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Testbericht: EarthQuaker Devices Blumes, Bass-Effektpedal

Flexible analoge Bass-Overdrive-Sounds

18. Februar 2024

Earthquaker Devices Blumes

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Mit dem EarthQuaker Devices Blumes ist jetzt auch mal wieder ein Overdrive-Pedal für uns Bassisten am Start. Klar, wir nutzen gerne auch ungefragt die Gitarren-Effekte unserer Bandkollegen, aber wann immer mal ein Pedal speziell für Bassisten auf den Markt kommt, muss man ja doch mal einen Blick riskieren. Die klanglichen Bedürfnisse eines Bassisten sind einfach anders als die eines Gitarristen und dementsprechend wollen wir mal schauen, ob die Bass-freundliche Version des EarthQuaker Devices Plumes Small Signal Shredder hält, was es verspricht und nicht einfach nur ein „P“ durch ein „B“ ersetzt hat.

EarthQuaker Devices Blumes: Regler und Gehäuse

Geliefert wird der EarthQuaker Devices Blumes Low Signal Shredder (hier findet sich bereits der erste entscheidende Unterschied zum Plumes) in dem üblichen schwarzen Karton mit buntem Aufdruck auf dem Klappdeckel. Im Karton befindet sich neben dem Pedal im Jute-Säckchen noch ein flotter Sticker, eine Bedienungsanleitung und ein Garantie-Kärtchen. Während auf der Vorderseite der Karte darauf hingewiesen wird, dass man doch bitte die Gebrauchsanweisung lesen sollte, um das Pedal so zu nutzen, dass die Garantie nicht erlischt, findet man auf der Rückseite die Adresse zur Registrierung für eine 4-jährige Garantie. Diese muss allerdings 30 Tage nach dem Kauf abgeschlossen sein.

Normalerweise bin ich kein großer Fan von Bedienungsanleitungen. Vor allem bei Verzerrern gibt es ja oft keine so speziellen Nutzungsmöglichkeiten, die man nicht auch durch bloßes Ausprobieren aus dem Pedal herauskitzeln könnte. Bei EarthQuaker Devices-Pedalen ist das allerdings anders. Hier sind die Bedienungsanleitungen mit so viel Charme geschrieben, dass mir das Lesen dieser Zeilen immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Dementsprechend empfehle ich hiermit dringend, sich die wenigen Absätze einmal zu Gemüte zu führen.

EarthQuaker Devices Blumes Lieferumfang

Der Blumes ist mit den Maßen 127 x 67 x 54 mm (L x B x H) recht Pedalboard-freundlich. Die Lackierung des robusten Metallgehäuses gleicht vom Muster her dem des Plumes, lediglich die Farben wurden vertauscht, so dass das Gehäuse der Bass-Version nun gelb und der Aufdruck grün ist.

Hinsichtlich der Regler ist der Blumes simpel aufgebaut. Es gibt drei Regler, über sich die Level, Tone und Gain einstellen lassen. Für alle, die etwas Angst davor haben, die Regler aus der 12 Uhr-Stellung herauszubewegen, sei gleich gesagt, dass der Gain-Regler erst nach der Mittagspause richtig warmläuft. In einer Stellung bis 11.30 Uhr bleibt der Sound relativ clean, was bedeutet, dass diejenigen, die mehr Verzerrung haben möchten, hier mal ein bisschen an dem Regler drehen sollten. Die Potiknöpfe bestehen aus Kunststoff, durch eine Schraube an den Potis befestigt und lassen sich gut fassen. Eine weiße Markierung zeigt die jeweilige Einstellung und der Regelbereich ist gut gewählt, so dass sich die Einstellungen recht präzise vornehmen lassen.

Der EarthQuaker Devices Blumes Low Signal Shredder benötigt für den Betrieb 9 V und verbraucht 25 mA. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten und ein Batteriebetrieb ist nicht möglich. Ein kleines Manko, das mir beim Anschließen des Pedals auffällt, ist die sehr enge Anordnung der 6,3 mm Mono-Klinkenbuchsen für Input und Output und des 2,1 x 5,5 mm Hohlstecker-Stromanschlusses. Ich bin ein Fan von gewinkelten Pancake-Steckern. Diese kann ich hier allerdings nicht nutzen und ich muss meinem Gitarristen zwei Kabel mit kleineren Winkelsteckern klauen. Die Buchsen greifen aber fest zu, sind mit dem Gehäuse verschraubt und machen einen robusten Eindruck.

