leicht seekranker Tonwiedergabe. Dennoch meine ich, dass die Lernkurve nicht allzu hoch angesiedelt ist.

Für diesen Artikel habe ich mir Gesprächspartner ausgesucht, die jeweils eins der besprochenen Instrumente besitzen und Praxiserfahrungen gesammelt haben. Ich wollte ungeschönt erfahren, welche Momente der Begeisterung es gibt und ob es auch Dinge hat, die missfallen. Bei den betreffenden Tests hier bei Amazona haben wir nämlich gelernt, dass gerade sehr kurze Zeitspannen, in denen wir Instrumente zum Durchchecken und Artikel schreiben zur Verfügung haben, nicht wirklich ausreichen, um obendrein noch die Handhabung solcher Gerätschaften gründlich einzustudieren.

Beginnen wir mit Ludovic Roux, einem französischen Keyboarder und Producer. Er ist ein vielseitiger Künstler, spielte schon in zahlreichen Bands und ist sowohl brillanter Pianist, der mal eben aus der Hüfte das Lamb Lies Down Klavierintro von Tony Banks ausdrucksstark abfeuert, und genauso auf der Kirchenorgel zuhause ist. Synthesizer spielt er ebenfalls virtuos. So ist es keine Überraschung, dass er sich vor einer Weile das Roli Seaboard Rise zugelegt hat. Nachdem ich einige Youtube Clips gesehen hatte, in denen er das einsetzt, dachte ich, er ist genau der Richtige, um ihm ein paar Praxisfragen zu stellen.

Ludovic Roux

Klaus:
Welche Instrumente spielst du außer dem Roli Seaboard Rise noch und was war der Anlass, es zu kaufen?

Ludovic:
Ich spiele Klavier, Orgel und Synthesizer seit 33 Jahren, gelegentlich auch einige Percussion Instrumente sowie Rhythmus-Gitarre. Als großer Fan expressiver Klänge erschien mir das Seaboard als logischer Entwicklungsschritt in der Evolution traditioneller Tasteninstrumente.

Klaus:
Bitte erzähle ein wenig über Deine Erfahrungen mit dem Seaboard, und auch über die Lernkurve.

Ludovic:
Der besondere Vorteil beim Seaboard ist gleichzeitig auch ein Nachteil, denn Du kannst damit out of tune spielen! Es schaut ja aus wie ein Keyboard und die sogenannten Keywaves sind das Equivalent zu Tasten, deren Maße in etwa auch denen bei Keyboards entsprechen. So dass jeder mit Tasteninstrumenten vertraute Musiker auf Anhieb Melodien und Akkorde spielen kann. Die Herausforderung dabei ist das Beherrschen der Glide Parameter, denn sobald Du den Finger von seiner ursprünglichen Position auf einem Keywave verschiebst, also nach einer gespielten Note, die Tonhöhe nach oben oder unten rutscht. Das passiert dann bei Einzelnoten genauso wie bei Akkorden, und innerhalb derer betrifft das dann gleich alle Einzeltöne. Die Version Rise bietet im Gegensatz zu den Grands direkten Zugriff auf einige Settings, darunter Glide und Pressure Sensitivity. Was eine große Hilfe ist, wenn Du das Seaboard Verhalten während des Spielens ändern willst.

Klaus:
Wo setzt Du das Seaboard Rise ein: Bühne, Studio, oder beides?

Ludovic:
Ich besitze das Rise noch nicht besonders lange, betrachte mich also noch als Einsteiger damit. Daher konnte ich es auf der Bühne erst einmal einsetzen, und zwar als Master Keyboard für Piano Sounds, die ich im iPad habe. Du brauchst nämlich ein virtuelles Instrument, dass MIDI Omni In bietet, denn jede Seaboard Note wird auf einem individuellen MIDI Channel gesendet. Ich werde es sicherlich auch bald in mein Live Setup integrieren, aber im Augenblick nehme ich es für meine Studioarbeit und es ist wundervoll!

Klaus:
Gibt es Dinge, die Du beim Seaboard Rise besonders magst und auch welche, die Dir weniger gefallen? Hast Du Tipps für potentielle Käufer?

Ludovic:
Ich liebe die Ausdrucksmöglichkeiten und auch die Kontrolle, auf jede einzelne gespielte Note einen derartigen Einfluss nehmen zu können. Es bietet völlig neuartige Ansätze fürs Solospiel, weil Du genau wie bei akustischen Instrumenten Töne abziehen kannst. Und Deine ganz individuellen Vibratoeffekte dynamisch einsetzt. Oder durch Druck auf die Keywaves die Lautstärke viel besser als bei herkömmlichen Keyboards mit Aftertouch steuern kannst. Die Keywaves sind von zwei Ribbons umrandet, das erlaubt zusätzliche Spieltechniken. Ausgerüstet mit all diesen Möglichkeiten kann jeder Musiker somit seinen ganz eigenen unverkennbaren Style entwickeln, und auch viel mehr Emotionen in seinem Vortrag unterbringen, als das bisher mit Keyboards möglich war. Aber das Rise ist dennoch nicht perfekt.

