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Test: Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural, E-Gitarre

Metalbrett mit Naturoptik!

11. Februar 2024

Test: Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural, E-Gitarre

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Ob Influencer Ola Englund sich jemals gedacht hätte, dass seine Gitarrenfirma Solar Guitars so erfolgreich würde, als er sie im Jahr 2017 gegründet hat und dessen Modelle in nunmehr über 50 Ländern erhältlich sind? Auf der aktuellen Solar Guitars Website sind gefühlt über 200 verschiedene Variationen der unterschiedlichen Modelle aufgeführt, was für ein Independent Unternehmen wahrlich eine richtig große Auswahl von Instrumenten darstellt. Wir haben heute zum Test die Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural vorliegen, welche im wahrsten Sinne des Wortes sehr holzig daher kommt.

Die Konstruktion der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural

Das Modell A scheint offensichtlich der größte Umsatzbringer der Firma zu sein, zumindest hat man hier auf der Website mit über 60 Modellen die mit Abstand größte Auswahl in Sachen Layout und Hardware. Einmal mehr haben wir es hier mit einer klassischen Powerstrat zu tun, wobei man jedoch bemerken muss, dass sowohl das Korpus Shaping als auch verschiedene andere Details nicht im klassischen 80er-Jahre Powerstrat Style vorhanden sind.

Vielmehr handelt es sich bei dem in Indonesien gefertigten Instrument um eine modernere, schlankere Ausführung des Modells, welches nicht nur über zwei deutlich spitzere Cutaways verfügt, sondern auch aufgrund der deutlich höheren Shaping-Anteile eine große Eigenständigkeit aufweist. In Sachen Holzauswahl haben wir es mit einer Kombination zu tun, welche bezüglich Hals und Korpus auch gerne im Stratocasterbereich anzutreffen ist. Sprich wir haben einen Korpus aus Erle und einen Hals aus Ahorn, wobei im Gegensatz zur Strat das Griffbrett in diesem Fall aus Ebenholz ist.

Korpus und Hals wurden dunkel gebeizt, so dass man auf den ersten Blick das Gefühl hat, man hätte es mit einem Mahagoni-Instrument zu tun. Wie bereits erwähnt, verfügt das Instrument über mehrere Shaping-Ansätze, wobei abgesehen von den typischen Rippenschoner auf der Rückseite und der Armauflage oben links, auch noch an den beiden Cutaways eine Abrundung der Kanten vorgenommen und am Halsfuß auf der Rückseite zusätzlich ein weicher Übergang generiert wurde. Laut Hersteller handelt es sich bei dem Shaping des Halses um ein sogenanntes C-Shaping. Ich für meinen Teil würde das Ganze persönlich aber immer noch im D-Bereich einordnen. Diese Einschätzung ist allerdings rein subjektiv und jeder muss sich diesbzgl. persönlich seinen Reim darauf machen.

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Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural
Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Auf dem Griffbrett sind 24 Jumbo-Bünde aus Edelstahl verbaut, wobei das Instrument eine Mensur von 25,5 Inch bzw. 64,8 cm hat, sprich es ist die lange Mensur auf dem Instrument verbaut worden. Als Griffbrett-Einlagen verwendet Solar Guitars bei der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural einmal mehr das Solar Guitar Logo im zwölften Bund und verwendet auch zusätzlich die fluoreszierenden grünen Dot-Inlays an der Seite des Griffbretts, welche bereits bei leichter Abdunklung des Raums mit dem Leuchten anfangen und eine echte Hilfe gerade auf dunklen Bühnen darstellen.

Das Instrument ist matt lackiert und auch wenn es nicht gerade sehr professionell klingt, ich kann leider nichts dafür, das gesamte Erscheinungsbild erinnert mich ein wenig an den Wohnzimmerschrank meiner Großmutter, welcher exakt in der gleichen Maserung, der gleichen Beize und der gleichen Lackierung ausgeführt war.

Eine hübsche Anspielung an die 80er ist ebenfalls die Platzierung der Locking-Stimmmechaniken, welche einmal mehr gespiegelt auf der Unterseite der Kopfplatte im 6 in a row Stil angebracht sind und mit einer Übersetzung von 18:1 arbeiten. Die gesamte Hardware des Instruments wird als distressed bezeichnet, was bedeutet, dass das Metall leicht angelaufen wirkt und eine gewisse Alterung vortäuschen soll. Interessanterweise passt meines Erachtens diese Ausführung sehr gut zu der Vollholzabteilung, welche das Instrument an den Tag legt.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Detaillösung des oberen Gurtpins, welcher sich am hinteren Teil des Korpus befindet. Ich kenne einige Hersteller, die ein ähnlich spitzes Cutaway-Horn an der oberen Seite des Korpus haben und den Gurtpin etwas belanglos auf die Spitze des Horns gebohrt haben. Sieht nicht nur nicht schön aus, ist auch extrem instabil bei vertikaler Belastung. Von daher ist die rückseitige Lösung deutlich besser.

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Die Rückseite der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural

Solar Guitars A16D+ Rueckseite

Die Evertune Bridge

Als Brückenkonstruktion verwendet Solar Guitars einmal mehr die Evertune Bridge, welche bekanntermaßen über Vor- und meines Erachtens auch Nachteile verfügt. Für alle Einsteiger hier noch einmal ganz kurz das Grundprinzip der Evertune Bridge zusammengefasst. Die Evertune Bridge ist ein ausgeklügeltes System von Federn, welche im Inneren der Gitarre verbaut werden und welche eine Gegenspannung zu der anliegenden Saitenspannung darstellen.