EQD Blumes Anschlüsse

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Die Features des Low Signal Shredder-Pedals

Die Schaltung des Blumes gleicht weitgehend der des Plumes. Basierend auf der Schaltung des klassischen Tubescreamers, hat der Blumes jedoch eine Verdoppelung des Gains für eine ordentliche Verzerrung und eine größere Range im Bereich der tiefen Frequenzen spendiert bekommen. Dieser vollkommen analog aufgebaute Verzerrer mit True-Bypass verfügt zudem über drei unterschiedliche Clipping-Modi, die über einen kleinen Toggle-Switch angewählt werden können. Ganz nach links gestellt, bekommen wir im Modus 1 ein symmetrisches LED-Clipping mit ordentlich Crunch und etwas weniger Kompression. Wer lieber einen schönen Clean-Sound bevorzugt, wird in der Mittelstellung des Schalters in Modus 2 finden, was er sucht. Dieser OpAmp-Modus liefert vor allem in einer Gain-Einstellung unter 11 Uhr-Stellung einen schönen Clean-Boost ohne Clipping. Ganz nach rechts gestellt, aktiviert der Toggle-Switch den Modus 3, der am ehesten dem klassischen Tubescreamer entsprechen soll. Hier sorgt ein asymmetrisches Clipping der Siliziumdioden für einen transparenten und weichen Klang mit warmen Bässen im Fundament und einer ordentlichen Kompression.Earthquaker Devices Blumes

Neben den unterschiedlichen Clipping-Optionen bietet das Overdrive-Pedal auch noch die Flexi-Switch-Technologie. Diese ermöglicht es, das Pedal sowohl im gewöhnlichen Latching-Modus zu nutzen, sprich, es durch einen Tritt auf den Bypass-Fußschalter zu aktivieren oder auszuschalten, als auch eine Momentary-Funktion zu nutzen. Hierfür muss man den Fußschalter einfach so lange gedrückt halten, wie man den Effekt nutzen möchte. Beim Loslassen des Schalters, wird wieder auf Bypass geschaltet.

Durch diese Features wird der EarthQuaker Devices Blumes zu einem flexiblen Overdrive-Pedal.

Der EarthQuaker Devices Blumes in der Praxis

Der Blumes verspricht einen klaren, dreidimensionalen Klang mit ordentlich Headroom. Diese Behauptung möchte ich dann natürlich gleich mal überprüfen. Ich habe hierfür meinen 97er Squier Jazz-Bass, das Digitech Trio, einen Line6 Bass POD und Cubase benutzt.

Earthquaker Devices Blumes Bass Verzerrer-Pedal

Die Sound der unterschiedlichen Modi

Wählt man Mode 1, so beginnt der Blumes bei einer Gain-Einstellung, die oberhalb der 9 Uhr Stellung liegt, zu verzerren. Der Sound ist im positiven Sinne holzig und rund. Ab etwa 13 Uhr wird der Klang fast grollend und ab 15 Uhr treffen wir uns dann zu einem richtig fuzzigen Sound, der mir persönlich schon etwas zu krass ist. Bei weiter aufgedrehtem Gain ist das Tone-Poti sehr wirkungsvoll. Dreht man es weit auf und fügt dem Klang dadurch mehr Höhen hinzu, wird der Sound crunchig, singend und sehr durchsetzungsfähig. Bei ganz zugedrehtem Tone-Poti bekommt man hingegen einen runderen, volleren und voluminöseren Sound.

Während Mode 1 mehr Bässe und dadurch mehr Druck liefert, ist der Sound von Mode 3 deutlich komprimierter und dadurch etwas leiser. Man muss dementsprechend am Lautstärkepoti ein wenig nachregeln, um einen vergleichbaren Sound zu erhalten. Insgesamt sind Kompression und Verzerrung in diesem Modus deutlich spürbar. Der EarthQuaker Devices Blumes zerrt jetzt mehr in den Höhen, vor allem, wenn man den Tone-Regler weiter aufdreht. Der Klang von Modus 1 ging durch seinen wummernden Charakter (insbesondere bei vollständig runtergeregeltem Tone-Poti) direkt in die Magengegend, während der Klang von Mode 3 bei gleicher Einstellung fokussierter und im positiven Sinne rotziger und giftiger ist.

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EarthQuaker Devices Blumes Low Signal Shredder
EarthQuaker Devices Blumes Low Signal Shredder
Kundenbewertung:
(4)

Im OpAmp-Modus (Modus 2) agiert der Blumes eher als Booster. Bei einer cleanen Einstellung ist er in den oberen Mitten minimal betonter. Bei voll aufgedrehtem Tone-Poti ist der Klang in diesem Modus offener und klarer. Für einen dunkleren Sound kann man natürlich das Tone-Poti einfach zudrehen. Dennoch bleibt das Attack erhalten. Die neutrale Stellung des Lautstärkereglers liegt bei 8-9 Uhr. Dementsprechend hat der EarthQuaker Devices Blumes in Modus 2 noch ordentliche Boost-Reserven. Bei einem Gain unter 9 Uhr Stellung ist der Klang clean. Danach beginnt er zu zerren.