Klaus:
Hast Du ein Beispiel?

Ludovic:
Klar, zum Beispiel lässt sich die Velocity Curve ein bisschen zu umständlich justieren und Du hast nicht die gleiche Kontrolle über das Tastenbett wie bei einem Keyboard mit gewichteten Tasten. Sobald man also akkurat Piano auf dem Seaboard spielen will, stellt das gegenüber einem normalen Keyboard schon eine ziemliche Herausforderung dar. Du musst immer dran denken, dass ein Seaboard schwarze Keywaves auf einem schwarzen Unterbau beherbergt, und in einer Umgebung mit nur Dämmerlicht oder schwacher Bühnebeleuchtung können die Finger, trotz weißer Markierungen auf den „schwarzen“ Tasten, mal schnell für out of tune sorgen, wenn man auch nur ein kleines bisschen danebenliegt. Wenn Du also ein Seaboard erlernen willst, dann justiere erstmal die Velocity Curve und studiere die Glide Sensitivity, um in korrekter Stimmung zu spielen. Je nach Erfahrungsstadium dauert es einige Minuten oder halt auch Stunden, bis Du es drauf hast, jede Note so zu spielen, dass Du wirklich Freude damit hast.

Auf seinem Youtube Channel hat er die Clips veröffentlicht, von denen ich eingangs berichtet habe. Sehen und hören Sie hier zunächst einen kurzen Track, bei dem Ludovic das Preset 50 mit der Bezeichnung „World Apart Pluck“ für seinen Vortrag verwendet.

Ebenso interessant ist seine Version von Steve Hackets Solopart in Firth of Fifth, da spielt er zum eigenen Playback mit Drums und Bass live den Keyboardpart mit dem Alesis Fusion sowie das Solo auf dem Seaboard. Und beim Bynatal Song Avec les Yeux steuert er ein Violinensolo bei, das ist in einem weiteren Youtube Clip zu sehen und hören. Weitere Informationen über seine Arbeit gewünscht? Schauen Sie einfach in seine Homepage rein, die finden Sie wie die Youtube Clips zusammen mit weiteren einschlägigen Websites unten in der Linkliste.

Forum
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    weinglas  

    Schöner Artikel. Vielen Dank dafür!

    Eine kurze Anmerkung habe ich auch noch: Das Continuum hat schon seit vielen Jahren im Gegensatz zum Linnstrument und zum Seaboard eine integrierte Klangerzeugung. Der Computer dient lediglich der Editierung. Gespielt werden kann das Continuum daher als Einziges hier ohne Computer (im Gegensatz zum Seaboard) bzw. ohne zusätzlichen Klangerzeuger (der beim Linnstrument notwendig ist).

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      h3rtz  

      Das Seaboard Grand, also sozusagen das „Ur-Seaboard“, hat auch die Klangerzeugung an Bord.

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        Bernd-Michael Land  

        Leider hat das „Grand“ noch die alte gummiartige Oberfläche behalten, so wie sie anfangs bei allen Rolis ausgeführt waren. Das fühlt sich sehr nach Autoreifen an und macht das Gliden nicht gerade zum Vergnügen. Außerdem sind die kleineren Versionen mit Klangerzeugung leider nicht mehr lieferbar, man konzentriert sich wohl bei Roli mehr auf die reinen Controller. Schade.

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      Bernd-Michael Land  

      Ich besitze das Continuum Full Size seit 2009 und setze es sehr viel im Studio ein, habe es aber auch als Hauptinstrument immer live auf der Bühne mit dabei. Eigentlich vergeht kaum ein Tag, an dem es bei mir nicht im Einsatz ist.

      Es ist stilprägend und so hat das Haken natürlich auch meine Musik stark beeinflusst und kam auf den letzten 7 Alben in bald jedem zweiten, dritten Song zum Einsatz.

      Bisher komme ich sehr gut ohne Display klar, das fehlt mir nicht zwingend. Allerdings ist es nervig, wenn nach jedem OS-Update die ganzen Presets wieder unter anderen Nummern zu finden sind.
      Im Studio verwende ich meist einen Kenton Killamix als Midi Controller für das Continuum, live brauche ich das jedoch nicht.
      Das Haken gehört für mich zu den innovativsten Entwicklungen der letzten Jahre.
      Mit keinem anderen elektronischen Instrument lassen sich die Klänge so intuitiv formen und verbiegen, wie mit diesem Fingerboard.
      Der Einsatzbereich umfasst ein unglaubliches Spektrum, es reicht von klassischen warmen Celli und Violinen über zarte Flöten bis hin zu harten FM-Klängen oder Synthpads. Selbst experimentelle Sounds sind problemlos möglich.

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        Bernd-Michael Land  

        Ich werde bei meinen Konzerten oft gefragt, wie sich das Fingerboard so spielt und versuche das dann so zu erklären: „Stecke beide Hände in einen Eimer mit Honig und forme deinen Klang!“ -genau so fühlt sich das Continuum an.

