Test: Native Instruments, West Africa, Software-Library

Das absolute Highlight dieser Library ist der integrierte Pattern-Sequencer, eine Art Groove-Agent, mit dem sich komplexe polyrhythmische Texturen per Tastendruck erzeugen lassen. Rund 38 spielfertige Ensemble-Pattern mit jeweils 12 Variationen sowie 432 Pattern für die Einzelinstrumente sind bereits enthalten und bieten einen direkten Zugriff auf traditionelle Rhythmen und Melodien. Doch damit nicht genug: Lädt man ein Ensemble-Preset in den Speicher, stehen neben den bereits genannten 12 Variationen noch diverse Solo Phrasen, Single Hits und natürlich die Einzelschläge (hier Single Strokes) pro Trommel zur Verfügung. Die einzelnen Programme liegen verteilt auf der Keyboard-Tastatur und wurden zur besseren Identifizierung farblich unterschiedlich gekennzeichnet. Zusätzlich befindet sich auf der wunderschön gestalteten Quick Edit-Seite eine virtuelle Tastatur, welche die Lage der einzelnen Programme anschaulich verdeutlicht.

- Pro Preset liegen 12 Groove-Variationen, diverse Solo Phrasen, Single Hits und natürlich die Einzel-Schläge (Single Strokes) verteilt auf den Keyboard-Tasten -

– Pro Preset liegen 12 Groove-Variationen, diverse Solo Phrasen, Single Hits und natürlich die Einzel-Schläge (Single Strokes) verteilt auf den Keyboard-Tasten –

Klickt man mit der Maus auf eine Trommel, erscheint statt des erwarteten akustischen Feedbacks ein Untermenü, in dem man ein anderes Trommelmodell, wahlweise noch eine Glocke bzw. Rasselblech sowie die relative Position der Noten innerhalb des Patterns und die Tonhöhe einstellen kann. Möchte man die an der Trommel befindlichen Glocke bzw. das Rasselblech ganz abschalten oder leiser abmischen, so ist dies mit einem separaten Lautstärkeregler pro Trommel möglich. Für die authentische Spielweise des gesamten Ensembles stehen ein Swing-, ein Feel- (variierende Velocity-Werte) und ein Intensity-Regler (Velocity insgesamt) zur Verfügung. Zusammen mit den Groove-Einstellungen jeder Trommel entstehen somit absolut realistische rhythmische Figuren – mehr geht eigentlich nicht. Über einen separaten Mixer können alle Trommeln eines Ensembles in der Pan-Position und der Lautstärke angepasst werden. Die vorhandenen Pattern können übrigens problemlos mit ein paar Mausklicks in einer Art Step-Sequencer editiert werden. Der Editor bietet dazu wahlweise ein Raster mit 12 oder 16 Steps. Jedes Instrument des Ensembles verfügt über eine eigene Spur. Mit einem Mausklick wird ein Step gesetzt oder entfernt. In Kombination mit der STRG- oder ALT-Taste werden verschiedene Spielweisen ausgewählt.

- Mit dem integrierten Step-Sequencer lassen sich schnell und einfach per Mausklick neue Grooves erzeugen. -

– Mit dem integrierten Step-Sequencer lassen sich schnell und einfach per Mausklick neue Grooves erzeugen. –

Selbstverständlich lassen sich die erstellten Pattern über die Spuren hinweg kopieren, komplett löschen oder um je einen Step nach vorne bzw. nach hinten bewegen und das selbstverständlich alles synchron zum Host-Tempo und zur Song-Position und bei Nutzung mehrerer Presets auch synchron untereinander. Als Effekt steht ein gut klingendes Reverb mit regelbarer Raumgröße zur Verfügung.
Analog zu den Percussions stehen auch für die Melodieinstrumente jeweils 12 Variationen zur Verfügung. Allerdings fehlt der Step-Sequencer, und so können die gespielten Melodien leider nicht editiert werden – da muss dann schon selbst die gewünschte Melodielinie im Host-Sequencer einspielen. Dafür kann die Stimmung der Instrumente stufenlos zwischen +/-50 Cent angepasst werden. Als Voreinstellung gibt es die Wahl zwischen authentischen und chromatischen Stimmungen.


Systemvoraussetzungen

Windows: Windows XP (aktuelles Service Pack, 32 Bit), Windows Vista/Windows 7 (aktuelles Service Pack, 32/64 Bit), Intel Pentium 4 2.4 GHz oder Intel Core Duo oder AMD Athlon 64, 2 GB RAM
Mac: Mac OS X 10.5 oder 10.6 (letztes Update, 32/64 Bit), Intel Core Duo, 2 GB RAM

Benötigt den KONTAKT 4 PLAYER (ab Version 4.2.3) oder KONTAKT 4 (ab Version 4.2.3)
3 GB freien Festplattenspeicherplatz für die Library

 

Schnittstellen

Stand-alone, VST®, Audio Units™, RTAS® (Pro Tools® 8 oder höher), ASIO®, Core Audio™, DirectSound®, WASAPI™

Fazit

Mit West Africa lassen sich im Handumdrehen komplexe polyrhythmische Pattern mit Schlag- und Melodieinstrumente erstellen. Die Qualität der Samples ist dank Round Robin und mehrfacher Velocity ausgezeichnet, und die vorprogrammierten Pattern ermöglichen eine authentische Spielweise. Wer eigene Pattern erstellen oder die vorhandenen Grooves editieren möchte, erhält mit dem einfach zu bedienenden Step-Sequencer schnell gut klingende Ergebnisse. Die Bedienung geht dank wunderschön gestalteter Benutzeroberfläche und eingeblendeter Infos auch ohne Studium der Anleitung kinderleicht von der Hand. Die Auswahl der Instrumente ist zwar überschaubar, allerdings kostet diese Library auch nur 99 Euro und damit ein Vielfaches weniger als vergleichbare Librarys mit mehr Instrumenten, die man unter Umständen nicht benötigt. Für Liebhaber afrikanischer Rhythmen ein absoluter Kauftipp!

Plus

  • komplexe polyrhythmische Grooves auf Tastendruck
  • qualitativ gute Samples mit Round Robin und Velocitystufen
  • integrierter Step-Sequencer
  • supereinfache Bedienung
  • Preis

Minus

  • -

Preis

  • 99,- Euro (nur als Download verfügbar)
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