Test: Allen & Heath Xone 22

13. August 2009

Allen & Heath Cone 2

Größen wie Deadmau5 und natürlich Richie Hawtin schwören ja nun schon seit Längerem auf die englische Mischpultschmiede.

Nun hat die Xone-Familie mal wieder Zuwachs bekommen. Diesmal allerdings eher so was wie einen kleinen Bruder, mit dem sie den Markt für Einsteiger gehörig aufmischen wollen. Ob sie das schaffen können und wie sich der kleine 22er im Praxistest schlägt, erfahrt ihr natürlich hier bei Amazona.

 

Xone 22

Xone 22

 

Ausgepackt

Das Auspacken ist ja fast immer das Schönste an neuen Geräten. Und bei Allen & Heath macht das immer besonders Spaß, vor allem, weil die Geräte in wunderschönen Verpackungen daherkommen. So auch der Xone 22 in einer tollen schwarzen Verpackung mit Xone-Logo darauf. Das Mischpult selbst sieht auf den ersten Blick nach einem normalen 2-Kanal Battle-Mixer aus. Es ist aus stabilem Metall, alles wirkt sehr aufgeräumt, und man hat eine Menge Platz und Freiräume auf dem Mixer. Fast schon ein wenig spartanisch, doch wer die Spartaner kennt (oder 300 gesehen hat), weiß, dass da eine Menge drin steckt.

Bei der ersten Tuchfühlung fällt einem wirklich nichts Besonderes auf. Alles ist da, wo man es erwartet. Zwei Kanäle mit jeweils einem 3-Band EQ (und wenn wir mal ehrlich sind, braucht man auch keinen 4-Band EQ wie beim 92er, schön wäre es trotzdem gewesen) 2 Line Fader, einen Crossfader mit 2 Kurveneinstellungen, eine zum Mixen bzw. Überblenden und eine zum Cutten, wobei der Crossfader zwar leichtgängig ist, aber für Turntablism-Artists nur mäßig geeignet, da er noch einen Tick schneller und griffiger sein könnte, sowie eine Einheit zum Vorhören. Des Weiteren findet man an der Front des Pultes eine Mikrofonsection mit einem 2-Band EQ. Das ist alles noch sehr gewöhnlich und standard – doch was ist das? Da ragt ein dickes Drehpoti aus der Mitte des Mixers zum Steuern des Filters. Ganz genau, die Engländer haben unserem kleinen Spartaner eine abgespeckte Version des Filters seiner großen Brüder spendiert. Das Filter kann über zwei kleine Softswitches dem jeweiligen Kanal zugewiesen werden. So gewöhnlich ist er also doch nicht.

 

Oberfläche des kleinen Xone

Oberfläche des kleinen Xone

Angeschlossen

Um Sound aus dem Kleinen zu kriegen, braucht es schon ein paar dicke Kabel, denn der Xone 22 lässt sich partout nur über einen symmetrischen XLR-Ausgang an die Anlage anschließen.

Das mag im ersten Moment zwar etwas seltsam klingen und vielleicht auch nerven, da man sich nun auch noch 2 XLR-Kabel bestellen muss und andere Mischpulte auch noch einen unsymmetrischen zweiten Cinch-Ausgang haben, macht aber durchaus Sinn. Da Allen & Heath stets für beste Qualität standen und nur Highend-Produkte rausgehauen haben, möchten sie sichergehen, dass der kleine 22er nur unter den besten Voraussetzungen mit der Außenwelt kommuniziert. Auch ich würde jedem, der die Wahl zwischen symmetrisch und unsymmetrisch hat, immer den symmetrischen Ausgang empfehlen, da die Abschirmung besser ist und man nicht an Pegel verliert.

Und bekommt man erst mal Sound aus dem Xone 22, hört man auch, dass es sich lohnt, denn der Sound ist glasklar und wirklich lobenswert.

