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Test: Electro Harmonix SYNTH9, Gitarren Synthesizer Pedal

3. Juni 2017

Synth for Strings

Nach den Orgelmodulen B9 und C9, dem Pedal für Mellotron-Sounds Mel9 sowie dem E-Pianopedal Key9 ergänzt Electro Harmonix nun das Sortiment ihrer Tastensounds für Gitarre um ein weiteres Gerät – das Electro Harmonix Synth9. Das Thema sind dieses Mal neun Sounds, die den Klang berühmter und zum Teil sehr rarer (oder zumindest ziemlich kostspieliger) Synthesizer nachbilden und für unsere sechs Saiten spielbar gemacht wurden.  Darunter sind solch klangvolle Namen wie etwa Oberheim, Moog oder ARP zu finden, die Messlatte liegt also hoch und wir werden im folgenden Test versuchen herauszufinden, wie gut der Versuch der Illusion gelungen ist.

Facts & Features

Uns erwartet wieder die bewährte, robuste Außenhülle eines Pedals aus dem Hause Electro Harmonix, Das Stahlblechgehäuse besitzt die Audioein- und Ausgänge an den Außenseiten, dazu gehören die Eingangsbuchse für die Gitarre oder den Bass auf der rechten Seite, dem Gegenüber sitzen links zwei Ausgänge, an denen zum einen das Effekt- und zum anderen das Originalsignal anliegt. Der Anschluss für das Netzteil befindet sich an der Stirnseite des Pedals, wie immer liefert der Hersteller ein passendes gleich mit. Pluspunkt! Bei dem zu erwartenden Leistungshunger der emulierten Synthesizer würde eine Batterie ohnehin schnell an ihre Grenzen stoßen und auch deshalb gibt es auf der Unterseite des Pedals außer vier Gummifüßen nichts weiter zu entdecken. Womit wir uns also direkt der Oberfläche und den Funktionen des Electro Harmonix SYNTH9 zuwenden können.

— Das notwendige Netzteil befindet sich im Lieferumfang —

Oberfläche/Funktionen des Electro Harmonix Synth9

Zentrale Anlaufstelle auf der Oberfläche ist zweifellos der Programmwahlregler mit seinem weißen Kunststoffknopf, denn mit ihm werden die neun Presets ausgewählt bzw. geladen. Verschiedene Variationen der Klänge werden durch das Benutzen der Potis CTRL 1 und CTRL 2 ermöglicht, die sich unmittelbar über dem Programmregler befinden. Die beiden übrigen Regler (VOL DRY / SYNTH) sorgen für die Lautstärke des Original- bzw. des Effektsignals. Im Folgenden nun die Presets und deren Variationsmöglichkeiten:

