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Test: EBS, Fafner XD 750 (Fafner 2), Bass-Topteil

12. April 2011

EBS Fafner 2

Nordische Mythologie trifft auf geballte Basspower. Die schwedische Edelmarke EBS wartet mit dem seit November 2010 erhältlichen Fafner XD 750, oder auch schlicht Fafner 2 genannt, auf. Stolz wie Bolle öffne ich das gar nicht mal sooo schwere Paket und lasse den Nachfolger des nicht mehr weiter hergestellten Fafner (1) zum Testbericht ans Tageslicht. „Professional Bass Equipment“, so liest es sich trocken, aber treffend formuliert auf der Kopfzeile der EBS-Website.

EBS produziert seit 1998 Bass-Equipment und legt größten Wert auf die Feststellung, dass Design und Entwicklung in Eigenregie erfolgen. Natürlich in Schweden. Ich war sehr neugierig, was das Flaggschiff mir offenbaren würde. Der Name Fafner, nebst dem Slogan Extreme Edition ist Programm, ich selbst nutze EBS-Produkte seit den frühen 90er Jahren. Diese stehen ein für Top-Qualität und Sound, gepaart mit innovativen nützlichen Tools für den Bassisten. In dieser Preisklasse erwartet man auch nichts anderes, denn auch hier schläft die Konkurrenz nicht.

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-- Der Fafner 2 mit Rackwinkeln --

— Der Fafner 2 mit Rackwinkeln —

Features

Der Fafner 2 ist das leistungsstärkste und wohl auch das flexibelste Bass Topteil aus der EBS Produktpalette. Der Amp bietet eine  Röhren „Bewaffnung“ und zwei Kanäle, die jeweils mit Effektwegen versehen sind. Es stehen dank cleverer Routingmöglichkeiten erstaunlich viele und sehr unterschiedliche Soundmöglichkeiten bereit. Diese werde ich im einzelnen noch genauer beleuchten. Folgen wir mal dem Signalweg vom Bass zur Endstufe:

Die Groove Tubes ECC 83-Vorstufenröhre benötig ca. 15 Sekunden, um warmzulaufen. Zuerst wird der Powerknopf gedrückt und dann nach entsprechender Zeit der Standby-Schalter. Jetzt leuchtet das eindrucksvoll in Runenschrift schimmernde „Fafner F“ am rechten Rand des Amps vollends auf.

-- F --

— F —

Das Topteil bietet einen Klinkeninput. Egal, ob Signale passiver oder aktiver Bässe, die Inputbuchse verarbeitet beides, ohne dass man extra einen Pad-Knopf drücken muss. Möchte man dieses puristische, trockene Signal als DI Output extern weiterverwerten, kann an dieser Stelle schon der PRE EQ DI OUT abgezweigt werden, dasselbe Signal liegt am rückseitig gelegenen Tuner Out an. Soviel für Liebhaber „puristischer“ Bass Sounds.

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Der Fafner 2 bietet gleich zwei symmetrische XLR-bestückte DI Outs an die beide an der Frontseite gelegen zusätzlich noch per PAD-Schalter abgesenkt werden können. Auch kann ein Groundlift für brummfreie Übertragung dem DI-Signal zugeschaltet werden. Das nenne ich mal  Luxus! Beide DIs liefern zudem unabhängig vom Mastervolume ihre Signale, so sollte es sein. Nun durchläuft das Bass-Signal die eigentliche Aussteuerung, der Gain-Regler kann stufenlos exakt das Bass-Signal einpegeln. Über ihm befindet sich eine Peak-Anzeige, die im Übersteuerungsfall rot flackernd aufleuchtet. Vor dem Gain-Regler befinden sich ein HI und ein LO-Druckknopf. Diese Druckknöpfe fungieren als grobe EQ-Voreinstellung und beeinflussen den Sound hinsichtlich der späteren, erwünschten EQ-Ausrichtung. HI gedrückt hebt den Höhenanteil deutlich an, LO gedrückt adäquat den Bassanteil, beide Filter gleichzeitig gedrückt erzeugen eine Badewannenkurve mit gleichzeitigem Bass- und Höhenboost. HI und LO arbeiten völlig unabhängig von den restlichen Preamp Funktionen und liefern auch ohne die restlichen Features schon einen satten, soliden Grundsound.

