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TEST: Fender Vintera II 70s Telecaster Deluxe, E-Gitarre

Zweite Runde für die Vintage-Reinkarnation

8. Oktober 2023

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Vintage-Fans aufgepasst! Erinnert ihr euch noch an die Vintera-Serie von Fender? Genau, diese leckeren und optisch ansprechenden Neuauflagen von Klassikern der Fender Geschichte, die wir euch hier auch präsentiert hatten (übrigens kamen sie damals schon ziemlich gut weg). Vier Jahre später gibt sich Fender nun einen Ruck und legt die erfolgreiche Serie neu auf! Was wir hier nun bekommen, ist die brandneue Vintera II Serie. Ganze 36 Modelle werden hier mit den Specs der alten Vorbilder präsentiert. Das Besondere daran: Man kann diese optisch sehr ansprechenden Gitarren auch sein Eigen nennen, wenn man nicht vorhat, alle anderen Instrumente im Haus zu verkaufen, nur um sich diese eine Masterbuilt Custom Shop Fender holen zu können. Diese Gitarren hier sind nämlich im mittelpreisigen Segment angelegt und somit dazu gedacht für alle, die ambitioniert sind, zugänglich zu sein! Schön. Zum Test haben wir hier die Fender Vintera II 70s Telecaster Deluxe in Surf Green. Schon allein wegen des langen Namens muss die Gitarre ja eigentlich was Besonderes sein. Das wollen wir uns im heutigen Review mal etwas genauer ansehen. Also ran an den Speck, Cutter-Messer rausgeholt und Karton öffnen!

Unboxing der Fender Vintera II 70s Telecaster Deluxe

Einmal aus dem Pappsarg befreit, haben wir ein standardmäßiges dünnes Gigbag vor uns. Die Betonung liegt hier auf dünn. Denn es ist wirklich kaum dicker als die Gitarre selbst. Und doch spürt man beim Anfassen, dass hier wohl nicht an der Polsterung gespart wurde. Eine gewisse Knautschzone ist hier definitiv vorhanden! Der Rest des Gigbags ist in meinen Augen O.K. Keine Gummiverstärkung am Boden, keine Verstärkung für den Hals, die Gurte sind einfache Riemen. Nun gut, für die U-Bahn-Fahrt zur Bandprobe reicht es allemal, denn leicht ist es. Aber wir haben das Ganze ja wegen seines Innenlebens zum Testen hier und darum öffnen wir jetzt ganz schnell mal den sehr gut laufenden Reißverschluss! Und was uns hier entgegenkommt, bringt mir erst mal ein „wow“ über die Lippen! Geile Farbe! Das Surf Green in Verbindung mit dem hellen Hals und dem schwarzen Pickguard ist definitiv ein Hingucker. Mit dabei ist natürlich noch der Tremoloarm und ein paar Inbusschlüssel für die Einstellung von Halsspannstab und Höhe der Saitenreiter. Ansonsten macht die Tele auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck, was die Verarbeitung angeht. Da wir hier aber mit der Lupe draufschauen, fällt uns eine kleine Macke in der Nähe des unteren Gurtpins sowie leichte Schwächen der Lackierung auf der Rückseite des Halses bei der Trussrod-Einlage auf. Beides sind jedoch Dinge, die die Bespielbarkeit und den Sound keineswegs beeinflussen.

Facts & Features

Die Vintera II 70s Telecaster Deluxe ist keine Tele im klassischen Sinne. Allein die originale Telecaster Deluxe aus den 70er-Jahren war schon etwas Besonderes. Hier haben wir obendrein noch ein Screw-in-Tremolo mit dabei. Ansonsten geht es bei der in Mexico gefertigten Gitarre erst mal klassisch zu. Erlekorpus und Ahornhals sind eine altbewährte Kombination bei Fender Gitarren, die für den knackigen Ton steht. Das U-Halsprofil und der 7,25“ Griffbrettradius mit 21 Vintage-Tall-Frets stehen hier ganz in der Tradition des Vorbilds. Wobei die Ausführung der „U“-Form hier von Fender etwas komfortabler gerundet und an den Kanten minimal dicker als das Original ausgeführt wurde.