  • 1.  OBX – die Nachbildung des Sounds eines Oberheim OB-X. Das CTRL 1 Poti arbeitet hier als Tonblende, während man mit CTRL 2 zwischen vier Oktaven Tonhöhe auswählen kann.
  • 2. PROFIT V – Emulation eines Sequential Circuits Prophet-5. Hier steuert CTRL 1 die Geschwindigkeit einer Filterhüllkurve und CTRL 2 trifft die Auswahl zwischen acht spielbaren Intervallen zwischen Oktaven oder Quinten.
  • 3. VIBE SYNTH – ein polyphon spielbarer Synthesizer mit kräftigem Obertonbereich und zugefügtem Vibrato. CTRL 1 steuert die Stärke und die Breite der Obertöne gleichzeitig, CTRL 2 bedient ebenfalls simultan die Modulationsgeschwindigkeit und die Effektstärke des Vibratoeffekts.
  • 4. MINI MOOD – ein vom Synthesizer-Kulthersteller Moog inspirierter Sound, der einen Mix aus einem portamentofähigen und einem nicht portamentofähigen Synthesizer darstellt. Für die nicht ganz so in der Tasten-Szene erfahrenen Leute sei gesagt bzw. erklärt, dass es sich bei „Portamento“ um eine Funktion handelt, Noten ineinander übergleiten zu lassen. Etwas, was uns Gitarristen und Bassisten nur ein müdes Lächeln ins Gesicht treibt, war damals bei der Entstehung der meisten klanglichen Vorbilder des Electro Harmonix SYNTH9 noch eine wahre technische Errungenschaft. Bei diesem Preset kommt neben den beiden CTRL Potis noch der Synth-Volume-Regler mit ins Spiel, der für die Lautstärke des „Portamentolosen“ sorgt, während CTRL 1 die Lautstärke des Portamentosynth übernimmt. CTRL 2 schließlich dient zum Einstellen der Verzögerung bzw. des Portamentoeffekts der Noten beim Spielen.
  • 5. EHX MINI – eine hauseigene Produktion stellt Preset Nummer fünf dar, die Nachbildung des Electro Harmonix Mini Synth. CTRL 1 dient zum Einstellen der Filterhüllkurve, CTRL 2 lässt den Benutzer aus vier unterschiedlichen Oktaven wählen.
  • 6. SOLO SYNTH – ein LFO trifft auf einen Rechteckverzerrer mit starkem Fuzz-Charakter, um einen durchsetzungsfähigen Leadsound zu erzeugen. CTRL 1 arbeitet in diesem Preset als Tonblende, CTRL 2 trifft die Auswahl aus vier unterschiedlichen Oktaven.
  • 7. MOOD BASS – ein Basspreset darf natürlich nicht fehlen, für Preset Nummer 7 dienten als Vorbilder der berühmte Minimoog und die kultigen Taurus Basspedale. Ein Filter gibt es auch hier, CTRL 1 steuert es während CTRL 2 auch hier wieder eine Oktavauswahl trifft. Diesmal sind es aber nur drei Oktaven, was aber durchaus für eine Vielzahl von Basssounds ausreichen dürfte.
  • 8. STRING SYNTH – die Emulation eines ARP String Synth mit Kontrollmöglichkeiten für ein Filter sowie Tone.
  • 9. POLY VI – inspiriert vom Klang des Korg Polysix und regelbar in Modulationstiefe und Ton.

Sound & Praxis mit dem Electro Harmonix Synth9

Die Potis und Schalter des SYNTH9 sind von gewohnt guter EHX-Qualität, lediglich die Potiknöpfe könnten etwas griffiger sein. Zudem liegen der Programmwahlregler und die beiden CTRL-Potis sehr dicht beieinander, sodass man keine der Drei wirklich voll mit den Fingern umschließen kann. Und wenn wir schon mal beim meckern sind: Was spricht gegen Anschlüsse an der Stirnseite? Andere Hersteller können das doch auch! Genau so, wie auch einen Schalter mit Relaissteuerung einbauen, denn beim Einsatz auf dem Schreibtisch können dieses extreme Knacken und der hohe Schaltwiderstand des verbauten Metallschalters doch schon ganz schön auf die Nerven fallen.

Dagegen präsentiert sich das Electro Harmonix SYNTH9 als geizig mit Grundrauschen und auch bei deaktiviertem Effekt ist dank True-Bypass-Schaltung kein nennenswerter Verlust in der Signalqualität zu bemerken. Nun aber zu den neun gebotenen Sounds, die sowohl mit Licht als auch mit Schatten aus dem Speaker kommen und in Sachen Tracking den Spieler hin und wieder vor besondere Herausforderungen stellt. Für die nun folgenden Klangbeispiele wurde der Ausgang des Electro Harmonix SYNTH9 direkt an den Eingang eines UAD-Interface angeschlossen, an der Eingangsbuchse des Pedals wurde eine Music Man Silhouette Special eingeklinkt. Es spielt im Bezug auf das Tracking übrigens keine Rolle, ob das Synth9 nun im Effektweg des Verstärkers oder aber als Vorschaltgerät (wie in den Klangbeispielen) genutzt wird – die Eigenschaften in puncto Tonansprache sind bei beiden Verfahren identisch bescheiden.

