AMAZONA.de

Test: Mackie Onyx Artist 1×2, Producer 2×2 Audiointerface


Auf Blackjack folgt Full House

 

Kürzlich dachte ich darüber nach, wann Mackie wohl das schon etwas betagte Audiointerface Onyx Blackjack ablösen könnte. Denn die Abtastung mit 48 kHz, wenn auch bei 24 Bit Wortbreite, ist in Zeiten hochauflösender Audiodateien nicht mehr ganz zeitgemäß. Auch kann der Big Knob Studio zumindest für meine Bedürfnisse ausgangsseitig zu viel. Und wenige Tage später flatterte die Presseinformation in mein Postfach, dass es gleich zwei neue Interfaces gibt. Die neuen Mackie Onyx Artist 1×2 und Onyx Producer 2×2 sind einfache, aber solide Audiointerfaces und die Namensgebung verrät den avisierten Käuferkreis.

Das Mackie Onyx Artist 1×2 eignet sich für Solisten, Podcaster und alle, die eine hochwertige, externe Soundkarte suchen. Es bietet einen Onyx-Vorverstärker für Mikrofone, der zweite Eingang ist für Line-Signale oder Instrumente mit Tonabnehmer vorgesehen.

mackie onyx artist 1x2

Mackie Onyx Artist 1×2

Das Mackie Onyx Producer 2×2 hat hingegen gleich zwei Onyx-Preamps, auch können an beiden Eingängen Line- und Hi-Z-Signale anliegen. Zusätzlich bietet es MIDI-Anschlüsse und das latenzfreie Eingangssignal lässt sich stufenlos mit dem Signal des Computers mischen. Wer kein MIDI benötigt und nur ein Mikrofon einsetzt, kann somit rund 50,- Euro sparen.

Mackie bewirbt die „Built-Like-A-Tank”-Konstruktion, das verspricht ein Gehäuse aus einem Guss. Und tatsächlich ist die Elektronik lediglich eingeschoben und mit dem Gehäuse verschraubt, so dass die Interfaces unglaublich stabil wirken. Und damit man nichts darauf abstellt, hat Mackie die Oberseite mit dem eigenen Logo verschönert. Beide sind 51 mm hoch und 114 mm tief, unterscheiden sich jedoch in der Gehäusebreite und im Gewicht. Das Mackie Onyx Artist 1×2 ist 163 mm breit und wiegt 500 Gramm, das Mackie Onyx Producer 2×2 ist mit 188 mm geringfügig breiter und mit 680 Gramm etwas schwerer. Mackie bewirbt übrigens auch den mobilen Einsatz, wozu die kompakten Abmessungen auch einladen.

mackie onyx artist 1x2

Technische Gemeinsamkeiten

Trotz der Unterschiede zwischen Breite und Gewicht sind die inneren Werte weitgehend identisch. Beide verwenden einen D/A-Wandler, dessen Hersteller sich als Loud Technologies äußert, das ist das Dachunternehmen hinter Mackie. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass es sich, wie im Onyx Blackjack auch, um einen DAC von Cirrus Logic mit einem gewichteten Rauschabstand von 114 dB handelt. Das ist einerseits für die Preisklasse ordentlich, andererseits wären rechnerisch bei 24 Bit Wortbreite 144 Dynamikstufen möglich. Vermutlich handelt es sich auch um denselben DAC, der im Big Knob Studio und Studio Plus seinen Dienst verrichtet, denn der angebotene Gerätetreiber für Windows ist für alle vier Produkte vorgesehen und auch die Eckdaten lesen sich gleich. Bei maximaler Lautstärke ist ein ganz leises, für meine Begriffe nicht störendes Rauschen hörbar.

Die Verarbeitungsqualität beider Interfaces ist exzellent, das seitlich leicht abgeflachte, mattschwarze Aluminiumgehäuse besteht aus einem Guss und hinter den zwei breiten Gummistreifen auf der Unterseite versteckt sich vermutlich die Verschraubung. Es ruht zwar sicher an seinem Platz, beim Einstecken sollte man es dennoch etwas festhalten. Auch gefallen mir die absolut wackelfreien, griffigen und gummierten Drehregler, die durch ihre Schwergängigkeit gut zu justieren sind.

Der silberne, etwas größere Plastikregler für die Lautstärke hätte mir aus Metall allerdings besser gefallen und die seitlich davon positionierten Drehregler könnten für größere Hände etwas störend sein, auch weil die kleinen Drehregler etwas weiter aus dem Gehäuse ragen. Er arbeitet analog und bietet ebenfalls einen guten Drehwiderstand, bei geringster Lautstärkeeinstellung ist der rechte Kanal zuerst hörbar. Ein Umstand, den ich auch von teuren ALPS-Potis her kenne. Ich nehme dies aber gerne hin und verzichte stattdessen auf Dynamikeinbrüche bei schlecht umgesetzten Digitalreglern.

Der Kopfhörerausgang rechts verfügt über einen separaten und ebenfalls analog ausgeführten Lautstärkeregler mit gleichem Effekt. Ob die getrennte Regulierung sinnvoll ist, hängt sicher vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Lässt man einen Kopfhörer ständig eingesteckt, muss dieser nicht immer ungenutzt mitlaufen, das ziehe ich persönlich der Ergonomie vor. Weitere Funktionen, wie das Absenken des Ausgangspegels auf Knopfdruck oder eine Mono-Schaltung, gibt es nicht und wäre in dieser Preisklasse vielleicht auch etwas zu viel verlangt. Wem das wichtig ist, findet die Lösung im Big Knob Studio.

Die wenigen Einstellungen werden über leuchtende Drucktaster vorgenommen, die sich direkt unter den Drehreglern befinden. Um die Regler besser erreichen zu können, war diese Anordnung wohl der bessere Kompromiss, etwas größer hätten die Tasten aber ruhig sein können. Buchsen und Bedienelemente sitzen in Kunststoffblenden, die das einteilige Gehäuse hinten und vorne abschließen. Das einige Millimeter starke Case scheint hingegen unverwüstlich zu sein und die nicht mit Vorder- und Rückseite verschraubten Buchsen sitzen dennoch straff im Gehäuse.

1 2 3 >

  1. Profilbild
    tonstoff

    Was mich noch interessieren würde ist, ob die kompatibilität mit ios, im Hinblick auf den benötigten Strom, gegeben ist. Einige Interfaces benötigen zum Betrieb einen Stromgebundenen USB–Hub, da ein iPad nicht genügend Strom liefern kann. Wurde das zufällig getestet?

    • Profilbild
      Stephan M. RED

      Ja, ich meine das auch im Artikel geschrieben zu haben. Diese Hoffnung hatte ich auch, zumal ja auch die Phantomspeisungelektronisch aktiviert wird. Aber leider ließen sich die Interfaces nicht am CCK betreiben. Ob ein passiver Hub dazwischen geht, habe ich allerdings nicht getestet. Im Prinzip sind sie aber class compliant, können also auch treiberlos arbeiten.

Kommentar erstellen Kommentar erstellen Leser-Story erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

Über den Autor

Bewertung

Mackie Onyx Artist 1x2 und Onyx Producer 2x2

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
Leserbewertung: 5
Jetzt anmelden und dieses Produkt bewerten.
NAMM Show 2018 bei AMAZONA.DE

Hersteller-Report Mackie

AMAZONA.de Charts

Aktion