-- EBS Endorser Mikael Wilden mit Arbeitsgerät --

— EBS Endorser Mikael Wilden mit Arbeitsgerät —

Ab hier hat das Signal die Möglichkeit, entweder durch Kanal eins oder Kanal zwei weitergeführt zu werden. Es können durch die Schaltmöglichkeiten auch beide Kanäle zusammengeschaltet betrieben werden. Das Signal liegt automatisch an Kanal eins an, der als cleaner Kanal vordefiniert ist. Jetzt kann per Druckknopftaste der Tube-Mode zugeschaltet werden, die ECC83-Röhre ist nun aktiv. Auch kann dem Signal in Kanal 1 ein werksvoreingestellter Compressor beigemischt werden. Wenn man zusätzlich den EQ des cleanen Kanals nutzen möchte, drückt man den Filter Active-Druckknopf, so durchläuft das Signal den Bass-, Mitten– und Höhen-EQ, wobei der Mitten-EQ mit Extra Hi Q-Zusatztaste parametrisch feinjustiert werden kann. Hi Q bedeutet, dass der Mittenanhebung bzw. Absenkung eine feiner voreingestellte Kurve zugrunde liegt, es werden nicht so viele Frequenzen rund um den gewünschten Wert mitangehoben bzw. abgesenkt. Ob der EQ generell an oder ausgeschaltet sein soll, kann per Fußschalter fernbedient werden. Der EQ umfasst alle bassrelevanten Frequenzen und kann bei Bedarf das Klangbild vollkommen verändern, die Möglichkeiten sind reichhaltig. Auffallend ist, dass der Bassregler keinen Matsch produziert und der Mitten-EQ haarklein auf Durchsetzungskraft eingestellt werden kann. Der EQ wirkt in keiner Einstellung aufdringlich, macht stets einen klaren Sound, drückt dem Sound aber auch seinen eigenen Stempel auf. Die Puristen werden den EQ spärlich einsetzen, jedoch sind die Möglichkeiten, mehr EBS-Sound zuzulassen, gegeben.

Der Compressor klingt, wie man sich einen perfekt eingestellten Compressor wünscht: zurückhaltend, nicht pumpend, aber trotzdem sauber die Spitzen glättend und somit das Signal kompakter machend. Ein Sprung mit den Augen nach rechts, dort findet sich der Drive Active-Druckknopf, dieser aktiviert Kanal 2, der in diversen Overdrive- und Distortion-Modi eingestellt werden kann. Der Drive Active-Knopf kann ebenfalls per optional erhältlichem Fußschalter an- bzw. ausgeschaltet werden, eine klassische Kanalumschaltung also. Selbstverständlich kann die Lautstärke der Kanäle zueinander am Amp angepasst werden. Per Druckknopf lässt sich auch der Tube-Mode, also der Röhrenmodus, dem Kanal 2 zuschalten. Alle positiven Klangeigenschaften einer Röhren kommen auch im verzerrten Kanal zum Tragen. Die Röhre generell steht für wärmeren Sound mit leichter Kompression und mehranteiligen Obertönen. Der Tube-Mode ist entweder an oder aus, egal welcher Kanal aktiv ist.

Der nächste Drehregler verspricht Spaß pur. Per Drive-Knopf wird reingefahren, dass die Haare fliegen. Angezerrte, overdriveartige Sounds sind bei verhaltenem Drive-Einsatz genauso kein Problem wie metalartige Bassdistortion in bester Motörhead-Manier. Der Drive Regler in Kombination mit der Kanallautstärke kann das Signal im Maximal-Modus auf 34 (!) dB aufblasen, das ist mal ne Ansage!  Zwar stellt sich die Frage, wo man die 750 Watt RMS Leistung bringenden Endstufe überhaupt ausfahren kann, im Club eher nicht, da haut’s vorher die Gläser aus der Vitrine. Und auf der größeren Bühne? Nun ja, die Kollegen wollen sich ja auch noch hören..

Der Fafner 2 kann natürlich mehrere Boxen versorgen und wartet immer noch mit genügend Reserven auf, um auch bei Vollbeanspruchung nicht schlapp zu machen, das beruhigt schon ungemein, der große Gig im Stadion kann also kommen!

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