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Test: Fender Tone Master FR-10, Verstärker für E-Gitarre

Kraftvoller Lautmacher für Modeler

28. Mai 2024

Der Fender Tone Master FR-10 ist eine Full-Range-Frequency-Box für E-Gitarre und E-Verstärker – eine moderne Neuerung aus dem Hause Fender, ideal geeignet, um mit dem ToneMaster Pro beispielsweise zusammengelegt zu werden. In diesem Test sehen wir sie uns ausführlich an.

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Über diesen Testbericht werden sich nicht nur Gitarristen mit Rückenproblemen freuen. Schon beim Auspacken des Testobjekts kommt Freude auf, denn der Verstärker (Endstufe im Lautsprecherkabinett und 10″-Lautsprecher) wiegt aufgrund seines leichten Sperrholzgehäuses bloß schlappe 11,6 kg und ist darüber hinaus recht günstig. Die Leistung ist mit 1.000 W (Class-D-Endstufe) über jeden Zweifel erhaben. Was ist die Aufgabe des FR-10?

Der einkanalige Tone Master FR-10 wurde konzipiert, um Modeler-Sounds, beispielsweise von einem Line6 HX Stomp, einem Kemper (Player), seinen zahlreichen Kollegen oder auch dem Fender Tone Master Pro auf Bühnenlautstärke zu bekommen, ohne das Signal, das man aus seiner DAW kennt, wahrnehmbar zu „verfälschen“. Deswegen wurde der Frequenzgang des FR-10 (FR für „Full Range“) möglichst linear konzipiert. Der Tone Master FR-10 wurde laut Hersteller mit einem speziell designten 10″-Breitbandlautsprecher mit „linearem Frequenzgang“ für den Einsatz mit digitalen Amp-Modelern bzw. Profilern und einem kleinen Hochfrequenztreiber mit breiter Streuung bestückt. Der Klang kann bei Bedarf natürlich noch mit seiner dreibandigen Klangregelung „verbogen“ bzw. den gewünschten Sound-Vorstellungen angepasst werden.

Fender Tone Master FR-10 – Facts & Features

Der Tone Master FR-10 besitzt natürlich das legendäre Fender Design, wie man es beispielsweise von einem Blues Junior kennt. Die Verarbeitung ist gewohnt gut. Ein schönes Feature sind die klappbaren Tilt-back-legs, womit der Verstärker angewinkelt werden kann, um sich selbst besser zu hören. Das schont die Ohren der ersten Reihen im Publikum und die der Bandkollegen.

Der Tone Master FR-10 besitzt erwartungsgemäß keine Vorstufe, da er ja bereits mit einem Line-Signal des davor positionierten Modelers versorgt wird.

Tone Master FR-10, tilted back

Tilt back legs, wie man sie vom Twin Reverb kennt

Regler & Bedienelemente

Das Frontpanel im typischen Fender-Design ist dementsprechend relativ spartanisch aufgebaut. Die Input-Buchse befindet sich nicht etwa auf dem Frontpanel, sondern wurde diskret auf der Rückseite des Chassis postiert, was absolut sinnvoll ist. Das Testobjekt erwartet einen Line-Pegel, die Eingangskombibuchse akzeptiert sowohl Klinke (6,3 mm) als auch XLR (symmetrisch).

Der Volume-Regler bestimmt die Ausgangslautstärke, die aufgrund der Endstufenleistung von 1.000 W beträchtlich werden kann. Man darf natürlich nicht davon ausgehen, dass dies der Lautstärke einer 1.000 W Röhrenendstufe entspricht, das wäre sowieso vollkommen überdimensioniert. Der Schalldruck einer 50 W Röhrenendstufe dürfte jedoch erreicht werden, so ist der Tonemaster FR-10 sicherlich für alle Situationen gerüstet. Die Regler Bass, Middle und Treble regieren entsprechend der Klangregleung eines „normalen“ Verstärkers und der Cut-Regler erledigt den Job eines Presence-Reglers bei einem Röhrenverstärker.

Fender Tone Master FR-10, Front Panel, Selfie

Volume, 3-Band-Klangregelung plus Cut-Regler

Vergleich Line-Out-Signal – Tone Master FR-10

Wer auf der Bühne das Konzept „Modeler plus aktives Full Range Kabinett“ umsetzt, sollte sich die Mühe machen, das Line-Out-Signal des Modelers genau mit dem Signal des Lautsprechers zu vergleichen und ggf. kleinere Anpassungen mit der Klangregelung vorzunehmen. Beim Vergleich des Line-Out-Signals, das ich aus meinem IR-2 Modeler (Line-Pegel) erhielt, mit einem MOTU4 in Logic aufnahm und über meine Genelec Studiomonitore abgehörte, lässt sich festhalten, dass bei einer „linearen“ Einstellung (alle Regler der Klangregelung auf 12 h) die Übereinstimmung beider Signale fast vollständig gegeben ist. Der FR-10 besitzt vergleichsweise etwas mehr Präsenz in den unteren Mitten, was auch mit seiner „closed back“ Bauweise zusammenhängt. Digitale Modeler mit Amp- und Lautsprechersimulation und Effekten besitzen meist einen programmierbaren Master-EQ, mit dem sich dies durch leichtes Absenken der entsprechenden unteren Mittenfrequenz einfach ausgleichen ließe. Auffällig angenehm beim Tone Master FR-10 ist, dass die Abstrahlung des Lautsprechers etwas „breiter“ vonstatten geht, d. h., man hört den Amp auch noch gut, wenn man sich außerhalb des „Strahls“ aufhält.