Die Evertune Bridge kann so eingestellt werden, dass egal wie sehr man an den Saiten zieht oder drückt, der Ton stets gleich bleibt, was für eine ungemeine Stimmstabilität jenseits von Temperaturunterschieden, Luftfeuchtigkeitsschwankungen oder übermäßigem Fingerdruck sorgt. Der Nachteil bei dieser Einstellung liegt darin, dass man keinerlei Modulation des gegriffenen Tons mehr ausüben kann. Das heißt, Bending, Vibrato oder jegliche Art der Phrasierung innerhalb der Tonhöhe ist mit dieser Einstellung der Evertune Bridge nicht mehr möglich. Für den Rhythmusgitarristen ein Traum, für den Sologitarristen ein Graus.

Bei der zweiten Einstellung kann man nach perfekter Justierung des Systems die ganzen Phrasierungen wie Vibrato und Bending mitnehmen und kommt dennoch in den Genuss des überwiegend sehr guten Tunings des Instruments. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass die Ansprache des Tons, sobald es um die Modulation geht, etwas indirekter ist und man auch je nachdem die Seitenauslenkung deutlich kräftiger angehen muss als bei einem regulären Brückensystem einer Gitarre.

Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural Test

Solar Guitars A16D+ Profil

Die Elektrik der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural

In Sachen Tonabnehmer und Elektrik hat sich Solar Guitars bei der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural einmal mehr für zwei Humbucker von Seymour Duncan entschieden. Bei den Modellen handelt es sich um passive Duncan Solar Plus Modelle, welche über einen Fünfwegschalter die wichtigsten Humbucker und Singlecoil-Schaltungen für das Instrument bieten. Als Regler stehen ein Master-Volume- und ein Master-Tone-Regler zur Auswahl.

Die Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural in der Praxis

Nimmt man das Instrument das erste Mal in die Hand, fällt einem unmittelbar die sehr leichte Bespielbarkeit des Halses auf. Der Hals ist sehr griffig, hat eine angenehme Haptik und sollte dem Großteil aller Gitarristen in Sachen Abmessungen zusagen. Der Korpus an sich ist ebenfalls leicht zu handhaben, schmiegt sich angenehm an dem Körper an, wobei die jeweiligen Fräsungen ihren Zweck bzgl. angenehmerer Handhabung exakt erfüllen.

Dass das Instrument primär für den Heavy- bzw. High-Gain-Bereich konzipiert wurde, merkt man spätestens, sobald man das Instrument am Verstärker anschließt und sich mit den Pickups beschäftigt. Im zunächst eingestellten Clean-Bereich mangelt es meines Erachtens den Pickups etwas an Charakter. Nicht, dass sie schlecht klingen, aber es fehlt die Spritzigkeit der Pickups z. B. auch aus dem Hause Seymour Duncan, welche primär für cleane oder crunchige Sounds konzipiert wurden. Zudem ist die Singlecoil-Schaltung im Ausgangspegel deutlich leiser als die Humbucker-Schaltung, was gerade im Clean-Bereich auf jeden Fall zu berücksichtigen ist.

Mit zunehmendem Verzerrungsgrad hingegen können die Tonabnehmer durchaus überzeugen. Insbesondere wenn man auf den Klang passiver Tonabnehmer steht, welche bekanntermaßen in ihrer Dynamik und Ansprache sich von aktiven Tonabnehmern deutlich unterscheiden, gelingt es den Seymour Duncan Pickups auch bei hohem Verzerrungsgrad ein vergleichsweise durchsichtiges Klangbild zu erhalten, sodass auch bei hohen High-Gain-Einstellungen der Sound nicht ins Matschige abdriftet.

Sehr positiv ist auch zu bemerken, dass der früher gelegentlich auftretende Hallspiralen-Effekt, welchen man sowohl von Floyd Rose Systemen als auch von der Evertune Bridge her kennt, bei diesem Instrument nicht in Erscheinung getreten ist. So war es möglich, auch bei hohen High-Gain-Einstellungen und entsprechenden Palm-muted Riff-Attacken, ein durchsichtiges Klangbild zu erhalten.

In der Summe weiß das Instrument durchaus zu überzeugen und wird seiner Zielgruppe mit Sicherheit viel Freude machen. Inwieweit man die Evertune Bridge sinnvoll einsetzen kann, bleibt jedem selber überlassen, auch ob man auf eine reine Holzoptik steht oder nicht. Ich persönlich habe die Evertune Bridge so gelassen, wie sie vom Werk aus eingestellt war, sprich in der „Ausgleichstellung“, was für mich etwas befremdlich war, da jegliche Form von Vibrato oder Modulation, welche ich normalerweise in meinem Spiel habe, von dem System ausgeglichen und eliminiert wurde. Aber wie so oft, das ist alles eine rein persönliche Geschmackssache.

Die Klangbeispiele wurden mit einem Engl Savage MkII, einem Marshall Cabinet 4×12 ausgestattet mit Celestion G12 75T Speaker und zwei Shure SM57 erstellt.

Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural Test

Solar Guitars A16D+ im Studio

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Fazit

Mit der Solar Guitars A1.6D+ Aged Natural hat der Hersteller ein gutes Instrument für den Hard’n’ Heavy-Sektor im Portfolio.

Wer ein Instrument mit einer Evertune Bridge für dieses Musiksegment sucht, sollte sich dieses Instrument einmal anschauen.

Plus

  • Bespielbarkeit
  • Detaillösungen
  • High-Gain-Sounds

Preis

  • 1.199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Mutz

    kann man glaube ich nichts falsch machen…besitze mittlerweile schon 2 stück der solar, einfach wunderbare Metal Gitarren.
    bin jedoch wieder etwas von der Evertune abgekommen

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