Gehen wir die neun Presets der Reihe nach durch, zunächst die Emulation des Oberheim OB-X.

Der Klang ist meiner Meinung nach durchaus zu gebrauchen, auch wenn die Synth-Fraktion hier sicher aufschreien dürfte. Unangenehm ist allerdings das Tracking, also die Zeit, die vergeht, bis vom Saitenanschlag ein Ton aus dem Lautsprecher erklingt. Manchmal passt es, dann sind es wieder Millisekunden später. Das macht die Sache speziell bei rhythmischer Spielweise nicht gerade einfach. Überraschend gut hingegen funktionieren Bendings und Fingervibrato, die das Electro Harmonix SYNTH9 nahezu identisch wiedergibt.

Als nächstes nun die Nachbildung des Sequential Circuits Prophet-5, hier wird die Sache mit dem Tracking nicht besser, obwohl der Sound an sich wirklich OK ist.

Im dritten Klangbeispiel hören wir das Preset Vibe Synth. Auch hier merkt man das unsaubere Tracking – manche Noten stechen überlaut hervor, andere werden zum Teil verschluckt.

Weiter geht es mit Nummer 4, der Nachbildung eines Moog Synthesizers. Hier ist das Tracking recht befriedigend, der Klang dürfte aber echten Moog-Fans nicht unbedingt zusagen.

Klangbeispiel Nummer 5 emuliert das Eigengewächs EHX Mini. Auch hier gibt es wieder ein adäquates Tracking, sodass hier sogar relativ rhythmische Basslinien drin sind.

Im nächsten Klangbeispiel das Preset Nummer 6 – der Solo Synth. Hier ist das Tracking sehr gut, dafür aber ist der Klang zum Teil mit deutlich hörbaren Artefakten behaftet.

Klangbeispiel Nummer 8 – der Mood Bass, die Mixtur aus dem Minimoog und den Taurus Basspedalen.

Weiter geht es mit Nummer 9, dem String Synth. An und für sich ein ganz brauchbarer Klang, aber das unpräzise Tracking erlaubt hier leider nicht viele Möglichkeiten. Einen Akkord legen funktioniert ganz gut, das Alterieren kann jedoch schnell zu Drop-outs führen.

Den Abschluss macht das Preset Poly VI, dessen Sound wohl kaum typischer nach 80s klingen dürfte. Auch hier ist das Tracking eher durchschnittlich, für eine „Wall of Sound“ ist dieses Preset Nummer 10 jedoch sehr gut geeignet.

Fazit

Das Electro Harmonix SYNTH9 bietet ein eher durchwachsenes Bild und hinterlässt nach dem Test den Autor mit sehr gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite können einige der gebotenen Sounds gut gefallen, auf der anderen Seite aber kann das ungenaue Tracking auf Dauer schon frustrieren und der Kreativität ungewollte Grenzen setzen. Allzuviel an Performance sollte man also von diesem Pedal nicht erwarten, für eine weiche Fläche, ein paar sägende Leadsounds aber oder einige fette Basslinien reicht es aber allemal. Nur ist man dafür bereit, rund 240,- Euro auszugeben? Selber testen und ein Urteil bilden, lautet die Devise!

Plus

  • akzeptabler Sound
  • gute Rauschwerte
  • einfach zu bedienen
  • robustes Gehäuse und Potis

Minus

  • Tracking (Tonansprache) zum Teil sehr schwammig bzw. unpräzise

Preis

  • Ladenpreis: 239,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Jo, weiß nicht… Gitarrensynths haben mich auch noch nie überzeugt. Und das Dingen zeigt auch wieder mal, woran es da generell hapert. Würde jedem Gitarristen raten, sich für synthetische Klänge lieber nach ’nem halbwegs anständigen Einspielkeyboard und Softwaresynthesizer oder ’nem Hardwaresynth (je nach Verwendungszweck) umzugucken. Man muss ja kein Pianist sein, um mal hier und da ’nen Sound in die Produktion reinzuhauen, und da ist ’ne Klaviatur mit Aftertouch und Anschlagsdynamik halt besser inkl. etwaiger Parameter, die ein „richtiger“ Synth bietet.

