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Test: Mooer Hornet 30i, Gitarrenverstärker

Hornisse 2.0

29. Oktober 2023
Mooer Hornet 30i

Mooer Hornet 30i

Mooer gönnt seinen Hornet Übungs-Amps eine Überarbeitung, die ziemlich deutlich ausgefallen ist. Auf den ersten Blick scheint sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan zu haben: Das schwarze Gehäuse mit der charakteristischen Frontbespannung des Lautsprechers und der beleuchtete Knopf an der rechten oberen Seite lassen nicht unbedingt auf Neuerungen schließen. Beim genaueren Hinschauen allerdings zeigen sich schon deutliche Unterschiede, die nicht nur das Äußere, sondern ganz besonders die inneren Werte betreffen. Was hat sich geändert und was bietet uns die aktuelle Generation der Mooer Hornet Amps? Mit dem Mooer Hornet 30i werden wir das im folgenden Artikel erfahren.

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Mooer Hornet 30i – Facts & Features

Klein und kompakt ist der Hornet geblieben, ja sogar etwas geschrumpft ist die neue Generation der Mooer Übungsverstärker. Mit den Maßen von 340 x 188 x 280 mm und 4,65 kg Gewicht findet das Teil garantiert in jeder noch so kleinen Bude seinen Platz, stabil stehend auf vier Gummifüßen und mit einer Tragemulde auf der Rückseite zum Rangieren ausgestattet. War beim Vorgängermodell noch ein Bedienpanel im Stil eines klassischen Gitarrenverstärkers vorhanden, so erfolgt die Bedienung beim Hornet 30i über eine App für iOS und Android, die sich via Bluetooth mit dem Amp verbindet. Somit ist kaum etwas übrig geblieben auf der Oberseite, abgesehen von einer kleinen Blende, die den Klinkeneingang, einen Kopfhöreranschluss im 3,5-mm-Format, eine USB-C-Schnittstelle  sowie den Anschluss für das (mitgelieferte) Netzteil aufnimmt. Der schnelle USB-C-Port ermöglicht etwa ein Einspeisen von externem Audiomaterial zum Jammen oder Üben, gleichzeitig bietet diese zeitgemäße Schnittstelle genügend Potenzial für verlustfreie Aufnahmen direkt in den Computer.

Besonders elegant erscheint die Platzierung aller Anschlüsse an der rechten Oberseite des Gehäuses nicht unbedingt, aber da der Hornet 30i ja für den Einsatz als Übungsverstärker in Schlaf- bzw. Wohnzimmernähe konzipiert wurde, lässt es sich damit gut leben.

Mooer Hornet 30i Panel

Hätte man sicher auch eleganter lösen können

Auch an der Frontseite wurde eine Veränderung vorgenommen, denn der dort platzierte Regler („Super-Button“) wählt nun nicht mehr die Verstärkermodelle aus, sondern übernimmt gleich mehrere Funktionen. Zum einen schaltet er den Hornet 30i ein oder aus, regelt weiterhin die Lautstärke und kann durch Drücken vier Presets bieten, die zuvor mit der App erstellt wurden und durch einen beleuchteten Ring die vier unterschiedlichen Settings markieren. Mit all den Aufgaben scheint der Regler etwas überfordert, er läuft sehr zäh auf seiner Achse und besitzt ein deutliches Spiel, das man speziell beim Drücken bemerkt. Das ist aber abgesehen von der unglücklichen Position der Blende auf der Oberseite der einzige Kritikpunkt, den man an der Hardware ankreiden kann, ansonsten wirkt die kompakte Kiste wie aus einem Guss. Übrigens: Wer vorhat, den Mooer 3oi bei Sessions oder gar Live einzusetzen, der kann auf einen Fußschalter wohl kaum verzichten. Mooer bietet zum 3oi einen passenden an, der verbindet sich sogar kabellos mit dem Amp und macht ihn damit ein Stück weit praxistauglicher.

Der „Super-Button“ wirkt etwas fragil

Die Mooer iAmp App

Regelrecht explodiert ist die Anzahl an virtuellen Verstärkermodellen und Effekten, die sich über die Mooer iAMP-App bequem steuern und abspeichern lassen. Zur Erinnerung: Der Vorgänger besaß lediglich neun Verstärkertypen und gerade mal eine Handvoll Effekte. Beim Mooer Hornet 30i geht es mit 52 Amps und 49 Effekten jedoch richtig zur Sache. Unterteilt werden die Basis-Sounds in sechs verschiedene Stilistiken (Pop, Rock, Blues, Heavy, Jazz sowie Funk), die ebenso bis zu sechs unterschiedliche Presets bieten und mit zahlreichen Amp-Modellen und Effekten vermischt werden können. Wie zu erwarten, reicht das Sortiment der Amp-Modelle von glasklaren Typen im Stil eines Fender Twin oder des Roland Klassikers Jazz Chorus über PLEXI-Emulationen für die Crunch-Abteilung bis hin zu den High-Gain-Sägen aus dem Hause Boogie, EvH, Engl oder Hughes & Kettner. Nach Aufruf des gewünschten Typs lässt sich dieser mit vertrauten Parametern wie „Gain“ und einem Equalizer dem persönlichen Geschmack bzw. an den Charakter der angeschlossene Gitarre anpassen.

