Test: Line6, POD HD500, Gitarren-Multieffektgerät

20. Oktober 2010

Line6 POD HD500

Auf Basis der überaus erfolgreichen POD-Serie erfolgte von Line6 nun eine Überarbeitung dieser Gitarrenpreamp-Reihe. Mit der HD-Serie erhielten die Line6 All-in-one-Lösungen eine von Grund auf neue Bearbeitung in puncto Ampmodellen, Effekten und Features. Der Sound soll nun „greifbarer“, tiefer und noch dynamischer zu spielen sein als je zuvor.

Wir erinnern uns: Als im Jahre 1999 der erste POD erschien, stand die Gitarrenwelt mehr oder minder Kopf. Erstmals war es möglich, eine Unmenge an Verstärkersounds legendärer Ampmodelle wie den alten Marshalls, Boogies und Fenders für einen Preis zu erstehen, der nicht mal so hoch war wie ein Satz Röhren der emulierten Modelle. Und das alles verpackt in ein auffälliges, unkonventionelles Metallgehäuse, das sich jedwedem Einbau in ein herkömmliches Gitarren-Rack widersetzte. Diese „rote Bohne“ begann einen beispiellosen weltweiten Siegeszug im Gitarrenpreamp-Sektor und ist auch heute noch in vielen Gitarrensetups die Schaltzentrale. Und das immer noch zu einem sehr günstigen Kurs. Doch Stillstand heißt ja bekanntlich Rückschritt, und irgendwann nach Präsentation des POD 2, des POD XT des Floor-POD oder des POD Pro scheint nun das Ende der Modeling-Fahnenstange im Hause Line6 erreicht zu sein. Etwas Neues, grundlegend Anderes sollte geschaffen werden. Mit den Geräten der HD-Serie soll dies gelungen sein.

Von den drei Vertretern dieser neuen POD-Generation (HD300, HD400 und HD500) steht uns von Amazona.de nun das Topmodell, der brandneue Line6 POD HD500, für einen ausgiebigen Test zur Verfügung. Nur ein warmer Aufguss vorhandener Algorithmen oder wirklich etwas revolutionär Neues wie der Ur-POD Anno ’99? Die folgenden Seiten sollten Aufschluss darüber geben.

-- Der Line6 POD HD500 --

— Der Line6 POD HD500 —

Aufbau/Verarbeitung

Der POD HD500 ist komplett aus robustem und schwarz lackiertem Metall gefertigt, das betrifft nicht nur das Gehäuse mit den Maßen von 55x8x27cm (BxHxT), sondern auch die zwölf Fußtaster und das rechtseitig angebrachte Expression-Pedal, dem (wie bei dieser Gerätegattung üblich) die unterschiedlichsten Funktionen wie etwa Wah-Wah oder Volume zugewiesen werden können. Ganz in POD-Manier befinden sich weiterhin sechs Potis im oberen Teil des Bedienpanels, mit dem sich der Sound direkt beeinflussen lässt. Diese Regler mit den Bezeichnungen DRIVE, BASS, MID, TREBLE, PRESENCE und VOLUME bieten somit einen direkten Zugriff, um den Grundsound ohne lästige Menü-Stepperei im Kern direkt zu modifizieren. Etwas abseits davon steht Regler Nummer Sieben mit der Bezeichnung MASTER, der für die Justierung der Gesamtlautstärke des HD500 sorgt. Alle diese Potis machen einen sehr soliden Eindruck und laufen satt und nicht zu weich auf ihren Achsen, um ein unerwünschtes Verstellen zu verhindern.

Etwas versteckt, aber nicht zu vernachlässigen, sind neben dem MASTER-Poti noch drei kleine Schalter platziert. GUITAR IN PAD/NORMAL dient zum Anpassen des Eingangssignals des angeschlossenen Instrumentes, eventuell sollte man hiermit beim Anschluss einer Gitarre mit aktiven Pickups oder passiven Tonabnehmern mit einem hohen Ausgangspegel die Eingangsempfindlichkeit absenken. Da der HD500 auch über XLR-Ausgänge verfügt, lässt sich mit dem Schalter XLR GROUND/LIFT hier die Masse in eine andere Position verschieben. Nützlich, falls ein Brummen bei Abnahme des Gerätes über eine PA oder im Studio auftritt. Und es macht zudem den Einsatz einer DI-Box überflüssig. Der dritte Schalter im Bunde ist nicht minder wichtig, 1/4″OUT entscheidet, ob das Ausgangssignal, das an den Standard Klinken Output-Buchsen anliegt, frequenzkorrigiert oder pur ausgegeben werden soll. Das ist entscheidend dafür, ob man das Gerät an einem Gitarrenamp oder in einen Mixer einklinkt.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    75631

    Auch wenn der Artikel nicht gerade kur geraten ist, empfinde ihn eher als eine Produktbeschreibung, denn als wirklich brauchbaren Praxistest. Auf die scheinbar stark erweiterten integrierten Möglichkeiten das Gerät als MidiController zu nutzen wird gar nicht eingegangen; was an einem Looper so neu sein soll verstand ich als M-Serie-User schon in der Werbung nicht und die Beschreibung des Klanges bei den Amps hätte ein wenig mehr ins Detail gehen können. Ich verstehe auch nicht, wieso nicht mal ein Vergleich zu Amplitude oder GuitarRig gemacht wird.

    Ich warte gespannt auf mein Exemplar: Als Bassist interessiert mich die Modellinggeschichte nur wenig, ich bin aber sehr an den verschiedenen und flexiblen Bedienungsmöglichkeiten interessiert und kann gleichzeitig meine Synths mit den Tastern und Expressionpedalen steuern… vorausgesetzt die Bedienungsanleitung verspricht nicht zu viel.

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