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      mort76  

      …es geht ja nicht darum, die Sounds einfach zu nutzen, um die Sounds zu haben, sondern eben darum, sie auf eine andere Art anzusteuern…so kann man Dinge spielen, die sich auf Tasten einfach nicht ergeben, beispielsweise…es geht darum, DAS zu machen, was mit Tasten halt einfach nicht geht. Mich überzeugen die Guitarsynths technisch auch nicht wirklich, aber ohne MIDI-Pickups o.ä. ist das halt auch schwer umzusetzen. Die Idee ansich ist aber gut. Über einem Blaswandler könnte man ja ähnliches sagen…aber das hat alles schon seine Berechtigung. Als Gimmick auf der Bühne ist sowas fein…jedenfalls ist das besser als dieses Gizmotron von neulich. Und gerade DIESES Effektpedal klingt auch noch besser als die Orgel-Emulation…

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        AMAZONA Archiv

        Was geht denn mit Tasten nicht?
        Nochmal…. auch mir geht es nicht um das reine Abfeuern von Klängen.
        Hüllkurventechnisch lässt sich vieles WEDER mit Gitarre noch mit Blaswandler realisieren. Und da haben wir noch den anderen Knackpunkt, die fehlende Komplexität, fehlende Parameter.
        Als „Gimmick“ auf der Bühne…. naja, die 80er sind vorbei. Haut doch heute keinen mehr vom Hocker.
        Und im Studio sind die Ansprüche an den Sound schon ’nen Tacken höher.
        Aber wer es unbedingt haben will, soll es sich meinetwegen antun. Für den Preis kann man aber in Sachen Klanggestaltung schon mehr kriegen.

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          mort76  

          …es geht weniger darum, was geht oder was nicht geht.
          Eine Gitarre, eine Posaune, eine Klaviatur, eine Geige- jede „Eingabemöglichkeit“ zwingt einem ihre Eigenheiten auf und prägt eine eigene Art des spielens, jedes dieser Instrumente hat seine Besonderheiten, die zu einem besonderen Stil führen, oder zu bestimmten tonleitern, bestimmten Akkorden, die man schwer auf einer Klaviatur, aber einfach auf einer Gitarre spielen kann, beispielsweise.

          Man kann auch sagen: „Jeder Mensch kann theoretisch alles“, aber…das Sein bestimmt das Bewußtsein.

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            AMAZONA Archiv

            Ja, genau damit triffst du den Nagel auf den Punkt, der generell GEGEN den Gitarrensynth spricht. Ich deutete es weiter unten ja an…. ein Gitarrist neigt tendenziell dazu, auf ’nem Gitarrensynth so rumzuklampfen, wie er es gewohnt ist. Setzt er sich aber nun an eine Keyboardtastatur, so wird er zwangsläufig anders spielen. Und das wird seinen Track bereichern. Die „Architektur“ des Tracks wird nun eine andere sein. Weg vom 08/15 Schema des gitarrensynthklampfenden Saitenquetschers.
            Jut, wenn man als Gitarrist auf der Bühne mal eben ’nen Synthsound z.B. braucht, dann macht so’n Dingen schon Sinn. Wobei man allerdings einschränken muss, denn auch die an sich hier gut eingespielten Klangbeispiele zeigen, dass selbst kleinste Unsauberkeiten, die auf der Saite immer mal passieren, für Artefakte und „Schwammigkeiten“, „Überlappungen“ etc. sorgen. Man muss schon verdammt perfekt spielen auf der Gitarre, um da keinen Matsch zu erzeugen.
            Es ist kein wirkliches Kreativtool für Gitarristen, weil sie so’n Dingen im Regelfall stets ihrer Spielweise unterwerfen. Bereichernd ist aber der komplette Neuzugang zu einem Sound, und da ist die klassische Tastenvariante ein guter Weg.
            Und da spielt das Können gar nicht mal die große Rolle, als viel mehr den Zugang zur Klangerzeugung, dem Sound, dem (neuen, andersartigen) Instrument zu finden.