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Unter den Effekten befinden sich neben der unverzichtbaren Garnitur von Hall- und Modulationseffekten mit ihren vielen verschiedenen Facetten auch einige Special-FX, wie etwa ein Ringmodulator, ein Pitch-Shifter oder Lo-Fi-Sounds. Dem Wunsch nach Möglichkeiten zum Jammen und Üben ist man mit einem Drumcomputer und einem Looper nachgekommen, der eine Aufnahmedauer von bis zu 80 Sekunden bietet und sich mit den Drum-Sounds synchronisieren lässt. Ebenso lassen sich Backing-Tracks mit Bluetooth einspeisen, auf einer eigenen Mixer-Seite innerhalb der App lassen sich die verschiedenen Pegel abstimmen. Zugegeben, die Benutzeroberfläche ist nicht gerade ein Augenschmaus, dafür aber erfolgt die Übertragung der Regler zum Verstärker via Bluetooth ohne nennenswerte zeitliche Verzögerung und dazu hoch aufgelöst, sodass auch Nuancen nicht zu kurz kommen müssen, wie etwa beim Einstellen von Delays oder weiteren zeitbasierten Effekten.

Mooer iAMP App

Die Mooer iAMP App – links im Bild ist die Tone-Library zu sehen, in der Mitte der aktuell gewählte Verstärkertyp mit Effekten und rechts die Mixer-Page zum Anpassen der verschiedenen Pegel

Der Hornet 30i in der Praxis

Mooer bewirbt den Hornet 30i als Verstärker zum Üben, für Sessions und sogar für die Bühne. Bei den ersten beiden Einsatzbereiche kann ich dazu meinen Segen abgeben, für Live allerdings dürften der 8″ Speaker und die 30 Watt Endstufenleistung wohl kaum ausreichen. Zumindest dann nicht, wenn sich ein Schlagzeuger, ein Bassist und weitere elektrisch verstärkte Instrumente in der Band um die vorderen Plätze streiten. Für das Jammen zu Hause oder mit Freunden aber bietet die kleine Kiste eine mehr als ausreichende Ausstattung und dazu jede Menge Sounds und Effekte, die sich unkompliziert mit dem Tablet oder dem Smartphone nach Lust und Laune kombinieren, editieren und schließlich und abspeichern lassen. Das kann auch in eine Cloud geschehen, zu der man nach einer kurzen Registrierung innerhalb der iAmp-App Zugang erhält. Dort lassen sich auch mit anderen Usern Sounds tauschen – oder man stellt seine eigenen Kreationen der Community zur Verfügung.

Kleine Workstation

Die von Mooer als MNRS-Technologie bezeichnete Erzeugung der Sounds und Effekte im Hornet 30i bietet durchaus eine konkurrenzfähige Plattform zu den Mitbewerbern am Markt. Unter den zahlreichen Presets befinden sich fast schon wie gewohnt sehr überladene Typen, die jedoch für Einsteiger eine gute Ausgangsposition für weitere Experimente sein können. Gut gefällt die Dynamik zwischen Gitarre und dem Hornet 30i, immer wieder ein kritischer Punkt und hier ein Zeichen dafür, dass die AD/DA Wandler recht sauber und präzise arbeiten. Sauber ist auch das Rauschspektrum, das sich in erfreulich engen Grenzen hält und den Amp somit auch für die nächtliche Session im Schlafzimmer bei minimaler Lautstärke qualifiziert. Bei einigen Sounds hat der kleine 8″ Lautsprecher seine liebe Mühe, insbesondere dann, wenn der Looper und der Drumcomputer zusätzlich mit ins Spiel kommen. Alternativ sollte man in solchen Fällen das Signal über den Kopfhöreranschluss oder noch besser via USB-Port an einen externen Verstärker weiterleiten.

Mooer Hornet 30i Models

Den Mooer Hornet 30i gibt es auch in Cremeweiß

 

Hornet 30i – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich den Hornet 30i zusammen mit meiner Music Man Silhouette Special eingesetzt. Vor dem Amp wurde ein AKG C3000 Mikrofon platziert, weitere Effekte kamen keine zum Einsatz.

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Fazit

Der Mooer Hornet ist und bleibt auch in seiner aktuellen Version ein gut ausgestatteter und vor allem sehr günstiger Gitarren-Amp, der sich im Wohnzimmer viel wohler fühlt als im Proberaum oder gar auf der Bühne. Mit seinen zahlreichen Verstärkermodellen, den ebenso vielen Effekten und den nützlichen Tools (Drumcomputer, Looper und Stimmgerät) zeigt sich der kompakte Würfel als ideale Gitarren-Workstation vor allem für den Einsteiger mit schmalem Budget und dennoch großen Ambitionen.

Plus

  • viele Amps & Effekte
  • gute Dynamik der Overdrive/Distortion-Sounds
  • umfangreiche Bedienung per App
  • kompaktes Format
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • fragiler "Super-Button"
  • Anbringung des Netzteilanschlusses

Preis

  • 179,- Euro
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Klangbeispiele
Forum

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