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Sound der Fender Tone Master FR-10

Für das Testszenario wurde ein Amp-Modeler (BOSS IR-2, Line-Pegel), der diverse klassische Verstärker simuliert (Marshall Plexi, Vox AC30, Fender Bassman, Twin Reverb etc. und aktivierter Lautsprechersimulation) mit dem Eingang des FR-10 verbunden und dessen Lautsprechersignal mit einem Shure SM57 abgenommen. Effekte kommen (abgesehen vom integrierten Raumeffekt des IR-2) nicht zum Einsatz. Alle Regler bis auf den Volume-Regler des FR-10 standen beim Test auf 12.00 h. Damit ließen sich durchweg gute Ergebnisse erzielen.

Beim Testen ist ein leichtes hochfrequentes Rauschen wahrzunehmen, dieses ist etwa zu vergleichen mit dem Rauschen, das bei einem Röhrenverstärker gleicher Lautstärke aufträte. Im Netz liest man, dass dieses bei unterschiedlichen Exemplaren des gleichen Modells unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Bei meinem Testobjekt war dieses absolut akzeptabel und beim Spielen nicht mehr auszumachen.

Hören wir zunächst einen cleanen Sound (Twin Reverb-Simulation):

Den hohen Frequenzen, die aufgrund des integrierten kleinen Hochtöners auch mal etwas schrill klingen können, kann man mit dem Cut-Regler (vermutlich ein schlichtes Low-Pass-Filter), der ausgesprochen effektiv arbeitet, zu Leibe rücken. Der Cut-Regler funktioniert übrigens wie bei einem VOX AC30 Verstärker. Je weiter dieser aufgedreht wird, desto mehr beschneidet er das „top end“.

Nun ein „crunchiger Tweed-Sound“:

Der Tone Master FR-10 arbeitet tatsächlich angenehm linear, d. h. man kann die gewohnten Einstellungen des Modelers beibehalten und muss ggf. nur kleinere Korrekturen vornehmen, um den „gewohnten“ vertrauten Klang aus dem Lautsprecher zu hören.

Beim „Plexi-Sound“, der gewohnheitsmäßig meist durch einen „bis vier 12“-Lautsprecher zu hören ist, wünschte man sich einen etwas größeren Lautsprecher. Da es den Testkandidaten auch „eine Nummer größer“, also mit einem 12″-Lautsprecher zu erstehen gibt, könnte man über die größere Variante nachdenken, insbesondere, wenn man im härteren Rockbereich unterwegs ist, da der eingebaute 10″ etwas weniger Schub in den Bässen liefert.

Hier eine rockige Passsage mit mehr „Zerre“:

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Stratocaster bzw. PRS Custom 24 – Boss IR-2 – Fender Tone Master  FR-10 – Shure SM57 – MOTU M4 – Mac mit Logic.

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Fazit

Die Fender Tone Master FR-10 macht einen guten Job als Full-Range-Aktivbox für Modeler jeder Gattung. Sound, Gewicht und Lautstärke stimmen, sodass man schon mit einem relativ kleinen Modeler-Effektboard und dem Tone Master FR-10 für jede Situation gut gerüstet ist. Die Klangregelung ist effektiv und praxistauglich. Klanglich überzeugt er vor allem bei den klassischen Amp-Sounds, bei High-Gain-Sounds ist die „größere Variante“ mit 12″-Lautsprecher evtl. die bessere Wahl.

Plus

  • Sound
  • Gewicht
  • Design
  • Tilt back legs

Preis

  • 492,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    chardt

    Zwei Fragen hätte ich:
    – Was passiert mit dem 10″-Speaker, wenn man ihm die vollen 1000 Watt zuführt?
    – Warum nicht einfach eine Full-Range-Box, wenn ich ein Full-Range-Signal verstärken will?

    • Profilbild
      susuexp

      @chardt a) Wird laut. Aber logisch, dass der Speaker einer Aktivbox mit den von der Endstufe erzeugten Pegeln klarkommt.
      b) Weil eine Fullrange-Box an sich ja nix verstärkt. Das ist eine Aktivbox, also Speaker und Endstufe in einem Chassis. Da gibt es zwar eine ganze Reihe von Alternativen am Markt, aber zumindest die Wedge-Aufstellung ist ein Feature das oft sinnig ist, aber bei PA Lösungen fehlt. Und dann sieht es ja auch nach klassischem Combo aus, das Auge hört ja auch mit.

      • Profilbild
        chardt

        @susuexp a) Können wir uns einigen auf „klarkommen sollte“? Falls die 1000W nur „Peak“ sind, OK. Aber falls es „echte“ 1000W sein sollten, dann gibt es nun mal nicht so viele 10″-Speaker, die das abkönnen (bei Thomann finde ich keinen einzigen).
        b) „Wedge-Aufstellung“: Z. B. hier: https://www.thomann.de/de/ev_zlx_12p.htm oder https://www.thomann.de/de/jbl_eon712.htm (wiegen ein bisschen mehr, dafür gleich mit 12″)
        „das Auge hört ja auch mit“: Trifft bei mir grundsätzlich zu, aber ob das auch für Kemper-User gilt?

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