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              mort76  

              …“neigt tendenziell dazu“ bedeutet ja nicht, daß jeder es so macht…das liegt ja nun bei einem selber. Ich kann auch sagen: „Mit Modularsystemen machen die meisten Leute keine schöne Musik, sondern nur irgendein Sequencergeplucker“- aber das ist man selber schuld. Ich denke dabei auch an die String-Sounds von E-Pianos: man kann so halt auch layern. Mit der Gitarre. Das muß kein Solo-Sound sein. Ein schönes Pad druntermischen- blöd? Sowas machen wir doch selber dauernd. Mich erinnert das auch gerade an den Aufstand der Orchestermusiker, als das Mellotron rauskam- solch ein Kästchen wird aber AUCH keinen Keyboarder arbeitslos machen. Wie dem auch sei: wir sind innovationsverwöhnt, für uns gibts ständig neue Gadgets. Da gönne ich den Gitarristen auch mal was neues, statt Röhrenverstärker Nr. 10000 oder der millionsten Strat-Kopie. Und oft ist es nunmal auch so wie bei den Energiesparlampen: irgendwann kommt dann der Punkt, wo es wirklich funktioniert, aber dafür muß man mit sowas auch irgendwann mal anfangen, auch, wenns nicht perfekt ist.

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                AMAZONA Archiv

                Sieh es als Empfehlung… will es keinem Gitarristen aufzwingen. Aber dadurch, dass man sich mit einem anderen Instrument auf einem neuen Feld bewegt, spielt man z.B. auch reduzierter, aufgrund mangelnder Fähigkeiten, was vielen Songs/Tracks besser steht. Ist ja keine Floskel, sondern eine Erfahrung, die ich selber machen musste (nur eben andersrum – komme vom Synth und habe dann irgendwann als ich Gitarrensounds brauchte, mit der Gitarre angefangen, anstatt mich da mit virtuellem Gedöns einzudecken.)
                Zu den Orchestern – na ja, das ist so’n Äppel/Birnen Vergleich…. mein Appell ist ja genau entgegengesetzt… traue dich, was Anderes zu machen als dich auf dem auszuruhen, was du eh schon beherrschst. Der Gitarrensynth ist de facto ein fauler Kompromiss (fürs Studio – für die Bühne kann man es anders sehen.)
                Übrigens gingen die massiven Proteste von (Film)Orchestern schon lange vor dem Mellotron los, und zwar in den 50ern. Dafür brauchte es nur einen Film mit ’nem Soundtrack, der experimentell und elektronisch war (Forbidden Planet) und kein Orchester in Anspruch nahm.

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                  mort76  

                  …ja…so ungefähr denke ich mir das auch. Wie dem auch sei: das Mellotron finde ich als Beispiel besonders schön, weil es halt so absurd ist, sich als Streicher von den Mellotron-Strings bedroht zu fühlen…wobei das Mellotron andererseits ja auch wieder ein schönes Beispiel ist: die Technik ist so beschränkend und zwingt zu Kompromissen, und trotzdem werden wieder Mellotron-Kopien gebaut, die eben genau die Nachteile wieder simulieren…und damit zu einer ganz besonderen, eingeschränkten, angepaßten Spielweise zwingt…läßt sich leicht samplen, alle Nachteile lassen sich heute einfach beseitigen, und doch…

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                    AMAZONA Archiv

                    Jo, das Mellotron ist definitiv ein spannendes Thema. Für mich in diesem Thread jetzt allerdings eher unangenehm, da ich hier selbst nur die virtuelle Variante nutze und damit gegen meinen Sermon, den ich da zuvor abseilte, praktiziere, insofern, als dass da die wirklichen Einschränkungen ja in der Softwarevariante nur bedingt auftreten. ;-)
                    Aber allein auf Soundebene spielt sich da schon so viel ab, dass es andere Impulse für ’nen Track setzen kann, gerade wegen des sehr eigenen Cheesiness Faktors der abgesampleten Bandrahmenklänge.

