Test: Eventide, Space, Gitarren-Effektgerät

8. November 2011

Eventide Space

Also, wenn mir vor ein paar Jahren mal jemand gesagt hätte, dass ich Eventide-Produkte in Form einer Stompbox zu meinen Füßen liegend vorfinden würde, er hätte mir allenfalls ein leichtes Schmunzeln entlocken können. Der Großmeister in Sachen 19-Zoll-Studiotechnik in trauter Zweisamkeit mit den Herren BOSS, Ibanez oder Zoom? Nee, das hätte meine Vorstellungskraft wahrhaftig gesprengt!

Wie sehr man sich doch irren kann, lässt eine der aktuellen Produktreihen des amerikanischen Unternehmens durchblicken. Entworfen in den USA, gebaut in China, haben die Entwickler die Gehäuseform der bereits bekannten Pitchfactor, Modfactor und Timefactor aus dem Jahr 2008 ein weiteres Mal bemüht, um ein digitales Hallgerät zu entwerfen, das Eventide Space.

Waren anspruchsvolle Hall-Algorithmen noch vor Jahren aufgrund des aufwändigen Rechenprozesses nur von speziell gezüchteten CPUs in Form von externem Outboard-Gear zu bewältigen, besitzt heutzutage theoretisch jeder Heimcomputer genügend Power, um die entsprechenden Raumsimulationen in Echtzeit zu berechnen. Von daher suchen und finden immer mehr Anbieter wie auch Eventide die Lücke zwischen User-Praxistauglichkeit und Firmen-Erfahrungswerten, um ihre Produkte an den Mann zu bringen.

Warum also nicht eine High-End-Stompbox für den Fußbetrieb, wo viele Gitarristen schon auf der Bühne mit einem Dreiwege Wet-Dry-Wet System operieren, um neben ihrem Grundsound auch den FX-Anteil im Stereobild exakt nach den eigenen Vorgaben zu generieren? Nun, der Abgabepreis von knapp 500,- Euro legt zumindest eine ganz neue Messlatte auf, welche viele Gitarristen von einer einzigen Stompbox nicht gewohnt sein dürften. Die Unter-Bezeichnung „Reverb And Beyond“ deutet bereits auf einen weiterführenden Verwendungszweck, wie zum Beispiel auch den Studioeinsatz, hin.

-- Das Eventide Space --

— Das Eventide Space —

Klangbeispiele
Forum
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    Thomas Paulsen  

    Ich würde sogar sagen, daß das Space auch bei den Studio Effektgeräten um 500Euro kräftig aufräumt. Was Eventide hier an Qualität verbaut hat, schlägt die Konkurrenz um Längen. Kein Wunder stammen die Algorithmen doch alle aus dem zehnmal so teuren HW8000. Und das Space klingt einfach exzellent! Mir ist noch kein Hall untergekommen, der einen Klang so plastisch formbar, fast zum greifen nahe, vor mir und um mich herum erzeugen kann. Nicht nur für Gitarristen ein Must Have!

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    a.jungkunst  AHU

    Wie auch bei den anderen Eventide Stompboxen gilt auch hier: Es ist fatal, diese Effekte nur aufgrund ihrer Art als Bodentreter auf den Gitarrenbereich zu reduzieren. Nicht umsonst haben die Eventide-Leute auch die Verwendung von Line-Inund -Out-Signalen zugelassen. SPACE bietet allgemein sehr gute Reverbeffekte! Hats off, Eventide!

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    elektrock  AHU

    Ich benutze das Teil seit 5 Jahren und bin voll zufrieden damit. Billig ist es wirklich nicht aber Qualität und Sound haben seinen Preis und ich steh voll drauf!

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    BJack  

    Benutze das gute Stück auch vornehmlich für Synthesizer. Der Test hat ja alles sehr schön abgedeckt, danke dafür. Speziell für die Benutzung mit Tasteninstrumenten kann ich sagen dass das Space eine sehr gute Figur macht.

    Als Summenhall macht es sich meiner Meinung nach nicht so gut, weil es dafür zu prägnant ist. Seine Stärke ist eher auf einem bestimmten Instrument, gerne etwas im Vordergrund, aber natürlich auch für Atmosphärische Flächen.

    Die vielen Regler ermöglichen einem neue Optionen gegen den ewigen Feind der Eintönigkeit. Es gibt bei fast allen Algorithmen bei den Decay und Delay Parametern die Möglichkeit diese vielfältig mit dem Tempo zu synchronisieren, dazu Freezes und Infinity Modes.

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      BJack  

      Die Klassiker Plate, Hall, Room und Spring sind ausgezeichnet und gehören für mich zu den besten digitalen Reverbs da draußen. Sie gehen alle eher in Richtung Vintage, besonders der Spring macht sich gut mit den Synthies.

      Bekannt ist das Space natürlich in der elektronischen Musikwelt für das Space Delay Blackhole, das einen würdigen Rivalen noch nicht gefunden hat und aus jeder noch so langweiligen Arpeggiator-Spur eine Weltraum-Odyssee macht.

      Besonders brauchbar für Synthesizer finde ich ausserdem das DualVerb, das mit zwei Reverbs, die sich gegeneinander Tonal verstimmen lassen vielfältige Variationen erlaubt, hier kann man stundenlang eine Lead-Spur laufen lassen und immer wieder neu verstimmen. Und es klingt immer gut.

      Sehr vielseitig Einsetzbar ist auch das ModEchoVerb, hier gibt es zusätzlich zum Reverb einen ausgezeichneten und tief greifenden Flanger oder Chorus.

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        BJack  

        Reverse ist eine sehr nette Spielerei die sich auch gut einsetzen lässt, ausserdem gibt es noch das TremoloVerb, wenn man es braucht eben ein Reverb mit einem Tremolo.

        Nicht ganz zurecht komme ich mit dem MangeledVerb und Shimmer, diese sind wirklich sehr auf den Ton von Gitarren zugeschnitten.

        Alles in allem ein sehr brauchbarer Fundus an Effekten, die wirklich über das Reverb weit hinaus gehen.

        Einzig beim Umschalten der Presets wundert man sich ein bisschen am Anfang, aber nach ein bisschen Eingewöhnung und der Erklärung im Hinterkopf dass die guten Leute von Eventide stets den Gitarristen auf der Bühne vor Augen haben, der mit den Schuhen die Presets durchschalten muss geht es. In der Praxis benutzt man eh eher die 12 Algorithmen als Basis und schraubt sich daraus was zusammen.

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