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Fender Vintera II 70s Tele Dlx VWT
Fender Vintera II 70s Tele Dlx VWT Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Zwei neuaufgelegte, nach den Specs der 70er-Jahre gebaute Wide-Range-Humbucker sorgen dafür, dass man zwar den klaren und dynamischen Charakter vom Singlecoil spürt, jedoch eine gehörige Portion mehr Output und ein breiteres Timbre bekommt. Das Vibrato mit Block-Saitenreitern sowie die Vintage Telecaster Deluxe Tuner komplettieren das traditionelle Angebot. Ganz hat man sich der Gegenwart jedoch nicht verschlossen. So verspricht Fender, dass das frei einstellbare 6-Punkt-Tremolo und die mit einer modernen Gear-Ratio versehenen (also präziser als damals arbeitenden) Mechaniken sogar für Dive-Bombs gerüstet sind. Der Sattel ist 42 mm breit und besteht aus „Synthetic Bone“. Wie für Deluxe Teles bekannt, finden wir hier einen 3-Wege-Pickup-Wahlschalter und jeweils zwei Volume- und Tone-Potis.

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Die Fender Vintera II 70s Telecaster Deluxe in der Praxis

Wollen wir nun in Richtung Praxis gehen und schauen, wie sich das Instrument in seiner Kernkompetenz, dem Klängefabrizieren, anstellt. Gewichtsmäßig nimmt sie sich nichts im Vergleich zu meinen beiden mittelgewichtigen Haar Teles. Solider Standard also für eine Tele.

Die Gitarre auf den Schoß genommen, stellt sich direkt mal Zufriedenheit ein. Sie ist super ausgewogen, bleibt da, wo man sie abgesetzt hat und schmiegt sich dank der Ausfräsung hinten am Korpus sehr schön an den eigenen Körper. Der Hals fühlt sich gut an, die Bundenden sind sauber gearbeitet und die Saitenlage ist angenehm tief. Ich muss jedoch zugeben, dass der Hals absolut nicht mein Fall ist. Die Saitenlage ist mir persönlich etwas zu tief (das lässt sich aber natürlich ganz leicht justieren!) Das für Fender typische Kleben des lackierten Halses ist auch nicht mein Fall und das für mich sehr breit wirkende U ebenfalls nicht. Das sind aber bekanntlich geschmackliche Eigenheiten von mir. Es geht hier ja um eine Gitarre mit Vintage-Specs und damals waren Hälse nun mal so lackiert. Und es freut mich auch, dass ein mit U-Profil betitelter Hals auch tatsächlich sich als solcher anfühlt. Denn was meinen Geschmack nicht trifft, trifft den anderer Leute dafür umso mehr. Ferner wäre noch zu sagen, dass die Gitarre akustisch angespielt nicht so ganz aus dem Quark kommt und etwas leise wirkt. Dennoch hat sie irgendwie einen Vibe, der mich dazu verleitet, trotz der „Unbequemlichkeiten“ immer weiterzuspielen, ohne die Gitarre an den Amp zu hängen. Nach ein paar weiteren Minuten ist es aber dann soweit und ich feuere meinen Morgan PR-12 an, der per UA Ox Box in mein RME Fireface 802 läuft. Clean merkt man direkt den kraftvollen, aber dennoch luftigen Charakter, den die Deluxe Telecasters mit ihren Wide-Range-Humbuckern mit sich bringen. Da fällt es nicht schwer, den 12 W Amp bei einem normalerweise cleanen Setting an den Breakup-Punkt zu bringen. Doch auch wenn man Lust hat, funkier unterwegs zu sein, ist das mit dieser Gitarre möglich. In der Mittelstellung bringt sie hier ihren eigenen Charme mit, der dem Ganzen wieder etwas mehr Power verleiht, als man eigentlich gewohnt ist.

Widmen wir uns nun dem Tremolo. Mir ist davor schon aufgefallen, dass ich eigentlich die ganze Zeit am stimmen bin … Das Tremolo tut seinen Teil dazu und die Gitarre in Tune zu halten, ist nicht wirklich leicht. Auch das Handling des Tremolos ist sehr gewöhnungsbedürftig und sanfte Tonhöhenschwankungen zu kreieren, ist eine Herausforderung. Das braucht vermutlich eine etwas längere Eingewöhnungsphase. Dennoch ist ein Tremolo auf einer Tele eine interessante Kombination! Für die Aufnahme packe ich einen Brownie von Cmat Mods vor den Morgan und drehe auf dem Bridge-PU die Tonblende etwas zu. Diese Kombination gibt mit einem 4x12er Preset in der Ox Box auch einen überzeugenden crunchigen Sound von sich (Tonblende natürlich wieder auf). Ich fühle mich irgendwie an Billy Talent erinnert und die Wide-Range-Humbucker halten alles transparent und offen. Für Leadsounds wähle ich einen BB-Preamp von Xotic mit vorgeschaltetem Boost plus etwas Reverb und Delay. Ich würde sagen, hier fühlt sich die Vintera II 70s Telecaster Deluxe auch sehr wohl!

