Test: Kawai MP 7 SE, Stagepiano

10. Januar 2018

Volle Breitseite Piano & Orgel-Sounds

Kawai MP 7 SE

Knapp vier Jahre ist es her, dass wir das Stagepiano Kawai MP 11 testeten. Vor einigen Wochen kam dann die Ankündigung, dass sowohl das MP 11 als auch das kleinere Modell MP 7 ein Update erfahren und ab sofort als Kawai MP 7 SE und MP 11 SE verkauft werden. Die beiden Stagepianos ersetzen ihre Vorgänger und wir haben uns schnellstmöglich die ersten Modelle für einen Test gesichert.

Die beiden Stagepianos Kawai MP 7 SE und MP 11 SE ähneln sich optisch sehr, das MP 7 SE fällt jedoch etwas kleiner aus und ist mit 22,5 kg auch deutlich leichter als das MP 11 SE. Dieses bringt satte 34 kg auf die Waage. Der Grund ist schnell erkannt, das MP 11 SE verfügt über die „Grand Feel“ Tastatur aus Holz, das für unseren Test zur Verfügung stehende Kawai MP 7 SE kommt dagegen mit einer „Responsive Hammer III“ Tastatur aus Kunststoff daher. Daher ist das MP 11 SE auch deutlich tiefer, Holz braucht eben Platz und sorgt für Gewicht.

Kawai MP 7 SE

Auch technisch gibt es Unterschiede zwischen den beiden Modellen. Das MP 11 SE verfügt beispielsweise nur über 40 Sounds, das MP 7 SE über 256. Weitere Unterschiede gibt es u.a. bei den Effekten. Zum Lieferumfang des Kawai MP 7 SE gehören ein Haltepedal, Netzkabel, Notenständer und gedruckte Bedienungsanleitungen in mehreren Sprachen. Das MP 11 SE wird mit den gleichen Utensilien ausgeliefert, allerdings bekommt der Käufer hier das 3-fach Pedal GFP-3 mit dazu.

Tastatur und Anschlüsse

Wie bereits erwähnt, verfügt das Kawai MP 7 SE über eine „Responsive Hammer III“ Tastatur aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist exzellent und die Tastatur spricht sehr gut und schnell an. Der Druckpunkt ist sehr gut spürbar, die Gewichtung fällt moderat aus, gegenüber Holztastaturen kommt man hier mit deutlich weniger Kraftaufwand zum Ziel.

Kawai MP 7 SE

Aufbau der Tastatur

Die Gewichtung ist aber auf keinen Fall zu leicht, sondern stellt einen sehr guten Kompromiss dar, denn letztlich soll hierauf nicht nur Klavier, sondern auch E-Piano-, Orgel- und Synthesizer-Sounds gespielt werden. Die Oberfläche der Klaviatur ist schön matt, hier kommt man auch bei schweißtreibenden Sessions nicht ins Rutschen.

Kawai MP 7 SE

Hinsichtlich der Anschlüsse bietet das MP 7 SE alles Notwendige. Jeweils ein Stereopärchen Klinkenbuchsen sorgt dafür, dass Signale entweder aus dem Stagepiano heraus oder auch hinein kommen. Bis zu vier Pedale (Damper, Foot Switch, Expression oder 3-fach Pedaleinheit GFP-3) lassen sich am MP 7 SE anschließen. Ein MIDI-Trio mit In, Out, Thru ist ebenso vorhanden wie ein USB-to-host Anschluss für die Computer-Verbindung, ein Kopfhöreranschluss sowie eine Netzbuchse samt Power On/Off.

Klangerzeugung

Für die Sounds des Kawai MP 7 SE sorgt wie gehabt die „Harmonic Imaging XL“ Klangerzeugung samt 88 Tasten Sampling. 256 Sounds sind an Bord, diese unterteilen sich ganz klassisch auf eine große Bandbreite von A- und E-Pianos über Orgeln, Streichern, Bläsern bis hin zu Gitarren, Bässen und Synthesizer-Sounds. Angeordnet sind die Sounds in acht Bänken samt acht Unterkategorien. Pro Unterkategorie gibt es dann vier Einträge, die man über die Buttons A-D aufrufen kann. So kommt das Kawai MP 7 SE gänzlich ohne Drehrad aus und die Soundauswahl gelingt trotzdem sehr schnell.

Der klangliche Unterschied zum Vorgänger MP 7 sind die Flügelsounds des Shigeru Kawai SK-EX.  Diese sind nun Bestandteil sowohl beim MP 7 SE als auch beim MP 11 SE. Der Klang ist sehr detailliert und brillant und kann vor allem als Solo Piano-Sound sehr gut überzeugen. Der Sound verfügt über ausreichend Velocity-Layer, sprunghafte Übergänge sind nicht auszumachen, die einzelnen Samples fügen sich sehr gut in den Gesamtklang ein. Durch die verschiedenen Sound-Presets bietet das Kawai MP 7 SE genügend Ausgangsmaterial für unterschiedlichste Einsatzgebiete. Und sollte keiner der Sounds passen, gibt es bei Kawai ja immer noch den „Virtual Technican“, einen Piano-Editor, über den man viele Parameter wie Klangverhalten, Saitenresonanz, Hammergeräusche etc. anpassen kann.

Bei den E-Pianos ergibt sich ein ähnliches Bild, wobei mir hier viele der Presets ab Werk bereits mit zu viel Effekten angereichert sind. Ist allerdings nicht weiter tragisch, denn das Kawai MP 7 SE bietet 256 Speicherplätze für Setups, hier lassen sich neben eigenen Soundkreationen auch komplexe Setups abspeichern samt Tastaturzonen, Effekten und weiteren Parametern. Neben Rhodes und Wurlitzer Sounds bietet das Stagepiano auch schöne Klänge von glockigen DX7-Sounds, Clavinets oder Mallets.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Davide83

    Die Klaviersounds sind sehr gut wie immer bei Kawai, E. Pianos sind nicht auch so toll, würde ich sagen. Aber die Orgeln, zumindest die Hammond, klingen ziemlich schrecklich! Nord ist hier unschlagbar, trotzdem bleiben die Kawai Pianos besser als die oft übergeschätzt Nords (nicht die e. Pianos aber)

  2. Profilbild
    amazonaman  AHU

    Ist schon ein typischer Elektro Klavier Klang. Für den Bühnen Pianisten in der Band völlig in Ordnung. Echte Klaviere sind einfach anders. Ansonsten Fettes Teil! Gut dass Kawai lebt!

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