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          mort76  

          …es geht weniger darum, was geht oder was nicht geht.
          Eine Gitarre, eine Posaune, eine Klaviatur, eine Geige- jede „Eingabemöglichkeit“ zwingt einem ihre Eigenheiten auf und prägt eine eigene Art des spielens, jedes dieser Instrumente hat seine Besonderheiten, die zu einem besonderen Stil führen, oder zu bestimmten Tonleitern, bestimmten Akkorden, die man schwer auf einer Klaviatur, aber einfach auf einer Gitarre spielen kann, beispielsweise.

          Man kann auch sagen: „Jeder Mensch kann theoretisch alles“, aber…das Sein bestimmt das Bewußtsein.

          Und deswegen gibt es Blaswandler, MIDI-Geigen, etc…

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    Stephan Güte  RED

    Roland bzw. Boss haben das mit dem SY-300 ja ganz gut hinbekommen, wenn man meinem werten Kollegen Johannes Kothe glauben darf. Ich hab das Teil leider nicht getestet, aber bisher auch nur gutes darüber gehört bzw. gelesen.

    https://www.amazona.de/test-boss-sy-300/

    Vielleicht kann das neue EastWest/Fishman Bundle das besser, wo von ich bei dem Preis stark ausgehe.

    https://www.amazona.de/top-news-eastwest-midi-guitar-instrument-series/

    Bekommen wir bald zum Testen rein, der Axel Ritt macht sich die Mühe mit dem Pickup installieren. Ich bin ja mal gespannt …

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      AMAZONA Archiv

      Mal gucken…. vielleicht hab‘ ich da ja nur Scheuklappen am Schädel, aber der boss sy 300 Test haut mich auch nicht wirklich vom Hocker. Padsounds, oder mit Delay Angereichertes, Strings – okay. Alles, was z.B. relativ langsam einschwingt, gut…. Aber irgendwie kriegen die Dinger Sounds mit ordentlich hartem Attack nie wirklich hin.
      Und bei vielen Beispielen, die man so hört ist es auch so’ne philosophische Frage, die mort76 da schon ganz richtig ansprach…. will der Gitarrist einfach nur ’ne neue (synthetische) Klangfarbe für sein Gitarrenspiel – okay – oder versucht der Gitarrist mit der Gitarre und dem Gitarrensynth ’ne synthetische Klangwelt zu kreieren….. da scheitert es dann vielleicht auch am Gitarristen, sich zurückzunehmen oder sein Spiel daraufhin auszurichten, „anders“ zu klingen…. solche Klangbeispiele sind vielleicht da eher fragenaufwerfend als erklärend.

      Wäre vielleicht auch mal ganz gut in so’nem Fall ’ne wirklich längere Sequenz oder sogar ’nen kleinen Track mit ’nem Gitarrensynth einzuspielen.

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        AMAZONA Archiv

        … also innerhalb eines kleinen Arrangements.
        An der Länge haperte es ja hier nicht in den Klangbeispielen….müsste man im Kontext, im Zusammenspiel mit anderen Elementen hören….

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    … und die Alternative fürs Studio wäre ja auch noch die Geschichte mit Melodyne, ARA und die Umwandlung der eingespielten Gitarre in ein MIDI File. Das dann in ein beliebiges VSTI auf ’ne neue Spur gepackt, et voila. Vorteil bei der Methode außerdem, dass das Eingespielte auch dementsprechend wie ein MIDI File bearbeitet werden kann.

  4. Profilbild
    elektrock  AHU

    Also ich finde die kleine Kiste ganz gut! Die Preset’s hätte man anders bennenen können aber die Meisten werden wissen worum es geht. Bei so einem Teil macht’s die Technik und die Soundbeispiele sind sehr gut!

  5. Profilbild
    Chick Sangria  

    Schade, dass die CTRL-Funktionen in den Audiobeispielen nicht hörbar sind. Wie klingt z.B. der Bass-Sound zwei Oktaven tiefer?

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