Fender Vintera II 70s Telecaster Deluxe

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Fazit

An sich haut Fender hier eine optisch wirklich sehr schöne Tele raus, die alle Vintage-Fans der 70er-Jahre jubeln lassen sollte. Mit dem Tremolo-Feature und einigen modernen Specs fügt sie sich super in die Gegenwart ein. Die Verarbeitung ist fast tadellos, die Gewichtsverteilung vorbildlich. Klanglich steht sie auch super da, allerdings können die Stimmstabilität sowie das Handling des Tremolos hier nicht ganz mithalten. Daher 1 Stern Abzug! Wer mit seinem Instrument lernen will umzugehen und die Geduld hat, immer wieder zu stimmen, kann hier jedoch ein gutklingendes Instrument mit richtigem 70s-Vibe zum fairen Preis erhalten.

Plus

  • Verarbeitung im Allgemeinen
  • Sound
  • Features

Minus

  • Tremolo
  • leichte optische Schwächen
  • Stimmstabilität

Preis

  • 1.149,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mofateam

    Naja, da haut Fender wieder mal ein Instrument raus, was vermutlich von der Tochtermarke Squier mit ihren teilweise sehr guten Gitarren qualitativ mühelos überholt wird. Wenn ich mir schon dieses überhaupt nicht vintagemäßige Tremolo auf dieser Vintera ansehe…naja.

    Es wäre toll, wenn Ihr bei Gitarrentests zukünftig mal das Gewicht der Testkandidaten mitteilen könntet.
    Für mich ist (geringes) Gewicht (und damit oft verbunden: Resonanz) ein elementares Kriterium bei der Kaufentscheidung.

  2. Profilbild
    Sven Blau AHU

    Warum sagen immer alle „Tremolo“? Es ist ein Vibrato, fertig aus.

    Und zweitens:

    Für ein nicht stimmstabiles Vibrato ist in 95% der Fälle ein mangelhaftes oder falsches Setup ursächlich.

    Wer sich eine Gitarre mit Vintage Specs kauft, sollte auch in ein Setup investieren.
    Wer darauf keinen Bock hat, sollte sich so eine Gitarre nicht kaufen oder jedenfalls nicht auf den Hersteller schimpfen.

    Ich wette, auch diese Tele läuft vibratomäßig butterweich, wenn sie richtig eingestellt wird!

    Und nein, das kann nicht ab Werk gehen, weil das a) ein Massenprodukt ist und b) jedes Setup individuell ist.

    Jm2c

    • Profilbild
      ctrotzkowski

      @Sven Blau „Warum sagen immer alle „Tremolo“?“

      Vermutlich, weil viele Hersteller der Hardware (Floyd Rose, Rockinger) und Gitarren (Fender, PRS…) die Dinger „Tremolo“ nennen?

      Ich denke man kann mit beiden Begriffen parallel gut leben ;-)

    • Profilbild
      Eibensang

      @Sven Blau Soweit ich weiß, haben wir das „Tremolo“ Leo Fender zu verdanken, der selbst kein Musiker war und die Begriffe verwechselte. Der tatsächliche Tremoloeffekt in seinem Amp heißt dort denn auch folgerichtig „Vibrato“.

      Die Fehlbenennung für Jaulhaken hat sich durchgesetzt – nicht nur, weil viele Gitarristen selbst nicht unbedingt als Musikfachkräfte begannen, sondern m.E. auch deswegen, weil sich (ja, lacht ruhig), „Tremolo“ leichter aussprechen lässt: auch mit hängendem, halboffenen Mund. Während dieser zur Artikulation des Wortes „Vibrato“ zweimal geschlossen werden muss: einmal zu Beginn (fürs V) und dann gleich noch einmal (fürs b), dazwischen liegt gerade mal ein kurzes i. :-) Da stammelt sich auf die Laienfrage „Was issn das?“, den Jaulhaken meinend, viel schneller „Na, ’n Tremolo!“ als – korrekter – „Das’n Vibrato!“ :D

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