Insgesamt agiert der Blumes sehr dynamisch und reagiert wunderbar mit unterschiedlichen Graden der Verzerrung auf den Anschlag. Aufgrund der betonten Mitten setzt dich der Sound im Bandkontext sehr gut durch und das Pedal verleiht dem Bass mehr Frische und Punch.Earthquaker Devices Blumes Schalter

Der Regelbereich ist praxistauglich und liefert selbst in Extremeinstellungen gute Sounds. Vor allem in unteren Bereich agiert der Level-Regler sehr fein. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass das Pedal in einigen Extremeinstellungen zum Teil ordentlich Nebengeräusche in Form von Rauschen erzeugt.

Obwohl der EarthQuaker Devices Blumes nur über drei Regler verfügt, ist er durch die unterschiedlichen Modi sehr vielseitig und liefert von einem Clean-Boost, über einen leichten Overdrive-Effekt, bis hin zu einem richtig giftigen Fuzz alles, was man sich als Bassist wünschen kann. Und das Ganze, ohne dabei an Kontur zu verlieren.

Mir gefällt der Boost des Blumes im Mode 2 am Besten. Aber auch in Mode 3 bei einer Gain-Einstellung auf 10 Uhr und dem Tone-Poti auf 11 Uhr finde ich den Sound sehr gut. Im Modus 1 wird es sehr schnell recht fuzzig, aber wer auf diese Sounds steht, ist hier sehr gut ausgehoben.

Übrigens: Laut Bedienungsanleitung dürfen auch Gitarristen den EarthQuaker Devices Blumes benutzen.

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Fazit

Der Frequenzbereich des EarthQuaker Devices Blumes Low Signal Shredder wurde speziell auf die Bedürfnisse von Bassisten abgestimmt. Das Overdrive-Pedal wird durch die drei unterschiedlichen Modi erstaunlich flexibel und liefert in allen Einstellungen ordentliche Sounds ab. Leider treten in extremeren Einstellungen aber auch Nebengeräusche auf.

Egal, ob man nach einem anständigen Clean-Boost sucht oder doch lieber richtig verzerrte Fuzz-ähnliche Sounds bevorzugt, hier findet sicherlich jeder eine passende Einstellung. Der Regelbereich der übersichtlichen Regler ist gut gewählt und das Pedal lässt sich absolut intuitiv bedienen. Obwohl es ein Frevel wäre, die Bedienungsanleitung nicht trotzdem zu lesen, denn diese ist wie immer bei EarthQuaker Devices mit viel Liebe geschrieben und hält den einen oder anderen Schmunzler bereit.

Plus

  • flexible Sounds
  • reagiert sehr dynamisch auf den Anschlag
  • praxistauglicher Regelbereich aller Potis

Minus

  • Nebengeräusche in extremeren Einstellungen
  • Anschlussbuchsen sind etwas eng verbaut

Preis

  • 139,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    plumperquatsch

    “ Ein kleines Manko, das mir beim Anschließen des Pedals auffällt, ist die sehr enge Anordnung der 6,3 mm Mono-Klinkenbuchsen für Input und Output und des 2,1 x 5,5 mm Hohlstecker-Stromanschlusses. Ich bin ein Fan von gewinkelten Pancake-Steckern. Diese kann ich hier allerdings nicht nutzen und ich muss meinem Gitarristen zwei Kabel mit kleineren Winkelsteckern klauen. “

    die Anschlüsse sind hinten (super!) und da passen ganz normale Klinkenkabel problemlos rein.
    kabel die auf einer Seite gewinkelt und auf der anderen Seite gerade sind gibts auch.
    was gibts da zu meckern?
    meine seltsamen Kabel passen da nicht rein??? ;)

    • Profilbild
      Killnoizer

      @plumperquatsch Es ist nicht falsch die engen Buchsen zu erwähnen. Auch wenn das nicht jeder kapiert . Kommt mir auch immer wieder unter das so eine Konstruktion nervt .

      • Profilbild
        plumperquatsch

        @Killnoizer So eng sind die Verhältnisse nicht,
        ich hab in den Plumes normale klinke mit dickem Stecker, kein Problem, am anderen ende der Kabel gewinkelte Stecker damits in die Boss Kisten passt.

        Die gewinkelten Stecker braucht man nur für boxen die Ausgänge links & rechts haben (um sie nebeneinander stellen zu können). Weiß jedes Kind.
        Wenn ich also mit Spezialkabeln ankomme und mich dann beschwere warum das nicht passt … 😂

        der plumes rauscht übrigens gar nicht, hab den direkt am Audiointerface. motu raus, in plumes rein, wieder ins motu rein. bin sehr zufrieden.

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