Test: Gibson, Buckethead Les Paul Studio, E-Gitarre

17. April 2012

Les Paul Buckethead

Man muss es ja zugeben: Ein wenig befremdend wirkt der Herr mit dem Eimer auf dem Kopf und der venezianischen Maske im Gesicht schon, wenn man ihn mal live an seinem Instrument erlebt. Die Rede ist von Brian Patrick Carroll, besser bekannt unter dem Namen Buckethead. Mittlerweile hat es dieser US-Gitarrist, dessen Stil so gar nicht in irgendeine Schublade passt, zu immerhin 35 Studioalben gebracht, auf vielen weiteren Produktionen namhafter Künstler wie Guns N‘ Roses oder Primus durfte er seinen Sound ebenfalls zum Besten geben. Und selbst für die Soundtracks namhafter Hollywood-Filmproduktionen wie beispielsweise Saw II, Ghosts of Mars oder Schwarzeneggers Last Action Heroe steuerte der Multiinstrumentalist einen Großteil der Kompositionen bei und spielte sie überwiegend auch selbst ein. Warum denn aber nun der Eimer, fragt man sich natürlich früher oder später. Nun, einen Großteil seiner Bühnen-Performance bestreitet Buckethead mit einem Eimer der amerikanischen Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken als Kopfbedeckung, ergänzt um einen Sticker mit den Großbuchstaben FUNERAL. Hiermit möchte er auf die barbarischen Umstände der Massentierhaltung und -schlachtung aufmerksam machen, welche ja bekanntlich nicht nur bei KFC herrschen, sondern grundsätzlich ein Problem unserer Zeit darstellen. Soviel also dazu.

Sein Gitarrenspiel aber klingt eher weniger nach „Chicken-Wings“ und befindet sich eher zwischen Progressive-Metal, Bluegrass, Funk, Blues und Avantgarde, kombiniert mit slapstickartigen Roboter-Bewegungen auf der Bühne. Bislang verschaffte er der Welt Gehör für sein Spiel hauptsächlich mittels einer Gibson Les Paul. Bei Gibson hat man das Talent dieses Multi-Instrumentalisten und Lebenskünstlers nun endlich erkannt und ernst genommen. Das Ergebnis ist die Gibson Buckethead Les Paul, ein Signature-Instrument auf Basis einer gewöhnlichen Les Paul Studio. Nun ja, nicht ganz, denn es gibt schon ein paar wesentliche Unterschiede zu dem Serienmodell. Doch alles der Reihe nach.

-- Gibson Les Paul Studio Buckethead --

— Gibson Les Paul Studio Buckethead —

Lieferumfang/Aufbau/Verarbeitung

Wie es sich für eine „Echte“ Les Paul gehört, wird auch die Buckethead in einem Original Gibson-Case geliefert. Mit an Bord befindet sich auch ein kombinierter Sechskant-Kreuzschlitz-Schlüssel, mit der alle relevanten Einstellarbeiten an der Gitarre vorgenommen werden können. Das Instrument selbst erscheint als „Jumbo-Form“ der herkömmlichen Les Paul-Modelle, was bedeutet, dass sowohl der Korpus als auch die Länge des Halses deutlich größer als bei einer normalen Les Paul ausfallen. Zudem ist der Korpus „chambered“, also hohl im Innern und soll dem Instrument somit einen erweiterten Grundsound bieten. Aber natürlich wirkt sich ein in der Masse reduzierter Korpus auch positiv auf das berühmt-berüchtigte „Kampfgewicht“ von Gibsons Les Paul-Modellen aus, keine Frage. Ganz traditionell wurde sowohl für den Korpus als auch für den Hals mit seiner überlangen Mensur von 27″ Mahagoni als Tonholz gewählt, wobei Gibson dem Body der Gitarre zusätzlich eine Ahorndecke spendiert. Ebenso traditionell wurde auch der Hals im Korpus verleimt. Er besitzt ein Griffbrett aus „Baked Maple“, wurde mit 24 Medium Jumbo-Bünden ausgestattet und ist, wie die gesamte Gitarre, von einer weiß-matten Lackierung bedeckt, die sich bis zum Rand des Griffbretts erschließt.

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