Test: Marshall »Mode Four«-Top mit MF-280-Boxen

4. Juli 2004

Marshall Mode IV

-- Marshall Mode Four&Box MF-280 --

— Marshall Mode Four&Box MF-280 —

  

Vor etwa 20 Jahren durfte ich mit meiner ersten (Hardrock-) Band das erste Mal auf eine richtige Bühne,und wenn wir auch nicht gerade professionell spielten, so wollten wir doch wenigstens so aussehen. Also mieteten wir uns zwei britische Marshall- Schrankwände– denn wenn wir auch sonst nicht viel wussten, eins war uns klar: Richtige Rocker spielen Marshall-Stacks!

Diese Erkenntnis gilt seit den späten sechziger Jahren, und damit das so bleibt, präsentierte der englische Hersteller auf der diesjährigen Frankfurter Musikmesse eine modernisierte Variante des legendären »Marshall-Turms« – damit die unübersehbaren Rockmöbel auch für die jüngste Generation harter Jungs (Stichwort: »Nu Metal«) zur Pflicht-Bühnendeko werden…!

»Mode Four«-Top: Konstruktion und Konzeption
Der »Mode Four« fällt auf: Beim Design setzt Marshall ganz dem anvisierten Musikstil verpflichtet – auf Metall, und davon viel: Stahl für Frontplatte, Lüftungsgitter, Potiknöpfe und das lasergeschnittene Logo, mattschwarzes Blech fürs Ampchassis – das sieht gut und hält was aus.

Recht kampflos ergibt sich der »Mode Four« dem Transport, denn mit 18 Kilo zählt er noch zu den leichteren Tops, und sein weicher Gummigriff schont die Hand zusätzlich. Die gesamte Verarbeitung ist vorbildlich, alle sichtbaren Bauteile wie Reglerknöpfe, Anschlussbuchsen oder Schalter machen einen Vertrauen erweckenden Eindruck. Lediglich Details wie die Kunststoffpotiachsen erinnern daran, dass wir es hier nicht mit einem sündhaft teuren »Boutique Amp« zu tun haben.

Jim Marshall hat sich laut eigener Aussage stets an den Anforderungen der Musiker orientiert, und viele sinnvolle Features dieses Verstärkers weisen daraufhin, dass auch man auch diesmal ein offenes Ohr für die Zielgruppe hatte. Neben vier Soundmodi (Marshall spricht von zwei getrennten Amps mit je zwei Kanälen) finden sich ein parallel verschalteter Effektweg (beugt Soundverlusten beim Einschleifen vor), ein frequenzkorrigierter DI-Ausgang zur Direktabnahme des Sounds im Studio oder für die P.A. sowie zwei Features, die ich mir eigentlich für jeden Verstärker wünschen würde und auf die ich persönlich in keiner Bühnensituation mehr verzichte (zumeist in Form von Zusatzgeräten): Die stumme Stimmfunktion, beim »Mode Four« in Form einer am Frontpanel schaltbaren »Tuner Out«-Buchse, sowie ein zweites, fußschaltbares Mastervolumen, nützlich im Gitarristenzweikampf um die Hörbarkeit beim Solo („Dynamischer spielen? Geht nicht, ich hab schon voll aufgedreht!“). Damit erspart der »Mode Four« möglicherweise, und das sollte man beim Preisvergleich mit anderen Verstärkern in Betracht ziehen, den Kauf von Stimmgeräten in Pedalform und Bodeneffekten mit Boost-Funktion oder Volumenpedalen. Dies zusammengenommen kann schnell mit 200,- EUR zu Buche schlagen.

 

Die neuen, härtesten Musikstile stellen natürlich nicht nur Anforderungen an die Optik, sondern vor allem an Klangdesign und Leistung eines Verstärkers: Gerade tiefer gestimmte Gitarren und moderne Metal-Sounds mit viel Bassanteilen benötigen viel Power, weshalb der »Mode Four« mit 350 Watt Leistung ausgestattet wurde – das fand man früher nur bei Bassamps, scheint aber, siehe Crate-Test in der letzten t4m-Ausgabe, ein neuer Trend zu sein, bei dessen Erfüllung die Briten an vorderster Front stehen.

-- Marshall Mode Four&Box MF-280 --

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