        Ich möchte es nicht mehr missen, es wäre dieser eine Synthesizer, den man mit auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte.

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          AQ  AHU

          Danke für Deinen Input betr. dem Spielgefühl. Ich hatte nur einmal an der Musikmesse 2016 ein Roli Seabord unter den Fingern. Ich bin damit nicht klar gekommen. Um bei Deiner Beschreibung zu bleiben war mein Eindruck – „man mische Honig und Sand im im Verhältnis eins zu eins und versuche mit der Hand darin Musik zu machen“. Ich lese allerdings etwas weiter oben, dass es jetzt eine neue Tastenoberfläche gibt. Kann mir jemand beschreiben wie sich das Roli damit anfühlt?
          Übrigens danke für das sehr informative Special zum Thema.

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            Bernd-Michael Land  

            Die neue Oberfläche für das Roli gibt es schon recht lange, allerdings leider nur für die Controller und nicht für das Grand Stage. Es gab anfangs ja die Modelle mit Klangerzeugung auch in zwei kleineren Versionen, wobei mich besonders die Version mit 49 Tasten interessiert hatte, diese wurden aber leider eingestellt.
            Das Continuum ist da wesentlich angenehmer zu spielen, denn die Oberfläche ist aus Neopren und fühlt sich viel besser an.

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    AMAZONA Archiv

    Das Linnstrument ist das interessanteste meiner Meinung nach.

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    psv-ddv  AHU

    Grossartiger Artikel, super recherchiert!
    Ich freue mich schon auf den 2. Teil.

    Ergänzend noch einige Anmerkungen: Die Sensormechanik im Continuum ist erheblich präziser und technisch viel aufwändiger als die der Roli Controller, daher auch der Preisunterschied.
    Beim Spielen merkt man das sofort. Das Continuum ist unglaublich sensibel spielbar und fühlt sich an wie ein „echtes“ rein physisches Musikinstrument. Man merkt die Jahrzehntelange Entwicklungsarbeit von Lippold Haken, der die Teile neben seinem Beruf als Informatik Professor, in seiner Garage selber in Handarbeit baut.
    Soweit ich aus berufener Quelle weiss hat der Roli Gründer Herrn Haken intensiv ein Loch in den Bauch gefragt (natürlich ohne Ihm zu sagen was er vor hat) und ganz erheblich vom Wissen des Continuum Erfinders profitiert. Das Roli ist prinzipiell ein technisch stark vereinfachtes Continuum mit welliger Oberfläche.
    Für Keyboarder ist das Roli dadurch leichter zu spielen, aber es ist auch weniger ausdrucksstark.
    Integriert in das Continuum ist, wie im Artikel angesprochen, eine hochleistungsfähige, DSP basierte Klangerzeugung, die auch mit externen Signalen arbeiten kann, z:B. als Effektgerät. Das geht schon sehr in Richtung Kyma. Midi ist nicht die einzige Schnittstelle. Über ein optionales, hochauflösendes CV-Interface lassen sich Modulsynths bis zu 16 stimmig anschliessen. Alles total kompromisslos. Das Teil muss man ausprobiert haben.

    • Profilbild
      fkdiy  

      In diesem Video zum Thema polychromatische Musik wird kurz über die Auflösung der Roli und Haken Controller gesprochen: https://youtu.be/ZMRUm_CoW-I

      Ich habe es nicht mehr genau im Kopf, aber das Seaboard ermöglicht pitch wohl in Vierteltönen, während das Fingerboard deutlich mehr Zwischenschritte erlaubt.

      Und da sind auch noch andere Controller zu sehen, von den ich persönlich noch nie etwas gehört oder gesehen habe. ;)

      Sehr interessanter Artikel, bin gespannt auf Teil 2!

    • Profilbild
      hejasa  

      Ich bin ebenso gespannt, was da noch kommt. Der Artikel trifft meine Seele, Keyboardklänge wie ein „natürliches“ Instrument beeinflussen zu können. Danke!

  4. Profilbild
    toneup

    Hallo..sehr schöner Artikel….leider erst jetzt entdeckt…die eigenharps fehlen meiner Meinung noch in dieser Aufzählung…leider sind die ja out of business. Besitze eine Eigenharp Tao und auch ein Seaboard und die beiden ergänzen sich sehr gut. Leider ist die zur Konfiguration notwendige Software unnötig kompliziert und hat m.M. nach den Erfolg dieses grossarrigen controllers nachhaltig verhindert.
    Die Roli Produkte lassen sich hingegen ganz simpel konfigurieren. Ein wenig üben muss man halt damit man sauber intonieren kann.
    Aber auch die Eigenharp muss man spielen lernen. Und das ist das tolle an diesen controllern das man sich mehr an einem echten Instrument spielend fühlt. Da passieren auch musikalisch spannendere Sachen als am Masterkeyboard.

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