Der Rest an Anschlüssen ist dann doch wieder recht Standard. Zwei Phono und zwei Line Eingänge, einen Booth-Eingang für Monitore und einen Record-Ausgang zum Aufnehmen des DJ-Sets. Doch auch hier hat der Mixer noch eine kleine Überraschung, denn er besitzt zusätzlich noch einen Effekt-Ein- bzw. Ausgang, über den man ein externes Effektgerät wie den Pioneer EFX-1000 oder ein Kaoss Pad anschließen kann. Diese kann man dann bequem anstatt des integrierten Filters den Kanälen zuweisen.

Zu guter Letzt findet sich an der Front noch der Eingang für Kopfhörer und ein XLR-Eingang für ein Mikrofon. Man kann also sagen, dass der Xone 22 hier alles bietet, was man braucht, und noch ein bisschen mehr.

 

Rückansicht

Rückansicht

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Danny Who  AHU

    Wer zuhause nur eine Anlage mit Cincheingängen hat und den Booth-Ausgang nicht extra braucht, kann auch einfach über ein Cinchkabel seine Anlage verbinden.
    Dicke XLR-Stecker, die auf Cinch adaptiert werden bringen auch nichts, da der Minusdraht vom XLR-Pin undbelegt bleibt und die Signalführung auch unsymmetrisch bleibt.

    Interessant übrigens ist, dass A&H immer die Softschaltung seiner Filter bewirbt, ein kleines letztes Knacken aber immer übrig bleibt.

    Muss beim Verwenden externer Effekte eigentlich sowohl FX on als auch der Buttons unterm Fader geschaltet werden? sind dann nicht Filter und externer Effekt zugleich aktiv? Oder sorgt FX on für einen Bypass beim Filter?

    Der Vergleich mit dem DJM 400 ist ganz nicht so einfach zu bewerkstelligen. Der Japaner kostet 200 Euro mehr, hat 2 Mic Eingänge, voll auf Line schaltbare Eingänge und mehrere Effekte, dafür aber keine Symmetrischen Ausgänge, sondern 2 gekoppelte Master, keine Schleife und keinen Cue Mix.

    • Profilbild
      h.weller  RED

      Ja, das mit den Softschaltern der Effekte finde ich auch sehr merkwürdig und schade.

      Sobald ein externes Effektgerät benutzt wird, kann man den internen Filter nicht mehr benutzen, das ist richtig.

      Und den Vergleich mit dem DJM-400 finde ich ok, schließlich spielen die beiden Hersteller in der selben Liga (anders als Gemini oder Numark, wobei die sich echt gemacht haben) und es sind halt die einzigen Battle-Mixer. Also ein kleiner Vergleich sollte da schon drin sein, obwohl der Pioneer teurer ist ;)

      Vielen Dank fürs Lesen und für den Kommentar.

      • Profilbild
        Delany

        Hallo h.weller,

        ich finde den xone 22 sehr gut und möchte ihn mir zulegen. Hast du Erfahrungen bei deinem Test gemacht, ob auch alles gut beim Mixer läuft, wenn er über die Monitorbuchsen an eine Homeanlage angeschlossen ist. z.B. LED ausschlag, Lautstärkereglung.
        Gruß Delany

    • Profilbild
      Delany

      Hallo d.judek,

      ich finde den xone 22 sehr gut und möchte ihn mir zulegen. Hast du Erfahrungen dazu gemacht, ob auch alles gut beim Mixer läuft, wenn er über die Monitorbuchsen an eine Homeanlage angeschlossen ist. LED ausschlag, Lautstärkereglung.

      Grüße Delany

  2. Profilbild
    h.weller  RED

    Hi Delany,

    ich habe es leider echt verpennt, den Monitorausgang zu testen und bin mir dementsprechend auch nicht sicher, wie es sich mit den LEDs verhält. Grundsätzlich empfehle ich aber den normalen Mater-Ausgang zu nehmen. Die Kabel kosten ja auch nicht die Welt ;)
    Kaufentscheidend sollte es nicht sein, da es sich ansonsten echt um ein Top-Gerät handelt

    LG

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